DE102011017823A1 - Verglasung für ein Schienenfahrzeug - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Verglasung für ein Schienenfahrzeug, die wenigstens zwei in einem Abstand zueinander und übereinander angeordnete Scheiben aufweist, wobei die eine Scheibe (V) aus einem Sicherheitsglas und die andere Scheibe (K) aus einem Kunststoff gebildet ist, wobei die beiden Scheiben über elastische Abstandshalter (A) miteinander verbunden sind.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Verglasung für ein Schienenfahrzeug, die wenigstens zwei in einem Abstand zueinander und übereinander angeordnete Scheiben aufweist.
- Verglasungen für Schienenfahrzeuge sind im Stand der Technik in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Abhängig von einem jeweils geltenden Anforderungsprofil, werden Einscheibensicherheitsglas, Verbundsicherheitsglas, druckdichte, schallgedämpfte oder doppelverglaste Systeme verwendet. Besonders für Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge hat sich eine Doppelverglasung durchgesetzt. Dabei bestehen die zwei eingesetzten Scheiben jeweils aus Verbundsicherheitsglas, während sich zwischen den einzelnen Scheiben entweder Luft oder ein Gas befindet, welches Isolierglaseigenschaften dieser Verglasung verbessert.
- Aufgrund der Vielzahl zu erfüllender Anforderungen bezüglich akustischer und thermischer Eigenschaften sowie erforderlicher Festigkeit sind solche Verglasungen vergleichsweise schwer. Darüber hinaus besteht selbst bei Verwendung von Verbundsicherheitsglas eine erhebliche Gefahr, dass Fenster durch Vandalismus zerstört werden können.
- Zwar sind im Stand der Technik auch typischer Weise als einzelne Scheibe vorliegende Kunststoffverglasungen bekannt. Diese werden jedoch als problematisch im Hinblick auf unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten zwischen Kunststoff und Rohbau, Brandschutzeigenschaften, Lebensdauer aufgrund von UV-Bestrahlung und Sandbeaufschlagung angesehen. Auch hinsichtlich einer zulässigen Durchbiegung einer Kunststoffverglasung im Betriebseinsatz ergeben sich Vorbehalte.
- Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Verglasung derart weiterzuentwickeln, dass sich leichtere und Crash-sicherere Fenster für Schienenfahrzeuge ergeben.
- Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die eine Scheibe der Verglasung aus einem Sicherheitsglas und die andere Scheibe aus einem Kunststoff gebildet ist, wobei die beiden Scheiben über elastische Abstandshalter miteinander verbunden sind. Dabei wird typischer Weise die Scheibe aus Sicherheitsglas auf einer Innenseite eines mit der Verglasung ausgestatteten Schienenfahrzeugs verwendet, während die Scheibe aus Kunststoff außen liegt. Aufgrund dieser Ausgestaltung der Verglasung mit einer Glasscheibe und einer Kunststoffscheibe ergibt sich ein vermindertes Gewicht der Verglasung. Die typischer Weise innen liegende Scheibe aus Sicherheitsglas bringt eine erforderliche Kratzfestigkeit bei Vandalismuseinwirkung mit sich, während die äußere Scheibe gewichtssparend aus Kunststoff besteht.
- Die eine Scheibe der Verglasung kann beispielsweise aus einem Einscheibensicherheitsglas oder einem Verbundsicherheitsglas gebildet sein. Die andere Scheibe, die typischer Weise außen am Fahrzeug vorliegen wird, ist aus einer thermoplastischen Formmasse gebildet. Als Materialbeispiele kommen Acrylglas oder Makrolon® in Frage.
- Die Kunststoffscheibe kann auf ihrer nach außen gerichteten Seite mit einer kratzfesten Schicht versehen sein, um auch hier eine Widerstandsfähigkeit gegen Vandalismus zu bewirken.
- Die elastischen Abstandshalter ermöglichen es, den unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten der Materialien, aus denen die wenigstens zwei Scheiben gebildet sind, Rechnung zu tragen. Die Abstandshalter sind bevorzugt aus einem thermoplastischen Kunststoff gebildet.
- Insgesamt ergeben sich für die Verglasung im Vergleich zum Stand der Technik Gewichtsvorteile, da die Dichte von Kunststoff im Vergleich zu Glas wesentlich niedriger ist. Da Kunststoffe eine wesentlich höhere Zähigkeit aufweisen als Glas, welches eher ein sprödes Verhalten zeigt, ist die Gefahr einer Zerstörung geringer.
- Die insgesamt erhöhte Beständigkeit der Verglasung gegenüber Vandalismus ermöglicht eine höhere Verfügbarkeit der mit der Verglasung ausgestatteten Schienenfahrzeuge in deren Betrieb.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird beispielshalber anhand der Zeichnung noch näher erläutert. Die einzige Figur zeigt einen Abschnitt einer Verglasung zum Einbau in ein Schienenfahrzeug in einer Querschnittsansicht.
- Bei dem in der Figur dargestellten Ausführungsbeispiel wird, bezogen auf ein Schienenfahrzeug, eine Innenseite einer Verglasung von einer Verbundglasscheibe V gebildet, welche selbst aus zwei in einem Abstand zueinander angeordnete Einzelscheiben V1, V2 aufgebaut ist.
- Eine Außenseite der Verglasung ist aus einer Kunststoffscheibe K gebildet, die beispielsweise aus Makrolon® oder Acrylglas hergestellt ist. Die Kunststoffscheibe K ist über einen Abstandshalter A gegenüber der Verbundglasscheibe V positioniert. Der Abstandshalter A ist aus einem elastischen Material, typischer Weise einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt, so dass er unterschiedliche Wärmeausdehnungen der Kunststoffscheibe K und der Verbundglasscheibe V ausgleichen kann.
- In zeichnerisch nicht dargestellten Ausführungsbeispielen kann die Kunststoffscheibe K noch mit einer kratzfesten Schicht auf ihrer Außenseite versehen sein. Ebenso ist es möglich, dass die innere Scheibe aus Glas von einem Einscheibensicherheitsglas gebildet ist. Mit dem Abstandshalter A gleichartige Abstandstandshalter befinden sich rundherum um das Fenster. Der Raum zwischen der Kunststoffscheibe K und der Verbundglasscheibe V kann mit Luft oder einem anderen Gas befüllt werden.
Claims (7)
- Verglasung für ein Schienenfahrzeug, die wenigstens zwei in einem Abstand zueinander und übereinander angeordnete Scheiben aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Scheibe (V) aus einem Sicherheitsglas und die andere Scheibe (K) aus einem Kunststoff gebildet ist, wobei die beiden Scheiben über elastische Abstandshalter (A) miteinander verbunden sind.
- Verglasung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Scheibe (V) aus einem Einscheibensicherheitsglas gebildet ist.
- Verglasung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Scheibe (V) aus einem Verbundsicherheitsglas gebildet ist.
- Verglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die andere Scheibe (K) aus einer thermoplastischen Formmasse gebildet ist.
- Verglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die andere Scheibe (K) aus Acrylglas gebildet ist.
- Verglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die andere Scheibe (K) auf ihrer nach außen gerichteten Seite mit einer kratzfesten Schicht versehen ist.
- Verglasung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die elastischen Abstandshalter (A) aus einem thermoplastischen Kunststoff gebildet sind, der derart beschaffen ist, dass er unterschiedliche Wärmeausdehnungen der beiden Scheiben ausgleicht.
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