DE19507932C1 - Verfahren zum Bilden eines Ersatzwertes für eine laufbestimmende Eigenschaft von Wagen auf einer Rangieranlage - Google Patents
Verfahren zum Bilden eines Ersatzwertes für eine laufbestimmende Eigenschaft von Wagen auf einer RangieranlageInfo
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Description
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Rangiertechnik und be
trifft ein Verfahren zum Bilden eines Ersatzwertes für eine
laufbestimmende Eigenschaft von Wagen auf einer Rangieran
lage, bei dem ausgehend von zumindest einem archivierten
Langzeitmittelwert für die laufbestimmende Eigenschaft unter
Auswertung von aus aktuellen Wagenläufen gewonnenen Meßwerten
ein nachgeführter Langzeitmittelwert erzeugt wird. Auf Ran
gier- oder Ablaufanlagen werden ursprüngliche Zugverbände
beispielsweise gemäß einer Zerlegeliste aufgelöst und durch
vorgabengemäßen Einlauf vereinzelter Wagen oder Wagengruppen
in verschiedene Richtungsgleise zu neuen Wagengruppen oder
Zügen zusammengestellt. Für einen automatisierten Betrieb
kommt der Beherrschung des Laufverhaltens der frei ablaufen
den Wagen und dem möglichst kuppelreifen Beilaufen mit zuläs
siger Auflaufgeschwindigkeit besondere Bedeutung zu. Für eine
optimale Einwirkung der Steuerungs- und Bremseinrichtungen
der Rangieranlage müssen laufbestimmende Eigenschaften des
jeweils ablaufenden Wagens oder der Wagengruppe möglichst
realitätsnah prognostiziert werden.
Aus dem Aufsatz "Die Systemlösung GERA", K. Bochmann, Trans
port- und Umschlagtechnik, Folge 53/1993 ist es bekannt, für
eine derartige Prognose den jeweils ablaufenden Wagen zu
identifizieren und sein Laufverhalten beispielsweise durch
Messung der Geschwindigkeit und der Radlasten vorherzubestim
men.
Eine besondere Problematik ergibt sich, wenn für den aktuel
len Ablauf wagenindividuelle Meßwerte nicht zur Verfügung
stehen. Beispielsweise kann eine ablaufende Wagengruppe beim
Überschreiten einer maximalen Gruppenlänge zwar in ihrer Zu
sammensetzung noch identifiziert werden, jedoch können zur
Laufeigenschaftenermittlung notwendige Messungen nicht mehr
ausführbar sein. Zur Gewährleistung zufriedenstellender Ab
laufergebnisse müssen in einem derartigen Fall Ersatzwerte
bereitgestellt und entsprechend den jeweils aktuellen
Umgebungsbedingungen nachgeführt (adaptiert) werden.
In diesem Zusammenhang ist aus dem genannten Aufsatz "Die Sy
stemlösung GERA" ein Verfahren der eingangs genannten Art be
kannt, das die Möglichkeit einer manuellen Anpassung an um
weltabhängige Bedingungen und damit einer Nachführung archi
vierter Langzeitmittelwerte bietet. Dazu ist eine Einstufung
der aktuellen Meßwerte in eine von mehreren zur Auswahl ste
henden Umgebungsbedingungen möglich, die bis auf weiteres
auch für alle nachfolgend ablaufenden Wagen gilt. Dies erfor
dert eine qualifizierte Einschätzung und Überwachung der Um
gebungsbedingungen (beispielsweise bei einsetzendem Regen)
durch eine Bedienperson. Zur Vermeidung systematischer Fehler
bei späteren Abläufen bei nunmehr wieder ursprünglichen Umge
bungsbedingungen (beispielsweise Abtrocknen der Gleise nach
einem Regenschauer) müssen diese erkannt und gewissenhaft dem
System eingegeben werden. Wie aus den nachgeführten Langzeit
mittelwerten die Ersatzwerte gebildet werden, wird in dem
genannten Aufsatz nicht näher beschrieben.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher in der Schaffung ei
nes Verfahrens zum Bilden eines Ersatzwertes für eine laufbe
stimmende Eigenschaft von Wagen auf einer Rangieranlage, das
selbsttätig einen ungewollten langfristigen Einfluß kurzzei
tig infolge veränderter Umgebungsbedingungen nachgeführter
Langzeitmittelwerte vermeidet.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Ersatzwert antei
lig aus dem archivierten Langzeitmittelwert und dem nachge
führten Langzeitmittelwert gebildet wird und daß der Anteil
des nachgeführten Langzeitmittelwerts mit zunehmendem Alter
der letzten Nachführung geringer bemessen wird. Ein wesentli
cher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
daß infolge schlagartig, kurzzeitig veränderter Umgebungsbe
dingungen erheblich von dem archivierten Langzeitmittelwert
abweichende Meßwerte durch die in Abhängigkeit von dem Meß
wertalter (Nachführungszeitpunkt) zunehmend geringer bemes
sene Gewichtung nur eine vorübergehende starke Abweichung des
nachgeführten von dem archivierten Langzeitmittelwert bewir
ken. Da der Ersatzwert zumindest anteilig aus dem archivier
ten Langzeitmittelwert gebildet wird, besteht auch bei kurz
zeitig extrem fehlerhaften Meßwerten eine zuverlässige Rück
führung zu "Normalwerten". Das erfindungsgemäße Verfahren
vermeidet selbstregulierend, daß eine infolge kurzfristiger
Umgebungsbedingungsänderungen notwendige Nachführung des
Langzeitmittelwertes zu einem späteren Zeitpunkt eine unge
wollte realitätsferne Bildung des Ersatzwertes zur Folgen
haben kann. Dies ist insbesondere bei der Wiederaufnahme des
Betriebs nach einer längeren Betriebspause vorteilhaft, wäh
rend der sich die ursprünglichen Umgebungsbedingungen erheb
lich verändert haben könnten.
Der nachgeführte Langzeitmittelwert kann grundsätzlich in be
kannter Weise dadurch erzeugt werden, daß die aktuellen Meß
werte im Verhältnis zur Anzahl der mittelwertbildenden
Gesamtwerteanzahl in den archivierten oder gemäß früherer
Meßwerte schon nachgeführten Langzeitmittelwert eingehen.
Allerdings finden dabei die durch die Meßwerte repräsen
tierten Änderungen nur einen vergleichsweise langsamen Nie
derschlag in dem Langzeitmittelwert. Deshalb kann bevorzugt
vorgesehen werden, daß die aktuellen Meßwerte mit einer
stärkeren (als ihrem Verhältnis zur Gesamtwerteanzahl
entsprechenden) Gewichtung in den nachgeführten Langzeit
mittelwert eingehen. Dies kann beispielsweise dadurch er
folgen, daß die Abweichung einer Anzahl aktueller Meßwerte
von dem nachgeführten Langzeitmittelwert bestimmt und als
Korrekturgröße dem Langzeitmittelwert zur Nachführung
aufgeschlagen wird.
Die Bestimmung des Rollwiderstandes ist für sich bekannt und
beispielsweise in der DE-OS 22 46 306 und der DE 42 14 541 A1
beschrieben. Erfahrungsgemäß sind laufbestimmende Eigen
schaften von Wagen erheblich von der Temperatur abhängig. Es
ist daher für sich beispielsweise aus der DE 42 14 541 A1
bekannt, für eine laufbestimmende Eigenschaft (z. B. für den
Rollwiderstand eines Wagens) archivierte Langzeitmittelwerte
oder Startwerte in Abhängigkeit von der Temperatur zu ermit
teln. Diesbezüglich sieht eine vorteilhafte Weiterbildung des
erfindungsgemäßen Verfahrens vor, daß Langzeitmittelwerte für
unterschiedliche Temperaturen ermittelt und archiviert werden
und daß zu Verfahrensbeginn der der herrschenden Temperatur
entsprechende archivierte Langzeitmittelwert bereitgestellt
wird.
Ein besonders praxisnahes Verhältnis der Anteile von archi
viertem und nachgeführtem Langzeitmittelwert findet bei der
Bildung eines Ersatzwertes nach dem erfindungsgemäßen Ver
fahren bevorzugt dadurch seinen Niederschlag, daß der Anteil
des nachgeführten Langzeitmittelwerts während einer ersten
Zeitdauer konstant und während einer anschließenden zweiten
Zeitdauer bis auf Null abnehmend bemessen wird, wobei der
Anteil des archivierten Langzeitmittelwertes entsprechend
zunehmend bemessen wird. Bevorzugt wird der Anteil der Lang
zeitmittelwerte entsprechend der aktuellen Temperatur bereit
gestellt.
Eine besonders bevorzugte Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist das Aktualisieren von Ersatzwerten für die
Rollwiderstandskraft (FACHS) einer rollenden Achse. Die Roll
widerstandskraft ist nämlich weitestgehend beladungsunabhän
gig und daher wagenspezifisch charakteristisch. Unter der
Rollwiderstandskraft ist das Produkt des Rollwiderstandes
(wr) mit dem auf die Anzahl (n) der Achsen pro Wagen oder Wa
gengruppe normierten Gesamtgewicht (Gges) gemäß der Gleichung
zu verstehen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung weiter
erläutert; es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Ablaufanlage,
Fig. 2 wesentliche Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens
und
Fig. 3 die Bildung von Ersatzwerten.
Nach Fig. 1 umfaßt eine bei der Temperatur T1 betriebene
Rangieranlage 1 einen Ablaufberg 2 und einen talwärts gerich
teten Ablaufbereich 3, der in Richtungsgleise RG1, RG2, RG3
und RG4 verzweigt. Ein Zug oder eine Wagengruppe 10 wird von
einer Abdrücklokomotive 11 derart bergaufwärts geschoben, daß
eine Vielzahl einzelner Wagen Wi (explizit sind Wagen
W1, W2, W17, W18, W19 und W20 gezeigt) oder Wagengruppen sukzes
sive in den freien Ablauf gelangt. In der in Fig. 1 gezeig
ten Situation befindet sich der Wagen W1 in freiem Ablauf im
Talbereich 3 und durchläuft eine Erkennungszone EKZ, in der
beispielsweise die Achskonfiguration (Anzahl, Anordnung, Ver
teilung der Achsen) bestimmt und die Laufzeiten der Wagenach
sen in einer Meßstrecke gemessen werden. Aus den Laufzeiten
der Wagenachsen ist gemäß der DE 42 14 541 A1 oder dem Auf
satz "Neues Verfahren zur Laufwiderstandsermittlung in belie
bigen Profilen", SIGNAL + DRAHT, 86 (1994)4, Seiten 123 ff.,
der Rollwiderstand und durch Gewichtsmessung daraus gemäß
Gleichung (1) die Rollwiderstandskraft einer rollenden Achse
FACHS bestimmbar. Diese Laufeigenschaft jedes Wagens Wi ist
durch einen Meßwert MWi repräsentiert. Die Meßwerte MWi die
nen in bekannter Weise zur Steuerung einer in Ablaufrichtung
nachfolgenden Talbremse TB, die eine vorgegebene Auslaufge
schwindigkeit je nach vorgesehenem Richtungsgleis zuläßt.
Richtungsgleisbremsen RB1 bis RB4 werden gemäß den Meßwerten
MWi gesteuert, um bei möglichst hoher Gleisfüllung ein
kuppelreifes Beilaufen zu erreichen.
Die dem ablaufenden Wagen Wi zugeordneten Meßwerte MWi werden
gemäß Fig. 2 in einen FIFO-Speicher SP mit 20 Speicherzellen
seriell eingeschrieben, so daß jeweils die letzten 20 Meßwer
te MW1 bis MW20 in dem Speicher SP vorhanden sind. Bei Ver
fahrensbeginn z. B. bei Inbetriebnahme der Rangieranlage wer
den archivierte Langzeitmittelwerte ALM1 bis ALM3 herangezo
gen. Diese sind vorab (OFF-Line) für unterschiedliche Tem
peraturen T1, T2, T3 klassenindividuell ermittelt und gespei
chert worden. Im vorliegenden Beispiel wird der archivierte
Langzeitmittelwert ALM1 herangezogen (Pfeil PO), da auf der
Rangieranlage die Temperatur T1 (Fig. 1) herrscht. Die
Langzeitmittelwerte ALM1 bis ALM3 dienen zur Bildung von Er
satzwerten EW und werden nun unter Berücksichtigung der ak
tuellen Abläufe bzw. deren Meßwerte MWi nachgeführt. Um deren
Alter bei der nachfolgend näher erläuterten Nachführung
(Adaptation) der nachgeführen Langzeitmittelwerte NLM1 bis
NLM3 zu berücksichtigen, wird jeder Meßwert MWi mit einem
Zeitstempel versehen, der die Zeit ti der Meßwertaufnahme
angibt.
Zur kurzfristigen Nachführung des Langzeitmittelwerts NLM1
werden die 20 letzten Meßwerte MW20 bis MW1 mit dem nachge
führten - bei Verfahrensbeginn also z. B. mit dem archivierten
Langzeitmittelwert ALM1 oder einem bisher nachgeführten Lang
zeitmittelwert NLM1 - verglichen. Entsprechend nachgeführte
Langzeitmittelwerte für die Temperaturen T2, T3 sind mit
NLM2, NLM3 bezeichnet. Die Bereitstellung des im vorliegenden
Fall benötigten Langzeitmittelwerts NLM1 ist in Fig. 2 durch
den Pfeil P1 symbolisiert. Zur Erkennung von extremen
Meßwertausreißern kann jede dabei ermittelte Abweichung Δ1
bis Δ20 (allgemein Δi) in einem ersten Vergleich VGL1 dar
aufhin überprüft werden, ob sie innerhalb eines Toleranzbe
reichs liegt. Dazu wird jeweils der Betrag der Abweichung Δi
in bezug auf einen ersten Schwellwert S1 bestimmt. Ist der
Betrag kleiner (N) als der Schwellwert S1, wird die jeweilige
Abweichung Δi bei einer nachfolgenden Mittelwertbildung MWB
berücksichtigt. In dem vorliegenden Beispiel sei nur der Be
trag der Abweichung Δ17 größer als der Schwellwert S1, so daß
nur die Abweichung Δ17 als Meßwertausreißer unberücksichtigt
bleibt. Aus den übrigen Abweichungen Δ1 bis Δ16 und Δ18 bis
Δ20 wird gemäß der Gleichung
der Mittelwert der Abweichungen (Abweichungsmittelwert) AWM
gebildet. Wegen der Nichtberücksichtigung der Abweichung Δ17
beträgt n = 19.
Der Abweichungsmittelwert AWM kann dem bisherigen nachgeführ
ten Langzeitmittelwert NLM1 mit einem Gewichtungsfaktor α
aufgeschlagen werden, der den kurzfristigen Einfluß der Meß
wertabweichungen einstellbar macht. Durch die unmittelbare
Aufschaltung des Abweichungsmittelwertes AWM ist eine sprung
hafte und sofortige Nachführung (Adaptation) des nachgeführ
ten Langzeitmittelwertes NLM1 erreicht. Alternativ kann beim
Einschreiben eines neuen Meßwertes MW21 aufgrund eines Ab
laufs eines weiteren nicht dargestellten Wagens der älteste
Meßwert MW1 aus dem Speicher SP ausgelesen und wie durch den
mit P2 bezeichneten Pfeil angedeutet zur Nachführung dem
Langzeitmittelwert NLM1 zugeschlagen werden. Der Meßwert MW1
ginge dabei entsprechend seiner Wichtung, die sich aus der
Gesamtzahl der berücksichtigten Werte bei der klassischen
Langzeitmittelwertbildung ergibt, in den nachgeführten Lang
zeitmittelwert ein. Entsprechend würde der Meßwert MW2 usw.
in den nachgeführten Langzeitmittelwert eingehen, wenn wei
tere neue Meßwerte in den Speicher SP eingeschrieben werden
würden. Der Meßwert MW1, MW2 usw. kann vorzugsweise auch
gänzlich ohne Einfluß bleiben, wenn anhand seines Zeitstem
pels t1, t2 die Überschreitung eines höchstzulässigen Alters
von z. B. 12 Stunden erkannt wird.
Sofern Meßwerte des aktuellen Ablaufs z. B. infolge eines
Meßwertausfalls oder nicht individuell meßbarer (zu langer)
Wagengruppen nicht zur Verfügung stehen und damit nicht zur
Steuerung der rangiertechnischen Anlage genutzt werden kön
nen, wird unter Zugrundelegung des nachgeführten Langzeitmit
telwerts NLM1 und des archivierten Langzeitmittelwerts ALMI
ein Ersatzwert EW gebildet. Um das Alter des nachgeführten
Langzeitmittelwertes NLM1 zu berücksichtigen, wird auch die
ser mit einen Zeitstempel versehen, der den Zeitpunkt t20 der
letzten Nachführung (Adaptation) AD bzw. des letzten berück
sichtigten Meßwertes MW20 wiedergibt. Wie in Fig. 2 angedeu
tet und in Fig. 3 explizit dargestellt, wird der Ersatzwert
EW anteilig aus dem archivierten Langzeitmittelwert ALM1 und
dem nachgeführten Langzeitmittelwert NLM1 gebildet.
In einem ersten Beispiel gemäß Fig. 3 soll für einen aktuel
len Ablauf eines Wagens mangels realer Meßwerte ein Ersatz
wert EW gebildet werden. Es sei angenommen, daß der Wagen zu
einem Zeitpunkt t abläuft, der genau eine Stunde (ta = 1h)
nach dem Zeitpunkt t20 liegt, zu dem der letzte Meßwert MW20
aufgenommen wurde. Der Anteil AN des nachgeführten Langzeit
mittelwertes NLM1 wird gemäß Fig. 3 in einem ersten Zeitraum
von 3 Stunden konstant bemessen und beträgt 60%. Demgemäß
wird der Ersatzwert EW zu 60% aus dem nachgeführten Lang
zeitmittelwert NLM1 und zu 40% aus dem archivierten Lang
zeitmittelwert ALM1 gebildet. In einem weiteren Beispiel
läuft ein Wagen zu einem späteren Zeitpunkt tb = 6h nach dem
Zeitpunkt t20 ab; der Anteil AN nimmt in dem Zeitraum von 3
bis 12 Stunden linear von 60% auf 0% ab. In dem zweiten
Beispiel wird der Anteil AN daher zu 40% bemessen. Der
zweite Ersatzwert EW′ ist somit nur noch zu 40% von dem
nachgeführten Langzeitmittelwert NLM1 und zu 60% von dem
archivierten Langzeitmittelwert ALM1 bestimmt.
Aufgrund der in Fig. 3 nur beispielhaft grafisch dargestell
ten Abnahme des Anteils AN des nachgeführten Langzeitmittel
wert es in Abhängigkeit seines Alters bei der Bildung des Er
satzwertes dominiert insbesondere nach einer längeren Be
triebspause wieder der vorab im OFF-Line-Betrieb ermittelte
und empirisch gestützte archivierte Langzeitmittelwert. Da
durch wird vorteilhafterweise vermieden, daß das Verfahren
bei zwischenzeitlicher Änderung der Umgebungsbedingungen zum
anderen - als dem zuvor durch die Meßwerte MWi repräsentier
ten - Extrem (z. B. Trockenheit nach starkem Regen) zumindest
zunächst unzulässig stark von der Realität abweichende Er
satzwerte bildet.
Claims (4)
1. Verfahren zum Bilden eines Ersatzwertes (EW) für eine
laufbestimmende Eigenschaft (FACHS) von Wagen (Wi) auf einer
Rangieranlage (1)
- - bei dem ausgehend von zumindest einem archivierten Lang
zeitmittelwert (ALM1) für die laufbestimmende Eigenschaft
(FACHS) unter Auswertung von aus aktuellen Wagenläufen gewon
nenen Meßwerten (MWi) ein nachgeführter Langzeitmittelwert
(NLM1) erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß - - der Ersatzwert (EW) anteilig aus dem archivierten Langzeit mittelwert (ALM1) und dem nachgeführten Langzeitmittelwert (NLM1) gebildet wird und daß
- - der Anteil des nachgeführten Langzeitmittelwerts (NLM1) mit zunehmendem Alter der letzten Nachführung geringer bemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
Langzeitmittelwerte (ALM1 bis ALM3) für unterschiedliche Tem
peraturen (T1 bis T3) ermittelt und archiviert werden und daß
zu Verfahrensbeginn der der herrschenden Temperatur (T1) ent
sprechende archivierte Langzeitmittelwert (ALM1) bereitge
stellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Anteil (AN) des nachgeführten Langzeitmittelwerts (NLM1)
während einer ersten Zeitdauer konstant und während einer an
schließenden zweiten Zeitdauer bis auf Null abnehmend bemes
sen wird, wobei der Anteil (AN) des archivierten Langzeit
mittelwertes (ALM1) entsprechend zunehmend bemessen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Anteil (AN) der archivierten Langzeitmittelwerte (ALM1
bis ALM3) entsprechend der aktuellen Temperatur (T1) bereit
gestellt wird.
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Also Published As
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|---|---|
| EP0810942B1 (de) | 1999-12-01 |
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