DE19737486C1 - Verfahren zum Reinigen von hydrophobe Bestandteile enthaltenden Materialien - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von hydrophobe Bestandteile enthaltenden MaterialienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von hy
drophobe Bestandteile enthaltenden Materialien.
Es sind verschiedene organische hydrophobe Verbindungen be
kannt, die sich nicht oder nur schwer von einer
Feststoffoberfläche entfernen lassen. Insbesondere für die
Textilwäsche werden als Vorbehandlung sogenannte Flecklöser
eingesetzt, die häufig aus einer Mischung von Mineralölen
als Lösungsvermittler und nichtionischen Tensiden bestehen.
Diese Mischungen sind häufig nur schwer abbaubar und dürfen
wegen ihrer Inhaltsstoffe nicht in die Hände von Kindern
gelangen.
Bei der Reinigung von Böden und anderen Feinkornmaterialien
dürfen nur solche Mittel eingesetzt werden, von denen keine
Grundwassergefährdung ausgeht. Da für in-situ-Sanierungen
im allgemeinen große Wassermengen benötigt werden, muß das
Wasser im Kreislauf geführt werden können.
Abwässer aus Lebens- bzw. Futtermittel verarbeitenden Be
trieben enthalten regelmäßig eine hohe CSB-Fracht, die aus
hydrophoben Inhaltsstoffen resultiert. Diese Inhaltsstoffe
können nur dann zurückgewonnen und zu Futtermittel verar
beitet werden, wenn im Zuge der Rückgewinnung keine Chemi
kalien eingesetzt werden müssen, welche die Verwertung als
Futtermittel unmöglich machen. Auch bei sonstigen Emul
sionen muß die Abtrennung von hydrophoben Bestandteilen so
realisiert werden, daß keine Gefahrstoffe zum Einsatz
kommen, welche die Entsorgung erschweren und verteuern.
Es ist ein Verfahren zum Herstellen von Waschlaugen be
kannt, bei welchem eine Komponente A mit einer Komponente B
vermischt wird. Die Komponente A besteht aus einer
wässrigen, nichtionische Tenside enthaltenden Dispersion
seifenbildender Fettsäuren mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen.
Bei der Komponente B handelt es sich um eine wässrige
Lösung alkalisch reagierender, zur vollständigen Seifen
bildung mit den Fettsäuren der Komponente A befähigter
Stoffe aus der Klasse der Hydroxide, Carbonate, Phosphate
oder Polyphosphate des Natriums bzw. Kaliums. Auf diese
Weise soll letztlich die Waschkraft gesteigert werden
(vergl. DE-C 28 47 437).
Darüber hinaus kennt man ein Verfahren und ein Präparat zur
Reinigung von Flecken auf diversen Textilien. Dieses Präpa
rat besteht aus einem Teil Brennspiritus, einem Teil Mety
lenchlorid, einem Teil Nitroverdünnung sowie Fettsäure. Die
Teile werden unverdünnt miteinander vermischt. Es hat sich
gezeigt, daß das Präparat Flecken fettiger Art und starke
Verschmutzungen aufgrund seiner Lösekraft beseitigt (vergl.
DE-A 32 25 190).
Schließlich besteht ein bekanntes Mittel zum Reinigen und
Regenerieren von verschmutzten Flächen und Fasergebilden
mit einer wässrigen Zusammensetzung aus mindestens einer
Fettsäurekomponente, zu mindestens einer Ölkomponente,
ferner mindestens einem Lösemittel und gegebenenfalls einem
feindespergierten Schleifmittel. Außerdem werden optional
Zusätze zur ph-Regulierung und/oder Dispergier- und Emul
gierhilfen angesprochen. Auf diese Weise will man Ver
schmutzungen auf Stein wie Marmor, Granit, Sandstein usw.
zuverlässig entfernen können, wobei gleichzeitig ein bio
logischer Abbau gewährleistet sein soll.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren an
zugeben, wonach sich hydrophobe Bestandteile enthaltende
Materialien unter Einsatz ausschließlich naturidentischer
und im neutralen Zustand ungiftiger Verbindungen einwand
frei, einfach und preiswert reinigen lassen.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist Gegenstand der Erfindung ein
Verfahren zum Reinigen von hydrophobe Bestandteile ent
haltenden Materialien, wonach auf das jeweils zu reinigende
Material eine langkettige Fettsäure oder ein Fettsäure-Ge
misch aus langkettigen Fettsäuren zum Lösen der hydrophoben
Bestandteile aufgebracht wird, dann eine basische wässrige
Lösung zur Umwandlung der Fettsäure in ein Fettsäuresalz
bzw. in eine Fettsäuresalzlösung unter Bildung einer Emul
sion mit die gelösten hydrophoben Bestandteile aufweisenden
anionischen Tensiden in der Wasserphase zugegeben wird, an
schließend die Tenside oder daraus gebildete Tensidmicellen
durch Zugabe eines löslichen Erdalkalisalzes koaguliert
wird und endlich das Koagulat - als gleichsam Fettphase mit
den hydrophoben Bestandteilen - mechanisch von der Wasser
phase getrennt wird. - Im Rahmen der Erfindung meint lang
kettige Fettsäuren solche Fettsäuren, bei welchen die An
zahl der C-Atome < 10 ist. Nach Lehre der Erfindung werden
zur Überführung hydrophober Bestandteile in wässrige Phase
im Zuge der Reinigung von Materialien und zur Abscheidung
der hydrophoben Bestandteile aus einer zu diesem Zweck er
zeugten wässrigen Emulsion langkettige Fettsäuren und ins
besondere Fettsäure-Gemische eingesetzt. Dabei können als
zu reinigende Materialien Feststoffe, z. B. Textilien,
Feinkornmaterialien, wie z. B. Boden, Abwässer oder sonstige
hydrophobe Bestandteile enthaltende Emulsionen eben mit
Fettsäure oder einem Fettsäure-Gemisch behandelt werden.
Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung wird als
Fettsäure Ölsäure verwendet. Insoweit kommen ausschließlich
naturidentische und im neutralen Zustand ungiftige Ver
bindungen zum Einsatz, welche dennoch eine preiswerte,
einfache und insbesondere einwandfreie Reinigung der in
Rede stehenden Materialien ermöglichen. Folglich handelt es
sich nach Lehre der Erfindung um ein in ökonomischer und
ökologischer Hinsicht optimales Reinigungsverfahren.
Weitere erfindungswesentliche Maßnahmen sind im folgenden
aufgeführt. So sieht die Erfindung vor, daß als basische
wässrige Lösung eine Natriumhydroxid (NaOH) oder Natrium
carbonat (Na2CO3/Soda) enthaltende Lösung verwendet wird.
Dadurch wird die eingesetzte Fettsäure in ein Fettsäuresalz
umgewandelt, welches in seiner Eigenschaft als anionische
Tenside in der Wasserphase eine Emulsion bildet. Die in der
ursprünglichen Fettsäurephase gelösten hydrophoben Bestand
teile gehen dabei mit in die Emulsion über, weil sie prak
tisch Bestandteile der Tenside werden bzw. sind. Als
Erdalkalisalz oder -salze werden bevorzugt Calciumsalze
oder mehrfach geladene Kationen sonstiger Salze zugegeben,
deren Fettsäuresalze im Wasser unlöslich sind. Infolge
dieser Unlöslichkeit entsteht im Wege der Koagulation der
Tenside bzw. daraus gebildeten Tensidmicellen ein Koagulat,
welches sich leicht mechanisch von der Wasserphase trennen
läßt.
Zur Reinigung von feinkörnigem Material, wie z. B. Boden,
kann die Fettsäure als in Wasser gelöstes Fettsäuresalz
eingebracht werden. Durch anschließendes Ansäuern des Fein
kornmaterials wird freie Fettsäure erzeugt. Diese adsor
biert in Phase gleichmäßig an der Oberfläche des Feinkorns,
wobei die hydrophoben Bestandteile sich auf der Oberfläche
in der gebildeten Fettsäurephase lösen. Anschließend er
folgt dann die Umwandlung der Fettsäure in ein Fett
säuresalz mit Hilfe der basischen Lösung, so daß wiederum
eine Emulsion mit anionischen Tensiden in der Wasserphase
entsteht und eine Koagulation der Tenside bzw. Tensid
micellen in der oben beschriebenen Weise erfolgen kann. -
Nach einer anderen Variante - wonach die Fettsäure direkt
in Phase auf eine zu reinigende Oberfläche aufgebracht
wird, z. B. als Flecklöser bei der Textilwäsche - kann auch
eine wasserfreie Mischung aus Fettsäure und Fettsäuresalz
verwendet werden. Dadurch wird das In-Lösung-Bringen erheb
lich erleichtert. Die gewünschte Wirkung kann in diesem
Fall auch dann noch erzielt werden, wenn die zu reinigende
Oberfläche nicht vollkommen trocken ist.
Nach einem Vorschlag der Erfindung, dem selbständige Be
deutung zukommt, wird zum Abtrennen hydrophober Bestand
teile aus einer wässrigen Emulsion zunächst eine lang
kettige Fettsäure oder Fettsäure-Gemisch aus langkettigen
Fettsäuren zugegeben und nach dem Durchmischen der Emulsion
mit der Fettsäure oder dem Fettsäuregemisch ein Erdalkali
salz bzw. Calciumsalz oder mehrfach geladene Kationen eines
anderen Salzes zugegeben und wird dann erst die basische
Lösung zugegeben. Dadurch wird die Abtrennung verbessert.
Alternativ kann auch direkt Kalkmilch bzw. Calciumhydroxid
zugegeben werden.
Claims (9)
1. Verfahren zum Reinigen von hydrophobe Bestandteile
enthaltenden Materialien, wonach auf das jeweils zu reini
gende Material eine langkettige Fettsäure oder ein Fett
säure-Gemisch mit langkettigen Fettsäuren zum Lösen der hy
drophoben Bestandteile aufgebracht wird, dann eine basische
wässrige Lösung zur Umwandlung der Fettsäure in ein Fett
säuresalz unter Bildung einer Emulsion mit die gelösten hy
drophoben Bestandteile aufweisenden Tensiden in der Wasser
phase zugegeben wird, danach die Tenside oder daraus ge
bildete Tensidmicellen durch Zugabe eines lösbaren
Erdalkalisalzes koaguliert wird und anschließend das
Koagulat mechanisch von der Wasserphase getrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als zu reinigende Materialien Feststoffe, z. B. Textilien,
Feinkornmaterialien, z. B. Boden, Abwässer oder sonstige hy
drophobe Bestandteile enthaltende Emulsionen mit Fettsäure
oder einem Fettsäure-Gemisch behandelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß als Fettsäure Ölsäure verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß als basische Lösung eine Natrium
hydroxid (NaOH) oder Natriumcarbonat (Na2CO3/Soda) ent
haltende Lösung verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß als Erdalkalisalz oder -salze, Calcium
salze oder mehrfach geladene Kationen sonstiger Salze zuge
geben werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß zum Reinigen von Feinkornmaterial als
in Wasser gelöstes Fettsäuresalz verwendet und nach Auf
bringen des Fettsäuresalzes auf das Feinkornmaterial dieses
Feinkornmaterial unter Erzeugung freier Fettsäure ange
säuert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß anstelle von Fettsäure eine wasserfreie
Mischung aus Fettsäure und Fettsäuresalz verwendet wird.
8. Verfahren zum Abtrennen hydrophober Bestandteile aus
einer wässrigen Emulsion, wonach zunächst eine langkettige
Fettsäure oder Fettsäure-Gemisch mit langkettigen Fett
säuren zugegeben wird und nach dem Durchmischen der
Emulsion mit der Fettsäure oder dem Fettsäure-Gemisch ein
Erdalkalisalz, dann eine basische Lösung zugegeben wird,
und daß dann die durch Umwandlung der Fettsäure in ein
Fettsäuresalz gebildeten Tenside bzw. Tensidmicellen
koaguliert und das Koagulat mechanisch von der Wasserphase
der Emulsion getrennt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
anstelle des Erdalkalisalzes und der basischen Lösung
Calciumhydroxid zugegeben wird.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997137486 DE19737486C1 (de) | 1997-08-28 | 1997-08-28 | Verfahren zum Reinigen von hydrophobe Bestandteile enthaltenden Materialien |
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| PCT/EP1998/005353 WO1999011745A1 (de) | 1997-08-28 | 1998-08-24 | Reinigungs- und wasserbehandlungsverfahren |
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Publications (1)
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