DE1805119A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Merzerisieren von Textilgut - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Merzerisieren von TextilgutInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Merzerisieren von Textilgut
Me Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
kontinuierlichen Merzerisieren von Geweben und anderen Textilbahnen
aus Baumwolle oder die Baumwolle enthalten, bei dem das Textilgut mit Natronlauge unter Spannung behandelt, danach die
Natronlauge, insbesondere durch Waschen und gegebenenfalls einem Dampfentlauger, entfernt wird.
Es ist bekannt, durch Merzerisieren bei Baumwoll-Geweben einen
Glanz zu erzielen. Unter Merzerisieren versteht man die Behandlung
mit starker Natronlauge unter Spannung. Beim Merzerisieren nimmt die Dichte und Festigkeit der Baumwollfasern zu
und das Farbstoffaufnahmevermögen wird gesteigert. Die bekannten Merzerisier-Maschinen haben ein Laugier- bzw.
Imprägnierabteil, ein Stabilisier-Abteil, einen Dampfentlauger und anschließend eine Waschmaschine. Im Laugierabteil sind eine
Vielzahl von Rollen vorgesehen, die vorzugsweise versetzt zueinander angeordnet sind. Über diese Rollen wird das Gewebe
unter Spannung geführt und dabei in die Natronlauge getaucht. Durch die Einwirkung der Natronlauge ist das Gewebe bestrebt
zu schrumpfen. Ein Schrumpfen des Gewebes wird jedoch durch die Auflage des Gewebes unter hoher Spannung auf den Rollen vermieden.
Durch die feste Anlage des Materials an den Rollen unter hoher.
Spannung, ist ein rasches Durchnetzen der Baumwollgewebe oder der Mischgewebe, die Baumwolle enthalten, nicht gegeben.
Da derartige Maschinen z. Z. mit 4o - 6o.m/min, laufen und Ge-
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schwindigkeiten von 1oo m/min, und mehr angestrebt.werden,
so muß das Laugierabteil wie auch das Stabilisierabteil entsprechend
groß und mit einer entsprechenden Anzahl von Walzen ausgerüstet werden»
Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, eine.Merzerisiermöglichkeit
zu schaffen, bei der bei äußerst gleichmäßigem Effekt die Laugierzeit und überhaupt die Behandlungszeiten verkürzt werden können,
φ Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in einfacher Weise dadurch
gelöst^ daß die Gexvrebe bzw. Textilbahnen wenigstens "während
eines Teiles und zwar des ersten Teiles der Laugierbehandlung, von Natronlauge durchströmt werden» Hierbei kommt jede einzelne
Faser intensiv mit Natronlauge in Berührung, so daß eine
schockartige und vollständig gleichmäßige Netzung erfolgt»
Da vor allem bei billigen Qualitäten im allgemeinen' das gesengte Rohgewebe merzerisiert wird, i\relches schlecht netzfähig
ist, so bringt das neue Verfahren ein@ wesentliche Verbesserung»
Aber auch bei entschlichteten Geweben ist das neue Verfahren
von Vorteil.
■ ·
^ Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es auch, nunmehr
mehrere Bahnen übereinander gleichzeitig über die Merzerisiermaschine
zu fahren» ·
Bei Mischgeweben, z, B0 Baumwolle -und Zellwolle oder "Baumwolle
und Polyamid-Fasern ist es besonders wichtig, daß die Natronlauge aus den. Geweben möglichst schlagartig auf eine Konzentration
von ca, S0 Be im Stabilisierabteil gesenkt wird. Eine
schlagartige Senkung der Laugen-Konzentration kann auch hier wiederum durch Einsatz' des Durchströropfinzipes erreicht werden^
indem z. B. heißes Wasser durch di© Gewebe geleitet wird0"
Außer 'Geweben können auch Wirkwaren,, Non-Wovens und dergleichen
mit diesem Verfahren merzerisiert werden*. -
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Eine rasche weitere Entlaugung ergibt sich durch Verwendung eines üampfontlaugers und anschließend durch Anwendung des
Durchströiaprinzipes beim Auswaschen auf der Waschmaschine.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll deshalb hu Laugierabteil
in bekannter Weise, vorzugsweise zwei Reihen von versetzt zueinander angeordneten Walzen besitzen, wobei wenigstens eine
Walze am Anfang des Laugierabteils flüssigkeitsdurchlässig, z, B- perforiert ist, und von der Natronlauge durchströmt wird.
Die aus dieser V/alze an einer oder beidenStirnseiten ausströmenden
Flotte kann dabei in einen. Auffangbehälter fließen,
in dem eine Pumpe angeordnet ist, die die Flotte in das Laugierabteil zurückpumpt.
Sind mehrere flüssigkeitsdurchlässige bzw, perforierte Walzen
vorgesehen, so ist es günstig, hierfür einen gemeinsamen Auffangbehälter
vorzusehen, mit einer Pumpe zum Rückführen der Lauge in das Bad.
Das Stabilisierabteil ist bei der srzi ,.-· ..»;Ag. ge^äP.en Vorrichtung
entsprechend wie das Laugierabteil mit wenigstens einer von Flot'te durchströmten, flüssigkeitsdurchlässigen V/alze versehen,
so daß mittels dieser Walze die Entlaugung des Gutes auf ca. S0 B6 schlagartig zu Beginn des Stabilisierabteiles durchgeführt
werden kann.
Der anschließende Dampfentlauger, sofern gexrtinscht, kann in
der bisher üblichen Weise aufgebaut sein.
Zum restlosen Entfernen der Lauge aus dem Textilgut ist es zweckmäßig, eine Waschmaschine mit unter Saugzug stehenden
Siebtrommeln zu verwenden, bzw. eine Waschmaschine, die nach dem Durchströmprinzip arbeitet.
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Der Wascheffekt beim Entfernen der Lauge ist dabei so gut,
daß mit einer fünfbädrigen Waschmaschine der gleiche •.Auswascheffekt erzielt wird wie bisher mit einer zehnbädrigen
bekannten Kufenwaschmaschine.
Anschließend kann die Ware getrocknet werden.
Im allgemeinen \\rird einem der Bäder in bekannter Weise etwas
Säure zum Absäuern und neutralisieren der Lauge zugesetzt.
^ Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt. Es zeigen: Figur 1 einen Längsschnitt durch die
Vorrichtung und Figur 2 einen Querschnitt durch das Laugierabteil.
Die gezeigte Vorrichtung besteht aus einem Laugier- bzw. Imprägnierabteil
1, einem Stabilisierabteil 2 und einer fünfbädrigen Waschmaschine 3. Zum Halten des Gewebes ist am Anfang ein Presswerk 4 vorgesehen, anschließend wird das Gewebe
im Laugierabteil über Walzen S geführt. Die beiden ersten Walzen 6 der unteren Reihe sind perforiert und werden von
Flüssigkeit von außen nach innen durchströmt. Die Flüssigkeit strömt bei dieser Vorrichtung an den beiden
P Stirnseiten aus der Walze heraus in seitliche Auffangbehälter 7, von wo sie über Pumpen 8 in das Bad über die Verteilerkasten 9
zurückgepumpt wird. In vielen Fällen genügt jedoch ein einseitiger Flüssigkeitsaustritt.
Beim Übertritt der Textilbahn 1o vom Laugierabteil 1 in das
Stabilisierabteil 2 wird die Textilbahn To durch eine weitere
Presse 4 entwässert.Das Stabilisierabteil 2 ist ähnlich
wie das Laugierabteil 1 aufgebaut und besitzt zwei von Flüssigkeit durchflossene perforierte Walzen 6. Die Anzahl der
Walzen in Laugier- und Stabilisierabteil sind nur beispielsi^eise
gewählt, es kann auch jede andere Anzahl von Walzen vorgesehen werden.
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' "1I""1 STiI s.1,1 J11T1V ■■,:■!:!:»■ ι: ■■ -
Wie aus Figur 2 zu ersehen, sind die Pumpen 8 über eine Pumpenwelle
Π direkt mit den Pumpenmotor 12 verbunden. Diese Teile
bilden zusammen eine leicht auswechselbare Einheit.
Im Anschluß an das Stabilisierabteil ist eine fünfbädrige
Waschmaschine gezeigt, in jedem Bad ist \vriederum eine perforierte,
von Flüssigkeit durchströmte Walze 6 vorgesehen, auch bei diesen
Bädern fließt die Flotte in seitliche Auffangabteile, von wo sie über eine Pumpe in das Bad zurückgefördert wird. Der Aufbau
dieser Bäder ist ähnlcih wie in Figur 2 gezeigt.
Zwischen den einzelnen Bädern sind Pressen 4 vorgesehen. Dadurch, daß die Textilbahn an den perforierten Walzen von der Waschflotte
durchströmt wird, ist eine außerordentlich intensive üntlaugung gegeben. Zwischen Stabilisierabteil 2 und Waschmaschine
3 kann, sofern gewünscht, ein bekannter Dampfentlauger zwischenseschaltet werden.
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Claims (6)
1. Verfahren zum kontinuierlichen !Merzerisieren von Geweben und
anderen Textilbahnen aus Baumwolle oder die Baumwolle enthalten, bei dem das Textilgut mit Natronlauge unter Spannung
behandelt, danach die Natronlauge, insbesondere durch Via sehen,
P entfernt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Textilgut
wenigstens während eines Teiles der Laugierbehandlung von
Natronlauge durchströmt wird.
2. Verfahren, insbesondere nach Anspruch T, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Entfernen der Natronlauge das Textilgut mit Wasser und gegebenenfalls mit Dampf und Säurelösung durchströmt wird.
3. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorherigen
Ansprüche mit wenigstens einem Laugierabteil, in dem
vorzugsweise 2 Reihen von Walzen versetzt zueinander angeordnet sind, über die das Textilgut unter Spannung geführt und mit
t Natronlauge getränkt \tfird und mit einer Waschmaschine und gegebenenfalls
mit einem Dampfentlauger zum Entfernen der Lauge aus dem Textilgut, dadurch gekennzeichnet, daß im Laugierabteil
wenigstens eine Walze perforiert bzw. flüssigkeitsdurchlässig
ist und von Lauge durchströmt
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
flüssigkeitsdurchlässige Walze mittels Niveauunterschied von
außen nach innen durchflossen wird und daß die aus der Walze an einer oder beiden Stirnseiten ausströmende Flotte in
einen Auffangbehälter fließt, in dem eine Pumpe angeordnet ist, die, die Flotte in das Bad zurückpumpt.
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5. Vorrichtung nach.Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
.ein Auffangbehälter für mehrere perforierte bzw. flüssigkeitsdurchlässige
Walzen vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem dein Laugierabteil ein Stabilisierabteil nachgeschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem Stabilisierabteil wenigstens eine von Flotte durchströmte, flüssigkeitsdurchlässige
Walze angeordnet ist.
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