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B e s ehr e i b u n g zu der Gebrauchsmusteranmeldung ALAMANCE INDUSTRIE,
INC. Concord, North Carolina, U. S. A. betreffend Bandagenstrumpf Die Erfindung
bezieht sich auf ein reckbares und sich nach dem Recken wieder zusammenziehendes
Gewirk bzw. Gestrick, insbesondere für Strumpfwaren, bei dem die Maschen aus mehrfach
genommenen einfädigen synthetischen, durch Aufbringen eines Drehmoments elastisch
gemachten Garnen bestehen, so daß ein Strumpf entsteht, der auf das Bein des Trägers
eine ausreichende Druck-oder Stützkraft aufbringt, um eine therapeutische Wirkung
zu erzielen.
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Bis heute muß man bei Strümpfen, die eine genügend große Druck-oder
Stützkraft auf das Bein des Trägers ausüben, die naturgegebene Elastizität des Garns
oder Fadens ausnutzen, aus dem die Strümpfe gewirkt sind. Manche dieser sogenannten
Bandagenstrümpfe werden in allen ihren Teilen unter Verwendung eines elastischen
Garns, z. B. eines Gummigarns
oder eines mit einem elastischen
Material überzogenen Garns oder eines gekräuselten oder gelockten synthetischen,
reckbaren Garns oder von Kombinationen der genannten Garne hergestellt. Zwar bringen
einige Arten der bisher bekannt gewordenen elastischen Strümpfe eine ausreichende
Druckkraft auf das Bein des Trägers auf, doch zeigen sie nicht ein so gefälliges
Aussehen wie die üblichen Strümpfe aus einfädigem Garn. Ferner rufen einige der
bereits bekannten elastischen Strümpfe, in denen Gummifäden verwendet werden, bei
manchen Benutzern Hautreaktionen hervor, und außerdem wird die Haltbarkeit solcher
Strümpfe durch die Alterung und das Waschen schnell beeinträchtigt. Strümpfe aus
gekräuseltem oder gelocktem synthetischen reckfähigem Garn erzeugen keine genügend
große Druckkraft, um eine bemerkbare therapeutische Wirkung auszuüben.
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Gegenwärtig werden weitere Arten von reckbaren und zusammenziehungsfähigen
Strümpfen aus verschiedenen Sorten von gelockten, gekräuselten oder stark gedrehten
Nylongarnen hergestellt, doch ist es bei diesen Strümpfen lediglich beabsichtigt,
daß sie sich dem Bein und dem Fuß innerhalb eines weiten Größenbereichs anpassen,
ohne daß eine Druck-oder Stützwirkung auf das Bein ausgeübt wird. Diese Strümpfe
sind in einem erheblichen Ausmaß reckbar, und sie lassen sich verhältnismäßig leicht
recken, so daß sie auf das Bein des Trägers keinen Druck ausüben, sondern lediglich
gut sitzen.
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Der erfindungsgemäße Bandagen-oder Stützstrumpf unterscheidet sich
von den bisher bekannten reckbaren Strümpfen aus gekräuselten oder stark gedrehten
Garnen, denn er setzt dem Recken einen hohen Widerstand entgegen und besitzt daher
ein starkes Bestreben, seinen normalen entspannten Zustand wieder einzunehmen. Die
erfindungsgemäßen Bandagenstrümpfe sind von besonderem therapeutischem Wert für
Personen, die unter pathologischen Zuständen des Gefäßsystems der Beine leiden,
wie es während der Schwangerschaft häufig der Fall ist.
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Ein Hauptziel der Erfindung besteht darin, einen zum Aufbringen einer
starken Druckkraft geeigneten Strumpf zu schaffen, bei dem die Maschen-aus einer
Mehrzahl von an sich unelastischen synthetischen Garnen gewirkt sind, wobei jeder
Garnfaden so gedreht ist, daß ihm ein hohes Drehmoment mitgeteilt wird. Die die
Maschen bildenden gedrehten Garne bzw. Fäden veranlassen die Maschen, sich zu verformen
oder schrägzustellen, wenn der Strumpf entspannt ist ; wenn der Strumpf dagegen
gereckt wird, richten sich die Maschen auf. Durch die Verwendung einer Mehrzahl
von einem hohen Drehmoment ausgesetzten Garnen in den Maschen wird der Widerstand,
den die verformten Maschen einem Recken entgegensetzen, vervielfacht, und es entsteht
ein Strumpf, der infolge seines hohen Widerstandes gegen das Recken ein starkes
Bestreben zeigt, in seinen normalen entspannten bzw. ungereckten Zustand zurückzukehren,
wodurch
ein erheblich höherer Grad der Zusammendrückung entsteht und auf das Bein des Trägers
eine wesentlich größere Stützkraft aufgebracht wird, als es bisher unter Verwendung
von gedrehten Garnen möglich war.
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Hin weiteres Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung eines eine
starke Druckwirkung ausübenden Strumpfes, der aus synthetischen, unelastischen gedrehten
Garnen gewirkt ist, die undurchlässig sind und daher durch häufig wiederholtes Waschen
nicht geschädigt werden, so daß sie eine lange Lebensdauer besitzen, während deren
die Spannkraft des Strumpfes erhalten bleibt.
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Ferner sieht die Erfindung einen Bandagenstrumpf vor, der aus synthetischen,
unelastischen gedrehten Garnen gewirkt ist, die glänzend sind, so daß man einen
Bandagenstrumpf erhält, der einen gefälligen Schimmer zeigt und der ohne Beschwerden
von Personen getragen werden kann, die gegenüber Gummi empfindlich sind.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen
an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
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Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines fertigen, gemäß der Erfindung
gewirkten Bandagen-bzw. Stützstrumpfes.
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Fig. 2 zeigt in starker Vergrößerung das in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnete
Rechteck 2, wobei der Strumpf etwas gereckt ist, um die Verformung oder Neigung
bzw.
Schrägstellung der Maschen erkennen zu lassen.
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Fig. 3 zeigt in Seitenansicht eine Ausführungsart eines in der üblichen
Weise gewirkten dehnbaren Strumpfes, der im Handel erhältlich ist.
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Fig. 4 zeigt in Seitenansicht eine weitere Ausführungart eines in
der üblichen Weise gewirkten dehnbaren Strumpfes, der ebenfalls im Handel erhältlich
ist.
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Fig. 5 ist eine Seitenansicht des hochgradig zusammenziehungsfähigen,
gemäß der Erfindung gewirkten Strumpfes und ermöglicht hinsichtlich seiner Form
einen Vergleich mit den in bekannter Weise gewirkten Strümpfen nach Fig. 3 und 4.
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Fig. 6 veranschaulicht einen gewirkten Zuschnitt für einen erfindungsgemäßen
Bandagenstrumpf der in Fig. 1 und 5 gezeigten Art nach dem Wirken, jedoch vor dem
Schließen der Längsnaht.
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Der in Fig. 1 insgesamt mit H-1 bezeichnete, zum Aufbringen eines
hohen Drucks geeignete Strumpf wird aus einer Mehrzahl von synthetischen Garnen
gewirkt, von denen jedes unabhängig von sämtlichen anderen gezwirnt bzw. gedreht
worden ist, um"lebendige"bzw. unter einem hohen Drehmoment stehende Garne herzustellen.
Zum Herstellen des synthetischen Garns, aus dem das stark gedrehte Garn erzeugt
wird, wird ein synthetisches Polyamid verwendet, wie es unter der Bezeichnung
Nylon
im Handel ist ; Nylon ist ein thermoplastisches Garn, das sich durch Aufbringen
von Wärme in einen gewünschten Zustand bringen läßt. Zu den faserbildenden synthetischen
linearen Kondensationspolymeren, die sich zwirnen bzw. drehen lassen, um ein einem
hohen Drehmoment ausgesetztes Garn zu erzeugen, das sich für den erfindungsgemäßen
Zweck verwenden läßt, gehören außer dem bereits erwähnten Polyamid noch das unter
der gesetzlich geschützten Handelsbezeichnung"Dacron"erhältlichePolyestergarn und
andere thermoplastische Garne.
| Einfädige, einem hohen Drehmoment ausgesetzte Garne |
werden nach verschiedenen Verfahren erzeugt ; bei einem dieser Verfahren wird mit
einem Falschzwirnvorgang gearbeitet, bei dem ein einziges'Ende eines einfädigen
synthetischen Garns, z. B. aus Nylon, durch eine umlaufende hohle Spindel nach oben
geführt und auf jeder Seite der Spindel in entgegengesetzten Richtungen gedreht
wird, wobei die erste Zwirnung unterhalb der Spindel durch Aufbringen von Wärme
fixiert wird. Auf diese Weise wird ein falsch gezwirntes, einem Drehmoment ausgesetztes
Garn im Wege des Zwirnens, des Fixierens mittels Wärme und des darauffolgenden Zurückdrehens
erzeugt. Auch mit Hilfe bekannter andersartiger Einrichtungen läßt sich auf das
Garn ein Drehmoment aufbringen.
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Bei dem einen hohen Drehmoment ausgesetzten einfädigen Garn, wie
es bei der Erfindung verwendet wird, handelt es
sich um ein thermoplastisches
Garn, das mittels Wärme fixiert und gedreht ist, und das ein starkes Bestreben äußert,
sich in diejenige Lage zurückzudrehen, die es vor dem Zwirnen bzw.
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Drehen einnahm ; solche Garne werden gelegentlich als"lebendige"bzw.
elastifizierte Garne bezeichnet. Diese in dem Garn vorhandene Lebendigkeit bzw.
das Drehmoment bewirkt, daß die Maschen nach dem Wirken entsprechend der Richtung
des Drehmoments bzw. der Neigung des Garns, sich zurückdrehen, verformt oder schräggestellt
werden.
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Die erfindungsgemäßen Bandagenstrümpfe werden vorzugsweise auf einer
Wirkmaschine für voll geminderte Ware unter Benutzung des bekannten Zwei-Fadenführer-Systems
hergestellt.
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Mehrere nicht miteinander-verzwirnte, jeweils in sich gedrehte Garne,
bei denen das Drehmoment jeweils in der gleichen Richtung wirkt, werden den Nadeln
mittels eines Fadenführers zugeführt, und mehrere ebenfalls nicht miteinander verzwirnte,
jeweils in sich gedrehte Garne mit einem in der entgegengesetzten Richtung wirkenden
Drehmoment werden den Nadeln durch den anderen Fadenführer zugeführt. Die beiden
Fadenführer werden abwechselnd betätigt, um den Nadeln zuerst die eine und dann
die andere Gruppe von gedrehten Garnen zuzuführen.
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Gewöhnlich wird ein Fadenführer an dem Nadelbett entlang und wieder
zurück bewegt, woraufhin der andere Fadenführer an dem Nadelbett entlang und wieder
zurück bewegt wird, so daß jeweils zwei Maschenreihen gewirkt werden, in denen das
Garn ein Drehmoment in der einen Richtung aufweist, woraufhin
jeweils
zwei Maschenreihen gewirkt werden, bei denen das Garn ein Drehmoment in der entgegengesetzten
Richtung aufweist. Es liegt auf der Hand, daß man die Reihenfolge der Maschenreihen
oder von Gruppen von Maschenreihen nach Wunsch variieren kann. Nach Beendigung des
Wirkvorgangs wird der Strumpf H-1 zusammengenäht, gefärbt und in der üblichen Weise
geformt.
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Durch die Verwendung mehrerer nicht miteinander verzwirnter, stark
gedrehter Garne der gleichen Drehmomentrichtung in jeder Maschenreihe, wobei jedes
Garn bzw. jeder Faden unabhängig von den anderen frei beweglich ist, erzielt man
eine stärkere Druckwirkung, da sich die unabhängigen Wirkungen jedes Garns kombinieren
und bestrebt sind, die Maschen des Gewirks zu verformen und den Strumpf zusammenzuziehen.
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Diese kombinierte Wirkung der Drehmomente in den einzelnen Fäden ergibt
ein zum Aufbringen hoher Druckkräfte geeignetes Gewirk, wie man es bisher nur unter
Verwendung von Gummigarnen herstellen konnte.
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Nachstehend wird als Ausführungsbeispiel eine Beschreibung der gedrehten
Garne und des Verfahrens zum Wirken eines brauchbaren Bandagenstrumpfes beschrieben
; es sei jedoch bemerkt, daß sich die Erfindung nicht auf dieses Ausführungsbeispiel
beschränkt. Zunächst werden geeignete hoch gedrehte Garne durch getrenntes falsches
Zwirnen einer Gruppe von acht einfädigen Nylongarnen von 15 Denier hergestellt.
Vier
dieser Garne erhalten einen falschen Drall von 40 Drehungen
je Zoll (25,4 mm) in einer ersten Richtung bzw. in der Z-Richtung, wobei jedes Garn
von den anderen getrennt gedreht wird und eine gesonderte Falschzwirnspindel durchläuft.
Die vier übrigen Garne werden jeweils getrennt mit 40 Drehungen je Zoll in einer
zweiten Richtung bzw. in der S-Richtung gedreht. Zwar erhält das Garn jeweils 40
Drehungen je Zoll, doch werden diese Drehungen wieder entfernt, nachdem das Garn
die Falschzwirnspindel durchlaufen hat, so daß das erzeugte, einen Drehmoment ausgesetzte
Garn im wesentlichen keine Drehungen besitzt, jedoch ein hohes Drehmoment aufweist.
Das Garn wird während des Falschzwirnens fixiert, wodurch gleichzeitig eine Vorschrumpfung
des Garns bewirkt wird.
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Die einzelnen Garnenden, und zwar sowohl die in der S-Richtung als
auch die in der Z-Richtung gedrehten Garne, werden dann von den Aufwickelspulen
der Falschzwirnmaschine auf geeignete konische Spulen umgewickelt, um mit Hilfe
der Wirkmaschine verarbeitet werden zu können. Während dieses Umspulvorgangs wird
auf das Garn auf seinem Wege von den Aufwickelspulen zu den konischen Spulen ein
geeignetes Schmiermittel, z. B. ein das Auftreten statischer Ladungen verhinderndes
Öl auf Wachsbasis mit einer Viskosität von etwa 90 (90 viscosity) aufgebracht. Auf
diese Weise erhält man acht Spulen, d. h. vier Spulen, auf die jeweils ein einziges
Garnende mit einem Drehmoment in Z-Richtung aufgewickelt ist, und vier
Spulen,
die jeweils ein einziges Garnende mit einem Drehmoment in S-Richtung tragen.
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Beim Wirken des Strumpfzuschnitts nach Fig. 6 wird eine normale Wirkmaschine
für voll geminderte Ware mit 51 Nadeln auf 1 1/2 Zoll verwendet, und man benutzt
einen einzigen Fadenführer, dem ein einziges'Ende eines nicht gedrehten Nylongarns
von 70 Denier zugeführt wird, um einen Doppelrand 10 üblicher Ausführung und einen
Anschlußrand 11 zu wirken. Nach der Fertigstellung des Doppelrandes 10 und des Anschlußrandes
11 erfolgt das Wirken des Strumpfbein 12 unter Benutzung von zwei Fadenführern.
Die von jeder der das Garn mit einem Drehmoment in Z-Richtung tragenden Spulen kommenden
Garnenden werden, ohne zusammengezwirnt zu werden, dem einen Fadenführer zugeführt,
während die Garnenden von den das Garn mit einem Drehmoment in S-Richtung'tragenden
Spulen, ebenfalls ohne zusammengedreht zu werden, dem anderen Fadenführer zugeführt
werden.
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Um die Lebendigkeit der Garne während des Wirkens zu kontrollieren,
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, das Garn zusätzlich mit einem Schmieröl, wie
dem beim Umspulen verwendeten, zu behandeln. Dies geschieht am zweckmäßigsten dadurch,
daß man die konischen Garnspulen etwa drei Minuten lang in ein Ölbad eintaucht,
bevor man sie auf die Maschine aufsetzt ; hierdurch werden statische Aufladungen
beseitigt, und es wird in dem Garn eine die normale Spannung überschreitende
Spannung
aufrechterhalten, während das Garn von den Spulen zu den betreffenden Garnführern
läuft. Ferner ist es erwünscht, daß jedes Garn auf seinem Wege zu den Fadenführern
einen Ölzuführungsdocht passiert.
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Das Bein 12 des Strumpfes (Fig. 6) wird in der Weise gewirkt, daß
ein Fadenführer, der die Garne mit dem Drehmoment in Z-Richtung zuführt, zwei Maschenreihen
herstellt, woraufhin der andere Fadenführer, der die Garne mit dem Drehmoment in
S-Richtung zuführt, die beiden folgenden Maschenreihen ausführt ; diese Reihenfolge
von Arbeitsgängen wird über die gesamte Länge des verbleibenden Strumpfteils beibehalten.
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Um die Breite des Beins 12 gegenüber der normalen Breite eines 51-Gauge-Strumpfes
herabzusetzen, wird die Anzahl der bei 13 und 14 angedeuteten Minderungen auf beiden
Seiten des Zuschnitts gegenüber der Anzahl der Minderungen bei gewöhnlichen 51-Gauge-Strümpfen
um 8 verringert. Durch diese 8 zusätzlichen Minderungen am Anfang des Beins 12 wird
die Gesamtzahl der zum Wirken des Beins verwendeten Nadeln um 32 Nadeln herabgesetzt.
Im weiteren Verlauf des Wirkens wird die Breite des Beins 12 im Wadenteil erneut
auf beiden Seiten des Zuschnitts durch Minderungen verkleinert, wie es bei 15 und
16 angedeutet ist. Die Anzahl der Minderungen wird gegenüber der normalen Anzahl
bei einem 51-Gauge-Strumpf üblicher Ausführung vorzugsweise vergrößert, um die Breite
des Gewirks in größerem Ausmaß zu verringern.
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Die bei 17 und 18 angedeutete Fersentasche wird auf beiden Seiten
des Zuschnitts in der üblichen Weise dadurch hergestellt, daß man zuerst eine Zunahme
vorsieht bzw. die Anzahl der zum Wirken benutzten Nadeln vergrößert und danach erneut
Minderungen vorsieht bzw. die Anzahl der Nadeln verringert, bis die Fersentaschen
17 und 18 fertig ausgebildet sind. Nunmehr wird der bei 20 angedeutete Fuß gewirkt,
wobei ebenfalls abwechselnd mit den beiden Fadenführern gearbeitet wird, und danach
wird die Fußspitze gewirkt, wobei in der üblichen Weise Minderungen vorgenommen
werden, und wobei man eine sogenannte maschenlose (loopless) Fußspitze ausbildet,
indem man die Anzahl der zum Wirken benutzten Nadeln bis auf einige wenige Nadeln
verringert, um die bei 21 angedeutete schwanzähnliche Spitze herzustellen. Die Fersentaschen
17 und 18, der Fuß 20 und der Fußspitzenteil können zur Steigerung der Haltbarkeit
des Strumpfes dadurch verstärkt werden, daß man zusammen mit den einem Drehmoment
ausgesetzten Garnen
| ein geeignetes Verstärkungsgarn, z. B. ein neutrales Garn von |
| 30 Denier, verarbeitet. Die VerstärkungsgarnB'werden den |
Nadeln durch die üblichen Verstärkungsgarnführer zugeführt, die mit den abwechselnd
zur Wirkung kommenden Garnführern für das gedrehte Garn zusammenarbeiten. Zwar gilt
die obige Beschreibung eines Ausführungsbeispiels für einen Strumpf, der . ähnlich
gewirkt wird wie ein 51-Gauge-Strumpf, doch sei bemerkt, daß die Gaugezahl zwischen
42 und 60 variieren kann.
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Nach dem Wirken wird der Strumpfzuschnitt gesäumt, um die beiden
Seitenkanten zu vereinigen und den Strumpf H-1 (Fig. 1) fertigzustellen. Der gewirkte
und mit der Naht versehene Strumpf wird dann gefärbt und mit Hilfe der üblichen
Verfahren fertiggestellt bzw. ausgerüstet, ohne daß eine weitere Fixierung durch
Wärme erfolgt.
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Die Verformung oder Schrägstellung der Maschen ist am besten aus
Fig. 2 zu ersehen ; man erkennt, daß die vier Garne mit einem Drehmoment in S-Richtung,
die bei S-1, S-2, S-3 und S-4 angedeutet sind, bewirken, daß sich die Maschenschlingen
in einer bestimmten Richtung schrägstellen, während die vier Garne mit einem Drehmoment
in Z-Richtung, die bei Z-1, Z-2, Z-3 und Z-4 angedeutet sind, die betreffenden Maschenschlingen
veranlassen, sich in der entgegengesetzten Richtung schrägzustellen. Das in Fig.
2 dargestellte Gewirk ist leicht gereckt, und wenn dieses Gewirk vollständig entspannt
wird, ergibt sich eine noch erheblich stärkere Verformung und Schrägstellung der
Maschenschlingen.
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Der in der vorstehend beschriebenen Weise gewirkte Strumpf H-1 bildet
einen sehr brauchbaren Bandagenstrumpf. Wenn man den Strumpf flachlegt und ihn auf
entgegengesetzten Seiten in Richtung der Maschenreihen mit Hilfe eines Modulprüfgeräts
der Bauart Charbert reckt, ergeben sich die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten
Druckkräfte an dem Doppelrand A (Fig. 5), dem Knie B, dem Hochfersenteil C, dem
Fußblatt D und dem Fuß E.
| Tabelle 1 (Druckkraft) |
| Strumpf H-1 (Fig. 5) |
| Druckkraft in kg bei |
| Reckung A B C D E |
| mm |
| 25 0 23 0, 34 0, 57 0, 68 0 34 |
| 51 0 45 0, 80 1, 25 1,35 0, 90 |
| 630 57 0, 90 1, 70 2, 00 1 35 |
| 76 0, 68 1, 25 2, 85 3, 30 2 40 |
| 890 80 1, 60 4, 90 5, 60 4 10 |
| 102 0 90 2, 40 8, 60 8, 60 7 70 |
| 114 1, 15 3,00--- |
| 1271 60 4, 40 |
| 140 1, 80 5, 90 |
| 1522 30 7, 70 |
| Druckkraft in lbs. bei |
| Reckung A B C D E |
| Zoll |
| 1 1/2 3/4 1 1/4 1 1/2 3/4 |
| 2 1 1 3/4 2 3/4 3 2 |
| 2 1/2 1 1/4 2 3 3/4 4 1/2 3 |
| 3 1 1/2 2 3/4 6 1/4 7 1/4 5 1/4 |
| 3 1/2 1 3/4 3 1/2 10 3/4 12 1/4 9 |
| 4 2 5 1/4 19 19 17 |
| 4 1/2 2 1/2 6 1/2--- |
| 5 3 1/2 9 3/4--- |
| 5 1/2 4 13 |
| 6 5 17--- |
| Die freien Stellen in der obigen Tabelle deuten an, daß |
| sich der Strumpf nicht in dem angegebenen Ausmaß recken ließ. |
| Die erhöhte Druckkraft des erfindungsgemäßen Strumpfes |
| H-1 geht am deutlichsten aus einem Vergleich mit anderen aus- |
| schließlich aus Nylon hergestellten reckfähigen Strümpfen her- |
| vor, bei denen gedrehtes Garn verwendet wurde und die in Fig.
3 |
| und 4 dargestellt sind. |
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Der in Fig. 4 gezeigte und insgesamt mit H-2 bezeichnete Strumpf
umfaßt einen Doppelrand 30, einen Anschlußrand 31 aus nicht gedrehtem Garn von 40
Denier sowie ein Bein 32 und einen Fuß 33. Das Bein 32 und der Fuß 33 sind unter
Benutzung der abwechselnd arbeitenden beiden Fadenführer gewirkt, wobei einer der
Fadenführer ein einziges Ende eines kalt verarbeiteten, d. h. nicht mittels Wärme
fixierten, einfädigen gedrehten Nylongarns von 15 Denier mit einem Drehmoment in
einer Richtung zuführt, während der andere Fadenführer ein einziges Ende eines ähnlichen
Garns zuführt, bei dem das Drehmoment demjenigen des ersten Garns entgegengesetzt
gerichtet ist.
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Die verformten Maschen des Strumpfes H-2 bewirken, daß sich der Strumpf
leicht recken läßt und sich wieder zusammenzieht, so daß er nur eine geringe Druckkraft
auf das Bein aufbringt, damit der Strumpf gut sitzt.
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Die an verschiedenen Stellen in in der Längsrichtung gemessenen Abständen
bei A-1, B-1, 0-1, D-1 und E-1 aufgebrachten Druckkräfte wurden dadurch ermittelt,
daß der Strumpf H-2 in der gleichen Weise gereckt wurde wie der Strumpf H-1 ; in
der nachstehenden Tabelle sind die Ergebnisse zusammengestellt.
| Tabelle II (Druckkraft) |
| Strumpf H-2 (Fig. 4) |
| Druckkraft in kg bei |
| Reckung A-1 B-1 C-1 D-1 E-1 |
| mm |
| 250 68 0 23 0 23 0, 23 0, 115 |
| 51 0, 51 0 34 0 34 0, 45 0, 23 |
| 63 0 68 0 40 0 57 0 57 0, 34 |
| 76l0 90 0 45 0 68 0 68 0, 45 |
| 891 05 0 57 0 80 0 90 0, 57 |
| 1021, 15 0 68 1 50 1 35 0, 80 |
| 114 1, 35 0 80 2 00 1 60 1, 35 |
| 127 1, 70 1, 15-2 30 |
| 140 2, 00 1, 35 |
| Zoll Druckkraft in lbs. |
| 1 1 1/2 1/2 1/2 1/2 1/4 |
| 2 1 1/8 3/4 3/4 1 1/2 |
| 2 1/2 1 1/2 7/8 1 1/4 1 1/4 3/4 |
| 3 2 1 1 1/2 1 1/2 1 |
| 3 1/2 2 1/4 1 1/4 1 3/4 2 1 1/4 |
| 4 2 1/2 1 1/2 3 1/4 3 1 3/4 |
| 4 1/2 3 1 3/4 4 1/2 3 1/2 3 |
| 5 3 3/4 2 1/2-5- |
| 5 1/2 4 1/2 3 |
| Vergleicht man die Tabelle I mit der Tabelle II, so |
| erkennt man, daß die durch den Strumpf H-1 aufgebrachten |
| Druckkräfte erheblich größer sind als bei dem Strumpf H-2 ; |
| dies gilt für sämtliche Stellen mit Ausnahme der Doppelränder |
| A und A-1, die jeweils aus einzelnen drehmomentfreien Garnen |
| gewirkt sind und sich daher ähneln. Ferner ist zu bemerken, |
| daß die Druckkraft beim Recken des Strumpfes H-1 erheblich |
| schneller ansteigt als bei dem Strumpf H-2. Beispielsweise |
| benötigt man eine zusätzliche Zugkraft von etwa 5,3 kg |
| (11 3/4 pounds), um den Strumpf H-1 an der Stelle E von etwa |
| 75 mm (3 inches) auf etwa 100 mm (4 inches) zu recken, wäh- |
| rend bei dem Strumpf H-2 nur eine zusätzliche Zugkraft von |
etwa 0, 34 kg (3/4 of appund) erforderlich ist, um ihn an der
Stelle E-1 von etwa 75 mm (3 inches) auf etwa 100 mm (4 inches) zu recken.
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Man kann noch einen weiteren reckbaren Strumpf H-3, der aus einem
anderen einem Drehmoment ausgesetzten Garn gewirkt ist, mit dem erfindungsgemäßen
Bandagenstrumpf H-1 vergleichen, um die erheblich größere Druckkraft des Strumpfes
H-1 erkennen zu lassen. Der Doppelrand 40 und der Anschlußrand 41 des Strumpfes
H-3 sind jeweils aus einem einzigen nicht gedrehten Garn von 40 Denier in der gleichen
Weise gewirkt wie der Doppelrand und der Anschlußrand der Strümpfe H-1 und H-2.
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Nach dem Wirken des Doppelrandes 40 und des Anschlußrandes 41 erfolgt
das Wirken des Beins 42 nach dem Zweifadenführerverfahren, wobei ein Fadenführer
zwei Enden von einfädigem gedrehtem Garn von 15 Denier zuführt, die mittels Wärme
fixiert und danach gedreht worden sind. Der zweite Fadenführer führt zwei Enden
von einfädigem gedrehtem Garn von 15 Denier zu, die mittels Wärme fixiert und danach
gedreht wurden, wobei das Drehmoment demjenigen der von dem ersten Fadenführer zugeführten
Garne entgegengesetzt ist. Das Bein 42 und der Fuß 43 des Strumpfes H-3 werden in
der üblichen Weise mit Hilfe von zwei abwechselnd wirksam werdenden Fadenführern
gewirkt. Der Strumpf H-3 läßt sich recken und zieht sich wieder zusammen, doch bringt
er keine bemerkbare Druckkraft auf das Bein des Trägers auf. Die Druckkraft
| an den Stellen A-2, B-2,0-2, D-2 und E-2 ist sehr klein ; |
| sie wurde wie bei den Strümpfen H-1 und H-2 bei verschiedenen |
| Reckungsgraden gemessen. Die ermittelten Druckkräfte sind in |
| der nachstehenden Tabelle III zusammengestellt |
| Tabelle III (Druckkraft) |
| Strumpf H-3 (Fig. 3) |
| Druckkraft in kg bei |
| Reckung A-2 B-2 C-2 D-2 E-2 |
| mm |
| 250 23 0 23 0, 23 0, 23 0 115 |
| 510 45 0 34 0, 34 0, 34 0 115 |
| 630 45 0 34 0, 45 0, 45 0 28 |
| 760, 57 0, 45 0, 57 0, 51 0 34 |
| 890 57 0 45 0, 90 0, 74 0 45 |
| 102 0, 68 0 57 1, 25 1, 05 0 57 |
| 1140 80 0 68-1, 35 1 15 |
| 127 0, 90 0, 90-1, 80- |
| 140 1,05 1 25 |
| Zoll Druckkraft in lbs. |
| 1 1/2 1/2 1/2 1/2 1/4 |
| 2 1 3/4 3/4 3/4 1/4 |
| 2 1/2 1 3/4 1 1 5/8 |
| 3 1 1/4'1 1 1/4 1 1/8 3/4 |
| 3 1/2 1 1/4 1 2 1 5/8 1 |
| 4 1 1/2 1 1/4 2 3/4 2 1/4 1 1/4 |
| 4 1/2 1 3/4 1 1/2-3 2 1/2 |
| 52 2-4 |
| 5 1/2 2 1/4 2 3/4 |
| Vergleicht man Tabelle III mit Tabelle I, so erkennt man |
| sofort, daß die Druckkräfte in sämtlichen Bereichen B, C, D |
| und E erheblich größer sind als in den entsprechenden Bereichen |
| B-2, 0-2 und E-2. Die Druckkräfte in den Bereichen A und A-2 |
| entsprechen sich noch ziemlich weitgehend, denn diese beiden |
| Abschnitte wurden jeweils aus einem einfachen drehmomentfreien |
| Garn gewirkt. |
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Die Tabellen I, II und III geben ein deutliches Bild der erheblich
größeren Druckkraft des Strumpfes H-1 im Vergleich zu den Strümpfen H-2 und H-3
; zwar sind alle drei Strümpfe vollständig aus einfädigen gedrehten Nylongarnen
gewirkt, doch ergibt sich bei dem Strumpf H-1 die größere Druckkraft infolge der
Verwendung von mehrfädigen gedrehten Garnen in sämtlichen Maschen.
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Zwar wurden bestimmte Beispiele für das Wirken des Bandagenstrumpfes
H-1 gegeben, doch sei bemerkt, daß man Abänderungen vornehmen kann, solange die
große Druckkraft des Strumpfes aufrechterhalten bleibt. Um ein ausreichendes Drehmoment
zu erzielen, ist es erforderlich, die Garne in dem Bereich von etwa 35 bis 50 Drehungen
je Zoll zu drehen ; die Anzahl der für ein ausreichendes Drehmoment benötigten Drehungen
richtet sich annähernd nach der Fadenstärke bzw. dem Deniergewicht. Beispielsweise
ist es im Rahmen der Erfindung möglich, dem Garn ein ausreichendes Drehmoment zu
verleihen, indem man drei Fäden von 20 Denier mittels Wärme fixiert und sie mit
40 Drehungen je Zoll dreht, woraufhin die Fäden gemeinsam zugeführt werden, um Maschen
zu bilden, die im wesentlichen die gleiche Druckkraft ausüben wie die weiter oben
beschriebenen vierfädigen Maschen des Strumpfes H-1. Ferner kann man dem Garn ein
ausreichendes Drehmoment verleihen, indem man fünf Fäden von 10 Denier mit 50 Drehungen
je Zoll dreht und sie dann im nicht miteinander verzwirnten Zustand verarbeitet
; hierbei entstehen ebenfalls Maschen, die im wesentlichen die gleiche Druckkraft
aufbringen wie die Maschen aus dem vierfädigen Garn bei dem Strumpf H-1.
Ferner
werden die Druckkräfte von den Angaben in Tabelle I abweichen, wenn der Strumpfzuschnitt
(Fig. 6) im Vergleich zu der gegebenen Beschreibung breiter oder schmaler gewirkt
wird.
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Es ist somit ersichtlich, daß die Erfindung einen stark zusammenziehungsfähigen
Strumpf vorsieht, der ohne eine Verwendung von Gummi im Wege des Wirkens aus mehreren-mindestens
drei-voneinander unabhängigen stark gedrehten Garnen hergestellt ist. Der so erzeugte
Bandagenstrumpf ist von großem therapeutischem Wert für Personen, die an pathologischen
Zuständen des Gefäßsystems leiden, wie es bei Frauen während der Schwangerschaft
häufig der Fall ist. Die Erfindung sieht somit einen Bandagenstrumpf vor, der ein
gefälliges Aussehen besitzt und keines der unerwünschten Merkmale von Strümpfen
bekannter Ausführung aufweist, die ganz oder teilweise aus Gummigarn bestehen ;
vielmehr ist der erfindungsgemäße Strumpf aus. haltbaren, keiner Alterung unterworfenen
Garnen, z. B. Nylon, gewirkt, und jede Masche ist aus mehreren Fäden gebildet, so
daß Laufmaschen, "picks", Ziehfäden und dergl. weniger leicht auftreten als bei
Strümpfen, bei denen die Maschen jeweils aus nur einem Faden bestehen. Der erfindungsgemäße
Strumpf ruft keine Reizungen hervor, besitzt'eine große Haltbarkeit, fühlt sich
besser an, trocknet schneller und ist kühler als die bisher bekannten Stütz-oder
Bandagenstrümpfe. Schutzansprüche