DE19625922C1 - Vorrichtung zur Verminderung der Keimzahl bei Zapfanlagen - Google Patents
Vorrichtung zur Verminderung der Keimzahl bei ZapfanlagenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung Verminderung
der Keimzahl bei Zapfanlagen für Getränke, insbesondere
von Zapfanlagen für Bier und alkoholfreie Getränke, wo
bei die Vorrichtung ein Gefäß aufweist, welches das
Mündstück des Zapfhahnes umfaßt.
Das Problem bei derartigen Zapfanlagen besteht darin,
daß diese bei geringer Benutzung mit längeren Standzei
ten dazu neigen, im Bereich der luftberührenden Geträn
keausläufe der Schankhähne durch die in der Umgebung
vorhandenen diversen Mikroorganismen, Fruchtfliegen,
Fliegen usw. zu verkeimen. Schlagzeilen in der Tages
presse des Jahres 1995 über mangelhafte Hygiene in
Schankanlagen führten nicht nur bei Verbrauchern, son
dern auch in der Gastronomie zur Verunsicherung. Patho
gene Keime konnten zwar nicht nachgewiesen werden, je
doch wurden Indikatorkeime, wie E. Coli und coliforme
Keime, aufgefunden, die zum Nachweis pathogener Keime
dienen, sowie erhöhte aerobe Keimzahlen. Aufgrund der
Tatsache, daß die Biere die Brauereien in der Regel hy
gienisch einwandfrei verlassen und eine mikrobielle Be
lastung erst durch die Schankanlagen stattfindet, wurde
vom staatlichen Medizinal-Lebensmittel- und Veterinär
untersuchungsamt Mittelhessen, Gießen der Vorschlag ge
mäß Tabelle 1 zur Beurteilung des Hygienestatus ge
macht (vgl. BRAUWELT, 1936, Nr. 21/22, S. 1014-1016).
Aus der US 1 850 359 ist ein Getränkeausschankhahn
bekannt, bei dem ein schwenk
barer Behälter über das Mundstück geschoben wird, um
das Eindringen von Staub, Schmutz etc. zu verhindern.
Diese bekannte Vorrichtung ist jedoch nicht geeignet, das
Wachstum von Keimen zu verhindern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung vorzuschlagen, die es gestattet, in einfacher Art
und Weise auch bei längeren Zapfpausen die Bildung von
Keimen wirkungsvoll zu unterbinden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst.
Gemäß der Erfindung wird auf jeden Zapfhahn einer Zapf
anlage ein Gefäß aufgeschoben, das ein Desinfektions
mittel aus unvergälltem Ethylalkohol enthält, so daß
das Innere des Zapfhahnes von der Umgebungsluft abge
schlossen ist. Der im Gefäß befindliche Ethylalkohol,
der unvergällt ist und eine Alkoholkonzentration von
mindestens 60 Vol.% aufweist, wirkt weiter
keimtötend und verhindert die Vermehrung von Keimen.
Messungen haben gezeigt, daß die Forderungen aus
Tabelle 1 erreicht werden und im Fall der aeroben Keim
zahl nach 14 Tagen deutlich unterschritten werden, d. h.
es wurden nur 4 Keime nachgewiesen (Tabelle 2).
Hierbei ist vorausgesetzt, daß die gesamte Schankanlage
hier einer sorgfältigen mechanischen Reinigung in min
destens 14tägigem Abstand gemäß der Verordnung über Ge
tränkeschankanlagen unterzogen wird.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht
das Gefäß aus einem durchsichtigen Kunststoff
oder Glas, das vorteilhaft mit einem Gummistopfen ver
schlossen ist, der eine Öffnung für das Durchschieben
des unteren Endes des Zapfhahnes aufweist. Der Durchmes
ser der Öffnung in dem Gummistopfen ist so gewählt, daß
das Gefäß am Zapfhahn allein durch Reibung gehalten
ist. Auf diese Weise ist es möglich, den Zapfhahn kurz
fristig gegen Keime zu verschließen oder aber auch wie
der zu öffnen. Vorteilhaft ist eine Entlüftungskanüle
vorgesehen, wie sie im medizinischen Handel erhältlich
ist. Die Einfachheit der Bedienung sowie die Möglich
keit der Beobachtung des Ethylalkohols innerhalb des
Gefäßes macht es möglich, aerobe Keime und Indikator
keime weitgehend zu vermeiden.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Ende eines Zapf
hahnes 4 ersichtlich, über den ein Gefäß 1 aus einem
Kunststoff geschoben ist, das über einen Gummistopfen 2
verschlossen ist. Dieser Gummistopfen 2 ist zum einen
mit relativ großer Reibung am Gefäß 1 befestigt, so daß
das Gefäß 1 am Gummistopfen 2 hängt, andererseits ist
die Bohrung 5 im Gummistopfen 2 so gewählt, daß eine
ausreichend große Reibung zwischen Stopfen 2 und Zapf
hahn 4 gegeben ist, so daß das Gefäß 1 als solches am
Zapfhahn 4 gehalten wird. Zur vollständigen Befüllung
des Gefäßes 1 mit Ethylalkohol 3 ist eine Entlüftungska
nüle 6 im Gummistopfen 2 eingesetzt. Im Inneren des Ge
fäßes 1 ist ein Ethylalkohol 3 mit einer Konzentration
größer als 60 Vol.% Alkohol. Sollten hier größere Ver
unreinigungen mit Bier auftreten, so kann dies von au
ßen beobachtet werden, so daß ein Austausch des Ethyl
alkohols 3 schnell erfolgen kann.
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Verminderung der Keimzahl bei Zapf
anlagen für Getränke, insbesondere von Zapfanlagen für
Bier und alkoholfreie Getränke, wobei die Vorrichtung
ein Gefäß (1) aufweist, welches das Mündstück des Zapf
hahnes (4) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mündstück des Zapfhahnes (4) in ein im Gefäß (1) ent
haltenes Desinfektionsmittel (3) aus unvergälltem
Ethylalkohol eintaucht, das mindestens eine Konzentra
tion von 60 Vol.% Alkohol aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefäß (1) mit einem Gummistopfen (2) ver
schließbar ist, der mit einer Bohrung (5) versehen ist,
deren Durchmesser etwas kleiner als der Außendurchmes
ser des Zapfhahnes (4) ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefäß (1) durchsichtig ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefäß (1) aus Glas oder Kunststoff besteht.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996125922 DE19625922C1 (de) | 1996-06-28 | 1996-06-28 | Vorrichtung zur Verminderung der Keimzahl bei Zapfanlagen |
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Publications (1)
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| DE19625922C1 true DE19625922C1 (de) | 1997-11-20 |
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| DE1996125922 Expired - Fee Related DE19625922C1 (de) | 1996-06-28 | 1996-06-28 | Vorrichtung zur Verminderung der Keimzahl bei Zapfanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19625922C1 (de) |
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-
1996
- 1996-06-28 DE DE1996125922 patent/DE19625922C1/de not_active Expired - Fee Related
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