DE1805359A1 - Treibsatz fuer Geraete zur gewerblichen Nutzung - Google Patents
Treibsatz fuer Geraete zur gewerblichen NutzungInfo
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Description
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DYNAMIT NOBEL AKTIENGESELLSCHAFT
Troisdorf, Bez. Köln 18053B9
Treibsatz für Geräte zur gewerblichen Nutzung
Die Erfindung bezieht sich auf einen hülsenlosen Treibsatz für Geräte zur gewerblichen Nutzung, insbesondere Bolzensetzgeräte,
mit einem Treibpulverkörper mit vorzugsweise zentraler durchgehender
Ausnehmung und mit in der Ausnehmung untergebrachter schlagempfindlicher Zündmasse.
Zur Vermeidung der bei Kartuschen mit in einer vorzugsweise aus Metall hergestellten Hülse untergebrachten Treib- und
Zündladung beobachteten Absplitterungen und Abrissen an der Wand der Kartuschenhülse ist es bekannt, hülsenlose Treibsätze
zu verwenden, bei denen im Bereich einer vorzugsweise zentralen Ausnehmung eines aus einem geeigneten Treibpulver hergestellten
Preß- oder Gießlinges eine durch Schlag zündbare Pulverladung
angeordnet ist.
Zweck der Erfindung ist es, diese hülsenlosen Treibsätze weiterzuentwiekeln,
so daß bei möglichst einfacher und billiger Herstellung ein Größtmaß an Sicherheit gegen ungewollte Zündung gewährleistet
ist. Erfindungsgemäß wird der angestrebte Zweck dadurch erreicht, daß die Zündmasse in der Ausnehmung des Treibpulverkörpers
so untergebracht wird, daß bei einer durch die Anwendung der bei diesen Geräten üblichen Schlagenergie bewirkten
über den ganzen Querschnitt hinweg zumindest angenähert gleichmäßigen plötzlichen Zusammenpressung des Treibsatzes in Richtung
der Achse der Ausnehmung die Verdichtung der Zündmasse unterhalb des für ihre Zündung erforderlichen Wertes bleibt.
- 2 -009822/0153 BAD OWQINAL
"2 " . 18Ü53bS
Daß mit der erfindungsgemäßen Ausbildung des Treibsatzes das gewünschte hohe Maß an Sicherheit gegen ungewollte Zündung
erreicht wird, ergibt sich eindeutig daraus, daß für die Zündung des Treibsatzes eine ganz speziell ausgebildete Vorrichtung
notwendige Voraussetzung ist, nämlich eine solche, bei der das den Treibsatz aufnehmende Lager und der Ztind- bzw.
Schlagstift so ausgebildet sind bzw. so miteinander zusammenarbeiten,
daß entweder die Zündmasse für sich alleine zwischen dem Schlagstift und einem festen Widerlager über das der
axialen Zusammenpressung des Treibsatzes durch die im Gerät übliche Schlagenergie entsprechende Maß hinaus zusammengepreßt
W bzw. verdichtet wird, oder daß die Zündmasse zusätzlich zu der durch die im Gerät übliche Schlagenergie bewirkte Zusammenpressung
des ganzen Treibsatzes noch eine weitere Zusammenpressung bzw. Verdichtung erfährt, die zum überschreiten des
für die Zündung erforderlichen Wortes und damit zur Zündung
fUhrt.
Bin hohes Maß an Sicherheit gegen ungewollte Zündung ergibt
sich des v/eiteren aber auch daraus, daß die in diesen Geräten auftretenden Kräfte wesentlich größer sind als die außerhalb
der Geräte möglicherweise, beispielsweise bei einem versehentlichen Schlag mit dem Hammer auf einen herumliegenden
k Treibsatz oder bei Darauftreten auf einen heruntergefallenen Treibsatz, auf den Treibsatz einwirkenden Kräfte und in Übereinstimmung
damit auch größer sind als aus Sicherheitsgründen erforderlich.
Vorteilhaft wird vorgesehen, die Ausnehmung des Treibpulverkörpers
völlig mit Zündmasse auszufüllen. Dies bringt insbesondere fertigungstechnische Vereinfachungen mit sich, da es
möglich ist, mittels eines gleichmäßigen dünnen Lackanstriches an den Stirnflächen einen das Herausfallen der Zündmasse verhindernden
Abschluß zu erzielen. Günstig ist die völlige Aus-
BAD ORH3JNAL
009822/Π153 ■?
-3- 1 8 O 5 3 b £
füllung der Ausnehmung des Treibpulverkörpers mit Zündmasse aber
auch insofern, als ohne besondere Vorkehrungen gewährleistet ist, daß die Zündmasse auch im Falle einer sehr lockeren bzw. losen
Unterbringung unabhängig von der jeweiligen Lage des Treibsatzes «*35x3BiK£3UEi5asPB immer in gleicher und gleichmäßiger Höhe
über den ganzen Querschnitt der Ausnehmung hinweg angeordnet ist und entsprechend für das Anzünden des Treibsatzes über den ganzen
Querschnitt hinweg gleiche Toraussetzungen geschaffen sind.
Den jeweiligen Erfordernissen entsprechend und in Abstimmung auf
die für den Treibpulverkörper sowie die Zündmasse verwendeten Materialien läßt sich das für die Auslösung der Zündung erforderliche
Mindestmaß der axialen Zusammenpressung mehr oder weniger hoch wählen bzw. festlegen. Im Interesse einer möglichst
großen Sicherheit wird dieses Maß* zweckmäßig sehr hoch gewählt, nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung mit wenigstens 80 #.
Eine so große Zusammenpressung bzw. eine entsprechende Verdichtung hat gleichzeitig auch den Vorteil, daß das für die beabsichtigte
reine Schlagzündung vorgesehene mechanische Gegenlager als Amboss, d.h. zur Ausnutzung der Schlagenergie für die Zündung
des Treibsatzes, besonders wirksam ist.
Pur die schlagempfindliche Zündmasse kommen hierfür bekannte
Stoffe bzw. Gemische in Betracht, vorzugsweise soll gemäß der Erfindung jedoch ein inniges Gemisch aus Tetrazen und Nitrocellulose
verwendet werden, das durch entsprechende Bemessung des prozentualen Anteils der beiden Komponenten in seiner Schlagempfindlichkeit
innerhalb sehr weiter Grenzen verändert bzw. eingestellt werden kann und dessen Schlagempfindlichkeit - wie
sich anhand von Versuchen gezeigt hat - in jedem Falle mindestens gleich groß oder größer ist als die Schlagempfindlichkeit
der einzelnen Komponenten. In vorteilhafter Jtfeise ist man dadurch
in die Lage versetzt, sich bezüglich der Schlag- und Ztindempfindlichkeit der Zündmasse sehr gut an das jeweils zur
Verwendung kommende Treibmittel anzupassen..
- 4 009822/0 153
18053b£
ilir das Treibmittel sieht die Erfindung die Verwendung nicht
gelatinierter Nitrocellulose vor, die zu einem hoehverdichteten Treibpulverkörper verpresst wird. Nach einem anderen Vorschlag
soll der Treibpulver kör per aus gelatiniertem Treibmittel z. B.
gelatinierter Nitrocellulose, im Strangpreßverfahren hergestellt werden, was den Vorzug der Einfachheit und Billigkeit
hat. Anstatt dessen kann aber auch vorgesehen werden, den Treibpulverkörper aus einem porösen oder auch nicht porösen
Treibmittel herzustellen, das mit einem rückstandslos verbrennenden organischen Binder verklebt ist»
Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausftihrungsbeispiel
gezeigt und wird anhand dieses im folgenden noch erläutert. Es zeigen
Pig, 1 einen Treibsatz in einem Axialschnitt,
1PIg. 2 eine Vorrichtung zur Zündung des Treibsatzes
in geöffnetem Zustand und
Pig. "3 die Vorrichtung in geschlossenem Zustand.
Der Treibsatz der Fig. 1 weist den aus dem Treibmittel gegossenen,
gepreßten oder unter Verwendung eines bekannten organischen rückstandslos verbrennenden Binders, beispielsweise
Epoxydharz, hergestellten ringförmigen Treibpulverkörper 1 und die den lichten Ringquerschnitt völlig ausfüllende Zündmasse
2 auf. Dabei soll das Verhältnis der Zusammenpreßbarkeit
von Treibmittel zu Zündmasse etwa 1 : 10 bis 1 : 1000 betragen, woraus sich ergibt, daß bei einer unter Anwendung der bei Geräten
zur gewerblichen Nutzung, insbesondere Bolzensetzgeräte, üblichen Schlagenergie bewirkten plötzlichen axialen Zusaramenpressung
des Treibsatzes die Zündmasse nur eine verhältnismäßig geringe Verdichtung erfährt, die zur Zündung noch nicht
ausreicht, so daß es noch einer weiteren Verdichtung der Zündmasse bedarf. Zur Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Herausfallen
der Zündmasse aus dem Treibpulverkörper kann die zu-
00 9 8 225/0 153
mindest den lichten Querschnitt überdeckende Pulverfolie 9 vorgesehen
werden oder auch eine stirnseitige Lackierung aus einem geeigneten, insbesondere rückstandslos verbrennenden
Material vorgenommen werden.
Bei den Teilen 3 und 4 der Figuren 2 und 3 handelt es sich
um Teile eines nicht weiter gezeigten Bolzensetzgerätes, das
nach dem sogenannten Schubkolben-Prinzip arbeitet. In die Vertiefung 5 des !Teiles 3 ragt der in seinen Quer Schnitts abmessungen
auf den mit Zündmasse 2 gefüllten lichten Querschnitt
des Treibpulverrings 1 eines entsprechend bemessenen Treibsatzes gemäß Pig. 1 abgestimmte Vorsprung 6 hinein. Die als Treibsatzlager
dienende Vertiefung 5 ist ebenfalls auf die Abmessungen der zur Verwendung kommenden Treibsätze abgestimmt und ebenso
ist der zylindrische Ansatz 7 des Teils 4 in Übereinstimmung mit den Abmessungen der zur Verwendung kommenden Treibsätze
sowie denjenigen der Vertiefung 5 passend bemessen, so daß sich gemäß Pig. 3 bei zusammengefahrenen Teilen 3 und 4 der geschlossene
Ringraum 8 ergibt, in welchen der Treibpulverkörper 1 eines eingelegten Treibsatzes beim Zufahren der Vorrichtung
hineingedrückt wird und in welchem er sich - nachdem zwischen den Stirnflächen des Ansatzes 7 und des Vorsprungs 6 die Zündmasse
2 auf kleinsten Raum zusammengepreßt und dabei über den zur Zündung erforderlichen Wert hinaus hochverdichtet und
damit gezündet wurde - nach seiner Anzündung in die zur gewünschten Beschleunigung des einen der beiden Teile erforderlichen
Treibgase hohen Druckes umsetzt.
Troisdorf, den 23.10.68
OZ 63149
OZ 63149
0 0 9 8 2 270 15 3
Claims (7)
18053bS
Patentansprüche
1» Ei'GiTbsatz für Geräte zur gewerblichen Nutzungf insbesondere
Bolzensetzgeräte, mit einem Treibpulverkörper mit vorzugsweise zentraler durchgehend ;..ϊ Ausnehmung und mit in der Ausnehmung
untergebrachter scfalagempfindlicher Zündmasse,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zündmasse (2) in der Ausnehmung des Treibpulverkörpers (1) so
untergebracht ist, daß bei einer durch die Anwendung der bei diesen Geräten üblichen Schlagenergie bewirkten über den
ganzen Querschnitt hinweg zumindest angenähert gleichmäßigen plötzlichen Zusammenpressung des Treibsatzes in
Richtung der Achse der Ausnehmung die Verdichtung der Zündmasse unterhalb des für ihre Zündung erforderlichen Wertes
bleibt.
2. Treibsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zündmasse (2) die Ausnehmung des Treibpulverkörpers (1) völlig ausfüllt.
3. Treibsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der zur Zündung erforderliche Wert der Verdichtung erst nach einer axialen Zusammenpressung um zumindest 80 $ erreicht
ist.
4. Treibsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die schlagempfindliche Zündmasse (2) aus einem innigen Gemisch von Tetrazen un nitrocellulose hergestellt
ist.
5. Treibsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Treibpulverkörper (1) aus nicht gelatinierter
hochverdichteter Nitrocellulose hergestellt ist«
6. Treibsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Treibpulverkörper (1) aus gelatiniertem Treibmittel im Strangpreßverfahren hergestellt ist.
0 0 9 8 22 /D 3 Γ3
&AD OP5IGUMAL
7. !Treibsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4t dadurch gekennzeichnet,
daß der Treibpulverkörper (1) aus in an Bleh bekannter Weise mit rückstandslos verbrennendem
anorganischem Binder verklebtem vorzugsweise porösen !reibmittel hergestellt ist.
Troisdorf, den 23.10.68
Kg/Fe. 0.2. 68149
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Lee rs ei te
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| EHJ | Ceased/non-payment of the annual fee |