DE2014518C3 - Verfahren und Vorrichtung zur Bearbeitung von Getreidekörnern für Futterzwecke - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Bearbeitung von Getreidekörnern für FutterzweckeInfo
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Description
30
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schälen von Getreidekörnern unter Befeuchtung der Körner und
Entfernen der Spelzen ohne Aufbrechen derselben und ohne Mehlerzeugung. Bisher war es üblich, das
entspelzte Getreide in trockener Form zu verfüttern bzw. in diesem getrockneten Zustand mit anderen
Futtermitteln vermischt, den Tieren zu verabreichen. Wegen des hohen Anteils von Kohlenhydraten in den
Getreidekörnern kann mit deren Verfütterung eine schnelle Gewichtszunahme erreicht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Futtermittel aus Getreidekörnern zu schaffen, das dem
Tier einen erhöhten Anreiz zum Fressen gibt und damit die Gewichtszunahme steigert, und darüberhinaus auch
noch einen besseren Ausnutzungsgrad als bisherige Fultergetreidekörner hat.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei dem eingangs genannten Verfahren dadurch gelöst, daß zum
Zwecke der Futterherstellung die äußere Befeuchtung durch hohe Relativgeschwindigkeit zwischen einem
Wasserstrahl und den Körnern unter gleichmäßiger Verteilung bewirkt wird, daß dieser erste Befeuchtungsvorgang während einer Zeitdauer von 5 Minuten
durchgeführt wird, dann die Spelzen ohne Aufbrechen und Mehlerzeugung entfernt werden und hierauf die
Körner zusammen mit den Spelzen einem weiteren Befeuchtungsvorgang von 3 bis 8 Minuten Dauer
ausgesetzt werden.
Es hat sich gezeigt, daß die Fütterung von Vieh mit erweichten Körnern eine schnellere Verdauung und
Ausnutzung des Futters bewirkt.
Bisher ging die Fachwelt von der Annahme aus, daß ein Einquellen oder Kochen von Gelreidekörnern die
Ausnutzung und Verwertung nicht verbessert. So wird in dem »Handbuch der Futtermittel« zweiter Band 1965,
Seite 125, über Versuche berichtet, aus denen sich ergab,
daß die Verwertung nicht geändert wurde und die Verdaulichkeit sogar vermindert wurde. Der Erfindung
liegt die Erkenntnis zugrunde, daß entgegen diesen Vorurteilen der Fachwelt eine Befeuchtung sehr wohl
zu dem angestrebten Erfolg führen kann, wenn sie in einer speziellen Weise und nur bis zu einem bestimmten
Feuchtigkeitsgehalt, durchgeführt wird.
Es ist zwar durch die DT-PS 6 48 247 bereits bekannt,
geschälten Malz einer Vorbehandlung mit Wasser zu unterziehen, jedoch ist dies insofern nicht vergleichbar,
als es sich hier um ein Verfahren zum Herstellen heller Biere handelt
Auch die FR-PS 9 27 124 zeigt ein Verfahren zur Getreidebehandlung, wobei ebenfalls eine Durchnässung
angewandt wird. Hierbei handelt es sich aber allein um ein Verfahren zum Schälen von Korn, während über
die Weiterverarbeitung nichts ausgesagt ist.
Das erfindungsgemäß hergestellte Getreide kann unter hermetischer Abdichtung gelagert werden, wobei
durch einen Gärprozeß die Wirkung noch erhöht wird, wenn dafür gesorgt wird, daß eine alkoholische Gärung
nicht stattfindet.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zur Lösung der gestellten Aufgabe zweckmäßigerweise
eine Vorrichtung benutzt, die dadurch gekennzeichnet, ist, daß einem Zentrifugalbefeuchter
eine Förderschnecke nachgeschaltet ist, an derem Austragsende der Einlaß einer Abreinigungsmaschine
angeschlossen ist, und daß an die Austragsöffnungen der Abreinigungsmaschine für Körner bzw. Spelzen eine
weitere Schneckenfördervorrichtung anschließt, die mit einer Befeuchtungseinrichtung versehen ist.
Nachstehend wird die Erfindung anhand einer in der Zeichnung dargestellten Vorrichtung veranschaulicht.
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anlage.
Die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehene Anlage besteht aus dem
Zentrifugalbefeuchter 10. an dessen Ausgang eine horizontale Förderschnecke 12 anschließt, der die
Getreidereinigungsvorrichtung 14 zur Durchführung der zweiten Verfahrensstufe nachgeschaltet ist. An den
Ausgang dieser Stufe 14 schließt eine zweistufige Fördervorrichtung 16, 18 an, in der das Gut einer
weiteren Feuchtigkeilsbehandlung unterzogen wird.
Der Vorrichtung 10 wird über den Einlaß 20 in dosierter Form Getreide zugeführt, während dem
Einlaß 22 Wasser zugeführt wird, das in Gestalt von Hochdruckwasserstrahlen, in verstäubter Gestalt oder
als Dampf in die Vorrichtung eingeführt wird, wobei die Vorrichtung so beschaffen ist, daß hier eine innige
Durchmischung und Benetzung stattfinden kann. In mehreren Zentrifugalstufen erfolgt eine Benetzung der
Getreidekörner, wobei die Hülse bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 3 % befeuchtet wird. Überschüssiges
Wasser wird durch Zentrifugalwirkung ausgeschieden. Gleichzeitig werden durch die Vorrichtung
10 Zusammenballungen zerkleinert und das in der Schale angefeuchtete Gut gelangt in gut fließfähiger
Gestalt nach dem Austragsende, von wo es über ein Zwischenstück 24 dem Einlauf des Schneckenförderers
12 zugeführt wird; dessen Auslaß ist mit dem Einlaß der Vorrichtung 14 verbunden. Diese Vorrichtung 14 ist
dadurch bestimmt, daß eine Trommel unter Belastung eines einstellbaren axialen Ringspaltes zwischen der
Stirnseite der Trommel und einer Gehäuseringfläche an der Aufgabeseite des Gutes und eines zylindrischen
Ringspaltes am Umfang der Trommel im Gehäuse drehbar gelagert ist und daß die Gutaufgabeöffnung
nach einem die Welle umgebenden Ringraum am radial
inneren Einlaufende des Ringspaltes führt. In dieser
Vorrichtung wird der Schälvorgang durchgeführt.
Aus der Vorrichtung 14 gelangen die abgereinigten Körner, ohne aufgebrochen zu sein und ohne Mehlerzeugung
in die Förderschnecke 16. In diesem Zustand ist eine Wasseraufnahme leicht möglich und es wird
innerhalb der Förderschnecke über eine Wasserzuführung 26 Wasser zugeführt. Ober ein Zwischenstück 28
gelangt das Gut von dem Austragsende der Förderschnecke 16 nach dem Eingangsende der Förderschnekke
18, wo eine weitere Befeuchtung stattfinden kann. Am Auslaß 30 wird das fertige Futter entnommen.
Das gesamte Verfahren kann innerhalb einer Zeitdauer von wenigen Minuten abgeschlossen sein,
wobei für die erste Befeuchtung der äußeren Hülsen 5 Minuten anzusetzen sind und für die abschließende
Befeuchtung 3 bis 8 Minuten. Das aus dem Auslaß 30 geförderte Gut kann sofort verfüttert werden oder in
entsprechender Weise gespeichert werden.
In der Fördervorrichtung 12 zwischen Zentrifugalbefeuchter 10 und Abreinigungsmaschine 14 erfolgt
nochmals eine gründliche Durchmischung des befeuchteten Gutes, wodurch auch auf diesem Wege ein
Zusammenbacken von Teilen verhindert wird. Auch in der der Abreinigungsmaschine 14 nachgeschalteten
Fördervorrichtung erfolgt während der Befeuchtung und Aufsaugen von Wasser durch die Körner eine
nochmalige günstige Durchmischung, so daß ein völlig gleichförmiges Ausgangsprodukt gleichbleibender Qualität
gewährleistet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum Schälen von Getreidekörnern unter Befeuchtung der Körner und Entfernen der
Spelzen ohne Aufbrechen derselben und ohne Mehlerzeugung, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Zwecke der Futterherstellung die äußere Befeuchtung durch hohe Relativgeschwindigkeit
zwischen einem Wasserstrahl und den Körnern unter gleichmäßiger Verteilung bewirkt wird, daß
dieser erste Befeuchtungsvorgang während einer Zeitdauer von 5 Minuten durchgeführt wird, dann
die Spelzen ohne Aufbrechen und Mehierzeugung entfernt werden und hierauf die Körner zusammen
mit den Spelzen einem weiteren Befeuchtungsvorgang von 3 bis 8 Minuten Dauer ausgesetzt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
einem Zentrifugalbefeuchter (10) eine Förderschnecke (12) nachgeschaltet ist, an derem Austragsende
der Einlaß einer Abreinigungsmaschine (14) angeschlossen ist, und daß an die Austragsöffnungen
der Abreinigungsmaschine (14) für Körner bzw. Spelzen eine weitere Schneckenfördervorrichtung
(16, 18) anschließt, die mit einer Befeuchtungseinrichtung
(26) versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702014518 DE2014518C3 (de) | 1970-03-25 | Verfahren und Vorrichtung zur Bearbeitung von Getreidekörnern für Futterzwecke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702014518 DE2014518C3 (de) | 1970-03-25 | Verfahren und Vorrichtung zur Bearbeitung von Getreidekörnern für Futterzwecke |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2014518A1 DE2014518A1 (en) | 1971-10-14 |
| DE2014518B2 DE2014518B2 (de) | 1976-06-10 |
| DE2014518C3 true DE2014518C3 (de) | 1977-01-27 |
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