-
GEGENSTAND DER ERFINDUNG
-
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein in der Innenauskleidung eines Fahrzeuges integrierter Protektor, der in der Lage ist, eine übermäßige Erwärmung des Fahrgastraums zu verhindern, wenn das Fahrzeug in der Sonne abgestellt ist, und der rasch und einfach aufgespannt und wieder eingezogen werden kann.
-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
Das Problem, wenn man ein Fahrzeug einige Stunden zu Mittag oder am Nachmittag in der Sonne abstellt, egal ob es sich um einen Pkw, einen Lieferwagen oder einen Lkw handelt, ist wohl bekannt: Wenn sich der Fahrzeuglenker wieder ans Lenkrad setzt, ist dieses so heiß, dass er es kaum anfassen kann. Und für das Armaturenbrett gilt das gleiche. Nicht nur das, auch die Innentemperatur des Fahrzeugs ist so hoch, dass die Fahrzeuginsassen praktisch sofort zu schwitzen beginnen und die Klimaanlage voll aufdrehen müssen. Die erhöhte Temperatur veranlasst die Insassen oft dazu, sich den Sicherheitsgurt, der auch heiß ist, nicht anzuschnallen, was die Folgen eines etwaigen Unfalls noch verschlimmert.
-
Zur Lösung dieser Probleme sind schon seit einiger Zeit Paneele bekannt die man gemeinhin als „Sonnenschirme” kennt. Diese Sonnenschirme sind üblicherweise aus Karton oder einem ähnlichen Material gefertigt, manchmal sind sie mit einem die Sonnenstrahlung reflektierenden Material überzogen und lassen sich akkordeonartig zusammenfalten um im Fahrzeug möglichst wenig Platz in Anspruch zu nehmen, wenn sie nicht benötigt werden. Wenn das Fahrzeug an einem sonnigen Platz abgestellt wird, muss der Fahrzeuglenker den Sonnenschirm herausnehmen, aufspannen und hinter den Scheibenwischern einklemmen, um so zu verhindern, dass die Sonnenstrahlen direkt auf das Armaturenbrett und das Lenkrad des Fahrzeugs auftreffen. Bevor man das Auto wieder benutzen kann, muss der Schirm wieder entfernt, zusammengefaltet und häufig im Kofferraum oder in den Rücksitzen verstaut werden.
-
Diese Sonnenschirme verhindern zwar tatsächlich eine übermäßige Erwärmung des Lenkrads, des Armaturenbretts und im Allgemeinen des Fahrzeuginnenraums, es ist jedoch für den Benutzer lästig, diese herauszunehmen, aufzuspannen und anzubringen um sie danach wieder zu entfernen, zusammenzufalten und aufzubewahren. Außerdem nehmen sie im Auto einen Platz ein, der gelegentlich für das Gepäck oder für die Fahrzeuginsassen gebraucht wird. Es besteht daher immer noch der Bedarf nach einer Vorrichtung, die in der Lage ist, die übermäßige Erwärmung des Fahrzeuginnenraums zu verhindern, und gleichzeitig in kurzer Zeit leicht anzubringen ist und wenig Platz beansprucht, wenn man sie nicht benötigt.
-
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sonnenschutz für Fahrzeuge, der eine an der Front- oder Heckscheibe des Fahrzeugs einrollbare Abdeckung aufweist, zu deren Anbringung man nur an dessen freiem Ende ziehen muss um sie aufzuspannen, wobei dieses freie Ende dann an einem Befestigungselement befestigt wird. Um sie wieder einzuziehen muss man nur das freie Ende vom Befestigungselement lösen, denn eine mit einer Feder ausgestattete, zylinderförmiger Haspel zwingt den Reflektor dazu sich selbst wieder einzurollen, so dass er wieder in angemessener Weise verstaut und verborgen ist.
-
Dieser neuartige Protektor schützt das Innere des Fahrgastraums vor Sonneneinstrahlung und verringert auf diese Weise die Innentemperatur. Das kann eine Treibstoffeinsparung bedeuten, denn es ist nun nicht mehr notwendig nach dem Einsteigen ins Fahrzeug die Klimaanlage auf höchste Stufe zu schalten. Außerdem verlängert die regelmäßige Benutzung dieser Vorrichtung auch die Lebensdauer der verschiedenen Teile der Fahrzeuginnenausstattung, weil man dadurch verhindert, dass sie über einen längeren Zeitraum den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Zusätzlich können auf dem erfindungsgemäßen Protektor auch Zeichnungen und Werbung für Handelsmarken angebracht werden.
-
Die vorliegende Erfindung beschreibt daher einen Sonnenschutz, der den Durchgang direkter Sonnenstrahlung durch die Fahrzeugscheibe blockiert und folgende Elemente aufweist: eine Folienabdeckung, die den Durchgang der Sonnenstrahlung verhindert, eine Haspel um die sich die Abdeckung einrollt und ein Befestigungsmittel um die Abdeckung in ihrer aufgespannten Form zu halten. Nachstehend wird jedes dieser Elemente näher beschrieben.
-
a) Folienabdeckung
-
Im vorliegenden Dokument bezieht sich der Begriff „Scheibe” sowohl auf die Front- oder Windschutzscheibe wie auch auf die Heckscheibe des Fahrzeuges. Wie zuvor erwähnt, ist die Abdeckung in der Lage den Durchgang der Sonnenstrahlen durch die Scheibe zu verhindern und weist ein befestigtes und ein freies Ende auf. Dabei kann es sich um eine einzige Abdeckung für die gesamte Scheibe handeln. In diesem Fall hängt ihre Größe von den Ausmaßen der abzudeckenden Scheibe ab. Oder aber es handelt sich um zwei identische, parallel angeordnete Abdeckungen, eine für die Fahrerseite und eine für die Fahrgastseite, oder um zwei an gegenüberliegenden Seiten der Scheibe angeordnete Abdeckungen, wie es im Folgenden in diesem Dokument erklärt wird.
-
Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung weist die Abdeckung einen Netzvorhang auf, durch den man durchschauen kann. Auf diese Weise kann man den in der Heckscheibe integrierten Sonnenschutz sogar während des normalen Fahrbetriebs des Fahrzeuges aufgespannt lassen. Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um eine die Sonnenstrahlen reflektierende Abdeckung.
-
b) Haspel
-
Es handelt sich um ein zylinderförmiges Element, an dem das befestigte Ende der Abdeckung befestigt ist. Eine Feder bewirkt das Aufrollen der Abdeckung um das zylinderförmige Element, so dass sich die Abdeckung automatisch aufrollt, wenn sie nicht in ihrer aufgespannten Stellung festgehalten wird. Die Haspel ist in der Innenausstattung des Fahrzeuges eingebaut, weshalb bei eingerollter Folienabdeckung der gesamte Mechanismus verborgen bleibt.
-
c) Befestigungsmittel
-
Das Befestigungsmittel ist so gestaltet, dass es mit dem freien Ende der Folienabdeckung verbunden werden kann, zum Beispiel mittels Klettverschluss oder Haken. Je nach der konkreten Ausgestaltung, kann das Befestigungsmittel an einer geeigneten Stelle der Innenauskleidung des Fahrzeuges oder aber am freien Ende der Folienabdeckung selbst angebracht sein.
-
Somit ist in einer ersten eingezogenen Position die Abdeckung um die Haspel aufgerollt, wobei sowohl die Haspel wie auch die Abdeckung im Inneren der Innenauskleidung des Fahrzeuges verborgen bleiben. Somit ist es nicht mehr notwendig einen Platz zum Aufbewahren des Sonnenschutzes zu suchen, wenn dieser nicht verwendet wird. In einer zweiten aufgespannten Position ist die Abdeckung ausgerollt und das freie Ende ist mit dem in Bezug auf die Scheibe gegenüber der Haspel angeordneten Befestigungsmittel verbunden, so dass sie parallel zu dieser Scheibe aufgespannt ist, um den Durchtritt direkter Strahlung zu verhindern. Der Übergang von der eingezogenen zur aufgespannten Position und umgekehrt erfolgt außerordentlich rasch, was dem Fahrzeuglenker lästigen Zeitverlust erspart: zum Aufspannen des Protektors muss man nur am freien Ende der Abdeckung ziehen und dieses am Befestigungsmittel befestigen, und zum Einziehen muss man nur das freie Ende vom Befestigungsmittel lösen. Eine weitere besondere Ausführungsform der Erfindung umfasst ein mit seitlichen Führungen ausgestattetes automatisches Betätigungsmittel, mit dem man die Abdeckung automatisch aufspannen/einziehen kann anstatt es von Hand zu machen.
-
Es gibt grundsätzlich drei Ausgestaltungen für den erfindungsgemäßen Sonnenschutz, je nach dem wo sich die Haspel und das Befestigungsmittel befinden:
- – In einer ersten Ausgestaltung ist die Haspel in der Innenauskleidung unterhalb der Scheibe eingebaut und das Befestigungsmittel oberhalb der Scheibe.
- – In einer zweiten Ausgestaltung ist die Haspel in der Innenauskleidung oberhalb der Scheibe eingebaut und das Befestigungsmittel unterhalb der Scheibe.
- – In einer dritten Ausgestaltung ist die Haspel seitlich von der Scheibe eingebaut und das Befestigungsmittel auf der gegenüberliegenden Seite der Scheibe.
-
Wie bereits zuvor erwähnt wird auch eine vierte Ausgestaltungsform des Sonnenschutzes beschrieben, die zwei Abdeckungen umfasst: eine erste Abdeckung, die um eine erste seitlich von der Scheibe eingebaute Haspel aufgerollt ist, und eine zweite Abdeckung, die um eine zweite auf der gegenüberliegenden Seite der Scheibe angeordnete Haspel aufgerollt ist. Das freie Ende jeder Abdeckung ist mit je einem Befestigungsmittel versehen, die einander ergänzen. Zum Aufspannen des Sonnenschutzes muss man daher nur an den freien Enden der Abdeckungen ziehen und diese in der Mitte der Scheibe mittels der Befestigungsmittel miteinander verbinden. Wenn man den Sonnenschutz entfernen möchte, muss man nur die Befestigungsmittel lösen, damit sich beide Abdeckungen um die jeweiligen Haspeln aufrollen können.
-
KURZE BESCHREIBUNG DER ABBILDUNGEN
-
1 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Protektors für eine Frontscheibe, bei der die Haspel im Verdeck des Fahrzeuges eingebaut ist.
-
2a und 2b zeigen schematisch eine Schnittansicht bzw. eine perspektivische Ansicht einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Protektors für eine Frontscheibe, bei der die Haspel im Inneren des Armaturenbretts eingebaut ist.
-
3a und 3b zeigen eine schematische Schnittansicht bzw. eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der Erfindung für eine Frontscheibe, bei der in den Seitenstreben eingebaute Haspeln verwendet werden.
-
4 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, bei der die Haspel und die Befestigungsmittel mit einem Haftmittel ausgestattet sind.
-
BEVORZUGTE AUSFÜHRUNGSFORM DER ERFINDUNG
-
Nachstehend werden einige Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
-
1 zeigt einen Sonnenschutz (1) in seiner aufgespannten Stellung, wobei die Haspel (4) oberhalb der Scheibe (2) verborgen ist, genauer gesagt im Oberdeck des Fahrzeuges. Aus der Zeichnung ist ersichtlich, dass bei aufgespannter Abdeckung (3) das befestigte Ende (3a) derselben an dieser Haspel (4) befestigt ist, während das freie Ende (3b) an einem unterhalb der Scheibe (2) im Armaturenbrett angebrachten Befestigungsmittel (5) befestigt bzw. damit verbunden ist. Die Haspel (4) umfasst, obwohl dies in der Zeichnung nicht ersichtlich ist, eine Feder, welche das Drehen der Haspel (4) bewirkt um die Abdeckung (3) aufzurollen. Somit ist die Abdeckung (3) in ihrer eingezogenen Stellung um die Haspel (4) aufgerollt. Um sie aufzuspannen, muss der Fahrzeuglenker nur an dessen freiem Ende (3b) ziehen und dieses am Befestigungsmittel (5) festmachen. Um die Abdeckung wieder einzuziehen muss man nur deren freies Ende (3b) vom Befestigungsmittel (5) lösen, damit sie durch die Federwirkung wieder um die Haspel (4) aufgerollt wird.
-
In ähnlicher Weise wird in 2a ein Sonnenschutz (1) in seiner aufgespannten Stellung gezeigt, wobei die Haspel (4) im Armaturenbrett verborgen ist, während sich das Befestigungsmittel (5) oberhalb der Frontscheibe (2), genauer gesagt im Oberdeck des Fahrzeugs befindet. 2b zeigt diesen Sonnenschutz (1) in einer perspektivischen Ansicht, aus der ersichtlich ist, wie in diesem Beispiel der Protektor aus zwei Abdeckungen (3) besteht, die parallel zueinander angeordnet sind und unabhängig voneinander aufgespannt und eingezogen werden können. Damit erhält man den zusätzlichen Vorteil, dass beispielsweise die Abdeckung (3) am Beifahrersitz aufgespannt und die beim Sitz des Fahrzeuglenkers eingezogen ist, damit dieser das Fahrzeug lenken kann.
-
3a zeigt andererseits eine Ausführungsform der Erfindung, bei der zwei Abdeckungen (3) verwendet werden: eine erste Abdeckung (3) kann um eine erste in der rechten Seitenstrebe der Frontscheibe (2) des Fahrzeuges eingebaute Haspel (4) aufgerollt werden, während eine zweite Abdeckung (3) um eine zweite in der linken Seitenstrebe der Frontscheibe (2) eingebaute Haspel (4) aufgerollt werden kann. Beide Abdeckungen (3) besitzen an ihren freien Enden (3a) einander ergänzende Befestigungsmittel. Wenn der Nutzer diesen Sonnenschutz (1) aufspannen möchte, muss er nur an den freien Enden (3b) beider Abdeckungen (3) ziehen, bis diese in der Mitte der Scheibe (2) aufeinander treffen und sie mit den Befestigungsmitteln (5) miteinander verbinden. 3b zeigt einen Querschnitt durch die erste Haspel (4) und die erste Abdeckung (3) wo genauer zu erkennen ist, wie diese in der rechten Seitenstrebe des Fahrzeuges eingebaut sind.
-
Der in den 1–3 beschriebene neuartige Sonnenschutz (1) kann direkt von den Automobilunternehmen hergestellt werden oder aber Teil der von den Lieferanten bereitgestellten Innenverkleidung sein. Um den nachträglichen Einbau dieses neuartigen Sonnenschutzes (1) in die Scheibe (2) eines Fahrzeuges nach dessen Herstellung zu ermöglichen, ist in 4 außerdem ein Sonnenschutz (1) dargestellt, dessen Haspeln (4) und Befestigungsmitteln (5) mit Haftmitteln ausgestattet sind. Damit kann diese Ausführungsform in jeder Reparaturwerkstatt oder sogar vom Besitzer des Fahrzeuges selbst auf rasche und einfache Weise eingebaut werden. 4 zeigt die Haspel (4) und die Befestigungsmittel (5), die auf der Innenseite der Scheibe (2) selbst festgemacht sind.
-
Wenngleich die Abbildungen Beispiele von Protektoren für die Front- bzw. Windschutzscheibe (2) zeigen, so sind die für die Heckscheibe des Fahrzeuges letztlich genauso ausgestaltet. So können die Haspeln beispielsweise im Inneren des Verdecks, in den hinteren Ablagen oder den jeweiligen Seitenstreben untergebracht sein.