DE19955504C2 - Randspalt-Dichtung - Google Patents
Randspalt-DichtungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dichtung zur Abdichtung eines Randspalts
zwischen zwei Fahrzeugkarosserieteilen, insbesondere zwischen dem Rand eines in eine
Dachöffnung eingesetzten Deckels und dem feststehenden Dach, wobei die Dichtung einen
Grundkörper, der mit einem der Fahrzeugkarosserieteile fest verbunden ist und eine seitlich
vom Grundkörper unter Festlegung einer Dichtungsnut vorstehende Dichtlippe zur Anlage
am anderen Fahrzeugkarosserieteil aufweist, in der integral mit der Dichtlippe und dem
Grundkörper gebildete, in Dichtungsnut-Längsrichtung beabstandete Stützstege
vorgesehen sind.
Eine derartige Randspalt-Dichtung mit nach unten offenem Dichtungsprofil und
gegenseitig beabstandeten Versteifungsstegen ist beispielsweise aus der EP 0 435 685 B1
bekannt. Die in dieser Druckschrift erläuterte Erfindung geht von einer in Rede stehenden
Dichtung mit Stützstegen bzw. Versteifungsstegen aus, die in der Dichtungsnut senkrecht
zum Dichtungsgrundkörper und zur Dichtungslippe verlaufen. Wenn in diese
Stützstegstruktur eine Drucklast parallel zu den Stützstegen eingeleitet wird, ist
insbesondere bei Temperatureinwirkung mit einer hohen Reaktionskraft durch die
Stützstege zu rechnen, die ggf. problematisch sein kann, wenn die beiden
Fahrzeugkarosserieteile in Anlage miteinander gebracht werden sollen. Aus diesem Grund
ist in dieser Druckschrift vorgeschlagen, die Stützstege schräg verlaufend anzuordnen,
wodurch die Reaktionskraft bei der vorstehend genannten Belastung verringert wird.
Sowohl der vertikale gestreckte Verlauf der Stützstege wie der schräge Verlauf der
Stützstege haben jedoch den Nachteil, dass zumindest lokal die Gefahr besteht, dass die
Stützstege bei Lasteinleitung gestaucht werden, was zur Folge hat, dass die durch die
Stützstege versteifte Lippe nicht glatt an dem jeweiligen Fahrzeugkarosserieteil anliegt und
damit nicht die erforderliche Dichtigkeit gewährleistet.
Angesichts dieses Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine in Rede stehende Randspalt-Dichtung zu schaffen, die eine einwandfreie
Dichtfunktion der Dichtlippe auch dann gewährleistet, wenn diese lokal stärker belastet
wird.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der Erfindung liegt damit der Gedanke zugrunde, die Stützstegstruktur nachgiebig derart
auszubilden, daß auch bei übermäßiger Belastung der Dichtlippe bzw. der Stützstege
gewährleistet ist, dass die Dichtlippe ihre Dichtfunktion erfüllt.
Allgemein gesagt, sind die Stützstege so gebildet, dass sie durch die Belastung auftretende
Verformungskräfte aufnehmen und für eine glatte bzw. satte Anlage der Dichtlippe am
jeweiligen Fahrzeugkarosserieteil sorgen.
Im einzelnen sieht die Erfindung eine Sollknickstelle für jeden Stützsteg vor, die bei
Einleitung einer übermäßigen Kraft in die Dichtlippe zu einem definierten Kollabieren des
jeweiligen Stützstegs führt, so dass dieser stauchungsfrei einknickt. Damit wird vermieden,
daß die beim Stand der Technik festzustellenden Verformungen der Dichtlippe auftreten,
die daraus herrühren, dass die Stützstege bei übermäßiger Belastung gestaucht werden,
wodurch die Außenkontur der Dichtlippe entsprechend unregelmäßig verläuft und deren
Dichtfunktion nicht mehr gewährleistet ist.
Das gezielte Einknicken der Stützstege gemäß der Erfindung bei Überschreiten einer
vorgegebenen Last kann in unterschiedlicher Weise realisiert werden. Gemäß einer
vorteilhaften Ausbildung ist hierzu vorgesehen, dass die Stützstege gepfeilt bzw. V-förmig
gebildet sind, wobei die Sollknickstelle, die für ein gezieltes Kollabieren des Stützstegs
sorgt, zwischen den beiden Schenkeln der V-förmigen Stützstege in der V-Spitze liegt.
Alternativ hierzu ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass die Stützstege allgemein
parabelförmig gebildet sind, wobei die Sollknickstelle im Grund der Parabel liegt.
Die Sollknickstelle an sich kann durch eine lokale Materialschwächung der Stützstege
gefördert oder sogar erzielt werden. Die zuletzt genannte Wirkung, eine Erzielung der
Sollknickstelle durch lokale Materialschwächung, erlaubt auch die Verwendung von
Stützstegen, die wie beim Stand der Technik gestreckt zwischen Dichtlippe und
Dichtungsgrundkörper verlaufen, wobei auch dieser Stützstegverlauf ein stauchungsfreies
Kollabieren des Stützstegs gewährleistet.
Die in Rede stehende Randspalt-Dichtung kann beispielsweise eine Gummidichtung sein.
Sie kann aber auch in Gestalt eines an einem Fahrzeugkarosserieteil angeschäumten
Kunststoffteils gebildet sein, beispielsweise in Gestalt eines Polyurethanelements, wie es
beispielsweise als Randspalt-Dichtung bei in einer Dachöffnung eingesetzten Deckeln zum
Einsatz kommt, die typischerweise als Glasdeckel gebildet sind.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert;
es zeigen:
Fig. 1 schematisch im Querschnitt den Randabschnitt eines Glasdeckels zum
Verschließen einer Fahrzeugdachöffnung mit aus Polyurethan
angeformter Dichtung, die mit Stützstegen versehen ist,
Fig. 2 in Schnittdarstellung eine erste Ausführungsform der Stützstege der
Dichtung von Fig. 1, und
Fig. 3 eine zweite Ausführungsform der Stützstege der
Dichtung von Fig. 1.
In Fig. 1 ist ein Deckel, der zum Einsatz in der Dachöffnung eines Fahrzeugdachs
bestimmt ist, allgemein mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet. Dieser Deckel 10 besteht in an
sich bekannter Weise aus einer Glasplatte 11, die alternativ auch als durchscheinende
Kunststoffplatte gebildet sein kann. Am Rand der Glasplatte 11 ist umlaufend ein Rahmen
12 aus Polyurethan angespritzt, in den eine Stützstruktur aus einem Metallprofilblech 13
auf der Unterseite des Rands der Glasplatte 11 eingebettet ist. Außen vom Rand der
Glasplatte 11 vorstehend ist der Polyurethanrahmen als Dichtung gebildet, die allgemein
mit der Bezugsziffer 14 bezeichnet ist. Diese Dichtung 14 dient als Randspalt-Dichtung
zwischen dem Rand des Glasdeckels 11 und dem angrenzenden Fahrzeugkarosserieteil,
d. h., der festen Dachhaut (nicht gezeigt).
Die Dichtung 14 besteht aus einem Grundkörper 15, der sich unmittelbar an den
Außenrand der Glasplatte 11 anschließt und durch Anspritzen fest mit diesem verbunden
ist, und einer außen liegenden Dichtlippe 16, die sich ausgehend vom Grundkörper 15
abwärts erstreckt und mit diesem eine Dichtungsnut 17 festlegt, die es der Dichtlippe 16
erlaubt, aufgrund ihrer Elastizität einwärts zum Dichtungsgrundkörper 15 sich zu
verformen. Um diese Verformung gezielt zu steuern und damit die Dichtungsfunktion der
Dichtlippe 16 sicherzustellen, sind in der Dichtungsnut 17 voneinander beabstandete
Stützstege 18 angeordnet, deren Gestalt in Fig. 2 und 3 näher gezeigt ist. Die Stützstege 18
sind einstückig mit der Dichtlippe 16 und dem Dichtungsgrundkörper 15 gebildet und
haben in der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform eine gerade verlaufende Unterkante in
etwa parallel zur Glasplatte 11. Diese rippenartigen Stützstege 18 lassen sich in der
gewünschten Kontur im Schäumwerkzeug ohne Einsatz eines Schiebers ausbilden, mit
welchem der Rahmen 12 und damit die Dichtung 14 integral am Rand der Glasplatte 11
ausgebildet wird.
Um zu gewährleisten, dass die Dichtlippe 16 bei Anlage an der festen Dachhaut des
Fahrzeugs, d. h. bei einer Belastung in Richtung des Pfeils A in Fig. 1 ihre
Dichtungsfunktion aufgrund ihrer glatten und gleichmäßigen Anlage an der festen
Dachhaut stets beibehält, sind die Stützstege 18 mit einer speziellen Gestalt versehen, die
in Fig. 2 und 3 gezeigt ist.
Wie in Fig. 2 gezeigt, sind die voneinander beabstandeten Stützstege 18, 18' bei Draufsicht
in der Darstellung von Fig. 1 mit gepfeiltem Profil bzw. V-förmig gebildet und besitzen
dadurch eine Sollknickstelle zwischen den beiden Schenkeln der V-förmigen Stützstege in
der V-Spitze der V-förmigen Struktur, die mit 19 bzw. 19' bezeichnet ist. Um das Knicken
an der Sollstelle zu fördern, ist dort außerdem eine lokale Materialschwächung ausgebildet,
wie mit 20 bzw. 20' bezeichnet. Bei in Richtung A auf die Dichtlippe 16 einwirkende Last
geben die Stützstege 18, 18' bei Überschreiten einer bestimmten Lasthöhe durch
stauchungsfreies Einknicken nach, wodurch gewährleistet ist, dass die Dichtlippe 10 auch
an denjenigen Stellen, an welchen die Stützstege 18, 18' angebunden sind, weiterhin glatt
und gleichmäßig am anderen Fahrzeugkarosserieteile, in diesem Fall der Dachhaut, anliegt.
Eine alternative Ausgestaltung der Stützstege ist in Fig. 3 anhand eines Stützstegs 18"
dargestellt, der parabelförmig gebildet ist und damit eine Sollknickstelle im Grund der
Parabel festlegt.
10
Deckel
11
Glasplatte
12
Rahmen
13
Metallprofilblech
14
Dichtung
15
Grundkörper
16
Dichtlippe
17
Dichtungsnut
18
Stützsteg
19
V-förmiger Stützsteg
20
Materialschwächung
Claims (6)
1. Dichtung zur Abdichtung eines Randspalts zwischen zwei
Fahrzeugkarosserieteilen, insbesondere zwischen dem Rand eines in eine
Dachöffnung eingesetzten Deckels und dem feststehenden Dach, wobei die
Dichtung einen Grundkörper (15), der mit einem der Fahrzeugkarosserieteile (10)
fest verbunden ist und eine seitlich vom Grundkörper (15) unter Festlegung einer
Dichtungsnut (17) vorstehende Dichtlippe (16) zur Anlage am anderen
Fahrzeugkarosserieteil aufweist, in der integral mit der Dichtlippe (16) und dem
Grundkörper (15) gebildete, in Dichtungsnut-Längsrichtung beabstandete
Stützstege (18) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Stützsteg
(18) in der vertikalen Projektion eine gleichmäßig gekrümmte Kontur mit einer an
deren Scheitel angeordneten Sollknickstelle besitzt, um welche er bei Einleitung
einer Kraft in die Dichtlippe (16), die quer zur Dichtungsnut (17) zwischen
Dichtlippe (16) und Dichtungsgrundkörper (15) verlaufend gerichtet ist und diese
eindrückt, stauchungsfrei einknickt.
2. Dichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützstege (18)
gepfeilt bzw. V-förmig gebildet sind, wobei die Sollknickstelle zwischen den
beiden Schenkeln der V-förmigen Stützstege in der V-Spitze liegt.
3. Dichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützstege
(18) allgemein parabelförmig gebildet sind, wobei die Sollknickstelle im Grund
der Parabel liegt.
4. Dichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sollknickstelle durch eine lokale Materialschwächung (20) festgelegt ist.
5. Dichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie
ein an einem Fahrzeugkarosserieteil angeschäumtes Kunststoffteil ist.
6. Dichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus Polyurethan
besteht.
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