Die Erfindung betrifft ein hydraulisches Schreitausbaugestell mit einem Hub
zylinder zum Anheben der Liegendkufen während des Schreitvorgangs.
Der Abbau von Kohlenflözen im Strebbau vollzieht sich in einer wechselsei
tigen Folge von Gewinnung der Kohle mit einer Gewinnungsmaschine, die
auf einem Strebförderer an der Kohlenfront entlanggeführt wird, und der
Unterstützung des freigelegten Hangenden mit versatzseitig am Förderer
angeschlagenen hydraulischen Schreitausbaugestellen, die dem Förderer
folgen und schrittweise auf dem freigeschnittenen Liegenden des Flözes
vorrücken. Dies ersetzt ein weitgehend ebenes Liegendes voraus. Geolo
gisch bedingte Unebenheiten sowie weiches Liegendgestein können den
Schreitvorgang erheblich behindern, weil die Liegendkufen gegen Stufen
gefahren werden oder in das Liegende einsinken. Aus diesem Grunde wer
den Hubvorrichtungen eingesetzt, mit denen die vorderen Enden der Lie
gendkufen während des Rückvorgangs angehoben werden.
Ein Schreitausbaugestell besteht in den wesentlichen Bauteilen aus den
Liegendkufen, hydraulischen Stempeln zur Abstützung einer Hangendkappe
und einem versatzseitigen Bruchschild sowie einer Rückvorrichtung mit ei
nem Rückzylinder, der den Ausbau mit dem am Abbaustoß verlegten
Strebförderer verbindet. Der zwischen den Liegendkufen des Ausbauge
stells angeordnete Rückzylinder greift mit der zum Versatz hin ausfahrenden
Kolbenstange an einem Rückgestänge an, das abbaustoßseitig an dem För
derer angelenkt ist. Ein Hubzylinder zum Ausgleich von Niveauunterschie
den zwischen dem Förderer und den Liegendkufen ist in aufrechter Stellung
an den Liegendkufen gelagert und am freien Ende mit der ausgefahrenen
Kolbenstange auf dem Rückgestänge abgestützt. Während der Gewinnung
gleitet der Hubzylinder über das sich mit dem Förderer vorschiebende
Rückgestänge. Der Zylinder wird durch nach oben gerichtete Schwenkbe
wegungen des Rückgestänges beim Überfahren von Unebenheiten im Lie
genden angehoben, wobei der Hubzylinder eingeschoben wird. Während
des Rückvorgangs hebt der Hubzylinder die vorderen Enden der Liegendku
fen an und bringt sie wieder auf das Niveau des Rückgestänges. In gleicher
Weise verhindert der Hubzylinder, daß sich die Kufenspitzen in weiches
Liegendgestein eingraben.
Aus der DE 40 35 252 A1 ist eine Hubvorrichtung bekannt, dessen Hubzy
linder mit dem Mantelrohr in einem an den Liegendkufen gelagerten, bügel
förmigen Halter eingesetzt ist, der das Mantelrohr reibschlüssig umfaßt.
Beim Hochschwenken des Rückgestänges kann der Hubzylinder in dem
Halter um ein gewisses Maß bis zu einem Anschlag hochgeschoben und
anschließend wieder abgesenkt werden. Die Hangendkappe kann dadurch
um das Verschiebemaß des Zylinderhalters weiter eingefahren werden, so
daß das Ausbaugestell die für Transportzwecke erwünschte Kompaktheit
erhält. Der zusätzlich geschaffene Verstellbereich ist jedoch nicht groß, zu
mal der Hubzylinder aus der ausgefahrenen Stellung heraus eingesetzt wird.
Darüber hinaus ist die auf dem Rückgestänge gleitende Kolbenstange des
Hubzylinders erheblichen Biegebeanspruchungen ausgesetzt.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Hubvorrichtung mit ei
nem relativ großen Verstellbereich zu schaffen, die eine verbesserte, niedrig
bauende Halterung für den Hubzylinder aufweist.
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem hydraulischen Schreitausbau
gestell der eingangs beschriebenen Art mit den im Kennzeichen des Patent
anspruchs 1 aufgeführten Merkmalen. Die vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung ist Gegenstand der Ansprüche 2 bis 4.
Die Hubvorrichtung des erfindungsgemäßen Schreitausbaugestells ist aus
der eingefahrenen Stellung des Hubzylinders heraus über einen relativ wei
ten Verschwenkbereich des Rückgestänges einsetzbar. Das während des
Vorrückens des Förderers angehobene Rückgestänge bewirkt eine Ver
schiebung des eingefahrenen Hubzylinders in den Längsführungen sowie in
den Langlochöffnungen der Schenkel vom Zugbügel. Beim Vorrücken des
Ausbaus nimmt der mit der ausfahrenden Kolbenstange des Hubzylinders
anhebende Zugbügel die Tragbolzen in den unteren Rundungen der Langlochöffnungen
auf und hebt die Liegendkufen auf das Niveau des Rückbal
kens an. Der mit dem Druckmittel beaufschlagte Hubzylinder hält die Lie
gendkufen auf dem Niveau des Förderers und verhindert auf diese Weise
gleichfalls das Einsinken der Kufenspitzen in weiches Liegendgestein.
Die Bauhöhe der Hubvorrichtung ist nur geringfügig größer als die des ein
gefahrenen Hubzylinders. Das günstige Größenverhältnis erlaubt den Ein
satz von Zylindern mit relativ großem Hub, was sich insbesondere bei Aus
baugestellen für niedrige Flözmächtigkeiten günstig auswirkt. Vorteilhaft ist
auch die Führung des aufrecht auf dem Rückbalken aufstehenden Hubzylin
ders in Längsführungen der Liegendkufe, die den Hubzylinder von Querkräf
ten entlastet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1: ein Schreitausbaugestell mit einer Hubvorrichtung in Seitenansicht;
Fig. 2: die Hubvorrichtung ausschnittsweise in Draufsicht;
Fig. 3: die Hubvorrichtung eingefahren von vorn;
Fig. 4: die Hubvorrichtung ausgefahren von vorn;
Fig. 5: Verstellmöglichkeiten der Hubvorrichtung in schematischer
Darstellung.
Das hydraulische Schreitausbaugestell verfügt über zwei parallel mit Ab
stand nebeneinander angeordnete Liegendkufen 1, auf denen in der Zeich
nung nicht dargestellte, höhenverstellbare Stempel zur Abstützung einer
Hangendkappe 2 gelagert sind. Daran ist versatzseitig ein Bruchschild 3
angelenkt, der durch nur andeutungsweise dargestellte, nicht bezeichnete
Lenker eines Viergelenkgetriebes an den Liegendkufen 1 höhenver
schwenkbar geführt ist.
Ein Querträger 4 verbindet die Liegendkufen 1 abbaustoßseitig miteinander
und bildet das Widerlager für einen dazwischen gelenkig daran angeschla
genen Rückzylinder 5 mit einer zum Versatz hin ausschiebbaren Kolben
stange 6. Diese ist am versatzseitigen Ende mit einem über dem Liegenden
unterhalb vom Rückzylinder 5 angeordneten Rückgestänge 7 verbunden,
das über ein Kupplungsglied 8 vertikalgelenkig an einem am Abbaustoß
entlang verlegten Strebförderer 9 angeschlagen ist.
Die Kolbenstange 6 des Rückzylinders 5 ist ausgefahren, wenn der Ausbau
mit den Liegendkufen 1 bis an den Förderer 9 herangezogen ist. Während
der Gewinnung wird der Förderer 9 mit dem Rückgestänge 7 durch die ein
fahrende Kolbenstange 6 des Rückzylinders 5 weiter in Richtung auf den
Abbaustoß vorgeschoben. Im Anschluß an die Gewinnung wird das vom
Hangenden gelöste Schreitausbaugestell mit der ausfahrenden Kolbenstan
ge 6 des Rückzylinders 5 wieder an den Förderer 9 herangezogen, der für
den vorschreitenden Ausbau das abbaustoßseitige Widerlager bildet.
Das mit dem Förderer 9 vertikalgelenkig verbundene Rückgestänge 7 befin
det sich bei ebenem Liegendem auf gleichem Niveau wie der Förderer 9 und
die Liegendkufen 1. Während der Gewinnungsarbeit können jedoch Niveau
unterschiede auftreten, weil die Gewinnungsmaschine ein höheres oder tie
feres Niveau angeschnitten hat, auf das der Förderer 9 aufgeschoben wird.
Der nachfolgende Schreitvorgang wird vor allem dadurch behindert, daß die
Liegendkufen 1 vor eine Stufe im Liegenden stoßen oder in weiches Liegen
des einsinken. Abhilfe wird mit einem Hubzylinder 10 geschaffen, mit dem
die Liegendkufen 1 während des Schreitvorgangs wieder auf das Niveau des
vorgerückten Förderers 9 angehoben werden.
Der Hubzylinder 10 ist in aufrechter Stellung mit einem ballig ausgebildeten
Auflager 11 am äußeren Zylindermantelrohr 12 abbaustoßseitig vor dem Quer
träger 4 auf einem flach ausgebildeten Teilstück des Rückgestänges 7 ab
gestützt. Er wird durch zwei nach außen gerichtete Führungszapfen 13, die
an einem das Zylindermantelrohr 12 im unteren Bereich umfassenden
Bundring 14 befestigt sind, in vertikalgerichteten, rinnenförmigen Längsfüh
rungen 15 an den einander gegenüberliegenden Innenseiten der Liegendku
fen 1 höhenverschiebbar gehalten. Die Kolbenstange 16 des Hubzylinders
10 unterstützt mittig den Quersteg 17 von einem U-förmigen Zugbügel 18,
dessen nach unten auf das Liegende gerichtete Schenkel 19 mit Lang
lochöffnungen 20 versehen sind.
Der Zugbügel 18 ist durch Tragbolzen 21, die oberhalb der Längsführungen
15 an den beiden Innenseiten der Liegendkufen 1 angebracht sind und die
in die vertikalen Langlochöffnungen 20 an den Schenkeln 19 des Zugbügels
18 eingreifen, ebenfalls höhenverstellbar an den Liegendkufen 1 geführt.
Somit kann der Hubzylinder 10 sowohl mit dem Mantelrohr 12 über die in
den Längsführungen 15 gleitenden Führungszapfen 13 als auch mit der Kol
benstange 16 über die in die Langlochöffnungen 20 eingreifenden Tragbol
zen 21 in vertikaler Richtung bewegt werden.
Während der Gewinnung wird das am Strebförderer 9 angeschlagene Rück
gestänge 7 durch die einfahrende Kolbenstange des Rückzylinders 5 relativ
zu den Liegendkufen 1 in Richtung auf den Abbaustoß vorgeschoben. Der
Hubzylinder 10 wird am Zylindermantelrohr 12 mit dem Bundring 14 über die
Führungszapfen 13 in den Längsführungen 15 von Querkräften entlastet
gehalten und gleitet mit dem balligen Auflager 11 über das flache Teilstück
des Rückgestänges 7. Das Auflager 11 wird von einer den unteren Teil des
Mantelrohrs 12 umgreifenden, auswechselbaren Kappe gebildet, die als
Verschleißteil ausgebildet ist und aus einem weicheren Material besteht als
das Rückgestänge 7.
In Fig. 5 ist die Hubvorrichtung schematisch in vier verschiedenen Positio
nen zum Rückgestänge 7 dargestellt. Das der Fig. 3 entsprechende Bild 5a
zeigt die Liegendkufen 1 und das dazwischen angeordnete das Rückge
stänge 7 in gleichem Niveau. Die Kolbenstange 16 des Hubzylinders 10 ist
eingefahren und die Tragbolzen 21 befinden sich im oberen Bereich der
Langlochöffnungen 20 des Zugbügels 18. Die beiden Führungszapfen 13
des Zylindermantelrohrs 12 liegen in der tiefsten Stellung der Längsführun
gen 15 an nicht bezeichneten Anschlägen an.
In Bild 5b ist das Rückgestänge 7 gegenüber den Liegendkufen 1 ein Stück
angehoben, wobei nicht die oberste Stellung gezeigt ist. Der Hubzylinder 10
ist mit eingefahrener Kolbenstange 16 in den Längsführungen 15 nach oben
verschoben. Auch die Tragbolzen 21 sind entsprechend in den Langlochöff
nungen 20 bewegt worden.
Die Kolbenstange 16 des Hubzylinders 10 ist in Bild 5c ausgefahren. Der
nach oben geschobene Zugbügel 18 hat die Tragbolzen 21 in den Lang
lochöffnungen 20 erfaßt und hochgezogen, so daß die Liegendkufen 1 auf
das Niveau des Rückgestänges 7 angehoben sind.
Bild 5d zeigt ein nach unten abgetauchtes Rückgestänge 7. Der Hubzylinder
10 liegt mit den Führungszapfen 13 an den Anschlägen in den Längsführun
gen an und hat selbst bei ausgefahrener Kolbenstange 16 keine Funktion.