DE19600003A1 - Innensohle und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Innensohle und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft den Bereich des Schuhwerks und betrifft
konkreter eine Innensohle (Brandsohle) für ein Fußbekleidungsstück und ein
Verfahren zu ihrer Herstellung.
Die Bezeichnung "Innensohle", auch "Brandsohle" genannt, bedeutet in der
vorliegenden Beschreibung ein inneres Sohlenelement, welches fest an der
Außensohle (Laufsohle) eines Fußbekleidungsstücks befestigt ist.
Der Zweck einer Innensohle besteht darin, einer Person, die das Fußbe
kleidungsstück trägt, ein gewisses Maß an Bequemlichkeit zu geben, und
insbesondere darin, eine Polsterung für die Außensohle zu schaffen, damit
die beim Gehen verursachten Erschütterungen weitgehend absorbiert und
gedämpft werden. Um ihre Funktion zu erfüllen, sollte die Innensohle
einerseits elastisch und andererseits strapazierfähig und haltbar sein. Ver
schiedene Kunststoffe erwiesen sich als geeignet zur Herstellung von In
nensohlen mit den obengenannten Eigenschaften, und in vielen Fällen wird
die Innensohle aus Gründen der Bequemlichkeit mit einer losen Decksohle,
z. B. aus Leder, Filz oder ähnlichem, überdeckt.
Eine weitere wichtige Funktion einer Innensohle besteht in der Verbes
serung der Abstützung des Fußes, und zu diesem Zweck werden häufig
abgesenkte oder hervorstehende Bereiche, z. B. Wölbungen für die Zehen,
eine Fußwölbung, eine genoppte Fläche, etc., vorgesehen, die integriert mit
der Innensohle ausgebildet sind.
Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Innensohle mit
einer integrierten Decksohle und ein Verfahren zu ihrer Herstellung zu
schaffen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird eine Innensohle für Schuhwerk mit
einer darin eingebetteten integrierten Decksohle geschaffen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Ver
fahren zur Herstellung einer Schuhinnensohle vorgeschlagen, welches
folgende Schritte umfaßt:
- (i) Bereitstellung einer Platte aus einem Material, welches aus der Gruppe der porösen und geschäumten vernetzten synthetischen Polymere ausgewählt wird;
- (ii) Erwärmen der Platte mindestens auf den Erweichungs punkt des genannten Materials;
- (iii) Pressen der Platte und Einprägen einer fußab druckförmigen Aushöhlung in diese Platte mittels einer Prägevorrichtung mit einem Prägewerkzeug und einer dieses Prägewerkzeug tragenden Druckplatte;
- (iv) Anbringen einer Decksohle an der genannten fußab druckförmigen Aushöhlung und
- (v) passendes Zuschneiden der Platte.
Zum Prägen wird eine Presse mit einem passenden Prägewerkzeug ver
wendet, und in der Regel wird eine Kaltpresse bevorzugt, wodurch die
Wärme von der vorgewärmten Materialplatte während des Prägevorgangs
abgeleitet wird, mit dem Ergebnis, daß die geprägte Innensohle sich an
schließend nicht mehr verformt.
Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird die Decksohle an
der das Prägewerkzeug tragenden Druckplatte befestigt und bildet selbst das
Prägewerkzeug. Gemäß dieser Ausführungsform wird ein Klebemittel vor
dem Prägen auf eine oder beide Berührungsflächen der Decksohle bzw. der
Platte aufgetragen. Folglich wird die Decksohle in der entsprechend ge
formten Aushöhlung gehalten, welche durch die Decksohle selbst in die
Platte eingeprägt wurde. Der Begriff "Aushöhlung" beschreibt die konkav
gewölbte Oberflächenkontur der Innensohle, die im wesentlichen dem
dreidimensionalen Abdruck eines menschlichen Fußes entspricht.
Gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung besitzt die Prägevor
richtung ein eigenes integriertes Prägewerkzeug, und die Decksohle wird
nach dem Prägen angebracht.
Wenn nötig, kann die gemäß der genannten ersten Ausführungsform das
Prägewerkzeug tragende Druckplatte oder das integrierte Prägewerkzeug
gemäß der genannten zweiten Ausführungsform Vertiefungen oder hervor
stehende Bereiche umfassen, wodurch während des Pressens Vertiefungen
oder hervorstehende Bereiche in die Innensohle eingeformt werden können,
z. B. eine Zehenwölbung, eine Fußwölbung und ein genoppter Flächenab
schnitt.
Die Erfindung schafft auch eine Innensohle für ein Fußbekleidungsstück mit
nach obigem Verfahren gefertigter integrierter Decksohle.
Desweiteren schafft die Erfindung ein Fußbekleidungsstück, welches mit
einer Innensohle ausgestattet ist, die eine integrierte Decksohle besitzt und
gemäß obigem Verfahren gefertigt ist.
Zum besseren Verständnis wird die Erfindung beispielhaft, unter Bezugnah
me auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, in denen:
Fig. 1 eine Perspektivansicht eines Fußbekleidungsstücks mit einer
Innensohle gemäß der vorliegenden Erfindung ist;
Fig. 2 eine auseinandergezogene Perspektivansicht einer Prägevor
richtung des Typs Kaltpresse ist, wobei diese eine Materialplatte für die
Herstellung einer Innensohle gemäß der genannten ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung hält;
Fig. 3 eine Perspektivansicht der Prägevorrichtung des Typs Kalt
presse aus Fig. 2 vor dem Pressen ist;
Fig. 4 ein Querschnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 3 ist;
Fig. 5 ein dem der Fig. 4 entsprechender Querschnitt ist, der die
Prägevorrichtung am Ende eines Prägehubs zeigt;
Fig. 6 in Perspektive die Unterseite einer oberen Druckplatte der
Prägevorrichtung des Typs Kaltpresse zeigt;
Fig. 7 eine Perspektivansicht einer mittels der Prägevorrichtung der
Fig. 2 bis 6 hergestellten Innensohle gemäß der vorliegenden Erfindung ist;
Fig. 8 ein Querschnitt entlang der Linie VIII-VIII in Fig. 7 ist;
Fig. 9 ein Querschnitt einer Prägevorrichtung des Typs Kaltpresse
ist, wobei diese eine Materialplatte für die Herstellung einer Innensohle
gemäß der genannten zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
hält und in einer dem Pressen vorausgehenden Position gezeigt wird;
Fig. 10 ein Querschnitt wie in Fig. 9 ist, der die Prägevorrichtung
des Typs Kaltpresse am Ende eines Prägehubs zeigt;
Fig. 11 eine auseinandergezogene Perspektivansicht - ist, die eine
gemäß der vorliegenden Erfindung mittels der Prägevorrichtung der Fig. 9
und 10 hergestellte Innensohle zeigt; und
Fig. 12 ein Querschnitt entlang der Linie XII-XII in Fig. 11 ist.
In der zunächst beschriebenen Fig. 1 ist eine Sandale zu sehen, welche
eine mit 2 bezeichnete mehrschichtige Sohle aufweist. Die Sohle umfaßt
eine Außensohle 3, auch Laufsohle genannt, eine Innensohle 4, auch Brand
sohle genannt, und eine verhältnismäßig dünne Decksohle 5, z. B. aus
Leder. Die Sandale umfaßt weiterhin ein als Riementeil ausgebildetes
Oberleder 7. Wie dargestellt, ist die Sohle 2 mit einer Fußwölbung 9, die
einen genoppten Flächenabschnitt 11 aufweist, und mit einer Zehenwölbung
12 versehen.
Es wird nun auf Fig. 2 bis 7 verwiesen, um die Herstellung einer Innensoh
le gemäß der vorliegenden Erfindung zu erläutern.
Eine Prägevorrichtung des Typs Kaltpresse 19 besitzt eine untere Druck
platte 21 mit einem Kolben 22 und eine obere Druckplatte 23 mit einem
Kolben 24. An jede der Druckplatten 21 und 23 ist ein Paar Schläuche 26,
27 und 28, 29 für den Ein- und Austritt von Kühlflüssigkeit angeschlossen.
Die obere Druckplatte 23 der Kaltpresse weist auf ihrer unteren Oberfläche
30 mit eine als geschlossener Rahmen ausgebildete Schneide 31 auf, welche
die Form des Umrisses der Außensohle 3 hat. Der Hub der Kolben 22 und
24 aufeinander zu ist derart bemessen, daß am Ende jedes Prägehubs die
Entfernung zwischen den Druckplatten 21 und 23 der Höhe der Schneide 31
entspricht, wodurch eine zwischen den Druckplatten liegende Materialplatte
33 in der Form der Schneide 31 ausgeschnitten wird, wie durch die äußere
gestrichelte Linie 34 in Fig. 2 veranschaulicht. Der Prägevorgang ist also
mit dem Schneidevorgang, bei dem die Innensohle ausgeschnitten bzw.
ausgestanzt wird, kombiniert.
Wie in Fig. 4 gezeigt, wird vor dem Pressen eine fußabdruckförmige Deck
sohle 35 in die Prägevorrichtung 19 einlegt und mittels eines in die untere
Oberfläche 30 der oberen Druckplatte 23 integrierten Greifelements 36 in
Form eines geschlossenen Rahmens festgehalten. Ein Klebemittel wird auf
die Außenfläche der Decksohle und/oder auf die korrespondierende Ober
fläche der Materialplatte aufgetragen. In dieser Ausführungsform dient die
Decksohle 35 selbst als Prägewerkzeug.
Die Materialplatte 33, welche beispielsweise eine Dicke von 15-20 mm
aufweisen kann, ist aus einem geschäumten vernetzten synthetischen Poly
mermaterial gefertigt, zum Beispiel aus geschäumtem zu 40% mit Acetyl
vinylacetat gemischtem Polyethylen. Vor dem Prägen wird die Material
platte 33 auf ihren Erweichungspunkt erwärmt, welcher für das obengenann
te Material im Bereich von 180°C ± 15° liegt.
Nachdem die Materialplatte 33 auf ihren Erweichungspunkt erwärmt wurde,
wird sie in die Prägevorrichtung des Typs Kaltpresse 19 eingelegt, wie in
den Fig. 3 und 4 gezeigt, und auf die Kolben 22 und 24 wird Druck ausge
übt, um die Druckplatten 21 und 23 zur Ausführung eines Prägehubs,
dessen Ende in Fig. 5 gezeigt wird, aufeinander zu zu drücken. Während
des Prägens wird die Materialplatte 33 auf eine reduzierte Dicke von unge
fähr 4-6 mm zusammengedrückt, und die Decksohle 35 drückt eine fußab
druckförmige Aushöhlung in die Materialplatte ein und wird gleichzeitig an
deren Unterseite befestigt.
Am Ende des Prägevorgangs kommt die Schneide 31 zur Anlage gegen die
Oberfläche 32 der unteren Druckplatte 21, wodurch ein Stück mit der Form
der Innensohle aus der Materialplatte ausgeschnitten wird. Die gebrauchs
fertige Innensohle 37 kann dann aus der Presse entnommen werden.
Unter Bezugnahme auf Fig. 6 wird nun erläutert, wie die integrierte ge
noppte Fläche 11 und die Zehenwölbung 12 beim Preßvorgang in die Mate
rialplatte geprägt werden. Die Schneide 31 auf der Oberfläche 30 der
oberen Druckplatte 23 schließt eine Stanzzone 38 ein, die negative Präge
bereiche umfaßt, wie z. B. eine Ausnehmung 41, welche die Bildung einer
Zehenwölbung 12 auf der Innensohle 37 hervorruft, und einen Abschnitt 42
mit einer Vielzahl von Ausnehmungen, welche die Bildung einer entspre
chend geformten Oberfläche im Bereich der Fußwölbung hervorrufen. Fig.
6 zeigt weiterhin die als geschlossener Rahmen ausgebildete Schneide 31,
die sich im wesentlichen senkrecht zur Oberfläche 30 erstreckt, sowie das
Greifelement 36, das eine als geschlossener Rahmen ausgebildete Rippe ist.
Das Greifelement kann aber auch nicht durchgehend und geschlossen ausge
bildet sein und lediglich entlang mehrerer Abschnitte des Decksohlenumris
ses verlaufen.
Eine fertige Innensohle 37 wird in Fig. 7 und 8 gezeigt. Sie umfaßt eine
eingebettete Decksohle 35, eine Zehenwölbung 12 und einen genoppten
Flächenabschnitt 11 im Bereich der Fußwölbung. Es ist ebenfalls ersicht
lich, daß die Decksohle 35 nicht nur an der Innensohle haftet, sondern
zusätzlich entlang seinem Rand 44 an die Innensohle angenäht ist, was
sowohl zur Schmückung als auch zur Verstärkung dient. Die Innensohle 37
umfaßt auch eine Umfangsnut 45, welche während des Prägevorgangs von
dem als geschlossener Rahmen ausgebildeten Greifelement 36 in die Innen
sohle eingedrückt wird.
Es wird nun auf Fig. 9 und 10 verwiesen. Diese zeigen, wie eine Innensoh
le gemäß der genannten zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung hergestellt wird, wobei jene Elemente, welche denen der vorherigen
Ausführungsform ähnlich sind, mit denselben Bezugszeichen versehen sind.
Wie in Fig. 9 gezeigt, wird ein Prägewerkzeug 51 mit der Form und der
Dicke einer Decksohle mittels Schrauben 52 an der Unterseite 30 der
oberen Druckplatte 23 angebracht. Ähnlich wie in Fig. 6 ist die Unterseite
30 der Druckplatte 23 mit einem negativen Prägebereich 42 versehen,
welcher einen genoppten Flächenabschnitt erzeugt, während ein negativer
Prägebereich zur Erzeugung einer Zehenwölbung in Form einer Aushöhlung
(nicht dargestellt) an der Unterseite des Einsatzes 51 vorgesehen ist.
Wie schon in Verbindung mit der vorherigen Ausführungsform erläutert und
wie in Fig. 11 und 12 gezeigt, wird die Materialplatte 33, nachdem sie auf
ihren Erweichungspunkt erwärmt worden ist, in der Prägevorrichtung 19 ge
preßt, wodurch eine fußabdruckförmige Aushöhlung 53 vollständig mit
einer Zehenwölbung 54 und einem genoppten Flächenabschnitt 56 in die
Platte gestanzt wird und gleichzeitig ein sohlenförmiges Stück aus der
Materialplatte durch die Schneide 31 ausgeschnitten wird. Nach Abschluß
des Präge- und Stanzhubs wird die Innensohle 57 aus der Presse entnom
men. Danach wird ein Klebemittel auf die Decksohle 35 und/oder auf die
korrespondierende Oberfläche der Innensohle aufgetragen, wodurch die
Decksohle an der Innensohle befestigt wird.
Die erfindungsgemäße Innensohle wird an der Außensohle (Laufsohle) auf
eine beliebige bekannte Art und Weise befestigt. Auf Wunsch wird eine
Fußwölbungsstütze integriert auf der Oberseite der Außensohle ausgebildet,
wodurch beim Befestigen die Fußwölbungserhebung auf die Innensohle
übertragen wird.
Wie für Fachleute ohne weiteres verständlich, ist die erfindungsgemäße
Innensohle bzw. Brandsohle nicht nur für einen bestimmten Typ Schuhwerk
verwendbar. Auch ist die Erfindung nicht auf einen bestimmten Materialtyp
beschränkt; eine große Vielfalt von Materialien kann zur Herstellung der
Innensohle und der Decksohle verwendet werden.
Claims (7)
1. Innensohle (Brandsohle) für Schuhwerk mit einer darin eingebetteten
integrierten Decksohle.
2. Verfahren zur Herstellung einer Innensohle für Schuhwerk, welches
folgende Schritte umfaßt:
- (i) Bereitstellung einer Platte aus einem Material, welches aus der Gruppe der porösen und geschäumten vernetzten synthetischen Polymere ausgewählt wird;
- (ii) Erwärmen der Platte mindestens auf den Erweichungs punkt des genannten Materials;
- (iii) Pressen der Platte und Einprägen einer fußab druckförmigen Aushöhlung in diese Platte mittels einer Prägevorrichtung mit einem Prägewerkzeug und einer dieses Prägewerkzeug tragenden Druckplatte;
- (iv) Anbringen einer Decksohle an der genannten fußab druckförmigen Aushöhlung und
- (v) passendes Zuschneiden der Platte.
3. Verfahren zur Herstellung einer Innensohle für Schuhwerk nach An
spruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Decksohle an der das Präge
werkzeug tragenden Druckplatte befestigt wird, um selbst das Prägewerk
zeug zu bilden, und während des Pressens in der genannten fußabdruckför
migen Aushöhlung befestigt wird.
4. Verfahren zur Herstellung einer Innensohle für Schuhwerk nach An
spruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die das Prägewerkzeug tragende
Druckplatte ein integriertes Prägewerkzeug aufweist und die Decksohle an
der Innensohle nach dem Prägen befestigt wird.
5. Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß während des Pressens eine integrierte Zehenwölbung
und/oder eine Fußwölbung und/oder ein genoppter Flächenabschnitt auf der
Innensohle ausgebildet wird.
6. Nach dem Verfahren aus einem der vorherigen Ansprüche hergestellte
Innensohle für Schuhwerk mit integrierter Decksohle.
7. Mit einer Innensohle nach Anspruch 6 ausgestattetes Fußbekleidungs
stück.
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