DE3535320A1 - Verfahren und vorrichtung zum setzen eines stab-, draht- oder rohrfoermigen einbauteils in eine bodenformation mit drueckendem wasser - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum setzen eines stab-, draht- oder rohrfoermigen einbauteils in eine bodenformation mit drueckendem wasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Setzen eines
stab-, draht- oder rohrförmigen Einbauteils, z.B. eines Ver
preßankers, durch eine Spundwand in eine Bodenformation mit
drückendem Wasser gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Sie betrifft ferner Vorrichtungen zur Durchführung des Ver
fahrens.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen zur Anwendung
bei betonierten Schlitzwänden und dergleichen sind beispiels
weise bekannt aus den DE-OS 23 54 764 und 28 00 370. Hier
bei wird bei der Herstellung der Schlitzwand oder ähnlichen
eine spezielle Durchführungshülse einbetoniert, die wenig
stens einen, vorzugsweise zwei Dichtungsringe aufweist.
Durch die Durchführungshülse und mit Hilfe der Dichtungsringe
abgedichtet wird zunächst ein Bohrrohr mit wasserdichter
Spitze durchgeführt und bis zur Solltiefe vorgetrieben. In
das Bohrrohr wird dann das eigentliche stab-, draht- oder
rohrförmige Einbauteil, beispielsweise ein Verpreßanker, ein
gesetzt, wobei eine zweite Dichtung zwischen Anker und Bohr
rohr das Austreten von drückendem Wasser verhindert. An
schließend wird das Bohrrohr gezogen, wobei die Bohrrohrspitze
im Erdreich zurück bleibt und gleichzeitig der dabei entstehen
de Hohlraum im Erdreich mit geeignetem Bindemittel verpreßt.
Der Dichtring, der sich in der Durchführungshülse befindet,
muß so ausgebildet sein, daß er nicht nur gegenüber dem Bohr
rohr, sondern nach dem Ziehen desselben auch gegenüber dem
Anker so weit abdichtet, daß ein Austreten des drückenden Was
sers sicher verhindert wird. Die Querschnitte von Bohrrohr und
Ankerstab sollten sich deshalb möglichst wenig voneinander un
terscheiden.
Die endgültige Abdichtung zwischen Einbauhülse und
Ankerstab wird durch einen speziellen, zylindrischen Dichtungs
ring erreicht, der mit Hilfe einer Kreislochscheibe und einer
Stopfbuchsenhülse in axialer Richtung so weit zusammengepreßt
wird, daß er den Zwischenraum zwischen der Durchführungshülse
und dem Ankerstab endgültig abdichtet.
Bei einer Variante dieses Verfahrens gemäß der DE-OS
28 00 370 wird das Bohrrohr so weit zurückgezogen, bis sich
sein Ende etwa in der Mitte der Durchführungshülse befindet.
Jetzt wird der Hohlraum zwischen Ankerstab und Durchführungs
hülse mit Kunststoff verpreßt, der über eine zuvor in die
Schlitzwand einbetonierte Sekundär-Verpreßleitung eingepreßt
wird. Dieser Kunststoffpfropfen verhindert, daß bei völlig
gezogenem Bohrrohr das drückende Wasser herauslaufen kann.
Die endgültige Abdichtung erfolgt wieder durch einen zylindri
schen Dichtungsring, der mit Hilfe einer Kreislochscheibe und
einer Stopfbuchsenhülse in axialer Richtung so weit zusammen
gepreßt wird, daß er den Zwischenraum zwischen der Durch
führungshülse und dem Ankerstab endgültig abdichtet.
In beiden bekannten Fällen erfolgt die endgültige Ab
dichtung durch den axial zusammengepreßten Dichtungsring,
während die Lippendichtung bzw. der Kunststoffpfropfen nur
als Hilfsdichtung während der Montage dienen. Außerdem sind
diese Verfahren nur für Schlitzwände und dergleichen brauch
bar, die eine nicht unerhebliche Wandstärke aufweisen müssen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, welches
für alle Arten von Spundwänden, insbesondere für Stahlspund
wände geeignet ist und bei dem die Abdichtung gegen das
drückende Wasser nur durch Verpreßbindemittel erfolgt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1.
Gemäß einer ersten Verfahrensvariante, wie sie in
den Ansprüchen 2 bis 4 enthalten ist, wird hinter der ins
besondere aus Stahl bestehenden Spundwand ein Verschluß
pfropfen gebildet, so daß die Spundwand selbst anschließend
problemlos durchbohrt werden kann. Sobald auch der Verschluß
pfropfen durchbohrt wird, wird die Abdichtung gegen das
drückende Wasser durch eine Stopfbuchse gewährleistet. Beim
Ziehen des Bohrrohrs mit gleichzeitigem Verpressen des dabei
entstehenden Hohlraums zwischen Ankerstab und Erdreich er
folgt automatisch eine Abdichtung zwischen Ankerstab und
Verschlußpfropfen, so daß das Bohrrohr ohne Schwierigkeiten
aus der Stopfbuchse herausgezogen werden kann. Die Stopf
buchse selbst kann als Grund- bzw. Ankerplatte für eine
Vorspanneinrichtung dienen, wobei nach erfolgter Vorspannung
der Hohlraum zwischen Verschlußpfropfen und Spundwandrück
seite mit sekundärem Verpreßmaterial endgültig abgedichtet
wird.
Gemäß einer zweiten Verfahrensvariante, wie sie in den
Ansprüchen 5 und 6 definiert ist, wird auf die Spundwand ein
Anschlußrohrstück aufgesetzt, welches an seinem Ende eine
Stopfbuchse trägt, wobei zwischen Anschlußrohrstück und Stopf
buchse ein Absperrschieber vorgesehen ist. Dieser Absperr
schieber wird geschlossen, sobald nach dem Durchbohren der
Spundwand mit einem Kernbohrer dieser Kernbohrer gegen das
eigentliche Bohrrohr bzw. Vortreibrohr ausgewechselt wird.
Die Abdichtung zwischen Ankerstab und Anschlußrohr erfolgt
mit Hilfe einer Dichtung, die über einen Druckanschluß
aktiviert wird, sobald das Bohr- oder Vortreibrohr weit genug
zurückgezogen ist.
Bei beiden Verfahrensvarianten besteht keine Be
schränkung hinsichtlich der Verhältnisse der Durchmesser
von Ankerstab und Bohr- bzw. Vortreibrohr und die endgültige
Abdichtung zwischen Anker und Spundwand erfolgt mit Hilfe
von dauerhaften Verpreßmaterialien.
Auch bei Verfahren zum Setzen von Ankern und der
gleichen durch Spundwände hindurch in Erdformationen mit
drückendem Wasser besteht die Möglichkeit bzw. Gefahr, daß
auf die Gerätschaften auf der Vorderseite der Spundwand wenig
stens zeitweise unter Wasser geraten, beispielsweise bei Arbei
ten in tiefen Gewässern. Um zu verhindern, daß in einem sol
chen Fall die Arbeit immer wieder unterbrochen werden muß,
schlägt die Erfindung zur Schonung von Material und Bedienungs
personal sowie zur Beschleunigung der Arbeiten die Maßnahme
gemäß Anspruch 7 vor.
Es versteht sich, daß das erfindungsgemäße Verfahren
und seine Varianten nicht ohne speziell angepaßte Vorrich
tungen ausgeführt werden können. Derartige Vorrichtungsteile
anzugeben ist deshalb ebenfalls Aufgabe der vorliegenden Er
findung.
Eine solche spezielle Ausgestaltung für den als zweite
Dichtung zwischen Einbauteil, beispielsweise Ankerstab, und
Bohr- oder Vortreibrohr dienenden Dichtteller ist Gegenstand
der Ansprüche 8 und 9.
Wesentliches Merkmal dieses Dichttellers ist das
sichere Abdichten des drückenden Wassers, ohne daß das Ein
bringen und Zurückziehen des Bohr- bzw. Vortreibrohrs behin
dert wird.
Speziell für die zweite Verfahrensvariante geeignet
ist die Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 11 und 12, wobei der
Absperrschieber das drückende Wasser zurückhält, bis das
eigentliche Bohr- bzw. Vortreibrohr in die Stopfbuchse einge
setzt ist.
Eine geeignete Vorrichtung in Form einer als wasser
dichte Raumzelle ausgebildeten Arbeitskammer zur Durch- und
Weiterführung der Arbeiten auch unter Wasser ist Gegenstand
der Ansprüche 14 bis 18. Wesentliches Merkmal ist die Ausbil
dung der der Spundwand zugewandten Raumzellenwand und der
dort vorgesehenen Dichtungen entsprechend dem meist trapez
förmigen Profil der Spundwand selbst.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der
restlichen Unteransprüche. Die Erfindung selbst und die mit
ihr erzielbaren Vorteile sollen anhand der Zeichnungen in
Form von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es
zeigen
Fig. 1 einen Bauzustand während des Ablaufs einer
ersten Verfahrensvariante,
Fig. 2 den endgültigen Zustand nach Abschluß der er
sten Verfahrensvariante,
Fig. 3 bis 8 verschiedene Bauzustände während des Ab
laufs einer zweiten Verfahrensvariante,
Fig. 9 und 10 zwei Schnitte durch einen als zweite
Dichtung wirkenden Dichtteller zwischen Einbau
teil und Bohr- bzw. Vortreibrohr,
Fig. 11 eine schematische Seitenansicht einer wasser
dichten Arbeitskammer vor der Spundwand,
Fig. 12 eine Draufsicht auf die der Spundwand zuge
wandte Arbeitskammerwand,
Fig. 13 einen waagerechten Schnitt durch Arbeitskammer
und Spundwand gemäß der Linie XIII-XIII in
Fig. 12 und
Fig. 14 einen senkrechten Schnitt durch die Arbeitskam
mer gemäß der Linie XIV-XIV in Fig. 12.
Anhand der Fig. 1 und 2 soll die erste Verfahrens
variante erläutert werden. Zunächst werden Injektionslöcher 7
in die zu sichernde Spundwand 1 gebohrt und durch Injizieren
der Bodenformation 14 hinter der Spundwand 1 ein Dichtpfropfen
2 hergestellt. Im Schutz des Dichtpfropfens 2 kann dann die
Spundwand 1 geöffnet und eine Grund- und Ankerplatte 5 in die
Spundwand 1 wasserdicht eingesetzt werden. Grundsätzlich kann
die Grund- bzw. Ankerplatte 5 auch auf die Spundwand 1 aufge
setzt werden.
Die Grund- und Ankerplatte 5 besitzt eine zentrale
Öffnung, die mit einem umlaufenden Dichtring 6 versehen ist.
Dies ist die erste Dichtung nach Art einer Stopfbuchse.
An der Ankerplatte 5 ist eine Bohr- bzw. Vortreibein
richtung 18 mit Gestänge 19 befestigt. Durch die Stopfbuchse 5,
6 wird ein Bohr- bzw. Vortreibrohr 8 mit einer wasserdichten
Spitze 9 eingebracht. Sobald Solltiefe erreicht ist, wird ein
Einbauteil 10, beispielsweise ein Ankerstab mit Verkrallein
richtung 11 in das Vortreibrohr 8 eingeführt. Am Ankerkopf,
kurz hinter der Grund- und Ankerplatte 5, ist ein Dichttel
ler 12 wasserdicht auf dem Ankerstab 10 befestigt. Dieser
Dichtteller 12 dichtet den Ankerstab 10 gegenüber dem Vor
treibrohr 8 gegen das drückende Wasser 3 ab.
Durch den Dichtteller 12 sind eine Verpreßleitung 13
sowie eine zugehörige Entlüftungsleitung und eine Nachverpreß
leitung 15 bis zum Ankerfuß hindurchgeführt.
Das Bohr- bzw. Vortreibrohr 8 wird durch die Verpreß
leitung 13 bis zum Dichtteller 12 mit Verpreßbindemittel 17
gefüllt. Jetzt wird das Vortreibrohr 8 gezogen, wobei die
Bohrspitze 9 im Erdreich zurück bleibt. Die Verkralleinrich
tung 11 setzt sich im Boden fest.
Unter ständigem Nachpressen von Verpreßbindemittel 17
wird das Bohr- und Vortreibrohr 8 stetig zurückgezogen, bis
das Rohrende kurz vor dem Dichtteller 12 steht.
Jetzt wird schnell erhärtende Dichtmasse durch Ventile
21 in der Grund- und Ankerplatte 5 in den Raum 22 zwischen
Spundwand 1 und Dichtpfropfen 2 gepreßt. Nach Erhärten der
Dichtmasse 22 kann das Bohr- bzw. Vortreibrohr 8 völlig heraus
gezogen werden. Die Verpreßleitung 13 und die zugehörige Ent
lüftungsleitung werden gekappt, die Nachverpreßleitung 15 und
die zugehörige Lüftungsleitung werden freigelegt. Nach Erhär
ten des Verpreßbindemittels 17 wird nachverpreßt; dann kann
der Dichtteller 12 ausgebaut werden.
Jetzt wird auf den Ankerkopf eine Traverse 16 aufge
setzt und wasserdicht an der Spundwand 1 bzw. der Grund- und
Ankerplatte 5 befestigt. Nach dem Aufsetzen einer Ankermutter
23 kann der Anker 10 vorgespannt werden.
Anhand der Fig. 3 bis 8 soll der Ablauf der zweiten
Verfahrensvariante erläutert werden.
Zunächst wird eine Grundplatte 5′ , auf der ein An
schlußrohr 35 und Traversen 36 mit einer der späteren Einbau
richtung des Ankers entsprechenden Neigung befestigt sind, an
der Spundwand 1 wasserdicht montiert. Auf den Flansch des An
schlußrohrs 35 wird ein Absperrschieber 37 montiert und da
hinter eine Stopfbuchse 6′ als erste Dichtung. Zwischen Ab
sperrschieber 37 und Stopfbuchse 6′ kann noch ein radial
justierbares Kernbohrerlager 38 angebracht werden.
Jetzt wird bei geöffnetem Schieber 37 ein Kernbohrer
40 durch die Stopfbuchse 6′ hindurch eingebracht, um die
Spundwand 1 zu durchbohren (Fig. 3).
Nach dem teilweisen Zurückziehen des Kernbohrers 40
wird der Absperrschieber 37 geschlossen (Fig. 4). Der Kern
bohrer 40 wird ausgetauscht gegen ein Bohr- bzw. Vortreib
rohr 8 mit wasserdichter Bohrspitze 9 (Fig. 5). Nach Anpassen
der Stopfbuchse 6′ an das Bohrrohr 8 wird der Schieber 37
wieder geöffnet. Das Bohrrohr 8 wird auf Solltiefe einge
bracht und der Anker 10 eingeführt. Der Anker 10 kann auch in
Einzellängen eingeführt und gemufft werden.
Am Ankerkopf befindet sich wieder ein Dichtteller 12,
der zwischen Ankerstab 10 und Vortreibrohr 8 gegen das drücken
de Wasser 3 abdichtet (Fig. 6).
Ferner erkennt man im Bereich des Ankerkopfes als
drittes Dichtelement eine aktivierbare Dichtung 2′, zunächst
im nicht aktivierten Zustand. Die aktivierbare Dichtung 2′
ist auf dem Ankerstab 10 wasserdicht befestigt.
Zunächst wird das Bohrrohr 8 wieder mit Verpreßbinde
mittel 17 gefüllt und schließlich kontinuierlich zurückgezogen.
Dabei wird der Ankerstab 10 durch das Haltegestänge 19 der
Bohrmaschine gehalten (Fig. 7). Sobald das Bohrrohr 8 weit ge
nug zurückgezogen ist, wird die aktivierbare Dichtung 2′
aktiviert. Jetzt kann das Bohrrohr 8 endgültig herausgenom
men werden, da die aktivierte Dichtung 2′ zwischen Ankerstab
10 und Anschlußrohr 35 abdichtet (Fig. 7).
Der Raum hinter der aktivierten Dichtung 2′ wird durch
eine entsprechende Öffnung in der aktivierten Dichtung 2′ hin
durch nachverpreßt.
Nach dem Abbau von Absperrschieber 37, Lager 38 und
Stopfbuchse 6′ werden die Verfüll- und Nachpreßleitungen 13,
15 sowie der Druckanschluß für die aktivierbare Dichtung 2′
gekappt und der Dichtteller 12 abgebaut. Über den Ankerkopf
wird eine Ankerplatte 43 auf den Flansch des Anschlußrohrs
35 aufgesetzt und eine Kardangelenkscheibe 44, eine Ankermut
ter 45 und eine Kontermutter 46 aufgeschraubt. Der Ankerkopf
ist somit fertig (Fig. 8).
Die Fig. 9 und 10 zeigen in vergrößerter Darstel
lung einen Längsschnitt bzw. einen Querschnitt durch den
Ankerkopf im Bereich des Dichttellers 12. Man erkennt den
Ankerstab 10 im Inneren des Bohrrohrs 8. Auf dem Ankerstab
10 ist der Dichtteller 12 wasserdicht aber abnehmbar be
festigt. In einer Stirnnut des Dichttellers 12 ist eine Ring
dichtung 25 eingelegt, die gegen die Innenseite des Bohrrohrs
abdichtet, ohne ein Ziehen des Bohrrohrs 8 zu behindern.
Der Dichtteller 12 besitzt im Ausführungsbeispiel
vier Durchgangsöffnungen 26...29. Zwei dieser Bohrungen 26,
28 nehmen die Verpreßleitung 13 und die Nachverpreßleitung 15
auf. Die beiden anderen Bohrungen 27, 29 dienen als Entlüf
tungsöffnungen und sind zu diesem Zweck mit (in der Zeichnung
nicht dargestellten) Verschlüssen ausgerüstet, die nur beim
Verpressen geöffnet werden.
Da auch bei Arbeiten gegen drückendes Wasser immer
die Möglichkeit besteht, daß der Wasserspiegel 4 vor der
Spundwand 1 so hoch steigt, beispielsweise in Tidengewässern,
daß das Bohrgerät und die Bohrmannschaft unter Wasser kommen,
sind Vorkehrungen zum Schutz von Gerät und Personal zu tref
fen. Eine solche Vorkehrung in Form einer wasserdichten Ar
beitskammer soll anhand der Fig. 11 bis 14 beschrieben wer
den.
Vor der Spundwand 1 ist eine Raumzelle 52 mit Hilfe
einer Hängevorrichtung 56 in Stellung gebracht. Die Raumzel
le 52 besitzt eine Arbeitsöffnung 53 an der der Spundwand 1
zugewandten Raumzellenwand 60. Rings um die Arbeitsöffnung
53 umlaufend ist außen ein Vorsatzrahmen 54 vorgesehen.
Als Einstiegsöffnung für Personal und Material ist
auf der Raumzellendecke 63 ein Stehrohr 59 angebracht. Unter
dem Raumzellenboden 64 hängt Ballast 58. Anpreßvorrichtungen
57 an Boden 64 und Decke 63 stellen die Verbindung mit der
Spundwand 1 her.
Fig. 12 zeigt eine Draufsicht auf die der Spundwand
1 zugewandte Raumzellenwand 60. Man erkennt an Boden und
Decke jeweils eine Anpreßvorrichtung 57. Diese besteht aus
einem in waagerechter Richtung verschiebbaren, durch eine
Trägerkonstruktion 84 gehaltenen Träger 81, auf dem dem Profil
der Spundwand 1 - Spundwandtal bzw. Spundwandberg - angepaßte
Halteteller 82 befestigt sind. Diese Halteteller 82 sind über
längenverstellbare Träger 81 (Fig. 14) mit einem Widerlager
83 an der Raumzelle 52 verstellbar verbunden.
Die verschließbare Arbeitsöffnung 53 ist mit Hilfe
einer abnehmbaren Verschlußplatte 73 abgedichtet. In der Ver
schlußplatte 73 erkennt man ein Überdruckventil 77 und einen
Schieber 78.
Auf die Raumzellenwand 60 ist im Bereich der Arbeits
öffnung eine Grundplatte 70 wasserdicht aufgeschraubt. Diese
Grundplatte 70 trägt zwei umlaufende, verformbare Dichtungen
68, 69. Das Profil der Grundplatte 70 und damit auch das
Profil der umlaufenden Dichtungen 68, 69 ist mit dem Profil
der Spundwand 1 deckungsgleich. Sie bilden den abnehmbaren
Dichtungsvorsatzrahmen 54, der je nach Spundwandprofil aus
getauscht wird.
Wie die Fig. 13 und 14 zeigen, ist die Raumzellenwand
60 im Bereich der Arbeitsöffnung 53 von einem umlaufenden
Winkelblech 71 eingefaßt. Auf diesem Winkelblech 71 ist außen
der Dichtungsvorsatzrahmen 54 und innen die Verschlußplatte
73 montiert.
Damit das Wasser zwischen den Dichtungen 68, 69 und
in der Arbeitsöffnung 53 beim Andocken, beispielsweise mit
Hilfe der Anpreßvorrichtung 57, nicht komprimiert werden
muß, sind Überdruckventile 76, 77 vorgesehen.
Nach dem primären Andocken erfolgt das Sekundäran
docken. Hierzu wird der Schieber 78 in der Verschlußplatte
73 schlagartig geöffnet. Dadurch ist der Wasserdruck auf der
Raumzellenvorderwand 60 kurzzeitig geringer als auf der Raum
zellenrückwand 65, so daß die Raumzelle 52 an die Spundwand
1 angepreßt wird. Dabei legen sich die Dichtungen 68, 69 voll
an die Spundwand 1 an und das überschüssige Wasser zwischen
den Dichtungen 68, 69 entweicht durch das Überdruckventil 76.
Durch Anschließen einer Pumpe an den Zwischenraum zwi
schen den umlaufenden Dichtungen 68, 69 kann weiteres Wasser,
welches aufgrund von Undichtigkeiten eindringen könnte, abge
saugt werden, so daß die Arbeitsöffnung 53 wasserfrei bleibt.
Nach Beendigung der Arbeiten wird die Öffnung 53 mit
Hilfe der Verschlußplatte 73 wieder verschlossen. In die Zwi
schenräume zwischen die Dichtungen 68, 69 wird Wasser gepreßt,
so daß sich die Raumzelle 52 von der Spundwand 1 trennt.
Die Primär-Anpreßvorrichtung 57 ist dabei außer Betrieb. Die
Raumzelle 52 wird dann mit Hilfe der Hängevorrichtung 56
geborgen und kann zur nächsten Baustelle gebracht werden.
Claims (18)
1. Verfahren zum Setzen eines stab-, draht- oder
rohrförmigen Einbauteils (10), z.B. eines Verpreßankers,
durch eine Spundwand (1) in eine Bodenformation (14) mit
drückendem Wasser (3), wobei an bzw. in der Spundwand (1)
eine Einrichtung angebracht wird, die nach Art einer Stopf
buchse eine Öffnung mit einer ersten Dichtung (6, 6′) auf
weist, durch diese Öffnung ein Bohrrohr (8) mit wasserdich
ter, verlorener Spitze (9) wasserdicht eingetrieben wird,
in das Bohrrohr (8) das stab-, draht- oder rohrförmige Ein
bauteil (10) eingebracht wird, das Bohrrohr (8) gezogen und
der dabei entstehende Hohlraum verpreßt wird, und eine zwei
te Dichtung (12) zwischen Bohrrohr (8) und Einbauteil (10)
das Austreten von drückendem Wasser (3) ebenfalls verhindert,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spundwand (1) verstärkt, die
Einrichtung montiert und die Öffnung in der Spundwand (1) her
gestellt werden, daß in den beim Ziehen des Bohrrohrs (8) ent
stehenden Hohlraum Verpreßbindemittel (17) bis zu einer drit
ten Dichtung (2, 2′), die sich wirkungsmäßig vor der zweiten
Dichtung (12) befindet, eingebracht wird und daß nach Fertig
stellung der Hohlraum zwischen dritter Dichtung (2, 2′) und
Spundwand (1) ebenfalls verpreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß hinter die Spundwand (1) Verpreßbindemittel injiziert wird,
das einen Verschlußpfropfen (2) bildet, der die Spundwand (1)
verstärkt und gleichzeitig die dritte Dichtung bildet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Bildung des Verschlußpfropfens (2) die Spundwand
(1) durchbohrt und an bzw. in diese Bohrung eine als Stopf
buchse wirkende Grundplatte (5) montiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Grundplatte (5) gleichzeitig eine Vorspanneinrich
tung (16, 23) verankert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stopfbuchse (6′) über einen Absperrschieber (37) mit
Anschlußrohrstück (35) und eine Grundplatte (5′) an der
Spundwand (1) befestigt wird, daß die Spundwand (1) durch
bohrt wird, wobei ein wasserdichter Kernbohrer (40), die
Stopfbuchse (6′) und - bei Zurückziehen des Kernbohrers (40) -
der Absperrschieber (37) das Austreten des Wassers (3) ver
hindern, daß mit dem Einbauteil (10) eine dritte Dichtung (2′)
eingebracht wird, die nach dem Ziehen des Bohrrohrs (8)
aktiviert wird, gegen das Anschlußrohrstück (35) abdichtet
und das Aufsteigen des Verpreßbindemittels (17) begrenzt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Aktivieren der dritten Dichtung (2′) Absperr
schieber (37) und Stopfbuchse (6′) abgebaut und durch eine
Vorspanneinrichtung (43... 46) ersetzt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß über der Öffnung in der Spundwand (1)
eine Arbeitskammer (52) wasserdicht befestigt wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem
Ende des Einbauteils (10) als zweite Dichtung ein Dichtteller
(12) dicht und abnehmbar aufgesetzt ist, daß der Dichtteller
(12) einen in eine umlaufende Nut eingesetzten Dichtring (25)
besitzt, der gegen das Bohrrohr (8) abdichtet, und daß im
Dichtteller (12) Öffnungen (26... 29) vorgesehen sind, durch
die eine Verpreßleitung (13) und gegebenenfalls eine Nach
verpreßleitung (15) sowie die zugehörigen Entlüftungslei
tungen durchführbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Entlüftungsöffnungen (27, 29) verschließbar
sind.
10. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach
den Ansprüchen 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die in
der Spundwand (1) montierte Grundplatte (5) wenigstens ein
Ventil (21) für ein sekundäres Verpreßbindemittel (22) be
sitzt.
11. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach
Anspruch 1 und 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die an
der Spundwand (1) montierte Grundplatte (5′) eine Anschluß
traverse (36) und das Anschlußrohr (35) trägt und daß an das
Anschlußrohr (35) der Absperrschieber (37) und daran die
Stopfbuchse als erste Dichtung (6′) angeflanscht sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen Absperrschieber (37) und Stopfbuchse
(6′) ein Lager (38) für den Kernbohrer (40) eingesetzt ist.
13. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach
den Ansprüchen 1 und 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß
auf dem Ende des Einbauteils (10) im Bereich des Anschluß
rohrs (35) eine aktivierbare Dichtung (2′) dicht und unlös
bar befestigt ist und daß diese Öffnungen für die Verpreß
leitung (13) und gegebenenfalls die Nachverpreßleitung (15)
sowie die zugehörigen Entlüftungsleitungen besitzt.
14. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach
Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Raumzelle (52)
vorgesehen ist, die eine mit einer abnehmbaren Verschluß
platte (73) verschließbare Arbeitsöffnung (53) besitzt,
daß um diese Arbeitsöffnung (53) herum wenigstens eine um
laufende, elastische Dichtung (68, 69) angeordnet ist und
daß das Profil der der Spundwand (1) zugewandten Raumzellen
wand (60) sowie der umlaufenden Dichtungen (68, 69) dem
Profil der Spundwand (1) angepaßt ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Raumzelle (52) ein Standrohr (67) als
Einstieg besitzt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Raumzelle (52) an eine Hängevorrich
tung (56) anhängbar und mit Ballast (58) beschwerbar ist.
17. Vorrichtung nach den Ansprüchen 14, 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Anpreßvorrichtung (57) vor
gesehen ist, die die Dichtungen (68, 69) an die Spundwand (1)
andrückt.
18. Vorrichtung nach den Ansprüchen 14 bis 17, da
durch gekennzeichnet, daß zwei umlaufende, elastische Dich
tungen (68, 69) vorgesehen sind und daß deren Zwischenraum
lenzbar ist.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853535320 DE3535320A1 (de) | 1985-10-03 | 1985-10-03 | Verfahren und vorrichtung zum setzen eines stab-, draht- oder rohrfoermigen einbauteils in eine bodenformation mit drueckendem wasser |
| EP86113463A EP0218987A3 (de) | 1985-10-03 | 1986-10-01 | Verfahren zum Setzen eines Einbauteils durch eine Spundwand in eine Bodenformation mit drückendem Wasser sowie Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens |
| JP23473286A JPS6286226A (ja) | 1985-10-03 | 1986-10-03 | 組込部材を矢板を通して水圧を受けた地中に設置するための方法とこの方法を実施するための装置 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853535320 DE3535320A1 (de) | 1985-10-03 | 1985-10-03 | Verfahren und vorrichtung zum setzen eines stab-, draht- oder rohrfoermigen einbauteils in eine bodenformation mit drueckendem wasser |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3535320A1 true DE3535320A1 (de) | 1987-04-09 |
Family
ID=6282667
Family Applications (1)
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