Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren mit den im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen
sowie auf eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Pa
tentanspruchs 6.
Wie aus der DE 196 17 038 A1 bekannt, werden für Kraft
fahrzeuge Identifikationssysteme vorgesehen, die sicher
stellen sollen, daß Fahrzeugfunktionen nur von berechtig
ten Nutzern durchführbar sind. Sogenannte passive Systeme
arbeiten ohne daß der Fahrzeugnutzer aktiv ein Signal ab
senden muß, wenn er Zugriff zum Fahrzeug wünscht. Durch
eine Betätigungshandlung, beispielsweise einen Griff zum
Türgriff, wird signalisiert, daß der Nutzer das Fahrzeug
öffnen will. Daraufhin generiert ein Steuergerät im Fahr
zeug einen Fragecode, der über eine Sendeeinheit zur ei
ner Benutzeridentifikationseinheit gesendet wird. Dabei
kann es sich um eine Chipkarte in der Tasche des Nutzers
handeln. Die Identifikationseinheit generiert eine Ant
wort (Code) die direkt oder indirekt an das Steuergerät
im Fahrzeug übermittelt wird. Nach einer Analyse der Ant
wort ist es möglich zu unterscheiden, ob der Nutzer be
rechtigt ist das Fahrzeug zu nutzen oder nicht. Fahrzeug
funktionen können freigegeben/aktiviert oder auch ge
sperrt werden/bleiben.
Zur Erhöhung der Sicherheit dieser Systeme ist es üblich,
daß die Fragecodes nicht konstant sind, sondern durch Zu
fallsgeneratoren immer neu gebildet werden. Problematisch
ist, daß von der Betätigungshandlung des Nutzers bis zur
Funktionsfreigabe eine gewisse Zeit vergeht. Bei einem
abgestellten Fahrzeug muß ein üblicherweise vorhandenes
BUS-System erst "geweckt" werden, dann muß der Fragecode
generiert und zum Sender übermittelt werden und es ver
geht weitere Zeit, bis die Antwort ausgewertet ist. In
der DE 196 17 038 A1 versucht man Abhilfe zu schaffen und
die genannte Zeit zu verkürzen, indem nicht die Betäti
gung des Türgriffs als Startsignal genutzt wird, sondern
bereits eine Annäherung der Hand an den Türgriff erkannt
wird. Mit relativ hohem Aufwand wird so erreicht, daß bei
der Türgriffbetätigung auch bereits die Freigabe der Öff
nungsfunktionen erfolgt ist, sich das Schloß also entrie
geln läßt.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein einfaches aber sicheres
System zur passiven Benutzeridentifikation zu schaffen,
das die Benutzeridentifikation innerhalb sehr kurzer Zeit
realisiert.
Zur Lösung dieser Aufgabe zeichnet sich das erfindungsge
mäße Verfahren durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale aus und ist die erfindungsgemäße Vorrichtung
durch die im Patentanspruch 6 aufgeführten Merkmale ge
kennzeichnet. Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus den Patentansprüchen 2 bis 5 und 7.
Die für die Benutzeridentifikation erforderliche Zeit
wird deutlich reduziert, wenn ein Fragecode nicht erst
generiert wird, wenn er benötigt wird, sondern bereits
vorab bereitgehalten wird. Es ist vorgesehen, den Frage
code für den jeweils nächst folgenden Identifikationsvor
gang in einem elektronischem Speicher einer Sendeeinheit
bereit zu halten und sofort nach Erkennen des Handlungs
wunsches des Nutzers an dessen Identifikationseinheit ab
zusenden. Gleichzeitig kann das BUS-System des Fahrzeugs
"geweckt" werden, so daß eine Steuereinheit im Fahrzeug
bereit zum Empfang des Antwortcodes ist, den es direkt
von der Identifikationseinheit oder indirekt unter Zwi
schenschaltung einer Sende-/Empfangseinheit erhält. In
irgendeiner Phase während oder nach dem aktuellen Identi
fikationsvorgang kann der Fragecode für den nächstfolgen
den Vorgang generiert und in den genannten Speicher ein
geschrieben werden, was zeitlich völlig unkritisch ist
und den aktuellen Identifikationsvorgang nicht negativ
beeinflußt.
Zur Erreichung einer hohen Systemsicherheit ist es von
Vorteil, wenn die Zeit vom Absenden eines aktuellen Fra
gecodes bis zum Eintreffen des Antwortcodes erfaßt wird.
Dies kann in der Sende-/Empfangseinheit erfolgen, wenn
die Antwort über diese an das Steuergerät übermittelt
wird. Es kann aber auch die Zeit vom Eintreffen des Weck
signals bei der Steuereinheit (wird gleichzeitig mit dem
Fragecode abgesendet) bis zum Eintreffen der Antwort im
Steuergerät erfaßt werden. Überschreitet die erfaßte Zeit
eine vorgegebene Zeitspanne, wird eine Aktivierung von
Fahrzeugfunktionen nicht zugelassen. So sind sogenannte
"Aufzeichnungsangriffe" abwehrbar. Das heißt, falls ein
Unberechtigter den Fragecode empfängt und aufzeichnet,
sich damit in die Nähe des Fahrzeugbesitzers begibt, den
Fragecode aussendet und den Antwortcode empfängt und an
schließend sich wieder zum Fahrzeug begibt um den Ant
wortcode abzusenden, wird eine auszuführende Funktion be
reits gesperrt sein, da das Zeitlimit überschritten ist.
Details der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Be
schreibung eines Ausführungsbeispiels. Von den zugehöri
gen Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 Ein Kraftfahrzeug mit einer erfindungsgemä
ßen Identifikationsvorrichtung;
Fig. 2 einen schematischen Plan zur Verdeutlichung
des Verfahrensablaufes;
Fig. 3 einen Plan nach Fig. 2 mit einem alternati
ven Verfahrensablauf.
In Fig. 1 ist das Schließsystem eines Kraftfahrzeugs
schematisch verdeutlicht. An jeder Tür, dem Kofferraum
sowie dem Tankdeckel sind Aktoren einer Zentralverriege
lung vorgesehen. Des weiteren ist für die Erfindung eine
Steuereinheit 1 im Fahrzeug von Belang, von welcher aus
Fahrzeugfunktionen freigegeben oder gesperrt werden kön
nen. Über ein BUS-System 2 ist die Steuereinheit 1 mit
einer Sendeeinheit 3 in einer Fahrertür 4 verbunden. Eine
Sendeeinheit 5 in einer Beifahrertür 6 kann identisch
ausgeführt sein. Die Sendeeinheiten 3 und 5 können bei
anderer Ausführung der Erfindung auch als Sende-/Em
pfangseinheiten 3, 5 ausgebildet sein. Zur Identifika
tionsvorrichtung des Fahrzeugs gehört des weiteren zumin
dest eine Identifikationseinheit 7, die ein Fahrzeugnut
zer bei sich trägt. Diese Einheit 7 ist beispielsweise
als Chipkarte ausgeführt und weist in bekannter Weise ei
nen eigenen Speicher, Rechenkapazität und eine Sende-
/Empfangseinrichtung auf.
Nicht näher in der Zeichnung dargestellt sind Details ei
nes Türgriffs 8. In bekannter Art ist realisiert, daß au
tomatisch erkannt wird, wenn der Türgriff 8 betätigt
wird. Dies kann wie in DE 196 17 038 A1 angegeben erfol
gen, oder ein Türgriff-Kontaktschalter signalisiert einen
Öffnungswunsch des Nutzers. Es ist auch möglich, die An
näherung eines Fahrzeugnutzers anderweitig zu erfassen
(Drücken eines separaten Knopfes; Berühren eines Fahr
zeugteils; optische Verfahren. . .).
Das im folgenden anhand von Fig. 2 zu beschreibende
Identifikationsverfahren beginnt in jedem Fall mit dem
Erkennen einer bestimmten Bedingung, die in der Fig. 2
mit 0. symbolisiert und der Sendeeinheit 3 bzw. 5 zuge
führt wird. Daraufhin wird umgehend ein Fragecode F aus
einen Speicher Sp der Sendeeinheit 3, 5 entnommen und
drahtlos an die Identifikationseinheit 7 übermittelt.
Gleichzeitig wird ein Wecksignal 9 von der Sendeeinheit
3, 5 an die Steuereinheit 1 übermittelt, womit die Steu
ereinheit 1 selbst, der Fahrzeug-BUS 2 und weitere Steu
ergeräte in den aktiven Zustand geschaltet werden
(Verfahrensschritt I). Im folgenden Verfahrensschritt II
wird ein in der Identifikationseinheit 7 errechneter Ant
wortcode A (drahtlos) an die Steuereinheit 1 gesandt.
Nachdem diese Antwort empfangen wurde, wird von der Steu
ereinheit 1 im Verfahrensschritt III ein neuer Fragecode
F1 generiert und an den Speicher Sp der Sendeeinheit 3, 5
übermittelt, so daß der Fragecode F1 dann dort für den
nächstfolgenden Identifikationsvorgang bereit liegt.
Gleichzeitig wird im Steuergerät 1 der Antwortcode A
überprüft. Entspricht er dem Erwartungswert, werden im
Verfahrensschritt IV Fahrzeugfunktionen in bekannter
Weise freigeschaltet. Ist dies nicht der Fall, bleiben
diese Funktionen gesperrt.
In Fig. 3 ist eine geringfügig abgewandelte Variante des
Verfahrens dargestellt. Die Einheit 3, 5 ist als Sende-
/Empfangseinheit 3, 5 ausgeführt. Der Antwortcode A wird
drahtlos an die Einheit 3, 5 gesandt (Schritt II') und
von dort aus über den BUS 2 an die Steuereinheit 1 über
mittelt (Schritt II"). Ein weiterer Unterschied zum Ver
fahren nach Fig. 2 besteht darin, daß die Fahrzeugfunk
tionen bereits im Verfahrensschritt III' freigeschaltet
werden (soweit der Antwortcode A okay ist) und erst dann
im Schritt IV' der neue Fragecode F1 ermittelt und an den
Speicher Sp der Sende-/Empfangseinheit 3, 5 übermittelt
wird.
In jedem Falle ist es von besonderem Vorteil, daß der
Fragecode F umgehend nach Eingang eines Initialisierungs
signals 0. abgesandt wird, womit gegenüber bekannten Ver
fahren ein bedeutender Zeitgewinn entsteht. Ein neuer
Fragecode F1 wird zu unkritischer Zeit generiert und an
die Einheit 3, 5 übermittelt. Das System arbeitet be
reits, während der Fahrzeug-BUS 2 und die Steuereinheit 1
"geweckt" wird.