DE19923703A1 - Motorhauben-Verriegelungs/Entriegelungsvorrichtung - Google Patents
Motorhauben-Verriegelungs/EntriegelungsvorrichtungInfo
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Abstract
Eine Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung für die Motorhaube (5) eines Kraftfahrzeugs umfaßt einen Verriegelungsmechanismus (1) zum Verriegeln der Motorhaube (5), falls diese geschlossen ist, sowie einen von dem Fahrer über einen Schalter (10) betätigbaren Elektromotor (2), um den Verriegelungsmechanismus (1) zu entriegeln. Durch die elektrische Betätigung des Verriegelungsmechanismus (1) entfällt die störende Verlegung eines Bowdenzugs innerhalb des Kraftfahrzeugs. Vorzugsweise wird das Entriegeln des Verriegelungsmechanismus (1) aus Sicherheitsgründen nur freigegeben, falls die Handbremse (9) angezogen und der Gang ausgekuppelt ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Motorhauben-Verriegelungs/Entriegelungsvorrichtung
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Bekannterweise kann das Motorhaubenschloß eines Kraftfahrzeugs vom Fahrer entriegelt
werden. Zu diesem Zweck ist im Fahrgastraum des Kraftfahrzeugs ein Entriegelungshebel
vorgesehen, welcher mechanisch über einen sogenannten Bowdenzug mit dem
Motorhaubenschloß gekoppelt ist. Eine von dem Fahrer auf den Entriegelungshebel
ausgeübte Zugkraft wird über den Bowdenzug derart auf das Motorhaubenschloß
übertragen, daß dieses entriegelt wird und die Motorhaube anschließend geöffnet werden
kann.
Der Nachteil dieser Konstruktion besteht darin, daß der Bowdenzug aufgrund der
notwendigen mechanischen Verbindung zwischen dem Fahrgastraum bzw. dem dort
befindlichen Entriegelungshebel und dem im Frontende des Kraftfahrzeugs befindlichen
Motorhaubenschloß durch das Kraftfahrzeug und den gesamten Motorraum, u. a. auch durch
den dort untergebrachten Wasserkasten, verlegt werden muß. Es kann leicht zu einem
Aushaken oder Verkanten des Bowdenzugs kommen. Des weiteren ist die zuvor
beschriebene Konstruktion mechanisch relativ aufwendig, da mehrere mechanische
Einzelteile (u. a. der Entriegelungshebel und die Teile des Bowdenzugs) erforderlich sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine einfacher aufgebaute
Verriegelungs/Entriegelungsvorrichtung für die Motorhaube eines Kraftfahrzeugs
vorzuschlagen, welche insbesondere ohne eine Bowdenzugkonstruktion auskommt.
Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch eine Motorhauben-
Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Die
Unteransprüche definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung, welche u. a. zu einer verbesserten Betriebssicherheit der Motorhauben-
Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung beitragen.
Erfindungsgemäß umfaßt die Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung einen
Verriegelungsmechanismus bzw. ein Motorhaubenschloß, welches über einen elektrischen
Antrieb, insbesondere in Form eines Elektromotors, entriegelt werden kann.
Diese Anordnung besitzt den Vorteil, daß das Motorhaubenschloß einfach vom
Fahrgastraum durch Betätigung eines mit dem Elektromotor verbundenen Schalters
entriegelt werden kann. Somit ist zwischen dem Fahrgastraum und dem in der Regel im
Frontende des Kraftfahrzeugs befindlichen Motorhaubenschloß und dem damit gekoppelten
Elektromotor lediglich eine elektrische Verbindung erforderlich, die sich deutlich einfacher
als eine mechanische Verbindung realisieren läßt. Insbesondere ist kein Bowdenzug oder
eine ähnliche mechanische Konstruktion zur Kraftübertragung vom Fahrgastraum auf das
Motorhaubenschloß erforderlich. Die mit der Verlegung des Bowdenzugs verbundenen und
zuvor beschriebenen Probleme entfallen somit bei der vorliegenden Erfindung. Darüber
hinaus ist auch kein Entriegelungshebel mehr im Fahrgastraum erforderlich.
Vorzugsweise läßt sich das Motorhaubenschloß aus Sicherheitsgründen nur dann
entriegeln, wenn der Fahrer die Handbremse des Kraftfahrzeugs angezogen und den Gang
ausgekuppelt hat. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme kann vorgesehen sein, daß nach
Ablauf einer bestimmten Zeitspanne nach einer Öffnung der Motorhaube diese automatisch
wieder in ihre geschlossene Stellung gezogen und anschließend verriegelt wird.
Darüber hinaus kann für Notfälle ein zusätzlicher mechanischer Entriegelungsmechanismus
vorgesehen sein, welcher vorzugsweise von der Außenseite des Kraftfahrzeugs mit Hilfe des
Zündschlüssels betätigt werden kann, um beispielsweise bei Ausfall des Elektromotors
dennoch ein Öffnen der Motorhaube zu ermöglichen.
Während für das Entriegeln der Heckklappe eines Kraftfahrzeugs bereits verschiedene
Vorschläge bekannt sind, welche eine elektrische Betätigung des Heckklappenschlosses
betreffen, wird mit der vorliegenden Erfindung erstmals ein entsprechender Ansatz für das
Motorhaubenschloß vorgeschlagen.
So wird beispielsweise in der DE 196 34 898 A1 ein Heckklappenschloß für die Heckklappe
eines Kraftfahrzeugs beschrieben, welches eine Drehfalle, eine Sperrklinke, eine
Zuziehschwinge zum Verriegeln des Schlosses, ein Schließelement und einen
Öffnungshebel zum Entriegeln des Schlosses umfaßt, wobei diese Elemente derart
mechanisch miteinander gekoppelt sind, daß ein zuverlässiges Verriegeln und Entriegeln
des Heckklappenschlosses möglich ist. An der Zuziehschwinge greift ein translatorischer,
elektromechanischer Zuziehantrieb an. Darüber hinaus kann auch an dem Öffnungshebel
ein Zugelement zur elektrischen Fernbetätigung angreifen.
Auch in der DE 196 42 064 A1 ist ein Heckklappenschloß mit einer elektromechanischen
Verriegelungseinheit offenbart, wobei diesbezüglich insbesondere ein von einem
Elektromotor gespeistes Antriebselement zum Einsatz kommt.
Darüber hinaus wird in der DE 296 23 461 U1 ein System zum Entriegeln von Kofferräumen,
d. h. Heckklappen, von Kraftfahrzeugen beschrieben, welches vollständig freihändig
betätigbar ist. Zu diesem Zweck wird in dieser Druckschrift vorgeschlagen, das
Kraftfahrzeug mit Sende-/Empfangsmitteln auszustatten, welche einen von dem Fahrer oder
Benutzer mit sich getragenen Transponder abfragen, welcher daraufhin einen bestimmten
Kenncode an die Sende/Empfangsmittel des Kraftfahrzeugs überträgt. Bei Identifikation des
Benutzers entriegelt eine Steuereinheit das Heckklappenschloß.
Anhand der oben erwähnten Druckschriften ist ersichtlich, daß für Heckklappen
elektromechanisch betätigte Heckklappenschlösser bereits bekannt sind. Entsprechende
Lösungen für Motorhaubenschlösser sind hingegen noch nicht bekannt.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die einzige Figur (Fig. 1) anhand
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung beschrieben. Dabei ist
in Fig. 1 schematisch der Aufbau einer erfindungsgemäßen Motorhauben-Verriege
lungs/Entriegelungsvorrichtung in Form eines Blockschaltbilds dargestellt.
Die Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung umfaßt einen an sich üblichen
Verriegelungsmechanismus oder ein Motorhaubenschloß 1, welches zum Verriegeln der
Motorhaube 5 des Kraftfahrzeuges dient, wenn sich diese in ihrer geschlossenen Stellung
befindet.
Das Motorhaubenschloß 1 wird von einem Elektromotor 2 betätigt. Zu diesem Zweck ist der
Elektromotor 2 elektrisch mit einem vorzugsweise im Fahrgastraum des Kraftfahrzeugs
untergebrachten Schalter oder Taster 10 verbunden. Der Fahrer kann somit einfach durch
Betätigen des Schalters 10 den Elektromotor in Betrieb setzen, wodurch das
Motorhaubenschloß 1 entriegelt wird und ein Öffnen der Motorhaube 5 möglich ist.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung ist der Schalter 10 über
eine Steuereinheit 4 mit dem Elektromotor 2 verbunden. Die Steuereinheit 2 dient dazu, bei
Betätigung des Schalters 10 die Aktivierung des Elektromotors 2 aus Sicherheitsgründen
selektiv in Abhängigkeit von bestimmten Zustandsinformationen freizugeben. Dabei
überwacht die Steuereinheit 4 beispielsweise insbesondere das Handbremsensystem 9 und
das mit dem Motor 7 und der Antriebswelle 11 des Kraftfahrzeugs gekoppelte Getriebe 8
und gibt den Elektromotor 2 nur dann frei, wenn die somit erhaltenen Zustandsinformationen
anzeigen, daß der Fahrer die Handbremse 9 gezogen und den Gang aus dem Getriebe 8
ausgekuppelt hat, so daß ein gefahrenloses Öffnen der Motorhaube 5 möglich ist.
Als weitere Sicherheitsmaßnahme ist die Steuereinheit 4 mit einem Schließmechanismus 6
verbunden, der ein automatisches Schließen der Motorhaube 5 ermöglicht. Die Steuereinheit
4 aktiviert nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne, beispielsweise nach einer Minute, nach
einem Öffnen der Motorhaube 5 den Schließmechanismus 6 sowie den Elektromotor 2, um
zunächst die Motorhaube 5 automatisch zu schließen und anschließend durch Betätigung
des Motorhaubenschlosses 1 mit Hilfe des Elektromotors 2 zu verriegeln. Auf diese Weise
wird verhindert, daß die Motorhaube 5 irrtümlicherweise offen gelassen wird.
In Notfällen kann ein manuelles Entriegeln des Motorhaubenschlosses 1 notwendig sein.
Dies betrifft insbesondere den Fall, wenn die elektrische Verbindung zwischen dem Schalter
10 und dem Elektromotor 2 unterbrochen oder der Elektromotor 2 defekt ist. Zu diesem
Zweck ist im Frontende der Motorhaube des in Fig. 1 gezeigten Kraftfahrzeuges ein
mechanischer Entriegelungsmechanismus vorgesehen, der ein mechanisches Entriegeln
des Motorhaubenschlosses 1 von der Außenseite des Fahrzeuges, insbesondere mit Hilfe
des Zündschlüssels, ermöglicht. Dieser mechanische Entriegelungsmechanismus kann am
Frontende des Kraftfahrzeugs beispielsweise in dem üblicherweise dort angebrachten
Firmenzeichen des Kraftfahrzeugherstellers untergebracht sein.
1
Verriegelungsmechanismus
2
Elektromotor
3
Mechanischer Entriegelungsmechanismus
4
Steuereinheit
5
Motorhaube
6
Schließmechanismus
7
Fahrzeugmotor
8
Getriebe
9
Handbremsensystem
10
Entriegelungsschalter
11
Antriebswelle
Claims (11)
1. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung, wobei die Verriege
lungs-/Entriegelungsvorrichtung einen Verriegelungsmechanismus (1) zum Verriegeln der
Motorhaube (5) eines Kraftfahrzeugs in deren geschlossenen Stellung umfaßt, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung einen mit dem
Verriegelungsmechanismus (1) gekoppelten elektrischen Antrieb (2) zum Entriegeln des
Verriegelungsmechanismus (1) umfaßt.
2. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der elektrische Antrieb (2) über einen im Fahrerbereich des
Kraftfahrzeugs angeordneten Schalter (10) betätigbar ist.
3. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung einen mit
dem Verriegelungsmechanismus (1) gekoppelten mechanischen
Entriegelungsmechanismus (3) umfaßt, wobei der Verriegelungsmechanismus (1)
sowohl durch den elektrischen Antrieb (2) als auch durch den mechanischen
Entriegelungsmechanismus (3) entriegelbar ist.
4. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der mechanische Entriegelungsmechanismus (3) von der
Außenseite der Kraftfahrzeugs her betätigbar ist.
5. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der mechanische Entriegelungsmechanismus (3) mit Hilfe eines
Zündschlüssels des Kraftfahrzeugs betätigbar ist.
6. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3-5,
dadurch gekennzeichnet, daß der mechanische Entriegelungsmechanismus (3) an der
Außenseite des Frontendes des Kraftfahrzeugs untergebracht ist.
7. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung
Steuermittel (4) zur selektiven Freigabe des elektrischen Antriebs (2) in Abhängigkeit
von bestimmten Zustandsinformationen des Kraftfahrzeugs umfaßt.
8. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuermittel (4) den elektrischen Antrieb (2) nur freigeben,
falls die Zustandsinformationen eine angezogene Handbremse (9) des Kraftfahrzeugs
anzeigen.
9. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuermittel (4) den elektrischen Antrieb (2) nur
freigeben, falls die Zustandsinformationen ein ausgekuppeltes Getriebe (8) des
Kraftfahrzeugs anzeigen.
10. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schließmechanismus (6) zum
automatischen Schließen der Motorhaube (5) vorgesehen ist.
11. Motorhauben-Verriegelungs-/Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 10 und einem der
Ansprüche 7-9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuermittel (4) derart ausgestaltet
sind, daß sie nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne nach dem Entriegeln des
Verriegelungsmechanismus (1) den Schließmechanismus (6) aktivieren, um die
Motorhaube (5) in ihre geschlossene Stellung zu bringen, und anschließend den
elektrischen Antrieb (2) aktivieren, um den Verriegelungsmechanismus (1) wieder zu
verriegeln.
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