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Die Neuerung betrifft eine Vorrichtung
zur pneumatischen Versorgung von Verbrauchern, insbesondere Blas-Sog-Düsen am Zuführtisch
einer Bogen verarbeitenden Maschine.
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Bei einer Vorrichtung zur Blasluftversorgung von
Blas-Sog-Düsen
im Anlegebereich einer Bogen verarbeitenden Maschine, insbesondere
einer Druckmaschine, ist es vorgesehen, dass die im Bereich zwischen
den Seitenziehmarken und Vordermarken angeordneten Blas-Sog-Düsen mit
unterschiedlichen Blasluftdrücken
beaufschlagt werden können.
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Die
DE 100 11 186 A1 zeigt eine derartige Anordnung.
Hierbei werden die Blas-Sog-Düsen immer
dann mit Blasluft mit einem Druck p1 beaufschlagt, wenn der Bogen
die Wegstrecke von den Blas-Sog-Düsen bis zu den Vordermarken
zurücklegt.
Dadurch wird der Bogen niedergehalten, geglättet und mit der Vorderkante
unter Deckmarken geführt.
Der Druck p1 ist einstellbar und so getaktet, dass eine Unterbrechung
der Blasluftzufuhr erfolgt, wenn der Bogen seitlich ausgerichtet
wird. Eine Anzahl weiterer Blasdüsen
ist mit einem einstellbaren Druck p2 beaufschlagbar.
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Der
DE 100 11 186 A1 liegt der Nachteil zugrunde,
dass zwei unterschiedliche Düsenreihen
vorzusehen sind, die mit unterschiedlichen Blasluftdrücken zu
versorgen sind.
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Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zu schaffen, die eine taktmäßige Versorgung von pneumatischen
Verbrauchern mit unterschiedlicher, wählbarer Versorgungsdauer ermöglicht.
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Die Aufgabe wird neuerungsgemäß durch den
Anspruch 1 gelöst.
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Es ist ein besonderer Vorteil der
Neuerung, dass bei der Verarbeitung von Bedruckstoffen unterschiedlicher
Dicke (z. B. Bibeldruckpapier oder Karton) unter Beibehaltung des
Maschinentaktes die jeweilige Blasdauer verstellbar ist. Durch diese
Maßnahmen
können die
Blas-Sog-Düsen
bei der Verarbeitung dickerer Grammaturen während des Ziehvorgangs mit
Blasluft beaufschlagt werden, während
für die
Verarbeitung dünnerer
Grammaturen die Möglichkeit
gegeben ist, die Blasluft während
des Ziehvorganges abzuschalten.
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In vorteilhafter Ausgestaltung ist
ein einziges Rotationsventil vorgesehen, welches mindestens zwei
winkelmäßig voneinander
beabstandete Versorgungsanschlüsse
aufweist, die von einer gemeinsamen Blasluftquelle gespeist werden,
wobei der eine Versorgungsanschluss mittels eines Absperrventils manuell
oder rechnergesteuert geschaltet werden kann.
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Beim zweiten Ausführungsbeispiel ist es vorgesehen,
die Steuerzeiten für
einen vorgesehenen Verbraucher, z. B. vorgesehene Blas-Sog-Düsen, sehr
präzise
bezüglich
der pneumatischen Versorgung zu steuern, insbesondere den Versorgungsanfang
bzw. das Versorgungsende. Zu diesem Zweck ist eine größere Anzahl
von Anschlüssen
am Rotationsventil vorgesehen, die winkelmäßig voneinander beabstandet über die
Steuernut des Rotors des Rotationsventils schaltbar sind. Hierbei
ist jedem Anschluss eine Versorgungsleitung zu einer Luftquelle zugeordnet.
In jeder Zuleitung sind ein Absperrventil und ein Wegeventil geschaltet.
Das Wegeventil verbindet zum einen die Luftquelle mit dem Rotationsventil
und zum anderen den Verbraucher mit dem Rotationsventil. Eine elektrische
Steuereinrichtung übernimmt
das Schalten der Ventile in Abhängigkeit von
Parametern des zu verarbeitenden Produktes. Durch diese Maßnahme kann
jeder Anschluss am Rotationsventil zum einen als Zuleitung von der
Luftquelle zum Rotationsventil oder zum anderen als Ableitung vom
Rotationsventil zum Verbraucher genutzt werden. Auf diese Weise
ist eine große
Anzahl von Luftversorgungsbeginn- oder -endzeiten einstellbar.
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Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung
wird in den Zeichnungen dargestellt und ist wie im Folgenden beschrieben.
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Es zeigen:
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1 eine
Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,
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2 eine
Draufsicht auf den vorderen Teil eines Zuführtisches im Bereich der Vordermarken,
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3a-d ein
Rotationsventil in unterschiedlichen Betriebsstellungen und
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4 ein
zweites Ausführungsbeispiel
zur Steuerung der Blasluft.
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Eine Bogen 7 verarbeitende
Maschine 1, z. B. eine Druckmaschine, weist einen Anleger 2,
mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf.
Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen
und vereinzelt oder schuppenförmig über einen
Zuführtisch 9 den
Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter
Weise jeweils einen Plattenzylinder 11; 12. Die
Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine
Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten
auf. Darüber hinaus
ist jedem Plattenzylinder 11; 12 eine Vorrichtung 16; 17 für den halb-
oder vollautomatischen Druckplattenwechsel zugeordnet.
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Der Bogenstapel 8 liegt
auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die
Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels
eines sogenannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine
Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung
der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zur
Auflockerung der oberen Bogenlagen und Tastelemente 23 zur
Stapelnachführung
vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere
der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine
Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.
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Der Zuführtisch 9 weist in
seinem der Bogen verarbeitenden Maschine zugewandten Bereich Vordermarken 27 zur
Ausrichtung der Bogen in Transportrichtung, Deckmarken 28 sowie
eine Zieheinrichtung 29 zum seitlichen Ausrichten des Bogens,
z. B. gegen einen Seitenanschlag 31, auf. Ein Sensor 30 ist
zur Erkennung der korrekten Seitenausrichtung des Bogens im Bereich
des Seitenanschlages 31 angeordnet.
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Eine Anzahl von beabstandet nebeneinander
angeordneten Blas-Sog-Düsen 32 ist
quer zur Bogentransportrichtung zwischen einem Ziehkanal 33 für die Zieheinrichtung 29 und
den Vordermarken 27 angeordnet. Die Blas-Sog-Düsen 32 blasen
Luft im Wesentlichen tangential zur Förderebene und im Wesentlichen
in Richtung der Vordermarken 27 aus, um das Einfädeln des
Bogens unter die Deckmarken 28 bei der Bogenankunft an
den Vordermarken 25 zu erleichtern und um die Prellneigung
des ankommenden Bogens zu reduzieren. Es ist hierbei ein Vorteil, wenn
ein Teil der Blasluft schräg
nach außen
gerichtet ist; hierdurch wird verhindert, dass möglicherweise hochstehende Bogenecken
beim seitlichen Ausrichten an einer Deckmarke hängenbleiben. Außerdem wird
das Heranführen
des Bogens an die Vordermarken 27 unterstützt. Darüber hinaus
können hochstehende
Bogenecken heruntergezogen und somit die Greifersicherheit durch
Bogen transportierende Mittel, z. B. Vorgreifer, erhöht werden.
Um die Blas-Sog-Düsen 32 im
Takt der zu verarbeitenden Bogen mit Blasluft zu versorgen, ist
ein Rotationsventil 34 vorgesehen, dessen Rotor 36 im
Takt der Bogen verarbeitenden Maschine gegen den Uhrzeigersinn angetrieben
wird. Das Rotationsventil 34 weist einen ersten Versorgungsanschluss 37 für eine erste
Zuleitung 38 von einer Blasluftquelle 39 und einen
zweiten Versorgunganschluss 41 für eine zweite Zuleitung 42 von
der Blasluftquelle 39 auf.
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Die Versorgungsanschlüsse 37, 41 sind
winkelmäßig voneinander
beabstandet angeordnet (z. B. α =
100°) und
versorgen über
eine Steuernut 43 im Rotor 36 eine Versorgungsleitung 44,
die zu einem Verbraucher, insbesondere den Blas-Sog-Düsen 32, führt. In
die Zuleitung 42 ist ein Schaltventil 47 eingebaut,
welches für
eine manuelle Betätigung,
z. B. als Kugelventil, und für
eine ferngesteuerte Betätigung als
Elektromagnetventil, z. B. 2/2-Wegeventil,
ausgebildet ist.
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In 3b ist
das Rotationsventil 34 in einer Stellung dargestellt, in
welcher die Versorgungsleitung 44 über die Steuernut 43 und
die Zuleitung 38 mit Blasluft von der Blasluftquelle 39 versorgt
wird.
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3c zeigt
das Ende der Versorgung über die
Zuleitung 38 und somit – bei geschlossenem Schaltventil 47 – auch das
Ende der Blasluftversorgung für
die Blas-Sog-Düsen 32,
z. B. bei der Verarbeitung von dünnem
Papier (z. B. Bibeldruckpapier).
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Bei geöffnetem Schaltventil 47 bleibt
die Versorgung der Verbraucher aufrechterhalten, da die Blas-Sog-Düsen 32 über die
zweite Zuleitung 42 und die Steuernut 43 Blasluft über die
Versorgungsleitung 44 erhalten.
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3d zeigt
nunmehr das Ende der Blasluftversorgung bei geöffnetem Schaltventil 47 über die Zuleitung 42.
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Während
das vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiels eine einfache
Lösung
zur Steuerung der Blasluftendes beschreibt, ist es bei einem zweiten
Ausführungsbeispiel
gemäß 4 vorgesehen, ein Rotationsventil 51 mit
mehreren Versorgungsleitungen 53.1 bis 53.6 vorzusehen
und diese mittels Schaltventilen derart an- und umschaltbar anzuordnen,
dass unterschiedliche Blasluftanfänge und Blasluftenden eingestellt
werden können.
Es ist einerseits denkbar, dass mittels eines geeigneten Steuerrechners
und mit diesem verbundenen Magnetventilen die Blasluftversorgung
der Verbraucher (z. B. Blas-Sog-Düsen) vollständig im
Takt der Bogen verarbeitenden Maschine zu jedem beliebigen Versorgungsprofil
geregelt werden kann, jedoch weisen die zurzeit im Handel erhältlichen
Schaltventile nicht die erforderliche Standzeit auf, so dass das
Rotationsventil 51 die taktmäßige Steuerung vornimmt.
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Zur Steuerung eines pneumatischen
Verbrauchers, z. B. einer Blasluftversorgung von Blas-Sog-Düsen 32,
ist eine Luftquelle 52 vorgesehen, die über eine Anzahl von z. B. sechs
Versorgungsleitungen 53.1 bis 53.6 mit dem Rotationsventil 51 verbunden
ist. Ein im Takt der Bogen verarbeitenden Maschine angetriebener
Rotor 54 verbindet die Versorgungsleitungen 53.1 bis 53.6 mittels
seiner Steuernut 58. Hierbei sind die Versorgungsleitungen 53.1 bis 53.6 über einen
Winkel β < 180° winkelmäßig versetzt
angeordnet.
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Jede Versorgungsleitung 53.1 bis 53.6 weist ein
als Absperrventil 56.1 bis 56.6 arbeitendes 2/2-Wegeventil
und ein als Umschaltventil 57.1 bis 57.6 arbeitendes
3/2-Wegeventil auf. Dieses schaltet entweder den Weg vom Rotationsventil 51 zur
Luftquelle 52 oder den Weg vom Rotationsventil 51 zum Verbraucher 32,
wobei dieser bis zum 3/2-Wegeventil 57.1 bis 57.6 jeweils über die
Versorgungsleitung 59.1 bis 59.6 und von dort
bis zum Verbraucher 32 jeweils über eine Versorgungsleitung 59.1 bis 59.6 erfolgt.
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Durch diese Anordnung kann jede Versorgungsleitung
von der Luftquelle zum Rotationsventil 51 auch als Versorgungsleitung
vom Rotationsventil 51 zum Verbraucher 32 genutzt
werden.
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Die Schaltung sämtlicher elektromagnetischer
Ventile erfolgt mittels eines Steuerungsrechners 61 in
Abhängigkeit
von Parametern des zu verarbeitenden Bogenmaterials.
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Die Ausführungsbeispiele beziehen sich
auf pneumatische Blasluftverbraucher, wie z. B. Blas-Sog- oder Blasdüsen. Selbstverständlich ist eine
pneumatische Versorgung und Schaltung von Unterdruckverbrauchern,
wie z. B. Sauggreifern, am Saugkopf oder anderen Saugeinrichtungen
in gleicher Weise möglich.
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Bezugszeichenliste
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- Druckwerk
- 4
- Druckwerk
- 5
- ./.
- 6
- Ausleger
- 7
- Bogen
- 7a
- nächster Bogen
- 8
- Bogenstapel
- 9
- Zuführtisch
- 10
- Stapelplatte
- 11
- Plattenzylinder
- 12
- Plattenzylinder
- 13
- Druckplattenbefestigungseinrichtung
- 14
- Druckplattenbefestigungseinrichtung
- 15
- ./.
- 16
- Druckplattenwechsler
- 17
- Druckplattenwechsler
- 18
- Saugkopf
- 19
- Hubsauger
- 20
- ./.
- 21
- Schleppsauger
- 22
- Blaseinrichtung
- 23
- Tastelement
- 24
- Anschlag
- 25-26
- ./.
- 27
- Vordermarken
- 28
- Deckmarken
- 29
- Zieheinrichtung
- 30
- Sensor
- 31
- Seitenanschlag
- 32
- Blas-Sog-Düsen+
- 33
- Ziehkanal
- 34
- Rotationsventil
- 3
5
- ./.
- 36
- Rotor
- 37
- Versorgungsanschluss
- 38
- Versorgungsleitung
- 39
- Blasluftquelle
- 40
- ./.
- 41
- Versorgungsanschluss
- 42
- Versorgungsleitung
- 43
- Steuernut
- 44
- Versorgungsleitung
- 45-46
- ./.
- 47
- Schaltventil
- 48-50
- ./.
- 51
- Rotationsventil
- 52
- Luftquelle
- 53.1-53.6
- Versorgungsleitungen
- 54–
- Rotor
- 55
- ./.
- 56.1-56.6
- Absperrventil
(2/2-Wege-Ventil)
- 57.1-57.6
- Umschaltventil
(3/2-Wege-Ventil)
- 58
- Steuernut
- 59.1-59.6
- Versorgungsleitung
(32-57)
- 60
- ./.
- 61
- Steuerungsrechner
- α
- Winkel
(37 bis 41)
- β
- Winkel