DE19612636A1 - Beschichtungsverfahren und dafür verwendeter Grundbeschichtungslack - Google Patents
Beschichtungsverfahren und dafür verwendeter GrundbeschichtungslackInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Grundbe
schichtungslacks (oder einer Grundbeschichtung) und eines klaren Beschichtungs
lacks (oder einer klaren Beschichtung) auf insbesondere Automobile mit einer einer
Naß-auf-Naß-Technik, und einen dafür verwendeten Grundbeschichtungslack.
Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Beschichtungsverfahren,
weiches befähigt ist, die Verarbeitbarkeit der Beschichtung bemerkenswert zu
verbessern und einen dafür verwendeten Grundbeschichtungslack.
In jüngster Zeit wurden verschiedene Härtungssysteme für klare Beschichtungs
lacke vorgeschlagen. Sie schließen z. B. Härtungssysteme ein, die eine Hydrox
ylgruppe (einschließlich einer blockierten Hydroxylgruppe), eine Carboxylgruppe
(einschließlich einer blockierten Carboxylgruppe, in der die Hydroxylgruppe der
Carboxylgruppe blockiert ist), eine Phosphorsäuregruppe (einschließlich einer
blockierten Phosphorsäuregruppe, in der die Hydroxylgruppe der Phosphorsäure
gruppe blockiert ist) oder eine Säureanhydridgruppe enthalten; Härtungssysteme,
die eine wie vorstehend beschriebene Gruppe und ebenso eine Silylgruppe (ein
schließlich einer hydrolysierbaren Silylgruppe, die mit einer hydrolysierbaren
Gruppe blockiert ist) und/oder eine Epoxygruppe enthalten; Härtungssysteme, die
eine Acetoacetylgruppe und eine Vinylethergruppe oder eine Vinylthioethergruppe
(im folgenden einfachheitshalber als eine Vinyl(thio)ethergruppe bezeichnet)
enthalten; Härtungssysteme, die eine Vinyl(thio)ethergruppe und eine Carbox
ylgruppe oder eine Silylgruppe enthalten; Härtungssysteme, die eine alicyclische
Epoxygruppe und eine Silylgruppe enthalten; und Härtungssysteme, die eine Silyl
gruppe oder eine alicyclische Epoxygruppe vereinzelt enthalten. In derartigen
Härtungssystemen wird der Härtungskatalysator gewöhnlich dazu verwendet, die
Härtungsreaktion der funktionellen Gruppen zu beschleunigen.
In der Naß-auf-Naß-Technik werden der klare Beschichtungslack und der Grund
beschichtungslack getrennt voneinander bis unmittelbar vor ihrer Beschichtung in
Vorratsbehältern aufbewahrt, und diese Lacke werden separat einer Beschich
tungsvorrichtung zugeführt, wie einer Düse oder einer Sprayvorrichtung für die
Naß-auf-Naß-Beschichtung. Wenn jedoch die Lagerzeit des klaren Beschichtungs
lacks, der ein funktionelle Gruppen enthaltendes Oligomer oder Polymer (im folgen
den kollektiv als "Oligomer" bezeichnet) und ferner den Härtungskatalysator
umfaßt, länger wird, beginnt der klare Überzugslack in Gegenwart eines derartigen
Härtungskatalysators zu härten und wird allmählich dicker bevor die Naß-auf-Naß-Beschichtung
ausgeführt wird. Deshalb müssen dann, wenn zwei oder mehrere
Arten von funktionellen Gruppen involviert sind, die Oligomeren mit verschiedenen
Gruppen voneinander getrennt werden, und ebenfalls dann, wenn der Härtungs
katalysator einverleibt wird, sollte er nur in eine Art des Oligomers einverleibt
werden, um die Härtungsreaktion zu verhindern. Selbst dann, wenn ein Oligomer
mit nur einer Art von funktioneller Gruppe verwendet wird, muß es von dem
Härtungskatalysator getrennt werden, um die Härtungsreaktion zu verhindern.
Wenn der Lack in der Form von zwei oder mehreren Flüssigkeiten gelagert wird
und diese unmittelbar vor Durchführung der Naß-auf-Naß-Beschichtung mitein
ander gemischt werden, muß bei der Herstellung des klaren Beschichtungslacks die
Fließrate und die Menge jeder Flüssigkeit kontrolliert werden, wodurch die Misch
vorrichtung kompliziert wird und daher zu hohen Apparaturkosten führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Lack bereitzustellen, der
eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit aufweist und keiner Verdickung unterliegt und
der in der Lage ist, in einer Naß-auf-Naß-Technik mit gewöhnlichen Beschich
tungsschritten ohne Änderung der Apparatur beschichtet werden zu können.
Ferner ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren anzugeben, in dem
dieser Lack verwendet werden kann.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch einen Grundbeschichtungslack
und ein Beschichtungsverfahren gelöst, umfassend das Beschichten dieses Grund
beschichtungslacks, der ein Hydroxylgruppen-enthaltendes Oligomer und ein
Aminoplastharz enthält, auf ein Substrat, darauf Beschichten in einem Naß-auf-Naß-Zustand
von einem klaren Beschichtungslack mit einem Härtungssystem,
welches unterschiedlich ist von dem des Grundbeschichtungslacks und dann
Wärmebehandeln bzw. Härten dieser Beschichtungen, wobei der Härtungskatalysa
tor für den klaren Beschichtungslack nicht in den klaren Beschichtungslack einver
leibt ist, sondern in den Grundbeschichtungslack. Die vorliegende Erfindung beruht
auf dieser Erkenntnis.
Damit betrifft die vorliegende Erfindung:
- 1. ein Beschichtungsverfahren, umfassend das Beschichten eines Grundbeschich tungslacks, der ein Hydroxylgruppen-enthaltendes Oligomer und ein Aminoplast harz enthält, auf ein Substrat, darauf Beschichten in einem Naß-auf-Naß-Zustand von einem klaren Beschichtungslack mit einem Härtungssystem, welches unter schiedlich ist von jenem des Grundbeschichtungslacks, und dann Wärmebehandeln bzw. Härten der erhaltenen Beschichtungen, wobei ein Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack in den Grundbeschichtungslack einverleibt ist, und wobei der Siedepunkt des Härtungskatalysators 150°C oder höher bei einem Druck von 760 mmHg ist; und
- 2. einen Grundbeschichtungslack, welcher auf ein Substrat beschichtet wird und wonach ein klarer Beschichtungslack mit einem Härtungssystem, welches unter schiedlich ist von jenem des Grundbeschichtungslacks, in einem Naß-auf-Naß-Zustand darauf beschichtet wird, wobei der Grundbeschichtungslack ein Hydrox ylgruppen-enthaltendes Oligomer und ein Aminoplastharz und einen Härtungs katalysator für den klaren Beschichtungslack mit einem Härtungssystem, welches unterschiedlich ist von jenem des Grundbeschichtungslacks, umfaßt, und wobei der Härtungskatalysator einen Siedepunkt von 150°C oder höher bei einem Druck von 760 mmHg aufweist.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Grundbeschichtungslack umfaßt ein
Hydroxylgruppen-enthaltendes Oligomer, ein Aminoplastharz und einen Härtungs
katalysator, der in einem klaren Beschichtungslack mit einem Härtungssystem,
welches unterschiedlich ist von dem des Grundbeschichtungslacks und der auf die
durch den Grundbeschichtungslack mit dem Naß-auf-Naß-Verfahren beschichtet
werden soll, verwendet werden soll.
Das Hydroxylgruppen-enthaltende Oligomer ist nicht besonders beschränkt und
solche, die eine Hydroxylgruppe enthalten, wie Polyesteroligomere und Vinyloli
gomere, sind verwendbar. Unter diesen sind vom Standpunkt der Witterungs
beständigkeit Vinyloligomere ausgezeichnet. Die Hydroxylgruppen-enthaltende
Polyesteroligomere schließen bekannte Polyesteroligomere ein, die durch Kon
densationsreaktion oder Additionsreaktion von verschiedensten Kombinationen von
mehrere Hydroxylgruppen-enthaltenden Alkoholen oder Polyepoxyverbindungen,
Säureanhydriden, einbasigen Säuren oder Fettsäuren, mehrbasigen Säuren, Monoe
poxyverbindungen, Lacton- oder Hydroxylgruppen-enthaltenden Monocarbonsäuren
erhalten werden.
Die mehrere Hydroxylgruppen-enthaltenden Alkohole (Polyole), die für die vor
stehend beschriebene Reaktion verwendet werden, schließen Diole, Triole, Tetrao
le, Pentaole und Hexaole ein. Die Diole schließen z. B. Ethylenglykol, Propylen
glykol, 1,5-Pentandiol, 1,4-Pentandiol und 1,6-Hexandiol ein. Die Triole schließen
z. B. Glycerol, Trimethylolethan, Trimethylolpropan, Trishydroxymethylaminome
than und 1,2,6-Hexantriol ein. Die Tetraole schließen z. B. Pentaerythrit, Diglycerol,
Lyxose und Sorbitol ein. Die Pentaole schließen z. B. Mannose ein. Die Hexaole
schließen z. B. Inositol ein. Vom Standpunkt der Leichtigkeit der Synthese werden
Triole und Tetraole vorzugsweise verwendet.
Die Polyepoxyverbindungen mit 3 bis 6 oder mehr Epoxygruppen im Molekül
schließen z. B. Trisglycidylisocyanurat, Trisglycidylpropylisocyanurat,Tetraglycidyl
metaxyloldiamin, Tetraglycidyl-1,3-bisaminomethylcyclohexan, Tetra-glycidyldi
aminodiphenylmethan, Triglycidyl-p-aminophenol und Diglycidylanilin ein.
Die Säureanhydride schließen z. B. Phthalsäureanhydrid; Alkylphthalsäureanhydride,
wie 4-Methylphthalsäureanhydrid; Hexahydrophthalsäureanhydrid; Alkylhexa
hydrophthalsäureanhydride, wie 3-Methylhexahydrophthalsäureanhydrid und 4-
Methylhexahydrophthalsäureanhydrid; Bernsteinsäureanhydrid; undTetrahydropht
halsäureanhydrid ein. Vom Standpunkt der Witterungsbeständigkeit sind Benzol
ring-freies Hexahydrophthalsäureanhydrid, Alkylhexahydrophthalsäureanhydride
und Bernsteinsäureanhydrid bevorzugt.
Die einbasigen Säuren und aliphatischen Säuren sind vorzugsweise aliphatische
Säuren mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen, mehr bevorzugt 4 bis 15 Kohlenstoff
atomen. Die Fettsäuren schließen z. B. Butansäure, Pentansäure, Hexansäure,
Heptansäure, Octansäure, Nonansäure, Decansäure, Undecansäure, Dodecansäure,
Tridecansäure, Tetradecansäure, Pentadecansäure, Hexadecansäure und Hepta
decansäure ein.
Die mehrbasigen Säuren schließen z. B. Phthalsäure, Hexahydrophthalsäure,
Alkylhexahydrophthalsäuren, Alkylphthalsäuren, Adipinsäure, Sebacinsäure,
Itaconsäure und Trimellithsäure ebenso wie Trimellithsäureanhydrid ein.
Als Monoepoxyverbindungen werden vorzugsweise aliphatische Kohlenwasser
stoffepoxide mit einer ungesättigten Bindung, insbesondere α-Olefinepoxide,
Glycidylether und Glycidylester, verwendet. Die α-Olefinepoxide sind vorzugsweise
solche mit 3 bis 25 Kohlenstoffatomen, wie Propylenoxid, AOEX24 (ein Gemisch
von α-Olefinepoxiden mit 12 und 14 Kohlenstoffatomen) und AOEX 68 (ein
Gemisch von α-Olefinepoxiden mit 16 und 18 Kohlenstoffatomen) (sowohl AOEX
24 als auch AOEX 68 sind Produkte von Daicel Chemical Industries, Ltd.). Die
Glycidylether schließen z. B. Butylglycidylether, Phenylglycidylether, Decylglycidy
lether und Cresylglycidylether ein. Die Glycidylester schließen z. B. Cardura E 10
und PES 10 (Produkte von Yuka Shell Epoxy K.K.) ein.
Vom Standpunkt der Leichtigkeit ihrer Synthese und der Eigenschaften der daraus
erhaltenen Beschichtung beträgt die Zahl von Kohlenstoffatomen in den Monoe
poxyverbindungen vorzugsweise 4 bis 22. Insbesondere bevorzugt in den Mo
noepoxyverbindungen ist eine Zahl von Kohlenstoffatomen von 4 bis 15.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden Monoepoxyverbindungen sind die wie vor
stehend beschriebenen Monoepoxyverbindungen, in die eine Hydroxylgruppe
einverleibt wurde. Sie sind z. B. 1,2-Epoxyhexanol, 1,2-Epoxyoctanol, 1,2-Ep
oxydecanol, Hydroxybutylglycidylether, Hydroxyoctylglycidylether, Hydroxyphe
nylglycidylether, Hydroxybutylglycidylester und Hydroxycyclohexylglycidylester.
Ferner ist eine Kombination der Monoepoxyverbindung und der Hydroxylgruppen
enthaltenden Monoepoxyverbindung ebenfalls verwendbar. Zum Beispiel ist ein
Gemisch einer Monoepoxyverbindung, die eine aliphatische Kohlenwasser
stoffgruppe mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen besitzt, mit einer Hydroxylgruppen
enthaltenden Monoepoxyverbindung, welche eine derartige aliphatische Kohlen
wasserstoffgruppe aufweist oder nicht, verwendbar.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden Monoepoxyverbindungen schließen solche mit
3 bis 15 Kohlenstoffatomen ein. Ein bevorzugtes Beispiel davon ist Glycidol.
Die Lactone schließen z. B. ε-Caprolacton, β-Propiolacton, γ-Butyrolacton und δ-Valerolacton
ein. Vom Standpunkt der Leichtigkeit der Synthese ist ε-Caprolacton
das bevorzugte Lacton.
Die Hydroxysäuren sind nicht besonders beschränkt, sofern sie im Molekül sowohl
eine Hydroxylgruppe als auch eine Carboxylgruppe enthalten. Bevorzugte Beispiele
von Hydroxysäuren schließen unverzweigte oder verzweigte Hydroxyalkansäuren,
wie Pivalinsäure und 12-Hydroxystearinsäure, ein und Reaktionsprodukte, die
durch Umsetzung eines Polyols mit einer Verbindung mit einer Säurenanhydrid
gruppe erhalten wurden. Die Polyole, die für diesen Zweck verwendet werden,
schließen z. B. Diole ein, wie Ethylenglykol, Propylenglykol, 1,5-Hexandiol, 1,6-Hexandiol,
Neopentylglykol und Cyclohexandimethanol; Alkohole mit drei Hy
droxylgruppen, wie Trimethylolpropan, Trimethylolethan und Glycerol; und Alkoho
le mit vier Hydroxylgruppen, wie Pentaerythrit und Diglycerol. Die Verbindungen
mit einer Säureanhydridgruppe sind die bevorzugten der vorstehend beschriebenen
Säureanhydride.
Die Umsetzung zur Bildung des Polyesteroligomers wird unter an sich bekannten
Bedingungen der Veresterungsreaktion durchgeführt.
Die Synthesereaktion kann in Gegenwart eines Katalysators zur Beschleunigung
der Reaktion des Lactons, eines Katalysators zur Beschleunigung der Reaktion der
Hydroxylgruppe mit der Carboxylgruppe, oder eines Katalysators zur Beschleuni
gung der Reaktion der Carboxylgruppe mit der Epoxygruppe durchgeführt werden.
Die Katalysatoren zur Beschleunigung der Reaktion von Lacton oder der Reaktion
der Hydroxylgruppe mit der Carboxylgruppe schließen z. B. Phosphorsäuremonoe
ster; Bronstedsäuren, wie Chlorwasserstoffsäure und Schwefelsäure; Titanate, wie
Tetrabutyltitanat; und Organozinnverbindungen, wie Dibutylzinndilaurat und
Dimethylzinndichlorid, ein.
Wenn auch die Reaktion der Carboxylgruppe mit der Epoxygruppe in Abwesenheit
jeglichen Katalysators durchgeführt werden kann, ist ein Katalysator bevorzugt,
um die Reaktionszeit herabzusetzen. Die Katalysatoren sind vorzugsweise z. B.
Imidazole, wie 1-Methylimidazol und Dimethylimidazol; quartäre Phosphonium
salze, wie Tetrabutylphosphoniumbromid und Tetralaurylphosphoniumchlorid; und
quartäre Ammoniumsalze, wie Tetraammoniumbromid, Tetraammoniumchlorid und
Trilaurylbutylammoniumacetat.
Dieser Katalysator wird in katalytischen Mengen verwendet. Insbesondere wird der
Katalysator für die Reaktion der Hydroxylgruppe mit der Carboxylgruppe oder der
Katalysator für die Lactonreaktion in einer Menge von z. B. 0,00001 bis 10 Gew.-%,
vorzugsweise 0,0001 bis 1 Gew.-%; und der Katalysator für die Reaktion der
Carboxylgruppe mit der Epoxygruppe in einer Menge von 0,001 bis 10 Gew.-%,
vorzugsweise 0,001 bis 5 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Carboxylgruppen
enthaltende Verbindung oder Epoxyverbindung, verwendet.
Die Reaktionstemperatur ist gewöhnlich 100 bis 300°C, vorzugsweise 120 bis
250°C, und die Reaktionszeit beträgt 30 Minuten bis 48 Stunden, vorzugsweise
3 bis 12 Stunden. Die Hydroxylgruppen-enthaltenden Vinyloligomeren, die als
Hydroxylgruppen-enthaltende Oligomere verwendbar sind, können durch Polymeri
sation eines polymerisierbaren Hydroxylgruppen-enthaltenden Vinylmonomers
einzeln oder durch Copolymerisation mit einem anderen polymerisierbaren Vinyl
monomer hergestellt werden.
Bevorzugte Hydroxylgruppen-enthaltende polymerisierbare Monomere sind solche
mit einer Hydroxylgruppe und einer radikalisch-polymerisierbaren ungesättigten
Bindungsgruppe. Die radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppen
sind vorzugsweise z. B. radikalisch-polymerisierbare Vinylbindungsgruppen der
Formel: CHR¹ =CR²- (wobei jedes von R¹ und R² ein Wasserstoffatom, eine Alkyl
gruppe oder eine Einfachbindung ist). Die Alkylgruppen sind unverzweigte oder
verzweigte Alkylgruppen, wie solche mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, z. B. Methyl-,
Ethyl-, Propyl- und Butylgruppen.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden polymerisierbaren Vinylmonomeren, die sowohl
eine Hydroxylgruppe als auch eine radikalisch-polymerisierbare ungesättigte
Bindungsgruppe aufweisen, schließen z. B. solche der folgenden Formel (1) ein:
in der R¹ ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe darstellt, R² eine zwei
wertige Alkylengruppe bedeutet, und Y -COO-, -CO-, -NHCO-, -O- oder eine
Einfachbindung ist. Die Hydroxylgruppen-enthaltenden Acryloligomeren der vor
stehenden Formel, in der Y eine -COO-Bindung darstellt, sind besonders bevorzugt.
Die zweiwertigen Alkylengruppen sind z. B. unverzweigte oder verzweigte Alkylen
gruppen mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, wie Methylen-, Ethylen-, Propylen-,
Butylen-, Hexylen-, Heptylen-, Octylen-, Nonylen-, Decylen-, Undecylen-, Dodecy
len- und Tridecylengruppen.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden polymerisierbaren Vinylmonomere der vor
stehenden Formel schließen z. B. 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, 1- oder 3-Hydrox
ypropyl(metha)acrylat und 2-, 3- oder 4-Butyl(meth)acrylat ein.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden polymerisierbaren Vinylmonomeren der vor
stehenden Formel schließen auch solche der vorstehenden Formel ein, die mit
einem Lacton modifiziert sind. Solche Hydroxylgruppen-enthaltenden Vinylmono
meren schließen z. B. die der folgenden Formel (2) ein:
in der R¹, R² und Y die vorstehend definierten Bedeutungen haben, n eine Zahl von
2 bis 7 ist, vorzugsweise 2 bis 5, und m eine Zahl von 1 bis 10 ist, vorzugsweise
2 bis 8.
Beispiele von Lacton-modifizierten polymerisierbaren Vinylmonomeren (Lacton
addukte) der vorstehenden Formel (2) schließen Placcel FM-1, FM-2, FM-3, FM-4,
FM-5, FA-1, FA-2, FA-3, FA-4 und FA-5 (Produkte von Daicel Chemical Industries,
Ltd.) ein. FM zeigt Lacton-modifizierte Hydroxylgruppen-enthaltende polymeri
sierbare Vinylmonomere vom Methacrylattyp an, und FA zeigt solche vom Acrylat
typ an. Die Zahlen geben die Menge von addiertem ε-Caprolacton an. Zum Beispiel
zeigt FA-1 ein Hydroxylgruppen-enthaltendes polymerisierbares Vinylmonomer an,
welches ein Molekül ε-Caprolacton dazu addiert enthält.
Die Lacton-modifizierten polymerisierbaren Vinylmonomere, die eine Hydroxylgrup
pe enthalten, schließen z. B. Methacrylmonomere der folgenden Formel (3) ein:
in der n eine Zahl von 2 bis 7 und m eine Zahl von 1 bis 10 bedeutet. Placcel
FM-1, FM-2, FM-3, FM-4 usw. sind Monomere dieser Formel. Sie weisen die
folgende Struktur auf:
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden polymerisierbaren Vinyloligomere können leicht
durch Polymerisation oder Copolymerisation der vorstehend beschriebenen Hydrox
ylgruppen-enthaltenden polymerisierbaren Vinylmonomere hergestellt werden.
Nachdem das polymerisierbare Vinylmonomere, in dem der Abstand zwischen der
Hydroxylgruppe und der Vinylgruppe kurz ist, einmal polymerisiert ist (falls nötig
mit einem anderen polymerisierbaren Vinylmonomer), kann das Produkt mit einem
Lacton umgesetzt werden, so daß die Hydroxylgruppe an einer Stelle eingeführt
wird, die 10 bis 40 Atome von der Hauptkette entfernt ist.
Ferner kann eine andere funktionelle Gruppe, wie eine Carboxylgruppe oder eine
Epoxygruppe, verwendet werden, um letztlich das vinylisch-polymerisierbare
Vinyloligomer mit der Hydroxylgruppe zu bilden.
Zum Beispiel kann das Vinyloligomer mit der Hydroxylgruppe indirekt durch das
nachstehend beschriebene Verfahren hergestellt werden. Verfahren zur Herstellung
des Vinyloligomers mit einer Hydroxylgruppe an einer derart spezifizierten Stellung
werden nachstehend beschrieben.
In einem dieser Verfahren wird ein polymerisierbares Vinylmonomer, das eine
Carboxylgruppe aufweist, mit einer Verbindung umgesetzt, die eine Epoxygruppe
besitzt, um ein polymerisierbares Vinylmonomer zu bilden, welches eine durch die
Umsetzung der Carboxylgruppe und der Epoxygruppe gebildete sekundäre Hydrox
ylgruppe aufweist. Das so erhaltene Monomer wird, falls nötig, mit einem anderen
polymerisierbaren Vinylmonomer polymerisiert, um ein Vinyloligomer zu erhalten,
das eine Hydroxylgruppe aufweist, und dann wird ein Lacton mit dem Oligomer
umgesetzt, um ein Vinyloligomer zu bilden, das eine Hydroxylgruppe an einer Stelle
aufweist, die entfernt ist von der Hauptkette. Polymerisierbare Vinylmonomere mit
einer Carboxylgruppe schließen z. B. Verbindungen der vorstehenden Formel (1)
ein, welche jedoch eine Carboxylgruppe anstelle der Hydroxylgruppe besitzen, wie
(Meth)acrylsäure.
Die Epoxygruppen-enthaltenden Verbindungen sind nicht besonders beschränkt,
sofern sie eine Epoxygruppe aufweisen, die frei ist von einer vinylisch-polymerisier
baren ungesättigten Gruppe. Bevorzugte Beispiele von diesen schließen Epoxide
von aliphatischen Kohlenwasserstoffen mit einer ungesättigten Bindung, insbeson
dere α-Olefinepoxide, Glycidylether und Glycidylester ein. Die Epoxide von α-
Olefinepoxiden besitzen vorzugsweise 3 bis 25 Kohlenstoffatome. Sie schließen
z. B. Propylenoxid, AOEX 24 (ein Gemisch von Epoxiden von α-Olefinen mit 12 und
14 Kohlenstoffatomen), AOEX 68 (ein Gemisch von Epoxiden von α-Olefinen mit
16 und 18 Kohlenstoffatomen) (Produkte von Daicel Chemical Industries, Ltd.) ein.
Die Glycidylether schließen z. B. Butylglycidylether, Phenylglycidylether, Decyl
glycidylether, und Cresylglycidylether ein. Die Glycidylester schließen z. B. Cardura
E 10 und PES 10 (Produkte von Yuka Shell Epoxy K.K.) ein.
In einem anderen Verfahren wird ein polymerisierbares Vinylmonomer, welches
eine Epoxygruppe besitzt, mit einer Verbindung umgesetzt, die eine Carboxylgrup
pe besitzt, um ein polymerisierbares Vinylmonomer zu bilden, welches eine sekun
däre Hydroxylgruppe aufweist. Das so erhaltene Monomer wird, falls nötig, mit
einem anderen polymerisierbaren Vinylmonomer polymerisiert, um ein Vinyloligo
mer zu erhalten, welches eine Hydroxylgruppe aufweist, und dann wird ein Lacton
mit dem Oligomer umgesetzt, um ein Vinyloligomer zu bilden, welches eine Hy
droxylgruppe an einer Stelle aufweist, die entfernt ist von der Hauptkette.
Das polymerisierbare Vinylmonomer mit einer Epoxygruppe ist vorzugsweise jenes
der vorstehenden Formel (1), welches eine Epoxygruppe anstelle der Hydrox
ylgruppe besitzt. Beispiele von polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer
Epoxygruppe schließen Glycidyl(meth)acrylat ein.
Die Verbindungen mit einer Carboxylgruppe sind nicht besonders beschränkt,
sofern sie eine Carboxylgruppe aufweisen, die frei ist von einer vinylisch-polyme
risierbaren ungesättigten Gruppe. Diese Verbindungen schließen Fettsäuren ein,
wie Decansäure und Octansäure, und Halbester, die durch Umsetzung eines
Säureanhydrids, wie Phthalsäureanhydrid oder Bernsteinsäureanhydrid, mit einem
Alkohol erhalten werden. Die Alkohole schließen z. B. jene mit einer Hydroxylgrup
pe und Polyole mit zwei oder mehreren Hydroxylgruppen ein.
Die Alkohole mit einer Hydroxylgruppe schließen z. B. Methylalkohol, Ethylalkohol,
Propylalkohol und Butylalkohol ein. Die Polyole schließen z. B. Diole ein, wie
Ethylenglykol, Propylenglykol, 1,5-Hexandiol, 1,6-Hexandiol, Neopentylglykol und
Cyclohexandimethanol; Alkohole mit drei Hydroxylgruppen, wie Trimethylolpropan,
Trimethylolethan und Glycerol; und Alkohole mit vier Hydroxylgruppen, wie Pen
taerythrit und Diglycerol.
In einer weiteren Methode wird ein polymerisierbares Vinylmonomer mit einer
Carboxylgruppe oder einer Epoxygruppe mit z. B. einem anderen polymerisierbaren
Vinylmonomer umgesetzt, die erhaltene Verbindung wird mit einer Verbindung
umgesetzt, die eine Epoxygruppe oder Carboxylgruppe aufweist, ein Lacton wird,
falls nötig, dem erhaltenen Vinyloligomer zugegeben, um ein polymerisierbares
Vinylmonomer zu bilden, welches eine Hydroxylgruppe an einer Stelle aufweist, die
von der Hauptkette entfernt ist.
In einer weiteren Methode wird ein polymerisierbares Vinylmonomer mit einer
Epoxygruppe mit einem Polyol, einem Lacton, einem Säureanhydrid oder einer
zweibasigen Säure umgesetzt, um ein polymerisierbares Vinylmonomer zu erhalten,
welches eine Hydroxylgruppe aufweist, welches, falls nötig, mit einem anderen
polymerisierbaren Vinylmonomeren polymerisiert wird.
Die vorstehend beschriebenen Polyole sind auch in diesem Verfahren verwendbar.
Die Säureanhydride schließen Phthalsäureanhydrid; Alkylphthalsäureanhydride, wie
4-Methylphthalsäureanhydrid; Hexahydrophthalsäureanhydrid; Alkylhexahydro
pthalsäureanhydride, wie 3-Methylhexahydrophthalsäureanhydrid und 4-Methyl
hexahydrophthalsäureanhydrid; Bernsteinsäureanhydrid; und Tetrahydrophthalsäu
reanhydrid ein. Vom Standpunkt der Leichtigkeit der Synthese werden die Al
kylphthalsäureanhydride und Alkylhexahydrophthalsäureanhydride bevorzugt ver
wendet.
Die zweibasigen Säuren schließen Phthalsäure; Alkylphthalsäuren, wie 4-Me
thylphthalsäure; Hexahydrophthalsäure; Alkylhexahydrophthalsäuren, wie 3-Me
thylhexahydrophthalsäureund 4-Methylhexahydrophthalsäure; Bernsteinsäure; und
Tetrahydrophthalsäure ein.
In einem anderen Verfahren wird ein polymerisierbares Vinylmonomer mit einer
Epoxygruppe, falls nötig, mit einem anderen polymerisierbaren Vinylmonomer
umgesetzt, um ein Vinyloligomer zu bilden, welches eine Epoxygruppe aufweist,
und dieses Produkt wird weiter mit einem Polyol, einem Lacton, einem Säureanhy
drid oder einer zweibasigen Säure umgesetzt.
In einem weiteren Verfahren wird ein Polyesterpolyol mit einem polymerisierbaren
Vinylmonomer, welches eine Isocyanatgruppe besitzt, umgesetzt, um ein poly
merisierbares Vinylmonomer zu bilden, welches eine Hydroxylgruppe aufweist, und
dieses Produkt wird, falls nötig, mit einem anderen polymerisierbaren Vinylmono
mer umgesetzt, um ein Vinyloligomer mit einer Hydroxylgruppe zu bilden.
Die polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Isocyanatgruppe sind die Ver
bindungen der vorstehenden Formel (1), in denen eine Hydroxylgruppe durch eine
Isocyanatgruppe ersetzt ist. Ein Beispiel davon ist ein Isocyanatethyl(meth)acrylat.
In einem weiteren Verfahren wird ein polymerisierbares Vinylmonomer mit einer
Isocyanatgruppe, falls nötig, mit einem anderen polymerisierbaren Vinylmonomer
polymerisiert, um ein polymerisierbares Vinyloligomer mit einer Isocyanatgruppe zu
bilden, welches dann mit einem Polyol oder einem Polyol/Lactonaddukt umgesetzt
wird.
Verschiedenartige Verfahren, die anders sind als die vorstehend beschriebenen,
sind möglich, was für den Fachmann selbstverständlich ist.
Die polymerisierbaren Vinylmonomeren können mit einer an sich bekannten ge
wöhnlichen Technik, wie ionische Polymerisationstechnik, z. B. anionische oder
kationische Polymerisationstechnik, oder radikalische Polymerisationstechnik
polymerisiert werden. Vom Standpunkt der Leichtigkeit der Polymerisation ist in
der vorliegenden die radikalische Polymerisationstechnik bevorzugt. Bei der Her
stellung eines Hydroxylgruppen-enthaltenden Vinyloligomers mit einem niedrigen
Molekulargewicht können jedoch andere Techniken, wie eine Technik, in der
Mercaptoethanol, Thioglycerol, ein Mercaptan, wie Laurylmercaptan oder ein
Kettenübertragungsmittel, verwendet wird, um ein Vinyloligomer mit einem niedri
gen Molekulargewicht zu erhalten, eine Technik, in der die Reaktion bei einer
Temperatur von 60 bis 180°C durchgeführt wird oder eine Technik, in der die
Reaktion durchgeführt wird, während die Monomerkonzentration niedrig gehalten
wird, nach Wunsch angewendet werden. Die molekulare Struktur des Hydrox
ylgruppen-enthaltenden Vinyloligomers ist nicht besonders beschränkt. Es kann
verschiedenartige Strukturen, wie unverzweigte, kammförmige, blockförmige und
sternförmige Strukturen und Strukturen eines geborstenen Sterns aufweisen.
Es ist wünschenswert, die radikalische Polymerisation in Lösung durchzuführen.
Das für die radikalische Lösungspolymerisation verwendete Lösungsmittel ist
jegliches Lösungsmittel, das gewöhnlich für die Polymerisation von polymerisier
baren Vinylmonomeren, wie einem Acrylmonomer, verwendet wird. Beispiele
derartiger Lösungsmittel schließen Ester, Alkohole, aromatische Kohlenwasser
stoffe und Ketone, wie Toluol, Xylol, Butylacetat, Butanol, Methylethylketon,
Methylisobutylketon und Solvesso (ein Produkt von Exxon Corporation) ein.
Der in der radikalischen Lösungspolymerisation verwendete radikalische Reaktions
initiator kann ein jeglicher Reaktionsinitiator sein, der gewöhnlich für die radikali
sche Polymerisation verwendet wird. Beispiele von Reaktionsinitiatoren schließen
Peroxide, wie Benzoylperoxid, Lauroylperoxid, t-Butylhydroperoxid und t-Butylpe
roxy-2-ethylhexanol; und Azoverbindungen, wie Azobisvaleronitril, Azobisisobuty
ronitril und Azobis-(2-methylpropionitril) ein.
Andere in der vorliegenden Erfindung verwendete polymerisierbare Monomere, wie
α,β-ethylenisch ungesättigte Monomere, die für die Herstellung von Hydroxylgrup
pen-enthaltenden Vinyloligomeren verwendbar sind, schließen z. B. jene ein, die
nachstehend aufgelistet sind.
- (1) Acrylsäure- oder Methacrylsäureester:
Zum Beispiel, Alkyl(C₁-C₁₈)acrylate und -methacrylate, wie Methylacrylat, Ethyl acrylat, Propylacrylat, Isopropylacrylat, Butylacrylat, Hexylacrylat, Octylacrylat, Laurylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Propylmethacrylat, Isopropyl methacrylat, Butylmethacrylat, Hexylmethacrylat, Octylmethacrylat und Laurylme thacrylat; Alkoxyalkyl(C₂-C₁₈)acrylate und -methacrylate, wie Methoxybutylacrylat, Methoxybutylmethacrylat, Methoxyethylacrylat, Methoxyethylmethacrylat, Ethoxy butylacrylat und Ethoxybutylmethacrylat; und Alkenyl(C₂-C₈)acrylate und -metha crylate, wie Allylacrylat und Allylmethacrylat; und Alkenyloxyalkyl(C₃-C₁₈)acrylate und -methacrylate, wie Allyloxyethylacrylat und Allyloxyethylmethacrylat. - (2) Vinylverbindungen:
Zum Beispiel, Vinylacetat, Hexafluorpropylen, Tetrafluorpropylen, Styrol, α-Methyl styrol, Vinyltoluol und p-Chlorstyrol. - (3) Polyolefinverbindungen:
Zum Beispiel, Butadien, Isopren und Chloropren. - (4) Allylether:
Zum Beispiel, Hydroxyethylallylether. - (5) Andere:
Zum Beispiel, Methacrylamid, Acrylamid, Diacrylamid, Dimethacrylamid, Acrylnitril, Methacrylnitril, Methylisopropenylketon, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylpivalat, Acrylsäure, Methacrylsäure, N, N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylate, Perfluorvinylet her, wie Trifluormethylvinylether, und Vinylether, wie Hydroxyethylvinylether und Hydroxybutylvinylether.
Die Menge der Hydroxylgruppe des in der vorliegenden Erfindung verwendeten
Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomers ist vorzugsweise 0,5 bis 3,0 mol/kg-Harz,
insbesondere vorzugsweise 0,7 bis 2,0 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner
ist als 0,5 mol/kg-Harz, ist die Vernetzung unzureichend und die Benzinbestän
digkeit neigt dazu, herabgesetzt zu werden. Andererseits wird dann, wenn die
Menge der Hydroxylgruppe größer ist als 3,0 mol/kg-Harz, die Vernetzungsdichte
zu hoch, wodurch das Schrumpfen beim Härten erhöht wird und ferner das Aus
sehen beeinträchtigt wird.
Die Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomere haben ein Zahlenmittel des Mole
kulargewichts von vorzugsweise 1.000 bis 50.000, insbesondere vorzugsweise
1.500 bis 30.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts niedriger ist als
1.000, werden Oligomere gebildet, die keine bzw. zu wenige funktionelle Gruppen
im Molekül aufweisen, und wodurch die Benzinbeständigkeit dazu neigt, geringer
zu werden. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts andererseits größer ist
als 50.000, wird die Viskosität zu hoch, eine große Menge an Verdünnungsmittel
ist notwendig, und die Bildung einer dicken Beschichtung wird schwierig.
Als Aminoplastharze, die zusammen mit dem Hydroxylgruppen-enthaltenden
Monomer in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet werden, können
solche, wie sie bisher für die Reaktion des Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligo
mers und des Härtungsmittels des Aminoplastharzes verwendet wurden, ohne
besondere Beschränkung verwendet werden. Derartige Aminoplastharze schließen
z. B. Melaminharze, Benzoguanaminharze und Harnstoffharze ein.
Melaminharze sind die bevorzugten Aminoplastharze. Die Melaminharze werden
durch Polymerisation von Melamin mit Formaldehyd in an sich bekannter Weise
hergestellt. Unter den Melaminharzen ist ein besonders bevorzugtes Melaminharz
ein solches, welches 50 bis 100% eines einkernigen Melamins der folgenden
Formel (4) besitzt:
in der R¹ bis R⁶ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Methylolgruppe
oder eine Alkoxygruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen bedeuten.
Wenn die Alkoxygruppe in der Formel (4) mehr als 5 Kohlenstoffatome besitzt, ist
die Viskosität des Harzes unvorteilhaft zu hoch. Die bevorzugte Kohlenstoffanzahl
ist 1 bis 4. Beispiele der Alkoxygruppen schließen Methoxy-, Ethoxy-, Propoxy-,
Butoxy- und Isobutoxygruppen ein.
Das Melaminharz kann entweder eine einkernige Verbindung oder eine mehrkernige
Verbindung sein, die durch Selbstkondensation gebildet ist. R¹ bis R⁶ der vor
stehenden Formel (4) des Melamins können Alkoxygruppen, ein Gemisch von
Wasserstoffatomen und Methylolgruppen, ein Gemisch von Wasserstoffatomen
und Alkoxygruppen, ein Gemisch von Methylolgruppen und Alkoxygruppen oder
ein Gemisch von Wasserstoffatomen, Methylolgruppen und Alkoxygruppen sein.
Beispiele der Melaminharze schließen Uvan 60 R (Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.),
Cymel 325, Cymel 327 und Cymel 370 (Mitsui Cyanamide) [Verbindungen der
Formel (4), in denen R¹ bis R⁶ jeweils eine Methylolgruppe darstellen], Superbeka
mine L-116-70 (Dainippon Ink and Chemicals, Inc.), Superbekamine L-121-60
(Dainippon Ink and Chemicals, Inc.), Uvan 22 R (Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.),
Uvan 21 R (Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.) und Uvan 2028 (Mitsui Toatsu Chemi
cals, Inc.) (Produkte vom Iminotyp), Cymel 303 (Mitsui Cyanamide) und Uvan 120
(Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.) [Verbindungen der Formel (4), in denen R¹ bis R⁶
jeweils eine Alkoxygruppe darstellen] ein.
Das Verhältnis des Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomers zum Aminoplastharz
ist gewöhnlich 90/10 bis 40/60, vorzugsweise 80/20 bis 60/40. Wenn das Ver
hältnis größer ist als 90/10 wird die Vernetzung unzureichend und die Benzinbe
ständigkeit neigt dazu, niedriger zu werden. Wenn das Verhältnis andererseits
kleiner ist als 40/60 wird die Selbstkondensationsreaktion des Aminoplastharzes
beschleunigt, wodurch die Beschichtung spröde und die Beständigkeit gegen
Absplitterung herabgesetzt wird.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Grundbeschichtungslack kann einen
Härtungskatalysator zur Beschleunigung der Härtungsreaktion der Hydroxylgruppe
des Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomers und des Aminoplastharz-Härtungs
mittels enthalten. Der Grundbeschichtungslack kann ein Mikrogel als Rheologie-Modifikationsmittel
enthalten, ebenso wie das Acryloligomer/Melaminharz.
Ein saurer Katalysator wird als Härtungskatalysator verwendet. Die sauren Kataly
satoren sind z. B. stark saure Katalysatoren oder schwach saure Katalysatoren. Die
stark sauren Katalysatoren schließen anorganische Säuren, wie Chlorwasserstoff
säure, Salpetersäure und Schwefelsäure; organische Säuren, wie Sulfonsäuren;
und Ester und Salze, wie Ammoniumsalze und Oniumsalze derselben, ein. Die stark
sauren Katalysatoren sind vorzugsweise Sulfonsäuren, deren Ester und Aminsalze,
Benzoesäure, Trichloressigsäure usw. Beispiele von Sulfonsäuren schließen alipha
tische Sulfonsäuren, wie Methansulfonsäure und Ethansulfonsäure; und aromati
sche Sulfonsäuren, wie p-Toluolsulfonsäure, Dodecylbenzolsulfonsäure, Napht
halindisulfonsäure, Dinonylnaphthalinsulfonsäure und Dinonylnaphthalindisulfon
säure ein. Die stark sauren Katalysatoren sind vorzugsweise aromatische Sulfon
säure und deren Ester. Unter diesen sind Dodecylbenzolsulfonsäure und Dinonyl
naphthalindisulfonsäure insbesondere bevorzugt, da sie die Wasserbeständigkeit
der Beschichtung verbessern.
Die schwach sauren Katalysatoren schließen andererseits z. B. Phosphorsäuren,
Phosphorsäuremonoester, Phosphorsäureester und ungesättigte Gruppen-enthal
tende Phosphorsäureester ein. Die schwach sauren Katalysatoren sind insbeson
dere vorzugsweise Phosphorsäuren und deren Ester. Die Phosphorsäuren und
deren Ester sind z. B. Phosphorsäure, Pyrophosphorsäure und Mono- oder Diester
von Phosphorsäuren. Die Phosphorsäuremonoester schließen z. B. Monooctyl
phosphat, Monopropylphosphat und Monolaurylphosphat ein. Die Phosphorsäure
diester schließen z. B. Dioctylphosphat, Dipropylphosphat und Dilaurylphosphat ein.
Ferner ist Mono-(2-(meth)acryloyloxyethyl)säurephosphat ebenso verwendbar.
Wenn das Melamin-Härtungsmittel in dem Grundbeschichtungslack mindestens
85% einer Alkoxygruppe enthält, die vollständig vom Alkoxytyp ist, ist der stark
saure Katalysator wirksam, und wenn sie andererseits vom Iminotyp oder Me
thyloltyp ist, ist der schwach saure Katalysator wirksam.
Wenn ein stark basischer Katalysator als Härtungskatalysator für den klaren
Beschichtungslack verwendet wird, ist der Härtungskatalysator für den Grundbe
schichtungslack vorzugsweise vom Typ einer schwachen Säure. Wenn ein stark
saurer Katalysator für die Härtung des Grundbeschichtungslacks verwendet wird,
bildet dieser ein stabiles Salz mit dem stark basischen Katalysator, der als Här
tungskatalysator für den klaren Beschichtungslack verwendet wird, wodurch der
katalytische Effekt unzureichend wird. Es kann jedoch selbst in einem solchen Fall
eine ausreichende Härtungsreaktion erreicht werden, in dem die Menge des Ka
talysators erhöht wird.
Die Menge des Härtungskatalysators für den Grundbeschichtungslack wird, in
Abhängigkeit von dem Gewicht des Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomers, in
dem Bereich von 0,001 bis 10%, vorzugsweise 0,001 bis 5% bestimmt.
Zusätzlich zum Einverleiben des Härtungskatalysators für den Grundbeschichtungs
lack in diesen Lack ist es möglich, den katalytischen Effekt dadurch zu erhalten,
daß eine saure Gruppe in das Hydroxylgruppen-enthaltende Oligomer, welches in
den Grundbeschichtungslack einverleibt werden soll, eingeführt wird. Die sauren
Gruppen schließen z. B. Carboxyl- und Phosphorsäuregruppen ein. Die saure
Gruppe kann auf einfache Weise dadurch in das Oligomer eingeführt werden,
indem ein saure Gruppen-enthaltendes polymerisierbares Vinylmonomer in Kom
bination mit dem Ausgangsmonomer bei der Herstellung des Hydroxylgruppen
enthaltenden Vinyloligomers verwendet wird. Damit ist es nicht notwendig, den
Härtungskatalysator einzuverleiben, wenn eine derartige saure Gruppe in dem
Hydroxylgruppen-enthaltenden Oligomer vorhanden ist. Wenn kein Härtungs
katalysator verwendet wird, weist das Hydroxylgruppen-enthaltende Oligomer eine
Säurezahl von vorzugsweise 5 bis 50, insbesondere vorzugsweise 10 bis 30 auf.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Grundbeschichtungslack enthält
ebenfalls den Härtungskatalysator zur Härtung des klaren Beschichtungslacks, der
darauf in einer Naß-auf-Naß-Technik beschichtet werden soll. Wenn der Härtungs
katalysator für den klaren Beschichtungslack vorher in den Grundbeschichtungs
lack einverleibt wird, wird das Problem des Verdickens während der Lagerung
gelöst.
Der Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack ist unterschiedlich von
dem des Grundbeschichtungslacks, und er kann entweder ein saurer oder ein
basischer Katalysator sein und ist nicht besonders beschränkt. Weiterhin kann der
Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack so mit dem Härtungskataly
sator in dem Grundbeschichtungslack reaktiv sein, wie es vorstehend beschrieben
ist.
Der Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack ist eine basische oder
saure Verbindung mit einem Siedepunkt von 150°C oder höher bei einem Druck
von 760 mmHg. Wenn der Siedepunkt niedriger ist als 150°C, ist die Flüchtigkeit
zu hoch und der klare Beschichtungslack wird nicht ausreichend gehärtet. Der
Siedepunkt ist vorzugsweise 180°C oder höher.
Das Molekulargewicht des Härtungskatalysators ist vorzugsweise 100 bis 400,
mehr bevorzugt 160 bis 350. Wenn das Molekulargewicht niedriger ist als 100,
verflüchtigt sich der Härtungskatalysator leicht während der Beschichtung, und
eine ausreichende Härtung des klaren Beschichtungslacks wird schwierig. Wenn
das Molekulargewicht andererseits größer ist als 400, wird die Migration des
Härtungskatalysators von dem Grundbeschichtungslack in den klaren Beschich
tungslack unvorteilhaft schwierig.
Beispiele des basischen Härtungskatalysators schließen tertiäre Aminverbindungen,
Amidverbindungen, quartäre Ammoniumverbindungen und quartäre Phosphoni
umverbindungen ein. Unter diesen sind tertiäre Aminverbindungen und Amidver
bindungen, welche leicht in den klaren Beschichtungslack migrieren können,
insbesondere bevorzugt.
Bevorzugte Beispiele der tertiären Aminverbindungen schließen solche mit der
folgenden Struktur (5) ein:
in der R¹, ² und R³ unabhängig voneinander eine Alkyl- oder Arylgruppe bedeuten,
oder R² und R³, gegebenenfalls in Abwesenheit von R¹, zusammen eine tertiäre
Aminverbindung mit einem fünfgliedrigen oder sechsgliedrigen Ring zusammen mit
dem an sie gebundenen Stickstoffatom bilden.
Die Alkylgruppen sind substituierte oder unsubstituierte, cyclische oder acyclische
Alkylgruppen mit vorzugsweise 1 bis 15 Kohlenstoffatomen, mehr bevorzugt 1 bis
10 Kohlenstoffatomen. Die unsubstituierten Alkylgruppen schließen z. B. Methyl-,
Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptyl- und Octylgruppen ein. Die Aryl
gruppen schließen substituierte oder unsubstituierte Arylgruppen, wie Phenyl- und
Naphthylgruppen, ein.
Die Substituenten der substituierten Alkyl- und Arylgruppen schließen z. B. Alkyl
gruppen, Arylgruppen, Aminogruppen, Halogenatome, Hydroxylgruppen, Cyano
gruppen, Nitrogruppen, Sulfongruppen, Carboxylgruppen und Vinylgruppen ein. Die
Alkylgruppen sind vorzugsweise solche mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen. Beispiele
von Alkylgruppen schließen z. B. Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-,
Heptyl und Octylgruppen ein. Die Arylgruppen sind dieselben wie die vorstehend
beschriebenen Arylgruppen.
Die acyclischen tertiären Aminverbindungen schließen z. B. Tributylamin (Molekular
gewicht: 185, Siedepunkt: 212°C), Tripropylamin (MG: 143, Sp.: 156°C), Trioc
tylamin (MG: 319, Sp.: 365°C), N,N-Dimethylhexylamin (MG: 129, Sp.: 155°C),
N,N-Diethylbenzylamin (MG: 149, Sp.: 210°C), N,N-Dimethylanilin (MG: 121, Sp.:
193°C), N,N-Diethylanilin (MG: 149, Sp.: 215°C), N,N-Dipentylanilin (MG: 233,
Sp.: 280°C), N,N-Dimethylnaphthylamin (MG: 171, Sp.: 274°C), N,N-Dimethyl-o
toluidin (MG: 135, Sp.: 185°C), N,N-Dimethyl-m-toluidin (MG: 135, Sp.: 211°C),
N,N-Dimethyl-p-toluidin (MG: 135, Sp.: 210°C), N,N-Diphenylmethylamin (MG:
183, Sp.: 282°C), N,N-Diphenylethylamin (MG: 197, Sp.: 286°C), N,N,N′,N′-
Tetramethyl-o-phenylendiamin (MG: 150, Sp.: 21 4°C) und N,N,N′,N′-Tetramethyl-
m-phenylendiamin (MG: 150, Sp.: 267°C) ein.
Die cyclischen tertiären Aminverbindungen schließen z. B. 2,3-Dimethylpyridin (MG:
107, Sp.: 161°C), 2,4-Dimethylpyridin (MG: 107, Sp.: 157°C), 3,4-Dimethylpy
ridin (MG: 107, Sp.: 179°C), 2-Benzylpyridin (MG: 169, Sp.: 276°C), 3-Benzyl
pyridin (MG: 169, Sp.: 288°C), 4-Benzylpyridin (MG: 169, Sp.: 287°C), 2-Phenyl
pyridin (MG: 155, Sp.: 276°C), 2-Chlorpyridin (MG: 113, Sp.: 170°C), 2-Vinylpy
ridin (MG: 106, Sp.: 160°C), Pyrazin (MG: 80, Sp.: 208°C), 2,5-Dimethylpyrazin
(MG: 106, Sp.: 155°C), N-Methyl-2-pyrrolidon (MG: 99, Sp.: 202°C) und 1-
Methylimidazol (MG: 82, Sp.: 195°C) ein.
Bevorzugte Amidverbindungen sind z. B. solche mit den folgenden Strukturen (6):
in der R¹, R² und R³ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Alkyl
gruppe oder eine Arylgruppe bedeuten.
Die Alkylgruppen schließen substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppen mit
vorzugsweise 1 bis 15 Kohlenstoffatomen, mehr bevorzugt 1 bis 10 Kohlenstoff
atomen, ein. Die unsubstituierten Alkylgruppen schließen z. B. Methyl-, Ethyl-,
Propyl-, Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptyl- und Octylgruppen. Die Arylgruppen schlie
ßen substituierte oder unsubstituierte Arylgruppen, wie Phenyl- und Naphthyl
gruppen ein.
Die Substituenten der substituierten Alkyl- oder Arylgruppen schließen z. B. Alkyl
gruppen, Arylgruppen, Aminogruppen, Halogenatome, Hydroxylgruppe, Cyano
gruppe, Nitrogruppe, Sulfongruppe, Carboxylgruppe und Vinylgruppe ein. Die
Alkylgruppen sind vorzugsweise solche mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen. Beispiele
von derartigen Alkylgruppen schließen Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, Pentyl-,
Hexyl-, Heptyl- und Octylgruppen ein. Die Arylgruppen sind dieselben, wie sie
vorstehend beschrieben sind.
Ein Beispiel für die acyclische Amidverbindung ist N,N-Dimethylformamid (MG: 73,
Sp.: 158°C).
Die quartären Ammoniumverbindungen sind Salze, die aus einem quartären Ammo
nium und einem Gegenion, wie einem Halogen oder Acetat, gebildet werden. Die
Halogenatome, die das Gegenion bilden, sind z. B. Chlor-, Brom- und Iodatome.
Die quartären Ammoniumionen werden durch die folgende Formel dargestellt:
R¹R²R³R⁴N⁺
in der R¹ bis R⁴ unabhängig voneinander eine Alkyl- oder Arylgruppe darstellen, die
substituiert sein können. Die Alkyl- und Arylgruppen sind dieselben, wie sie vor
stehend beschrieben sind. Die Zahl der Kohlenstoffatome in den Alkylgruppen ist
jedoch vorzugsweise mindestens 4. Wenn die Zahl kleiner ist als 4, ist die Ver
bindung unvorteilhafterweise leicht in dem Lösungsmittel löslich.
Beispiele von quartären Ammoniumsalzen mit einem Siedepunkt von 150°C oder
höher schließen Tetramethylammonium-, Tetrabutylammonium-, Trimethyl-(2-
hydroxypropyl)ammonium-, Cyclohexyltrimethylammonium-, Tetrakis(hydrox
ymethyl)ammo-nium- und halogenhaltige Verbindungen und Acetate, wie o-Triflu
ormethylphenyltrimethylammonium- und Trilaurylmethylammoniumacetat ein.
Bevorzugte Beispiele der quartären Phosphoniumverbindungen mit einem Siede
punkt von 150°C oder höher schließen Tetralkylphosphoniumhalogenide und
-acetate ein. Die Tetralkylphosphoniumionen schließen z. B. Tetramethylphosphoni
um, Tetraethylphosphonium, Tetrapropylphosphonium und Tetrabutylphosphonium
ein. Die Alkylgruppen weisen jedoch vorzugsweise 4 oder mehr Kohlenstoffatome
auf, da dann, wenn die Kohlenstoffzahl kleiner ist als 4, die Verbindung unvor
teilhafterweise leicht in dem Lösungsmittel löslich ist. Die Halogenatome, die das
Halogenid-Gegenion bilden, sind z. B. Chlor-, Brom- und Iodatome. Die Anionen, die
die Gegenionen der Phosphoniumverbindungen bilden, schließen zusätzlich zu den
vorstehend beschriebenen ClO₄⁻, SbF₆⁻, PF₆⁻ usw. ein. Ein Beispiel für diese Ver
bindungen ist Tetrabutylphosphoniumbromid.
Die bevorzugten sauren Härtungskatalysatoren für den klaren Beschichtungslack
schließen z. B. aliphatische Carbonsäuren, Phosphorsäure und Mono- oder Diester
davon, und Sulfonsäure ein. Unter diesen sind aliphatische Carbonsäuren ins
besondere bevorzugt.
Die bevorzugten aliphatischen Carbonsäuren schließen z. B. gesättigte oder unge
sättigte, cyclische oder alicyclische Fettsäuren ein.
Derartige Fettsäuren sind vorzugsweise solche, die durch die folgenden allgemei
nen Formeln (7) oder (8) dargestellt werden:
in denen jedes R¹ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe
oder eine Arylgruppe bedeutet, und R² eine gegebenenfalls substituierte acyclische
Alkylgruppe oder eine alicyclische Alkylgruppe ist.
Die Definitionen der Alkyl- und Arylgruppen sind dieselben, wie jene der vorstehen
den Formel (6). Die alicyclischen Alkylgruppen schließen z. B. solche mit drei- bis
sechsgliedrigen Ringen ein.
Beispiele der Carbonsäuren, die durch die Formel (7) dargestellt werden, schließen
Methacrylsäure (MG: 86, Sp.: 159°C) und Isocrotonsäure (MG: 86, Sp.: 169°C)
ein.
Die acyclischen Carbonsäuren der Formel (8) schließen z. B. Chloressigsäure (MG:
118, Siedepunkt: 188°C), Dichloressigsäure (MG: 152, Sp.: 192°C), Dibromes
sigsäure (MG: 242, Sp.: 232°C), Chlorpropionsäure (MG: 110, Sp.: 185°C),
Dichlorpropionsäure (MG: 114, Sp.: 210°C), 2-Ethylbutansäure (MG: 116, Sp.:
193°C), Pentansäure (MG: 102, Sp.: 184°C), Isopentansäure (MG: 102, Sp.:
176°C), Isobutansäure (MG: 88, Sp.: 155°C), Heptansäure (MG: 130, Sp.:
223°C), Hexansäure(MG: 116, Sp.: 205°C), Octansäure (MG: 114, Sp.: 239°C),
Decansäure (MG: 172, Sp.: 268°C) und Undecansäure (MG: 186, Sp.: 284°C)
ein. Die cyclischen Carbonsäuren schließen z. B. Cyclopropancarbonsäure (MG: 86,
Sp.: 181°C) und Cyclohexancarbonsäure (MG: 128, Sp.: 233°C) ein.
Phosphorsäuren und deren Ester schließen z. B. Phosphorsäure, Pyrophosphorsäure
und Monoester und Diester von Phosphorsäure ein. Monoester von Phoshorsäure
mit einem Siedepunkt von 150°C oder höher schließen z. B. Monooctylphosphat,
Monopropylphosphat und Monolaurylphosphat ein. Die Diester der Phosphorsäure
schließen z. B. Dioctylphosphat, Dipropylphosphat und Dilaurylphosphat ein.
Die Sulfonsäuren mit einem Siedepunkt von 150°C oder höher schließen z. B.
aliphatische Sulfonsäuren, wie Methansulfonsäure und Ethansulfonsäure; und
aromatische Sulfonsäuren, wie p-Toluolsulfonsäure, Dodecylbenzolsulfonsäure,
Naphthalindisulfonsäure, Dinonylnaphthalinsulfonsäure und Dinonylnapthalindis
ulfonsäure ein.
Der basische Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack wird in einer
Menge von gewöhnlich 5 bis 100 mmol, vorzugsweise 10 bis 80 mmol, pro 100
Teile des festen Harzgehaltes des Grundbeschichtungslacks verwendet. Wenn die
Menge kleiner ist als 5 mmol, ist es schwierig, die Härtung des klaren Beschich
tungslacks ausreichend zu beschleunigen. Wenn die Menge andererseits größer ist
als 100 mmol, verfärbt sich die Beschichtung, und die Wasserbeständigkeit wird
nachteilig herabgesetzt. Aus denselben vorstehend genannten Gründen wird der
saure Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungslack in einer Menge von
gewöhnlich 5 bis 50 mmol, vorzugsweise 10 bis 40 mmol, pro 100 Teile des
festen Harzgehalts des Grundbeschichtungslacks verwendet.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Grundbeschichtungslack kann
verwendet werden, so wie er ist, oder, falls nötig, kann der Lack verschiedene
geeignete Additive enthalten, die gewöhnlich auf dem Gebiet der Lacke verwendet
werden, wie ein Pigment (z. B. ein färbendes Pigment oder ein Glitzermaterial), ein
Tropfenverhinderungsmittel oder ein Antiabsetzmittel, ein Verlaufsmittel, ein
Dispergiermittel, ein Entschäumungsmittel, ein Ultraviolett-Absorber, ein Licht
stabilisator, ein antistatisches Mittel und einen Verdünner.
Bevorzugte Pigmente oder Glitzermaterialien sind z. B. Titanoxid, Ruß, gefälltes
Bariumsulfat, Calciumcarbonat, Talk, Kaolin, Siliciumdioxid, Glimmer, Aluminium,
rotes Eisenoxid, Bleichromat, Bleimolybdat, Chromoxid, Kobaltaluminat, Azopig
ment, Phthalocyaninpigment und Anthrachinonpigment.
Bevorzugte Tropfenverhinderungsmittel oder Antiabsetzmittel sind z. B. Bentonit,
Rhizinusölwachs, Amidwachs und Mikrogel [wie MG 100 S (ein Produkt von
Dainippon Ink and Chemicals, Inc.)].
Bevorzugte Verlaufsmittel sind z. B. Silicium-enthaltende Produkte, wie KF 69, KP
321 und KP 301 (Produkte von Shin-Etsu Chemical Co., Ltd.), Modaflow (ein
Produkt von Mitsubishi Monsanto Chemical Co.), BYK 358 und 301 (Produkte von
BYK Chemie Japan KK) und Diaaid AD 9001 (ein Produkt von Mitsubishi Rayon
Co., Ltd.).
Bevorzugte Dispergiermittel sind z. B. Anti-Terra U, Anti-Terra P und Disperbyk-101
(Produkte von BYK Chemie Japan KK).
Ein Beispiel eines bevorzugten Entschäumungsmittels ist BYK-O (ein Produkt von
BYK Chemie Japan KK).
Bevorzugte Ultraviolett-Absorber sind z. B. Benzotriazol-Ultraviolett-Absorber, wie
Tinuvin 900, Tinuvin 384 und Tinuvin P (Produkte von Ciba-Geigy) und Oxalsäu
reanilid-Ultraviolett-Absorber, wie Sanduvor 3206 (ein Produkt von Sandoz).
Bevorzugte Lichtstabilisatoren sind z. B. gehinderte Amin-Lichtstabilisatoren, wie
Sanol LS 292 (ein Produkt von Sankyo Co., Ltd.) und Sanduvor 3058 (ein Produkt
von Sandoz).
Bevorzugte Verdünner sind z. B. aromatische Verbindungen, wie Toluol, Xylol und
Ethylbenzol; Alkohole, wie Methanol, Ethanol, Propanol, Butanol und Isobutanol;
Ketone, wie Aceton, Methylisobutylketon, Methylamylketon, Cyclohexanon,
Isophoron und N-Methylpyrrolidon; Esterverbindungen, wie Ethylacetat, Butyl
acetat und Methylcellosolve; und Gemische davon.
Bevorzugte antistatische Mittel schließen z. B. Esocard C 25 (ein Produkt von Lion
Armor) ein.
Der Grundbeschichtungslack der vorliegenden Erfindung kann durch verschiedene,
an sich bekannte Beschichtungsverfahren beschichtet werden.
Der Grundbeschichtungslack wird verwendet, um eine Beschichtung (im trockenen
Zustand) mit einer Dicke von gewöhnlich 10 bis 30 µm, vorzugsweise 15 bis 25
µm zu bilden.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete klare Beschichtungslack ist nicht
besonders beschränkt, sofern das Härtungssystem des klaren Beschichtungslacks
unterschiedlich ist von dem des Grundbeschichtungslacks.
Das Härtungssystem für den klaren Beschichtungslack umfaßt solche, die eine
funktionelle Gruppe oder eine Kombination von funktionellen Gruppen verwenden,
und die vorzugsweise wie folgt sind:
- 1. Härtungssystem einer Carboxylgruppe oder blockierten Carboxylgruppe und einer Epoxygruppe,
- 2. Härtungssystem einer Phosphorsäuregruppe oder blockierten Phosphorsäure gruppe und einer Epoxygruppe,
- 3. Härtungssystem einer Säureanhydridgruppe, einer blockierten Hydroxylgruppe und einer Epoxygruppe,
- 4. Härtungssystem einer Säureanhydridgruppe, einer blockierten Hydroxylgruppe, einer Epoxygruppe und einer Silanolgruppe oder hydrolysierbaren Silylgruppe,
- 5. Härtungssystem einer Acetoacetylgruppe und einer Vinyl(thio)ethergruppe,
- 6. Härtungssystem einer blockierten Carboxylgruppe und einer Vinyl(thio)ether gruppe,
- 7. Härtungssystem einer Silyl-blockierten Phosphorsäuregruppe und einer Vinyl- (thio)ethergruppe,
- 8. Härtungssystem einer alicyclischen Epoxygruppe, die einzeln verwendet wird, und
- 9. Härtungssystem einer hydrolysierbaren Silylgruppe und einer alicyclischen Epoxygruppe.
Diese Härtungssysteme werden in Form von typischen Beispielen genauer be
schrieben.
Die Carboxylgruppe ist eine funktionelle Gruppe, die durch -COOH dargestellt wird.
Bevorzugte Beispiele der blockierten Carboxylgruppen schließen solche der folgen
den Formel (9) ein:
in der Z eine Blockierungsgruppe darstellt, die vom Blockierungsmittel stammt und
an die Hydroxylgruppe in der Carboxylgruppe gebunden ist. Bevorzugte Beispiele
von Z schließen solche der nachstehend gegebenen Formeln ein.
Die Silylblockierungsgruppen sind z. B. solche der folgenden Formel (10):
in der R¹ bis R³ unabhängig voneinander eine Alkylgruppe oder eine Arylgruppe
darstellen. Die Alkylgruppe ist eine unverzweigte oder verzweigte Alkylgruppe mit
1 bis 10 Kohlenstoffatomen, und ist insbesondere vorzugsweise eine Niederalkyl
gruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-, s-Butyl-,
t-Butyl-, Pentyl- und Hexylgruppen. Die Arylgruppe ist z. B. eine Phenyl-, Napht
hyl- und Indenylgruppe, die substituiert sein kann. Unter diesen ist eine Phenyl
gruppe insbesondere bevorzugt.
Die Silylblockierungsgruppen der vorstehenden Formel (10) schließen z. B. Trime
thylsilyl-, Diethylmethylsilyl-, Ethyldimethylsilyl-, Butyldimethylsilyl-, Butylmethyl
ethylsilyl-, Phenyldimethylsilyl-, Phenyldiethylsilyl-, Diphenylmethylsilyl- und
Diphenylethylsilylgruppen ein. Je kleiner das Molekulargewicht von R¹ bis R³ ist,
umso besser, da die Silylblockierungsgruppe leicht entfernt werden kann, um die
Härtungseigenschaften zu verbessern.
Silanhalogenide sind als bevorzugte Blockierungsmittel verwendbar, die fähig sind,
eine Silylblockierungsgruppezu bilden. Die Halogenatome, die in den Silanhalogeni
den enthalten sind, schließen Chloratome, Bromatome usw. ein. Beispiele der
Blockierungsmittel schließen Trimethylsilylchlorid, Diethylmethylsilylchlorid, Ethyldi
methylsilylchlorid, Butyldimethylsilylbromid und Butylmethylethylsilylbromid ein.
Die Vinyl(thio)ether-Blockierungsgruppen sind z. B. solche der folgenden Formel
(11):
in der R¹, R² und R³ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen bedeuten, R⁴ eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen darstellt, Y ein Sauer
stoffatom oder ein Schwefelatom ist, und R³ und R⁴ zusammengebunden sein
können, um einen heterocyclischen Ring, der Y als Heteroatom enthält, zu bilden.
Die Kohlenwasserstoffgruppe in der vorstehenden Formel schließt z. B. Alkyl-,
Cycloalkyl- und Arylgruppen ein. Die Alkylgruppe ist insbesondere bevorzugt eine
Niederalkylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-,
Butyl-, s-Butyl-, t-Butyl-, Pentyl- und Hexylgruppen. Die Cycloalkylgruppe ist z. B.
eine Cyclopentyl- und Cyclohexylgruppe.
Die Arylgruppe schließt substituierte oder unsubstituierte Phenyl-, Naphthyl- und
Anthracengruppen ein. Eine Phenylgruppe ist insbesondere bevorzugt.
Die Vinyl(thio)ether-Blockierungsgruppe kann durch Umsetzung eines aliphatischen
Vinyl(thio)ethers oder cyclischen Vinyl(thio)ethers mit einer Hydroxylgruppe einer
Carboxylgruppe gebildet werden. Die aliphatischen Vinylether schließen z. B.
Methylvinylether, Ethylvinylether, Isopropylvinylether, n-Propylvinylether, Isobutyl
vinylether, 2-Ethylhexylvinylether und Cyclohexylvinylether, ebenso wie deren
korrespondierende Vinylthioether ein. Die cyclischen Vinylether schließen z. B. 2,3-
Dihydrofuran, 3,4-Dihydrofuran, 2,3-Dihydro-2H-pyran, 3,4-Dihydro-2H-pyran,
3,4-Dihydro-2-methoxy-2H-pyran, 3,4-Dihydro-4,4-dimethyl-2H-pyran-2-on, 3,4-
Dihydro-2-ethoxy-2H-pyran und Natrium-3,4-dihydro-2H-pyran-2-carboxylat ein.
Die Epoxygruppen schließen nicht-alicyclische Epoxygruppen und alicyclische
Epoxygruppen ein. Die nicht-alicyclischen Epoxygruppen schließen z. B. solche ein,
die eine Epoxybindung aufweisen, die mit einem Sauerstoffatom zwischen Koh
lenstoffatomen von Alkylgruppen gebildet sind, wie 1,2-Epoxy- und 1,3-Epoxy
gruppen. Die alicyclischen Epoxygruppen sind solche, die eine Epoxybindung
aufweisen, die mit einem Sauerstoffatom zwischen benachbarten Kohlenstoff
atomen in einem fünfgliedrigen oder sechsgliedrigen Ring (einschließlich eines
vernetzten Kohlenwasserstoffs) gebildet ist. Die nicht-alicyclische Epoxygruppe ist
praktisch gegenüber der alicyclischen Epoxygruppe bevorzugt, da die Härtungs
reaktivität der alicyclischen Epoxygruppe mit dem basischen Härtungskatalysator
derjenigen der nicht-alicyclischen Epoxygruppe unterlegen ist.
Die Oligomeren, die zur Bildung des klaren Überzugslacks des vorstehenden
Härtungssystems verwendet werden, sind nicht besonders beschränkt, und sie
können ein Polyesteroligomer oder Vinyloligomer sein, sofern sie die vorstehend
beschriebenen funktionellen Gruppen aufweisen. Die Beschreibung bezieht sich
hauptsächlich auf die Vinyloligomeren, die leicht hergestellt werden können.
Dasselbe trifft für die anderen Härtungssysteme zu.
Die Vinyloligomeren können die vorstehend beschriebene blockierte Carboxylgrup
pe und Epoxygruppe in demselben Molekül besitzen.
Die Vinyloligomeren, die die Carboxylgruppe oder blockierte Carboxylgruppe
enthalten, haben ein Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich
800 bis 20.000, vorzugsweise 1.500 bis 15.000. Wenn das Zahlenmittel des
Molekulargewichts kleiner ist als 800, ist die Löslichkeit in dem Lösungsmittel
herabgesetzt und Oligomere, die keine funktionelle Gruppe im Molekül aufweisen,
sind vorhanden, wodurch die Wasserbeständigkeit, Benzinbeständigkeit usw.
herabgesetzt werden. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts andererseits
größer ist als 20.000, wird die Viskosität zu hoch, eine größere Menge an Lö
sungsmittel ist notwendig und die Bildung eines dicken Films wird unvorteilhaft
schwierig.
Die Vinyloligomeren, die eine Epoxygruppe aufweisen, haben ein Zahlenmittel des
Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise 800 bis
20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600, sind
Oligomere, die keine funktionelle Gruppe im Molekül aufweisen, teilweise gebildet
worden, wodurch die Vernetzung ungenügend wird und auch die Benzinbeständig
keit und Abriebfestigkeit ungenügend werden. Wenn das Zahlenmittel des Moleku
largewichts andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine
größere Menge an Lösungsmittel ist notwendig, und die Bildung eines dicken Films
wird unvorteilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen (Carboxylgruppe oder blockierte Carbox
ylgruppe und/oder Epoxygruppe) in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Abriebfestigkeit und
Benzinbeständigkeit sind herabgesetzt. Wenn die Menge der funktionellen Gruppen
andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte zu hoch, die
Witterungsbeständigkeit wird herabgesetzt und der Film zerbricht leicht.
Die Vinyloligomeren werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines
Monomers, welches eine radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindungsgruppe
aufweist, erhalten. Wenn die Vinyloligomeren z. B. aus Acrylsäure- oder Methacryl
säuremonomer synthetisiert werden, werden acrylische Oligomere erhalten. Die
Monomeren können in an sich bekannter Weise durch eine gewöhnliche Technik
polymerisiert werden, wie eine ionische Polymerisationstechnik, z. B. anionische
oder kationische Polymerisationstechnik, oder radikalische Polymerisationstechnik.
In der vorliegenden Erfindung ist die radikalische Polymerisationstechnik vom
Standpunkt der Leichtigkeit der Polymerisation bevorzugt. Bei der Herstellung eines
Vinyloligomers mit einem niedrigen Molekulargewicht kann jedoch eine andere
Polymerisationstechnik, wie eine Technik, in der Mercaptoethanol, Thioglycerol,
ein Mercaptan, wie Laurylmercaptan, oder ein Kettenübertragungsmittel verwendet
wird, eine Technik, in der die Reaktion bei einer so hohen Temperatur wie 140 bis
180°C durchgeführt wird oder eine Technik, in der die Reaktion durchgeführt wird,
während die Monomerkonzentration niedrig gehalten wird, angewendet werden.
Die radikalische Polymerisation wird wünschenswerterweise in Lösung durch
geführt. Das für die radikalische Lösungspolymerisation verwendete Lösungsmittel
ist jegliches Lösungsmittel, welches gewöhnlich für die Polymerisation eines
polymerisierbaren Vinylmonomers, wie ein Acrylmonomer, verwendet wird. Bei
spiele von derartigen Lösungsmitteln schließen Toluol, Xylol, Butylacetat, Methy
lethylketon, Methylisobutylketon und Solvesso (ein Produkt von Exxon Corpora
tion) ein.
Der in der radikalischen Lösungspolymerisation verwendete radikalische Reaktions
initiator kann ein jeglicher Reaktionsinitiator sein, der gewöhnlich für die radikali
sche Polymerisation verwendet wird. Beispiele von Reaktionsinitiatoren schließen
Peroxide, wie Benzoylperoxid, Lauroylperoxid, t-Butylhydroperoxid, Di-t-butylhydro
peroxid und t-Butylperoxy-2-ethylhexanoat; und Azoverbindungen, wie Azobisvale
ronitril, Azobisisobutyronitril und Azobis-(2-methylpropionitril) ein.
Die radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppen sind vorzugs
weise z. B. radikalisch polymerisierbare Vinylbindungender Formel: CHR¹ =CR²-, in
der R¹ und R² jeweils ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe oder eine Einfachbin
dung darstellen. Die Alkylgruppe hierin schließt eine unverzweigte oder verzweigte
Alkylgruppe ein und ist vorzugsweise eine mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, wie
Methyl-, Ethyl-, Propyl- und Butylgruppen.
Das polymerisierbare Vinylmonomer mit einer Carboxylgruppe kann z. B. zwei oder
mehr Carboxylgruppen aufweisen. Das bevorzugte Monomer mit einer Carbox
ylgruppe im Molekül schließt z. B. (Meth)acrylsäure ein. Die polymerisierbaren
Vinylmonomere mit zwei Carboxylgruppen im Molekül schließen z. B. Itaconsäure,
Maleinsäure, Mesaconsäure und Fumarsäure ein. Ein Produkt, welches durch
Umsetzung eines Säureanhydrids, wie Maleinsäureanhydrid oder Itaconsäurean
hydrid, mit einem Alkohol mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder einem Amin
erhalten wurde, ist ebenso verwendbar. Derartige Alkohole schließen z. B. Metha
nol, Ethanol, Propanol und Butanol ein. Alkohole mit mehr als 18 Kohlenstoff
atomen sind nicht bevorzugt, da die Plastizität der erhaltenen Beschichtung zu
hoch wird. Die vorgenannten Amine schließen aliphatische Amine, wie Dibutyla
min, Dihexylamin, Methylbutylamin, Ethylbutylamin und n-Butylamin; und aromati
sche Amine, wie Anilin und Toluidin, ein.
Die polymerisierbaren Vinylmonomere mit einer Carboxylgruppe schließen auch
Hydroxysäuren mit einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungs
gruppe ein. Solch eine Hydroxysäure kann durch Umsetzung eines Monomers,
welches eine Hydroxylgruppe und eine radikalisch polymerisierbare ungesättigte
Bindungsgruppe aufweist, mit einem Säureanhydrid hergestellt werden. Genauer
kann sie hergestellt werden durch Umsetzung eines Hydroxyalkyl(meth)acrylats,
wie 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat mit 4-Methylhexahydrophthalsäureanhydrid,
Bernsteinsäureanhydrid, Trimellithanhydrid oder Phthalsäureanhydrid.
Die polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer blockierten Carboxylgruppe und
einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe schließen poly
merisierbare Vinylmonomere ein, die durch Blockieren des vorstehend beschrie
benen Vinylmonomers, welches eine Carboxylgruppe aufweist, mit dem vorste
hend beschriebenen Blockierungsmittel erhalten wurden.
Als Monomere mit einer Epoxygruppe werden solche, die eine Epoxygruppe und
die vorstehend beschriebene radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindungs
gruppe im Molekül aufweisen, bevorzugt verwendet.
Die Monomeren mit einer Epoxygruppe und der vorstehend beschriebenen radika
lisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe schließen z. B. Epoxygrup
pen-enthaltende Monomere, wie Glycidyl(meth)acrylat und 3,4-Epoxycyclohex
yl(meth)acrylat ein.
Bei der Synthese der Vinyloligomeren sind auch andere, als die vorstehend be
schriebenen polymerisierbaren Vinylmonomeren geeignet. Beispiele von polymeri
sierbaren Vinylmonomeren schließen die folgenden Verbindungen ein:
Zum Beispiel, Alkyl(C₁-C₁₈)acrylate und -methacrylate, wie Methylacrylat, Ethyl
acrylat, Propylacrylat, Isopropylacrylat, Butylacrylat, Hexylacrylat, 2-Hexylacrylat,
Octylacrylat, Laurylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, Propylmethacry
lat, Isopropylmethacrylat, Butylmethacrylat, Hexylmethacrylat, 2-Hexylmethacry
lat, Octylmethacrylat und Laurylmethacrylat; Alkoxyalkyl(C₂-C₁₈)acrylate und
-methacrylate, wie Methoxybutylacrylat, Methoxybutylmethacrylat, Methoxyethyl
acrylat, Methoxyethylmethacrylat, Ethoxybutylacrylat und Ethoxybutylmethacrylat;
und Alkenyl(C₂-C₈)acrylate und -methacrylate, wie Allylacrylat und Allylmethacry
lat; und Alkenyloxyalkyl (C₃-C₁₈)acrylate und -methacrylate, wie Allyloxyethylacrylat
und Allyloxyethylmethacrylat.
- (2) Vinylverbindungen
Zum Beispiel, Styrol, α-Methylstyrol, Vinylacetat, Hexafluorpropylen, Tetrafluor propylen, Vinyltoluol und p-Chlorstyrol. - (3) Polyolefinverbindungen
Zum Beispiel, Butadien, Isopren und Chloropren. - (4) Allylether
Zum Beispiel, Hydroxyethylallylether. - (5) Andere
Zum Beispiel, Methacrylamid, Acrylamid, Diacrylamid, Dimethacrylamid, Acrylnitril, Methacrylnitril, Methylisopropenylketon, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylpivalat, N,N-Dialkylaminoalkyl(meth)acrylate, Phosphorsäuregruppen-enthaltende (Meth) acrylate, wie Phosphonoxyethyl(meth)acrylat, Perfluorvinylether, wie Trifluorme thylvinylether, und Vinylether, wie Hydroxyethylvinylether und Hydroxybutylvi nylether.
Die Phosphorsäuregruppe ist eine funktionelle Gruppe, die durch die folgende
Formel (12) dargestellt wird:
Die blockierten Carboxylgruppen sind funktionelle Gruppen, die durch die folgende
Formel (13) dargestellt werden:
in der Z eine Blockierungsgruppe darstellt, die von dem Blockierungsmittel stammt
und an die Hydroxylgruppe der Phosphorsäuregruppe gebunden ist, und n die Zahl
1 oder 2 ist. Vom Standpunkt der Lagerfähigkeit ist es bevorzugt, daß n die Zahl
2 bedeutet und alle Hydroxylgruppen blockiert sind.
Bevorzugte Beispiele der Blockierungsgruppe Z schließen die Silyl-Blockierungs
gruppe oder Vinyl(thio)ether-Blockierungsgruppe, wie vorstehend beschrieben, ein.
Die Definitionen der Epoxygruppen sind dieselben wie sie vorstehend beschrieben
sind.
Die Vinyloligomeren, die in dem Härtungssystem verwendet werden, können die
vorstehend beschriebene Phosphorsäuregruppe oder blockierte Phosphorsäure
gruppe und eine Epoxygruppe in demselben Molekül enthalten.
Die Vinyloligomeren, die die Phosphorsäuregruppe oder blockierte Phosphorsäure
gruppe enthalten, besitzen ein Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn) von
gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise 800 bis 20.000. Wenn das Zahlen
mittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600, ist die Löslichkeit in dem Lö
sungsmittel herabgesetzt, und es sind Oligomere vorhanden, die keine funktionelle
Gruppe aufweisen, wodurch die Wasserbeständigkeit, Benzinbeständigkeit usw.
ungenügend wird. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts andererseits
größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine größere Menge an Lö
sungsmittel ist notwendig, und die Bildung eines dicken Films wird unvorteilhaft
schwierig.
Das Zahlenmittel des Molekulargewichts der Vinyloligomeren mit einer Epoxygrup
pe ist wie vorstehend beschrieben.
Die Menge der funktionellen Gruppen (Phosphorsäuregruppe oder blockierte
Phosphorsäuregruppe und/oder Epoxygruppe) in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich
1 bis 5 mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner
ist als 1 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Abriebfe
stigkeit und Benzinbeständigkeit neigen dazu, herabgesetzt zu werden. Wenn die
Menge der funktionellen Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die
Vernetzungsdichte zu hoch, die Witterungsbeständigkeit wird herabgesetzt, und
die Beschichtung bricht leicht.
Die Vinyloligomeren werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines
Monomers mit einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe
durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren erhalten.
Bevorzugte Monomere, die eine Phosphorsäuregruppe oder blockierte Phosphor
säuregruppe aufweisen, schließen polymerisierbare Vinylmonomere der vorstehen
den Formel (12) oder (13) ein, die eine Phosphorsäuregruppe oder blockierte
Phosphorsäuregruppe aufweisen, und die vorstehend beschriebene radikalisch
polymerisierbare ungesättigte Bindungsgruppe.
Bevorzugte Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomere mit der Phosphorsäure
gruppe oder blockierten Phosphorsäuregruppe und der radikalisch polymerisier
baren ungesättigten Bindungsgruppe schließen solche der folgenden Formel (14)
ein:
in der R¹ ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeutet, R² eine zwei
wertige Kohlenwasserstoffgruppe darstellt, Y -COO-, -CO-, -CONH-, eine Ein
fachbindung oder -O- ist, und X die durch die vorstehenden Formeln (12) oder (13)
dargestellte Phosphorsäuregruppe oder blockierte Phosphorsäuregruppe bedeutet.
Die zweiwertigen Kohlenwasserstoffgruppen schließen z. B. Alkylen-, Cycloalkylen- und
Arylengruppen ein. Die Alkylengruppen schließen unverzweigte oder ver
zweigte Alkylengruppen, wie Methylen-, Ethylen-, Propylen-, Butylen-, Isobutylen-
und Hexamethylengruppen ein. Die Cycloalkylengruppen sind vorzugsweise z. B.
Cyclopentylen- und Cyclohexylengruppen. Die Arylengruppen schließen z. B. p-, m-
oder
p-Phenylengruppe, Naphthalingruppe, Fluorengruppe, Indolengruppe, An
thracengruppe, Furangruppe und Thiophengruppe ein.
Besonders bevorzugte polymerisierbare Vinylmonomere sind acrylische Monomere
der vorstehenden Formel (14), in der Y -COO- ist.
Bevorzugte Beispiele der acrylischen Monomeren schließen solche der folgenden
Formeln (15) bis (18) ein:
Ein polymerisierbares Vinylmonomer mit einer Phosphorsäuregruppe, bei dem die
Hydroxylgruppe der Phosphorsäure teilweise verestert ist, kann, falls nötig, ver
wendet werden. Zum Beispiel ist das polymerisierbare Vinylmonomer, bei dem die
Hydroxylgruppe der Phosphorsäuregruppe teilweise mit einer Alkylgruppe, wie
einer Propylgruppe, verestert ist, verwendbar.
Die Definitionen der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Epoxygruppe ist
dieselbe, wie die vorstehend beschriebene.
Die Säureanhydridgruppe hat eine Struktur, wie sie durch die Formel: -CO-O-CO- dargestellt ist.
Die blockierte Hydroxylgruppe ist jene, die durch Blockieren einer Hydroxylgruppe
mit dem vorstehend beschriebenen Blockierungsmittel erhalten wurde.
Die Vinyloligomeren, die in dem Härtungssystem verwendet werden, können drei
Arten von funktionellen Gruppen enthalten, d. h. eine Säureanhydridgruppe, eine
blockierte Hydroxylgruppe und eine Epoxygruppe oder zwei davon in demselben
Molekül.
Die diese funktionellen Gruppen enthaltenden Vinyloligomeren haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
neigen die gebildeten Oligomeren dazu, keine funktionelle Gruppe im Molekül
aufzuweisen, die Vernetzung wird unzureichend, und die Benzinbeständigkeit und
Abriebfestigkeit neigen dazu, herabgesetzt zu werden. Wenn das Zahlenmittel des
Molekulargewichts andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch,
eine größere Menge des Lösungsmittels ist notwendig, und die Bildung eines
dicken Films wird unvorteilhaft schwierig. Die Menge der funktionellen Gruppen
(Säureanhydridgruppe und/oder blockierte Hydroxylgruppe und/oder Epoxygruppe)
in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5 mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4
mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungs
dichte niedriger, wodurch die Lösungsmittelbeständigkeit und Benzinbeständigkeit
herabgesetzt werden. Wenn die Menge der funktionellen Gruppen andererseits
größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte zu hoch, die Witterungs
beständigkeit wird herabgesetzt, und die Beschichtung bricht leicht.
Die Vinyloligomeren werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines
Monomers mit einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe
durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren erhalten.
Bevorzugte polymerisierbare Vinylmonomere mit einer Säureanhydridgruppe
schließen solche ein, die eine Säureanhydridgruppe und die vorstehend beschrie
bene radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindungsgruppe aufweisen. Die
Monomeren mit einer Säureanhydridgruppe und der radikalisch polymerisierbaren
ungesättigten Bindungsgruppe schließen z. B. solche ein, die durch Kondensation
eines Monomers erhalten werden, das fähig ist, eine Säureanhydridgruppe in dem
Molekül zu bilden, wie Maleinsäureanhydrid oder Itaconsäureanhydrid, oder durch
Dehydratisierungs- oder Dealkoholisierungsreaktion eines Monomers, welches eine
radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindung und eine Carboxylgruppe im
Molekül aufweist, mit einer Verbindung, die eine Carboxylgruppe im Molekül
besitzt. Die Verbindung, welche eine Carboxylgruppe im Molekül aufweist, kann
eine radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindung aufweisen oder nicht. Diese
Monomeren schließen z. B. Methacrylsäureanhydrid und Monomere ein, die durch
Kondensation in einer Dealkoholisierungsreaktion eines Monoesters einer zweibasi
gen Säure, wie ein Monoalkylmaleat oder Monoalkylitaconat, erhalten wurden.
Bevorzugte Monomeren mit einer blockierten Hydroxylgruppe schließen polymeri
sierbare Vinylmonomere mit der vorstehend beschriebenen blockierten Hydrox
ylgruppe und der vorstehend beschriebenen radikalisch polymerisierbaren un
gesättigten Bindungsgruppe ein.
Bevorzugte Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer derartigen
blockierten Hydroxylgruppe und einer derartigen radikalisch polymerisierbaren
ungesättigten Bindungsgruppe schließen jene der vorstehenden Formel (14) ein, in
denen X eine blockierte Hydroxylgruppe darstellt.
Bevorzugte Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Hydrox
ylgruppe, die zur Herstellung des polymerisierbaren Vinylmonomers mit der blok
kierten Hydroxylgruppe verwendet werden, schließen acrylische Monomere mit
einer Hydroxylgruppe, wie 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, 3-Hydroxypro
pyl(meth)acrylat, 4-Hydroxybutyl(meth)acrylat und jene, die mit einer Lactonver
bindung modifiziert sind, ein.
Bevorzugte Beispiele von Monomeren mit der blockierten Hydroxylgruppe schließen
solche ein, die durch Blockieren der Hydroxylgruppe der vorstehend beschriebenen
Hydroxylgruppen-enthaltenden Monomeren mit der vorstehend beschriebenen
Blockierungsgruppe, wie Trimethylsiloxyethyl(meth)acrylat, erhalten wurden.
Die Definition der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Epoxygruppe ist
dieselbe, wie sie vorstehend beschrieben ist.
Die Silanolgruppe ist eine funktionelle Gruppe, die durch die folgende Formel (19)
dargestellt wird:
in der R¹ und R² gleich oder verschieden voneinander sein können und eine Hydrox
ylgruppe, eine Alkylgruppe, eine Alkoxygruppe, eine -NR¹R²-Gruppe (wobei R¹ und
R² eine Alkyl- oder Arylgruppe sind), eine -NR¹COR²-Gruppe (wobei R¹ und R² eine
Alkyl- oder Arylgruppe sind), -COR¹-Gruppe (wobei R¹ eine Alkyl- oder Arylgruppe
ist), eine -OCOR¹-Gruppe (wobei R¹ eine Alkyl- oder Arylgruppe ist), eine Aryl
gruppe, eine -ONR¹R²-Gruppe (wobei R¹ und R² eine Alkyl- oder Arylgruppe sind)
oder eine -ONCR¹R²-Gruppe (wobei R¹ und R² eine Alkyl- oder Arylgruppe sind)
bedeuten.
Die Alkylgruppe in der vorstehenden Formel ist eine unverzweigte oder verzweigte
Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Iso
propyl-, Butyl-, Isobutyl-, s-Butyl-, t-Butyl- und Pentylgruppen. Die Alkoxygruppe
ist eine solche, in der die Alkylgruppe dieselbe ist, wie sie vorstehend beschrieben
ist. Die Arylgruppe schließen insbesondere eine substituierte oder unsubstituierte
Phenylgruppe ein, wobei die Substituenten ausgewählt sind aus Halogenatomen,
Alkylgruppen und Alkoxygruppen. Die Halogenatome als Substituent schließen
Fluor-, Chlor-, Brom- und Iodatome ein. Die Alkylgruppen als Substituenten schlie
ßen unverzweigte und verzweigte Alkylgruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen,
wie Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, Butyl-, Isobutyl-, s-Butyl-, t-Butyl- und
Pentylgruppen ein. Die Alkoxygruppen als Substituenten sind solche, in denen die
Alkylgruppe dieselbe ist, wie sie vorstehend beschrieben ist. Bevorzugte Sub
stituenten sind z. B. Halogenatome, wie Fluoratom, und Niederalkylgruppen mit 1
bis 5 Kohlenstoffatomen.
Die hydrolysierbare Silylgruppe wird durch Blockieren der vorstehend beschriebe
nen Silanolgruppe mit einer hydrolysierbaren Gruppe erhalten und ist z. B. durch die
folgende Formel (20) dargestellt:
in der R¹ und R² dieselbe Definition besitzen, wie in der vorstehenden Formel (19),
und R³ eine Alkylgruppe, eine -NR¹R²-Gruppe (wobei R¹ und R² eine Alkyl- oder
Arylgruppe sind), eine -COR¹-Gruppe (wobei R¹ eine Alkyl- oder Arylgruppe ist),
eine Arylgruppe oder eine -NCR¹R²-Gruppe (wobei R¹ und R² eine Alkyl- oder
Arylgruppe sind) bedeuten.
Die Definitionen der Säureanhydridgruppe, blockierten Hydroxylgruppe und Epoxy
gruppe sind dieselben, wie sie vorstehend beschrieben sind.
Die Vinyloligomeren, die in dem Härtungssystem verwendet werden, können
solche mit vier Arten von funktionellen Gruppen sein, d. h. Säureanhydridgruppe,
blockierte Hydroxylgruppe, Epoxygruppe und Silanolgruppe oder hydrolysierbare
Silylgruppe, oder drei oder zwei Arten von diesen vier funktionellen Gruppen sind
in demselben Molekül.
Die Vinyloligomeren, die diese funktionellen Gruppen enthalten, haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
besteht die Neigung, Oligomere zu bilden, die keine funktionelle Gruppe im Molekül
aufweisen, wodurch die Vernetzung unzureichend wird und die Benzinbestän
digkeit und Abriebfestigkeit reduziert werden. Wenn das Zahlenmittel des Moleku
largewichts andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine
größere Menge des Lösungsmittels ist nötig, und die Bildung einer dicken Be
schichtung wird unvorteilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, wodurch die Lösungsmittel
beständigkeit und Benzinbeständigkeit herabgesetzt werden. Wenn die Menge der
funktionellen Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernet
zungsdichte zu hoch, die Witterungsbeständigkeit herabgesetzt und die Beschich
tung bricht leicht.
Die Vinyloligomeren werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines
Monomers mit einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe
durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren erhalten.
Bevorzugte Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomere mit einer Silanolgruppe
oder hydrolysierbaren Silylgruppe schließen solche ein, die eine derartige funktio
nelle Gruppe und die vorstehend beschriebene radikalisch polymerisierbare unge
sättigte Bindungsgruppe aufweisen.
Bevorzugte Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Silanol
gruppe oder hydrolysierbaren Silylgruppe schließen acrylische Monomere der
vorstehenden Formel (14) ein, in der X eine Silanolgruppe oder eine hydrolysierbare
Silylgruppe bedeutet.
Beispiele für diese acrylischen Monomeren schließen γ-(Meth)acryloyloxypropyl
trimethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropyltriethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypro
pyltripropoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropylmethyldimethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropylmethyldiethoxysilan,
γ-(Meth)acryloyloxypropylmethyldi
propoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxybutylphenyldimethoxysilan, γ-(Meth)acryloylox
yphenyldiethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxyphenyldipropoxysilan, γ-(Meth)acryloy
loxypropyldimethylmethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropyldimethylethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropylphenylmethylmethoxysilan,
γ-(Meth)acryloyloxypropyl
phenylmethylethoxysilan, γ-(Meth)acryloyloxypropyltrisilanol, γ-(Meth)acryloylox
ypropylmethyldihydroxysilan, γ-(Meth)acryloyloxybutylphenyldihydroxysilan, γ-(Meth)-acryloyloxypropyldimethylhydroxysilan
und γ-(Meth)acryloyloxypropylphen
ylmethylhydroxysilan ein.
Die Definitionen der polymerisierbaren Vinylmonomeren mit der Säureanhydrid
gruppe, blockierten Hydroxylgruppe und Epoxygruppe sind dieselben, wie sie
vorstehend beschrieben sind.
Die Acetoacetylgruppe ist eine funktionelle Gruppe, die durch die Formel: CH₃-CO-CH₂CO-
dargestellt wird. Diese funktionelle Gruppe ist in der Form eines Keto-Enoltautomers
in der Lackzusammensetzung vorhanden. Daher hat die Acetoace
tylgruppe sowohl die Eigenschaften einer Ketongruppe als auch einer Hydrox
ylgruppe.
Die Vinyl(thio)ethergruppe wird durch die folgende Formel (21) dargestellt:
-X-CH=CH-Y (21)
in der X ein Sauerstoffatom oder ein Schwefelatom darstellt und Y ein Wasser
stoffatom oder eine Einfachbindung ist.
Wenn Y in der vorstehenden Formel (21) ein Wasserstoffatom ist, ist die Gruppe
eine aliphatische Vinyl(thio)ethergruppe und, im Gegensatz dazu, wenn Y eine
Einfachbindung ist, ist die Gruppe eine cyclische Vinyl(thio)ethergruppe.
Beispiele der aliphatischen Vinyl(thio)ether schließen Methylvinylethergruppe,
Ethylvinylethergruppe, n-Propylvinylethergruppe, Isopropylvinylethergruppe, 2-
Ethylhexylvinylethergruppe und Cyclohexylvinylethergruppe, und ebenfalls deren
korrespondierende Thioethergruppen ein.
Bevorzugte cyclische Vinyl(thio)ethergruppen schließen z. B. Furanringe (wie 2,3-
Dihydrofuran und 3,4-Dihydrofuran), Pyranringe (wie solche, die von 2,3-Dihy
dro-2H-pyran, 3,4-Dihydro-2H-pyran, 3,4-Dihydro-2-methoxy-2H-pyran, 3,4-
Dihydro-4,4-dimethyl-2H-pyran-2-on, 3,4-Dihydro-2-ethoxy-2H-pyran und Natri
um-3,4-dihydro-2H-pyran-2-carboxylatabgeleitet sind) und solche, die von Schwe
fel-enthaltenden cyclischen Gruppen abgeleitet sind, ein.
Die Vinyloligomeren, die diese funktionellen Gruppen enthalten, haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
besteht die Neigung, daß Oligomere gebildet werden, die keine funktionelle Gruppe
im Molekül aufweisen, die Vernetzung unzureichend wird und die Benzinbestän
digkeit und Abriebfestigkeit ebenso dazu neigen, herabgesetzt zu werden. Wenn
das Zahlenmittel des Molekulargewichts andererseits größer ist als 30.000, wird
die Viskosität zu hoch, eine größere Menge des Lösungsmittels ist nötig, und die
Bildung einer dicken Beschichtung wird unvorteilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Lösungsmittelbestän
digkeit und Benzinbeständigkeit werden herabgesetzt. Wenn die Menge der funk
tionellen Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungs
dichte zu hoch, die Witterungsbeständigkeit herabgesetzt, und die Beschichtung
bricht leicht.
Die Vinyloligomeren werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines
Monomers mit einer radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe
durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren erhalten.
Bevorzugte Beispiele der Monomeren mit einer Acetoacetylgruppe und einer
radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungsgruppe schließen solche ein,
wie sie von der folgenden Formel (22) dargestellt werden:
in der R¹ und R³ jeweils ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 6
Kohlenstoffatomen bedeuten, R² eine Alkylengruppe, eine Cycloalkylengruppe, eine
Arylengruppe oder eine Einfachbindung darstellt, Y -COO-, -CO-, -O-, -CONH- oder
eine Einfachbindung ist, und Z eine Acetoacetylgruppe bedeutet. Unter diesen sind
vom Standpunkt der radikalischen Polymerisierbarkeit acrylische Monomere der
vorstehenden Formel bevorzugt, in der Y -COO- darstellt.
Die polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Acetoacetylgruppe schließen z. B.
Acetoacetoxyethyl(meth)acrylat, Acetoacetoxypropyl(meth)acrylat, Acetoace
toxyethylcrotonat, Acetoacetoxypropylcrotonat, Allylacetoacetat, N-(2-Acetoa
cetoxyethyl)(meth)acrylamid und Vinylacetoacetat ein.
Die Monomeren mit einer Acetoacetylgruppe sind vorzugsweise (Meth)acrylmo
nomere der vorstehenden Formel, in der R³ ein Wasserstoffatom und Y -COO- sind.
Diese Monomeren schließen z. B. Acetoacetoxyalkyl(meth)acrylate, wie 2-Ace
toacetoxyethyl(meth)acrylat, 3-Acetoacetoxypropyl(meth)-acrylat und 4-Acetoace
toxybutyl(meth)acrylat ein.
Diese Monomeren mit einer Acetoacetylgruppe werden durch eine an sich bekann
te Technik synthetisiert. Zum Beispiel können sie durch Acetoacetylierung eines
α,β-ethylenisch ungesättigten Monomers, das eine Hydroxylgruppe besitzt, mit
einem Acetoessigsäureester oder Diketen synthetisiert werden.
Die polymerisierbaren Vinylmonomeren mit einer Vinyl(thio)ethergruppe schließen
z. B. polymerisierbare Vinylmonomere mit einer Vinyl(thio)ethergruppe und der
vorstehend beschriebenen radikalisch polymerisierbaren ungesättigten Bindungs
gruppe ein. Solche polymerisierbare Vinylmonomere können z. B. durch Umsetzung
einer Verbindung, die eine Vinyl(thio)ethergruppe und eine funktionelle Gruppe
besitzt, mit einem polymerisierbaren Vinylmonomer, welches eine funktionelle
Gruppe besitzt, die mit dieser funktionellen Gruppe reagiert, hergestellt werden.
Zum Beispiel kann das polymerisierbare Vinylmonomer, welches eine
Vinyl(thio)ethergruppe besitzt, durch Umsetzung von 2,3-Dihydro-2H-furan-2-yl
methyl-2, 3-dihydro-2H-furancarboxylat oder 3,4-Dihydro-2H-pyran-2-yl-methyl-3,4-
dihydro-2H-pyrancarboxylat mit einem polymerisierbaren Vinylmonomer, welches
eine Hydroxylgruppe besitzt, wie 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, hergestellt werden.
Die eine Vinyl(thio)ethergruppe aufweisenden Verbindungen, die für das Härtungs
system verwendbar sind, schließen zusätzlich zu dem Vinyloligomer Oligomere ein,
die durch Umsetzung eines Polyols, wie Trimethylolpropan, mit einer Verbindung,
die zwei oder mehrere Vinyl(thio)ethergruppen besitzt, z. B. 3,4-Dihydro-2H-py
ran-2-yl-methyl-3,4-dihydro-2H-pyran-2-carboxylat, erhalten wurden.
Die Definitionen der blockierten Carboxylgruppe und Viyl(thio)ethergruppen sind
dieselben, wie sie vorstehend beschrieben sind.
Die Vinyloligomeren, die diese funktionellen Gruppe enthalten, haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
besteht die Neigung, daß Oligomere gebildet werden, die keine funktionelle Gruppe
im Molekül aufweisen, die Vernetzung unzureichend wird und die Benzinbestän
digkeit und Abriebfestigkeit reduziert werden. Wenn das Zahlenmittel des Moleku
largewichts andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine
größere Menge des Lösungsmittels ist nötig, und die Bildung einer dicken Be
schichtung wird unvorteilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugswei 21273 00070 552 001000280000000200012000285912116200040 0002019612636 00004 21154se 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Lösungsmittelbestän
digkeit und Benzinbeständigkeit werden herabgesetzt. Wenn die Menge der funk
tionellen Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungs
dichte zu hoch, die Witterungsbeständigkeit herabgesetzt, und die Beschichtung
bricht leicht.
Die Vinyloligomeren mit einer blockierten Carboxylgruppe oder Vinyl(thio)ether
gruppe werden durch Polymerisation oder Copolymerisation eines Monomers,
welches eine radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindungsgruppe aufweist,
durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren erhalten. Die Definition der Ver
bindungen mit der Vinyl(thio)ethergruppe ist dieselbe, wie sie vorstehend be
schrieben ist.
Die Definitionen der Silyl-blockierten Phosphorsäuregruppen und Vinyl(thio)ether
gruppen sind dieselben, wie sie vorstehend beschrieben sind.
Die Vinyloligomeren, die diese funktionellen Gruppen enthalten, haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
besteht die Neigung, daß Oligomere gebildet werden, die keine funktionelle Gruppe
im Molekül aufweisen, die Vernetzung unzureichend wird und die Benzinbestän
digkeit und Abriebfestigkeit reduziert werden. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts
andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine
größere Menge des Lösungsmittels ist nötig, und die Bildung einer dicken Be
schichtung wird unvorteilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Lösungsmittelbestän
digkeit und Benzinbeständigkeit werden herabgesetzt. Wenn die Menge der funk
tionellen Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungs
dichte zu hoch, die Witterungsbeständigkeit erniedrigt und die Beschichtung bricht
leicht. Die Definition der Verbindungen mit der Vinyl(thio)ethergruppe ist dieselbe,
wie sie vorstehend beschrieben ist. Die Vinyloligomeren werden durch Polyme
risation oder Copolymerisation eines Monomers, welches die radikalisch polymeri
sierbare ungesättigte Bindungsgruppe aufweist, durch ein wie vorstehend be
schriebenes Verfahren erhalten.
Die Definitionen der Vinyloligomeren und Verbindungen mit der Vinyl(thio)ether
gruppe sind dieselben, wie sie vorstehend beschrieben sind.
Dieses Härtungssystem umfaßt ein Oligomer, welches eine alicyclische Epoxygrup
pe aufweist.
Die alicyclische Epoxygruppe ist eine fünfgliedrige oder sechsgliedrige alicyclische
Kohlenwasserstoffgruppe (welche eine vernetzte Kohlenwasserstoffgruppe enthal
ten kann), in der ein Sauerstoffatom an im Ring benachbarte Kohlenstoffatome
gebunden ist, um eine Epoxygruppe zu bilden.
Die polymerisierbaren Vinyloligomeren, die die alicyclische Epoxygruppe enthalten,
haben ein Zahlenmittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis
30.000, vorzugsweise 800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekular
gewichts kleiner ist als 600, besteht die Neigung, daß Oligomere gebildet werden,
die keine funktionelle Gruppe im Molekül aufweisen, die Vernetzung unzureichend
wird, und die Benzinbeständigkeit und Abriebfestigkeit neigen ebenso dazu,
herabgesetzt zu werden. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts anderer
seits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch, eine größere Menge des
Lösungsmittels ist nötig, und die Bildung einer dicken Beschichtung wird unvor
teilhaft schwierig.
Die Menge der funktionellen Gruppen in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5
mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4 mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1
mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte erniedrigt, und die Lösungsmittelbestän
digkeit und Benzinbeständigkeit sind herabgesetzt. Wenn die Menge der funktionel
len Gruppen andererseits größer ist als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte
zu hoch, die Witterungsbeständigkeit herabgesetzt, und die Beschichtung bricht
leicht.
Die Vinyloligomeren, die eine alicyclische Epoxygruppe enthalten, können durch
Polymerisation oder Copolymerisation eines Monomers, welches eines alicyclische
Epoxygruppe enthält, durch ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren herge
stellt werden. Bevorzugte Monomere schließen z. B. polymerisierbare Vinylmono
mere ein, welche eine derartige alicyclische Epoxygruppe und die vorstehend
beschriebene radikalisch polymerisierbare ungesättigte Bindungsgruppe aufweisen.
Bevorzugte Beispiele des Vinyloligomers, welches eines alicyclische Epoxygruppe
enthält, schließen solche der vorstehenden Formel (14) ein, in der X eine alicycli
sche Epoxygruppe ist. Beispiele der polymerisierbaren Vinylmonomeren schließen
solche der folgenden Formeln (23) und (24) ein:
Das durch die vorstehende Formel (23) dargestellte Monomer ist unter der Han
delsbezeichnung Cyclomer M 100 (ein Produkt von Daicel Chemical Industries,
Ltd.) im Handel erhältlich, und das durch die vorstehende Formel (24) dargestellte
Monomer ist unter der Handelsbezeichnung Cyclomer M 200 (ein Produkt von
Daicel Chemical Industries, Ltd.) ebenfalls im Handel erhältlich.
Dieses Härtungssystem umfaßt funktionelle Gruppen, d. h. eine hydrolysierbare
Silylgruppe und eine alicyclische Epoxygruppe.
Die Definitionen der hydrolysierbaren Silylgruppen und alicyclischen Epoxygruppen
sind dieselben, wie sie vorstehend beschrieben sind.
Die Vinyloligomeren, die diese funktionellen Gruppen enthalten, haben ein Zahlen
mittel des Molekulargewichts (Mn) von gewöhnlich 600 bis 30.000, vorzugsweise
800 bis 20.000. Wenn das Zahlenmittel des Molekulargewichts kleiner ist als 600,
besteht die Neigung, daß Oligomere gebildet werden, die keine funktionelle Gruppe
im Molekül aufweisen, die Vernetzungsdichte unzureichend wird und die Benzinbe
ständigkeit und Abriebfestigkeit herabgesetzt werden. Wenn das Zahlenmittel des
Molekulargewichts andererseits größer ist als 30.000, wird die Viskosität zu hoch,
eine größere Menge des Lösungsmittels ist nötig, und die Bildung einer dicken
Beschichtung wird unvorteilhaft schwierig. Die Menge der funktionellen Gruppen
in dem Vinyloligomer ist gewöhnlich 1 bis 5 mol/kg-Harz, vorzugsweise 2 bis 4
mol/kg-Harz. Wenn die Menge kleiner ist als 1 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungs
dichte erniedrigt, und die Lösungsmittelbeständigkeit und Benzinbeständigkeit sind
herabgesetzt. Wenn die Menge der funktionellen Gruppen andererseits größer ist
als 5 mol/kg-Harz, wird die Vernetzungsdichte zu hoch, die Witterungsbeständig
keit herabgesetzt und die Beschichtung bricht leicht.
Das Vinyloligomer kann durch Polymerisation oder Copolymerisation eines polyme
risierbaren Vinylmonomers, welches die funktionellen Gruppen enthält, durch ein
wie vorstehend beschriebenes Verfahren hergestellt werden. Die Definition der
Monomeren ist dieselbe, wie sie vorstehend beschrieben ist.
Die Oligomeren und/oder Verbindungen, welche die vorstehenden funktionellen
Gruppen aufweisen, werden zur Bildung des klaren Beschichtungslacks verwendet
und zwar entweder so wie sie sind, oder, falls nötig, zusammen mit verschieden
sten Komponenten.
Zum Beispiel kann der klare Beschichtungslack, falls nötig, einen Dissoziierungs
katalysator zur Beschleunigung der Dissoziierung des Blockierungsmittels von der
blockierten Carboxylgruppe, blockierten Phosphorsäuregruppe, blockierten Hydrox
ylgruppe usw. enthalten. Der Härtungskatalysator für den klaren Beschichtungs
lack ist jedoch nicht in den klaren Beschichtungslack einverleibt.
Die Dissoziierungskatalysatoren schließen z. B. schwach saure Dissoziierungs
katalysatoren, wie Phosphorsäuremonoester und -diester ein. Die Phosphorsäure
monoester schließen z. B. Monooctylphosphat, und die Phosphorsäurediester
schließen z. B. Dibutylphosphat ein.
Der klare Beschichtungslack kann geeigneterweise verschiedenartige Additive
enthalten, die gewöhnlich in dem technischen Gebiet der Lacke verwendet wer
den, wie Pigment, Tropfenverhinderungsmittel, Antiabsetzmittel, Verlaufsmittel,
Dispergierungsmittel, Entschäumungsmittel, Ultraviolett-Absorber, Lichtstabilisator,
antistatisches Mittel und Verdünner. Diese Additive sind dieselben wie jene, die
vorstehend beschrieben sind unter Bezugnahme auf den Grundbeschichtungslack.
Das Beschichtungsverfahren für den klaren Beschichtungslack ist ebenfalls dassel
be wie das für den Grundbeschichtungslack, mit der Ausnahme, daß der klare
Beschichtungslack auf die Schicht des Grundbeschichtungslacks mit der Naß-auf-Naß-Technik
beschichtet wird.
Die Dicke des klaren Beschichtungslacks (nach dem Trocknen), der auf dem
Grundbeschichtungslack mit der Naß-auf-Naß-Technik gebildet werden soll, ist
gewöhnlich 15 bis 100 µm, vorzugsweise 25 bis 60 µm.
Die folgenden Beispiele, Anwendungsbeispiele usw. dienen der weiteren Ver
deutlichung der vorliegenden Erfindung.
600 Teile Methylethylketon und 224 Teile 2-Hydroxyethylmethacrylat wurden in
eine mit einem Tropftrichter, Rührer, Einlaß für Inertgas und Thermometer ver
sehene Vier-Hals-Flasche eingebracht und gerührt. Ein Gemisch von 200 Teilen
3,4-Dihydro-2H-pyran-2-yl-methyl-3,4-dihydro-2H-pyran-2-carboxylat und 5 Teile
p-Toluolsulfonsäure wurden in die Flasche während einer Zeitdauer von 30 Minu
ten bei Raumtemperatur eingetropft. Nach Vervollständigung des Eintropfens
wurde die Reaktion bei Raumtemperatur für 24 Stunden fortgesetzt. Die Reaktions
lösung wurde in einen Scheidetrichter eingebracht und durch Zugabe einer
10%igen wäßrigen Natriumhydrogencarbonatlösung gewaschen. Nach Vervoll
ständigung des Waschens wurde das Produkt weiterhin wiederholt mit 200 Teilen
deionisierten Wassers gewaschen, bis der pH des Wassers nach dem Waschen 7
geworden ist. Der organischen Schicht wurde ein Molekularsieb 4A/16 (ein Pro
dukt von Wako Pure Chemical Industries, Ltd.) zugegeben. Das Produkt wurde bei
Raumtemperatur 3 Tage getrocknet, und dann wurde das Methylethylketon unter
vermindertem Druck entfernt, wobei das Monomer C erhalten wurde.
Eine vorbestimmte Menge Xylol, wie sie in Abschnitt "Ausgangsmaterial" in
Tabelle 1 nachfolgend gezeigt ist, wurde in eine Vier-Hals-Flasche, die mit einem
Rührer, Einlaß für Inertgas, Thermometer und Kondensationskühler versehen war,
eingespeist. Die Temperatur wurde auf eine Reaktionstemperatur von 140°C (oder
80°C für Vinyloligomere V1 und V2) angehoben. Ein Gemisch der Ausgangs
monomeren und eines Polymerisationskatalysators in den in Abschnitt "Ausgangs
material" in Tabelle 1 angegebenen relativen Mengen wurden dazu getropft.
Nachdem die Temperatur 4 Stunden auf der Reaktionstemperatur gehalten wurde,
wurde die Synthese gestoppt, um ein Vinyloligomer zu erhalten, welches einen
vorbestimmten Festgehalt aufwies. Die Menge der Hydroxylgruppe in dem erhalte
nen Vinyloligomer und das Zahlenmittel des Molekulargewichts davon sind eben
falls in Tabelle 1 angegeben.
Grundbeschichtungslacke mit den Zusammensetzungen gemäß der nachfolgen
den Tabelle 2 wurden hergestellt.
Verbindungen, die durch Handelsbezeichnungen wiedergegeben sind und hierin
verwendet wurden, sind wie folgt:
FR-606C: eine Aluminiumpaste (Product von Asahi Chemical Industry Co., Ltd.)
Cymel 370: ein methyloliertes monomeres Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Cymel 325: ein iminiertes monomeres Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Cymel 303: ein alkoxyliertes Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Uvan 122: Melamin (Produkt von Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.).
FR-606C: eine Aluminiumpaste (Product von Asahi Chemical Industry Co., Ltd.)
Cymel 370: ein methyloliertes monomeres Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Cymel 325: ein iminiertes monomeres Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Cymel 303: ein alkoxyliertes Melamin (Produkt von Mitsui Cytec)
Uvan 122: Melamin (Produkt von Mitsui Toatsu Chemicals, Inc.).
Grundbeschichtungslacke zu Vergleichszwecken mit den in der nachstehenden
Tabelle 3 angegebenen Zusammensetzungen wurden in derselben, wie vor
stehend beschriebenen Weise hergestellt.
Vinyloligomere für klare Beschichtungslacke, welche die in Tabelle 4 gezeigten
Oligomer-Charakteristika aufweisen und welche die in dieser Tabelle angegebe
nen Zusammensetzungen haben, wurden in der selben Weise hergestellt, wie in
Herstellungsbeispiel 2.
OTO 850 (ein Zwischenbeschichtungslack, hergestellt von Nippon Paint Co.,
Ltd.) wurde mit einer Lackierpistole (Wider 77) auf eine galvanisch abgeschiede
ne Platte beschichtet und dann bei 140°C für 20 Minuten wärmebehandelt bzw.
gehärtet. Die Viskosität des Ausgangsmaterials für den Grundbeschichtungslack
wurde bei 25°C mit Methylisobutylketon/Toluol/Xylol (30/30/40) zu einer Ford-
Becher-Viskosität von 13 Sekunden bestimmt, und dann wurde der Grundbe
schichtungslack so beschichtet, daß die Dicke des getrockneten Lacks 20 µm
betrug. Ein klarer Beschichtungslack, der die in Tabelle 5 angegebene Zusam
mensetzung hat und dessen Viskosität bei 25°C mit Xylol zu einer Ford-Becher-Viskosität
von 25 Sekunden bestimmt wurde, wurde auf die Grundbeschichtung
in einer Naß-auf-Naß-Technik beschichtet, so daß die Dicke der trockenen
Beschichtung 30 µm betrug und dann bei 140°C für 20 Minuten wärmebehan
delt bzw. gehärtet.
Die Teststücke wurden in warmes Wasser mit einer Temperatur von 60°C
getaucht und dann wurde deren Adhäsion mit einem Kreuzschnitt-Klebe
band-Abschältest (Adhäsionstest) getestet. Die Ergebnisse wurden gemäß
den folgenden Kriterien klassifiziert:
: kein Abschälen der Beschichtung,
○: Abschälen von weniger als 5% der Fläche der Beschichtung, und
×: Abschälen von 5% oder mehr der Fläche der Beschichtung.
: kein Abschälen der Beschichtung,
○: Abschälen von weniger als 5% der Fläche der Beschichtung, und
×: Abschälen von 5% oder mehr der Fläche der Beschichtung.
Die Teststücke wurden kreuzweise geschnitten und dann wurde ein
Cellophan-Klebeband darauf gedrückt und abgeschält, um die Adhäsion zu
bestimmen. Die Testergebnisse wurden durch ○ wiedergegeben, was
andeutet, daß die Probe klebfähig war und durch × wiedergegeben, was
andeutet, das sie nicht klebfähig war.
Die Proben wurden 3.000 Stunden lang mit einem Tester zur beschleunig
ten Bewitterung behandelt und dann wurde die Glanzbeständigkeitsrate
der Beschichtung bestimmt. Die Ergebnisse wurden gemäß den folgenden
Kriterien klassifiziert:
: Die Glanzbeständigkeitsrate war mindestens 85%.
○: Die Glanzbeständigkeitsrate war 70% bis weniger als 85%
×: Die Glanzbeständigkeitsrate war weniger als 70%.
: Die Glanzbeständigkeitsrate war mindestens 85%.
○: Die Glanzbeständigkeitsrate war 70% bis weniger als 85%
×: Die Glanzbeständigkeitsrate war weniger als 70%.
0,2 ml einer 5%-igen wäßrigen Schwefelsäurelösung wurden auf die
Beschichtung getropft. Nach dem Trocknen bei 40°C während 30 Minu
ten wurde der Zustand der Beschichtung makroskopisch beobachtet. Die
Ergebnisse wurden mit × wiedergegeben, was andeutet, daß einige
Spuren sichtbar waren und mit ○ wiedergegeben, was andeutet, daß
keine Spuren sichtbar waren.
Das Teststück wurde mit 45° geneigt angeordnet. Dann ließ man in
einem Zyklus 1 ml Benzin (Nisseki Silver) daran herunterlaufen und da
nach ließ man das Teststück trocknen. 10 Zyklen wurden wiederholt und
der Zustand der Beschichtung wurde makroskopisch beobachtet. Die
Ergebnisse wurden gemäß den folgenden Kriterien klassifiziert:
: keine Änderung,
○: gewisse Quellung, Verfärbung und Risse, und
×: schwerwiegende Quellung, Verfärbung und Risse.
: keine Änderung,
○: gewisse Quellung, Verfärbung und Risse, und
×: schwerwiegende Quellung, Verfärbung und Risse.
Ein klarer Beschichtungslack mit einer Viskosität, die bei 25°C mit Xylol
mit einem Ford-Becher zu 25 Sekunden bestimmt wurde, wurde in einer
Glasflasche dicht versiegelt und dann 20 Tage lang in einem Bad mit
konstanter Temperatur bei 25°C und 40°C stehen gelassen. Danach
wurde die Viskosität wiederum mit dem Ford-Becher bestimmt. Die Ergeb
nisse wurden gemäß den folgenden Kriterien klassifiziert:
: Die mit dem Ford-Becher bei 25°C bestimmte Viskosität betrug 35 Sekunden oder darunter.
○: Die Viskosität war oberhalb 35 Sekunden bis 45 Sekunden.
×: Die Viskosität war größer als 45 Sekunden.
: Die mit dem Ford-Becher bei 25°C bestimmte Viskosität betrug 35 Sekunden oder darunter.
○: Die Viskosität war oberhalb 35 Sekunden bis 45 Sekunden.
×: Die Viskosität war größer als 45 Sekunden.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 wiedergegeben.
Aus den vorstehenden Ergebnissen ist ersichtlich, daß dann, wenn ein Härtungs
katalysator mit einem Siebepunkt von 150°C oder höher bei einem Druck von
760 mmHg, welcher für einen klaren Beschichtungslack mit einem Härtungs
system, welches verschieden ist von dem eines Grundbeschichtungslacks,
verwendet werden soll, in den Grundbeschichtungslack einverleibt wird, die
Lagerfähigkeit des klaren Beschichtungslacks per se ausgezeichnet wird und die
Beschichtung, die dadurch erhalten wird, daß man den klaren Beschichtungslack
in einer Naß-auf-Naß-Technik durch Beschichten auf dem Grundbeschichtungs
lack ausbildet, und dann die Beschichtung wärmebehandelt bzw. härtet, eben
falls ausgezeichnet ist. Andererseits ist anhand der Vergleichsbeispiele ebenso
ersichtlich, daß dann, wenn der Siedepunkt des Härtungskatalysators für den
klaren Beschichtungslack, welcher in den Grundbeschichtungslack einverleibt ist,
niedriger ist als 150°C, oder wenn der Härtungskatalysator in den klaren Be
schichtungslack, aber nicht in den Grundbeschichtungslack einverleibt wird, oder
wenn der Härtungskatalysator weder in den Grundbeschichtungslack noch in
den klaren Beschichtungslack einverleibt wird, die Lagerfähigkeit herabgesetzt
wird, oder, selbst dann, wenn die Lagerfähigkeit nicht herabgesetzt ist, die
Eigenschaften der erhaltenen Beschichtung, wie Benzinbeständigkeit, Wasser
beständigkeit und Säurebeständigkeit, deutlich verschlechtert sind.
Claims (19)
1. Beschichtungsverfahren, umfassend das Beschichten eines Substrats mit
einem Grundbeschichtungslack, der ein Hydroxylgruppen enthaltendes
Oligomer und ein Aminoplastharz enthält, darauf Beschichten im Naß-auf-Naß-Zustand
eines klaren Beschichtungslacks mit einem Härtungssystem,
das verschieden ist von dem des Grundbeschichtungslacks, und dann
Härten der resultierenden Beschichtungen, wobei ein Härtungskatalysator
zum Härten des klaren Beschichtungslacks dem Grundbeschichtungslack
einverleibt ist, und wobei dieser Härtungskatalysator einen Siedepunkt
von 150°C oder höher bei einem Druck von 760 mmHg aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Härtungskatalysator einen Siede
punkt von 180°C oder höher aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Härtungskatalysator ein
Molekulargewicht von 100 bis 400 aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, wobei der Härtungskatalysator ein
basischer Härtungskatalysator oder ein saurer Härtungskatalysator ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der basische
Härtungskatalysator ausgewählt ist aus einer teritären Aminverbindung,
einer Amidverbindung, einer quartären Amoniumverbindung und einer
quartären Phosphoniumverbindung.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der saure Härtungs
katalysator ausgewählt ist aus einer aliphatischen Carbonsäure, Phosphor
säure oder einem Mono- oder Diester davon, und einer Sulfonsäure.
7. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die tertiäre Aminverbindung durch die
folgende Formel dargestellt wird:
in der R¹, R² und R³ unabhängig voneinander eine Alkyl- oder Arylgruppe
bedeuten, oder R² und R³, gegebenenfalls in Abwesenheit von R¹, zu
sammen eine tertiäre Aminverbindung mit einem fünfgliedrigen oder
sechsgliedrigen Ring zusammen mit dem an sie gebundenen Stickstoff
atom bilden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und 7, wobei die tertiäre
Aminverbindung ausgewählt ist aus Tributylamin, Tripropylamin, Trioctyl
amin, N,N-Dimethylhexylamin, N,N-Diethylbenzylamin, N,N-Dimethylanilin,
N,N-Diethylanilin, N,N-Dipentylanylin, N,N-Dimethylnaphthylamin, N,N-Dimethyl-o-toluidin,
N,N-Dimethyl-m-toluidin, N,N-Dimethyl-p-toluidin,
N,N-Diphenylmethylamin, N,N-Diphenylethylamin, N,N-Diphenylethylamin,
N,N,N′,N′-Tetramethyl-o-phenylendiamin, N,N,N′,N′-Tetramethyl-m-phe
nylendiamin, 2,3-Dimethylpyridin, 2,4-Dimethylpyridin, 3,4-Dimethylpyri
din, 2-Benzylpyridin, 3-Benzylpyridin, 4-Benzylpyridin, 2-Phenylpyridin, 2-Chlorpyridin,
2-Vinylpyridin, Pyrazin, 2,5-Dimethylpyrazin, N-Methyl-2-pyrrolidon
und 1-Methylimidazol.
9. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Amidverbindung durch die folgende
Formel dargestellt wird,
in der R¹, R² und R³ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine
Alkylgruppe oder eine Arylgruppe bedeuten.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und 7 bis 9, wobei der
basische Härtungskatalysator in einer Menge von 5 bis 100 mmol pro 100
Teile des festen Harzgehalts des Grundbeschichtungslacks verwendet
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die aliphatische Carbonsäure durch die
folgenden Formeln dargestellt wird:
in denen jedes R¹ unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine
Alkylgruppe oder eine Arylgruppe bedeutet, und R² eine gegebenenfalls
substituierte, acyclische Alkylgruppe oder eine alicyclische Alkylgruppe
ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 6 und 11, wobei der saure
Härtungskatalysator ausgewählt ist aus Methacrylsäure, Isocrotonsäure,
Chloressigsäure, Dichloressigsäure, Dibromessigsäure, Chlorpropionsäure,
Dichlorpropionsäure, 2-Ethylbutansäure, Pentansäure, Isopentansäure,
Isobutansäure, Heptansäure, Hexansäure, Octansäure, Decansäure,
Undecansäure, Cyclopropancarbonsäure, und Cyclohexancarbonsäure.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 6, 11 und 12, wobei der
saure Härtungskatalysator in einer Menge von 5 bis 50 mmol pro 100
Teile des festen Harzgehalts des Grundbeschichtungslacks verwendet
wird.
14. Grundbeschichtungslack, umfassend ein Hydroxylgruppen enthaltendes
Oligomer, ein Aminoplastharz und einen Härtungskatalysator, welcher
einen klaren Beschichtungslack mit einem Härtungssystem, welches ver
schieden ist von dem des Grundbeschichtungslacks, härtet, wobei der
Härtungskatalysator einen Siedepunkt von 150°C oder höher bei einem
Druck von 760 mmHg aufweist.
15. Grundbeschichtungslack nach Anspruch 14, wobei der Härtungskatalysa
tor ein basischer Härtungskatalysator oder ein saurer Härtungskatalysator
ist.
16. Grundbeschichtungslack nach Anspruch 14 oder 15, wobei der basische
Härtungskatalysator ausgewählt ist aus tertiären Aminverbindungen, einer
Amidverbindung, einer quartären Ammoniumverbindung und einer quartä
ren Phosphoniumverbindung.
17. Grundbeschichtungslack nach Anspruch 14 oder 15, wobei der saure
Härtungskatalysator ausgewählt ist aus einer aliphatischen Carbonsäure,
Phosphorsäure oder einem Mono- oder Diester davon und einer Sulfonsäu
re.
18. Grundbeschichtungslack nach einem der Ansprüche 14 bis 16, wobei der
basische Härtungskatalysator in einer Menge von 5 bis 100 mmol pro 100
Teile des festen Harzgehalts des Grundbeschichtungslacks verwendet
wird.
19. Grundbeschichtungslack nach einem der Ansprüche 14, 15 und 17,
wobei der saure Härtungskatalysator in einer Menge von 5 bis 50 mmol
pro 100 Teil des festen Harzgehalts des Grundbeschichtungslacks ver
wendet wird.
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