DE19813671C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von Verbrennungsmotoren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von VerbrennungsmotorenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen von Verbrennungsmotoren für Kraftfahrzeuge, wobei die Verbrennungsmotoren eine von in Zylinderbohrungen verschiebbaren Kolben drehbar antreibbare Kurbelwelle besitzen, welche in einem eine Motorölfüllung aufweisenden Kurbelgehäuse angeordnet ist. In die Zylinderbohrungen münden Zündkerzenbohrungen zum Einsetzen von Zündkerzen. Ein Elektromotor ist an die Kurbelwelle angekoppelt, die von dem Elektromotor drehbar angetrieben werden kann. Dabei wird von einem Drucksensor der Motoröldruck im Kurbelgehäuse erfaßt. In einem ersten Verfahrensschritt wird eine Drehmomenterfassungseinrichtung an die Kurbelwelle angekoppelt und während einer oder mehrerer Umdrehungen der Kurbelwelle bei nach außen offenen Zündkerzenbohrungen das auf die Kurbelwelle wirkende Antriebsdrehmoment erfaßt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen von Ver
brennungsmotoren, insbesondere für Kraftfahrzeuge sowie
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Bevor Verbrennungsmotore in Kraftfahrzeuge eingebaut wer
den, erfolgt üblicherweise eine Prüfung der zumindest weit
gehend montierten, mit Zünd- oder Glühkerzen versehenen
Verbrennungsmotoren in kaltem, unbefeuertem Zustand. Diese
Prüfung wird allgemein als "Kalttest" bezeichnet. Dieser
"Kalttest" besteht aus mehreren Testabschnitten, von denen
einer der Mechaniktest ist.
Bei dem bekannten Mechaniktest wird der Verbrennungsmotor,
der ein Ottomotor oder ein Dieselmotor sein kann, von einem
Elektromotor über die Kurbelwelle drehbar angetrieben. Da
bei werden die Größen Motoröldruck, Druck im Ansaugrohr,
Druck im Auspuffund das vom Elektromotor aufgebrachte
Drehmoment über den Kurbelwellenwinkel aufgelöst gemessen.
Da die am Verbrennungsmotor aufzubringenden Drehmomente
groß sind, werden aufwendige Adapter zum Ankoppeln des
Elektromotors an den Verbrennungsmotor benötigt. Diese
Adapter müssen montiert, demontiert und nach dem Test von
der Demontagestelle zur Montagestelle transportiert werden.
Der Aufbau dieser Kalttestprüfstände ist aufwendig und da
her teuer. Bedingt durch die erforderliche Meßstrategie
schlagen sich Fehler am Verbrennungsmotor nur auf indirekte
Weise in den Meßkurven nieder. Es sind daher große Vor
untersuchungen und eine aufwendige Pflege der Prüfparameter
notwendig. Um die Prüfergebnisse richtig interpretieren zu
können, bedarf es einem hohen Maß an Erfahrung, so daß die
Prüfpersonen eine lange Einlernzeit benötigen und trotzdem
eine Unsicherheit bei der Beurteilung der Prüfergebnisse
bleibt.
Sollen Varianten der Verbrennungsmotoren getestet werden,
verursacht dies einen erheblichen Vorbereitungsaufwand.
Damit sich Fehler auch erkennbar in den Meßkurven nieder
schlagen, werden Drosseln am Ansaugkanal und im Auspuff des
Verbrennungsmotors angebracht. Die Luft kann daher während
des Tests nur stark gehemmt zu- und abfließen. Der Trans
port von überflüssigem Montageöl und eventueller Partikel
findet nur begrenzt statt. Da der Druck im Ansaugrohr stets
geringer ist als im Auspuff, fließt während der Ventilüber
schneidung beim Öffnen und schließen der Einlaß- und Aus
laßventile belastete Luft vom Auspuff über den Zylinder zu
rück in den Ansaugkanal.
Aus der DE 40 25 882 A1 ist ein Verfahren zum Prüfen von
Verbrennungsmotoren bekannt, bei dem der nahezu komplett
montierte Verbrennungsmotor schleppend angetrieben und
während des passiven Kaltlaufs eine End-Funktionsprüfung
vorgenommen wird. Dabei wird der Motoröldruck und das
Schlepp-Drehmoment erfaßt. Weiter ist aus der
EP 0 536 561 A1 ein Verfahren zum Prüfen von Komponenten
von Verbrennungsmotoren bekannt. Dabei werden die beim
Kalttest des Motors gewonnenen Meßwerte mit Meßwerten
verglichen, die beim Schleppen des Motors mit der zu
prüfenden Komponente erzielt worden sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu
schaffen, durch das die Durchführung des Mechaniktests ver
einfacht wird. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, eine
Vorrichtung zu schaffen mit einem einfachen Aufbau des
Prüfstands, der leicht handhabbar ist und einfach und
sicher auswertbare Prüfergebnisse liefert.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch die
Merkmale des Anspruchs 1 und hinsichtlich der Vorrichtung
durch die Merkmale des Anspruchs 11 gelöst.
Durch die offenen Bohrungen für die Zünd- oder Glühkerzen
läßt sich die Kurbelwelle einfacher drehen, da das aufzu
bringende Drehmoment erheblich reduziert ist. Gegenüber dem
bekannten Test sind Drehmomentreduzierungen von 70-80%
möglich. Damit kann auch die Koppeleinrichtung zum Ankop
peln der Drehmomenterfassungseinrichtung leicht und einfach
ausgebildet sein. Bei diesem Verfahrensschritt können Mon
tagefehler oder Fremdteile im Motor erkannt werden, die zu
Schäden oder zum Blockieren des Verbrennungsmotors führen
würden.
Wird während des ersten Verfahrensschrittes das Motoröl
durch eine separate Motorölpumpe vorzugsweise mit einer be
stimmten Fördermenge der Motorölpumpe umgewälzt, so ist
insbesondere dann, wenn die Ölumwälzung vor Beginn des
Drehantriebs einsetzt, sichergestellt, daß der Verbren
nungsmotor bereits vor dem ersten Durchdrehen mit einem
ausreichenden Ölfilm an allen Schmierstellen versehen ist.
Der dabei aufzuwendende Förderdruck der Motorölpumpe kann
überwacht werden und ist ein Maß für die Qualität und Be
schaffenheit des motorseitigen Ölkreislaufs. Außerdem wer
den im Motor vorhandene Partikel mit dem Motoröl ausge
spült, bevor diese zwischen sich relativ zueinander be
wegende Teile gelangen können. Der im Motor vorhandene Öl
druck ist ausreichend, um einen Nockenwellenversteller oder
eine Zylinderabschaltung bei niedrigen Drehzahlen zu
betätigen und bei ruhender Kurbelwelle Messungen durchzu
führen.
In einem zweiten Verfahrensschritt kann bei von der Kurbel
welle getrennter Drehmomenterfassungseinrichtung ein An
trieb der Kurbelwelle durch den an die Kurbelwelle ange
koppelten Elektromotor bei nach außen offenen Zündkerzen
bohrungen oder Glühkerzenbohrungen ohne Umwälzung des
Motoröls durch die separate Motorölpumpe erfolgen und der
Motoröldruck im Kurbelgehäuse erfaßt werden. Dabei erfolgt
vorzugsweise der Antrieb der Kurbelwelle mit unterschied
lichen Drehzahlen, die zum Beispiel zwischen etwa 500 und
3.000 Umdrehungen pro Minute betragen können. Der Motor
kann dabei über die Zündkerzenbohrungen oder die Glüh
kerzenbohrungen Luft abblasen und ansaugen. Dadurch ist die
erforderliche Antriebsleistung des Elektromotors erheblich
niedriger als bei dem bekannten Test, so daß der Elektro
motor leistungsniedriger ausgelegt sein kann. Dadurch wird
sichergestellt, daß die Hydroelemente des Ölkreislaufs ent
lüftet werden und eine Öldruckbegrenzung funktionsfähig
ist. In den Zylindern vorhandenes Montageöl und eventuell
vorhandene Verunreinigungen werden herausgefördert. Auf
diese Weise kann der motoreigene Ölkreislauf geprüft wer
den.
In einem dritten Verfahrensschritt kann bei an die Kurbel
welle angekoppelter Drehmomenterfassungseinrichtung und
durch die im Prüfstand befindliche Motorölpumpe umgewälztem
Motoröl ausgehend von einem oberen Totpunkt des Kolbens die
Kurbelwelle eine oder mehrere Umdrehungen gedreht und dabei
das aufzubringende Drehmoment erfaßt werden, wobei die er
faßten Drehmomente zu einer Reibzahl integriert werden kön
nen. Vorzugsweise erfolgt dieser Verfahrensschritt über
etwa zwei Umdrehungen der Kurbelwelle.
In einem vierten Verfahrensschritt kann bei durch die
Motorölpumpe umgewälztem Motoröl die Kurbelwelle eine oder
mehrere Drehungen gedreht und dabei an jedem Zylinder fol
gende Messungen und Vergleiche mit Sollwerten durchgeführt
werden:
- - Erfassung der Leckrate an der Zündkerzenbohrung oder Glühkerzenbohrung in der oberen Totpunktstellung des Kolbens nach der Durchfluß- und Druckabfallmethode;
- - Erfassung des Druckverlaufs an der Zündkerzenbohrung oder Glühkerzenbohrung im Zylinder bei Schließen und Öffnen des Einlaßventils und der Auslaßventils;
- - Erfassung des durch eine Motorölpumpe eingebrachten Motoröldrucks bei derart positionierter Kurbelwelle, daß die Ölbohrungen der Kurbelwelle und des Kurbelgehäuses auf Durchfluß stehen.
Dieser Verfahrensschritt erfolgt vorzugsweise ebenfalls
über etwa zwei Umdrehungen der Kurbelwelle. Über die Erfas
sung der Leckrate kann eine Vermessung des Kompressions
volumens je Zylinder erfolgen. Die Erfassung des Motor
öldrucks ermöglicht das Erkennen fehlender Lagerschalen
oder Ölspritzdüsen.
Zur Erfassung des Druckverlaufs kann im Zylinder beim
Schließen und Öffnen des Einlaßventils und des Auslaßven
tils durch Erfassung des Drucks an mehreren bestimmten Meß
punkten erfolgen und daraus der Druckverlauf berechnet wer
den. Dies erfolgt vorzugsweise über drei Meßpunkte. Die Er
fassung des Druckverlaufs läßt zum Beispiel eine falsche
Nockeneinstellung erkennen.
Erfolgen bei vorhandener Zylinderabschaltvorrichtung und/
oder Nockenwellenverstelleinrichtung die Messungen bei
einzelnen abgeschalteten Zylindern und/oder verstellter
Nockenwelle, so gibt der Öldruckverlauf Rückschlüsse auf
die Funktion der Zylinderabschaltvorrichtung und/oder der
Nockenwellenverstelleinrichtung.
Die bei den verschiedenen Verfahrensschritten gewonnenen
Meßwerte sind anschaulich und orientieren sich an Größen,
die für einen Motorenfachmann verständlich und anschaulich
sind. Fehlersymptome sind zum Beispiel, daß die Leckrate in
einem Zylinder zu hoch, der Motoröldruck bei einer Schlepp
drehzahl von beispielsweise 3.000 Umdrehungen pro Minute zu
hoch oder die Reibung im Motor zu hoch ist. Sollte eine
Nacharbeit an Motoren notwendig sein, so kann aufgrund der
Meßergebnisse leichter und direkter auf die eventuell vor
handenen Fehler geschlossen werden als bei Drehmoment- und
Druckkurven des bekannten Kalttests.
Darüber hinaus werden wesentliche Größen wie Kolbenleckrate
und Steuerzeiten festgestellt. Diese Größen eignen sich
sehr gut für eine Qualitätsdokumentation des Verbrennungs
motors.
Besonders leicht erkennbar ist aus den Meßgrößen, ob Fremd
körper im Motor sind und gegebenenfalls eine Motorblockade
vorliegt. Ein nicht vollständig aufgebauter Motorölkreis
lauf im Motor ist ebenfalls leicht erkennbar. Ob Haupt- und
Pleuellager nicht montiert oder die Nockenwellen falsch
montiert sind, kann sofort festgestellt werden. Dies trifft
auch auf weiche Hydroelemente und gebrochene Kolbenringe
zu. Lagerfresser und Kolbenfresser können bereits im Ansatz
erkannt werden, und Öllecks nach außen sind sofort zu
sehen.
Die Reihenfolge, nach der die einzelnen Verfahrensschritte
durchgeführt werden, ist vorzugsweise so wie oben beschrie
ben durchzuführen. Es entspricht aber durchaus dem Grundge
danken der vorliegenden Erfindung, daß auch eine andere
Reihenfolge als die oben beschriebene durchgeführt werden
kann.
Eine einfache und kostengünstige Vorrichtung zur Durchfüh
rung des vorbeschriebenen Verfahrens weisen die Merkmale des
Anspruchs 11 auf. Erfolgt das An- und Abkoppeln an einem
Prüfstand, in den der Verbrennungsmotor eingebracht wird,
so ist die Vorrichtung auf schnelle Art und Weise prüfbe
reit und an den Verbrennungsmotor ankoppelbar.
Die Drehmomenterfassungseinrichtung kann ein als Dreh
momentwelle ausgebildeter Teil der Schraubspindel sein. Da
bei kann in kostengünstiger Weise eine hochwertige Stan
dardschraubspindel verwendet werden, die gleichzeitig als
Dreheinrichtung zum Drehen der Kurbelwelle dient. Ist die
Schraubspindel an das schwungradseitige Ende der Kurbel
welle ankoppelbar, so ermöglicht dies eine schnelle An- und
Abkopplung der Schraubspindel.
Vorzugsweise kann die Schraubspindel einen Koppelflansch
aufweisen oder mit einem Koppelflansch drehfest verbindbar
sein, mittels dem sie an der Kurbelwelle ankoppelbar
ist.
Weist der Koppelflansch mehrere axial hervorstehende Mit
nahmestifte auf, die in entsprechende axiale Bohrungen des
Schwungrads oder der Flexplatte der Kurbelwelle einführbar
sind, so können als Aufnahme für die Mitnahmestifte bereits
allgemein am Schwungrad vorhandene Gewindebohrungen benutzt
werden.
Zur Verbindung der Schraubspindel mit dem Koppelflansch
kann der Koppelflansch an seine der Schraubspindel zuge
wandten Seite eine Ausnehmung zur drehfesten Aufnahme eines
Endes der Schraubspindel aufweisen, wobei vorzugsweise die
Ausnehmung einen Vierkantquerschnitt aufweist, in den die
Schraubspindel mit ihrem entsprechend ausgebildeten Ende
einsetzbar ist.
Sind die freien Enden der Mitnahmestifte sich konisch ver
jüngend ausgebildet, so wird das Einführen der Mitnahme
stifte in die Bohrungen des Schwungrads erheblich er
leichtert. Zur schnellen Ein- und Auskopplung der Schraub
spindel kann diese axial in Einkopplungsrichtung und Aus
kopplungsrichtung bewegbar gelagert sein.
Die im Prüfstand als externe Pumpe installierte Motoröl
pumpe ist vorzugsweise mit ihrem Sauganschluß mit einer Öl
meßstaböffnung und mit ihrem Druckanschluß mit einem Öl
druckmeßabfluß verbindbar, so daß vorhandene Anschlüsse be
nützt werden und keine besonderen Anschlüsse hergestellt
werden müssen.
Um das Motoröl sicher bis vom Boden des Kurbelgehäuses an
saugen zu können, kann der Sauganschluß der Motorölpumpe
eine in das Kurbelgehäuse ragende Ansauglanze aufweisen.
Weist der Sauganschluß der Motorölpumpe einen Filter auf,
so werden Verunreinigungen und Partikel, die von der Motor
ölpumpe mit dem Motoröl aus dem Kurbelgehäuse angesaugt
werden, aus dem Motoröl herausgefiltert und so eine Reini
gung des Kurbelgehäuses durchgeführt. Zum Erfassen des
Motoröldrucks kann auf einfache Weise ein Öldrucksensor mit
dem Motoröldruckmeßanschluß verbunden sein.
Ist auf die Zündkerzenbohrungen oder die Glühkerzenbohrun
gen ein Abblasadapter aufsetzbar, über den durch die Zünd
kerzenbohrungen oder Glühkerzenbohrungen Luft in die Zylin
der einsaugbar oder aus den Zylindern ausblasbar ist, so
kann bei den Tests, bei denen der Elektromotor angekoppelt
ist, der Verbrennungsmotor über die Zündkerzenbohrungen
oder die Glühkerzenbohrungen mit niedriger Antriebsleistung
Luft abblasen und Luft ansaugen, wobei die dabei entstehen
den Geräusche niedrig gehalten werden und das aus den Zy
lindern ausgestoßene Montageöl aufgefangen werden kann.
Bei dem Test, bei dem die Drehmomenterfassungseinrichtung
an die Kurbelwelle angekoppelt ist, kann auf die Zünd
kerzenbohrungen oder die Glühkerzenbohrungen ein Meßadapter
aufsetzbar sein, über den durch die Zündkerzenbohrungen
oder Glühkerzenbohrungen die Zylinder mit einer Leck
testeinrichtung verbindbar sind, wobei vorzugsweise die
Lecktesteinrichtung eine nach einer Durchfluß- und/oder
Druckabfallmethode arbeitende Einrichtung ist. Ist dabei
die Lecktesteinrichtung auf die einzelnen Zylinder um
schaltbar, so können die Leckraten jedes einzelnen Zylin
ders auf einfache Weise gemessen werden.
Zum schnellen Drehantrieb der Kurbelwelle kann an das
zweite Ende der Kurbelwelle ein Elektromotor ankoppelbar
sein, durch den die Kurbelwelle mit unterschiedlichen
Drehzahlen drehbar antreibbar ist. Ist der Elektromotor
mittels eines Innensechskants mit dem entsprechend ausge
bildeten zweiten Ende der Kurbelwelle drehfest verbindbar,
so kann auf einfache Weise der üblicherweise ohnehin vor
handene Sechskant an der Kurbelwelle zur Ankopplung des
Elektromotors benutzt werden. Zur schnellen An- und Abkopp
lung des Elektromotors an die Kurbelwelle des im Prüfstrand
befindlichen Verbrennungsmotors kann der Elektromotor axial
in Ankoppelrichtung und Auskoppelrichtung zur Kurbelwelle
hin und von der Kurbelwelle weg bewegbar sein.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben. Es
zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Verbrennungs
motors in einer Vorrichtung zum Prüfen von Ver
brennungsmotoren,
Fig. 2 eine Draufsicht eines Koppelflanschs zum Anein
anderkoppeln einer Schraubspindel mit einer Kurbel
welle,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Koppelflanschs nach Fig. 2.
In Fig. 1 ist auf dem Gehäuseblock 1 eines Verbrennungs
motors ein Meßadapter 2 aufgesetzt, durch den die Zünd
kerzenbohrungen abgedeckt sind. Von jeweils einem Zylinder
des Verbrennungsmotors führt über eine Zündkerzenbohrung
und den Meßadapter 2 eine Schlauchleitung 3 zu einer Leck
testeinrichtung 4. Dabei ist jeder einzelne Zylinder sepa
rat mit der Lecktesteinrichtung 4 verbindbar. Jeder Zylin
der ist mit Luft beaufschlagbar, wobei die Lecktestein
richtung nach der Durchfluß- und Druckabfallmethode die
jeweilige Leckrate mißt.
Eine Schraubspindel 5, die eine Drehmoment- und Drehwinkel
erfassungseinrichtung 7 aufweist, ist koaxial zur im Kur
belgehäuse des Gehäuseblocks 1 angeordneten Kurbelwelle
bewegbar. In der Darstellung der Fig. 1 ist die Schraub
spindel 5 mit ihrem einen Ende mit dem schwungscheiben
seitigen Ende des Kurbelwelle gekoppelt. Durch die Schraub
spindel 5, die auch als Dreheinrichtung dient, ist die Kur
belwelle sowohl in verschiedene Winkelpositionen drehbar
und sind in diesen verschiedenen Winkelpositionen, die den
verschiedenen Kolbenpositionen der Kolben in den Zylindern
des Gehäuseblocks 1 entsprechen, Leckratenmessungen durch
führbar. Die jeweiligen Winkelpositionen sind an einer An
zeige 6 ablesbar.
Durch die Drehmomenterfassungseinrichtung 7 der Schraub
spindel 5 kann während zum Beispiel zwei Umdrehungen der
Schraubspindel 5 das Drehmoment gemessen werden, das zum
Drehen der Kurbelwelle benötigt wird. Zum Ankoppeln der
Schraubspindel 5 kann auf deren mit einem Vierkant versehe
nen Ende ein Koppelflansch 8 entsprechend der Fig. 2 und
3 angeordnet sein. Dieser Koppelflansch 8 besitzt auf einer
Seite eine Vierkantausnehmung 9, in die die Schraubspindel
5 mit ihrem entsprechenden Vierkantende einsetzbar ist.
Auf einem zur Vierkantausnehmung 9 konzentrischen Kreis 10
sind auf der der Vierkantausnehmung 9 entgegengesetzten
Seite des Koppelflansches 8 axial hervorstehende Mitnahme
stifte 11 angeordnet, die entsprechend den in dem Schwung
rad der Kurbelwelle ausgebildeten Bohrungen verteilt sind,
so daß sie in diese Bohrungen eingeführt werden können.
Durch das axiale Bewegen der Schraubspindel 5 zum Gehäuse
block 1 hin kommt der Koppelflansch 8 in Anlage an das
Schwungrad der Kurbelwelle. Nun müssen nur noch die Mit
nahmestifte 11 durch Drehen der Schraubspindel 5 ihre ent
sprechenden Bohrungen in dem Schwungrad finden und in diese
axial eingeführt werden. Dies wird dadurch erleichtert, daß
die Mitnahmestifte 11 an ihren freien Enden 12 sich konisch
verjüngend ausgebildet sind.
Zum Entkoppeln der Schraubspindeln 5 von der Kurbelwelle
ist die Schraubspindel 5 in einer nicht dargestellten Füh
rung nur axial von dem Gehäuseblock 1 wegzubewegen. Diese
Führung ist prüfstandsseitig vorzusehen.
Um den Verbrennungsmotor ohne diesen zu befeuern, mit ver
schiedenen Drehzahlen insbesondere zwischen 500 min-1 und
3.000 min-1 antreiben zu können, ist entsprechend der
Schraubspindel 5 ebenfalls koaxial zur Kurbelwelle von der
der Schraubspindel 5 entgegengesetzten Seite her die An
triebswelle 13 eines Elektromotors 14 zum Gehäuseblock 1
hin bewegbar geführt angeordnet.
Zum Ankoppeln besitzt die Antriebswelle 13 an ihrem stirn
seitigen Ende einen Innensechskant, der auf einen entspre
chenden Außensechskant an dem dem Elektromotor zugewandten
Ende der Kurbelwelle aufsetzbar ist. Ist der Elektromotor
14 mit seiner Abtriebswelle 13 zum Gehäuseblock 1 hin be
wegt und der Innensechskant auf den Außensechskant der Kur
belwelle aufgesteckt, kann diese vom Elektromotor drehbar
angetrieben werden.
Bei diesem Test wird der Meßadapter 2 entfernt und durch
einen nicht dargestellten Abblasadapter ersetzt. Dieser Ab
blasadapter ermöglicht es, daß über die Zündkerzenbohrungen
und den Abblasadapter Luft in die Zylinder eingesaugt bzw.
aus den Zylindern ausgeblasen wird. Durch die Öffnungen der
Zündkerzenbohrungen erfolgt dies mit nur geringen Wider
ständen, so daß vom Elektromotor nur ein relativ geringes
Drehmoment aufgebracht werden muß.
Um zu verschiedenen Tests den Motor bei mit Motoröl gefüll
tem Kurbelgehäuse auch unter Umwälzung des Motoröls betrei
ben zu können, ist prüfstandsseitig eine Motorölpumpe 16
angeordnet. Mit ihrem Sauganschluß 15 ist die Motorölpumpe
16 an einer Ölmeßstaböffnung 17 und mit ihrem Druckanschluß
18 mit einem Öldruckmeßanschluß 19 des Gehäuseblocks 1 ver
bunden. Zur Messung des Motoröldrucks ist an dem Öldruck
meßanschluß 19 weiterhin ein Öldrucksensor 20 angeschlos
sen, der mit einer Öldruckanzeige 21 verbunden ist.
Claims (27)
1. Verfahren zum Prüfen von Verbrennungsmotoren, insbeson
dere für Kraftfahrzeuge, die eine, von in Zylinderboh
rungen verschiebbaren Kolben, drehbar antreibbare Kur
belwelle besitzen, welche in einem eine Motorölfüllung
aufweisenden Kurbelgehäuse angeordnet ist, mit in die
Zylinderbohrungen mündenden Zündkerzenbohrungen oder
Glühkerzenbohrungen, wobei ein Elektromotor an die Kur
belwelle angekoppelt wird und dann durch Betrieb des
Elektromotors die Kurbelwelle in Drehbewegung versetzt
und dabei von einem Drucksensor der Motoröldruck im
Kurbelgehäuse erfaßt wird, wobei in einem ersten
Verfahrensschritt eine Drehmomenterfassungseinrichtung
(7) an die Kurbelwelle angekoppelt wird und während
einer oder mehrerer Umdrehungen der Kurbelwelle bei
nach außen offenen Zündkerzenbohrungen oder Glüh
kerzenbohrungen das auf die Kurbelwelle wirkende An
triebsdrehmoment erfaßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß während des ersten Ver
fahrensschritts das Motoröl durch eine vom Verbren
nungsmotor unabhängige Motorölpumpe (16) umgewälzt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Motoröl mit einer vorbe
stimmten Fördermenge der Motorölpumpe (16) umgewälzt
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem zweiten Ver
fahrensschritt bei von der Kurbelwelle getrennter
Drehmomenterfassungseinrichtung (7) ein Antrieb der
Kurbelwelle durch den an die Kurbelwelle angekoppelten
Elektromotor (14) bei nach außen offenen Zündkerzen
bohrungen oder Glühkerzenbohrungen ohne Umwälzung des
Motoröls durch die Motorölpumpe (16) erfolgt und der
Motoröldruck im Kurbelgehäuse erfaßt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der vom Elektromotor (14)
erfolgende Schleppantrieb der Kurbelwelle mit unter
schiedlichen Drehzahlen erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem dritten Verfah
rensschritt bei an die Kurbelwelle angekoppelter
Drehmomenterfassungseinrichtung (7) und durch die prüf
standsseitige Motorölpumpe (16) umgewälztem Motoröl
ausgehend von einem oberen Totpunkt eines Kolbens der
Kurbelwelle eine oder mehrere Umdrehungen gedreht und
dabei das aufzubringende Drehmoment erfaßt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die erfaßten Drehmomente zu
einer Reibzahl integriert werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem vierten Ver
fahrensschritt bei durch die Motorölpumpe (16) umge
wälztem Motoröl die Kurbelwelle eine oder mehrere Um
drehungen gedreht und dabei an jedem Zylinder folgende
Messungen und Vergleiche mit Sollwerten durchgeführt
werden:
- 1. Erfassung der Leckrate an der Zündkerzenbohrung oder Glühkerzenbohrung in der oberen Totpunktstellung des Kolbens nach der Durchfluß- und Druckabfallmethode,
- 2. Erfassung des Druckverlaufs an der Zündkerzenbohrung oder Glühkerzenbohrung im Zylinder bei Schließen und Öffnen des Einlaßventils und des Auslaßventils,
- 3. Erfassung des durch die Motorölpumpe eingebrachten Motoröldrucks bei derart positionierter Kurbelwelle, daß die Ölbohrungen der Kurbelwelle und des Kurbel gehäuses auf Durchfluß stehen.
9. Verfähren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassung des Druckver
laufs im Zylinder bei Schließen und Öffnen des Einlaß
ventils und des Auslaßventils durch Erfassung des
Drucks an mehreren bestimmten Meßpunkten erfolgt und
daraus der Druckverlauf berechnet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß bei vorhandener Zylinder
abschaltvorrichtung und/oder Nockenwellenverstellein
richtung die Messungen bei einzelnen abgeschalteten
Zylindern und/oder verstellter Nockenwelle erfolgt.
11. Vorrichtung zur Durchführung eines Prüfverfahrens für
Verbrennungsmotoren, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 10, wobei der Verbrennungsmotor eine
von in Zylinderbohrungen verschiebbaren Kolben antreib
bare Kurbelwelle besitzt, die in einem mit einer Motoröl
füllung versehenem Kurbelgehäuse gelagert ist, und mit
in die Zylinderbohrungen mündenden Zündkerzenbohrungen
oder Glühkerzenbohrungen sowie mit einem in der Vor
richtung angeordneten Elektromotor (14) zum temporären
Schleppantrieb der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors
und mit einem Drucksensor zur Erfassung des Motoröldrucks
im Kurbelgehäuse, wobei zur Drehmomenterfassung eine
mit der Kurbelwelle koppelbare Schraubspindel (5) mit
einer Drehmomenterfassungseinrichtung (7) vorgesehen
ist und zusätzlich zur Drehmomenterfassungseinrichtung
(7) eine Drehwinkelerfassungseinrichtung mit der
Schraubspindel (5) in Wirkverbindung steht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmomenterfassungs
einrichtung (7) ein als Drehmomentwelle ausgebildeter
Teil der Schraubspindel (5) ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubspindel (5) an
das schwungradseitige Ende der Kurbelwelle ankoppelbar
ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubspindel (5) zur
Koppelung mit der Kurbelwelle einen Koppelflansch (8)
aufweist oder mit diesem drehfest verbindbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der Koppelflansch (8) meh
rere axial hervorstehende Mitnahmestifte (11) aufweist,
die in entsprechende axiale Bohrungen des Schwungrads
oder einer Flexplatte der Kurbelwelle einführbar sind,
wobei vorzugsweise die freien Enden (12) der Mitnahme
stifte (11) sich konisch verjüngend ausgebildet sind.
16. Vorrichtung nach einem Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet, daß der Koppelflansch (8) an
seiner der Schraubspindel (5) zugewandten Seite eine
Ausnehmung (9) drehfesten Aufnahme eines Endes der
Schraubspindel aufweist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (9) einen
Vierkantquerschnitt aufweist, in den die Schraubspindel
(5) mit ihrem entsprechend ausgebildeten Ende einsetz
bar ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubspindel (5)
axial in Einkopplungsrichtung und Auskopplungsrichtung
verschiebbar gelagert ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß die Motorölpumpe (16) mit
ihrem Sauganschluß (15) mit einer Ölmeßstaböffnung (17)
und mit ihrem Druckanschluß (18) mit einem Öldruckmeß
anschluß (19) verbindbar ist, wobei vorzugsweise der
Sauganschluß (15) der Motorölpumpe (16) eine in das
Kurbelgehäuse ragende Ansauglanze aufweist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sauganschluß (15) der
Motorölpumpe (16) einen Filter aufweist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Öldrucksensor (20) mit
dem Motoröldruckmeßanschluß (19) verbunden ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, daß ein auf die Zündkerzen
bohrungen oder die Glühkerzenbohrungen aufsetzbarer
Abblasadapter vorgesehen ist, über den durch die Zünd
kerzenbohrungen oder Glühkerzenbohrungen Luft in die
Zylinder einsaugbar oder aus den Zylindern ausblasbar
ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, daß ein auf die Zündkerzen
bohrungen oder die Glühkerzenbohrungen aufsetzbarer
Meßadapter (2) vorgesehen ist, über den durch die Zünd
kerzenbohrungen oder Glühkerzenbohrungen die Zylinder
mit einer Lecktesteinrichtung (4) verbindbar sind.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lecktesteinrichtung (4)
eine nach einer Durchfluß- und/oder Druckabfallmethode
arbeitende Einrichtung ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 23 oder 24,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lecktesteinrichtung (4)
auf die einzelnen Zylinder umschaltbar ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 25,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor (14) mit
tels eines Innensechskants mit einem entsprechend aus
gebildeten zweiten Ende der Kurbelwelle drehfest ver
bindbar ist.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 26,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor (14) axial
in Einkopplungsrichtung und Auskopplungsrichtung zur
Kurbelwelle hin und von der Kurbelwelle weg bewegbar
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19813671A DE19813671C1 (de) | 1998-03-27 | 1998-03-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von Verbrennungsmotoren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19813671A DE19813671C1 (de) | 1998-03-27 | 1998-03-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von Verbrennungsmotoren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19813671C1 true DE19813671C1 (de) | 2000-04-27 |
Family
ID=7862628
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19813671A Expired - Fee Related DE19813671C1 (de) | 1998-03-27 | 1998-03-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von Verbrennungsmotoren |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19813671C1 (de) |
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