DE19824716A1 - Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen keramischen Preßkörpern - Google Patents
Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen keramischen PreßkörpernInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen keramischen Preßkörpern, insbesondere von Tellern, Platten und Schüsseln aus pulverförmiger oder granulatförmiger Masse, wobei die Preßwerkzeuge aus einem Formenoberteil mit einer harten Oberfläche, aus einem Formenunterteil mit einer elastischen Membran zum isostatischen Pressen, einer Putzeinrichtung zum Reinigen des Formenoberteils und einer Wechseleinrichtung zum Umschalten des Formenoberteils aus der Preßstellung in die Putzstellung, besteht. Es war die Aufgabe zu lösen, eine einfache Preßanlage zu schaffen, bei der ein regelmäßiger Reinigungsvorgang des Formenoberteils durchgeführt werden kann. Die Aufgabe wird mit einer Preßform zur Herstellung von schalenförmigen keramischen Preßkörpern, dadurch gelöst, daß das Formenoberteil mit Füllschieber, Schießkopf und Granulatbehälter in einer kompletten Werkzeugoberstempeleinheit integriert ist, wobei zwei Werkzeugoberstempeleinheiten auf einer Wechseleinrichtung befestigt sind, durch die die Werkzeugoberstempeleinheiten in einer festlegbaren Umschaltfolge von dem Formenunterteil in die Putzeinrichtung schwenkbar sind, so daß jeweils die eine Werkzeugoberstempeleinheit auf dem Formenunterteil angeordnet ist, und die andere Werkzeugoberstempeleinheit in der abgedichteten Putzeinrichtung liegt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Preßanlage zur Herstellung von
schalenförmigen keramischen Preßkörpern, insbesondere von
Tellern, Platten und Schüsseln aus pulverförmiger oder
granulatförmiger Masse, wobei die Preßanlage aus einem
Formenoberteil mit einer harten Oberfläche, aus einem
Formenunterteil mit einer elastischen Membran zum isostatischen
Pressen, einer Putzeinrichtung zum Reinigen des Formenoberteils
und einer Wechseleinrichtung zum Umschalten des Formenoberteils
aus der Preßstellung in die Putzstellung besteht
Das Preßwerkzeug enthält in bekannter Weise ein Formenoberteil
und ein Formenunterteil, zwischen denen beim Schließen der
beiden Formteile ein Hohlraum gebildet wird, der der Form des
herzustellenden Preßkörpers entspricht, sowie eine Füll
einrichtung für die Zuführung der Pulver- oder granulatförmigen
Masse in den Hohlraum.
Damit die pulver- oder granulatförmige Masse, die eine Feuchte
von etwa 1-3% besitzt, nicht an den Oberflächen der
Formenoberteile haften bleibt, werden die Formenoberteile in
der Praxis mit einer elastischen Schicht, im allgemeinen aus
Polyuretan, überzogen. Diese elastische Beschichtung besitzt
jedoch einen wesentlichen Nachteil. Da die pulver- oder
granulatförmige Masse, die zur Herstellung der Preßkörper
dient, eine gewisse körnige Struktur aufweist, werden die
Oberflächen der Preßkörper nicht total glatt. Diese Erscheinung
ist dem Umstand zuzuschreiben, daß sich die Partikel der
Formmasse in die elastische Membran der Formenoberteile
eindrücken.
Eine einwandfreie glatte Oberfläche erhält man, wenn die
Formenoberteile eine harte Oberfläche, z. B. aus Stahl besitzen.
Bei diesen Formenteilen werden die Partikel der Formmasse
zerdrückt und auf den Preßkörpern entsteht eine sehr glatte
Oberfläche. Diese Formenteile besitzen jedoch den Nachteil, daß
auf ihnen Ablagerungen der pulver- oder granulatförmigen Masse
entstehen, die in Abhängigkeit von den Eigenschaften des
Granulat nach einer mehr oder weniger großen Anzahl von
Preßvorgängen zu unbrauchbaren Preßkörpern führen.
Es wurden vielfältige Versuche unternommen, diese Ablagerungen
auf der harten Oberfläche des Formenoberteiles zu verhindern,
die jedoch bisher zu keiner praktikablen Lösung geführt haben.
Bei bekannten Verfahren wird deshalb das formgestaltende Teil
des Formenoberteiles, das zum Beispiel mit einer
Stahloberfläche ausgerüstet ist, zyklisch aus der Preßform
herausgehoben, gereinigt und wieder eingefahren. Dazu wird die
Werkzeugoberstempeleinheit getrennt. Die Verschmutzungen an den
Formenoberteilen und entstehenden Trennstellen, die durch Staub
und Granulat verursacht werden, führen häufig zu
Funktionsstörungen, die mit Verlusten verbunden sind und die
Betriebssicherheit der Anlagen verringern.
Die Einsatzzeit der Fertigungsanlage kann erhöht werden, wenn
zwei gleichartige Formenoberteile verwendet werden, wobei das
eine für den Preßvorgang eingesetzt wird, während das andere
gereinigt wird. Eine derartige Lösung wird in der DE-197 45 079,
die von Anmelder der vorliegenden Erfindung gefunden
wurde, eingesetzt. Bei dieser Preßform wird das Formenoberteil
von der Fülleinrichtung abgehoben und durch einen Revolverkopf
zunächst in eine Putzeinrichtung und dann in eine
Reinigungseinrichtung geschoben. Das Formenoberteil, das
zuletzt in der Reinigungseinrichtung gelegen hat, wird dabei
wieder auf das Formenunterteil geschwenkt. Obwohl diese Putz-
und Reinigungseinrichtungen abgedichtet sind und eine
Absaugeinrichtung besitzen, hat sich gezeigt, daß innerhalb der
Werkzeugoberstempeleinheit Staubreste aus dem Reinigungsprozeß
zurückbleiben, die zu einem erheblichen Verschleiß des
Werkzeuges führen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin,
eine einfache Preßanlage zu schaffen, bei der ein regelmäßiger
Reinigungsvorgang des Formenoberteiles durchgeführt werden kann
und die die beschriebenen Nachteile überwindet.
Die Aufgabe wird mit einer Preßform zur Herstellung von
schalenförmigen keramischen Preßkörpern aus einer pulver- oder
granulatförmigen Masse, bestehend die aus einem Formenoberteil
mit einer harten Oberfläche, aus einem Formenunterteil mit
einer elastischen Membran zum isostatischen Pressen und einer
Putzeinrichtung zum Reinigen des Formenoberteils, dadurch
gelöst, daß das Formenoberteil mit Füllschieber, Schießkopf und
Granulatbehälter in einer kompletten Werkzeugoberstempeleinheit
integriert ist, wobei zwei Werkzeugoberstempeleinheiten auf
einer Wechseleinrichtung befestigt sind, durch die die
Werkzeugoberstempeleinheiten in einer festlegbaren
Umschaltfolge von dem Formenunterteil in die Puzteinrichtung
schwenkbar sind, so daß jeweils die eine Werkzeugober
stempeleinheit auf dem Formenunterteil angeordnet ist, und die
andere Werkzeugoberstempeleinheit in der abgedichteten
Putzeinrichtung liegt.
In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die
Wechseleinrichtung der Preßform zur Herstellung von
schalenförmigen keramischen Preßkörpern jeweils paarig
angeordnete Werkzeugoberstempeleinheiten, so daß jeweils zwei
Werkzeugoberstempeleinheiten auf entsprechende Formenunterteile
geschwenkt sind und zwei Werkzeugoberstempeleinheiten in
entsprechende abgedichtete Putzeinrichtungen liegen.
Die Wechseleinrichtung kann elektrisch, hydraulisch,
pneumatisch oder in einer gemischten Form der genannten
Antriebsarten gesteuert werden, wodurch die Formenoberteile auf
die Formenunterteile abgesenkt und angehoben werden. Dabei kann
der Granulatbehälter z. B. jeweils während der Putzvorgänge mit
Granulat aufgefüllt werden. Da für den Putzzyklus die
Eigenschaften des Granulates verantwortlich sind, bestimmen
diese den Putzzyklus. Ist die Füllmenge des Granulatbehälters
geringer als in einem Preßzyklus verbraucht wird, muß natürlich
auch während des Preßzyklus ein Nachfüllen von Granulat
erfolgen.
Die abgedichtete Putzeinrichtung für eine Preßanlage zur
Herstellung von schalenförmigen keramischen Preßkörpern kann
eine Hochdruckreinigung mit Dampf oder Wasser, eine
Spüleinrichtung zum Ausspülen der Verunreinigungen und eine
Trocknungsstufe enthalten. Es hat sich gezeigt, daß diese
Hochdruckreinigung mit Dampf oder Wasser den Putz- und
Reinigungsvorgang verbessert und beschleunigt. Mit dieser
Einrichtung ist deshalb ein effektiverer Reinigungsvorgang zu
erzielen als mit herkömmlichen Einrichtungen. Die Einsatzzeit
zur Herstellung von fehlerfreien, schalenförmigen keramischen
Preßkörpern kann dadurch wesentlich verlängert werden.
Für die Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen
keramischen Preßkörpern ist eine Steuereinrichtung für das
Festlegen der Umschaltfolge der Wechseleinrichtung vorhanden,
die entsprechend den Eigenschaften des Granulates programmiert
wird.
Mit dieser Anlage können die im Stand der Technik vorhandenen
Nachteile überwunden werden. Der Reinigungsprozeß der
Formenoberteile kann nach einem einstellbaren Zyklus
durchgeführt werden. Die Preßanlage besitzt einen einfachen
Aufbau und eine Verschmutzung von Teilen der Preßanlage, die zu
einem Verschleiß führen oder unbrauchbare Preßkörper erzeugen,
wird ausgeschlossen.
Die Möglichkeit, daß Verunreinigungen in die Preßanlage
eindringen, wird außerdem durch das verbesserte Putzverfahren
für die Formenoberteile vermindert. Die Ablagerungen auf den
Formenoberteilen werden zunächst mit heißem Wasser oder Dampf,
welche mit einem hohen Druck auf die Formenoberteile
aufgesprüht werden, gelöst und herausgespült, so daß bei der
Trocknung kein Staub mehr entsteht, der sich in den einzelnen
Teilen der Preßanlage absetzen kann.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil entsteht dadurch, daß die
Füllschieberoberfläche ebenfalls gereinigt wird, was bei den
bisher bekannten Anlagen nicht möglich ist, da sie einer
Reinigung nicht zugänglich ist.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine Preßanlage entsprechend der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 die wesentlichen Teile einer Preßanlage mit jeweils
einer Form an einer Wechseleinrichtung;
Fig. 3 die wesentlichen Teile einer Preßanlage mit jeweils zwei
Formen an einer Wechseleinrichtung; und
Fig. 4 die Preßanlage entsprechend Fig. 2 von oben.
In Fig. 1 ist eine Preßanlage entsprechend der vorliegenden
Erfindung dargestellt. Die Zeichnung zeigt eine Wechseleinheit
6 mit zwei Antriebseinheiten, die aus einem Motor und
entsprechende Getriebe 8 bestehen, an denen jeweils über ein
Kurbelgestänge 9 eine Werkzeugoberstempeleinheit 1 gekoppelt
ist. Die Werkzeugoberstempeleinheiten 1 bestehen jeweils aus
einem Formenoberteil 2, einem Füllschieber 3, einem Schließkopf
4 und einem Granulatbehälter 5. In der Darstellung befindet
sich die rechte Werkzeugoberstempeleinheit 1 in Preßstellung,
das heißt, die Werkzeugoberstempeleinheit 1 befindet sich in
Höhe des Formenunterteiles (nicht gezeigt), in der ein
Preßvorgang ausgeführt werden kann. Die linke
Werkzeugoberstempeleinheit 1 befindet sich in Putzstellung, das
heißt, die Werkzeugoberstempeleinheit 1 ist von dem
Formenunterteil abgehoben und befindet sich in der Putz
einrichtung 10. Die Werkzeugoberstempeleinheiten 1 gleiten
bewegt von dem Kurbelgestänge 9 in Führungen 7 nach oben bzw.
nach unten.
In Fig. 2 ist eine Preßanlage entsprechend Fig. 1 in
Seitenansicht dargestellt. Die zweite Form befindet sich auf
der entgegengesetzten Seite. Es sind eine Werkzeugober
stempeleinheit 1 in Preßstellung, die Wechseleinheit 6 mit
einem Getriebe 8, das Kurbelgestänge 9 und die Führung 7 für
die Werkzeugoberstempeleinheit 1 erkennbar.
In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Preßanlage
von der Seite schematisch dargestellt. Der Unterschied zum
Ausführungsbeispiel entsprechend Fig. 2 besteht darin, daß zwei
Werkzeugoberstempeleinheiten 1 vorhanden sind, die sich in
dieser Darstellung ebenfalls in Preßstellung befinden.
In Fig. 4 ist eine Preßanlage entsprechend der vorliegenden
Erfindung in Draufsicht dargestellt. An der Wechseleinheit 6
befinden sich die Getriebe 8 mit den über die Kurbelgestänge
mit ihnen gekoppelten Werkzeugoberstempeleinheiten 1 und die
Führung 7. Auf der rechten Seite der Zeichnung ist ein
Formenoberteil 2 und ein Formenunterteil erkennbar, die sich in
einer geöffneten Stellung befinden. Auf der linken Seite der
Zeichnung ist eine Werkzeugoberstempeleinheit 1, das darin
integrierte Formenoberteil 2, ein Granulatbehälter 5 und eine
Putzeinrichtung 10 erkennbar. Die Puzteinrichtung kann vertikal
von der Werkzeugoberstempeleinheit getrennt bzw. mit ihr
verbunden werden.
Diese einfach aufgebaute Preßanlage garantiert eine
einwandfreie Funktion, da sie keine Störungen infolge von Staub
und anderen Verunreinigungen erfährt. Der in Abhängigkeit von
den Eigenschaften der Formmasse einstellbare Putzzyklus, bei
dem ebenfalls der Füllschieber gereinigt wird, führt zu einer
kontinuierlichen Herstellung von preßkörpern, die eine
gleichbleibende Qualität aufweisen.
Die Erfindung kann in den einzelnen Teilen umfangreich geändert
werden, ohne daß der Umfang der in den Ansprüchen dargelegten
Erfindung verlassen wird. So ist es auch möglich, weitere
Formen an der Wechseleinheit anzubringen, die Wechseleinheit
kann in Form eines Revolvers gestaltet sein oder es können
herkömmlich bekannte Putzeinrichtungen mit der Preßanlage
gekoppelt werden.
1
Werkzeugoberstempeleinheit
2
Formenoberteil
3
Füllschieber
4
Schließkopf
5
Granulatbehälter
6
Wechseleinrichtung
7
Führung
8
Getriebe
9
Kurbelgestänge
10
Putzeinrichtung
Claims (5)
1. Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen
keramischen Preßkörpern aus einer pulver- oder granulatförmigen
Masse, bestehend aus einem Formenoberteil mit einer harten
Oberfläche, aus einem Formenunterteil mit einer elastischen
Membran zum isostatischen Pressen und einer Putzeinrichtung zum
Reinigen des Formenoberteils, dadurch gekennzeichnet, daß das
Formenoberteil mit Füllschieber, Schießkopf und
Granulatbehälter in einer kompletten Werkzeugoberstempeleinheit
integriert ist, wobei zwei Werkzeugoberstempeleinheiten auf
einer Wechseleinrichtung befestigt sind, durch die die
Werkzeugoberstempeleinheiten in einer festlegbaren
Umschaltfolge von dem Formenunterteil in die Puzteinrichtung
schwenkbar sind, so daß jeweils die eine Werkzeugober
stempeleinheit auf dem Formenunterteil angeordnet ist, und die
andere Werkzeugoberstempeleinheit in der abgedichteten
Putzeinrichtung liegt.
2. Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen keramischen
Preßkörpern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wechseleinrichtung jeweils paarig angeordnete
Werkzeugoberstempeleinheiten besitzt, so daß jeweils zwei
Werkzeugoberstempeleinheiten auf entsprechende Formenunterteile
geschwenkt sind und zwei Werkzeugoberstempeleinheiten in
entsprechende abgedichtete Putzeinrichtungen liegen.
3. Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen
keramischen Preßkörpern nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die abgedichtete Putzeinrichtung eine
Hochdruckreinigung mit Dampf oder Wasser, eine Spüleinrichtung
zum Ausspülen der Verunreinigungen und eine Trocknungsstufe
enthält.
4. Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen keramischen
Preßkörpern nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung für das Festlegen
der Umschaltfolge der Wechseleinrichtung vorhanden ist.
5. Preßanlage zur Herstellung von schalenförmigen
keramischen Preßkörpern nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wechseleinrichtung elektrisch,
hydraulisch oder pneumatisch gesteuert wird.
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