DE19612573C1 - Verfahren zum vorübergenenden Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines Vortriebdränrohres, aus thermoplastischem Kunststoff - Google Patents
Verfahren zum vorübergenenden Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines Vortriebdränrohres, aus thermoplastischem KunststoffInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum vorübergehenden
Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb,
insbesondere eines Vortriebsdränrohres, aus thermoplastischem
Kunststoff, mit über dem Rohrumfang verteilten Durch
brechungen für die unterirdische Dränung von Flächen und
Altlasten, insbesondere Deponie-Altlasten, wonach die Durch
brechungen für den Rohrvortrieb vorübergehend mittels
Dichtungsmitteln abgedichtet werden.
Es sind derartige Dränrohre als insbesondere Vortriebsrohre
bekannt, bei welchen die über den Rohrumfang verteilten
Durchbrechungen für den Rohrvortrieb vorübergehend mittels
Dichtmittel abdichtbar sind (DE 41 33 802 C1). Derartige
Dränrohre eignen sich zur unteriridischen Dränung von Flächen
und Altlasten, insbesondere Deponie-Altlasten, im Rohrvor
triebsverfahren, weil die Möglichkeit besteht, die abge
dichteten Durchbrechungen nach dem beendeten Rohrvortrieb
wieder zu öffnen und folglich für die Dränung freizugeben.
Als Dichtmittel finden regelmäßig Stopfen oder Dichtmasse
Verwendung, welche mittels Wasser- oder Luftdruckbeauf
schlagung aus den Durchbrechungen vom Rohr inneren her nach
außen herausgedrückt werden müssen. Das ist sowohl hinsicht
lich des Verschließens als auch des Öffnens der Durch
brechungen verhältnismäßig aufwendig. - Hier will die Erfin
dung Abhilfe schaffen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Herstellen eines Dränrohres, insbesondere Vortriebsdrän
rohres, der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, wonach
sich die Durchbrechungen in verhältnismäßig einfacher und
einwandfreier Weise für den Rohrvortrieb verschließen und
nach dem Rohrvortrieb wieder öffnen lassen.
Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungsgemäßen
Verfahren dadurch, daß als Dichtungsmittel Topfhülsen in die
Durchbrechungen mit im Rohrinneren um ein vorgegebenes Maß
vorkragenden Hülsenböden eingesetzt werden, und daß die
Hülsenböden nach abgeschlossenem Rohrvortrieb abgetrennt
und/oder die Topfhülsen bis zum Öffnen der Durchbrechungen
zerstört werden. - Die Erfindung geht zunächst einmal von der
Erkenntnis aus, daß sich hinsichtlich ihrer Länge und ihres
Durchmessers definierte Topfhülsen unschwer in darauf
abgestimmte Durchbrechungen im Rohrmantel des betreffenden
Dränrohres einsetzen und auf eine vorgegebene Eindringtiefe
mit Dichtwirkung eindrücken lassen. Nach erfolgtem Rohrvor
trieb genügt lediglich ein Kappen der Hülsenböden, um die
Durchbrechungen zur Bildung von Sickeröffnungen freizugeben.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Topfhülsen bis zum
Öffnen der Durchbrechungen zu zerstören, so daß sie gleichsam
mehr oder weniger aus den Durchbrechungen herausfallen.
Folglich lassen sich die Durchbrechungen in verhältnismäßig
einfacher Weise verschließen und nach dem erfolgten Rohrvor
trieb - wenn also die Dränrohre ihre Endposition erreicht
haben - für den angestrebten Sickervorgang wieder öffnen.
Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im folgenden
aufgeführt. So lehrt die Erfindung, daß die Topfhülsen bis
zum Fluchten mit der Rohraußenfläche von außen nach innen in
die Durchbrechungen - unter Erzeugung von Dichtwirkung -
eingedrückt werden, also den Rohrvortrieb nicht behindern.
Dabei können Topfhülsen mit verhältnismäßig dünner Wandstärke
verwendet werden, um das Abtrennen der Hülsenböden bzw.
Zerstören der Topfhülsen zu erleichtern. In diesem Zusammen
hang empfiehlt die Erfindung ferner, daß Topfhülsen aus einem
leicht schneidbaren und/oder zerstörbaren Material, z. B.
Kunststoff, Holz oder Glas verwendet werden. - Nach einem
Vorschlag der Erfindung, dem besondere Bedeutung zukommt, ist
vorgesehen, daß die Hülsenböden mittels eines durch das
Dränrohr hindurchbewegten Schneidwerkzeuges abgetrennt bzw.
abgeschnitten werden. Ein solches Schneidwerkzeug kann auch
zur Zerstörung der Topfhülsen herangezogen werden, wenn eben
die Topfhülsen aus leicht zerstörbarem Material bestehen und
aufgrund des angreifenden Schneidwerkzeuges zerbrechen.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung zur Durch
führung des beanspruchten Verfahrens, die sich durch einfache
und funktionsgerechte Bauweise auszeichnet. Diese Vorrichtung
ist gekennzeichnet durch ein Schneidwerkzeug mit einem gegen
dem Rohrinnenmantel angestellten Messerring, welches durch
das Dränrohr hindurchbewegt werden kann und folglich die in
das Rohr innere vorkragenden Hülsenteile mit den Hülsenböden
erfaßt und abtrennt. Vorzugsweise ist das Schneidwerkzeug als
Schild oder Tragring mit einem umlaufenden Messerring
ausgebildet. Zweckmäßigerweise ist der Schild oder Tragring
zum Anschluß an eine Zug- oder Drückvorrichtung eingerichtet.
Es besteht also die Möglichkeit, das Schneidwerkzeug entweder
durch das vorgetriebene Dränrohr hindurchzuziehen oder
hindurchzudrücken und ggf. wieder zurückzuziehen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert;
es zeigen:
Fig. 1 ausschnittsweise ein Dränrohr in perspektivischer
Darstellung,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Gegenstand nach Fig. 1
mit in die Durchbrechungen eingesetzten Topfhülsen
und einem in das Dränrohr eingesetzten Schneidwerk
zeug,
Fig. 3 einen Ausschnitt aus dem Gegenstand der Fig. 2, und
Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 2 nach dem Abtrennen der
Hülsenböden.
In den Figuren ist ein Dränrohr 1 dargestellt, welches als
Vortriebsdränrohr zur unterirdischen Dränung von Flächen und
Altlasten dient. Dieses Dränrohr 1 besteht aus thermo
plastischem Kunststoff und weist über seinen Rohrumfang
verteilte Durchbrechungen 2 als Sickeröffnungen auf, die für
den Rohrvortrieb verschlossen werden. Dazu werden in die
Durchbrechungen 2 Topfhülsen 3 mit Dichtwirkung und mit im
Rohr inneren um ein vorgegebenes Maß vorkragenden Hülsenböden
4 eingesetzt. Diese Topfhülsen 3 fluchten mit der Rohraußen
fläche, um den Rohrvortrieb nicht zu behindern. Die Topf
hülsen 3 bestehen aus leicht schneidbarem und/oder zerstör
barem Material wie z. B. Kunststoff, Holz oder Glas. Wenn das
Dränrohr 1 nach erfolgtem Rohrvortrieb seine Endposition
erreicht hat, werden die Hülsenböden 4 mittels des durch das
Dränrohr 1 hindurchbewegten Schneidwerkzeuges 5 abgetrennt,
so daß die Durchbrechungen 2 geöffnet sind und als Sicker
öffnungen funktionieren können, gleichgültig ob lediglich die
Hülsenböden 4 abgeschnitten oder die Topfhülsen 3 vollständig
zerstört werden und aus den Durchbrechungen 2 mehr oder
weniger herausfallen. Die Durchbrechungen 2 weisen nach dem
Ausführungsbeispiel einen Innendurchmesser auf, der auf den
Außendurchmesser der Topfhülsen 3 abgestimmt ist, um die
erforderliche Dichtwirkung für den Rohrvortrieb zu erzielen.
Das Schneidwerkzeug 5 ist nach dem Ausführungsbeispiel als
ein Schild mit einem umfangsseitig umlaufenden Messerring 6
ausgebildet und kann in Pfeilrichtung hin- und herbewegt
werden.
Claims (11)
1. Verfahren zum vorübergehenden Abdichten eines Dränrohres
beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines
Vortriebsdränrohres, aus thermoplastischem Kunststoff, mit
über dem Rohrumfang verteilten Durchbrechungen für die
unterirdische Dränung von Flächen und Altlasten, insbesondere
Deponie-Altlasten, wonach die Durchbrechungen für den Rohr
vortrieb vorübergehend mittels Dichtungsmitteln abgedichtet
werden, dadurch gekennzeichnet, daß als
Dichtungsmittel Topfhülsen (3) in die Durchbrechungen (2) mit
im Rohr inneren um ein vorgegebenes Maß vorkragenden Hülsen
böden (4) eingesetzt werden, und daß die Hülsenböden (4) nach
abgeschlossenem Rohrvortrieb abgetrennt und/oder die Topf
hülsen (3) bis zum Öffnen der Durchbrechungen zerstört
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Topfhülsen (3) bis zum Fluchten mit der Rohraußenfläche
von außen nach innen in die Durchbrechungen eingedrückt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß Topfhülsen (3) mit dünner Wandstärke verwendet
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß Topfhülsen (3) aus einem leicht schneid
baren und/oder zerstörbaren Material, z. B. Kunststoff, Holz
oder Glas verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülsenböden (4) mittels eines durch
das Dränrohr (1) hindurchbewegten Schneidwerkzeuges (5) abge
trennt werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet
durch ein Schneidwerkzeug (5) mit einem gegen den
Rohrinnenmantel angestellten Messerring (6).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schneidwerkzeug (5) als Schild oder Tragring mit einem am
Umfang umlaufenden Messerring (6) ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeich
net, daß der Schild (5) oder Tragring zum Anschluß an eine
Zug- oder Drückvorrichtung eingerichtet ist.
9. Dränrohr, insbesondere Vortriebsdränrohr, aus thermo
plastischem Kunststoff mit über dem Rohrumfang verteilten
Durchbrechungen, dadurch gekennzeichnet, daß in die Durch
brechungen (2) Topfhülsen (3) mit Dichtwirkung eingesetzt
sind.
10. Dränrohr nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Topfhülsen (3) mit der Rohraußenfläche fluchten und mit
ihren Hülsenböden (4) um ein vorgegebenes Maß in das Rohr
innere vorkragen.
11. Dränrohr nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Topfhülsen (3) aus leicht schneidbarem
und/oder zerstörbarem Material, z. B. Kunststoff, Holz oder
Glas bestehen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996112573 DE19612573C1 (de) | 1996-03-29 | 1996-03-29 | Verfahren zum vorübergenenden Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines Vortriebdränrohres, aus thermoplastischem Kunststoff |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996112573 DE19612573C1 (de) | 1996-03-29 | 1996-03-29 | Verfahren zum vorübergenenden Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines Vortriebdränrohres, aus thermoplastischem Kunststoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19612573C1 true DE19612573C1 (de) | 1997-07-31 |
Family
ID=7789875
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|---|---|---|---|
| DE1996112573 Expired - Fee Related DE19612573C1 (de) | 1996-03-29 | 1996-03-29 | Verfahren zum vorübergenenden Abdichten eines Dränrohres beim Verlegen mittels Vortrieb, insbesondere eines Vortriebdränrohres, aus thermoplastischem Kunststoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19612573C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19856327C2 (de) * | 1998-05-12 | 2001-11-29 | Martin Nusbaumer | Verfahren zur nachträglichen Deichstabilisierung und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| RU2411322C1 (ru) * | 2009-08-18 | 2011-02-10 | Государственное научно-исследовательское учреждение Всероссийский научно-исследовательский институт сельскохозяйственного использования мелиорированных земель (ГНИУ ВНИИМЗ) | Закрытый собиратель |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4133802C1 (en) * | 1991-10-12 | 1992-10-22 | Manfred 5210 Troisdorf De Hawerkamp | Thermoplastics thrust pipe - has respective plug and socket ends with opposed angle cone design so it can mate with next section |
-
1996
- 1996-03-29 DE DE1996112573 patent/DE19612573C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4133802C1 (en) * | 1991-10-12 | 1992-10-22 | Manfred 5210 Troisdorf De Hawerkamp | Thermoplastics thrust pipe - has respective plug and socket ends with opposed angle cone design so it can mate with next section |
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|---|---|---|---|---|
| DE19856327C2 (de) * | 1998-05-12 | 2001-11-29 | Martin Nusbaumer | Verfahren zur nachträglichen Deichstabilisierung und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
| RU2411322C1 (ru) * | 2009-08-18 | 2011-02-10 | Государственное научно-исследовательское учреждение Всероссийский научно-исследовательский институт сельскохозяйственного использования мелиорированных земель (ГНИУ ВНИИМЗ) | Закрытый собиратель |
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