DE19813237C2 - Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Alkalibehandlung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen AlkalibehandlungInfo
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
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Landscapes
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- Treatment Of Fiber Materials (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur kontinuierlichen Alkalibehandlung von textilen Erzeug
nissen mit partiellen Dickenunterschieden, wie Spitzen
und Stickereien, die vornehmlich aus cellulosischen Roh
stoffen, aber auch aus synthetischem Material bestehen
können.
Spitze ist ein flächiger textiler Gegenstand in Form
eines Ornaments, dessen Wirkung auf dem Durchscheinen
des Hintergrundes durch die sich zwischen den Muster
formen befindenden Öffnungen beruht.
Die Alkalibehandlungen von Spitzen und Stickereien dienen
dem Faseraufschluß und bereiten die Ware zum Bleichen,
Färben und Drucken vor. Diese Alkalibehandlungen erfolgen
zur Zeit diskontinuierlich im geringen Konzentrations
bereich. Es kommen Alkalilauge, üblicherweise Natron
lauge und Soda, zum Einsatz. Deren Wirkung kann durch
die praxisüblichen Textilhilfsmittel unterstützt werden.
In der DE 42 13 127 C1 wird ein Verfahren und eine
Anlage zum kontinuierlichen Mercerisieren von textilen
Warenbahnen beschrieben. Darin wird eine feuchte Waren
bahn zunächst mechanisch entwässert, alkalisch vorbe
handelt, mit Schwachlauge vorimprägniert, entwässert, die
Beladungsdichte gemessen und die Warenbahn einer
Hauptimprägnierung mit konzentrierter Lauge zugeführt.
Die Laugenzuführung erfolgt über einen Zwickel, anschlies
send wird abgequetscht und die Warenbahn einer Verweil-
und Stabilierungszone in Form von Walzen oder Spannfeld
zugeführt, wobei eine Wiederaufbereitung der Lauge vor
genommen, deren Konzentration und Temperatur korrigiert
und diese dem Zwickel zugeführt wird. Die Wiederaufbe
reitung der Behandlungsflotten erfolgt nach dem Gegen
stromprinzip. Die Anlage beinhaltet eine Vorrichtung
zum mechanischen Entwässern der feuchten Warenbahn
sowie ein Rohrleitungssystem zur Herstellung eines Kreis
laufes der Behandlungsflüssigkeit von den Auffangbehäl
tern über Spritzrohr zurück zu den Auffangbehältern und
beinhaltet weiterhin gegeneinanderlaufende einen
Zwickel bildenden Walzen.
In der EP 0 295 608 A1 wird ein Verfahren zum Merceri
sieren von textilen Stoffbahnen beschrieben, die in
gebundener Führung im feuchten Zustand über eine Anord
nung von Walzen geführt werden und mit einem Behand
lungsmedium beaufschlagt und während der Behandlung in
das Behandlungsmedium eingetaucht werden, wobei das
Behandlungsmedium unterhalb der Walzen zu einem Bad
gesammelt wird und mit einem Behandlungsmedium niedrigerer
Konzentration als der Eingangskonzentration, jedoch höherer
Konzentration als der Sollkonzentration beaufschlagt wird.
Das Behandlungsmedium wird dabei zu einem Bad gesammelt
und in diesem Bad eine Niveaumessung vorgenommen.
In der EP 0 340 166 A1 wird das Mercerisieren mit
einem Breitstreckfeld beschrieben, wobei die Ware sofort
auf dem kürzesten Weg vom Vertikalquetschwerk der Nach
imprägnierung auf die Spannkette gelegt wird. Das
Imprägnieren und das Stabilisieren der Ware ist dort
bereits abgeschlossen und die Waschstrecke arbeitet
nur mittels Spritzdüsen.
In der DE 196 35 171 C1 wird ein Verfahren zum Aus
waschen von Polyvinylalkoholgrundgewebe aus Spitzen
und Stickereien beschrieben, das auch nach dem Prinzip
des Sprühens und Saugens arbeitet. Dabei wird auch zur
Verbesserung des Entwässerungseffektes das Auflegen
einer Bürste beschrieben. Diese Vorrichtung ist für
eine kontinuierliche Laugenbehandlung nicht vorgesehen
und ungeeignet.
Die in den vorgenannten Druckschriften beschriebenen Ver
fahren und Vorrichtungen sind generell nicht für eine
angepaßte Laugenbehandlung von Spitzen und Stickereien
geeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zu entwickeln, daß die Spitzen und
Stickereien durch eine angepaßte Alkalibehandlung so
modifiziert werden, daß sie einen seht guten Faserauf
schluß besitzen und eine gleichmäßig verbesserte Anfär
bung, eine differenzierte verbesserte Anfärbung, eine
hervorragende Bedruckbarkeit, auch nach moderner Spritz
drucktechnik, und einen sehr hohen Weißgrad ermöglichen.
Dabei soll eine Maschinenanordnung geschaffen werden,
mit denen diese textilen Flächen, die in Länge und Breite
sehr instabil und gegen Zugbeanspruchung empfindlich sind
sowie perforiert sein können, problemlos bei hoher
Warengeschwindigkeit mercerisiert werden können. Die
Maschinenanordnung soll so geschaffen werden, daß eine
extrem kurze Wegstrecke für die Ware innerhalb der Laugen
behandlung sowie eine verbesserte Penetrierung der Ware
mit Lauge unter Minimierung der Verweilzeiten erreicht
werden kann.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit den Gegenständen der
Ansprüche 1 bzw. 4 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
finden sich in den Ansprüchen 2, 3 und 5.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von zwei Ausführungs
beispielen näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 Prinzipskizze einer Seitenansicht
der Vorrichtung ohne Vorimprägnier
abteil
Fig. 2 Prinzipskizze einer Seitenansicht
des Haupt- und Nachimprägnier
abteils mit Saugtechnik
Die Vorrichtung besteht aus einem Vorimprägnierabteil,
einem Hauptimprägnierabteil 1, einem Nachimprägnier
abteil 5, einem Stabilisierungsabteil 15 und einer
Waschstrecke 19. Das nicht dargestellte Vorimprägnier
abteil besteht aus einer üblichen spannungsarm arbei
tenden Breitwaschmaschine und einem Saugbalken, der am
Ende des Vorimprägnierabteils angeordnet ist und eine
Abdeckung besitzt. Das Hauptimprägnierabteil 1 besteht
aus den Walzen 2 und 4, die gegeneinanderlaufend ange
ordnet sind und dadurch einen Zwickel 3 bilden. Das
Hauptimprägnierabteil 1 verfügt über einen separaten
nicht dargestellten Antrieb. Das Nachimprägnierabteil 5
besteht aus einem Chassis 6, das unter der Walze 4 und
der Walze 8 angebracht und beheizbar und mit einer
Temperaturregeleinrichtung ausgestattet ist. Die Achsen
der Walzen 4 und 8 liegen in der gleichen Höhe und
parallel zu der Achse der Walze 2. Die Walze 7 ist zu
den Walzen 4 und 8 auf Lücke angeordnet, so daß sich
die Walze 7 auf den Walzen 4 und 8 abstützbar befindet.
Die Walze 8 ist so angeordnet, daß sie sich beidseitig mittels
Federdruck an die Walze 10 des folgenden Vertikalquetsch
werkes 9 andrückbar befindet. Zwischen den Walzen
7 und 8 bzw. der Walze 10 des Vertikalquetschwerkes 9
ist ein Spritzrohr 11, das mit dem Chassis 6 in Ver
bindung steht, angebracht. Wahlweise kann das Nachimpräg
nierabteil 5 gemäß Fig. 2 so angeordnet sein, daß anstelle
der Walze 8 sich zwei parallel angeordnete Walzen 12 und 13
und ein Saugbalken 14 befinden. Die Walze 12 ist Warenleit
walze und gleichzeitig die Halterung für die Walze 7.
Die Wälze 13 ist als Warenleitwalze über dem Saugbalken 14
angeordnet. Das Chassis 6 ist durch ein kleineres Chassis 6a
ersetzt und befindet sich an der Unterseite der Walze 4.
Dabei ist das Spritzrohr 11 außer Betrieb. Das Vertikal
quetschwerk 9 des Nachimprägnierabteils 5 besitzt einen
separaten Antrieb. Das Stabilisierungsabteil 15 besteht
aus zwei an den Kanten des textilen Erzeugnisses endlos
laufenden Nadel- oder Kluppenketten mit Warenbahnführern
und Aufnadelvorrichtungen 16, dem Einlauffeld 17, der
Verweilzone 18, einer Waschstrecke 19 und einem nachgeord
neten Auszugsquetschwerk 20. Die Waschstrecke 19 befindet
sich nach Fig. 1 somit am Ende des Stabilisierungsabteils 15,
das auch das Einlauffeld 17 und die Verweilszone 18 umfaßt.
Das Einlauffeld 17 ist breitenvariabel einstellbar. Oberhalb
der Waschstrecke 19 sind Spritzdüsen 21 in gleichen Abständen
über die Breite des textilen Erzeugnisses angebracht.
Jeweils vor den Spritzdüsen 21 ist über der Bahn des
textilen Erzeugnisses und über die gesamte Breite des
Stabilisierungsabteils 15 ein Trennblech 22 angeordnet.
Zwischen den Spritzdüsen 21 sind Saugbalken 23 mit
Dichtlippen angebracht. Über den Dichtlippen der Saug
balken 23 befindet sich eine Abdichtbürste 24. Unter
den Spritzdüsen 21 und dem Saugbalken 23 liegt die Auf
fangwanne 25. Das Stabilisierungsabteil 15 mit dem Aus
zugsquetschwerk 20 verfügt über je einen Antrieb.
Der Ablauf des Verfahrens ist folgender:
Als textiles Erzeugnis ist eine Luftspitze aus 100%
Baumwolle vorgesehen, die für ein modernes Spritzdruck
verfahren vorbehandelt werden soll. Dazu bedarf es
einer homogenen Mercerisierung. Die Spitze wird dabei
alkalisch abgekocht und naß der Vorrichtung vorgelegt.
Sie soll für diesen Zweck mit 270 g/l Natronlauge
mercerisiert werden. Die Spitze und auch Stickereien
können trocken oder naß einer Vorimprägnierung zuge
führt und dort durch einen Gehalt an Natronlauge bis
zu 50 g/l auf den Folgeprozeß vorbereitet werden.
Durch eine im Rahmen der Vorimprägnierung befindlichen
Endbehandlung werden sie mit einem gleichmäßigen
und sehr niedrigem Feuchtigkeitsniveau versehen.
Der Flottengehalt darf max. 80% betragen. Im Beispiel 1
hat nach der Vorimprägnierung die Spitze einen Natronlau
gengehalt von 30 g/kg. Die abgesaugte Spitze enthält
noch 60% Wasser.
Die Flotte besteht aus den bei der Schockentlaugierung
anfallenden Spülwässern der nachfolgenden Abteile.
Der Saugbalken am Ende der Vorimprägnierung arbeitet
mit einer speziellen Abdeckdung, um ein geringes
Feuchtigkeitsniveau bei geringe Energiebedarf zu
sichern. Die Spitze wird anschießend dem Hauptimpräg
nierabteil 1 zugeführt und mit Natronlauge imprägniert.
Durch die gegenläufigen Walzen 2 und 4 wird ein Zwickel
3 gebildet und damit ein Druck ausgeübt. In diesem
Zwickel 3 wird Alkalilauge mittels Dosierpumpe aus
dem Laugenvorratsbehälter gefüllt. Diese wird von der
Spitze aufgenommen oder fließt über einen Überlauf
dem Laugenvorratsbehälter wieder zu. Im Laugenvor
ratsbehälter befindet sich eine Temperaturmeß- und
regeleinrichtung, die eine bestimmungsgemäße Tempe
ratur der Lauge ermöglicht sowie eine Laugenkonzen
trationsmeß- und regeleinrichtung, die die zurück
fließende Menge Alkalilauge, handelsübliche Alkali
lauge und Wasser, zu Alkalilauge mischt, die wiederum
dem Zwickel 3 zugeführt wird.
Die Hauptimprägnierung 1 ist für die Erteilung der
Endkonzentration der Natronlauge maßgeblich. Sie er
rechnet sich wie folgt:
wobei:
Kware: Konzentration der Natronlauge auf der Ware in g/l
KV: Konzentration der Natronlauge auf der Ware durch die Vorimprägnierung in g/l
KH: Konzentration der Natronlauge im Zwickel der Hauptimprägnierung in g/l
AE1: Abquetscheffekt der Ware nach der Vorimpräg nierung in %
AE2: Abquetscheffekt der Ware nach der Hauptimpräg nierung in %
Kware: Konzentration der Natronlauge auf der Ware in g/l
KV: Konzentration der Natronlauge auf der Ware durch die Vorimprägnierung in g/l
KH: Konzentration der Natronlauge im Zwickel der Hauptimprägnierung in g/l
AE1: Abquetscheffekt der Ware nach der Vorimpräg nierung in %
AE2: Abquetscheffekt der Ware nach der Hauptimpräg nierung in %
Dabei beträgt Kware im allgemeinen bis zu 300 g/l Natron
laugen und KH sollte maximal 600 g/l Natronlauge betragen.
Nach der Hauptimprägnierung enthält die Spitze bei einem
Abquetschdruck von 5 bar noch 110% Wasser. Gemäß Formel 1
muß die Laugenkonzentration der Hauptimprägnierung 480 g/l
Natronlauge betragen. Sobald die Spitze das Horizontal
quetschwerk des Hauptimprägnierabteils 1 verläßt, gelangt
diese im gebundenen Warenlauf zum Nachimprägnierabteil 5.
In der Nachimprägnierung wird vorwiegend mit der Natron
laugenkonzentration gearbeitet, die der Sollkonzentration
der Natronlauge auf der Spitze entspricht, im Beispiel
270 g/l. Die Spitze wird im Chassis 6 imprägniert, durch
die aufliegende Walze 7 abgequetscht, mittels Spritz
rohr 11 erneut imprägniert, durch die aufliegende Walze 7
nochmals abgequetscht, im Chassis 6 wieder imprägniert,
durch die untere Walze 10 des Vertikalquetschwerkes 9
entwässert, mittels Spritzrohr 11 imprägniert und letzt
lich im Vertikalquetschwerk 9 mit 5 bar auf einen Flotten
gehalt von 110% entwässert. Die Spitze läuft generell
im gebundenen Warenlauf.
Der Abquetschdruck von wahlweise 3-8 bar des Haupt
imprägnierabteils 1 und des Vertikalquetschwerkes 9 kann
wahlweise auch unterschiedlich hoch sein und damit der
Abquetscheffekt schwanken. Da davon auszugehen ist, daß
im Vertikalquetschwerk 9 im Sinne eines minimierten
Laugeneinsatzes ein maximales Entwässern erfolgt, wird
kein oder nur ein geringfügiger Laugenüberschuß im
Chassis 6 entstehen, der zur Verdünnung der handels
üblichen Natronlauge genutzt wird und so der Hauptim
prägnierung zugeführt wird.
Die Nachimprägnierung kann auch wahlweise gemäß Fig. 2
so durchgeführt werden, daß die Spitze zunächst im
Chassis 6a imprägniert, durch die aufliegende Walze 7
abgequetscht, unter der abstützenden Walze 12 über dem
Saugbalken 14 unter der Leitwalze 13 und im gebundenen
Warenlauf zum Vertikalquetschwerk 9 zugeführt wird. Die
Spitze wird durch den Saugbalken 14 auf einen Flottengehalt
von 100% gebracht. Die abgesaugte Natronlauge wird dem
Chassis 6a des Nachimprägnierabteils 5 wieder zugeführt.
Die überschüssige Lauge wird zur Verdünnung der handels
üblichen Natronlauge eingesetzt und so der Hauptimpräg
nierung wieder zugeführt. Die Geschwindigkeit des Ver
tikalquetschwerkes 9 des Nachimprägnierabteiles 5 kann
negativ oder positiv zum Hauptimprägnierabteil 1 abweichen.
Im Beispiel beträgt die Geschwindigkeitsdifferenz des Ver
tikalquetschwerkes 9 + 1%. Die Spitze verläßt das Ver
tikalquetschwerk 9 und gelangt über eine kurze Wegstrecke
im nicht gebundenen Warenlauf auf die Spannkette des
Stabilisierungsabteils 15. Die Geschwindigkeit der
Spannkette kann negativ oder positiv zum Hauptimpräg
nierabteil 1 abweichen. Im Beispiel beträgt die Ge
schwindigkeitsdifferenz der Spannkette +2%.
Im konischen Einlauffeld 17 wird die Spitze auch auf
die gewünschte Breite gebracht, im Beispiel auf +2%
der Ausgangsbreite und anschließend wird durch Ver
weilen dieser Zustand stabilisiert. Der Breiten- und
Längengewinn der Spitze beträgt somit in Längs- und
Querrichtung je 2%. Im stabilisierten Zustand wird die
Spitze der Waschstrecke 19 zugeführt und mittels Sprühen
und Saugen im Gegenstromprinzip schockentlaugiert,
ohne Längen- und Breitenänderung der Spitze. Dabei wird
zunächst durch die Spritzdüse 21 die Ware mit der
1-3-fachen Menge an Wasser bei einer Temperatur von
wahlweise bis zu 98°C beaufschlagt, dann durch den
Saugbalken 23 entwässert, der mit einem Unterdruck von
0,5-0,9 bar arbeitet. Der Saugbalken 23 ist mit einer
Abdichtbürste 24 ausgestattet, die absichert, daß die
Vakuumanlage mit geringem Bedarf an Elektroenergie
eine maximale Entwässerung erzielt. Das vor der
Spritzdüse 21 liegende Trennblech 22 und die Vorwärts
bewegung der Ware trennt die einzelnen Waschflotten
und ermöglicht ein exaktes Arbeiten im Gegenstrom
prinzip. Dieser Waschprozeß wird dreimal wiederholt,
wobei am Ende der Waschstrecke die Ware über ein
Auszugsquetschwerk 20 entwässert und abgezogen werden
kann. Die Laugenkonzentration auf der Ware beträgt
dort unter 50 g/l.
Durch das Spritzen - 100% vom Warengewicht - und den
Saugvorgang wird bei einem Unterdruck von 0,6 bar eine
Laugenminimierung auf der Spitze von ca. 50% + 50%
des Restlaugengehaltes der Waschflotte bzw. durch das
Spritzen - 200% vom Warengewicht - eine Laugenmini
mierung auf der Spitze von ca. 33% + 66% des Rest
laugengehaltes der Waschflotte erreicht. Die Verfah
rensweise und die Verwendung laugenhaltiger Waschwässer
ermöglicht diese positiven Auswaschergebnisse.
Gemäß Beispiel sind die folgenden Konzentrationen und
Mengen relevant.
Im ersten Spritzrohr 21 befindet sich Natronlauge mit
einer Konzentration von 94 g/l, die Flottentemperatur
ist nahe der Kochtemperatur. Es werden 100% vom
Warengewicht an Flotte aufgebracht. Die Spitze verläßt
das Abteil mit 182 g/l Natronlauge. Die abgesaugte
Flotte des ersten Saugbalkens 23 wird bei der Herstellung
der Natronlaugeflotten zur Haupt- und Nachimprägnierung
zur Verdünnung der Starklauge eingesetzt.
Das zweite Spritzrohr 21 bringt Flotte mit einem Natron
laugengehalt von 50 g/l auf. Die Flottentemperatur be
trägt ca. 90°C. Es werden 200% vom Warengewicht an
Flotte aufgebracht. Die Spitze verläßt das Abteil mit
94 g/l Natronlauge. Die abgesaugte Flotte wird aufge
heizt und zu 50% dem ersten Spritzrohr 21 zugeführt.
Die Restflotte wird zur Vorimprägnierung genutzt.
Das dritte Spritzrohr 21 führt Flotte mit einem Natron
laugegehalt von 28 g/l zu. Die Flottentemperatur beträgt
ca. 90°C. Es werden 200% vom Warengewicht an Wasser
aufgebracht. Die Spitze verläßt das Abteil mit 50 g/l
Natronlauge. Die abgequetschte Flotte wird aufge
heizt und dem zweiten Spritzrohr 21 zugeführt.
Anschließend wird auf separater Technik die Spitze
wie üblich entlaugiert.
Die Spitzen und Stickereien verfügen über ein hervor
ragendes Farbstoffaufnahmevermögen und deutlich ver
besserte textile Eigenschaften. Der Verbrauch an
Natronlauge wird durch konsequente Wiederverwendung
im Gesamtprozeß stark reduziert.
Die alkalisch abgekochten und vorgebleichten Stickereien
können analog Beipiel 1 dem Vorimprägnierabteil zuge
führt und dort behandelt werden oder sie werden, wie
beim vorliegenden Beispiel 2 trocken sofort dem Haupt
imprägnierabteil 1 vorgelegt und mit Natronlauge im Konzen
trationsbereich von 50 g/l bis 300 g/l imprägniert und
mit 5-6 bar abgequetscht. Aufgrund der Dickenunter
schiede der Spitze reichert sich beim Abquetschen die
Natronlauge im Stickgrund an, bzw. in der Spitze selbst
liegt nur eine reduzierte Menge Natronlauge/kg Ware vor.
Sie durchläuft das Nachimprägnierabteil 5 ohne zusätz
liche Laugenbeaufschlagung. Längen- und Breitenänderun
gen der Stickerei werden nicht vorgenommen.
Im konischen Einlauffeld wird die Ausgangslänge und
-breite wieder eingestellt. In der Waschstrecke 19 wird,
wie im Beispiel 1 dargestellt, die Stickerei ausge
waschen.
In Abhängigkeit von den Dickendifferenzen der Stickerei
und der Natronlaugenkonzentration zeigt die so behan
delte Stickerei nach dem Färben zwischen dem Stickgrund
und der Stickerei Farbtonunterschiede, die gezielt für
Schattenfärbungen musterungsseitig ausgenutzt werden
können.
Claims (5)
1. Verfahren zur kontinuierlichen Alkalibehandlung von
textilen bahnförmigen Erzeugnissen mit partiellen
Dickenunterschieden, insbesondere von Spitzen und
Stickereien, wobei diese alkalisch vorbehandelt, mit
Schwachlauge vorimprägniert, entwässert, die Beladungs
dichte gemessen, einer Hauptimprägnierung mit konzen
trierter Lauge zugeführt werden, wobei die Laugezufüh
rung über einen Zwickel erfolgt und die Erzeugnisse an
schließend abgequetscht, einer Verweil- und Stabili
sierzone in Form von Walzen oder Spannfeld zugeführt
werden und eine Wiederaufbereitung der Lauge vorge
nommen wird, deren Konzentration und Temperatur
korrigiert wird, diese dem Zwickel wieder zugeführt
wird sowie die Wiederaufbereitung der Behandlungs
flotten nach dem Gegenstromprinzip erfolgt,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1. dem alkalisch abgekochten und vorimprägnierten textilen Erzeugnis bei der Hauptimprägnierung Natronlauge, gemäß Formel 1, jedoch bis maximal 600 g/l im Zwickel zweier Walzen (2, 4) zugeführt wird,
- 2. das textile Erzeugnis vom Hauptimprägnierabteil (1) im gebundenen Warenlauf durch die Walze (4), die gleichzeitig als Quetschwalze des Hauptimprägnier abteils (1) und als erste Warenleitwalze des Nach imprägnierabteils (5) dient, auf einer sehr kurzen Wegstrecke in das Nachimprägnierabteil (5) gelangt und darin mit einer Laugekonzentration, die der Sollkonzentration der Natronlauge auf dem textilen Erzeugnis entspricht, behandelt wird, indem dieses im Chassis (6) imprägniert, zwischen den Walzen (4) und (7) abgequetscht, durch das Spritzrohr (11) erneut imprägniert, zwischen den Walzen (7) und (8) abgequetscht, im Chassis (6) imprägniert, zwischen den Walzen (8) und (10) abgequetscht, durch das Spritzrohr (11) imprägniert und im Ver tikalquetschwerk (9) auf einen niedrigen Flotten gehalt entwässert wird und nach Verlassen des Nach imprägnierabteils (5) keine weitere Beaufschlagung mit Natronlauge erfolgt,
- 3. das textile Erzeugnis zur Einstellung der gewünsch ten Länge und Breite zunächst vom Hauptimprägnier abteil (1) in das Nachimprägnierabteil (5) geführt wird, wobei Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen dem Vertikalquetschwerk (9) und dem Hauptimprägnier abteil (1) positiv oder negativ einstellbar sind,
- 4. anschließend das stabilisierte, durch das Vertikal quetschwerk (9) oder den Saugbalken (14) hoch entwässerte textile Erzeugnis der Waschstrecke (19) zugeführt und mittels Sprühen und Saugen schock entlaugiert wird.
2. Verfahren insbesondere nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Nachimprägnie
rung zunächst im Chassis (6a) erfolgt, das textile
Erzeugnis durch die aufliegende Walze (7) in Verbin
dung mit Walze (4) abgequetscht und in Verbindung
mit der Walze (12) nochmals abgequetscht wird und
anschließend im ungebundenen Warenlauf unter der
abstützenden Walze (12) dem Saugbalken (14) zugeführt
und unter Walze (13) zum Vertikalquetschwerk (9)
gelangt, wobei mittels des Saugbalkens (14) ein Flot
tengehalt von 100% erreicht und die abgesaugte Natron
lauge dem Chassis (6a) zurückgeführt, die überschüssige
Lauge der Hauptimprägnierung wieder zugeführt wird,
die Geschwindigkeitsdifferenzen und die Weiterbehand
lung des textilen Erzeugnisses nach Anspruch 1 erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das abgekochte
und vorgebleichte textile Erzeugnis trocken dem
Hauptimprägnierabteil (1) vorgelegt, mit einer
Natronlauge im Konzentrationsbereich von 50-300 g/l
imprägniert mit 5-6 bar zwischen den Walzen (2 und 4)
abgequetscht werden.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 3, bestehend aus einem
Vorimprägnierabteil mit einer Breitwaschmaschine,
einem Hauptimprägnierabteil mit einer Anordnung von
Walzen, über denen sich Spritzrohre und unter denen
sich Auffangbehälter sowie Förderpumpen mit Rohr
leitungen angeordnet sind zur Herstellung eines Kreis
laufes der Behandlungsflüssigkeit von den Auffangbe
hältern über die Spritzrohre zurück zu den Auffang
behältern, und weiterhin bestehend aus gegeneinander
laufenden einen Zwickel bildenden Walzen,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1. dem Hauptimprägnierabteil (1) mit direkter Zufüh rung der Lauge zum Zwickel (3) ein Nachimprägnier abteil (5) und diesem ein Stabilisierungsabteil (15) mit einer Waschstrecke (19) nachgeordnet ist,
- 2. das Hauptimprägnierabteil (1) aus bekannten gegen einanderlaufenden einen Zwickel (3) bildenden Walzen (2 und 4) besteht, wobei die Walze (4) eine Warenleitwalze des Nachimprägnierabteiles (5) ist,
- 3. das Nachimprägnierabteil (5) unter den Walzen (4 und 8) ein beheizbares Chassis (6) aufweist, wobei diese Walzen (4 und 8) sich in gleicher Höhe zur Walze (2) befinden, wobei die Walze (7) auf diesen Walzen (4 und 8) abstützbar angeordnet ist und sich weiterhin die Walze (8) mit darüber liegendem Spritzrohr (11) andrückbar an die Walze (10) des nachfolgenden Vertikalquetsch werkes (9) befindet,
- 4. eine Waschstrecke (19) mit Spritzdüsen (21) und ein Auszugsquetschwerk (20) am Ende des Stabili sierungsabteils (15) angeordnet ist, das auch das Einlauffeld (17) und die Verweilzone (18) umfaßt, wobei vor den Spritzdüsen (21) über die gesamte Breite des Stabilisierungsabteils (15) ein Trenn blech (22) sich befindet und zwischen den Spritz düsen (21) sich Saugbalken (23) mit Dichtlippen, über denen Abdichtbürsten (24) liegen, befinden, und unter diesen Spritzdüsen (21) eine bekannte Auffangwanne (25) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Nachim
prägnierabteil (5) in Aussparung der Walze (8)
zwei parallel angeordnete Walzen (12 und 13) mit
Saugbalken (14) aufweist, wobei das Chassis (6a)
sich an der Unterseite der Walze (4) unter Aus
schaltung des Spritzrohres (11) befindet.
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