DE4401085C1 - Verfahren und Vorrichtung zur stationären Bestimmung von Undichtigkeiten in einer Tankentlüftungsanlage - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur stationären Bestimmung von Undichtigkeiten in einer TankentlüftungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur stationären Bestimmung
von Undichtigkeiten einer in einem Fahrzeug mit Verbrennungs
motor angeordneten Tankentlüftungsanlage gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
Aus der DE-OS 42 03 100 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Prüfung der Funktionsfähigkeit einer Tankentlüftungsanlage
in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bekannt. Dabei wird die
Funktionsüberprüfung onboard, das heißt während des Fahrzeug
betriebs, vorgenommen. Hierzu wird unter vorgegebenen Betriebs
bedingungen das Regenerierventil für eine vorgegebene Zeitdauer
geöffnet und dadurch der in der Ansaugleitung herrschende Unter
druck an die Tankentlüftungsanlage angelegt. Anschließend wird
der erreichte Unterdruck in der Tankentlüftungsanlage gemessen
und der Druckaufbaugradient ermittelt. Danach wird das Regene
rierventil geschlossen und wiederum nach einer vorgegebenen
Zeitdauer der verbleibende Restdruck gemessen und daraus der
Druckabbaugradient ermittelt. Der Quotient aus Druckaufbau- und
Druckabbaugradient wird dann schließlich mit einem Schwellwert
verglichen, wobei bei Überschreitung des Schwellwertes eine
Funktionsstörung der Tankentlüftungsanlage erkannt wird.
Solche Onboard-Diagnoseverfahren sind aufwendig und teuer.
Außerdem ist es mit diesen Verfahren nicht möglich, die Größe
des Lecks zu bestimmen, beziehungsweise das Leck zu lokali
sieren.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur stationären Überprüfung der Dichtigkeit einer in
einem Fahrzeug angeordneten Tankentlüftungsanlage zu schaffen,
mit dem Lecks in der Tankentlüftungsanlage zuverlässig erkannt
werden können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Stationäre Prüfgeräte haben den Vorteil, daß sie aufwendiger
konstruiert werden können, ohne dadurch die Kosten für jedes
einzelne Fahrzeug zu erhöhen. Außerdem kann damit die Dichtig
keitsprüfung genauer und zuverlässiger durchgeführt werden.
Somit wird es einerseits möglich, onboard erkannte Undichtig
keiten in der Werkstatt zu verifizieren. Andererseits ist es
aber auch denkbar, die stationären Prüfungen bei der Montage der
Fahrzeuge, in den Werkstätten oder bei den TÜV-Untersuchungen
regelmäßig durchzuführen und somit auf die Onboard-Diagnose
vollständig zu verzichten.
Die stationäre Dichtigkeitsprüfung hat weiterhin den Vorteil,
daß die Betriebsparameter während der gesamten Messung konstant
bleiben. Außerdem ist es auf einfache Art und Weise möglich,
zusätzliche Betriebsparameter, beispielsweise die Kraftstoff
temperatur und den Füllstand, zu ermitteln. Dadurch wird es
möglich, zusätzlich auch die Größe eines Lecks zu bestimmen.
Schließlich kann dadurch, daß farbiges Gas unter Druck in die
Tankentlüftungsleitung eingebracht wird, ein vorhandenes Leck
auf einfache und schnelle Art und Weise lokalisiert werden.
Durch das Anordnen der Belüftungsleitung im Bereich des Tank
einfüllstutzens ist es möglich, beim Anbringen der mit einer
Abdichtmanschette versehenen Prüfleitung sowohl den Tankein
füllstutzen, als auch die Belüftungsleitung zu überdecken. Da
auch das Regenerierventil üblicherweise im Ruhezustand ge
schlossen ist sind somit alle Verbindungen der Tankentlüftungs
anlage zur Umgebung durch das Anschließen des Prüfgerätes auto
matisch verschlossen.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen gehen aus den Unteransprü
chen und der Beschreibung hervor. Die Erfindung ist nachstehend
anhand einer Zeichnung näher beschrieben, wobei
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur stationären Überprüfung der Dichtigkeit
einer Tankentlüftungsanlage und
Fig. 2 ein Ablaufplan eines Verfahrens zur Überprüfung der
Dichtigkeit der Tankentlüftungsanlage mittels der
Vorrichtung aus Fig. 1 zeigt.
Die insgesamt mit 1 bezeichnete Tankentlüftungsanlage aus Fig. 1
weist einen Kraftstofftank 2 und einen Adsorptionsfilter 3 auf.
Der Kraftstofftank 2 ist über eine Anschlußleitung 4 mit dem
Adsorptionsfilter 3 verbunden. Der Adsorptionsfilter 3 ist
außerdem über eine Belüftungsleitung 5 mit der Umgebung und über
eine Regenerierleitung 6 mit einer Ansaugleitung 7 des nicht
weiter dargestellten Verbrennungsmotors verbunden. In der
Regenerierleitung 6 ist ein Regenerierventil 8 angeordnet, durch
welches die Verbindung zwischen dem Adsorptionsfilter 3 und der
Ansaugleitung 7 verschlossen oder zur Entsorgung der im Adsorp
tionsfilter gespeicherten Kraftstoffdämpfe freigegeben werden
kann. Das Regenerierventil 8 ist im stromlosen Zustand geschlos
sen, so daß ein Ausströmen der Kraftstoffdämpfe bei abgestelltem
Fahrzeug über die Ansaugleitung verhindert wird. Die Belüftungs
leitung 5 mündet im Bereich eines Tankeinfüllstutzens 9, welcher
mit Hilfe eines Tankdeckels 10 verschlossen werden kann.
Ein Prüfgerät 11, welches eine Pumpe, einen Drucksensor, eine
Uhr und ein Steuerteil aufweist, kann über eine Prüfleitung 12,
an welcher eine Abdichtmanschette 13 angeordnet ist, mit dem
Fahrzeug verbunden werden. Hierzu wird zuerst der Tankdeckel 10
abgenommen. Die Abdichtmanschette 13 überdeckt hierbei sowohl
den Tankeinfüllstutzen 9, als auch die Mündung der Belüftungs
leitung 5. Da im Ruhezustand auch das Regenerierventil 8 ge
schlossen ist, werden somit durch das Anschließen des Prüf
gerätes 11 alle Verbindungen der Tankentlüftungsanlage 1 zur
Umgebung automatisch verschlossen.
Zur Durchführung der Dichtigkeitsprüfung mit Hilfe des Prüf
gerätes 11 kommt das in Fig. 2 gezeigte und im folgenden näher
beschriebene Verfahren zur Anwendung. Nach dem Start des Ver
fahrens in Block 20 wird in Block 21 die Zeitmessung initiali
siert. Anschließend wird in Block 22 die Pumpe eingeschaltet.
Der im Prüfgerät 11 integrierte Drucksensor mißt dabei laufend
den in der Tankentlüftungsanlage anliegende Druck p. Dieser
aktuelle Druck p wird in Block 23 mit einem vorgegebenen Druck
pmax verglichen. Solange der anliegende Druck p den vorgegebenen
Druck pmax nicht übersteigt, wird an den Beginn von Block 23 zu
rückgesprungen. Erst nach dem Erreichen des vorgegebenen Drucks
pmax wird dann im Block 24 die Zeit tauf, die zum Druckaufbau
benötigt wurde, ausgelesen.
In Block 25 wird anschließend die Zeitmessung erneut initiali
siert, bevor dann in Block 26 die Pumpe ausgeschaltet wird. An
schließend wird dann in Block 27 wieder der aktuelle Druck p mit
einem zweiten vorgegebenen Druckwert pmin verglichen. Auch hier
wird wiederum solange an den Beginn des Blockes 27 zurückge
sprungen, wie der aktuelle Druck p den vorgegebenen Druck pab
übersteigt. Erst nachdem der Druck p unter den Wert pab absinkt,
wird zu Block 28 gesprungen, wo dann die Zeit tab, die für den
Druckabbau benötigt wurde, ausgelesen wird.
In Block 29 wird dann der Quotient Q=tauf/tab berechnet. Dies
ist notwendig, da sowohl der Druckaufbau-, als auch der Druck
abbaugradient von Betriebsparametern abhängig ist. Da diese aber
im Gegensatz zu der Onboard-Diagnose während der stationären
Prüfung konstant bleiben, kann diese Abhängigkeit durch die
Quotientenbildung beseitigt werden. Mit diesem Verfahren können
somit zuverlässige Aussagen über die Dichtigkeit der Tankent
lüftungsanlage gemacht werden.
In Block 30 wird dann schließlich der erhaltene Quotient Q mit
einem vorgegebenen Schwellwert Qschwell verglichen. Bei einer
defekten Tankentlüftungsanlage wird die für den Druckaufbau
benötigte Zeit tauf groß und die für den Druckaufbau benötigte
Zeit tab klein ausfallen. Der Quotient Q=tauf/tab wird daher
einen großen Wert annehmen. Bei einer dichten Tankentlüftungs
anlage wird für den Druckaufbau wenig, für den Druckabbau da
gegen viel Zeit benötigt. Der Quotient Q nimmt daher einen klei
nen Wert an. Ist Q<Qschwell, so wird daher zum Block 31 ver
zweigt, wo eine fehlerfreie Tankentlüftungsanlage erkannt und
gegebenenfalls über optische oder akustische Signale angezeigt.
Anschließend wird das Verfahren in Block 32 beendet. Übersteigt
dagegen der Quotient Q in Block 30 den Schwellwert Qschwell, so
wird zum Block 33 verzweigt, wo eine defekte Tankentlüftungs
anlage erkannt und gegebenenfalls eine entsprechende Fehler
meldung ausgegeben wird. Anschließend wird auch hier das Ver
fahren in Block 32 beendet.
Im Block 23 kann außerdem die Zeit tauf für den Druckaufbau auf
einen vorgegebenen Maximalwert tmax begrenzt werden. Wird die
Maximalzeit tmax erreicht, bevor sich der erwartete Druckaufbau
eingestellt hat, so wird das Verfahren abgebrochen und eine ent
sprechende Fehlermeldung ausgegeben. Dieser Fall kann eintreten,
wenn das Leck in der Tankentlüftungsanlage 1 sehr groß ist, so
daß der vorgegebene Druck pauf mit Hilfe der Pumpe gar nicht
erreicht werden kann.
Die Zeiten tauf, tab, die für den Druckaufbau beziehungsweise
-abbau benötigt werden, sind abhängig von der Kraftstofftempe
ratur TKS und vom Füllstand FS des Kraftstofftanks (2). Zur Er
mittlung eines Lecks in der Tankentlüftungsanlage 1 kann dieser
Einfluß somit durch die Quotientenbildung eliminiert werden.
Soll aber auch die Größe des vorhanden Lecks ermittelt werden,
so müssen diese Größen TKS, FS zusätzlich mit Hilfe entsprechen
der Sensoren bestimmt werden. Die Leckgröße kann hierzu in Ab
hängigkeit vom Quotient Q, der Kraftstofftemperatur TKS und vom
Füllstand FS beispielsweise aus einem Kennfeld ausgelesen
werden. Die Lokalisierung eines vorhandenen Lecks gestaltet sich
im allgemeinen schwierig, da die sich die Tankentlüftungsanlage
1 im Normalfall über den gesamten Fahrzeugbereich erstreckt.
Daher wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, zum Druckaufbau
farbiges Gas in die Tankentlüftungsanlage 1 zu leiten. Durch das
Austreten dieses farbigen Gases aus einem eventuell vorhanden
Leck kann dieses dann relativ einfach lokalisiert werden.
Zur Prüfung der Anlage wird durch die Pumpe vorzugsweise ein
Überdruck in der Tankentlüftungsanlage 1 erzeugt. Die beschrie
bene Anordnung eignet sich zwar ebenfalls für die Arbeit mit
Unterdruck. Dies hat aber den Nachteil, daß kraftstoffhaltige
Dämpfe aus der Tankentlüftungsanlage 1 über die Pumpe abgesaugt
werden. Dies bedeutet zum einen, daß die Pumpe für die Arbeit
mit kraftstoffhaltigen Dämpfen ausgelegt werden müßte. Zum
anderen müßten Vorkehrungen für die Lagerung beziehungsweise
Entsorgung der kraftstoffhaltigen Dämpfe getroffen werden.
Die Verwendung einer stationären Prüfanordnung weist mehrere
Vorteile auf. Zum ersten werden die Fahrzeughersteller in die
rage versetzt, nach der Endmontage der Neufahrzeuge am Bandende
die Dichtigkeit der Tankentlüftungsanlage 1 zu prüfen und somit
ihrer gesetzlichen Verpflichtung, nur Fahrzeuge mit funktions
tüchtiger Tankentlüftungsanlage 1 auszuliefern, nachzukommen.
Der zweite Vorteil kommt beim Einsatz in Werkstätten zum Tragen.
Wird bei der Onboard-Diagnose ein Leck detektiert, so wird der
Besitzer mit seinem Fahrzeug eine Werkstatt aufsuchen. Dort wird
daher eine Möglichkeit, die Ergebnisse der Onboard-Diagnose zu
verifizieren und ein gegebenenfalls vorhandenes Leck zu lokali
sieren, benötigt. Dies ist mit der Onboard-Diagnose aber nicht
möglich. Da die für eine Onboard-Diagnose notwendigen Vorrich
tungen erhebliche Mehrkosten pro Fahrzeug verursachen, wäre es
vorteilhaft, die Onboard-Diagnose durch regelmäßige stationäre
Werkstatt- beziehungsweise TÜV-Überprüfungen zu ersetzen.
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Bestimmung von Undichtigkeiten einer in einem
Fahrzeug mit Verbrennungsmotor angeordneten Tankentlüftungs
anlage, welche aus einem Kraftstofftank, einem Adsorptionsfilter
und einer, den Kraftstofftank mit dem Adsorptionsfilter
verbindenden Anschlußleitung besteht, wobei das Adsorptions
filter zusätzlich über eine Belüftungsleitung mit der Umgebung
und über eine Regenerierleitung mit integriertem Regenerier
ventil mit einer Ansaugleitung des Verbrennungsmotors verbunden
ist, mit Mitteln zum Verschließen der Regenerierleitung und der
Belüftungsleitung und zum Anlegen eines vorgegebenen Druckes in
der Tankentlüftungsleitung, mit einem Drucksensor zur Messung
des Druckverlaufs in der Tankentlüftungsanlage und mit einem
Steuergerät zur Auswertung des Druckverlaufs zum Zwecke der
Erkennung einer Undichtigkeit,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß ein stationäres Prüfgerät (11) vorgesehen ist, welches über eine Prüfleitung (12) mit der Tankentlüftungsanlage (1) verbunden werden kann und welches eine Pumpe zum Aufbau eines vorgegebenen Druckes in der Tankentlüftungsanlage (1) enthält, die mit Hilfe des Drucksensors von einem Steuerteil gesteuert wird
- - daß die Belüftungsleitung (5) der Tankentlüftungsanlage (1) im Bereich des Tankeinfüllstutzens (9) mündet,
- - und daß die Prüfleitung (12) mit Hilfe einer Abdichtmanschette (13), welche den Tankeinfüllstutzen (9) und die Mündung der Belüftungsleitung (5) überdeckt, mit der Tankentlüftungsanlage (1) verbunden wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Prüfgerät (11) eine Uhr zur Messung der für den Druck
aufbau beziehungsweise -abbau benötigten Zeiten (tauf, tab)
enthält.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Prüfgerät (11) zusätzlich einen Sensor zur Bestimmung
der Kraftstofftemperatur (TKS) und/oder des Füllstandes (FS) des
Kraftstofftanks umfaßt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit Hilfe der Pumpe des Prüfgerätes (11) aus einem Vorrats
behälter farbiges Gas in die Tankentlüftungsanlage (1) gepumpt
wird.
Priority Applications (2)
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| DE4401085A DE4401085C1 (de) | 1994-01-15 | 1994-01-15 | Verfahren und Vorrichtung zur stationären Bestimmung von Undichtigkeiten in einer Tankentlüftungsanlage |
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