DE19945876A1 - Mehrscheiben-Isolierverglasung für Schienenfahrzeuge, insbesondere für Hochgeschwindigkeitszüge - Google Patents
Mehrscheiben-Isolierverglasung für Schienenfahrzeuge, insbesondere für HochgeschwindigkeitszügeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Mehrscheiben-Isolierverglasung, insbesondere für Hochgeschwindigkeitszüge, mit mehreren, im Abstand zueinander angeordneten Glasscheiben, die zur Ausbildung von Scheibenzwischenräumen über Abstandshalter miteinander verbunden sind, und einer Rahmenanordnung zur Aufnahme der Glasscheiben. DOLLAR A Es ist vorgesehen, daß die Mehrscheiben-Isolierverglasung (10) aus einer ersten äußeren Verbundscheibenanordnung (12) und einer zweiten inneren Verbundscheibenanordnung (14) besteht, und zwischen erster Verbundscheibenanordnung (12) und zweiter Verbundscheibenanordnung (14) eine Mittelscheibe (16) angeordnet ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Mehrscheiben-Isolier
verglasung für Schienenfahrzeuge, insbesondere für
Hochgeschwindigkeitszüge, mit den im Oberbegriff des
Anspruchs 1 genannten Merkmalen.
Mehrscheiben-Isolierverglasungen der gattungsgemäßen
Art sind bekannt. Für Verglasungen an Hochgeschwin
digkeitszügen bestehen besondere Anforderungen, bei
spielsweise hinsichtlich Schallschutz und Wärme
schutz. Darüber hinaus müssen die Verglasungen eine
hinreichend große Festigkeit aufweisen, da ins
besondere bei Tunneleinfahrten oder dergleichen eine
quer zur Fahrtrichtung gerichtete Druckkraft auf die
Scheiben wirkt, die diese im erheblichen Ausmaße,
beispielsweise bis zu 10 mm, auslenken kann.
Bekannt ist, diese Mehrscheiben-Isolierverglasungen
derart auszubilden, daß beabstandet zueinander zwei
Verbundscheibenanordnungen vorgesehen sind, zwischen
denen ein Scheibenzwischenraum ausgebildet ist. Die
Verbundscheibenanordnungen bestehen jeweils aus
Floatglasscheiben, die über ein Gießharz oder eine
Folie miteinander verbunden sind. Der Scheiben
zwischenraum wird durch einen umlaufenden metalli
schen Abstandshalter ausgebildet und ist mit einem
Edelgas gefüllt. Bei einer derartigen bekannten
Mehrscheiben-Isolierverglasung ist nachteilig, daß
diese ein relativ hohes Gewicht aufweist, das zirka
50 kg/m2 beträgt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
Mehrscheiben-Isolierverglasung der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, mittels der eine optimale Wärme
dämmung und Schalldämpfung bei gleichzeitig re
duziertem Gewicht erzielt werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Mehr
scheiben-Isolierverglasung mit den im Anspruch 1
genannten Merkmalen gelöst. Dadurch, daß eine erste
äußere Verbundscheibenanordnung und eine zweite
innere Verbundscheibenanordnung vorgesehen sind, und
zwischen erster Verbundscheibenanordnung und zweiter
Verbundscheibenanordnung eine Mittelscheibe angeord
net ist, wird vorteilhaft erreicht, daß die Mehr
scheiben-Isolierverglasung über nunmehr zwei Schei
benzwischenräume verfügt, so daß die Anzahl der
Grenzflächen zwischen Innenraum des Schienenfahr
zeuges und äußerer Umgebung erhöht ist. Hierdurch er
geben sich wesentliche Vorteile bei der Wärmedämmung
und Schalldämpfung.
Ferner wird durch die erfindungsgemäße Mehrscheiben-
Isolierverglasung möglich, eine Scheibendicke der er
sten äußeren Verbundscheibenanordnung und/oder ins
besondere der inneren Verbundscheibenanordnung zu
reduzieren. Hieraus ergibt sich eine erhebliche
Gewichtseinsparung, die vorteilhafterweise bis zu
30% betragen kann.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß zumindest die Glasscheiben der zweiten
inneren Verbundscheibenanordnung und/oder die Mittel
glasscheibe aus einem chemisch gehärteten Glas be
stehen. Hierdurch können die Scheibendicken, bei
gleichbleibenden Festigkeitswerten, nochmals redu
ziert werden, so daß eine weitere Gewichtseinsparung
möglich ist.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung
ist vorgesehen, daß in die Scheibenzwischenräume
jeweils ein Edelgas oder Edelgasgemisch eingefüllt
ist. Hierdurch lassen sich - in an sich bekannter
Weise - weitere Verbesserungen hinsichtlich des
Wärmeschutzes und der Schalldämpfung erzielen. Bevor
zugt ist, wenn in den beiden Scheibenzwischenräumen
unterschiedliche Edelgase beziehungsweise unter
schiedliche Edelgasgemische eingesetzt sind. Hier
durch läßt sich eine besonders gute Optimierung des
Wärmeschutzes beziehungsweise der Schalldämpfung er
zielen. Als Edelgas beziehungsweise Edelgasgemische
können beispielsweise Argon, aber auch Schwefel
hexafluorid (SF6) oder dergleichen eingesetzt wer
den.
Ferner ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen, daß die die Scheibenzwischenräume aus
bildenden Abstandshalter von thermoplastischen Ab
standshaltern, insbesondere aus Butylpolymeren, ge
bildet sind. Hierdurch läßt sich, in an sich eben
falls bekannter Weise, die Ausbildung von Kälte
brücken zwischen den beabstandet hintereinander ange
ordneten Scheibenanordnungen verringern. Der Wärme
übergangswiderstand der gesamten Mehrscheiben-Iso
lierverglasung wird somit nochmals deutlich erhöht.
Darüber hinaus ist in bevorzugter Ausgestaltung der
Erfindung vorgesehen, daß in die äußere Verbund
scheibenanordnung und die innere Verbundscheiben
anordnung Mittel integriert sind, die eine gewollte
Notentfernung der Mehrscheiben-Isolierverglasung ge
statten. Diese Mittel werden bevorzugt von einer
rahmenförmig um die jeweilige Verbundscheibenan
ordnung umlaufenden Freistelle der zwischen den die
Verbundscheibenanordnung aus zwei Einzelscheiben
realisierenden Folienzwischenlage gebildet. Durch ei
ne derartige Anordnung wird vorteilhaft eine Soll-
Entnahmestelle der Mehrscheiben-Isolierverglasung er
halten, die im Gefahrenfalle ein Zerstören und Öffnen
der Fensterfläche gestattet.
Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung er
geben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen
genannten Merkmalen.
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispie
len anhand der zugehörigen Zeichnungen näher erläu
tert. Es zeigen:
Fig. 1 eine teilweise Schnittdarstellung durch
eine Mehrscheiben-Isolierverglasung für
Hochgeschwindigkeitszüge;
Fig. 2 einen Vergleich einer Mehrscheiben-
Isolierverglasung gemäß Stand der Tech
nik zu der erfindungsgemäßen Mehrschei
ben-Isolierverglasung in schematischer
Ansicht und
Fig. 3 eine teilweise Schnittdarstellung durch
eine Mehrscheiben-Isolierverglasung in
einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Fig. 1 zeigt eine teilweise Schnittdarstellung durch
eine Mehrscheiben-Isolierverglasung 10 für ein Hoch
geschwindigkeitsschienenfahrzeug. Die Mehrscheiben-
Isolierverglasung 10 umfaßt eine erste äußere Ver
bundscheibenanordnung 12 und eine zweite, innere Ver
bundscheibenanordnung 14. Zwischen den Verbundschei
benanordnungen 12 und 14 ist eine Mittelscheibe 16
angeordnet. Hierdurch kommt es zur Ausbildung von
zwei Scheibenzwischenräumen 18 beziehungsweise 20.
Die äußere Verbundscheibenanordnung 12 besteht aus
zwei Einscheiben-Sicherheitsglasscheiben 22, die über
eine Folie 24 kraftschlüssig miteinander verbunden
sind. Die Folie 24 besteht beispielsweise aus einer
PVB(Polyvinylbutyral)-Folie. Die Verbundscheibenan
ordnung 12 besitzt eine Gesamtdicke a, die sich aus
der Summe der Teildicken a1 der Einscheiben-Sicher
heitsglasscheiben 22 und a2 der Folie 24 zu
sammensetzt. Die Teildicken a1 betragen beispiels
weise 4 mm, die Teildicke a2 beispielsweise 1,5 mm,
so daß sich eine Gesamtdicke a von 9,5 mm ergibt.
Selbstverständlich sind auch andere Dickenverhält
nisse möglich.
Die innere Verbundscheibenanordnung 14 umfaßt zwei
chemisch gehärtete Glasscheiben 26, die über eine
Folie 28 kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
Die Folie 28 ist beispielsweise ebenfalls eine PVB-
Folie. Die Verbundscheibenanordnung 14 besitzt eine
Gesamtdicke b, die sich aus der Summe der Teildicken
b1 der chemisch gehärteten Glasscheiben 26 und der
Teildicke b2 der Folie 28 ergibt. Die Teildicken b1
betragen beispielsweise 1,2 mm und die Teildicke b2
beispielsweise 1,5 mm. Hierdurch ergibt sich eine
Gesamtdicke b von 3,9 mm. Selbstverständlich sind
auch hier andere Dickenverhältnisse möglich.
Die Mittelscheibe 16 besteht ebenfalls aus einem
chemisch gehärteten Glas 30, das eine Dicke c von
beispielsweise 2 mm aufweist. Die Scheibenzwischen
räume 18 und 20 besitzen eine Dicke d1 beziehungs
weise d2, wobei d1 beispielsweise 12 mm und d2
beispielsweise 10 mm beträgt. Auch hier sind unter
schiedliche Größenordnungen, beispielsweise gleich
große Scheibenzwischenräume 18 und 20, möglich. Aus
der Summe der Teildicken a, b, c, d1 und d2 ergibt
sich die Gesamtdicke e der Mehrscheiben-Isolierver
glasung 10, die gemäß den gewählten beispielhaften
Größenangaben 37,4 mm beträgt. Die Verbundscheiben
anordnung 12 und die Verbundscheibenanordnung 14 sind
mit der Mittelscheibe 16 jeweils über einen thermo
plastischen Abstandshalter 32 miteinander verbunden.
Die thermoplastischen Abstandshalter 32 umfassen bei
spielsweise einen Grundkörper 34 aus Polysulfid und
einen Dichtkörper 36 aus Butylpolymere.
Die gesamte Anordnung der Verbundscheibenanordnungen
12 und 14 in der Mittelscheibe 16 sind in einem
Rahmen 38, der entsprechend der Größe der mittels der
Mehrscheiben-Isolierverglasung zu verschließenden
Fensteröffnung ausgebildet ist, angeordnet. Über den
Rahmen 38 wird die Mehrscheiben-Isolierverglasung 10
an entsprechenden Konstruktionselementen des Schie
nenfahrzeuges befestigt. Hierzu können Durchbrüche 40
zur Aufnahme von Verbindungsmitteln, beispielsweise
Schrauben oder dergleichen, vorhanden sein. Die Mehr
scheiben-Isolierverglasung ist über eine thermo
plastische Dichtmasse 42 in den Rahmen 38 ein
gebettet.
Der Scheibenzwischenraum 18 ist beispielsweise mit
Argon gefüllt, während der Scheibenzwischenraum 20
beispielsweise mit Schwefelhexafluorid SF6 gefüllt
ist. Nach weiteren Ausführungsbeispielen können auch
Gemische, die je 50% Argon und Schwefelhexafluorid
aufweisen, in den Scheibenzwischenräumen 18 und 20
eingebracht sein.
In den Fig. 2a und 2b ist zur Verdeutlichung eine
Gegenüberstellung einer Mehrscheiben-Isoliervergla
sung nach dem Stand der Technik (Fig. 2a) und die
erfindungsgemäße Mehrscheiben-Isolierverglasung 10
gezeigt. Gleiche Teile wie in Fig. 1 sind mit
gleichen Bezugszeichen versehen und nicht nochmals
erläutert. Anhand der Darstellung wird insbesondere
deutlich, daß eine Gesamtdicke e der Mehrscheiben-
Isolierverglasung 10 sich nicht erhöht hat.
Fig. 3 zeigt eine abgewandelte Ausführungsvariante
der erfindungsgemäßen Mehrscheiben-Isolierverglasung
10. Gleiche Teile wie in Fig. 1 sind mit gleichen
Bezugszeichen versehen und nicht nochmals erläutert.
Im Unterschied zu Fig. 1 ist vorgesehen, daß sowohl
in der Folie 24 als auch in der Folie 28 ein rahmen
artig umlaufender Freiraum 44 beziehungsweise 46 vor
gesehen ist. Dies bedeutet, die Folien 24 und 28 be
stehen jeweils aus zwei Teilen, die durch die Frei
räume 44 und 46 beabstandet zueinander angeordnet
sind. Durch derartige Freiräume 44 und 46 wird eine
Notfunktion der Mehrscheiben-Isolierverglasung 10 er
reicht. So kann im Notfalle von innen und/oder von
außen eine mechanische Zerstörung der Mehrscheiben-
Isolierverglasung 10 erfolgen und diese aus den
Fensteröffnungen entfernt werden.
Claims (10)
1. Mehrscheiben-Isolierverglasung, insbesondere für
Hochgeschwindigkeitszüge, mit mehreren, in Abstand
zueinander angeordneten Glasscheiben, die zur Aus
bildung von Scheibenzwischenräumen über Abstands
halter miteinander verbunden sind, und einer Rahmen
anordnung zur Aufnahme der Glasscheiben, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Mehrscheiben-Isolierverglasung
(10) aus einer ersten äußeren Verbundscheibenan
ordnung (12) und einer zweiten inneren Verbund
scheibenanordnung (14) besteht, und zwischen erster
Verbundscheibenanordnung (12) und zweiter Verbund
scheibenanordnung (14) eine Mittelscheibe (16) ange
ordnet ist.
2. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Glas
scheiben (26) der inneren Verbundscheibenanordnung
(14) und/oder die Mittelscheibe (16) aus einem
chemisch gehärteten Glas bestehen.
3. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die äußere Verbundscheibenanordnung (14) aus zwei
Einscheiben-Sicherheitsglasscheiben (22) besteht.
4. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Glasscheiben (26) der inneren Verbund
scheibenanordnung (14) und den Glasscheiben (22) der
äußeren Verbundscheibenanordnung (12) zur kraft
schlüssigen Verbindung eine Folie (28, 24) angeordnet
ist.
5. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Folien (28, 24)
Polyvinylbutyral(PVB)-Folien sind.
6. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die zwischen Mittelscheibe (16) und äußerer Verbund
scheibenanordnung (12) beziehungsweise innerer Ver
bundscheibenanordnung (14) ausgebildeten Scheiben
zwischenräume (18, 20) eine unterschiedliche Dicke
(d1, d2) besitzen.
7. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Scheibenzwischenräume (18, 20) mit einem Edelgas
oder einem Edelgasgemisch gefüllt sind.
8. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Scheibenzwischenräume (18, 20) mit einem unter
schiedlichen Edelgas oder Edelgasgemisch gefüllt
sind.
9. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Mittelscheibe (16) mit der äußeren Verbund
scheibenanordnung (12) und der inneren Verbund
scheibenanordnung (14) über jeweils einen thermo
plastischen Abstandshalter (32) verbunden ist.
10. Mehrscheiben-Isolierverglasung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
in die äußere Verbundscheibenanordnung (12) und die
innere Verbundscheibenanordnung (14) Mittel (44, 46)
integriert sind, die eine (Not-)Soll-Entnahmestelle
der Mehrscheiben-Isolierverglasung (10) ausbilden.
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| DE19945876C2 (de) | 2002-05-16 |
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| Date | Code | Title | Description |
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Effective date: 20110401 |