DE19945151C1 - Dichtung für Rohrverbindungen - Google Patents
Dichtung für RohrverbindungenInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Dichtung für Rohrverbindungen zwischen einander gegenüberliegenden Wandungen zweier ineinander geschobener Rohre (1, 2), mit einem Grundkörper (13), mindestens einem an dem Grundkörper angeordneten, beweglichen Dichtelement (10, 11) und einem lösbaren Halteelement (12) zum Fixieren des Dichtelementes (10, 11) in einer Stellung, in der das Dichtelement Selbstaufrichtungskräfte aufweist, wobei die Fixierung des Dichtelementes durch Lösen des Halteelementes (12) aufhebbar ist.
Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Dich
tung für Rohrverbindungen wie sie beispielsweise bei
der Abdichtung von Rohrverbindungen in Kanalsystemen
aus Beton verwendet werden. Derartige Kanalsysteme
werden beispielsweise im Bereich der Abwasserkanali
sationstechnik eingesetzt. Sie sind jedoch nicht auf
diesen Bereich beschränkt. Insbesondere bezieht sich
die vorliegende Erfindung auf Abdichtungen von Rohr
verbindungen, bei denen ein Rohr mit seinem Ende in
die Rohrmuffe eines anderen Rohres eingeschoben ist.
Nach dem Stand der Technik werden bei Rohrverbindun
gen, insbesondere bei Betonrohren mit großem Durch
messern, Gummidichtungen eingesetzt, die beispiels
weise durch Erdverwerfungen, mechanische Belastungen
oder thermische Wechselwirkungen gegeneinander ver
schoben und verkantet werden, wodurch entsprechende
Leckagen der Gummidichtungen auftreten.
Derartige herkömmliche Dichtungen aus Gummiwerk
stoffen werden als innensitzende Muffenprofile aus
gebildet, die durch entsprechende Profilausbildungen
mit der Innenseite der Muffe des äußeren Betonrohres
verankert sind sowie mittig angeordnete Hohlkörper
aufweisen, zur Abdichtung zu dem eingeschobenen Ver
bindungsrohr. Auf der an das eingeschobene Rohr an
liegenden Seite trägt die Oberfläche der Dichtung ei
ne zahnartige Profilierung, um eine bessere Abdich
tung zu gewährleisten.
Darüber hinaus sind Dichtungen bekannt, die erst nach
dem Zusammenbau der Rohre aktiviert werden. Diese
führen zu einer formschlüssigen Verbindung der Rohr
elemente, sind jedoch genausowenig wie herkömmliche
Gummidichtungen in der Lage, in der Betriebszeit ent
stehende Undichtigkeiten zu kompensieren.
Demzufolge wurden quellfähige Dichtungssysteme ent
wickelt, um die Abdichtung auch während der Betriebs
zeit gegen durch Verwerfung und Verschiebung entste
hende Leckagen zu gewährleisten. In der
FR 1 569 442 A wird ein Dichtsystem offenbart, das
aus einer Primär- und Sekundärdichtung besteht. Die
Sekundärdichtung übernimmt dabei in dieser Dichtungs
konzeption die Aufgabe einer Schutzfunktion der Pri
märdichtung, indem sie von außen in die Muffe ein
dringende Flüssigkeit absorbiert und so die ggf. für
die Primärdichtung schädliche Flüssigkeit nicht zu
dieser vordringen kann. In der GB 2 273 537 A und der
US 5 172 919 A sind Dichtungssysteme auf Basis quell
fähiger Gummimaterialien beschrieben. Derartige Gum
mimaterialien haben jedoch eine sehr langsame Quell
kinetik und damit eine hohe Ansprechzeit. In der
GB 2 273 537 A ist dabei eine herkömmliche Dichtung
von einer Rohrseite her mit einem Schlitz versehen,
der beispielsweise durch quellfähiges Gummimaterial
gefüllt werden kann. Tritt von dieser Seite her Was
ser an die Dichtung, so quillt das Gummi auf und
drückt die beidseitigen Lippen der Dichtungen gegen
das Außen- und das Innenrohr. Nachteilig an dieser
Anordnung ist, daß das quellfähige Material ständig
in Kontakt mit Wasser ist und eine Dichtwirkung sich
gerade erst aufgrund des Aufquellens des Materials
ergibt. Weiterhin kann das quellfähige Material aus
gewaschen werden bzw. es kann in Richtung der Öffnung
des Schlitzes ausquellen, ohne die erforderlichen
Kräfte auf die beidseitigen Dichtungslippen auszu
üben.
Die im Stand der Technik beschriebenen Dichtungs
systeme sind folglich nicht geeignet, um auch größere
Spalten und Verwerfungen zwischen den Rohren auszu
gleichen. Auch liegt die Ansprechzeit zu hoch, um ei
ne kurzzeitige Abdichtung gegen eine auftretende
Leckage zu bewirken.
Die DE 196 09 298 A1 offenbart einen Dichtungsring,
der unter Zusammendrücken in ein Muffenende hineinge
schoben wird. Diese Dichtung weist einen Grundkörper
auf, der mit einem beweglichen Dichtelement versehen
ist, das durch Selbstaufrichtungskräfte in Richtung
der benachbarten Rohrwandung bewegbar ist.
Die DE 29 09 538 A1 und die CH 542 395 offenbaren je
weils Dichtungselemente, die vor dem Zusammenfügen
von Rohr und Muffe durch geeignete Maßnahmen zusam
mengedrückt und erst nach dem Herstellen der Rohrver
bindung wieder entspannt werden, so daß sie auf die
jeweils benachbarten Rohrwandungen drücken und eng an
diese anliegen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine
Dichtung zur Verfügung zu stellen, die rasch und
langfristig große Spaltabstände kompensieren kann,
einfach aufgebaut ist und einfach und kostengünstig
herzustellen ist.
Diese Aufgabe wird durch die Dichtung nach dem Ober
begriff des Anspruchs 1 in Verbindung mit seinen
kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Wei
terbildungen der erfindungsgemäßen Dichtung werden in
den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Die erfindungsgemäße Dichtung weist einen Grundkörper
sowie ein bewegliches Dichtelement auf, das mittels
eines lösbaren Halteelementes in einer Stellung fi
xiert ist, bei der das Dichtelement Selbstaufrich
tungskräfte aufweist. Erfindungsgemäß kann dabei das
Halteelement gelöst werden und so die Fixierung des
Dichtelementes beendet werden. Aufgrund der dann
freigesetzten inhärenten Selbstaufrichtungskräfte des
Dichtelementes kann dieses unmittelbar sich an die
benachbarte Rohrwandung anlegen und dieser auch über
größere Entfernungen als bisher üblich nachfolgen.
Im Gegensatz hierzu wurde bei herkömmlichen Gummi
dichtungen die Dichtwirkung dadurch erzielt, daß die
Dichtung bei der Montage durch Montagekräfte verformt
wurde. Damit standen zum Abdichtung auftretender
Spalten zwischen den einzelnen Rohrwandungen ledig
lich die gummielastischen Rückstellkräfte zur Verfü
gung, die zuvor durch das Zusammenpressen der Dich
tung während der Montage aufgebracht wurden. Damit
konnte die herkömmliche Dichtung maximal über eine
Wegstrecke den Rohrbewegungen folgen, die den ur
sprünglichen Verformungen bei der Montage entsprach.
Mit zunehmender Rückstellung der Gummidichtungen nah
men zudem die Anpreßkräfte und die Dichtwirkung ab.
Bei dem neuartigen Dichtungskonzept, wie es in dieser
Anmeldung beansprucht wird, werden jedoch bereits vor
der Montage in ein Dichtelement inhärente Selbst
aufrichtungskräfte eingebracht, beispielsweise durch
Umbiegen, und diese Selbstaufrichtungskräfte durch
anschließendes Fixieren mittels eines Halteelementes
konserviert. Dabei werden die Selbstaufrichtungskräf
te durch diese geeigneten Rückhaltemechanismen so
lange konserviert, bis die Montage im Rohrsystem er
folgt ist bzw. bis die Notwendigkeit zum Nachfolgen
bei Rohrbewegungen besteht. Wesentlicher Vorteil ist
dabei, daß die Selbstaufrichtungskräfte über einen
beliebig langen Zeitraum bestehen bleiben können und
auch nur dann aktiviert werden müssen, wenn tatsäch
lich, beispielsweise durch Relativbewegungen der
Rohrwandungen gegeneinander, Leckagen entstehen. Die
inhärenten Selbstaufrichtungskräfte können typischer
weise in der eingebauten Form über lange Zeiträume
konserviert werden, da das Profil im Rohr vor dem Zu
stand beim Vulkanisieren des Gummiprofils im auf
gerichteten Zustand hergestellt wird und beispiels
weise lediglich durch ein wasserlösliches Material
als Verschlußeinheit oder auch durch die Einbausi
tuation im verformten Zustand festgehalten wird.
Zwar weist auch die erfindungsgemäße Dichtung gegebe
nenfalls auch wie die herkömmliche primäre Dichtwir
kung durch Verformung der Dichtung während des Ein
baus und die dabei verbundenen Anpreßkräfte auf. Die
se herkömmliche Dichtwirkung bzw. diese herkömmlichen
Verformungen können jedoch bei der Montage deutlich
geringer ausfallen bzw. auch ganz unterbleiben, da
nach der Montage aufgrund der erfindungsgemäßen inhä
renten Selbstaufrichtungskräfte eine erheblich stär
kere Dichtwirkung auch über größere Spaltabstände
hinweg erzeugt werden kann. Damit können weiterhin
die Montagekräfte zum Einschieben der Rohre ineinan
der und zum Komprimieren der Gummidichtungen stark
reduziert werden oder sogar entfallen.
Erfindungsgemäß erfolgt die Aktivierung der Selbst
aufrichtungskräfte durch eine Reißleine oder durch
die Auflösung eines wasserlöslichen Materials in dem
Halteelement, z. B. durch eindringendes Wasser, so daß
unmittelbar nach Montage die Selbstaufrichtungskräfte
ausgelöst werden können oder die
Selbstaufrichtungskräfte erst dann aktiviert werden,
wenn aufgrund einer Undichtigkeit Wasser in den Be
reich der Dichtung eintritt, so daß in diesem Falle
nur dann das Dichtelement aus seiner Fixierung gelöst
wird, wenn tatsächlich eine Leckage abzudichten ist.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die erfin
dungsgemäße Dichtung alle notwendigen Dichtungsbe
standteile in einem Dichtungselement integriert, die
Montage der Dichtung und das Zusammenfügen der Rohre
erleichtert, die Dichtung einem größeren Spaltabstand
folgen kann und zugleich höhere Dichtungskräfte auf
bringt und weiterhin das Ansprechverhalten der Dich
tung gegenüber einer Verschiebung der Rohrwandungen
verbessert ist.
Die erfindungsgemäße Dichtung kann vorteilhaft wei
tergebildet werden, wenn das Dichtelement aus minde
stens einer Taschenklappe besteht, die mit dem Grund
körper oder mit anderen Taschenklappen eine Tasche
bilden. Diese Tasche kann mit einem quellbaren Mate
rial gefüllt sein. Weiterhin kann die Tasche bzw. das
Dichtelement mindestens eine Öffnung zum Durchtritt
von Wasser aufweisen. Wird nun die Dichtung durch ei
ne Verschiebung oder Verwerfung der Rohre undicht, so
dringt über diese Öffnung Wasser in die Tasche ein,
das quellbare Material quillt auf und drückt das
Dichtelement gegen die benachbarte Rohrwandung bzw.
Rohrmuffe. Damit werden durch den Druck des aufquel
lenden Materials die Selbstaufrichtungskräfte der
Dichtelemente unterstützt, so daß ein höherer Anpreß
druck und damit eine verbesserte Dichtwirkung erzielt
wird. Die Öffnungen können dabei so angeordnet wer
den, daß diese lediglich im Leckagefall für Wasser
zugänglich sind, jedoch beim Aufquellen des quellba
ren Materials wieder unzugänglich werden und damit
ein weiteres unnötiges Aufquellen des quellfähigen
Materials vermieden wird. Damit wird die teilweise
geöffnete Tasche weiterhin vor überschüssigem Wasser
eintritt und vor dem Ausspülen des entstandenen Gels
durch Wasser oder mechanische Reinigungsvorrichtungen
geschützt. Damit wird zum einen die Zugänglichkeit
von außen begrenzt und zum anderen eine weitgehende
Halterung und Einkapselung des aufquellenden Gel
pfropfes bewirkt, die seine mechanische Verankerung
und Dauerhaltbarkeit in der geöffneten Profiltasche
sicherstellt.
Das quellbare Material enthält vorzugsweise eine Kom
bination von hochsaugaktivem synthetischem Polymer,
ausgewählt aus Polymeren auf (Meth)acrylatbasis, Po
ly(meth)acrylsäure und/oder deren Salzen, Polyacryla
mid, Polyalkoholen und/oder Copolymeren der genannten
synthetischen Polymeren oder Mischungen derselben mit
Polysaccarid(en) ausgewählt aus Alginaten, Alginsäu
re, Amylose, Amylopektin, Callose, Carragenan, Cellu
lose, Chitin, Dextran, Guluronsäure, Inulin, Lamina
rin, Lichenin, Pullulan, Pustulan, Stärke, Stärkede
rivaten, Xanthan und gegebenenfalls weiteren Vernet
zungs- und Verarbeitungshilfsmitteln und Eigen
schaftsverbesserern.
Diese Polymere können mit herkömmlichen Herstellungs
verfahren, wie sie z. B. von A. Echte im "Handbuch der
technischen Polymerchemie"; VCH-Verlagsgesellschft
mbH, Weinheim, 1993 oder in "Modern Super Absorbent
Polymer Technology", F. L. Buchholz, A. T. Graham, Ver
lag Willi-VCH, 1998, beschrieben worden sind, erhal
ten werden. Daneben können auch kommerziell verfügba
re Superabsorber eingesetzt werden, wie sie z. B. in
dem oben zitierten Artikel von F. L. Buchholz auf
Seite 19 beschrieben werden.
Die biologische Nichtabbaubarkeit der quellfähigen
Polymere ist insbesondere bei stehendem und/oder
drückendem Leitungswasser vorteilhaft, da dadurch
auch eine langfristige Nutzung und Instandhaltung der
erfindungsgemäßen Dichtung ermöglicht wird.
Als Halteelemente kommen bei den erfindungsgemäßen
Dichtungen beispielsweise Festverbindungen in Frage,
die mittels eines Hilfsmittels, wie beispielsweise
einer Reißleine, nach der Montage entfernt werden
können, so daß dann die Selbstaufrichtungskräfte frei
wirken können. Alternativ kann das Dichtelement auch
mittels eines wasserlöslichen Materials, wie bei
spielsweise Polyvinylalkohol oder eines anderen Kleb
stoffes auf Vinylbasis fixiert werden, wobei dann bei
Leckage und Wasserzutritt zu der Dichtung der wasser
lösliche Werkstoff sich auflöst und damit das Dicht
element freigibt. Mit diesem wasserlöslichen Werk
stoff können auch die Öffnungen zum Wasserdurchtritt
in die Tasche der Taschenklappen versiegelt werden,
wobei auch hier bei Wasserzutritt im Falle einer
Leckage die Öffnungen freigegeben werden, so daß das
Wasser in die mit quellfähigem Material gefüllte Ta
sche eintreten kann. Selbstverständlich kann die Be
festigungsstelle für das Dichtelement zugleich auch
die Öffnung zum Zutritt von Wasser zu der von dem
Dichtelement gebildeten Tasche darstellen.
Bei Einsatz eines quellfähigen Materials in der er
findungsgemäßen Dichtung wirken folglich gegebenen
falls mehrere Mechanismen zusammen, die im folgenden
noch einmal zusammenfassend beschrieben werden sol
len:
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Profiltaschen
mit beweglichen Dichtelementen wird ein pro
blemloser Einbau und das Einschieben des Rohres in
die Muffe bewirkt, ohne daß dabei die Geometrie der
Tasche oder des gesamten Dichtungsprofils zu stark
verändert oder gar beschädigt wird. Dies wird vor
teilhafterweise durch die Ausbildung der beweglichen
Dichtelemente als überlappende Taschenklappen unter
gleichzeitiger mechanischer Abstützung der Taschen
klappen an dem Dichtungsprofil, beispielsweise einem
Profilsteg, bewirkt.
Zum einen befindet sich das quellfähige Material beim
Einbau und in normaler Position der Rohre in einer
oder mehreren geschlossenen Taschen des Dichtungspro
files. Erst bei Wasserzutritt zur Muffe von außen
oder aus dem Rohrinneren wird diese Tasche geöffnet,
beispielsweise dadurch, daß eine Dichtungseinheit,
deren Taschenklappen durch einen wasserlöslichen
Werkstoff wie z. B. Polyvinylalkohol oder andere Kleb
stoffe auf Vinylbasis, untereinander verbunden und am
Profilsteg der Dichtung festgehalten sind, ihre Fe
stigkeit verliert. Andererseits können auch Öffnungen
oder Bohrungen in der Tasche oder in den beweglichen
Dichtelementen vorhanden sein, die in die Tasche füh
ren. Diese können zunächst verschlossen sein und sich
erst bei entsprechendem Wasserzutritt zur Muffe öff
nen und den Wasserzufluß in die Gelkammer ermögli
chen.
Bei dem Öffnungsvorgang der Taschenklappen wird folg
lich das aufquellbare Polymer freigegeben, so daß es
den entstehenden freien Raum auszufüllen und sich an
die benachbarte Rohrwandung anzulegen versucht und
damit zusätzlich eine sekundäre Dichtung der Rohre
zueinander herbeiführt. Dabei drückt das aufquellbare
Polymer außerdem auf die beweglichen Dichtelemente,
und preßt diese fest gegen die benachbarte Rohrwan
dung, so daß weiterhin die Abdichtung durch die be
weglichen Dichtelemente verstärkt wird.
Im folgenden werden einige Beispiele erfindungsgemä
ßer Dichtungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Dichtung nach dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine Dichtung nach dem Stand der Technik;
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Dichtung;
Fig. 4 eine erfindungsgemäße Dichtung;
Fig. 5 die aus Fig. 4 bekannte erfindungsgemäße
Dichtung;
Fig. 6 eine erfindungsgemäße Dichtung;
Fig. 7 das Profil einer erfindungsgemäßen Dichtung;
Fig. 8 eine erfindungsgemäße Dichtung mit einem Pro
fil nach Fig. 7; und
Fig. 9 die aus Fig. 8 bekannte erfindungsgemäße
Dichtung.
Fig. 1 zeigt eine herkömmliche Dichtung. In Fig. 1
ist ein Außenrohr 1 und ein Innenrohr 2 dargestellt.
Das Innenrohr 2 wird dabei in Richtung des darge
stellten Pfeiles zur Verbindung mit dem Außenrohr 1
in dessen Muffe eingeführt. In dem Außenrohr 1 ist
eine Dichtung 4 über Verankerungsprofile 7 in ent
sprechenden Vertiefungen 3 im Außenrohr verankert.
Diese Dichtung 4 besteht aus einem gummiartigen Material
und weist Hohlräume 5 auf, die dieser Dichtung
ihre Elastizität verleihen. Weiterhin weist die Dich
tung 4 auf der dem Innenrohr 2 zugewandten Seite eine
zahnförmige Profilierung 6 auf, die die Dichtwirkung
weiter verbessert.
Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Dichtung, wobei
hier wie auch in den folgenden Figuren ähnliche Ele
mente mit denselben Bezugszeichen versehen sind. Da
bei stellt Fig. 2 eine schematische Zeichnung dar,
die den Wirkmechanismus herkömmlicher Gummidichtungen
beschreiben soll.
Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, weist die Dichtung 4
Hohlräume 5 auf, die die Dichtung 4 aus Gummimateria
lien kompressibel macht. Beim Einbau zwischen den
beiden Rohren 1 und 2 wird die Dichtung 4 zusammenge
drückt, so daß bei Bewegung der Rohre gegeneinander
die Dichtung diesen folgen kann. Dabei kann die Dich
tung jedoch nur in dem Maße den Rohrbewegungen fol
gen, indem sie zuvor bei der Montage komprimiert wur
de. Dies hat den Nachteil, daß während der Montage
eine möglichst starke Kompression angestrebt wird,
was die Montage schwierig und aufwendig macht.
Fig. 3 zeigt demgegenüber eine erfindungsgemäße
Dichtung 4 mit einem Grundkörper 13, von dem aus sich
zwei Taschenklappen 10 und 11 erstrecken. Die beiden
Taschenklappen 10 und 11 sind so zusammen gebogen,
daß sie gemeinsam mit dem Grundkörper 13 eine Tasche
9 bilden. Die beiden Taschenklappen 10 und 11 sind
über einen wasserlöslichen Werkstoff 12 miteinander
verbunden und aneinander in dieser zusammen gebogenen
Stellung fixiert. Zum Einbringen der Dichtung zwi
schen die beiden Rohrwandungen 1 und 2 muß diese er
findungsgemäße Dichtung nicht notwendigerweise komprimiert
werden. Denn wie in Fig. 3B dargestellt
ist, wird der wasserlösliche Werkstoff 12 aufgelöst,
wenn aufgrund einer Leckage Wasser bis zu diesem vor
dringt. In diesem Falle werden die beiden Taschen
klappen 10 und 11 aus ihrer Fixierung gelöst und ver
suchen sich aufgrund der ihnen inhärenten Selbst
aufrichtungskräfte aufzurichten. Dabei folgen Sie der
Bewegung der Rohrwandung 1 relativ zu der Rohrwandung
2 und dichten daher den Zwischenraum zwischen diesen
beiden Rohrwandungen sicher ab. Eine derartige Auf
richtbewegung der Taschenklappen 10 und 11 ist in ge
strichelter Form als Taschenklappen 10' und 11' dar
gestellt. In entsprechender Form ist die ursprünglich
vor der Leckage vorliegende Position der Rohrwandung
1 mit X bezeichnet, während mit durchgezogenen Linien
die Position der Rohrwandung 1, nachdem sie sich ge
genüber der Rohrwandung 2 verschoben hat, dargestellt
ist.
Fig. 4A zeigt das Profil einer weiteren Dichtung,
bei der ein Grundkörper 13 als oberer Profilsteg mit
Verankerungsprofilen 7 versehen ist, wie das aus dem
Stand der Technik (siehe Fig. 1) bekannt ist. An den
beiden Seiten des oberen Profilsteges 13 sind wieder
um Taschenklappen 10 und 11 angeordnet, die in ent
sprechend aufrechter Weise vulkanisiert sind. Fig.
4B zeigt nunmehr dieselbe Dichtung nach Zusammenbau.
Dabei wurden nun die Taschenklappen 10 und 11 zusam
men gebogen und über ein Verbindungselement wie bei
spielsweise eine Seilverbindung oder eine Vulkanisie
rung miteinander befestigt, so daß die Taschenklappen
10 und 11 eine Tasche 9 ausbilden. In dieser Position
sind die Taschenklappen 10 und 11 fixiert und weisen
inhärente Selbstaufrichtungskräfte auf.
Fig. 5 zeigt die aus Fig. 4 bekannte Dichtung unmittelbar
vor dem Einbau zwischen die Rohrwandung 1
und 2. Dabei ist nunmehr der obere Profilsteg 13 mit
tels der Verankerungsprofile 7 in der Rohrwandung 1
verankert. Die Taschenklappen 10 und 11 sind mittels
der Fixierung 20 zusammen gebogen, so daß die Rohr
muffe 2 ohne große Kompression der Dichtung 4 und oh
ne großen Kraftaufwand über diese Dichtung geschoben
werden kann.
Fig. 6 zeigt eine Dichtung, die ähnlich aufgebaut
ist wie die Dichtung aus Fig. 4 und 5. Im Unter
schied zu den dort gezeigten Dichtungen sind die bei
den Taschenklappen 10 und 11 nunmehr jedoch an ihren
Enden überlappend ausgebildet und dort mittels eines
wasserlöslichen Materials, beispielsweise Po
lyvinylalkohol, miteinander verbunden und fixiert.
Die Dichtwirkung zwischen den beiden Rohrwandungen 1
und 2 ergibt sich nun aufgrund der Profilierung 6,
die auf der Außenseite der Taschen 10 und 11 angeord
net ist.
Fig. 7 zeigt das Profil einer weiteren erfindungsge
mäßen Dichtung. Diese Dichtung, die in Fig. 8 in
eingebautem Zustand dargestellt ist, ist ähnlich auf
gebaut wie die Dichtung aus Fig. 6, wobei jedoch der
Grundkörper 13 Hohlräume 5 aufweist, die eine leichte
anfängliche Kompression der Dichtung während des Ein
baus zwischen die Rohrwandungen ermöglicht, wie es
auch aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Die Dichtung 4 ist zwischen das Außenrohr 1 und das
Innenrohr 2 eingebracht und weist dieselben Veranke
rungsprofile 7 und zahnartigen Profilierungen 6 auf
der Seite des Innenrohres auf. Zusätzlich sind jedoch
auf einem oberen Profilsteg 13 Taschenklappen 10, 11
angeordnet, die sich überlappen und mit dem oberen
Profilsteg 13 einen Hohlraum 9 für ein mit Wasser
quellbares Polymer 8 bilden. Diese Taschenklappen 10
und 11 sind aus einem Gummimaterial hergestellt und
aufrecht vulkanisiert, so daß sie ohne Aufwendung von
Kräften senkrecht von dem Grundkörper 13 abstehen. In
Fig. 8A ist die Überlappung der beiden Taschenklappen
noch einmal deutlicher und vergrößert dargestellt.
Die Taschenklappen 10 und 11 sind an ihren Enden so
profiliert, daß sie ineinandergreifen, wobei der ver
bleibende Zwischenraum zwischen den beiden Taschen
klappen 10 und 11 mit einem wasserlöslichen Werk
stoff, beispielsweise Polyvinylalkohol, verschlossen
ist. Dieser Werkstoff verklebt zugleich die beiden
Taschenklappen und hält sie im nichtgequollenen Zu
stand verschlossen. Wie in Fig. 8 zu erkennen ist,
sind nunmehr die zahnartigen Profilierungen 6 auf der
Oberseite der Taschenklappen 10 und 11 angeordnet. Im
Normalzustand, d. h. ohne Leckage, verschließt diese
Dichtung den Durchgang zwischen den beiden Rohren in
der gleichen zuverlässigen Weise wie die Dichtung
nach dem Stand der Technik und wie in Fig. 1 gezeigt.
Im Falle einer Leckage dringt Wasser bis zu dem was
serlöslichen Werkstoff 12 vor und löst diesen auf, so
daß anschließend zwei Mechanismen zu einer sofortigen
Abdichtung der Leckage führen. Zum einen werden die
Taschenklappen voneinander gelöst, und folgen ihren
Selbstaufrichtungskräften, wodurch sie sich an die
benachbarte Rohrwandung wiederum anlegen und einen
weiteren Wasserdurchtritt verhindern. Zum anderen
quillt das quellbare Material in der Tasche 9 bei Zu
tritt des Wassers auf, so daß es auf die Taschenklap
pen drückt und die Selbstaufrichtungskräfte unter
stützt. Dadurch ist eine noch verbesserte Dichtwir
kung der erfindungsgemäßen Dichtung möglich.
Durch diese erneute Abdichtung der Leckage wird nicht
nur die Leckage verschlossen, sondern zum anderen
auch der weitere Zutritt von Wasser zu dem quellbaren
Material verhindert, so daß das quellbare Material in
dem Hohlraum 9 eingeschlossen bleibt und verankert
wird. Insbesondere wird dadurch ein unnötiges Auf
quellen des Polymers und ein Auswaschen des entste
henden Gels verhindert, so daß auch bei späteren wei
teren Verschiebungen der Rohrwandungen gegeneinander
ein weiteres Aufquellen des entstandenen Gels zur Ab
dichtung zusätzlicher Leckagen möglich wird.
Fig. 9 zeigt die aus den Fig. 7 und 8 bekannte
Dichtung im Falle einer derartigen Leckage. Wie un
mittelbar zu erkennen ist, hat sich das wasserlösli
che Material 12 weitgehend aufgelöst und die beiden
Taschenklappen 10 und 11 freigegeben, so daß diese
sich aufgrund der ihnen inhärenten Selbstaufrich
tungskräfte in Richtung der Pfeile B und C bewegen.
Dies führt wie beschrieben zu einer sofortigen Ab
dichtung der Leckage die durch ein Aufquellen des
quellbaren Materials 8 in der Tasche 9 unterstützt
wird.
Die erfindungsgemäßen Dichtungen weisen zusammenfas
sen gegenüber dem Stand der Technik folgende Vorteile
auf:
Es können sämtliche Arten von Rohrgeometrien unpro
blematisch abgedichtet werden, wobei die Dichtelemen
te aufgrund der inhärenten Aufrichtungskräfte eine
kurze Ansprechzeit aufweisen. Bei Verwendung eines
quellfähigen Materiales wird diese Leckageabdichtfä
higkeit weiter verbessert. Dabei wird das quellfähige
Material gegebenenfalls durch die erfindungsgemäße
Dichtung vor überschüssigem Wassereintritt bzw. Auswaschung
geschützt und es folgt eine Halterung und
Einkapselung bzw. mechanische Verankerung des ent
standenen Gelpfropfes.
Mit dieser erfindungsgemäßen Dichtung können auch
große Spaltabstände überbrückt werden, wobei diese
erst dann ausgeglichen werden, wenn sie aufgrund von
Relativbewegungen der Rohre entstehen. Die Dichtung
folgt als mechanisch den Bewegungen des Rohres bzw.
der Rohre.
Abschließend soll noch festgestellt werden, daß der
Zusammenbau von Rohr und Muffe mit der erfindungsge
mäßen Dichtung besonders einfach erfolgt, da sämtli
che Bestandteile der Dichtung in nur einem einzigen
Bauelement integriert sind und keine besonderen Mon
tagekräfte aufgewandt werden müssen, um eine sichere
Abdichtung zu erzielen.
Claims (21)
1. Dichtung für Rohrverbindungen zwischen einander
gegenüberliegenden Wandungen zweier ineinander
geschobener Rohre, mit
einem Grundkörper,
mindestens einem an dem Grundkörper angeordne ten, beweglichen Dichtelement und
einem lösbaren Halteelement zum Fixieren des Dichtelementes in einer Stellung, in der das Dichtelement Selbstaufrichtungskräfte aufweist, wobei die Fixierung des Dichtelementes durch Lö sen des Halteelementes aufhebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement mittels einer Reißleine lösbar ist und/oder ein wasserlösliches Material ent hält.
einem Grundkörper,
mindestens einem an dem Grundkörper angeordne ten, beweglichen Dichtelement und
einem lösbaren Halteelement zum Fixieren des Dichtelementes in einer Stellung, in der das Dichtelement Selbstaufrichtungskräfte aufweist, wobei die Fixierung des Dichtelementes durch Lö sen des Halteelementes aufhebbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement mittels einer Reißleine lösbar ist und/oder ein wasserlösliches Material ent hält.
2. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß das Dichtelement durch
die Selbstaufrichtungskräfte in Richtung der be
nachbarten Rohrwandung bewegbar ist.
3. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserlös
liche Material Polyvinylalkohol und/oder ein an
derer Klebstoff auf Vinylbasis enthält.
4. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteele
ment eine Seilverbindung zwischen dem Dichtele
ment und dem Grundkörper und/oder einem zweiten
Dichtelement ist.
5. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, gekennzeichnet durch mindestens eine beweg
liche Taschenklappe als Dichtelement, die im fi
xierten Zustand alleine oder mit dem Grundkörper
eine Tasche ausbildet.
6. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß die mindestens eine
Taschenklappe durch ein zwischen der Taschen
klappe und dem Grundkörper angeordnetes wasser
lösliches Material fixierbar ist.
7. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß das wasserlösliche Ma
terial Polyvinylalkohol und/oder einen anderen
Klebstoff auf Vinylbasis enthält.
8. Dichtung nach einem der drei vorhergehenden An
sprüche, gekennzeichnet durch mindestens zwei
bewegliche Taschenklappen als Dichtelemente, die
im fixierten Zustand alleine oder zusammen mit
dem Grundkörper eine Tasche ausbilden.
9. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß die mindestens zwei
beweglichen Taschenklappen im fixierten Zustand
einander überlappbar sind.
10. Dichtung nach einem der beiden vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die min
destens zwei Taschenklappen durch ein zwischen
den jeweiligen Enden der Taschenklappen angeord
netes wasserlösliches Material fixierbar sind.
11. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß das wasserlösliche Ma
terial Polyvinylalkohol und/oder einen anderen
Klebstoff auf Vinylbasis enthält.
12. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die von dem
mindestens einen Dichtelement gebildete Tasche
mit einem mit Wasser quellbaren Material füllbar
ist.
13. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch
gekennzeichnet, daß das quellbare Material
ein quellfähiges Polymer ist.
14. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß das quellbare Material
eine Kombination von hochsaugaktivem syntheti
schem Polymer, ausgewählt aus Polymeren auf
(Meth)acrylatbasis, Poly(meth)acrylsäure
und/oder deren Salzen, Polyacrylamid, Polyalko
holen und/oder Copolymeren der genannten synthe
tischen Polymeren oder Mischungen derselben mit
Polysaccarid(en) ausgewählt aus Alginaten, Al
ginsäure, Amylose, Amylopektin, Callose, Cara
genan, Cellulose, Chitin, Dextran, Guluronsäure,
Inulin, Laminarin, Lichenin, Pullulan, Pustulan,
Stärke, Stärkederivaten, Xanthan und gegebenen
falls weiteren Vernetzungs- und Verarbeitungs
hilfsmitteln und/oder Eigenschaftsverbesserern
enthält.
15. Dichtung nach einem der drei vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das quell
bare Material in der Tasche mechanisch veranker
bar ist.
16. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Tasche
und/oder das Dichtelement mindestens eine Öffnung
zum Durchtritt von Wasser aufweisen.
17. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtele
ment auf seiner der Rohrwandung zugewandten
Oberfläche mindestens eine Öffnung bzw. Durch
führung zum Durchtritt von Wasser aufweist.
18. Dichtung nach einem der beiden vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die min
destens eine Öffnung mit einem wasserlöslichen
Material verschließbar ist.
19. Dichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, da
durch gekennzeichnet, daß das wasserlösliche Ma
terial Polyvinylakohol und/oder einen anderen
Klebstoff auf Vinylbasis enthält.
20. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtele
ment in nichtfixiertem Zustand die mindestens
eine Öffnung und/oder die Tasche gegen in den
Rohren befindliches Wasser abdichtet.
21. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen
Dichtelemente aus Gummi sind.
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