DE19503901C2 - Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Beschichten von hohlzylindrischen Teilen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum partiellen Beschichten von hohlzylindrischen TeilenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum partiellen
galvanischen Beschichten der Außen- und Innenflächen ein- oder
beidseitig offener hohlzylinderförmiger Teile mit
Metallen oder Metallegierungen, insbesondere von Buchsen
zur Anwendung in der Elektrotechnik und Elektronik, durch
Inberührungbringen der gurtartig auf einem Träger
befestigten, aufrechtstehenden und kathodisch geschalteten
Teile mit der zu beschichtenden Seite mit einem
Elektrolyten auf einem saugfähigen, elektrisch
nichtleitenden Elektrolytträger, der mit einer Anode in
Verbindung steht. Außerdem betrifft sie eine entsprechende
Vorrichtung zum partiellen galvanischen Beschichten
hohlzylinderförmiger Teile.
Die partielle elektrochemische Beschichtung von Buchsen und
anderen Hohlkörpern für die Elektrotechnik und Elektronik
erfolgt bisher in Galvanisiertrommeln oder
Vibrationsgefäßen, wo sie galvanisch vollständig vergoldet
werden. Das Gold hat die Aufgabe eine dauerhaft
zuverlässige hohe elektrische Leitfähigkeit zu
gewährleisten, zum anderen dient es als sogenannte Löthilfe
für die spätere Weiterverarbeitung in elektronischen
Bauteilen. Das Hauptproblem der beschriebenen
Fertigungsmethode liegt darin, daß die als Schüttgut
behandelten Teile auch an den Stellen beschichtet werden,
wo das Gold keine Funktion erfüllen muß. Neben dem dadurch
entstehenden unnötigen Goldverbrauch erfüllen dünne
Goldschichten an der Lötseite ihre Aufgabe als Löthilfe
nicht in dem Maße, wie beispielsweise Zinn oder Zinn/Blei-Über
züge, zumal diese aus Kostengründen nicht so dünn wie
Goldschichten aufgebracht werden müssen.
Aus der EP-PS 0 044 990 ist ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum partiellen galvanischen Beschichten von
Stiften und Zungen für elektrische Kontakte bekannt, indem
die Teile gurtartig auf einer Transportkette aus einzelnen
Halteelementen befestigt und partiell in den Elektrolyten
eingetaucht werden. Bei zylinderförmigen Hohlteilen,
besonders wenn sie einseitig geschlossen sind, ist dieses
Verfahren nicht anwendbar, da der Elektrolyt nicht
ausreichend Zeit hat in die Hohlräume einzudringen und so
vor allem die Innenbeschichtung fehlerhaft ausfällt.
Erschwerend kommt hinzu, daß durch einen sogenannten
"Sacklocheffekt" eingeschlossene Luft das Eindringen des
Elektrolyten in das Innere behindert. Dadurch wird die
Prozeßsicherheit nicht gewährleistet. Dieser Nachteil tritt
sowohl bei der Behandlung in Bandgalvanisieranlagen auf,
als auch bei Werkstücken auf Gestellen, beispielsweise bei
eingetauchten Magazinen.
In der DE-PS 37 30 740 wird ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur partiellen galvanischen Beschichtung von
Kontaktstiften und Kontaktkämmen beschrieben, indem man
diese Teile kontinuierlich an einem mit einem Elektrolyten
getränkten, mit eine Anode verbundenen Elektrolytträger
vorbeiführt, der vorzugsweise aus einem Kunst
stoff-Fasergewebe besteht. Mit diesem Verfahren und dieser
Vorrichtung sind allerdings nicht die Innenflächen von
hohlzylinderförmigen Teilen beschichtbar. Das gilt auch für
eine Vorrichtung nach der DE-PS 38 39 223, wo die Teile
ebenfalls an einem Elektrolytträger entlanggeführt werden.
Es war daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren zum partiellen galvanischen Beschichten der
Außen- und Innenflächen ein- oder beidseitig offener
hohlzylinderförmiger Teile mit Metallen oder
Metallegierungen durch Inberührungbringen der gurtartig auf
einem Träger befestigten, aufrechtstehenden und kathodisch
geschalteten Teile mit der zu beschichtenden Seite mit
einem Elektrolyten auf einem saugfähigen, elektrisch
nichtleitenden Elektrolytträger zu entwickeln, mit dem die
partielle Beschichtung auch der Innenflächen bis zu einer
vorbestimmten Höhe schnell und zuverlässig erreicht werden
kann. Außerdem sollte eine entsprechende Vorrichtung
entwickelt werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Teile auf den elastisch verformbaren Elektrolytträger
aufgedrückt werden, daß dem Elektrolytträger fortwährend
Elektrolyt zu- und abgeführt wird, und daß die Teile
schrittweise auf dem Elektrolytträger weiterbewegt werden,
wobei der Druck und die Elektrolytzuführung so bemessen
werden, daß an der Andrückstelle eine mit Elektrolyt
gefüllte Einbuchtung im Elektrolytträger entsteht, die eine
Benetzung der Teile mit dem Elektrolyten bis zur
vorbestimmten Höhe gewährleistet.
Vorzugsweise wird der Elektrolytträger in Schwingungen im
Bereich des Ultraschalls oder der elektrischen
Niederfrequenz versetzt.
Beim Aufdrücken der hohlzylinderförmigen Teile mit der zu
beschichtenden Seite auf den Elektrolytträger, der aus
einem saugfähigen, elastisch verformbaren Material besteht,
bildet sich eine Einbuchtung aus, die sich mit dem
Elektrolyten füllt, wenn die Elektrolytzu- und -abführung
so geregelt wird, daß stets genügend Elektrolyt im
Elektrolytträger vorhanden ist. Durch die Kapillarwirkung
innerhalb des hohlzylinderförmigen Teiles, das
normalerweise einen Innendurchmesser von weniger als 2,5 mm
aufweist, und die Kapillarwirkung zwischen Außenfläche des
Teiles und der Innenfläche der Einbuchtung kann die
Steighöhe des Elektrolyten erhöht werden. Durch Variation
des Aufpreßdrucks und der Elektrolytmenge im
Elektrolytträger kann die Elektrolytbenetzung bis zu einer
vorbestimmten Höhe an den Teilen erreicht werden. Dabei ist
es in vielen Fällen nicht unbedingt notwendig, daß die
Beschichtung innen und außen gleich hoch ist. Durch die
schrittweise Fortbewegung der Teile wird erreicht, daß
stets frischer Elektrolyt zur Verfügung steht und damit
eine gleichmäßig dicke Beschichtung erzielbar ist.
Vorzugsweise scheidet man auf diese Weise Gold und
Goldlegierungen ab.
Zur Durchführung dieses Verfahrens verwendet man
vorteilhafterweise eine Vorrichtung, bestehend aus einem
mit einer Anode verbundenen bandförmigen Elektrolytträger
aus einem saugfähigen, elektrisch nichtleitendem Material,
der über ein Verteilungssystem mit einem Elektrolyten
getränkt werden kann, und einem kathodisch geschalteten
Träger, auf dem die Teile gurtartig befestigt sind. Dabei
muß das Material des Elektrolytträgers elastisch verformbar
sein und eine gute Speicherfähigkeit für den Elektrolyten
besitzen. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die mit den zu beschichtenden Teilen in Berührung kommende
Oberfläche des Elektrolytträgers mit aufrechtstehenden
Fasern oder Noppen versehen ist.
Vorzugsweise besteht der Elektrolytträger aus filzartig
vernetzten natürlichen oder künstlichen Fasern.
Diese beispielsweise 1,5 bis 2 mm langen Noppen oder Fasern
dringen in die Hohlräume der Teile ein und verdrängen ein
entsprechendes Luftvolumen, so daß der Elektrolyt leichter
in das Innere der Teile eindringen kann. Diese
Ausgestaltung des Elektrolytträgers ist besonders dann
erforderlich, wenn die hohlzylinderförmigen Teile einseitig
geschlossen sind.
Die Abbildung zeigt schematisch eine beispielhafte
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Sie zeigt
die auf einem Träger (1) aufgegurteten hohlzylinderförmigen
Teile (2), die auf einem Elektrolytträger (3) aufgedrückt
werden. Der Elektrolytträger (3) besteht aus einem
Kunstfaserfilz und ist mit Noppen (4) versehen. Beim
Aufdrücken der Teile (2) auf dem Elektrolytträger (3)
bilden sich Einbuchtungen aus, die sich mit dem
Elektrolyten (5) füllen, der die Teile (2) innen und außen
benetzt. Der Elektrolytträger (3) ist mit einem
Ultraschallerzeuger (6) und einer Anode (7) aus
platiniertem Titan verbunden. Die Elektrolytzu- und -abführung
erfolgt über ein Verteilersystem (8).
Folgendes Beispiel soll das erfindungsgemäße Verfahren
näher erläutern:
Einseitig geschlossene Kontaktbuchsen von 12 mm Länge, 1,5 mm Außenmesser und 0,8 mm Innendurchmesser sollen etwa 1,5 mm hoch innen und außen vergoldet werden. Dazu werden die Buchsen gemäß Abbildung auf einen Träger aufgegurtet und auf einen mit Borsten versehenen Elektrolytträger aus Kunststoff aufgedrückt. Das saure Goldbad (pH = 4,4) enthielt 2 g/l Gold. Bei 50°C wurde mit einer Stromdichte von 1 A/dm² und 2,6 V Spannung gearbeitet. Nach 5 Minuten erhält man eine Schichtdicke von etwa 1,5 µm Gold, wobei der Hub- und Senkvorgang der Buchsen oder des Elektrolytträgers einen Rhythmus von 5 Sekunden besitzt.
Einseitig geschlossene Kontaktbuchsen von 12 mm Länge, 1,5 mm Außenmesser und 0,8 mm Innendurchmesser sollen etwa 1,5 mm hoch innen und außen vergoldet werden. Dazu werden die Buchsen gemäß Abbildung auf einen Träger aufgegurtet und auf einen mit Borsten versehenen Elektrolytträger aus Kunststoff aufgedrückt. Das saure Goldbad (pH = 4,4) enthielt 2 g/l Gold. Bei 50°C wurde mit einer Stromdichte von 1 A/dm² und 2,6 V Spannung gearbeitet. Nach 5 Minuten erhält man eine Schichtdicke von etwa 1,5 µm Gold, wobei der Hub- und Senkvorgang der Buchsen oder des Elektrolytträgers einen Rhythmus von 5 Sekunden besitzt.
Claims (3)
1. Verfahren zum partiellen galvanischen Beschichten der
Außen- und Innenflächen ein- oder beidseitig offener
hohlzylinderförmiger Teile mit Metallen oder
Metallegierungen, insbesondere von Buchsen zur
Anwendung in der Elektrotechnik und Elektronik, durch
Inberührungbringen der gurtartig auf einem Träger
befestigten, aufrechtstehenden und kathodisch
geschalteten Teile mit der zu beschichtenden Seite mit
einem Elektrolyten auf einem saugfähigen, elektrisch
nichtleitenden Elektrolytträger, der mit einer Anode in
Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Teile auf den elastisch verformbaren
Elektrolytträger aufgedrückt werden, daß dem
Elektrolytträger fortwährend Elektrolyt zu- und
abgeführt wird, und daß die Teile schrittweise auf dem
Elektrolytträger bewegt werden, wobei der Druck und die
Elektrolytzuführung so bemessen werden, daß an der
Andrückstelle eine mit Elektrolyt gefüllte Einbuchtung
im Elektrolytträger entsteht, die eine Benetzung der
Teile mit dem Elektrolyten bis zur vorbestimmten Höhe
gewährleistet.
2. Verfahren zum partiellen galvanischen Beschichten nach
Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Elektrolytträger in Schwingungen im Bereich des
Ultraschalls oder der elektrischen Niederfrequenz
versetzt wird.
3. Vorrichtung zum partiellen galvanischen Beschichten der
Außen- und Innenflachen ein- oder beidseitig offener
hohlzylindrischer Teile nach Anspruch 1 oder 2,
bestehend aus einem mit einer Anode verbundenen,
bandförmigen Elektrolytträger aus einem saugfähigen,
elektrisch nichtleitenden Material, der über ein
Verteilungssystem mit einem Elektrolyten getränkt wird,
und einem kathodisch geschalteten Träger, auf dem die
Teile gurtartig befestigt sind, wobei
das Material des Elektrolytträgers elastisch verformbar
ist und eine gute Speicherfähigkeit für den
Elektrolyten besitzt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit den zu beschichtenden Teilen (2) in
Berührung kommende Oberfläche des Elektrolytträgers (3)
mit aufrechtstehenden Fasern oder Noppen (4) versehen
ist.
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