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Gebrauchsmusteranmeldung
Anmelderin : Firma Robert Bürkle & Co., Maschinenfabrik, Freudenstadt/Württ.
Bezeichnung : Lackgieß-Einrichtung mit Lackkreislauf, bestehend aus Lackbehälter,
Pumpe, Lackauffangeinrichtung und Lackrückführung in den Behälter.
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Das Gebrauchsmuster bezieht sich auf eine Lackgieß-Einrichtung mit
Lackkreislauf, bestehend aus Lackbehälter, Pumpe, Lackauffangeinrichtung und Lackrückführung
in den Behälter.
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Dem Gebrauchsmuster liegt die technische Aufgabe zu Grunde, eine solche
an sich bekannte Lackgieß-Einrichtung so auszubilden, daß sie auch für solche Werkstücke
verwendbar ist, die sich aus Gründen ihrer besonderen Formgebung oder ihrer Größe
nicht zum Lackieren auf den bis jetzt bekannten Gießmaschinen oder Spritzanlagen
eignen.
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Gemäß dem Gebrauchsmuster kommt es darauf an, eine Lackauftragvorrichtung
mit Schlitzgießkopf so weiterzubilden, daß einerseits
mit einer
blasenfreien Lackschicht zu überziehende Gegenstände vielgestaltiger Art mit unterschiedlich
geneigten Oberflächen willkürlich und ohne nennenswerten Kraftaufwand in eine geeignete,
laufend wechselnde Stellung zu dem aus dem Schlitzgießkopf fallenden Lackfilm gebracht
werden kann und andererseits dieser fallende Lackfilm selbst mit einer einzigen
Hand führbar und hinsichtlich der Geschwindigkeit seiner Ortsveränderung und der
Geschwindigkeit seines Falles sowie hinsichtlich seiner Stärke veränderbar ist.
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Diese Aufgabe wird gemäß dem Gebrauchsmuster dadurch gelöst, daß der
den Lackfilm bildende Gießkopf, der aus Düse, Laokraum, Lackanschlußleitung, Dosiereinrichtung
und zur Bildung eines blasenfreien Fließvorhanges aus einer Überlaufleitung zum
Lackbehälter besteht, von Hand über das zu lackierende Werkstück hinweg bewegbar
angeordnet ist. Im einzelnen weist gemäß der neuen Raumform die Lackauftragvorrichtung
mit Schlitzgießkopf die folgenden Merkmale einzeln oder zusammen auf : a) Der Gießkopf
ist in der Weise frei über dem Werkstück aufgehängt, daß er von Hand über dieses
hinweg bewegbar ist. b) Der Gießkopf weist neben dem Lackzufuhrschlauch eine Lackrückführleitung
zum Lackbehälter auf und die Pumpenförderung ist so bemessen, daß ein stetiger Lackrücklauf
in der Rückführleitung erfolgt. c) Der Gießkopf weist eine ventilartige Dosiervorrichtung
auf, die im Handgriff des Gießkopfes liegt. d) An der wannenartig gestalteten Lackauffangfläche
ist eine drehbare Aufnahme für die zu lackierenden Werkstücke angeordnet. Wichtig
ist daher, daß der überschüssige Lack in den Lackbehälter mittels Rückführleitung
stetig zurückfließt. Hiermit wird
erreicht, daß der in der Lackzuleitung
mitgeführte Restbestandteil unerwünschter Luftblasen aus dem Gießkopf weggeleitet
wird, bevor er blasenbildend über den Fließvorhang auf die Werkstückoberfläche gelangen
kann. Ferner dient die Rückführleitung dem Zweck, den Gießkopf von innerem Überdruck,
hervorgerufen durch die Lackpumpe, freizuhalten.
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Es ist auch von Bedeutung, daß der Gießkopf mit einer solchen Feder
aufgehängt ist, die einerseits sein Gewicht im wesentlichen übernimmt und andererseits
ihre Bewegung über die Fläche der Lackauffangeinrichtung gestattet. Auf diese Weise
erreicht man auch eine bequeme und mühelose Anpassung der Gießkopfführung an die
oft wechselnde Gestaltung der Werkstückoberflächen. Eine ganz wesentliche Bereicherung
der Lackiertechnik ergibt der Erfindungsgedanke dadurch, daß in der als Wanne ausgebildeten
Lackauffangeinrichtung eine drehbare Aufnahme für stabförmige oder kastenförmige
Werkstücke (Stuhlbeine, Gehäuse für Rundfunkgeräte) angeordnet ist. So wird erstmals
das verlustfreie Auftragen von Lack nach dem Fließvorhang-Verfahren bei kompliziert
gestalteten Werkstücken und vor allem auch bei Hohlkörpern mit mehreren Durchbrechungen
sichergestellt. Hier kann mittels geeigneter Lenkeinrichtungen selbsttätig die Bewegung
des Gießkopfes der Werkstückform angeglichen werden.
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Diese Ausführung wird wirkungsvoll dadurch unterstützt, daß die drehbare
Aufnahme für zu lackierende mit Öffnungen versehene kastenförmige Werkstücke eine
Zufuhreinrichtung für Preßluft besitzt, welche während des Gießvorganges aus den
Öffnungen mit einer solchen einstellbaren Geschwindigkeit austritt, daß das Eindringen
des Lackfilmes in die Öffnungen verhindert und zugleich das Lackieren der gesamten
Oberfläche des sich drehenden Werkstückes sichergestellt ist. Hierbei können auch
Werkstücke mit einer einzelnen größeren Öffnung so lackiert werden, daß alle Gewähr
dafür gegeben ist, daß kein Lack in das Innere der Werkstücke eindringen kann.
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Zur Durchführung des Verfahrens kann es sich empfehlen, daß ein Fußschaltgerät
zur Steuerung der Pumpenförderung vorgesehen ist. Die Erfindung wird nunmehr an
Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Fig. 1 zeigt die
Laokgieß-Einrichtung mit Lackkreislauf als Baueinheit, im Schnitt als Aufriß dargestellt
; Fig. 2 zeigt dieselbe Einrichtung im Grundriß.
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Im einzelnen ist 1 die Lackpumpe mit Antriebsmotor 2, am Maschinenständer
3 als Lackbehälter befestigt. Die Lackpumpe 1 taucht bei diesem Beispiel ganz in
die Lackfüllung 4 ein. Über die Druckleitung 5 wird der Lack nach dem Filter 6 gedrückt.
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Dort kann sich ansammelnder Schmutz durch Öffnen des Filterdeckels
7 von Zeit zu Zeit entnommen werden. Der unter. Druck stehende Lack wird sodann
über den Lackzufuhrschlauch 8 nach dem Handventil 9 weitergeleitet, welches bei
Feder 10 in geeigneter Weise z. B. oberhalb der Anlage an der Decke nachgiebig aufgehängt
ist.
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Je nach Einstellung der Durchtrittswerte an der Düse 11 des Gießkopfes
12 fließt ein Teil der dem Handventil 9 zugeführten Lackmenge über die Rückführleitung
13 nach dem Lackgehäuse 3 zurück. Dabei werden die im oberen Teil des Gießkopfes
12 angesammelten schädlichen Lufteinschlüsse mit der Lackrückführung über die Leitung
13 entfernt.
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Der Fließvorhang 14 tritt an der Düse 11 mit mehr oder weniger Druck
frei fallend aus und ergießt sich in das Auffangbecken 15, wo der Lack gesammelt
über das Sieb 16 durch den Stutzen 17 und das Fallrohr 18 in das Lackgehäuse 3 zurückgelangt.
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Das im Ausführungsbeispiel flache Werkstück 19 ruht auf Leisten 20,
die ihrerseits in Ausnehmungen 21 des Auffangbeckens 15 eingelassen
sind.
Ein Hauptschalter 22 vervollständigt die Anlage, wobei ein Steuerschalter 23 für
Fußbedienung die von Fall zu Fall notwendige Steuerung des Pumpenantriebes in der
Weise zu regeln gestattet, daß beide Hände jederzeit für die eigentlichen Lackierarbeiten
und Werkstückbedienung frei sind.
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Die Form der Düse ist im wesentlichen eine gradlinige. Sie kann hinsichtlich
Länge und Gestalt jeweils den zu lackierenden Werkstücken angepaßt werden und wird
zu diesem Zwecke vom Handventil 9 ablösbar ausgeführt.