DE19650901A1 - Vorrichtung zum Verbinden einer Leitung mit einem Brennstoffzellenstapel - Google Patents
Vorrichtung zum Verbinden einer Leitung mit einem BrennstoffzellenstapelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbinden einer Leitung
mit einem Brennstoffzellenstapel.
Ein Brennstoffzellenstapel weist als wesentlichen Bestandteil mehrere
Brennstoffzellen auf. Eine Brennstoffzelle wiederum ist aus einer Ka
thode, einem Elektrolyten sowie einer Anode zusammengesetzt. Der
Kathode wird ein Oxidationsmittel, z. B. Luft und der Anode wird ein
Brennstoff, z. B. Wasserstoff zugeführt. Brennstoff sowie Oxidations
mittel werden im folgenden allgemein Betriebsmittel genannt.
Es gibt verschiedene Brennstoffzellentypen, z. B. die SOFC-Brennstoff
zelle, die auch Hochtemperatur-Brennstoffzelle genannt wird, da ihre
Betriebstemperatur bis zu 1000°C beträgt.
An der Kathode einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle bilden sich in
Anwesenheit des Oxidationsmittels Sauerstoffionen. Die Sauerstoffio
nen passieren den Elektrolyten und rekombinieren auf der Anoden
seite mit dem vom Brennstoff stammenden Wasserstoff zu Wasser.
Mit der Rekombination werden Elektronen freigesetzt und so elektri
sche Energie erzeugt.
Zur Erzielung großer Leistungen werden mehrere Brennstoffzellen
aufeinander gestapelt und elektrisch seriell miteinander verbunden.
Das verbindende Element zweier Brennstoffzellen ist unter der Be
zeichnung Interkonnektor bekannt. Es bewirkt die elektrische sowie
die mechanische Kopplung zweier Brennstoffzellen. Ferner dient das
verbindende Element der Bildung von Kathoden- oder Anodenräu
men. In einem Kathodenraum befindet sich eine Kathode. In einem
Anodenraum befindet sich eine Anode. Derart gestapelte Brennstoff
zellen werden Brennstoffzellenstapel genannt.
An beiden Enden des Brennstoffzellenstapels sind ebenfalls verbin
dende Elemente angeordnet, die jedoch nur einseitig für die Führung
eines Betriebsmittelstromes ausgestaltet sind. Diese Elemente werden
Endplatten bezeichnet und werden von sogenannten Deckplatten ein
gefaßt, die Teile eines Gehäuses des Brennstoffzellenstapels darstellen.
Sofern die Deckplatten und andere Teile des Gehäuses elektrisch lei
tend sind, ist in der Regel das Anbringen einer elektrischen Isolierung
zwischen den Endplatten und den Deckplatten notwendig.
Der Brennstoffzellenstapel wird üblicherweise im Kreuzstrom betrie
ben. Dabei dienen bei bspw. einem viereckigen Grundriß des Brenn
stoffzellenstapel jeweils zwei sich gegenüberliegende Seiten einen Ein- und
Auslaß eines Betriebsmittels, während die beiden übrigen Seiten
den Ein- und Auslaß des anderen Betriebsmittels darstellen. Somit
kreuzen sich die beiden Betriebsmittelströme innerhalb des Brenn
stoffzellenstapels, ohne jedoch in direktem Kontakt miteinander zu
stehen. Das verbindende Element dient dabei als die beiden Betriebs
mittel voneinander trennendes und gleichzeitig führendes Element.
Unter Betriebsmittelraum ist nachfolgend jeder Raum zu verstehen,
der an einen Brennstoffzellenstapel unmittelbar angrenzt und der der
Zu- oder Abführung von Betriebsmitteln dient. Ein derartiger Be
triebsmittelraum muß dicht mit dem Brennstoffzellenstapel verbun
den sein.
Für den Betrieb eines Brennstoffzellenstapels sind sowohl elektrische
Leitungen als auch Betriebsmittelleitungen notwendig, wobei die
Montage der Brennstoffzellenstapel in einem Fertigungsbereich und
die Inbetriebnahme davon zeitlich und räumlich getrennt am Ein
satzort erfolgt.
Die mit dem Brennstoffzellenstapel verbundenen Stromleitungen
werden üblicherweise aus Anschlußdrähten hergestellt, die im Ferti
gungsbereich an die Endplatten angelötet werden. Nachteilig ist dabei,
daß eine aufwendige Lötverbindung zwischen der Endplatte und dem
Anschlußdraht notwendig ist. Weiter ist nachteilig, daß die Anschluß
drähte an Zuleitungen am Einsatzort angeschlossen werden müssen.
Dabei müssen wegen der hohen Betriebstemperaturen die Verb in
dungsstelle zwischen dem Anschlußdraht und der Zuleitung außer
halb des Hochtemperaturbereiches angeordnet sein. Lange und un
handliche Anschlußdrähte sind somit erforderlich, die sich nachteilig
auf die Montage und den Transport auswirken.
Die Betriebsmittelleitungen werden üblicherweise durch stoffschlüs
sige Fügeverbindungen, z. B. durch Löten oder Schweißen, mit dem
die Betriebsmittelräume enthaltenden Gehäuse des Brennstoffzellen
stapels verbunden. Diese während der Montage im Fertigungsbereich
befestigten Betriebsmittelleitungen werden anschließend am Ein
satzort außerhalb des Hochtemperaturbereiches mit den Betriebsmit
telzu- und -ableitungen verbunden. Dabei werden in der Regel ge
eignete Dichtungen und Schraubverbindungen angewendet. Auch
hier ergibt sich der Nachteil, daß lange Betriebsmittelleitungen am Fer
tigungsort mit dem Brennstoffzellenstapel verbunden werden müs
sen, die den Transport und die weitere Montage erheblich beeinträch
tigen.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, eine Vor
richtung zum Verbinden einer Leitung mit einem Brennstoffzellen
stapel anzugeben, die ein zuverlässiges Verbinden der Leitung mit
dem Brennstoffzellenstapel ermöglicht und gleichzeitig den Transport
und die Montage des Brennstoffzellenstapels am Einsatzort verein
facht.
Das zuvor aufgezeigte technische Problem wird erfindungsgemäß da
durch gelöst, daß eine Vertiefung an einer den Brennstoffzellenstapel
umgebenden Schicht ausgebildet ist und daß ein Ende einer Leitung in
die Vertiefung eingreift, wobei der Temperaturausdehnungskoeffizi
ent des die Vertiefung bildenden Materials niedriger als der Tempera
turausdehnungskoeffizient des Materials der Leitung ist. Erfindungs
gemäß ist also erkannt worden, daß die - ansonsten in der Regel nach
teiligen - hohen Unterschiede zwischen der Betriebstemperatur und
der Ruhetemperatur und das damit verbundene unterschiedliche
Temperaturausdehnungsverhalten verschiedener Materialien für das
Erzeugen einer zuverlässigen Verbindung während des Betriebes aus
genutzt werden können.
Die Vertiefung, die das Ende der Leitung aufnimmt, ist bei einer ersten
Ausgestaltung im Material der Schicht ausgebildet. Bei einer zweiten
Ausgestaltung besteht die Vertiefung aus einer an der Schicht befestig
ten Einsteckbuchse. Jedenfalls ist es vorteilhaft, wenn die Abmessun
gen der Leitung und der Vertiefung so ausgestaltet sind, daß das Ende
der Leitung im abgekühlten Zustand mit Passung in der Vertiefung
angeordnet ist. Dadurch wird schon bei geringen temperaturbedingten
Ausdehnungsunterschieden zwischen der Leitung und der Vertiefung
eine feste Verbindung erzeugt.
Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht also darin, daß bei der
Montage im Fertigungsbereich die Verbindung der Leitung mit dem
Brennstoffzellenstapel bspw. zum Testen des Brennstoffzellenstapels
hergestellt werden kann, ohne daß die Verbindung dauerhaft ist. Denn
zum Transport im abgekühlten Zustand kann die Leitung aus der Ver
tiefung entfernt werden, so daß neben dem Transport auch die Mon
tage vor Ort erleichtert wird. Denn der Brennstoffzellenstapel weist
nunmehr keine sperrigen, über die eigentlichen Abmessungen des
Brennstoffzellenstapels hinausragenden Leitungen mehr auf.
In einer ersten Ausgestaltung ist die Leitung als elektrische Leitung
ausgebildet, die den vom Brennstoffzellenstapel erzeugten Strom leitet
und einem Verbraucher zuführt. Daher ist es notwendig, daß die Ver
tiefung mit einer Endplatte des Brennstoffzellenstapels in elektrisch
leitenden Kontakt steht. Die Vertiefung ist also einerseits an der End
platte oder andererseits an der Deckplatte ausgebildet. Im letzteren Fall
ist es erforderlich, daß die Deckplatte in elektrisch leitenden Kontakt
mit der Endplatte steht, jedoch gegenüber der anderen Deckplatte elek
trisch isoliert ist. Daher ist in diesem Fall bspw. der Teil des Gehäuses,
der die beiden Deckplatten verbindet, elektrisch isolierend ausgebildet.
Weiterhin vorzugsweise ist die Leitung als Betriebsmittelleitung aus
gestaltet. Dazu ist die Leitung mit einer der Deckplatten verbunden, die
einen Teil des Gehäuses bildet. Die Leitung steht dabei in Verbindung
mit dem von der Leitung zu ver- oder entsorgenden Betriebsmittel
raum.
Schließlich ist in bevorzugter Weise vorgesehen, daß die Leitung
sowohl als elektrische Leitung als auch als Betriebsmittelleitung dient.
In diesem Fall ist die Leitung mit einer der Deckplatten verbunden
und steht sowohl mit der zugeordneten Endplatte in elektrischer Ver
bindung als auch in strömungstechnischer Verbindung mit dem ent
sprechenden Betriebsmittelraum. In dieser Variante ist es in vorteil
hafter Weise möglich, weiteren Raumbedarf einzusparen, da die An
zahl der elektrischen Leitungen und Betriebsmittelleitungen auf ein
Minimum begrenzt wird.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert, wobei auf die Zeichnung Bezug genommen wird. In
der Zeichnung zeigt
Fig. 1 im Querschnitt eine Vorrichtung zum Verbinden einer
elektrischen Leitung mit einem Brennstoffzellenstapel,
wobei die Vertiefung als mit der Endplatte verbundene
Einsteckbuchse ausgebildet ist,
Fig. 2 die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung, bei der die Vertie
fung im Material der Endplatte ausgebildet ist, und
Fig. 2 im Querschnitt eine Vorrichtung zum Verbinden einer
Betriebsmittelleitung mit einem Brennstoffzellenstapel.
In den Fig. 1 und 2 ist ein Brennstoffzellenstapel 1 dargestellt, der von
zwei Endplatten 2 und 3 oben und unten eingefaßt wird. Das Material
der Endplatten ist beispielsweise eine ferritische Hochtemperaturlegie
rung.
Wie in Fig. 1 dargestellt ist, ist eine Hülse 4 mit der oberen Endplatte 2,
die vorzugsweise aus demselben Material wie die Endplatte 2 besteht,
stoffschlüssig verbunden. Die Hülse 4 bildet somit die Vertiefung. Von
oben ist nun eine Leitung 5 in die Hülse 4 eingeführt, die aus einer
austhenitischen Hochtemperaturlegierung besteht, beispielsweise aus
einer Nickel-Basis-Legierung. In gleicher Weise sind an der unteren
Endplatte 3 eine Hülse 6 und eine Leitung 7 angeordnet. Die Leitungen
5 und 7 sind dabei vorzugsweise als Metallstäbe ausgebildet.
In einer weiteren in Fig. 2 dargestellten Ausgestaltung ist die Vertie
fung direkt im Material der Endplatte 2 ausgebildet, wobei in gleicher
Weise - wie zuvor beschrieben - die Leitung 5 in der Vertiefung ange
ordnet ist.
Erfindungsgemäß weist nun die ferritische Hochtemperaturlegierung
eine niedrigeren Temperaturausdehnungskoeffizienten als die
austhenitische Hochtemperaturlegierung auf. Daher werden sich die
äußeren Abmessungen der Leitungen 5 und 7 bei der Erhöhung der
Temperatur des Brennstoffzellenstapels 1 auf die Betriebstemperatur
von ungefähr 1000°C stärker als die inneren Abmessungen der Hülsen
4 und 6 ausdehnen. Dadurch kommt es zu einem festen mechanischen
Kontakt, der somit zu einer gut leitenden Verbindung zwischen den
Hülsen 4 bzw. 6 und den Leitungen 5 bzw. 7 führt.
In Fig. 2 ist ein Brennstoffzellenstapel 1 mit einem Betriebsmittelraum
8 dargestellt, der eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verbinden
einer Betriebsmittelleitung mit dem Brennstoffzellenstapel 1 aufweist.
Dazu ist eine Hülse 9 mit der Deckplatte 11 des Brennstoffzellenstapels
verbunden, in die eine ein Betriebsmittel führende Leitung 10 einge
führt ist. Die Anordnung der Hülse 9 in der Deckplatte 11 ist dabei so
gewählt, daß die Hülse 9 eine strömungstechnische Verbindung zwi
schen der Leitung 10 und dem Betriebsmittelraum 8 bildet.
Für die Hülse 9 und die Leitung 10 werden vorzugsweise dieselben
Materialien verwendet, wie sie zuvor für die Vorrichtung zum Ver
binden der elektrischen Leitungen 5 und 7 mit dem Brennstoffzellen
stapel 1 beschrieben worden sind. Die Hülse 9 besteht aus einer ferriti
schen Hochtemperaturlegierung und die Leitung 10 besteht aus einer
austhenitischen Hochtemperaturlegierung. Auch bei dieser Ausfüh
rungsform führt also das Erhitzen des Brennstoffzellenstapels 1 auf die
Betriebstemperatur zu einer festen mechanischen Verbindung, die in
diesem Fall gasdicht ist und somit das Leiten eines Betriebsmittelstro
mes ermöglicht.
Die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung zum Verbinden einer Betriebs
mittelleitung 10 mit einem Brennstoffzellenstapel 1 ist darüber hinaus
auch für die Stromleitung geeignet. Dazu ist lediglich erforderlich, daß
die Deckplatte 12 zum einen mit der Endplatte 3 des Brennstoffzellen
stapels 1 elektrisch leitend verbunden ist. Zum anderen sind die Ge
häuseteile 13, die die beiden Deckplatten 11 und 12 miteinander ver
binden, elektrisch isolierend, damit nicht über die Gehäuseteile 13 der
Brennstoffzellenstapel 1 kurz geschlossen wird.
Claims (9)
1. Vorrichtung zum Verbinden einer Leitung mit einem Brennstoff
zellenstapel
- - mit einer Vertiefung (4, 6; 9), die an einer den Brennstoffzellenstapel (1) umgebenden Schicht (2, 3; 11, 12) ausgebildet ist, und
- - mit einem in die Vertiefung (4, 6; 9) eingreifenden Ende der Leitung (5, 7; 10),
- - wobei der Temperaturausdehnungskoeffizient des die Vertiefung (4, 6; 9) bildenden Materials niedriger als der Temperaturausdehnungsko effizient des Materials der Leitung (5, 7; 10) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung (4, 6; 9) als an der Schicht (2, 3; 11, 12) befestigte Einsteck
buchse ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung im Material der Schicht (2, 3; 11, 12) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leitung (5, 7; 10) bei niedriger Temperatur mit Pas
sung in der Vertiefung (4, 6; 9) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leitung (5, 7) eine elektrische Leitung ist und die Ver
tiefung (4, 6) mit einer Endplatte (2, 3) des Brennstoffzellenstapels (1)
elektrisch leitend verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung (4, 6) an der Endplatte (2, 3) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung an einer mit einer Endplatte (2, 3) elektrisch leitend ver
bundenen Deckplatte (11, 12) ausgebildet ist und daß die die Deckplat
ten (11, 12) miteinander verbindenden Gehäuseteile (13) elektrisch iso
lierend ausgebildet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leitung (10) eine mit einem Betriebsmittelraum (8) in
Verbindung stehende Betriebsmittelleitung ist und daß die Vertiefung
(9) an der einen Teil des Gehäuses bildenden Deckplatte (11, 12) ausge
bildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leitung (10) als Betriebsmittelleitung und als elektri
sche Leitung dient.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19650901A DE19650901C2 (de) | 1996-12-07 | 1996-12-07 | Vorrichtung zum Verbinden einer Leitung mit einem Brennstoffzellenstapel |
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