DE1929860C2 - Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen BrausepräparatesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates für Sterilisierungszwecke
in Tablettenform, das eine im Kontakt mit Wasser oder wäßrigen Medien Chlor abgebende Chlorverbindungen
zusammen mit einem Aikalimetallbicarbonat und AJipinsäure oder einem Salz davon enthält,
durch Verpressen eines puiverförmigen Gemischs. das die Chlorverbindung, das Aikalimetallbicarbonat und
die Adipinsäure oder eines ihrer Salze enthält.
Ein derartiges Verfahren ist aus der GB-PS 10 54 243
bekannt. Die nach dem bekannten Verfahren hergestellten Tabletten bestehen aus einem Kern, der aus der
Chlorverbindung, nämlich U-Dichlor-S.S-dimethylhydantoin,
dem Alkalimetallbicarbonat. nämlich Natriumcarbonat, und Adipinsäure aufgebaut ist und der in
ein Brausemittel in Form eines den Kern umhüllenden Überzugs eingehüllt ist. wobei der Überzug aus Natriumbicarbonat.
Adipinsäure, Gummiarabikum als Bindemiüei sowie Stearinsäure als Gleitmittel besteht. Von
dem inneren Kern dieser bekannten Tabletten heißt es. er bestehe aus »trockenem Pulver« der angegebenen
Zusammensetzung. Allerdings ist nicht beschrieben und nicht ersichtlich, wie es möglich sein soll, den aus unterschiedlichen
Pulverzusammensetzungen hergestellten inneren Kern und den diesen umhüllenden Überzug
gleichzeitig so zu einer Tablette zu verpressen, daß der innere Kern pulverförmig bleibt und nur der äußere
Überzug die Konsistenz eines Festkörpers aufweist. Jedenfalls wird bei dem bekannten Verfahren, soweit es
auf die Herstellung eines Brausepräparates in Tablettenform gerichtet ist, dem puiverförmigen Gemisch
stets ein zusätzliches Gleitmittel in Form von Stearinsäure oder Magnesiumstearat zugegeben, um die Bildung
einer Tablette überhaupt erst zu ermöglichen (vgl. a.a.O., S. 1,Z. 55).
Der Zusatz eines besonderen Gleitmittels zu einem zu Tabletten zu verpressenden Pulvergemisch ist bisher
ganz allgemein jedenfalls dann für unabdingbar gehalten worden, wenn die Tabletten nicht einzeln mit einer
Handpresse, sondern mit automatischen Pressen bzw. Tabiettiermaschinen hergestellt werden sollen. Dieses
grundsätzlich für notwendig gehaltene besondere Gleitmittel dient der Verbesserung der Fließeigenschaften
des puiverförmigen oder granulierten Ausgangsmaterials, der Vermeidung des Klebens der Tablettenmasse an
den Oberflächen der Stempel und an der Matrizenwand sowie der Herabsetzung der interpartikularen Reibung
und Erleichterung des Ausstoßens der Tablette aus der Matrize (vgl. W. A. Ritschel, »Die Tablette«, Editio Cantor
KG. Aulendorf, 1966, S. 119). Magnesiumstearat und
Stearinsäure gehören zu den bekanntesten Gleitmitteln, die alle diese Funktionen eines Fließregulierungsmittels,
Schmiermittels und Formentrennmittels erfüllen (vgl. W. A. Ritschel. a.a.O, S. 125. Tabelle 20).
Aus der GB-PS 9 55 897 ist ebenfalls ein Verfahren der eingangs genannten Gattung bekannt, wöbe·, allerdings
Adipinsäure und deren Salze durch andere feste organische Carbonsäuren wie Weinsäure, Zitronensäure
oder Gluconsäure ersetzt sind. Als Chlorverbindung wird bei diesem Verfahren a. a. Natriiütidichiorisocyanurat
verwendet. Es wird jedoch wiederum ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es, um Tabletten mit optimalen
physikalischen Eigenschaften herzustellen, notwendig ist, dem puiverförmigen Gemisch der Ausgangsstoffe
ein Bindemittel und ein Gleitmittel zuzusetzen (vgl.a.a.O,S. l.Z.60-65).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrur.de, das Verfahren
der eingangs genannten Gattung zu vereinfachen und damit wirtschaftlicher zu gestalten und gleichzeitig
so zu verbessern, daß beim Auflösen der nach diesem Verfahren hergestellten Tabletten in Wasser
kein wasserunlöslicher Film entsteht und keine Schaumbildung auftritt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das pulverförmige Gemisch ohne Verwendung eines zusätzlichen Gleitmittels in einer automatischen Presse zu Tabletten verpreßt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das pulverförmige Gemisch ohne Verwendung eines zusätzlichen Gleitmittels in einer automatischen Presse zu Tabletten verpreßt wird.
Es hat sich nämlich überraschenderweise gezeigt, daß Adipinsäure und deren Salze, obschon ihre Verwendung
zusammen mit Natriumbicarbonat als Sprengmittel für Brausetabletten bekannt war (vgl. W. A. Ritschel, a.a.O,
S. 115). nicht nur die Funktion einer pharmakologisch
verträglichen Carbonsäure, die für die Freisetzung von CO2 aus Bicarbonaten notwendig ist, sondern gleichzeitig
auch die Funktion eines Gleitmittels ausübt, so daß die bisher für unabdingbar notwendig gehaltene Verwendung
eines zusätzlichen Gleitmittels überflüssig ist. Da die Adipinsäure und ihre Salze wasserlöslich sind,
bildet sich bei der Auflösung der erfindungsgemäß hergestellten Tabletten in Wasser weder ein unlöslicher
Fettfilm noch Schaum, im Gegensatz zu den nach bekannten Verfahren hergestellten Tabletten, bei denen
Stearinsäure oder Magnesiumstearat als zusätzliches Gleitmittel verwendet wurden. Dies war für den Fachmann
auf dem Gebiet der Tablettenherstellung schon deshalb völlig überraschend, weil die Verwendung von
Adipinsäure bei der Herstellung von Brausetabletten bereits bekannt war. beispielsweise aus der GB-PS
10 54 243, aber auch aus dem mehrfach erwähnten Buch
von W. A. Ritschel, gleichwohl aber die aligemeine Überzeugung herrschte, daß trotz der Verwendung von
Adipinsäure ein zusätliches Gleitmittel wie Stearinsäure oder Magnesiumstearat zum Pressen von Tabletten erforderlich
sei. Die erfindungsgemäße Lehre stellt eine Überwindung dieses offensichtlichen Vorurteils dar.
Als Chlorverbindung wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise Natriumdichlorisocyanurat
verwendet, und zwar vorzugsweise in einer solchen
Menge, daß jede fertige Tablette beim Auflösen in zwei Liter Wasser 150 ppm verfügbares Chlor ergibt.
Die Verwendung von Adipinsäure ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens auch deshalb vorteilhaft,
weil sie nicht hygroskopisch ist und ein zum Pressen geeignetes Kristallgefüge hat, wodurch das Schmieren
in den Formen während des Pressens des Pulvers zu Tabletten vermieden wird Schließlich ist Adipinsäure
ohne weiteres im Handel zu haben, denn sie wird in großem Maßstab zur Herstellung von Kunstfasern verwendet.
Deshalb, und weil sich der Zusatz eines besonderen Gleitmittels erfindungsgemäß erübrigt, lassen
sich die Tabletten unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders wirtschaftlich herstellen.
Die Erfindung wird anhand des nachfolgenden Beispiels weiter erläutert:
Zunächst wird durch Benetzen von Natriumbicarbonat mit Wasser und Durchpassieren des feuchten Feststoffes
durch ein Standard-Maschensieb mit einer lichten Maschenweite von 1,06 mm körniges Natriumbicarbonat
gebildet. Das so erhaltene feuchte Granulat wird in einem Ofen getrocknet, und die d/bei erhaltenen
Körner werden durch ein Standardsieb mit einer lichten Maschen weite von i,06mm getrieben. Anschließend
wird das Feingut durch Sieben auf einem Standardsieb mit einer lichten Maschenweite von OJ17 mm abgetrennt.
Das von Feingut befreite Granulat w^d dann mit Natriumdichlorisocyanurat
und Adipinsäure vermischt. Die Zusammensetzung des zu koraprirr jrenden Pulvers
ist beispielsweise die folgende:
35
Natriumdiehlorisocyanurat 30 Gew.%
Adipinsäure (gesiebt durch
Standardsieb mit lichter
Standardsieb mit lichter
Maschen weite von 0317 mm) 323 Gew.%
Körniges Natriumbicarbonat 37,5 Gew.%
Das Pulver wird 15 Minuten lang trocken gemischt und durch direkte Komprimierung auf einer Tablettenpresse
zu Tabletten geformt.
Die so hergestellten Tabletten besitzen ein gutes Aufbrausungsvermögen,
bilden eine klare Lösung und sind unter normalen atmosphärischen Bedingungen stabil.
Das Pulvergemisch läßt sich besonders einfach, ohne Verwendung eines zusätzlichen Gleitmittels, zu Tabletten
verpressen. J0 H Die Anteile an Natriumdichlorisocyanurat können in
j| Anpassung an den jeweiligen Verwendungszweck geän-
$ dert werden.
Γ Das erfindungsgemäß hergestellte Brausepräparat
j|; gewährleistet eine gleichmäßige Dosierung des aktiven
Ij Materials und erfordert kein Rühren mehr, weil sich das
s'i Material während des Aufbrausens löst. In warmem
i;'j Wasser lösen sich die Tabletten besonders leicht
|} Die Verwendung eines Gleitmittels hat sich dann als ,; notwendig erwiesen, wenn die Tablette durch Pressen
;ir von Hand hergestellt wird; das Gleitmittel kann jedoch
j weggelassen werden, wenn die Tablette in einer mit einem automatischen Trichter beschickten Presse gebildet
wird.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates für Sterilisationszwecke in Tablettenform,
das eine im Kontakt mit Wasser oder wäßrigen Medien Chlor abgebende Chlorverbindung zusammen
mit einem Alkalimetallb-carbonat und Adipinsäure oder einem Salz davon enthält, durch
Verpressen eines pulverförmiger! Gemischs, das die Chlorverbindung, das Aikalimetallbicarbonat und
die Adipinsäure oder eines ihrer Salze enthält, d a durch gekennzeichnet, daß das pulverförmige
Gemisch ohne Verwendung eines zusätzlichen Gleitmittels in einer automatischen Presse zu Tabletten
verpreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Chlorverbindung Natriumdichlorisocyanurat verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Natriumdichlorisocyanurai in einer
solchen Menge verwendet wird, daß jede fertige Tablette beim Auflösen in 2 Liter Wasser 150 ppm verfügbares
Chlor ergibt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691929860 DE1929860C2 (de) | 1969-06-12 | 1969-06-12 | Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691929860 DE1929860C2 (de) | 1969-06-12 | 1969-06-12 | Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1929860A1 DE1929860A1 (de) | 1970-12-23 |
| DE1929860C2 true DE1929860C2 (de) | 1985-05-09 |
Family
ID=5736793
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19691929860 Expired DE1929860C2 (de) | 1969-06-12 | 1969-06-12 | Verfahren zur Herstellung eines chlorhaltigen Brausepräparates |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1929860C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0293705A3 (de) * | 1987-05-27 | 1989-10-18 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Kurzzeitkonservierung von Rohhäuten und Fellen |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4347235A (en) * | 1981-09-03 | 1982-08-31 | Miles Laboratories, Inc. | Water-soluble tablet |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB1054243A (de) * | 1900-01-01 | |||
| GB955897A (en) * | 1962-02-14 | 1964-04-22 | Unilever Ltd | Sterilising compositions |
-
1969
- 1969-06-12 DE DE19691929860 patent/DE1929860C2/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0293705A3 (de) * | 1987-05-27 | 1989-10-18 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Kurzzeitkonservierung von Rohhäuten und Fellen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1929860A1 (de) | 1970-12-23 |
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Legal Events
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