DE19853211C2 - Brunnenrohr - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Brunnenrohr gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
Derartige Brunnenrohre sind unter Verwendung von Kupplungs
gliedern zu einem zugfesten Rohrstrang zusammensetzbar, der
zur Verrohrung eines Brunnens dient, wobei einzelne Brunnen
rohre als Filterrohre ausgebildet sein können, die zumindest
in Abständen innerhalb des Rohrstranges angeordnet sind.
Aus der DE-OS 25 30 370 ist ein Brunnenrohr aus Asbestzement
bekannt. Asbestzementrohre haben den Vorteil, daß sie einer
seits verhältnismäßig leicht und andererseits in der Lage
sind, die beim hängenden Einbau eines solchen Rohrsstranges in
einem Brunnen auftretenden erheblichen Zugkräfte aufzunehmen
und auf die Einrichtung zu übertragen, an welcher der Rohr
strang während des Einbaus im Brunnen hängt.
Es ist ferner bekannt, Brunnenrohre aus Asbestzement auch mit
einem Filterkörper zu versehen, um sie als Filterrohre verwen
den zu können. Die DE-PS 13 01 300 offenbart ein Filterrohr
mit einem Tragrohr aus Asbestzement oder Kunststoff, dessen
mit Löchern versehene Wand außenseitig eine durch eine Kies
packung gebildete mantelförmige Filterschicht trägt. Diese
Löcher sind erforderlich, damit das durch die Filterschicht
fließende Wasser in das Innere des Tragrohres eintreten kann.
Abgesehen von den bereits erwähnten Bedenken bezüglich der
weiteren Verwendung von Rohren aus Asbestzement weisen diese
bekannten Brunnen-Filterrohre den Nachteil auf, daß das An
bringen der Löcher in den Wandungen erhebliche Kosten ver
ursacht. Hinzu kommt, daß die freie Filterfläche bei diesen
bekannten Rohren durch die Wandbereiche des Tragrohres, die
zwischen den Löchern desselben vorhanden sind, eine erhebliche
Einschränkung erfährt.
Die DE-OS 17 86 014 offenbart ein Brunnenfilterrohr, welches
einen als Skelett oder Käfig ausgebildeten Stützkörper auf
weist, der mit einem umlaufenden Mantel versehen ist, der als
Kiespackung ausgebildet ist. Dabei wird vorausgesetzt, daß die
Enden des Käfigs an beiden Enden des Filterrohres aus der
Kiespackung herausragen, um zwei aufeinanderfolgende Rohre
miteinander verbinden zu können. Dieses bekannte Brunnenfil
terrohr ist verhältnismäßig schwer, da der als Käfig oder dgl.
ausgebildete Stützkörper offensichtlich aus Metall besteht.
Zudem weist es den Nachteil auf, daß es aufgrund des Vorhan
denseins dieses Stützgerüstes nicht ohne weiteres abbaggerbar
ist. Dieser Eigenschaft kommt dann eine besondere Bedeutung
zu, wenn das Brunnenfilterrohr zu Entwässerungszwecken im
Tagebau, insbesondere im Braunkohlentagebau, in Bereichen
verwendet wird, die später unter Verwendung beispielsweise
eines Schaufelradbaggers abgebaggert werden.
Aus der DE-OS 17 84 288 ist ein Brunnenfilterrohr bekannt,
welches, da es lediglich aus einer durch Kunstharz gebundenen
körnigen Packung besteht, ohne weiters abbaggerbar ist. Dabei
sind die beiden an den Enden des Rohres befindlichen Verbin
dungsabschnitte mit einem größeren Anteil an Bindemittel ver
sehen, so daß sie eine größere Festigkeit aufweisen. Außerdem
sind an den Verbindungsabschnitten umlaufende Nuten an
gebracht, die im Zusammenwirken mit einer den Verbindungs
abschnitten zweier benachbarter Rohre gemeinsamen Muffe je
weils einen Kanal bilden, in den ein Verbindungselement in
Form eines ummantelten Drahtseilabschnittes eingeführt werden
kann. Wenngleich diese Filterrohre ohne Schwierigkeiten abbag
gerbar sind, ist ihre Beanspruchbarkeit auf Zug außerordentlich
gering, so daß sie beim überwiegend angewendeten hängen
den Ausbau eines Brunnens nicht verwendet werden können.
Aus der DE 70 20 888 U1 ist ein Filterrohr für Brunnen bekannt,
welches aus durch Glasfasern verstärktem Kunstharz hergestellt
ist und aus einer Vielzahl von sektorförmigen Formkörpern
besteht, die in Achsrichtung in Abständen voneinander angeord
net sind. Die Glasfaserverstärkung ist in Form eines aus Glas
faserrowings bestehenden Skeletts vorgesehen.
Aus der DE 72 06 442 U1 ist ein selbsttragendes Brunnenfilter
rohr mit einem körnigen Filtermantel bekannt, bei dem der
Filtermantel durch Kunststoffkleber und begrenzte plastische
Kontaktverfestigung der körnigen Filtermasse die zur Aufnahme
der Zug- und Druckbelastungen erforderliche Festigkeit erhält,
ohne daß ein metallener Käfig oder andere Stützelemente not
wendig sind. Zur Verbindung mehrerer Filterabschnitte sind an
den Enden des Filtermantels Anschlußelemente angeordnet, die
durch den in den Filtermantel eingelassene und in dessen
Längsrichtung verlaufende Verbindungsglieder zusammengehalten
werden.
Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Brunnenrohr der einleitend beschriebenen Art so auszugestal
ten, daß es bei leichtem Gewicht eine ausreichende Festigkeit
aufweist, die auch einen hängenden Brunnenausbau ermöglicht,
ohne daß zu seiner Herstellung Asbestzement verwendet werden
müßte. Dabei soll die Herstellung des Brunnenrohres auch dann,
wenn es als Filterrohr ausgebildet ist, zumindest nicht
schwieriger und aufwendiger sein als die bekannter Filter
rohre.
Diese Aufgabe wird durch die Kombination der im Kennzeichen
des Anspruches 1 angeführten Merkmale gelöst.
Die Anwendung von kunstharzgebundenen Glasfaserstäben ermög
licht es, Brunnenrohre mit großer Zugfestigkeit herzustellen,
die kein wesentlich größeres Gewicht aufweisen als bekannte
Brunnenrohre, z. B. aus Asbestezement, die ohne irgendwelche
Verstärkungs- oder Stützeinlagen gefertigt sind. Zudem er
fordern derartige Glasfaserstäbe keine zusätzlichen Maßnahmen
zur Korrosionsvermeidung. Bei entsprechender Wahl des
Kunstharzes für die Glasfaserstäbe einerseits und für den
Polymerbeton sowie gegebenenfalls die Filterkiespackung ande
rerseits kann eine kohäsive und/oder adhäsive Verbindung zwi
schen den Glasfaserstäben und den jeweiligen Abschnitten des
Filterrohres herbeigeführt werden mit der Folge, daß ein als
Filterrohr ausgebildetes Brunnenrohr in seiner Gesamtheit
weniger heterogen ist als übliche Brunnenfilterrohre, die
beispieslweise aus einer kunstharzgebundenen Kiesschicht und
einem Skelett oder Rahmen aus Stahl bestehen. Diese weniger
heterogene Beschaffenheit wirkt sich insbesondere dann günstig
aus, wenn das Brunnenfilterrohr auf Zug vorgespannt wird, da
aufgrund der homogenen Verbindungen zwischen den kunstharz
gebundenen Glasfaserstäben und der Kiesfilterpackung bzw. dem
Polymerbeton in den Verbindungabschnitten die Zugbeanspruchung
gleichmäßiger auf das gesamte Brunnenfilterrohr verteilt wer
den kann, ohne daß die Gefahr eines Ablösens der den Rohrman
tel bildenden Bestandteile vom Glasfaserstab besteht. Anzahl
und Durchmesser der Glasfaserstäbe können so gewählt werden,
daß bezüglich der insgesamt vorhandenen Umfangsfläche der
Glasfaserstäbe und somit der Verbindungsfläche zwischen diesen
und dem umgebenden Polymerbeton bzw. der umgebenden Filter
kiespackung ein Optimum erzielbar ist.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel der Erfindung ein
Brunnenfilterrohr dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Brunnenfilterrohr,
Fig. 2 einen den Endabschnitt des Brunnenfilterrohres dar
stellenden Ausschnitt aus Fig. 1 in größerem Maßstab,
Fig. 3 einen Ausschnitt aus der Stirnansicht des Brunnenfil
terrohres im Maßstab der Fig. 2.
Das Brunnenfilterrohr 10 weist an jedem Ende einen verhältnis
mäßig kurzen Verbindungsabschnitt 12 aus Polymerbeton und
einen dazwischen befindlichen Abschnitt 14 auf, der als Kies
klebefilter ausgebildet ist und aus Filterkiesen und
Polyester- oder Vinylesterharz besteht. Diese Harze können
auch als Bindemittel für den Polymerbeton verwendet werden.
Das Brunnenfilterrohr 10 ist mit kunstharzgebundenen Glasfa
serstäben 16 versehen, die sich zwischen seinen Stirnseiten 18
erstrecken und nahe der inneren Begrenzungswandung 20 ver
laufen. Dies ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß
beim Ausführungsbeispiel das Brunnenfilterrohr 10 im Bereich
der Verbindungsabschnitte 12 eine wesentlich geringere Wand
stärke aufweist als im Bereich des Kiesfilters 14.
Die Glasfaserstäbe 16 können beispielsweise mit einem Durch
messer von 3-9 mm versehen sein. Derartige Glasfaserstäbe
können eine Zugfestigkeit von mehr als 100 n/mm2 aufweisen.
Für die bessere Verankerung des einzelnen Glasfaserstabes im
Polymerbeton bzw. in der Filterpackung kann der Glasfaserstab
außenseitig so ausgebildet sein, daß das Entstehen einer glat
ten Oberfläche vermieden wird. Dies kann beispielsweise da
durch erreicht werden, daß auf den Glasfaserstab ein Draht
oder ggf. auch ein Glasfaserroving spiralförmig aufgewickelt
ist, um so auch eine formschlüssige Verbindung zwischen Glas
faserstab und Polymerbeton bzw. Kiesfilter zu erzielen. Die
Anzahl der Glasfaserstäbe hängt von den jeweiligen Gegebenhei
ten, auch vom Durchmesser des Brunnenfilterrohres, ab. In der
Mehrzahl der Fälle werden etwa 20 bis 25 derartiger Glasfaser
stäbe in regelmäßigen Abständen um den Umfang herum verteilt
angeordnet sein.
Da das Kiesfilter 14 eine Mindestdurchlässigkeit aufweisen
muß, die ein Porenvolumen von beispielsweise 36% erfordert,
ist seine Druckfestigkeit merklich geringer als die des Poly
merbetons, aus welchem die Verbindungsabschnitte 12 bestehen.
Dies ist jedoch von untergeordneter Bedeutung, da es im we
sentlichen darauf ankommt, daß das Rohr bei vertikalem, also
hängendem Einbau, Zugkräfte aufzunehmen und zu übertragen in
der Lage ist. Die Verbindung zum jeweils benachbarten Rohr
kann über eine Muffe erfolgen, die den jeweiligen Verbindungs
abschnitt und den des benachbarten Verbindungsabschnittes des
anschließenden Rohres umschließt, wobei die formschlüssige
Verbindung zwischen der nicht dargestellten Muffe und dem
jeweiligen Verbindungabschnitt 12 z. B. auf bekannte Weise
durch ein Drahtseil oder einen Polyamidstab erfolgt, das bzw.
der in die außen am jeweiligen Verbindungsabschnitt 12 an
gebrachte Nut 22 eingreift. Die in dem aus mehreren Rohren
bestehenden Rohrstrang wirksamen axialen Zugkräfte werden
durch diese Verbindungselemente von Rohr zu Rohr übertragen.
Innerhalb der einzelnen Rohre erfolgt die Übertragung der
axialen Zugkräfte im wesentlichen durch die kunstharzgebunde
nen Glasfaserstäbe.
Die Herstellung der Rohre erfolgt in einer Form, die die äuße
re und innere Begrenzung des Rohres definiert. In diese im
Querschnitt einen Ring darstellende Form werden zunächst die
Glasfaserstäbe angeordnet und auf Zug beansprucht, worauf dann
aufeinanderfolgend zunächst das Material für den unteren Ver
bindungsabschnitt 12, dann das Material für den Abschnitt 14
aus Filterkies und dann das Material für den oberen Verbin
dungsabschnitt eingefüllt werden.
Das eingefüllte Material wird, bevor es beginnt auszuhärten,
durch einen Rüttler verdichtet, wobei dabei, soweit es das
Kiesfilter betrifft, das angestrebte Porenvolumen zu beachten
ist.
Zur Herstellung von Brunnenrohren, die ohne Filterpackung und
somit durchgehend aus Polymerbeton hergestellt sind, wird eine
Form verwendet, die über die gesamte Länge einen konstanten
Außendurchmesser aufweist, der beispielsweise dem in den End
bereichen 12 des in den Fig. 1-3 dargestellten Brunnenfil
terrohres entspricht. Da das Rohr über seine gesamte Länge aus
Polymerbeton besteht, wird demzufolge auch ausschließlich
Polymerbeton in die Form eingefüllt, nachdem zuvor darin die
Glasfaserstäbe angeordnet und auf Zug beansprucht sind.
In beiden Fällen, also beim normalen Brunnenrohr mit geschlos
sener Wandung und dem Brunnenfilterrohr übernehmen die Glasfa
serstäbe die axialen Zugbelastungen, so daß das Brunnenrohr
gemäß der Erfindung dort einsetzbar sind, wo auch bekannte
Brunnenrohre eingesetzt werden können, zumal es den Vorteil
der Abbaggerbarkeit aufweist. Das Brunnenrohr ist jedoch auch
ohne weiteres mit Vorteil dort einsetzbar, wo diese Eigen
schaft keine Rolle spielt.
Claims (11)
1. Brunnenrohr (10) mit in seiner Längsrichtung innerhalb
seiner Wandung verlaufenden und über den Umfang des Rohres
in Abständen voneinander angeordneten Stäben (16), wobei
die Wandung aus mit Polymer gebundenen kiesartigen Körnern
hergestellt ist, dadurch gekennzeich
net, daß die Stäbe als kunstharzgebundene Glasfaserstäbe
(16) ausgebildet sind, die mit der Wandung kohäsiv
und/oder adhäsiv verbunden sind und in Längsrichtung auf
Zug vorgespannt in die Wandung eingebettet sind.
2. Brunnenrohr (10) nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Brunnenrohr (10) an jedem
seiner Enden einen Verbindungsabschnitt (12) für wenig
stens ein Kupplungsglied aufweist, mittels welchem das
Brunnenrohr (10) mit anderen Brunnenrohren zu einer zug
festen Rohrleitung zusammensetzbar ist.
3. Brunnenrohr (10) nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die beiden Verbindungsab
schnitte (12) aus Polymerbeton bestehen und zwischen die
sen beiden Verbindungsabschnitten (12) ein als Filter (14)
ausgebildeter Abschnitt angeordnet ist, der ebenfalls aus
mit Polymer gebundenen kiesartigen Körnern hergestellt
ist, wobei der Polymeranteil an den Verbindungsabschnitten
(12) größer ist als in dem zwischen diesen befindlichem
Filterabschnitt (14), der als Kiespackung ausgebildet ist.
4. Brunnenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ge
kennzeichnet durch eine derartige Ausge
staltung der Oberfläche der Stäbe (16), daß zumindest ein
teilweiser Formschluß zwischen Oberflächen der Stäbe und
dem das Brunnenrohr bzw. die Verbindungsabschnitte (12)
bildenden Polymerbeton und/oder gegebenenfalls dem Filter
mantel (14) entsteht.
5. Brunnenrohr nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Polymer-Bindemittel ein Polye
sterharz verwendet wird.
6. Brunnenrohr nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Polymer-Bindemittel ein Vinyle
sterharz verwendet wird.
7. Brunnenrohr nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Polymeranteil in den Verbindungs
abschnitten (12) etwa 10%-15% und im Filtermantel (14)
4%-7% beträgt.
8. Brunnenrohr nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Wandstärke des Brunnenrohres im
Bereich des Filterabschnitts (14) größer ist als im Be
reich der beiden Verbindungsabschnitte (12).
9. Brunnenrohr nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die kunstharzgebundenen Glasfaser
stäbe (16) auch mit der Filterpackung (14) kohäsiv oder
adhäsiv verbunden sind.
10. Brunnenrohr nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Stäbe (16) sich zwischen den
beiden stirnseitigen Begrenzungen (18) des Brunnenrohres
(10) erstrecken.
11. Brunnenrohr nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verbindungsabschnitte (12) mit
umlaufenden nutförmigen Vertiefungen (22) zur Aufnahme
eines Verbindungselementes versehen sind.
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