DE19801601C1 - Kettenwirkmaschine, Verfahren zur Herstellung einer gemusterten Kettenwirkware und gemusterte Kettenwirkware - Google Patents
Kettenwirkmaschine, Verfahren zur Herstellung einer gemusterten Kettenwirkware und gemusterte KettenwirkwareInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kettenwirkmaschine
mit Jacquard-Steuerung nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1, auf ein Verfahren zur Herstellung einer ge
musterten Kettenwirkware nach dem Oberbegriff des An
spruchs 10 und auf eine neuartige gemusterte Ketten
wirkware.
Aus dem Buch Raz "Warp Knitting Production" 1987, Sei
ten 304 bis 308 ist eine gattungsgemäße Kettenwirkma
schine mit Jacquard-Steuerung bekannt, bei der um eine
Wirknadelteilung verdrängbare Musterfaden- Legenadeln
von einem Musterlegebarren-System getragen sind, das
ihnen einen gleichen Grundversatz unter zwei Wirkna
deln, also einen Weg von zwei Wirknadelteilungen, ver
leiht. Hierdurch ergeben sich unterschiedliche Überlap
pungen und damit Dichteunterschiede, die zur Musterung
ausgenutzt werden können.
Aus der nicht vorveröffentlichten DE 196 51 053 C1
ist eine Kettenwirkmaschine mit Jacquard-Steuerung zu
entnehmen, bei der jacquardgesteuerte Legenadeln drei
stabile Stellungen einnehmen können. Zu diesem Zweck
sind die Legenadeln durch Stellglieder einer Nadel-An
steuerung zwischen zwei Endstellungen hin und her be
wegbar, die einen Abstand gleich der doppelten Nadel
teilung haben. Außerdem sind zusätzliche Anschläge vor
gesehen, die durch Stellglieder einer Anschlag-Ansteue
rung in den Weg der Legenadeln gebracht werden können
und dadurch die Legenadeln in einer Mittelstellung hal
ten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neuartige ge
musterte Kettenwirkwaren zu schaffen.
Diese Aufgabe wird vorrichtungsmäßig durch eine Ketten
wirkmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Mit einer solchen Kettenwirkmaschine lassen sich Ket
tenwirkwaren mit mindestens dreistufiger Dick-Dünn-
Musterung oder mit einer Zwei-Farben-Musterung erzie
len, wie dies weiter unten noch erläutert wird. Wichtig
ist hierbei der große Gesamtversatz über vier und mehr
Wirknadeln, der die Bildung von dicken Musterbereichen
beziehungsweise das Hervortreten einer Farbe ermög
licht, und die Kombination des Grundversatzes mit Le
genadeln, die mehr als zwei Stellungen einnehmen kön
nen, weil hierdurch eine feine Abstufung zwischen un
terschiedlichen Dichten der Musterbereiche beziehungs
weise ein feinstufiger Übergang von der einen zur ande
ren Farbe möglich ist.
Die Weiterbildung nach Anspruch 2 führt dazu, daß mit
einer einzigen Basisbarre Fransen gelegt werden, die in
Verbindung mit den Musterfäden einen Warengrund ergeben
und durch entsprechende Führung der Musterfäden ein
Übergang von einer Flächenmusterung zu einer Netzmuste
rung möglich ist.
Mit der Ausgestaltung nach Anspruch 3 können Musterbe
reiche mit dreistufiger Dick-Dünn-Musterung und flot
tierenden Fäden geschaffen werden.
Mit der Ausgestaltung nach Anspruch 4 ist es möglich,
einen Gesamtversatz über fünf Wirknadeln vorzusehen und
eine entsprechende Abstufung der Dick-Dünn-Musterung zu
erreichen.
Bei Anordnung der Basisbarre gemäß Anspruch 5 ergibt
sich eine Musterung im Warengrund.
Bei einer Anordnung der Basisbarren nach Anspruch 6 er
gibt sich ein auf den Grund der Ware aufgesetztes Mu
ster.
Bei der Weiterbildung nach Anspruch 7 können die Mu
sterfaden-Legenadeln mit der vollen Maschinenfeinheit
belegt werden. Trotz der für die Mehrstellungs-Posi
tionierung erforderlichen Konstruktionselemente behin
dern sich die Musterfaden-Legenadeln nicht gegenseitig.
Bei der Alternative gemäß Anspruch 8 beträgt die Zahl
der Legenadeln nur 50% der Zahl der Wirknadeln. Auch
auf diese Weise lassen sich abgestufte Musterungen er
zielen.
Mit der Ausgestaltung nach Anspruch 9 lassen sich mit
vertretbarem Aufwand drei Stellungen der Musterfaden-
Legenadeln vorgeben. Die zweiten Stellglieder bewegen
sich vorzugsweise quer zur Versatzrichtung. Insbesonde
re können die Stellglieder piezoelektrische Biegewand
ler sein, wie dies in DE 196 51 053 C1 im einzelnen be
schrieben ist.
Verfahrensmäßig ist die Lösung der gestellten Aufgabe
durch die Merkmale des Anspruchs 10 gegeben.
Die Fransenlegung der Basisfäden nach Anspruch 11 ist
möglich, weil die Fransen durch die Musterfäden verbun
den sind.
Die Stufigkeit der Musterung wird durch Anspruch 12
vergrößert.
Anspruch 13 erlaubt den Übergang von einer Flächenmu
sterung zu einer Netzmusterung.
Die Legungsarten nach den Ansprüchen 14 und 15 haben
gemeinsam, daß die Musterfäden an der Bildung des Wa
rengrundes teilnehmen können. Es ergeben sich aber op
tisch völlig unterschiedliche Musterungen.
Mit den Merkmalen des Anspruchs 16 erhält man sehr aus
geprägte Dick-Dünn-Musterungen.
Mit den Merkmalen des Anspruchs 17 kann man eine sehr
effektive Zwei-Farben-Musterung erzielen.
Anspruch 18 betrifft eine neuartige gemusterte Ketten
wirkware, bei der sich je nach Anzahl der in Unterle
gung befindlichen Musterfäden Musterungsbereiche unter
schiedlicher Dicke beziehungsweise Dichte ergeben.
Die Zahl der Stufen kann durch die Gestaltung nach An
spruch 19 erhöht werden.
Mit der Weiterbildung nach Anspruch 20 ergibt sich der
Übergang von einem Flächenmuster zu einer Netzstruktur.
Anspruch 21 kennzeichnet eine neuartige Kettenwirkware
mit einer Zwei-Farben-Musterung. Wenn sich nur die eine
Farbe in der Unterlegung befindet, tritt diese deutlich
hervor. Sind beide Farben in der Unterlegung vorhanden,
ergeben sich abgestufte Mischungen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand bevorzugter Aus
führungsbeispiele in Verbindung mit der Zeichnung näher
beschrieben. Darin zeigen:
Fig. 1 den Arbeitsbereich einer erfindungsgemäß Ket
tenwirkmaschine,
Fig. 2 die Nadelanordnung der Fig. 1 in vergrößerter
Darstellung,
Fig. 3 eine abgewandelte Nadelanordnung,
Fig. 4 eine Nadelanordnung bei Verwendung eines
Fallblechs,
Fig. 5 eine weitere abgewandelte Nadelanordnung,
Fig. 6 schematisch den Versatzbereich der Musterfa
den-Legenadeln bei einer ersten Ausführungs
form,
Fig. 7 eine ähnliche Darstellung bei einer zweiten
Ausführungsform,
Fig. 8 einen Schnitt durch den Träger einer Muster
faden-Legenadel,
Fig. 9 den Schnitt längs der Linie A-A in Fig. 4,
Fig. 10 einen Schnitt ähnlich Fig. 9 in einer zweiten
Stellung der Anschläge,
Fig. 11 das Legungsbild einer Kettenwirkware mit
vierstufiger Dick-Dünn-Musterung, hergestellt
mit der Nadelanordnung der Fig. 2,
Fig. 12 das Legungsbild einer dreistufigen Dick-Dünn-
Musterung, hergestellt mit der Nadelanordnung
der Fig. 2,
Fig. 13 das Legungsbild einer Zwei-Farben-Musterung,
hergestellt mit der Nadelanordnung der Fig. 2,
Fig. 14 das Legungsbild einer zweistufigen Dick-Dünn-
Musterung, hergestellt mit der Nadelanordnung
der Fig. 3,
Fig. 15 das Legungsbild einer vierstufigen Dick-Dünn-
Musterung, hergestellt mit der Nadelanordnung
der Fig. 4, und
Fig. 16 das Legungsbild einer zweistufigen Dick-Dünn-
Musterung, hergestellt mit der Nadelanordnung
der Fig. 5.
Der Arbeitsbereich 1 der Kettenwirkmaschine der Fig. 1
weist eine Reihe von Wirknadeln 2 an einer Wirknadel
barre 3 auf. Zu voller Maschinenfeinheit eingelegte Ba
sisfäden 4 werden über Basisfaden-Legenadeln 5, die an
einer Basisbarre 6 angebracht sind, zugeführt. Diese
Basisbarre 6 kann beispielsweise im Sinne einer Trikot
legung hin und her versetzt werden. Bevorzugt wird es
jedoch, wenn die Basisbarre 6 Fransen erzeugt, die un
ter Ausnutzung der nachstehend beschriebenen Musterfä
den 7 einen zusammenhängenden Grund ergeben. Die Mu
sterfäden 7 werden über Musterfaden-Legenadeln 8 zuge
führt, welche je in ¼-Maschinenfeinheit in vier Ver
satzreihen 9, 10, 11 und 12 angeordnet sind, die von
Trägern 13 gehalten sind. Auf diese Weise ergibt sich
ein Musterlegebarren-System 14, an dem die Musterfaden-
Legenadeln 8 mit voller Maschinenfeinheit angeordnet
sind. Dieses System erfährt einen gemeinsamen Grundver
satz, beispielsweise über drei Wirknadeln 2 (Fig. 6)
oder über zwei Wirknadeln 2 (Fig. 7). Für den Grundver
satz sorgt eine lediglich angedeutete Grundversatz-
Stellvorrichtung 15, für die Verstellung der Musterfa
den-Legenadeln 8 eine ebenfalls nur angedeutete
Jacquard-Steuerung 16.
Die Nadelanordnung der Fig. 1 ist in Fig. 2 vergrößert
dargestellt. Die Basisfaden-Legenadeln 5 befinden sich
zwischen den Wirknadeln 2 und den in vier Versatzreihen
angeordneten Musterfaden-Legenadeln 8. Bei der Ausfüh
rungsform nach Fig. 3 sind nur zwei Versatzreihen der
Musterfaden-Legenadeln 8 vorgesehen, so daß die Muster
fäden lediglich mit der halben Maschinenfeinheit ange
ordnet werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 befinden sich die
Basisnadeln 5 auf der den Wirknadeln 2 abgewandten Sei
te der Musterfaden-Legenadeln 8 und sind von diesen
durch ein Fallblech 17 getrennt. Hierdurch lassen sich
Fallblech-Musterungen bei mit voller Maschinenfeinheit
angeordneten Musterfäden erzielen. In Fig. 5 ist eine
Abwandlung dargestellt, bei der lediglich zwei Versatz
reihen mit Musterfaden-Legenadeln 8 vorgesehen sind, im
übrigen aber der Aufbau der Fig. 4 entspricht.
Die Musterfaden-Legenadeln 8 können von der Jacquard-
Steuerung 16 in drei verschiedene stabile Stellungen
gebracht werden, die je um eine Nadelgasse 18 gegenein
ander versetzt sind. Diese drei Stellungen sind in den
Fig. 6 und 7 mit den Buchstaben R (rechts), M (Mitte)
und L (links) gekennzeichnet.
Wenn man einen Grundversatz über drei Wirknadeln 2 mit
der Dreistellungs-Steuerung der Musterfaden-Legenadeln
8 kombiniert, ergeben sich die in Fig. 6 in den Zeilen
a bis e angegebenen Gesamtversatz-Möglichkeiten. Wenn
die Musterfaden-Legenadel 8 ihre Stellung beibehält,
entspricht der Gesamtversatz dem Grundversatz (Zeile
a). Wird am linken Ende von der rechten auf die mittle
re Stellung umgeschaltet, erhält man einen Gesamtver
satz unter vier Nadeln (Zeile b), und wenn man am lin
ken Ende in die linke Stellung überwechselt, einen Ge
samtversatz unter fünf Wirknadeln (Zeile c). Wenn dage
gen am rechten Ende auf die mittlere Stellung umge
schaltet wird, geht der Gesamtversatz lediglich unter
zwei Nadeln (Zeile d), und wenn am rechten Ende in die
linke Stellung umgeschaltet wird, ergibt sich ein Ge
samtversatz unter einer Nadel (Zeile e).
Wählt man dagegen einen Grundversatz unter nur zwei Na
deln, so ergeben sich die in Fig. 7 veranschaulichten
Möglichkeiten. Man kann einen Gesamtversatz unter zwei
Nadeln (Zeile f), unter drei Nadeln (Zeile g), unter
vier Nadeln (Zeile a), unter einer Nadel (Zeile i) und
unter keiner Nadel (was einem flottierenden Faden ent
spricht, Zeile k), erhalten.
Aus den Fig. 8 bis 10 ist eine Möglichkeit zu ersehen,
wie die drei stabilen Stellungen der Musterfaden-Lege
nadel 8 erreicht werden können. Am Träger 13 sind erste
Stellglieder 19 und zweite Stellglieder 20 angeordnet,
die beide von der Jacquard-Steuerung 16 her bedienbar
sind. Diese Stellglieder sind als piezoelektrische Bie
gewandler ausgebildet. Die Musterfaden-Legenadeln 8
sind an den ersten Stellgliedern 19 befestigt und kön
nen von diesen in Versatzrichtung hin und her bewegt
werden. Die Stellglieder 20 sind quer hierzu bewegbar
und tragen am unteren Ende einen Anschlagblock 21, der
aus der Stellung der Fig. 9 in die Stellung der Fig. 10
und zurück bewegt werden kann. Der Anschlagblock 21 be
sitzt vier in Barrenrichtung feste Anschläge. Hiervon
sind in der Stellung der Fig. 9 der linke Endanschlag
22 und ein erster mittlere Anschlag 23 und in der Stel
lung der Fig. 10 ein rechter Endanschlag 24 und ein
zweiter mittlerer Anschlag 25 wirksam. Wegen weiterer
Einzelheiten wird auf DE 196 51 053.8 verwiesen.
Bei den nachstehend beschriebenen Legungsbildern der
Fig. 11 bis 16 sind die durch die Basisfäden 4 gebilde
ten Fransen nicht dargestellt. Die dünn ausgezogenen
Linien entsprechen dem Grundversatz des Musterlegebar
ren-Systems 14, die dick ausgezogenen Linien dem tat
sächlichen Verlauf der Musterfäden 7.
Bei dem Legungsbild gemäß Fig. 11, das mit der Nadel
anordnung der Fig. 2 hergestellt ist und von den Ver
satzmöglichkeiten der Fig. 6 Gebrauch macht, sind die
Musterfäden 7 im Bereich d unter zwei Wirknadeln, im
Bereich e unter einer Wirknadel, im Bereich b unter
vier Wirknadeln, im Bereich a unter drei Wirknadeln und
im Bereich c unter fünf Wirknadeln, jeweils als Teil
schuß, gelegt. Die Bereichsbenennung entspricht hierbei
der Zeilenbenennung in Fig. 6. Es ist deutlich zu er
kennen, daß sich die Zahl der Unterlegungen zwischen
benachbarten Maschenstäbchen erheblich unterscheidet.
So nimmt die Dicke der Musterung vom Bereich c über den
Bereich b, den Bereich a und den Bereich d zum Bereich
e hin ab. Dies ergibt- eine vierstufige Dick-Dünn-
Flächenmusterung mit sehr dicken, dicken, mittleren und
dünnen Bereichen. Im Bereich e verläuft der Musterfaden
7 längs der Franse, so daß im Muster auch Durchbrüche
beziehungsweise ein Netz gebildet werden können.
Das Legungsbild der Fig. 12 ist wiederum von der Nadel
anordnung der Fig. 2 hergestellt. Der durch die dünnen
Linien angedeutete Grundversatz geht über zwei Wirkna
deln 2, wie es Fig. 7 entspricht. Hier folgt auf einen
Bereich i, in dem der Gesamtversatz unter einer Nadel
geht, ein Bereich k, in dem der Musterfaden 7 flot
tiert. Danach gibt es einen Bereich f mit einem Gesamt
versatz unter zwei Wirknadeln, einen Bereich g mit ei
nem Gesamtversatz unter drei Wirknadeln und einen Be
reich h mit einem Gesamtversatz unter vier Wirknadeln.
Dementsprechend gibt es drei Bereiche f, g und h mit
einer zunehmenden Anzahl von zwischen benachbarten Ma
schenstäbchen verlaufenden Unterlegungen des Musterfa
dens 7, also eine dreistufige Dick-Dünn-Flächenmusterung.
Beim Legungsbild der Fig. 13, das wiederum mit der Na
delanordnung gemäß Fig. 2 hergestellt ist und einen
dreistufigen Grundversatz gemäß Fig. 6 aufweist, sind
abwechselnd Musterfäden 7 (voll ausgezogen) und 7'
(gestrichelt) eingezogen, die aus unterschiedlichem Ma
terial bestehen, insbesondere unterschiedliche Farbe
haben. Der Ausdruck "Farbe" soll hierbei auch alle an
deren denkbaren Möglichkeiten von unterschiedlichen Ma
terialien decken, beispielsweise matte und glänzende
Musterfäden. In einem Bereich 1 werden die Musterfä
den 7 unter fünf Wirknadeln gelegt, während die Muster
fäden 7' lediglich unter einer Wirknadel gelegt werden.
Die Musterfäden 7, die zwischen benachbarten Maschen
stäbchen zwei Unterlegungen bilden, treten farblich
deutlich hervor, während die längs einer Franse verleg
ten Musterfäden 7' kaum sichtbar sind. Ahnliche Ver
hältnisse ergeben sich im Bereich m, wo die Musterfäden
7' unter vier Wirknadeln und die Musterfäden 7 nur un
ter einer Wirknadel gelegt werden. Hier tritt die zwei
te Farbe deutlich hervor. Zwischenabstufungen erhält
man in den Bereichen n und o, wo der eine Musterfaden
unter drei und der andere Musterfaden unter eine Wir
knadel gelegt werden. Unter Ausnutzung der drei Stel
lungen der Musterfaden-Legenadeln lassen sich noch wei
tere Kombinationen bilden, die zu unterschiedlichen Mi
scheffekten führen.
Bei dem Legungsbild der Fig. 14, das mit Hilfe der Na
delanordnung der Fig. 3 hergestellt ist und einen
Grundversatz unter drei Wirknadeln 2 aufweist, haben
die Wirknadeln 2 und die Basisfaden-Legenadeln 5 die
volle Maschinenfeinheit, die beiden Versatzreihen der
Musterfaden-Legenadeln 8 gemeinsam jedoch nur die halbe
Maschinenfeinheit. Auf einen Bereich a mit einem Ge
samtversatz unter drei Wirknadeln folgen mehrere Misch
bereiche mit in Schußrichtung unterschiedlichem Gesamt
versatz. Es gibt einen Bereich a, e, in dem ein Gesamt
versatz unter drei Wirknadeln und ein Gesamtversatz un
ter einer Wirknadel abwechseln, einen Bereich b, c, d,
e, in welchem ein Gesamtversatz unter vier, fünf, zwei
und einer Wirknadel benachbart sind, und einen Bereich
b, a, c, in welchem in Schußrichtung ein Gesamtversatz
unter drei, zwei und fünf Wirknadeln vorgesehen sind.
Der Anschlußbereich e weist einen Gesamtversatz unter
einer Wirknadel und der Bereich c einen Gesamtversatz
unter fünf Wirknadeln auf. Hiermit erhält man eine
zweistufige Dick-Dünn-Flächenmusterung mit halber Mu
sterfadenanzahl.
Das Legungsbild der Fig. 15 ist mit der Nadelanordnung
gemäß Fig. 4 hergestellt und arbeitet mit einem Grund
versatz unter drei Wirknadeln. infolge der Fallblechmu
sterung werden die Musterfäden 7 mit Henkeln in die Ma
schen der durch die Basisfäden 4 gebildeten Fransen
eingebunden. Auch hier gibt es einen Bereich d mit ei
nem Gesamtversatz unter zwei Wirknadeln, einen Bereich
e mit einem Gesamtversatz unter einer Wirknadel, einen
Bereich b mit einem Gesamtversatz unter vier Wirkna
deln, einen Bereich a mit einem Gesamtversatz unter
drei Wirknadeln, einen Bereich c mit einem Gesamtver
satz unter fünf Wirknadeln und weitere Bereiche a und
f. Dies führt zu einer vierstufigen Dick-Dünn-Muste
rung, die jedoch nicht in der Fläche, sondern wegen des
Fallblechs auf der Ware sichtbar ist. Im Bereich e bil
den die Musterfäden eine echte Franse und im Bereich f
eine versetzte Franse, so daß auch eine Netzstruktur
möglich ist.
Das Legungsbild der Fig. 16 ist mit der Nadelanordnung
gemäß Fig. 5 hergestellt und weist eine Grundversatz
unter drei Wirknadeln entsprechend Fig. 6 auf. Hier
folgt auf einen Bereich a mit einem Gesamtversatz unter
drei Wirknadeln 2 ein Mischbereich a, e, bei dem ein
Gesamtversatz unter drei und unter einer Wirknadel ab
wechseln. Es schließt ein Mischbereich b, c, a, d an,
bei dem ein Gesamtversatz unter vier Wirknadeln, unter
fünf Wirknadeln, unter drei Wirknadeln und unter zwei
Wirknadeln in Schußrichtung aufeinander folgen. Danach
gibt es einen Mischbereich b, a, bei dem ein Gesamtver
satz unter vier Wirknadeln und unter drei Wirknadeln
aufeinander folgen. Dann kommt ein Bereich e mit einem
Gesamtversatz unter einer Nadel, was wiederum zu einer
Fransenbildung der Musterfäden führt, und ein Bereich c
mit einer Gesamtversatz unter fünf Wirknadeln. Auch
dies führt zu einem zweistufigen Dick-Dünn-Muster an
der Oberfläche der Ware mit halber Musterfadenanzahl.
In vielen Fällen genügt es, eine Musterung allein durch
die beschriebenen Maßnahmen zu erzeugen. Man kann aber
auch zusätzliche Effekte dadurch erzielen, daß weitere
an sich bekannte Musterungen hinzugefügt werden. Wie
die Fig. 14 und 16 zeigten, ändert sich die Musterung
nicht nur in Kettrichtung, sondern auch in Schußrich
tung. Dies gilt auch, wenn eine Musterung entsprechend
den Fig. 11, 12, 13 oder 15 vorgenommen wird.
Claims (23)
1. Kettenwirkmaschine mit Jacquard-Steuerung, bei der
verdrängbare Musterfaden-Legenadeln von einem Mu
sterlegebarren-System getragen sind, das ihnen den
gleichen Grundversatz verleiht, und mit einer ein
zigen Basisbarre, die nicht-verdrängbare Legenadeln
trägt, dadurch gekennzeichnet, daß die Musterfa
den-Legenadeln (8) durch die Jacquard-Steuerung
(16) in eine von mindestens drei stabilen, jeweils
um eine Nadelgasse (18) versetzte Stellungen ver
drängbar sind und daß der Grundversatz so gewählt
ist, daß der größtmögliche Gesamtversatz der Mu
sterfaden-Legenadeln (8) mindestens unter vier Wir
knadeln (2) erfolgt.
2. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Versatz der Basisbarre (6) unter
einer Wirknadel (2) erfolgt.
3. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Musterfaden-Legenadeln (8)
in drei Stellungen positionierbar sind und der
Grundversatz (8) unter zwei Wirknadeln (2) erfolgt
(Fig. 7).
4. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Musterfaden-Legenadeln (8)
in drei Stellungen positionierbar sind und der
Grundversatz (8) unter drei Wirknadeln (2) erfolgt
(Fig. 6).
5. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Basisbarre (6)
vom Wirkerstand aus gesehen vor dem Musterlegebar
ren-System (14) angeordnet ist.
6. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Basisbarre (6)
auf der vom Wirkerstand abgewandten Seite des Mu
sterlegebarren-Systems (14) angeordnet und von die
sen durch ein Fallblech (17) getrennt ist.
7. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß das Musterlegebar
ren-System (14) vier Versatzreihen (9 bis 12) auf
weist, die die Musterfaden-Legenadeln (8) jeweils
in ¼-Maschinenfeinheit tragen.
8. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß das Musterlegebar
ren-System (14) zwei Versatzreihen (9, 10) auf
weist, die die Musterfaden-Legenadeln (8) jeweils
in ¼-Maschinenfeinheit tragen.
9. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß die Jacquard-
Steuerung (16) erste Stellglieder (19), die die Mu
sterfaden-Legenadeln (8) in Versatzrichtung verla
gern, und zweite Stellglieder (20), die An
schläge (22 bis 25) zur Begrenzung der Verlagerung verstel
len, betätigt.
10. Verfahren zur Herstellung einer gemusterten Ketten
wirkware auf der Kettenwirkmaschine nach einem der
Ansprüche 1 bis 9, bei dem Musterfäden von Muster
faden-Legenadeln durch eine Jacquard-Steuerung ver
drängbar sind und den gleichen Grundversatz haben
und Basisfäden in einer einzigen Schar durch nicht
verdrängbare Legenadeln zugeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß die Musterfäden (7) durch das
Zusammenwirken des Grundversatzes und einer Ver
drängung der Musterfaden-Legenadeln (8) in jeweils
eine von mindestens drei Stellungen einen Gesamt
versatz erfahren, der im vorgegebenen Musterungsbe
reich wahlweise unter einer bis vier Wirknadeln (2)
erfolgt, wobei Teilbereiche mit unterschiedlichem
Gesamtversatz vorgesehen sind.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Basisfäden (4) als Franse gelegt werden.
12. Verfahren nach Anspruch oder 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Gesamtversatz teilweise auch un
ter fünf Wirknadeln erfolgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß die Musterfäden (7) teil
weise flottierend gelegt werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß die Musterfäden (7) als
Teilschuß gelegt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß die Musterfäden (7) als
Henkel in die Maschen der Basisfäden (45) eingebun
den werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß in Teilbereichen eine An
zahl benachbarter Musterfäden (7) gleichartig ange
steuert wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß aus unterschiedlichem Ma
terial bestehende erste und zweite Musterfäden (7,
7') abwechselnd angeordnet und so gelegt werden,
daß in Teilbereichen ein größerer Gesamtversatz von
ersten Musterfäden mit einem kleineren Gesamtver
satz von benachbarten zweiten Musterfäden kombi
niert ist und umgekehrt.
18. Gemusterte Kettenwirkware, gekennzeichnet durch ei
ne mindestens dreistufige Dick-Dünn-Musterung, bei
der in Kett- und Schußrichtung versetzte Muste
rungsbereiche (a, b, d; f, g, i) vorgesehen sind,
die zwischen benachbarten Fransen ein oder zwei
oder drei Musterfäden (7) in Unterlegung aufweisen.
19. Gemusterte Kettenwirkware nach Anspruch 18, dadurch
gekennzeichnet, daß eine vierstufige Dick-Dünn-
Musterung vorgesehen ist, bei der in zusätzlichen
Musterungsbereichen (c; h) vier Musterfäden (7) in
Unterlegung vorhanden sind.
20. Gemusterte Kettenwirkware nach Anspruch 18 oder 19,
dadurch gekennzeichnet, daß weitere Musterungsbe
reiche (e; i) vorgesehen sind, in denen sich durch
Fehlen eines Musterfadens (7) in Unterlegung eine
Netzstruktur ergibt.
21. Gemusterte Kettenwirkware, gekennzeichnet durch ei
ne mittels ersten und zweiten Musterfäden (7, 7')
aus unterschiedlichem Material erzeugte Zwei-
Farben-Musterung, bei der in Kett- und Schußrich
tung versetzte Musterungsbereiche (l, m, n, o) vor
gesehen sind, in denen zwischen benachbarten Ma
schenstäbchen nur mindestens zwei erste oder nur
mindestens zwei zweite Musterfäden oder erste und
zweite Musterfäden im gleichen oder unterschiedli
chen Verhältnis in Unterlegung vorhanden sind.
22. Gemusterte Kettenwirkware nach einem der Ansprüche
18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß Musterfäden
(7) ein Muster im Warengrund bilden.
23. Gemusterte Kettenwirkware nach einem der Ansprüche
18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß Musterfäden
(7) ein auf die Basisfäden (4) aufgesetztes Muster
bilden.
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