DE1113395B - Manoeverkartusche mit einer Ladung aus schuettfaehigem Schiesspulver - Google Patents
Manoeverkartusche mit einer Ladung aus schuettfaehigem SchiesspulverInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Manöverkartusche mit einer Ladung aus schüttfähigem
Schießpulver, beispielsweise rauchschwachem Nitro-Zellulose-Pulver,
die mittels Korkscheiben od. dgl. verdämmt ist.
Manöverkartuschen dieser Art sind in einer Vielzahl von Bauarten bekannt. Bei diesen bekannten
Kartuschen werden die zur Verdammung erforderlichen Scheiben, die z. B. aus Kork, Preßkork,
Kunststoff, verleimtem Sägemehl — Preßkorkmischungen u. dgl. — bestehen können, in der Regel
mit der Kartuschenhülse durch Kleben oder ähnliche Maßnahmen verbunden, weil sonst die Verdämmungswirkung
unbefriodigend ist und demzufolge beim Abschuß nicht eine dem scharfen Schuß ähnliche Knallwirkung
erreicht wird. Dieses Verkleben der Verdämmungsscheiben ist aber eine zeitraubende Arbeit,
die sich nicht oder nur schlecht in den Arbeitstakt einer rationellen Fließbandfertigung derartiger Exerziermunition
einordnen läßt, vielmehr einen Engpaß in der Fertigung darstellt.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Manöverkartusche zu schaffen, die allen Anforderungen
einer rationellen Massenfertigung voll entspricht und die dabei gleichzeitig auch noch mit einem besonders
kleinen Ladungsgewicht einen scharfen und kräftigen Mündungsknall ergibt.
Gemäß der Erfindung wird dieses Problem dadurch gelöst, daß die Verdammung der Ladung aus zwei
oder mehreren in die Kartuschenhülse eingepreßten Scheiben aus Kork od. dgl. besteht und diese Scheiben
einen solchen Abstand voneinander aufweisen, daß zwischen ihnen zumindest eine Kompressionskammer gebildet wird.
Diese Kompressionskammern können im Rahmen der Erfindung mit Luft, Gas oder elastischen oder
porigen Stoffen, wie z. B. Schaumkunststoff u. dgl, gefüllt sein. Gegebenenfalls kann die Gasfüllung
unter einem höheren Druck als dem atmosphärischen Druck stehen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die außenliegende Verdämmungsscheibe
in an sich bei anderen Manöverkartuschen bekannter Weise mittels eines z. B. napfförmig gestalteten
Pappdeckels nach außen hin abgeschirmt, wobei dieser Pappdeckel gegen die Kartuschenhülse
hin mit Lack, KunstscheUack od. dgl. abgedichtet ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der neuen Manöverkartusche im Längsschnitt veranschaulicht,
und zwar ist mit 1 die Kartuschenhülse, mit 2 die sogenannte Zündschraube und mit 4
die eigentliche Ladung bezeichnet, die aus schütt-Manöverkartusche
mit einer Ladung aus
schüttfähigem Schießpulver
schüttfähigem Schießpulver
Anmelder:
Rheinmetall G.m.b.H.,
Düsseldorf, Ulmenstr. 125
Düsseldorf, Ulmenstr. 125
fähigem Schießpulver, ζ. B. rauchschwachem Nitro-Zellulose-Pulver
besteht. Gegen die Oberfläche der Ladung 4 liegt ein in die Kartuschenhülse eingepreßter,
napfförmig ausgebildeter Pappdeckel 5 an.
Im gezeichneten Falle sitzt unmittelbar oberhalb dieses Pappdeckels 5 eine erste Verdämmungsscheibe 6, die beispielsweise aus Kork, Kunststoff oder abgebundenen Preßlingen aus Korkgrieß mit Sägemehl u. dgl. besteht und die durch Einpressen mit der Kartuschenhülse verklammert wird. Eine zweite Korkscheibe 8 ist mit Abstand zur Scheibe 6 angeordnet, so daß zwischen den beiden Verdämmungsscheiben ein Hohlraum 7 entsteht, der z. B. mit Luft gefüllt ist. An die außenliegende Dämmscheibe 8 schließt sich noch ein napfförmig ausgebildeter Pappdeckel 9 an, der z. B. mittels Kunstschellack gegen die Kartuschenhülse abgedichtet ist und der den Ladungsaufbau gegen das Eindringen von Wasser u. dgl. schützt.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist beim Abschuß folgende:
Im gezeichneten Falle sitzt unmittelbar oberhalb dieses Pappdeckels 5 eine erste Verdämmungsscheibe 6, die beispielsweise aus Kork, Kunststoff oder abgebundenen Preßlingen aus Korkgrieß mit Sägemehl u. dgl. besteht und die durch Einpressen mit der Kartuschenhülse verklammert wird. Eine zweite Korkscheibe 8 ist mit Abstand zur Scheibe 6 angeordnet, so daß zwischen den beiden Verdämmungsscheiben ein Hohlraum 7 entsteht, der z. B. mit Luft gefüllt ist. An die außenliegende Dämmscheibe 8 schließt sich noch ein napfförmig ausgebildeter Pappdeckel 9 an, der z. B. mittels Kunstschellack gegen die Kartuschenhülse abgedichtet ist und der den Ladungsaufbau gegen das Eindringen von Wasser u. dgl. schützt.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist beim Abschuß folgende:
Die Zündung wird in bekannter Weise durch das Anschlagen des Schlagbolzens gegen das Zündhütchen
der Zündschraube eingeleitet. Der Zündstrahl bringt das Schüttpulver 4 zur Entzündung.
Der sich nun aufbauende Gasdruck verschiebt zunächst etwa kolbenartig den Pappdeckel 5 und die
Korkscheibe 6, so daß sich die Kompressionskammer 7 entsprechend verkleinert und der Pulverraum,
der jetzt Verbrennungsraum geworden ist, entsprechend vergrößert, ohne daß jedoch zunächst eine
unmittelbare Verbindung zwischen dem Verbrennungsraum und der Außenluft entsteht.
109 680/44
Infolge der Anordnung der mit zeitlicher Verschiebung nunmehr wirksam werdenden zweiten
Dämmscheibe 8, die ihrerseits in Abhängigkeit von der Größe usw. der Kompressionskammer 7 und je
nach der Haftkraft zwischen der Scheibe 8 und der Pappe 9 sowie der Massenträgheit dieser Elemente
früher oder später von der Kartuschenhülse freikommt, wird eine restlose Pulverentzündung und
Verbrennung gewährleistet. Die Folge davon ist ein guter pyrotechnischer Wirkungsgrad der Munition
— und damit ein scharfer Mündungsknall — bei vergleichsweise kleinem Gewicht der Ladung 4. Ein
weiteres Merkmal der neuen Kartusche besteht darin, daß auf Grund der eigenartigen erfindungsgemäßen
Kombination:
Verdammung I — Kompressionsraum — Verdammung
II
der Druckanstieg derart erfolgt, daß sich die Verdämmungselemente in kleinste und damit für die beteiligte
Truppe ungefährliche Bestandteile zerlegen.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:
1. Manöverkartusche mit einer Ladung aus schüttfähigem Schießpulver, beispielsweise rauchschwachem Nitro-Zellulose-Pulver, die mittels Korkscheiben od. dgl. verdämmt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdammung aus zwei oder mehreren in die Kartuschenhülse (1) eingepreßten Scheiben (6,8) aus Kork od. dgl. besteht und diese Scheiben einen solchen Abstand voneinander aufweisen, daß zwischen ihnen zumindest eine Kompressionskammer (z. B. 7) gebildet wird. - 2. Manöverkartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionskammer mit Luft oder Gas gefüllt ist.
- 3. Manöverkartusche nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gaspolster unter Überdruck steht.
- 4. Manöverkartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompressionskammer (7) mit elastischen und/oder porigen Stoffen gefüllt ist.
- 5. Manöverkartusche nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die lichte Höhe der Kompressionskammer (7) ein Mehrfaches der Dicke der Verdämmungsscheiben (6, 8) beträgt.
- 6. Manöverkartusche nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die außenliegende Verdämmungsscheibe (8) in an sich bekannter Weise mittels eines napfförmig gestalteten Pappdeckels (9), der seinerseits gegen die Kartuschenhülse (1) mit Kunstschellack, Lack od. dgl. abgedichtet wird, nach außen hin abgeschirmt ist.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1094 632.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 109 680/44 8.61
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Family Applications (1)
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| GB (1) | GB979332A (de) |
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- 1960-02-22 DE DER27392A patent/DE1113395B/de active Pending
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- 1961-02-20 GB GB6213/61A patent/GB979332A/en not_active Expired
- 1961-02-20 US US90397A patent/US3103883A/en not_active Expired - Lifetime
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