DE19631214A1 - Lenkspindel für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Lenkspindel für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Lenkspindel für ein Kraftfahrzeug
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Aus der DE 23 16 515 A1, die im Oberbegriff des Anspruches 1
berücksichtigt ist, ist eine nachgiebige Lenkspindel bekannt,
die einen gezielt geformten Lenkspindelabschnitt aufweist,
welcher bei einem Crash deformierbar ist. Die Lenkspindel ist
auf der Seite eines Lenkrades in einem verformbaren Lager
eingespannt und auf der anderen Seite des deformierbaren
Lenkspindelabschnittes in einem ebenfalls verformbaren, axialen
Festlager gehalten. In diesem wellrohrartigen
Lenkspindelabschnitt wird bei einer starken Axialbelastung des
Lenkrades eine Ausknickung der Lenkspindel erreicht, die sich
dann mit geringerem Widerstand dem Aufprall eines Insassen auf
das Lenkrad entgegenstellt. Die dabei abgebaute Aufprallenergie
ist allerdings gering, da der Lenkspindelabschnitt seiner
Umformung größtenteils ausweicht. Ein Energieabbau über einem
längeren Verschiebeweg der Lenkspindel ist hierdurch nicht zu
erreichen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einer
gattungsgemäßen Lenkspindel bei einem Crash einen gleichmäßig
langanhaltenden Aufprallenergieabbau zu erreichen.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst.
Die Abstützung der Lenkspindel mit dem gezielt geformten und
bei einem Crash energieumwandelnd deformierbaren
Lenkspindelabschnitt mit zwei die Lenkspindel stützenden
Lagerstellen und mit einem zusätzlich den deformierbaren
Lenkspindelabschnitt stützenden und bei der Umformung führenden
Gleitlager verhindert ein Ausknicken der Lenkspindel bei der
hohen axialen Belastung. Dabei ist der Reibungsanteil im
Gleitlager nur gering gegenüber der Formänderungsarbeit, die im
deformierbaren Lenkspindelabschnitt geleistet wird, so daß ein
gleichmäßiger Energieabbau über einem langen Verformungsweg
gewährleistet ist.
Durch ein einfach und kostengünstig herzustellendes, die
Lenkspindel zusätzlich stützendes Gleitlager, kann somit die
Belastung eines Insassen beim Aufprall auf das Lenkrad mit
einer optimalen Funktion des deformierbaren
Lenkspindelabschnittes gering gehalten werden.
Des weiteren ist durch einen gezielt deformierbaren
Lenkspindelabschnitt im unteren Lenkspindelteil mit einer dem
oben Beschriebenen entsprechenden, vorteilhaften Lagerung der
Energieabbau zu verbessern, wodurch eine Lenkradverschiebung in
Richtung auf den Insassen durch die Vorbauintrusion beim Crash
verhindert werden kann.
Eine aufwendige Veränderung der Lenkspindel selbst ist hierfür
nicht notwendig.
Die Gleitlager und das Festlager können montagefreundlich
einteilig in einem Befestigungsflansch zusammengefaßt im
Kraftfahrzeug gemeinsam montiert werden.
Ein Stülprohr als deformierbarer Lenkspindelabschnitt kann bei
der axialen Belastung während eines Fahrzeugcrash durch seine
typische Umformmöglichkeit Energie abbauen, indem eines der
Enden des Stülprohres am Einstülpende durch den
Stülprohrhohlraum hindurchgedrückt wird, wobei die
Stülprohrwand eine fortlaufende Umformung erfährt. Die
Lenkspindel ist nun nahe des Einstülpendes des Stülprohres im
Gleitlager zusätzlich abgestützt, so daß die Umformung des
Stülprohres gleichmäßig und langandauernd erfolgen kann. Um
einen anfänglichen erhöhten Widerstand zu Beginn der Umformung
zu vermeiden, kann das Stülprohr am Einstülpende eine
biegeweiche Vordeformation in Einstülprichtung aufweisen.
Durch die Verbesserung der Führungseigenschaften mittels des
weiteren Gleitlagers kann an der Lenkspindel ein einfach
aufgebauter, deformierbarer Lenkspindelabschnitt vorgesehen
werden, der damit auch einteilig in die Lenkspindel einzuformen
ist.
Damit der längsverschiebbare Abschnitt der Lenkspindel bei
seiner Verschiebebewegung eine gut gleitende Führung erhält,
kann in einer oder in mehreren Gleitlagerstellen ein mit der
Lenkspindel verschiebbarer Kugelkäfig vorgesehen werden.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen gehen aus den
Unteransprüchen und der Beschreibung hervor.
Die Erfindung ist nachstehend anhand einer Zeichnung näher
beschrieben.
Die Figur zeigt in einer Seitenansicht eine Lenkspindel 1, die
in einem nicht näher dargestellten Kraftfahrzeug ein Lenkrad 2
mit einem hier nur angedeuteten Lenkgetriebe 3
drehmomentübertragend verbindet. Die Lenkspindel 1 ist in zwei
Spindelabschnitte 4 und 5 unterteilt, welche durch ein
Kreuzgelenk 6 verbunden sind.
In den oberen Spindelabschnitt 4 ist ein deformierbarer
Lenkspindelabschnitt 7 integriert, der hier durch ein Stülprohr
8 gebildet ist, welches bei einem Crash und einem hohen axialen
Druck auf das Lenkrad 2 mit einer endseitigen Vordeformation 9
nach innen umgestülpt wird und dabei Aufprallenergie in
Verformungsenergie umwandelt. Dabei wird der
Lenkspindelabschnitt 7 oben durch ein Gleitlager 10 radial und
am unteren Ende durch ein Festlager 11 radial und axial
abgestützt.
Um einen gleichmäßigen Energieabbau auf langem Verformungsweg
ungestört zu erhalten, ist nahe des Einstülpendes 12 des
Stülprohres 8 auf der stoßbeaufschlagten Seite 13 mindestens
ein weiteres Gleitlager 14 vorgesehen, welches die Lenkspindel
1 radial im Kraftfahrzeug abstützt und damit auch ein
Ausknicken verhindert. Der Reibungsanteil im Gleitlager 14 ist
dabei so gering, daß das Stülprohr 8 seine Formänderungsarbeit
weitgehend ungehindert ausüben und einen hohen Energieabbau
zugunsten des aufprallenden Insassen vornehmen kann. In das
endseitige Gleitlager 10 ist in eine Führungsbuchse 15 ein
axial verschiebbarer, auf dem Spindelabschnitt 4 festsitzender
Kugelkäfig 16 eingesetzt, durch den eine axiale Verschiebung
des Spindelabschnittes 4 ebenfalls ohne großen Reibwiderstand
ermöglicht ist.
Um eine einfach zu handhabende und kostengünstige Festlegung
der Gleitlager 10 und 14 und des Festlagers 11 zu erreichen,
sind diese einteilig mit einem gemeinsamen Befestigungsflansch
17 im Kraftfahrzeug, z. B. an einem Querträger 18 festgelegt.
Ein vergleichbar funktionierender Lenkspindelabschnitt 7′ ist
Teil des unteren Spindelabschnittes 5 der Lenkspindel 1. Der
Lenkspindelabschnitt 7′ ist durch ein Wellrohr 19 gebildet,
welches bei einer Vorbauintrusion des Kraftfahrzeuges mit
axialer Belastung der Lenkspindel 1 von unten nachgiebig
zusammengeschoben werden kann. Dieser Spindelabschnitt 5 ist
zum Lenkgetriebe 3 hin in einem Gleitlager 10′ mit einem
inneren Kugelkäfig 16′ und nahe des Kreuzgelenkes 6 in einem
Festlager 11′ abgestützt. Um auch durch das Wellrohr 19 einen
möglichst gleichmäßigen Energieabbau bei einer langandauernden
Verformung zu erreichen, ist an dessen stoßbeaufschlagter Seite
13′ beginnend wiederum ein Gleitlager 14′ vorgesehen, durch
welches der Spindelabschnitt 5 nahe des Wellrohres 19
zusätzlich radial abgestützt ist. Das Gleitlager 14′ kann das
Wellrohr 19 vollständig als Führung umgeben. Damit ist ein
hoher Energieabbau möglich und eine axiale Verschiebung der
Lenksäule 1 mit dem Lenkrad 2 in Richtung auf den Insassen zu
verhindern.
Auch die Gleitlager 10′ und 14′ und das Festlager 11′ sind, um
eine einfach zu handhabende und kostengünstige Festlegung zu
erreichen, einteilig mit einem gemeinsamen Befestigungsflansch
17′ im Kraftfahrzeug festgelegt.
Claims (6)
1. Lenkspindel für ein Kraftfahrzeug, mit einem beim Crash
energieumwandelnd deformierbaren Lenkspindelabschnitt, wobei
die Lenkspindel auf einer stoßbeaufschlagten Seite in einem
axialen Gleitlager verschiebbar gelagert und am
gegenüberliegenden Ende in einem axialen Festlager gehalten
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß nahe des deformierbaren Lenkspindelabschnittes (7, 7′) auf
der stoßbeaufschlagten Seite (13, 13′) mindestens ein weiteres
Gleitlager (14, 14′) die Lenkspindel (1) radial im
Kraftfahrzeug abstützt.
2. Lenkspindel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleitlager (10 bzw. 10′ und 14 bzw. 14′) und das
Festlager (11 bzw. 11′) einteilig mit einem Befestigungsflansch
(17, 17′) zusammengefaßt im Kraftfahrzeug gemeinsam festgelegt
sind.
3. Lenkspindel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine durch ein Kreuzgelenk (6) unterteilte Lenkspindel (1)
in beiden Spindelabschnitten (4 und 5) jeweils einen gezielt
deformierbaren Lenkspindelabschnitt (7 bzw. 7′) aufweist.
4. Lenkspindel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das mittlere Gleitlager (14) die Lenkspindel (1) nahe des
Einstülpendes (12) eines Stülprohres (8) lagert.
5. Lenkspindel nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stülprohr (8) am Einstülpende (12) eine biegeweiche
Vordeformationszone (9) in Einstülprichtung aufweist.
6. Lenkspindel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einem Gleitlager (10, 10′) ein eine axiale
Verschiebebewegung zulassender Kugelkäfig (16 bzw. 16′)
vorgesehen ist.
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