DE19654705A1 - Einstellbares Pedalsystem mit manueller Betätigung für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Einstellbares Pedalsystem mit manueller Betätigung für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Pedalsystem in einem Kraftfahrzeug gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Es ist für den Fahrer oftmals wünschenswert, die von ihm zu betätigenden
Pedale, wie das Bremspedal, Gaspedal und Kupplungspedal, wobei in Fahrzeugen
mit Automatikgetriebe das Kupplungspedal entfällt, entsprechend seiner Körper
größe oder seinen Wünschen, die er hinsichtlich seiner Sitzposition hat, zu verstel
len, d. h. die Pedale näher an seinen Füße heranzubringen oder weiter weg. Die Sitz
verstellung reicht hierzu in der Regel nicht aus.
Verstellbare Pedale sind bekannt. So läßt sich beispielsweise das gesamte
Pedalsystem um eine Schwenkachse verdrehen, wenn die Pedale an einem Rahmen
befestigt sind, der verdrehbar ist. So lassen sich auch ein oder mehrere Pedale an
einem Rahmen befestigen, der nach vorne und nach hinten bezüglich des Fahrers
verschiebbar ist.
Ferner läßt sich der Rahmen auch mit einem Schneckentrieb verstellen, wo
bei mindestens ein verstellbares Pedal am Rahmen drehbar befestigt ist. Der
Schneckentrieb verdreht den Gesamtrahmen um eine Schwenkachse. Der Schnecken
trieb kann aber auch dazu benutzt werden, den Rahmen entweder nach vorne zu
oder nach rückwärts zu verschieben. Der Schneckentrieb wird von einem Exzenter
motor angetrieben, mit dem die Pedale nach Wahl vom Fahrer einstellbar sind, der
eine am Armaturenbrett des Fahrzeugs befestigte Steuerung bedient.
US 5,351,573 schildert eine andere Lösung, bei der die Fußpedale drehbar
gegenüber einem Bezugspunkt einstellbar sind. Die Einstellung bedient sich eines
Nockens, der auf dem Pedalarm gleitet, so daß durch Drehung des Nockens der Pe
dalarm gegenüber dem Bezugspunkt verschwenkt wird. Die Verdrehung des Nockens
erfolgt durch einen Motor, der eine Stange mit Schneckengewinde antreibt.
Der Motor ist am Pedalarm verschwenkbar angeordnet. Sobald der Antrieb läuft,
wird der Schwenkzapfen für den Motor längs der Schnecke hin- und hergeschoben.
Da der Schwenkzapfen dem Schneckentrieb folgt, wird der Nocken zwangsweise
verdreht und damit erfolgt die Dreheinstellung des Pedalarms.
Die bekannten Einrichtungen besitzen trotz ihrer Brauchbarkeit verschiedene
Nachteile, wozu auch die Elektromotoren zählen, welche die Einstellung automati
sieren, ohne daß der Fahrer ein Gefühl für die Einstellung erhält. Außerdem führen
elektrische Antriebsmotoren zu Schwierigkeiten insofern als sich mehrere Pedale
nicht ohne weiteres gleichmäßig verstellen lassen, da die Motordrehzahlen schwan
ken.
So liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Betätigung der Pedale in
einem Fahrzeug zu schaffen, die vom Fahrer leicht einstellbar ist. Die Betätigung
soll erfindungsgemäß manuell erfolgen, und die Verstellung soll einfach und fein
fühlig sein.
Die genannte Aufgabe ist mit den Merkmaien des Patentanspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß lassen sich so manuell die Nocken verdrehen und damit die
Pedalarme einstellen, so daß sie vom Fahrer weiter entfernt oder naher liegen. Er
findungsgemäß erfolgt die Verstellung mit einem einfachen Getriebe mit einem
Zentralrad, das vom Fahrer verdreht wird und das verschiedene Abtriebsräder an
treibt, die über Drahtzüge mit den die Nockenverstellung bewirkenden Nocken ver
bunden sind. Durch Verdrehen der Züge kann so jeder Nocken verdreht werden,
wobei zwischen Nocken und Ende des Drahtzuges ein Schneckentrieb vorgesehen
ist.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 eine Ansicht des Fahrerraums in einem Kraftfahrzeug mit den zu ver
stellenden Pedalen;
Fig. 2 die Einzelteile in auseinandergezogener Darstellung für die Verstel
lung eines Pedals;
Fig. 3 eine Ansicht des Handbetätigungsgetriebes; und
Fig. 4 eine Innenansicht des Getriebes.
Fig. 1 der Zeichnung zeigt ein einstellbares Pedalsystem 10 für ein Kraftfahr
zeug, das manuell mit einer Betätigungsanordnung 12 verstellbar ist. Die Darstel
lung in den Fig. 1 und 2 zeigt ein System 10 mit einem Kupplungspedal 14, einem
Bremspedal 16 und einem Gaspedal 18, wobei sich die folgende Beschreibung vor
allem auf das Kupplungspedal 14 richtet, doch lassen sich in gleicher Weise und mit
den gleichen Vorteilen auch das Bremspedal 16 und das Gaspedal 18 verstellen.
In bekannter Weise ist das Kupplungspedal 14 gerade über dem Fußboden 20
auf der Fahrerseite des Fahrzeugs 21 angeordnet und hat anfänglich einen bestimm
ten Regelabstand vom Fahrersitz 22, um so von einem Fahrer betätigt zu werden,
der die sogenannte "typische" Körpergröße besitzt. So ist auch in bekannter Weise
der Fahrersitz 22 nach vorwärts und rückwärts einstellbar, um so den Fahrer näher
an die Pedale heranzurücken oder von den Pedalen abzurücken, je nach Körper
größe und Bequemlichkeit des Fahrers.
Fig. 2 zeigt im einzelnen, daß das Kupplungspedal 14 aus einem Arm 24 und
einer Fußplatte 26 besteht. Der Arm 24 ist an einer ersten Rahmenstütze 26 befe
stigt, die unterhalb der Instrumententafel 28 des Fahrzeuges 21 liegt, so daß der
Arm 24 weg vom Fahrer drehbar ist. Der Arm 24 ist an der Lagerstütze 26 mit
einem Schwenkzapfen 30 befestigt und ist zwischen einer vorderen (zum Fahrer zu)
Ruhelage und einer hinteren (d. h. vom Fahrer weg gerichtet) in eine Betätigungs
lage verschwenkbar.
In bekannter Weise wäre nun der Arm 24 direkt mit einer Schubstange 32
eines Hauptzylinders über einen Schwenkbolzen drehbar verbunden, der durch den
Arm 24 und ein erstes Ende 34 der Schubstange 32 greift. Aus Fig. 2 ist aber er
sichtlich, daß der Arm 24 erfindungsgemäß die Schubstange 32 über einen Nocken
40 betätigt.
Der Nocken 40 ist fest mit einer Platte 42 mit Hilfe eines Gelenkstiftes 44
verbunden, der in eine Öffnung 46 der Platte 42 und eine Öffnung 48 im Nocken 40
eingepreßt ist. Es können aber auch der Nocken 40 und die Platte 42 zueinander in
irgendeiner anderen bekannten Weise befestigt werden. Die Platte 42 ist um den
Schwenkzapfen 30 verdrehbar. Somit besitzt die Platte 42 eine gemeinsame Dreh
achse (die vom Bolzen 30 bestimmt ist) mit dem Arm 24. Wegen der festen Verbin
dung zwischen dem Arm 24 und der Platte 42 führt so eine Verdrehung des Pedal
arms 24 um den Schwenkzapfen zu einer entsprechenden Verdrehung der Platte 42
um den Zapfen 30.
Die Platte 42 ist ferner mit der Hauptzylinderschubstange 32 über erste und
zweite Gelenkglieder 50 und 52 verbunden. Vorzugsweise ist das erste Gelenkglied
50 am oberen Ende 54 mit einer zweiten Lagerstütze 56 verbunden, wozu ein
Schwenkzapfen 58 dient, der durch eine Öffnung 60 greift. Ein Simmerring 61 am
Zapfen 58 hält einen Abstandsring 62 und eine Scheibe 64. Ein Drehbolzen 66 am
ersten Gelenkglied 50 besitzt ein Ende 68 zur drehbaren Verbindung mit dem Ende
34 der Schubstange 32.
Am unteren Ende 70 besitzt das Gelenkglied 50 einen Drehbolzen 72, dessen
Ende 74 durch eine Öffnung 76 im ersten Ende 78 des zweiten Gelenkgliedes 52
greift. Eine Halterkappe 80 umgreift das Ende 74 des Bolzens 72 und hält so das
zweite Gelenkglied 52 drehbar mit dem ersten Gelenkglied 50 verbunden. Das
zweite Gelenkglied 52 besitzt eine Öffnung 82 am zweiten Ende 84, in der drehbar
ein Drehzapfen 86 der Platte 42 sitzt. Wie bei dem Zapfen 72 sitzt ein Halter 88 am
Ende 90 des Zapfens 86. Der Arm 24 wird in seiner vorderen Ruhestellung mit
Hilfe der von der Schubstange 32 ausgeübten Kraft gehalten, so daß der Arm 24
stets in den Fußraum ragt.
Vorzugsweise ist der Nocken 40 scheibenförmig ausgebildet und besitzt eine
Nockenbahn 92 an seiner radialen Außenseite. Die Nockenbahn 92 verläuft über
einen wesentlichen Abschnitt am Umfang des Nockens 40, so daß der Nocken 40
gegenüber dem Arm 24 um bis zu etwa 180° verdrehbar ist, wenn die Nockenbahn
92 verdreht wird. Diese gleitet an einer Nockenfläche 94 an der Rückseite des Arms
24. So läßt sich durch Drehung des Nockens 40 der Arm 24 nach vorne oder rück
wärts verschwenken, je nachdem, in welche Richtung der Nocken 40 verdreht wird.
Die Drehung des Arms 24 wird auch durch die Nockenbahn 92 bestimmt. So
kann je nach der gewünschten Stellung des Arms 24 gegenüber dem Fahrersitz 22
die Nockenbahn 92 radial aus der Drehachse (d. h. dem Schwenkzapfen 30) beab
standet sein und damit liefert eine konstante Verdrehung des Arms 24 auch eine
konstante Verdrehung des Nockens 40. Die Nockenbahn 92 kann aber auch so ge
formt sein, daß sich die Verdrehung bei Drehung des Arms 24 ändert, und damit der
Fahrer eine feine Einstellung des Arms 24 dort erreichen kann, wo die Drehung des
Arms 24 am geringsten ist.
Der Nocken 40 besitzt eine bogenförmige Nut 28 im Abstand von dem Rand
und neben der Nockenbahn 92. In die Nut 98 greift ein Haltebügel 100, um dafür zu
sorgen, daß Flächenkontakt zwischen dem Nocken 40 und der Nockenfläche 94 des
Arms 24 herrscht und der mechanische Eingriff aufrechterhalten bleibt. Der Halte
bügel 100 ist am Arm 24 mit Nieten 102 oder in anderer Weise befestigt und besitzt
einen Flansch 104 rechtwinklig zur Befestigungslasche 106. Der Flansch 104 greift
in die Nut 98.
Es folgt die Beschreibung der manuellen Betätigung 12. Diese besitzt ein
Gehäuse 108, das am Armaturenbrett 28 befestigt ist. Das Gehäuse 108 ist zweitei
lig mit einem Bodenteil 110 und einem Deckel 112. Deckel und Bodenteil sind mit
Schrauben (nicht dargestellt) verbunden, die durch Öffnungen 114 greifen und in
Gewindebohrungen 116 des Bodenteils 110 greifen.
Die Betätigung 12 besitzt ferner mehrere drehbare Stelldrähte 120. Wie be
kannt besitzt jeder Stelldraht 120 einen verdrehbaren Draht 122 und eine flexible
Hülle 124. In der dargestellten Ausführungsform sind drei Stelldrähte 120, also je
ein Stelldraht für das Kupplungspedal 14, Bremspedal 16 und Gaspedal 18 vorgese
hen. Ein erstes Ende 126 der Drähte 120 greift durch Öffnungen (nicht gezeigt) im
Basisteil 110 des Gehäuses 108 und durch eine Öffnung (nicht gezeigt) im Deckel
112. Die Drahtzüge werden in Längsrichtung am Gehäuse 108 durch Federringe 130
gehalten, die auf die Drähte 122 an der Außenseite des Deckels 112 aufgesetzt sind.
Ein zweites Ende 132 der Drahtzüge 120 endet in einem Gewinde 134, das in
einen Zahnabschnitt 136 greift, der an der Außenseite 138 des Nockens 40 mit Nie
ten 140 oder in anderer Weise befestigt ist. Eine Abdeckung 142 ist an der Platte 42
mit Nieten 140 befestigt. Die Abdeckung 142 schützt die beweglichen Teile 136
und 134. Das Gewinde 134 ist vorzugsweise ein Schneckentrieb, der mit dem Kabel
120 verdreht wird, so daß dann der Nocken 40 im Uhrzeiger- oder Gegenuhrzeiger
sinn verdrehbar ist und damit der Pedalarm 24 in Drehrichtung einstellbar ist.
Die Fig. 4 und 5 zeigen das Innere 144 zwischen dem Bodenteil 110 und dem
Deckel 112 des Gehäuses 108 mit einem Antrieb zum Drehen der Drahtzüge 120.
So besitzt das Getriebe ein Zentralrad 146 und drei Abtriebszahnräder 148 für je
weils einen Drahtzug 120. Die Zahnräder 148 sitzen fest bei 150 auf jeweils einem
Draht 122. Vorzugsweise ist das Zentralrad 146 in ständigem Eingriff mit jedem
Abtriebszahnrad 148 und sitzt fest auf einer Welle 152, die aus dem Gehäuse 108
vorsteht. Ein Einstellgriff 154 sitzt auf der Welle 152, die sich damit zur Verstellung
der Pedale verdrehen läßt. Fig. 1 zeigt, daß der Einstellgriff bequem vom Fahrer
erreichbar ist.
In Fig. 4 besitzen die Abtriebsräder 148 die gleiche Größe, doch können die
Abtriebsräder 148 auch unterschiedlich groß sein, um entsprechende der Pedale zu
erreichen. Die gleiche Größe ist aber bevorzugt.
Bei der manuellen Betätigung könnte auch eine Abänderung derart erfolgen,
daß wenigstens ein Abtriebsrad 148 vom Antriebsrad 146 abkuppelbar ist, so daß
dann die Pedale individuell einstellbar sind. Allerdings wird in den meisten Fällen
eine gleichzeitige und gleichmäßige Verstellung der Pedale erwünscht.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, führt die Verdrehung z. B. des Drahtes 122 über
die Schnecke 134 zu einer Verdrehung des Nockens 40 im Uhrzeigersinn. Dann
wird der Pedalarm 24 vom Fahrer weg verdreht, wenn der Betätigungsgriff 154 im
Uhrzeigersinn verdreht wird. Dagegen wird der Arm 24 zum Fahrer hin verdreht,
wenn man den Einstellgriff 154 im Gegenuhrzeigersinn verdreht.
Claims (6)
1. Pedalsystem für Kraftfahrzeuge zum Einstellen mehrerer Pedale, die je
weils einen um eine Drehachse verdrehbaren Arm aufiveisen, auf Fahrerwunsch,
wobei neben den jeweiligen Pedalarmen (24) drehbar angeordnete Nocken (40) vor
gesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß eine manuelle Betätigung (12) zum
wahlweisen Verdrehen der Nocken (40) um ihre Drehachsen vorgesehen ist, wobei
die Betätigung (12) mehrere Bauteile aufweist, nämlich ein Getriebe (146, 148) in
einem Gehäuse (108), einen außerhalb des Gehäuses vorgesehenen Betätigungsgriff
(154), der mit einem Antriebsrad (146) verbunden ist, und Abtriebsräder (148), die
mit dem Antriebsrad (146) kämmen, und mehrere drehbare Stelldrähte (120), deren
eines Ende jeweils mit einem der Antriebsräder (148) verbunden ist, und deren
zweites Ende in einem Schneckengewinde (132) endet, das in einen Zahnabschnitt
(136) an jeweils einem Nocken (40) greift, und wobei durch Verdrehen des Betäti
gungsgriffes die jeweiligen Arme (24) der Pedale in Vorwärts- und Rückwärtsrich
tung verdrehbar einstellbar sind.
2. Pedalsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Nocken
(40) eine Nut (98) aufweist, mit der der Nocken und die Pedale kraftschlüssig zu
sammengehalten werden.
3. Pedalsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pedale
jeweils einen Bügel (100) tragen, der mit einem Ende (104) in die Nut (98) des zu
gehörigen Nockens (40) greift.
4. Pedalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Nocken (40) eine Nockenbahn (92) aufweisen, die gleitend an je einem Pe
dal anliegen.
5. Pedalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die manuelle Betätigung (12) die Pedale (24) gemeinsam verstellt.
6. Pedalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die manuelle Betätigung (12) rotierende Elemente aufweist, mit denen die Pe
dale einzeln einstellbar sind.
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