DE19715593A1 - Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die Innenhochdruckumformung - Google Patents
Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die InnenhochdruckumformungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Um
formpresse für die Innenhochdruckumformung von hohlen Roh
lingen, wonach die Umformpresse ein Matrizensystem mit
Formraum für die Aufnahme des Rohlings, eine Einrichtung
zum Öffnen und Schließen des Matrizensystems nach jedem
Arbeitstakt und Umformstempel aufweist, welche nach Maß
gabe der Innenhochdrucktechnologie auf den Rohling
arbeiten, wobei unter dem Umformhochdruck eines Hochdruck
systems stehende Umformflüssigkeit die Umformung bewirkt,
und welche Umformpresse mit einer einen Umform
flüssigkeitsbehälter aufweisenden Einrichtung mit einem in
dem Formraum mündenden Einfüllkanal zum Einfüllen der Um
formflüssigkeit in den jeweils umzuformenden Rohling vor
Beginn der Umformarbeit versehen ist. - Matrizensystem be
zeichnet die Werkzeuge, die im geschlossenen Zustand den
Formraum bilden und entsprechende Kavitäten aufweisen. Zu
meist besteht das Matrizensystem aus einem Oberwerkzeug
und einem Unterwerkzeug, die im Pressenoberteil bzw. im
Pressenunterteil angeordnet sind und mittels Zylinder
kolbenanordnungen geöffnet und geschlossen werden. Hoch
drucksystem bezeichnet die Einrichtungen, mit denen der
für die Umformarbeit erforderliche Hochdruck der Umform
flüssigkeit erzeugt wird. Zuvor muß die Umformflüssigkeit
in den hohlen Rohling eingefüllt werden. Mit diesem Ein
füllvorgang beschäftigt sich die Erfindung. Es versteht
sich, daß der Rohling unmittelbar oder über den bzw. zu
sammen mit dem Formraum mit der Umformflüssigkeit gefüllt
wird und daher Rohling und Formraum gestaltungsmäßig
derart aufeinander abgestimmt sind, daß der Rohling beim
Schwallbefüllen von der Umformflüssigkeit nicht abge
trieben, vielmehr in dem Formraum gehalten wird.
Bei einem aus der Praxis bekannten Verfahren zum Betrieb
einer Umformpresse für die Innenhochdruckumformung, von
dem die Erfindung ausgeht, erfolgt die Einführung der Um
formflüssigkeit in den jeweils umzuformenden Rohling vor
Beginn der Umformarbeit über Hochdruckbohrungen in den Um
formstempeln. Hierbei wird Umformflüssigkeit mit Hilfe
einer Niederdruckpumpe bei geschlossenen Umformstempeln
durch die Hochdruckbohrung eines der Umformstempel in den
Rohling eingepumpt. Der diesem Umformstempel gegenüber
liegende Umformstempel ist zuweilen geöffnet, so daß die
im Formraum und im Rohling befindliche Luft entweichen
kann. Da die Volumenströme, die bei dieser Verfahrensweise
in den Rohling eingefüllt werden können, relativ klein
sind, ist die beschriebene Vorfüllung umso zeitaufwendiger
je größer das zu füllende Volumen ist. Das Einfüllen der
Umformflüssigkeit ist bei diesen bekannten Maßnahmen ein
hydrodynamischer Vorgang. Die Umformflüssigkeit wird über
die Hochdruckbohrung eingefüllt und tritt aus dieser als
hochenergetischer Freistrahl aus. Das bewirkt, daß sich in
der eingefüllten Umformflüssigkeit Luftblasen befinden,
welche die Qualität des Umformvorganges in bezug auf die
Präzision der Umformung beeinträchtigen. Die Luftblasen
müssen daher zeitaufwendig entfernt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Betrieb einer Umformpresse der eingangs beschriebenen
Ausführungsform anzugeben, mit der das Einfüllen der Um
formflüssigkeit in den Rohling vor Beginn des Umformvor
ganges in vergleichsweise kurzer Zeitspanne einwandfrei
durchgeführt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einem
gattungsgemäßen Verfahren, daß zum Zwecke des Füllens des
umzuformenden Rohlings mittels Umformflüssigkeit bei redu
zierter Einfüllspanne und bei sich schließendem oder ge
schlossenem Matrizensystem der eine Umformstempel in den
Vorraum um ein vorgegebenes Maß unter Freihaltung des Ein
füllkanals vorfährt oder vorgefahren bleibt, daß unmittel
bar danach ein Schnellfüllventil geöffnet wird und die Um
formflüssigkeit unter Luftverdrängung in den Rohling (und
den Formraum) strömt und nach Ausfüllen des Innenraumes
des Rohlings mit Umformflüssigkeit beide Umformstempel in
den Formraum unter dessen Abdichtung vorfahren und die Um
formflüssigkeit in dem Rohling einschließen und den Roh
ling einspannen, daß dann der für den Umformvorgang er
forderliche Innenhochdruck aufgebaut wird, daß nach dem
Umformvorgang die Umformstempel in ihre Ausgangsposition
zurückgefahren werden und die Umformflüssigkeit abgeführt
wird. - Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß ein
Schnellbefüllen des Formraumes und des Rohlings mit Um
formflüssigkeit möglich ist, wenn die verschiedenen Be
wegungsabläufe wie Schließen des Formhohlraumes, Zuführen
der Umformflüssigkeit über ein Schnellfüllventil, Ab
dichten des Formhohlraumes und Einspannen des gefüllten
Rohlings mittels der Umformstempel sowie das Erzeugen des
Innenhochdruckes für den Umformvorgang aufeinander abge
stimmt werden. Dabei erfolgt das Schnellbefüllen des Form
raumes und insbesondere des Rohlings über den Einfüllkanal
gleichsam im Wege eines Flutens, wobei in dem Formraum und
Rohling befindliche Luft verdrängt wird und Luftblasen
bildung im Zuge der Schnellbefüllung nicht länger zu
befürchten ist. Dennoch kann überraschenderweise das Be
füllen des Formraumes bzw. des Rohlings mit Umformflüssig
keit in einer Zeitspanne durchgeführt werden, die sehr
viel geringer als nach den bekannten Maßnahmen ist. Tat
sächlich ist das Befüllen des Formraumes und Rohlings nach
Lehre der Erfindung in Sekundenbruchteilen möglich.
Weitere erfindungswesentliche Maßnahmen sind im folgenden
aufgeführt. So besteht die Möglichkeit, daß der Innenhoch
druck durch das Vorfahren der Umformstempel erzeugt wird.
Regelmäßig wird jedoch mit separaten Hochdruckübersetzern
gearbeitet. Dann weisen die Umformstempel entsprechende
Hochdruckbohrungen auf. Vorzugsweise werden beide Umform
stempel mit gleicher Stempelgeschwindigkeit vorgefahren.
Das verlangt eine entsprechende Abstimmung des Abstandes
der Umformstempel zu dem Formraum bzw. dem darin befind
lichen Rohling. Jedoch empfiehlt die Erfindung, daß das
Schnellfüllventil in Abhängigkeit von der Stempelgeschwin
digkeit und des oder der in den Formraum einfahrenden Um
formstempel zeitverzögert geöffnet wird. Das gilt insbe
sondere dann, wenn beispielsweise der eine Umformstempel
unter Freihalten des Einfüllkanals in dem Matrizensystem
bzw. dem Formraum verbleibt und sich lediglich der andere
Umformstempel vor dem Matrizensystem befindet und in den
Formraum einfahren muß - bis nach der Schnellbefüllung
beide Umformstempel weiter vorfahren und den Rohling unter
Einschluß der Umformflüssigkeit zwischen sich einspannen.
- Im Rahmen der Erfindung kann der Schnellfüllvorgang be
reits im Zuge der Schließbewegung des oder der vorfahren
den Umformstempel gestartet werden, wenn beispielsweise
der Bereich Umformstempel/Rohlingende von einem vor
laufenden im Oberteil des Matrizensystems federnd ge
lagerten Matrizenstück hinreichend abgedichtet werden
kann. - Weiter empfiehlt die Erfindung, daß die Umform
flüssigkeit nach dem Umformvorgang über den Einfüllkanal
und dem als 3/2-Wegeventil ausgebildeten Schnellfüllventil
mit sich anschließender Abflußleitung im Zuge des Zurück
fahrens der Umformstempel abgeführt wird, so daß ein sonst
in Kauf zu nehmendes Abfließen der Umformflüssigkeit über
das Werkzeugunterteil und den Pressentisch nicht länger
erforderlich ist. Folglich können sich dadurch die
Fahrwege der Umformstempel verkürzen. Ferner wird beim
Handling des umgeformten Rohlings weniger Umform
flüssigkeit als bisher verschleppt, weil das Entleeren
sowohl des Rohlings als auch des Formraumes früher
beginnt.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Umformpresse zur
Durchführung des beanspruchten Verfahrens, mit einem
Matrizensystem mit einem Formraum, einem in dem Formraum
mündenden Einfüllkanal und mit einem Absperrorgan für den
Einfüllkanal. Erfindungsgemäß ist das Absperrorgan als ein
Schnellfüllventil mit einem pneumatischen Antrieb ausge
bildet, während der Durchmesser des Einfüllkanals - bei
dem es sich regelmäßig um eine Einfüllbohrung handelt -
beliebig gewählt und folglich auf den Volumenstrom der das
geöffnete Schnellfüllventil durch strömenden Umformflüssig
keitsmenge abgestimmt werden kann. Zweckmäßigerweise ist
das Absperrorgan als ein 3/2-Wegeventil mit einer zu einem
Auffangbehälter führenden Abflußleitung ausgebildet, um
eben eine gezielte Rückführung von Umformflüssigkeit nach
dem Umformvorgang auf diesem Wege zu erreichen. Auch in
der Ausführungsform als 3/2-Wegeventil erfolgt eine
pneumatische Betätigung.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher er
läutert; es zeigen:
Fig. 1 eine Umformpresse zur Durchführung des erfindungs
gemäßen Verfahrens in schematischer Darstellung,
Fig. 2 ein Weg/Zeit-Diagramm für verschiedene Bewegungsab
läufe von Matrizensystem, Umformstempel und
Schnellfüllventil,
Fig. 3 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes
nach Fig. 1 mit einem in dem Formraum verbleibenden
Umformstempel und
Fig. 4 ein Weg/Zeit-Diagramm für den Gegenstand nach
Fig. 3.
In den Figuren ist eine Umformpresse für die Innenhoch
druckumformung von hohlen Rohlingen 1, z. B. Rohren ledig
lich teilweise und schematisch dargestellt. Danach weist
die Umformpresse ein Matrizensystem 2 mit einem Formraum 3
für die Aufnahme des Rohlings 1 auf, ferner Zylinder
kolbenanordnungen 4 zum Öffnen und Schließen des Matrizen
systems 2 mit Oberwerkzeug 2a und Unterwerkzeug 2b nach
jedem Arbeitstakt und außerdem Umformstempel 5a, 5b,
welche nach Maßgabe der Innenhochdrucktechnologie auf den
Rohling 1 arbeiten. Dazu weisen die Umformstempel 5a, 5b
angedeutete Hochdruckbohrungen 6 auf. Der Hochdruck kann
aber auch durch das bloße Vorfahren der Umformstempel 5a,
5b erzeugt werden. Im übrigen ist eine Einrichtung zum
Einfüllen der Umformflüssigkeit in den jeweils umzu
formenden Rohling 1 vorgesehen, die einen Hochtank als Um
formflüssigkeitsbehälter 7 aufweist. Von dem Umform
flüssigkeitsbehälter 7 führt eine Fülleitung 8 unter
Zwischenschaltung eines Schnellfüllventils 9 über einen
Einfüllkanal 10 in den Formraum 3 des Matrizensystems 2.
Für das Schnellfüllventil 9 ist ein pneumatischer Antrieb
11 vorgesehen. Unterhalb des Matrizensystems 2 befindet
sich ein wannenartiger Auffangbehälter 12 für nach dem
Umformvorgang abfließende Umformflüssigkeit. Von dem
Auffangbehälter 12 führt eine Steigleitung 13 mit
Förderpumpe 14 zu dem Umformflüssigkeitsbehälter 7. - Die
Bewegungsrichtungen des Oberwerkzeuges 2a, der Umform
stempel 5a, 5b und des pneumatischen Antriebes 11 für das
Schnellfüllventil 9 sind durch Pfeile angedeutet.
Bei der Umformung mittels Innenhochdruck soll eine Aus
stülpung 15 erzeugt werden. Die eingeschlossene Luft kann
durch eine Entlüftungsbohrung 16 im Oberwerkzeug 2a
austreten, die im Höchsten der Ausstülpung 15 mündet. Die
Umformstempel 5a, 5b weisen Stößel 17 auf, deren vordere
Enden an die Umformbedürfnisse angepaßt sind.
Zum Zwecke des Füllens des umzuformenden Rohlings 1 mittels Umformflüssigkeit bei reduzierter Einfüllspanne
und bei sich schließendem oder geschlossenem Matrizen
system 2 und folglich Formraum 3 fährt nach Fig. 1 der
eine Umformstempel 5a in den Formraum 3 um ein
vorgegebenes Maß unter Freihaltung des Einfüllkanals 10
vor oder ist nach Fig. 3 bereits vorgefahren und verbleibt
in dieser vorgefahrenen Position auch für die nach
folgenden Umformvorgänge. In dieser Position oder un
mittelbar nach dem Vorfahren des betreffenden Umform
stempels 5a gemäß Fig. 1 wird das Schnellfüllventil 9
geöffnet, so daß die Umformflüssigkeit unter Luftver
drängung in den Rohling 1 und den Formraum 3 strömt. Nach
Ausfüllen des Innenraumes des Rohlings 1 mit Umform
flüssigkeit und des Formraumes 3 werden beide
Umformstempel 5a, 5b in den Formraum 3 unter dessen Ab
dichtung vorgefahren und schließen die Umformflüssigkeit
in dem Rohling 1 ein. Darüber hinaus wird der Rohling 1
zwischen den Umformstempeln 5a, 5b eingespannt. Dann wird
der für den Umformvorgang erforderliche Innenhochdruck
aufgebaut. Nach dem Umformvorgang werden die Umformstempel
5a, 5b in ihre Ausgangspositionen zurückgefahren und wird
die Umformflüssigkeit abgeführt.
Nach Fig. 2 ist mit Index 1 die Bewegung des Matrizen
systems bzw. seines Oberwerkzeuges 2a bezeichnet, welches
vereinfacht auf- und zugefahren wird. Das Oberwerkzeug 2a
fährt vom Beginn der Schließoperation und folglich vom
Zeitpunkt t 1,0 mit vorgegebener Geschwindigkeit und ggf.
gesteuert bis zum Zeitpunkt t 1,1 in die geschlossene
Position und hält die geschlossene Position bis zum Zeit
punkt t 1,2 bei. Anschließend öffnet das Oberwerkzeug 2a
und hat bei t 1,3 wieder seine obere Ausgangsposition er
reicht. - Der Bewegungsablauf des einen Umformstempels 5a
ist mit Index 2 versehen. Dieser Umformstempel 5a fährt
erst dann in den Formraum 3 ein, wenn sich das Matrizen
system 2 in Schließstellung befindet, also das Ober
werkzeug 2a gegen das Unterwerkzeug 2b niedergefahren ist.
Insoweit muß der Zeitpunkt t 2,0 auf den Schließvorgang
des Matrizensystems 2 und folglich t 1,0 abgestimmt
werden. Durch den Punkt t 2,1 ist ein Weg für den
betreffenden Umformstempel 5a vorgegeben, wonach die
Einfüllbohrung 10 noch vollständig freigehalten ist. - Die
Öffnungs- und Schließfunktion des Schnellfüllventils 9 ist
mit dem Index 3 bezeichnet. Zum Zeitpunkt t 3,0 bekommt
das Schnellfüllventil 9 den Befehl zum Öffnen und hat bei
t 3,1 geöffnet. Die Umformflüssigkeit - regelmäßig
Wasser - strömt aus dem als Hochtank ausgeführten
Umformflüssigkeitsbehälter 7 über die Fülleitung 8, das
Schnellfüllventil 9 und den Einfüllkanal 10 in das Innere
des Rohlings 1 und des Formraumes 3 und verdrängt die dort
befindliche Luft über die Entlüftungsbohrung 16.
Währenddessen ist der andere Umformstempel 5b noch außer
Funktion, d. h. der Formraum 3 noch nicht geschlossen.
Erst wenn die Umformflüssigkeit den Innenraum des Rohlings
1 vollständig ausgefüllt hat, setzen sich beide Umform
stempel 5a, 5b in Bewegung, dichten den Formraum 3 ab und
schließen das Umformwasser in dem Rohling 1 ein. Mit Index
4 ist die Bewegung des anderen Umformstempels 5b
bezeichnet, dessen Schließbewegung bei t 4,0 startet. Zum
Zeitpunkt t 2,3 bzw. t 4,1 ist der Rohling 1 zwischen den
beiden Umformstempeln 5a, 5b bzw. ihren Stößeln 17
eingespannt, so daß der Hochdruckaufbau beginnen kann.
In Sonderfällen kann der Innenhochdruck durch das Vor
fahren der Umformstempel 5a, 5b erzeugt werden. Das ist
durch den leichten Anstieg von t 2,3 nach t 2,4 bzw. von
t 4,1 nach t 4,2 dargestellt. Regelmäßig wird jedoch mit
separaten Hochdruckübersetzern gearbeitet, die nicht
dargestellt sind. In solchen Fällen weisen die Umform
stempel 5a, 5b angedeutete Hochdruckbohrungen 6 auf.
Nach dem Umformvorgang fahren die Umformstempel 5a, 5b
wieder in ihre Ausgangsposition zurück und das Matrizen
system 2 öffnet, so daß zum Zeitpunkt t 2,5 der
Umformzyklus praktisch abgeschlossen ist.
Die beiden Umformstempel 5a, 5b werden regelmäßig mit
gleichen Stempelgeschwindigkeiten verfahren. Durch
Variieren des Abstandes zum Formraum 3 können die
Zeitabläufe einfach eingestellt werden. In Fig. 1 befindet
sich der betreffende Umformstempel 5a 5 mm vor dem
geöffneten Formraum 3, während der andere Umformstempel 5b
einen Abstand von 15 mm hat. In Abhängigkeit von den
Geschwindigkeiten der betreffenden Komponenten können mit
einem gemeinsamen Impuls die Bewegungsabläufe des
Oberwerkzeuges 2a und der Umformstempel 5a, 5b ausgelöst
werden, um nach dem Schließen des Formraumes 3 den
Formraum 3 und den Rohling 1 luftblasenfrei befüllen zu
können. Lediglich das Schnellfüllventil 9 muß
zeitverzögert gestartet werden, bis der andere Umform
stempel 5b in den Formraum eintaucht und den Abfluß von
Umformflüssigkeit stoppt.
Der gesamte Umformvorgang kann über einfache Zeitglieder
oder auch durch eine geeignete Anordnung der verschiedenen
Komponenten mit geringem Aufwand zuverlässig gesteuert
werden. - Nach Fig. 3 ist die Anordnung der Umformstempel
5a, 5b so getroffen, daß die Umformstempel zum gleichen
Zeitpunkt und mit gleicher Stempelgeschwindigkeit vorge
fahren und nach dem Umformvorgang wieder zurückgefahren
werden. Das zeigt in schematischer Wiedergabe das
Weg/Zeit-Diagramm nach Fig. 4.
Die Umformflüssigkeit wird nach dem Umformvorgang über den
Einfüllkanal 10 und dem als 3/2-Wegeventil ausgebildeten
Schnellfüllventil 9 mit sich anschließender Abflußleitung
18 im Zuge des Zurückfahrens der Umformstempel 5a, 5b
abgeführt. Dazu führt von dem 3/2-Wegeventil die Ab
flußleitung 18 zu dem Auffangbehälter 12.
Claims (8)
1. Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die Innen
hochdruckumformung von hohlen Rohlingen, wonach die Um
formpresse ein Matrizensystem mit Formraum für die Auf
nahme des Rohlings, eine Einrichtung zum Öffnen und
Schließen des Matrizensystems nach jedem Arbeitstakt und
Umformstempel aufweist, welche nach Maßgabe der Innenhoch
drucktechnologie auf den Rohling arbeiten, wobei unter dem
Umformhochdruck eines Hochdrucksystems stehende Umform
flüssigkeit die Umformung bewirkt, und wobei die Umform
presse mit einer einen Umformflüssigkeitsbehälter auf
weisenden Einrichtung mit einem in dem Formraum mündenden
Einfüllkanal zum Einfüllen der Umformflüssigkeit in den
jeweils umzuformenden Rohling vor Beginn der Umformarbeit
versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Zwecke des Füllens des umzuformenden Rohlings
mittels Umformflüssigkeit bei reduzierter Einfüllspanne
und bei sich schließendem oder geschlossenem Matrizen
system der eine Umformstempel in den Formraum um ein vor
gegebenes Maß unter Freihaltung des Einfüllkanals vorfährt
oder vorgefahren bleibt, daß danach ein Schnellfüllventil
geöffnet wird und die Umformflüssigkeit unter Luftver
drängung in den Rohling strömt und nach Ausfüllen des
Innenraumes des Rohlings mit Umformflüssigkeit beide Um
formstempel in den Formraum unter dessen Abdichtung vor
fahren und die Umformflüssigkeit in dem Rohling ein
schließen und den Rohling einspannen, daß dann der für den
Umformvorgang erforderliche Innenhochdruck aufgebaut wird,
daß nach dem Umformvorgang die Umformstempel in ihre Aus
gangsposition zurückgefahren werden und die Umformflüssig
keit abgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Innenhochdruck durch das Vorfahren der Umformstempel
erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß beide Umformstempel mit gleicher Stempelge
schwindigkeit vorgefahren werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Schnellfüllventil in Abhängigkeit
von der Stempelgeschwindigkeit des oder der in den Form
raum einfahrenden Umformstempel zeitverzögert geöffnet
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Schnellfüllvorgang im Zuge der
Schließbewegung des oder der vorfahrenden Umformstempel
gestartet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Umformflüssigkeit nach dem Umform
vorgang über den Einfüllkanal und dem als 3/2-Wegeventil
ausgebildeten Schnellfüllventil mit sich anschließender
Abflußleitung im Zuge des Zurückfahrens der Umformstempel
abgeführt wird.
7. Umformpresse zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 6, mit einem Matrizensystem mit einem
Formraum, einem in dem Formraum mündenden Einfüllkanal und
mit einem Absperrorgan für den Einfüllkanal, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Absperrorgan als ein Schnellfüll
ventil (9) mit einem pneumatischen Antrieb (11) ausge
bildet ist.
8. Umformpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Absperrorgan (9) als ein 3/2-Wegeventil mit einer
zu einem Auffangbehälter (12) führenden Abflußleitung (18)
ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997115593 DE19715593C2 (de) | 1997-04-15 | 1997-04-15 | Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die Innenhochdruckumformung und Umformpresse zur Durchführung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997115593 DE19715593C2 (de) | 1997-04-15 | 1997-04-15 | Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die Innenhochdruckumformung und Umformpresse zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19715593A1 true DE19715593A1 (de) | 1998-10-22 |
| DE19715593C2 DE19715593C2 (de) | 1999-05-20 |
Family
ID=7826503
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997115593 Expired - Fee Related DE19715593C2 (de) | 1997-04-15 | 1997-04-15 | Verfahren zum Betrieb einer Umformpresse für die Innenhochdruckumformung und Umformpresse zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19715593C2 (de) |
Cited By (3)
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|---|---|---|---|---|
| DE10113645A1 (de) * | 2001-03-21 | 2002-10-02 | Siempelkamp Pressen Sys Gmbh | Umformeinheit |
| WO2005035162A1 (de) * | 2003-09-23 | 2005-04-21 | Daimlerchrysler Ag | Innenhochdruckumformanlage |
| EP2151654A1 (de) | 2008-08-08 | 2010-02-10 | KERMI GmbH | Röhrenheizkörper und Verfahren zur Herstellung |
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| DE4103081C2 (de) * | 1991-02-01 | 1992-11-12 | H.D. Eichelberg & Co Gmbh, 5750 Menden, De | |
| DE4103082C2 (de) * | 1991-02-01 | 1993-09-16 | Hde Metallwerk Gmbh, 5750 Menden, De |
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1997
- 1997-04-15 DE DE1997115593 patent/DE19715593C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE102008038885A1 (de) | 2008-08-08 | 2010-02-11 | Kermi Gmbh | Röhrenheizkörper und Verfahren zur Herstellung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19715593C2 (de) | 1999-05-20 |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: SIEMPELKAMP MASCHINEN- UND ANLAGENBAU GMBH & C, DE |
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20131101 |