DE19631215C1 - Stülprohr für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Stülprohr für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Stülprohr für Kraftfahrzeuge gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
In der DE 195 11 867 C1, die im Anspruch 1 berücksichtigt ist, ist ein Stülprohr beschrieben,
welches entlang seiner Umstülplänge einen veränderlichen Durchmesser zur definierten Beeinflus
sung der Kraft/Weg-Kennlinie der energieabsorbierenden Umstülpbewegung aufweisen kann.
Eine für die möglichen Belastungsfälle günstige Ausbildung des Stülprohres, mit über dessen
Länge mehrfach gezielt verändertem Umformwiderstand, ist hier nicht offenbart und auch über
die für die Funktionstüchtigkeit notwendige Lagerung der Lenkspindel ist keine Aussage getrof
fen.
Aus der DE 19 31 844 B1 ist ein Stülprohr für Kraftfahrzeuge bekannt, das durch den Ein
stülpvorgang einen axialen Stoß dämpfen soll. Nach Einleitung der Umstülpbewegung ist hier eine
kontinuierliche, plastische Umformung vorgesehen, die durch eine über die gesamte Länge zylin
drische Gestalt mit gleicher Wanddicke erreicht wird.
In der DE 33 21 198 C1 ist eine Sicherheitslenkspindel aus Kunststoff beschrieben, die Abschnitte
mit unterschiedlichem Außendurchmesser bei gleichbleibendem Innendurchmesser aufweist,
wobei ein Abschnitt für eine nachgebende Deformation bei axialer Belastung vorgesehen ist.
Dieser Abschnitt ist mit einem vergrößerten Außendurchmesser und geringerer Wandstärke ausge
führt und kann sich unter Druck aufweiten. Ein Energieabbau in der Größenordnung wie in einer
Ausführung mit einem Stülprohr ist hierdurch nicht zu erzielen. Der Umformwiderstand nimmt
mit zunehmender Verformung und Auflösung der Faserstruktur der Kunststofflenkspindel ab.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einer Lenkspindel mit einem gattungsgemäßen
Stülprohr den Umformwiderstand des Stülprohres angepaßt an die Aufprallkraft eines Insassen zu
steuern.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst.
Ein Stülprohr als verbindendes Teil zwischen zwei
Lenkspindelabschnitten eines Kraftfahrzeuges kann bei der
axialen Belastung des Lenkrades während eines Fahrzeugcrash die
durch den Insassen auf die Lenkspindel einwirkenden Kräfte durch
seine typische Umformmöglichkeit abbauen und damit die Belastung
für den Insassen durch den Lenkspindelwiderstand reduzieren.
Eines der Enden des Stülprohres wird hierzu durch den
Stülprohrhohlraum hindurch gedrückt oder nach außen umgestülpt,
wobei die Stülprohrwand eine fortlaufende Umformung erfährt.
Das erfindungsgemäße Stülprohr reagiert dabei an die
Aufprallkraft des Insassen angepaßt, indem es entlang seiner
Längserstreckung Bereiche mit unterschiedlichem Umformwiderstand
aufweist, durch die eine leichtere oder schwerere Verformbarkeit
des Stülprohres bedingt sind.
Dabei ist das Stülprohr so ausgelegt, daß es, beginnend an dem
Ende an dem die Umstülpbewegung anfängt, einen Längsabschnitt
aufweist, an den sich dann ein Längsabschnitt mit demgegenüber
engerem Innendurchmesser oder dickerer Wandstärke anschließt, so
daß das Stülprohr im ersten Längsabschnitt mit geringerem
Widerstand und im zweiten Längsabschnitt mit demgegenüber
höherem Widerstand umstülpbar ist. Der Umformwiderstand des
Stülprohres ist in dieser Art und Weise gewählt, damit eine
leichtere Person mit der Nachgiebigkeit der Lenkspindel im
Bereich des ersten, geringeren Widerstandes abgefangen wird,
während eine schwerere Person auch den Bereich des größeren
Widerstandes erreicht und nach der nachgiebigeren Phase mit
einem höheren Widerstand der Lenkspindel behalten wird, um so
ein vollständiges Umstülpen des Stülprohres und ein auf Block
gehen der Lenkspindel möglichst zu vermeiden.
An diesen Längsabschnitt mit höherem Umformwiderstand kann sich
wieder ein Längsabschnitt mit leichterer Verformbarkeit
anschließen, so daß die Belastung des Insassen wieder abnimmt,
den dann in der möglichen Stülpendphase ein Abschnitt mit dem
höchsten Umformwiderstand abschließen wird.
Ein Stülprohr mit aneinander anschließenden, unterschiedlichen
Durchmessern kann mit einer über seine Länge annähernd
gleichbleibenden Wanddicke ausgebildet sein oder diese auch
variieren, wodurch der Umformwiderstand des Stülprohres
zusätzlich zu beeinflussen ist. Ebenso kann das Stülprohr allein
aufgrund der Veränderung der umzuformenden Wanddicke über seine
Länge an die gewünschten Umformbedingungen angepaßt werden. Die
Wanddicke ist dabei auch durch zusätzlich am Stülprohr
festgelegte Rohrteile veränderbar. Die Nachgiebigkeit der
Lenkspindel bei axialer Krafteinwirkung kann damit an die
Verhältnisse in beliebigen Kraftfahrzeugen einfach angepaßt
werden.
Eine über einen Längsabschnitt des Stülprohres annähernd
gleichbleibende Umformkraft bzw. einen in etwa gleich hohen
Widerstand der Lenkspindel gegen den krafteinwirkenden Insassen
bietet eine zylindrische Form dieses Abschnittes. Die im
Durchmesser unterschiedlichen zylindrischen Abschnitte können
durch konische Abschnitte verbunden werden, die zu einem weichen
Übergang von niedrigem Umformwiderstand zu höherem
Umformwiderstand usw. führen.
Für die Abstützung der Lenkspindel mit dem Stülprohr ist ein
3-Punkt-Lager mit axial beabstandeten Lagerstellen vorteilhaft,
deren mittlere Lagerstelle die Lenkspindel nahe des Umstülpendes
des Stülprohres verschiebbar lagert, so daß die Lenkspindel bei
der Verformung des Stülprohres nicht ausknickt. Damit der
längsverschiebbare Abschnitt der Lenkspindel bei seiner
Verschiebebewegung eine gut gleitende Führung erhält, weist eine
Gleitlagerstelle einen in ihr mit der Lenkspindel verschiebbaren
Kugelkäfig auf. Die Lagerstellen können einteilig in einem
Befestigungsflansch zusammengefaßt und im Kraftfahrzeug
gemeinsam festgelegt werden.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen gehen aus den
Unteransprüchen und der Beschreibung hervor.
Die Erfindung ist nachstehend anhand einer Zeichnung näher
beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 in einer Seitenansicht einen Ausschnitt aus einer
Lenkspindel mit einem Stülprohr, mit Abschnitten mit
unterschiedlichen Durchmessern, strichpunktiert
gezeichnet auch bei Beginn der Verformung,
Fig. 2 ein Kraft-Weg-Diagramm zur Verformung des in Fig. 1
dargestellten Beispieles eines Stülprohres, und
Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Anordnung mit einem
Stülprohr mit Abschnitten unterschiedlicher Wanddicke.
Die Fig. 1 und 3 zeigen einen Ausschnitt aus einer
Lenkspindel 1 in einem nicht weiter dargestellten Kraftfahrzeug,
die in Wirklichkeit, unter einem Winkel schräg nach oben
verlaufend, ein nicht dargestelltes Lenkgetriebe mit einem
Lenkrad 2 koppelt. Die Lenkspindel 1 wird im Kraftfahrzeug durch
ein 3-Punkt-Lager 3 mit axial beabstandeten Lagerstellen 3a, 3b,
3c abgestützt, wovon die Lagerstelle 3a ein Festlager ist,
während die Lagerstellen 3b und 3c eine gleitende Bewegung der
Lenkspindel 1 zulassen. Für eine gute Führung der Lenkspindel 1
in axialer und Abstützung in radialer Richtung weist die
Lagerstelle 3c einen an der Lenkspindel 1 festgelegten
Kugelkäfig 4 auf, dessen Kugeln bei der Verschiebung der
Lenkspindel in Axialrichtung an der Führungsfläche in der
Lagerstelle 3c abrollen. Die Lagerstellen 3a, 3b, 3c liegen an
einem Befestigungsflansch 5 fest, der die Lagerstellen 3a, 3b, 3c
einteilig zusammengeführt und damit eine gemeinsame
Befestigung im Kraftfahrzeug z. B. an einem Querträger 6
ermöglicht.
Die Lenkspindel 1 weist zwischen zwei Lenkspindelabschnitten ein
diese verbindendes Stülprohr 7, 7′ auf, welches am hier rechten
Ende 9, beginnend bei axialem Druck auf das Lenkrad 2, unter
plastischer Verformung und unter Energieverzehr in den
Stülprohrhohlraum 8 einstülpbar ist, wobei die Stülprohrwand
eine fortlaufende Umformung erfährt. Die beginnende Umstülpung
des Stülprohres ist strichpunktiert eingezeichnet. Dabei dient
die mittlere Lagerstelle 3b dazu, die Lenkspindel 1 nahe des
Einstülpendes 9 verschiebbar zu lagern und gegen ein Ausknicken
abzustützen. Das Stülprohr 7, 7′ kann während eines
Fahrzeugcrash durch seine Verformungsmöglichkeit axial
eingeleitete Aufprallenergie umwandeln und damit den
Lenkradwiderstand gegen den Insassen und die Belastung für den
Insassen reduzieren.
Das Stülprohr 7, 7′ reagiert an die Aufprallkraft des Insassen
auf das Lenkrad 2 angepaßt, indem es entlang seiner
Längserstreckung Bereiche mit unterschiedlichem Umformwiderstand
aufweist, durch die eine leichtere oder schwerere Verformbarkeit
des Stülprohres 7, 7′ verursacht sind.
Wie im Kraft (F) - Verformungsweg (s) - Diagramm in der Fig. 2
ersichtlich, ist das Stülprohr 7, 7′ so ausgelegt, daß es,
beginnend am Einstülpende 9, einen Längsabschnitt 10 aufweist,
an den sich ein Längsabschnitt 11 mit demgegenüber schwererer
Umformbarkeit anschließt, so daß das Stülprohr 7, 7′ im ersten
Längsabschnitt 10 mit geringerer Kraft F und im zweiten
Längsabschnitt 11 mit dergegenüber höherer Kraft F umstülpbar
ist. Der Umformwiderstand des Stülprohres 7, 7′ ist in dieser
Art und Weise gewählt, damit ein leichterer Insasse im
Längsabschnitt 10 mit größerer Nachgiebigkeit abgefangen wird,
während ein kraftvoller einwirkender Insasse auch den Bereich
des größeren Widerstandes bei der Umstülpung des
Längsabschnittes 11 erreicht, in dem eine höhere
Energieumwandlung stattfinden kann.
An diesen Längsabschnitt 11 mit höherem Umformwiderstand
schließt sich wieder ein Längsabschnitt 12 mit leichterer
Verformbarkeit an, so daß die Belastung des Insassen wieder
abnimmt, den dann in der möglichen Stülpendphase ein
Längsabschnitt 13 mit dem höchsten Umformwiderstand begrenzt, um
so ein vollständiges Umstülpen des Stülprohres 7, 7′ und ein auf
Block gehen der Lenkspindel 2 möglichst zu vermeiden.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 zeigt ein Stülprohr 7, dessen
Längsabschnitte 10, 11, 12 und 13 unterschiedliche
Innendurchmesser bei durchgehend etwa gleicher Wanddicke 14
aufweisen. So ist der Längsabschnitt 10 mit einem gegenüber dem
Längsabschnitt 11 größeren Innendurchmesser und damit leichter
umstülpbar ausgebildet. Der Längsabschnitt 11 soll mit höherer
Kraft anprallenden Insassen, durch die der Längsabschnitt 10
bereits umgestülpt wurde, einen nun höheren Widerstand mit
höherer Energieumwandlung entgegensetzen. Der Längsabschnitt 13
weist dann demgegenüber einen größeren Innendurchmesser auf, an
den sich der Längsabschnitt 14 mit dem engsten Innendurchmesser
des Stülprohres 7 und dem größten Umformwiderstand in der
Stülpendphase anschließt. Durch eine unterschiedliche Wanddicke
kann dieses Umformverhalten in jedem Längsabschnitt noch
unterstützt werden.
Die zylindrische Form dieser Längsabschnitte 10, 11, 12, 13
bietet über jeden Längsabschnitt eine annähernd gleichbleibende
Umformkraft bzw. gleichbleibenden Widerstand der Lenkspindel 1
gegen den krafteinwirkenden Insassen. Die Längsabschnitte 10,
11, 12, 13 sind durch konische Abschnitte 15 verbunden, die zu
einem gleichmäßigen Übergang von niedrigem Umformwiderstand zu
höherem Umformwiderstand usw. führen.
In der Fig. 3 ist eine weitere Ausbildungsmöglichkeit durch das
Stülprohr 7′ dargestellt, welches mit einer variierenden
Wanddicke 16 ausgebildet ist, wodurch der Umformwiderstand
bestimmt wird. Auf bzw. in einem Lenkspindelrohr 17 sind hierzu
Buchsen 18, 19 auf bzw. eingesetzt, durch die der
Umformwiderstand des Stülprohres ähnlich der Beschreibung zu den
Fig. 1 und 2 erhöht wird. Nach dem am Einstülpende 9
beginnenden Längsabschnitt 10, dessen Umstülpwiderstand für
einen leichteren Insassen ausgelegt ist, erhöht die außen auf
das Lenkspindelrohr 17 aufgesetzte Buchse 18 den
Umstülpwiderstand im Längsabschnitt 11 in einem Maße, wie es
notwendig ist, um für eine mit höherer Kraft einwirkende Person
eine weitere Energieumwandlung der durch den Aufprallvorgang auf
das Lenkrad 2 eingeleiteten Kräfte zu erreichen. Anschließend an
diese Buchse 18 ist der Umstülpwiderstand dem Lenkspindelrohr 17
entsprechend reduziert (Längsabschnitt 12), um dann durch die
eingesetzte Buchse 19 in der Stülpendphase im Längsabschnitt 13
noch einmal stark erhöht zu werden. Eine variierende Wanddicke
16 kann natürlich auch durch andere geläufige Methoden
vorgenommen werden.
Die Nachgiebigkeit der Lenkspindel 1 bei axialer Krafteinwirkung
kann damit an die Verhältnisse in beliebigen Kraftfahrzeugen
einfach angepaßt werden.
Claims (6)
1. Stülprohr (7 bzw. 7′) für eine Lenksäule eines Kraftfahrzeuges, als verbindendes Teil zweier
Lenkspindelabschnitte einer Lenkspindel (1), welche in einem 3-Punkt-Lager (3) mit axial beab
standeten Lagerstellen (3a, 3b, 3c) abgestützt ist, deren mittlere Lagerstelle (3b) die Lenkspindel
(1) nahe des Umstülpendes (9) des Stülprohres (7 bzw. 7′) verschiebbar lagert, an dem beginnend
das Stülprohr (7 bzw. 7′) bei axialer Kraftbeaufschlagung unter plastischer Verformung und unter
Energieverzehr umstülpbar ist, wobei das Stülprohr (7 bzw. 7′) am Umstülpende (9) einen
Längsabschnitt (10) mit leichterer Umformbarkeit aufweist, dem ein Längsabschnitt (11) mit
schwererer Umformbarkeit und ein Längsabschnitt (12) mit wiederum leichterer Umformbarkeit,
jeweils mit einer der angenommenen Axialbelastung angepaßten Länge folgen, und wobei das
Stülprohr (7 bzw. 7′) im Längsabschnitt (13) der möglichen Stülpendphase den höchsten Um
formwiderstand aufweist.
2. Stülprohr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stülprohr (7) über seine Länge in etwa die gleiche Wanddicke (14) aufweist.
3. Stülprohr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stülprohr (7) zylindrische Längsabschnitte (10, 11, 12, 13) mit unterschiedlichem Innen
durchmesser umfaßt, die über konische Abschnitte (15) aneinander anschließen.
4. Stülprohr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stülprohr (7′) in den Längsabschnitten (10, 11, 12, 13) unterschiedliche Wanddicken
aufweist.
5. Stülprohr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in mindestens einer Lagerstelle (3c) ein mit der Lenkspindel (1) verschiebbarer Kugelkäfig (4)
aufgenommen ist.
6. Stülprohr nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerstellen (3a, 3b, 3c) einteilig in einem Befestigungsflansch (5) zusammengefaßt im
Kraftfahrzeug gemeinsam festgelegt sind.
Priority Applications (4)
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Legal Events
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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Owner name: MICRO COMPACT CAR SMART GMBH, 71272 RENNINGEN, DE |
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