DE1783043A1 - Tiegelwechselwagen - Google Patents
TiegelwechselwagenInfo
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Description
ipUn^ Waiter Jackisch AdO
23.Sep.l968
Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke Aktiengesellschaft
in linz (Osterreich)
Muldenstrasse 5
Tiegelwechselwagen
Die Erfindung betrifft einen Tiegelwechselwagen zum Ein- und Ausbau eines Tiegels in einen Tiegelstand sowie
zum Transport eines Tiegels zwischen zwei oder mehreren Tiegelständen.
Tiegelwechselwagen mit einem durch ausschiebbare Hubeinrichtungen heb- und senkbaren Traggestell bzw. -rahmen
und einem gegenüber dem Traggestell bzw. -rahmen drehbaren Laufwerk sind bereits bekannt. Der Zweck solcher Konstruktionen
besteht darin, Tiegel, deren Ausmauerung von Zeit zu Zeit erneuert werden muß, aus dem Blasstand auszufahren
und zum Mauerstand zu bringen. Für die Zeit der Überholung wird ein neu zugestellter Tiegel in den Blasstand gefahren,
so daß durch die Ausmauerungsarbeiten keine wesentlichen Verzögerungen des Stahlerzeugungsbetriebes erfolgen.
An einen Tiegelwechselwagen werden von den Stahlwerkern folgende Ansprüche gestellt: Die Tragfähigkeit
soll möglichst groß sein; es müssen Tiegel mit einem Ge-
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wicht bis zu etwa 1000 t aufgenommen und transportiert
werden können. Die Hubhöhe des Wagens soll möglichst groß, z.B. 1,5 m oder mehr sein. Der Tiegel soll in seiner
höchsten Hublage mit dem Wagen horizontal verfahrbar sein. Der Tiegelwechselwagen muß an Schienenkreuzungen seine
Fahrtrichtung um »90° ändern können, ohne daß komplizierte Umsetz- bzw. Dreheinrichtungen, wie Drehscheiben, notwendig
sind. Die Konstruktion der Hubeinrichtung soll möglichst einfach sein; es soll nicht die Gefahr des Eckens oder
Verkantens beim Hub bestehen. Dabei soll das Gesamtgewicht des Tiegelwechselwagens möglichst niedrig sein.
Die bekannten Tiegelwechselwagen erfüllen diese Ansprüche
nicht bzw. nicht im vollen Umfang, sind vielfach zu schwer und kompliziert konstruiert und nur bedingt einsetzbar.
So wird z.B. nach der deutschen Auslegeschrift Nr.
1 186 481 eine Konstruktion vorgeschlagen, bei der zwecks Umsetzen auf Kreuzungen neben dem eigentlichen Hubwagen
noch ein Ubernahmewagen notwendig ist, in dessen einseitig offenen Tragrahmen das Frischgefäß vom Hubwagen eingefahren
wird. Nach der deutschen Patentschrift Nr. 505 432 ist ein Schienenfahrzeug, bestehend aus Ober- und Unterwagen, bekannt,
das allerdings nicht zum Transport von Frischgefäßen, sondern für andere Lasten entwickelt wurde. Bei
diesem Schienenfahrzeug, dessen Oberwagen mittels Hubeinrichtungen anhebbar ist, ist das gesamte Laufwerk um einen
in der Mitte des Oberwagens angeordneten Zapfen sohwenk-
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bar. Der Wagen kann auf Kreuzungen um einen beliebigen Winkel umgesetzt werden; jedoch ist die Verbindung des
Laufwerks mit dem Oberwagen durch einen einzigen, mittig angeordneten Zapfen zum Transport von Prischgefäßen ungeeignet,
weil die aufzunehmende Last zu schwer wäre. Bei einem Wagen, der zum Transport von Prischgefäßen geeignet
sein soll, müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit die hochstzulässigen Raddrücke nicht überschritten werden und
Schienenunebenheiten ausgeglichen werden können.
■ Schließlich sind Konstruktionen von Tiegelwechselwagen aus der USA-Patentschrift Nr. 3 312 544 und aus der
österreichischen Patentschrift Nr. 249 717 bekannt, die mehrteilig ausgeführt sind, beispielsweise derart, daß sie
aus einem mittels Hubvorrichtungen auf dem Boden abstützbaren und in der abgestützten Stellung heb- und senkbaren
Rahmen und einem in dem Rahmen horizontal drehbar angeordneten Fahrgestell bestehen. Da die gesamte Last auf dem als
Ganzes drehbaren Fahrgestell ruht, müssen solche Konstruktionen ziemlich schwer gebaut werden. Beim Anheben ist die
Gefahr des Eckens gegeben.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der geschilderten Schwierigkeiten und hat die Schaffung einer einfachen
und nicht zu schweren Konstruktion zum Ziel, mit der die eingangs angeführten Anforderungen erfüllt werden.
Der Tiegelwechselwagen gemäß der Erfindung, der mit einem durch ausschiebbare Hubeinrichtungen heb- und
eenkbaren Traggestell bzw. -rahmen und einem gegenüber
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dem Traggestell bzw. -rahmen drehbaren Laufwerk ausgestattet" ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß in den vier Ecken
des im Grundriß quadratischen Traggestells bzw. -rahmens je eine nach unten ausschiebbare Hubeinrichtung angeordnet
ist, die sich gegen je ein Drehgestell abstützt, wobei an der Unterseite des Traggestells bzw. -rahmens, u.zw. mittig,
jeweils zwischen zwei Hubeinrichtungen, vier zusätzliche
Einrichtungen zur Abstützung gegen den Boden vorgesehen sind und wobei in der abgestützten Stellung die Drehgestelle des
Laufwerks drehbar sind.
Zweckmäßig bestehen die Hubeinrichtungen aus mit dem Traggestell bzw. -rahmen verbundenen Zylindern und mit den
Drehgestellen verbundenen hydraulischen Kolben, wobei mittels an den Drehgestellen angreifender Mitnehmerringe die Drehgestelle
zusammen mit den Kolben drehbar sind.
Jede Abstützeinrichtung kann aus an der Unterseite des Traggestells bzw. -rahmens befestigten turmartigen Portsätzen
und daran angelenkten, ein- und ausschwenkbaren Klötzen bestehen.
Nadi einer besonderen Ausführungsfonn der Erfindung
ist vorgesehen, daß am Traggestell bzw. -rahmen eine Justierplattform zur Einstellung der Lage des Tiegele vorgesehen
iet, die senkrecht zur Fahrtrichtung verschiebbar und um
eine vertikale Mittelachse schwenkbar ist.
Die Erfindung iet an einem Ausführungebeiepiel in
der Zeichnung näher erläutert. Hierin eeigt Pig. 1 eine Seitenansicht des Tiegelwecheelwagene, teilweise im Schnitt,
u.zw. in der abgesenkten Stellung des Traggestell·, Fig. 2
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einen Grundriß. In Fig. 3 ist eine Seitenansicht ähnlich wie
in Mg. 1 dargestellt, jedoch in angehobener Stellung des
Traggestells. In den Pig. 4 und 5 ist das Umsetzen des Tiegelwechselwagens um 90° erläutert. Die Fig. 6 und 7 erläutern
die Justiereinrichtung zur Einstellung der Lage des Tiegels, u.zw. im Aufriß und im Grundriß.
In der Zeichnung ist mit 1 das Traggestell bzw. der Tragrahmen bezeichnet, der nicht drehbar ist. Er hat, wie
aus Fig. 2 hervorgeht, quadratischen Grundriß. In den Ecken des im Grundriß quadratischen Traggestells bzw. -rahmens
sind die Hubeinrichtungen 2 angeordnet, die aus nach oben zu geschlossenen hydraulischen Zylindern 3 und aus nach unten
ausstoßbaren Kolben 4 bestehen. Jeder Kolben 4 ist über einen Balancier 5 gegen ein Drehgestell 6 abgestützt. Die Drehgestelle
können mit zwei oder mehreren Laufrädern ausgeführt sein. Die Laufrader können ein- oder mehrspurig innerhalb
des Drehgestells angeordnet sein. Sie laufen auf Schienen An der Unterseite des Traggestells bzw. Tragrahmens 1 ist
ringförmig um jeden Kolben ein Mitnehmerring 8 angeordnet, der mittels Zapfen 9 in entsprechenden Bohrungen 10 des
Balanciere 5 eingreift. Die Mitnehmerringe 8 sind mittels Veratelleinrichtungen 11, die als hydraulische Zylinder ausgebildet
sein können (Fig. 2), drehbar, wodurch in noch näher zu beschreibender Weise beim Umsetzen des Wechselwagens
jeder Kolben mit dem jeweils zugehörigen Balancier und Drehgestell als Ganzes verdreht werden kann. Auf dem Traggestell
1 ruht auf Gleitplatten 12 die Plattform 13, auf der der Tiegel oder Konverter K abgesetzt ist.
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An der Unterseite des Traggestells 1 sind vier
Stützeinrichtungen 14 vorgesehen, u.zw. jeweils mittig
zwischen zwei Hubeinrichtungen 2. Diese Stützeinrichtungen 14 bestehen aus an der Unterseite des Traggesteils 1 angeordneten
festen turmartigen Fortsätzen 15 und daran angelenkten ein- und ausschwenkbaren Klötzen 16. Die Ein- und
Ausschwenkbarkeit erfolgt mittels hydraulischer Stelleinrichtungen 17, die einerseits mit den Klötzen 16 und anderseits
mit der Unterseite des Traggestells 1 gelenkig verbunden sind.
Die Funktion des erfindungsgemäßen Tiegelwechselwagens,
insbesondere eine Fahrtrichtungsänderung um 90 » ist in den Fig. 3 bis 5 näher erläutert. Gemäß Fig. 3 wird der
Tiegelwechselwagen mit dem Konverter auf Kreuzungsmitte eingefahren und durch Ausschieben der Kolben 4 das Traggestell 1
mit dem Konverter K soweit angehoben, daß die Klötze 16 unter
die turmartigen Fortsätze 15 eingeschwenkt werden können. Darauf werden die Kolben 4 mit den Drehgestellen 6 eingezogen
und das Traggestell 1 mit dem Konverter K stützt sich an vier Punkten am Boden oder auf den Schienen über die Stützeinrichtungen
15, 16 ab (Fig. 4). Wie ersichtlich, haben die Stutζeinrichtungen eine größere Höhe als die Gesamthöhe der
Drehgestelle, der Balanciere und der Mitnehmerringe in eingezogener Stellung der Kolben, so daß in dieser Stellung gemäß
Fig. 4 die Drehgestelle frei gedreht werden können. In Fig. 5 ist eine solche Drehung um 90° veranschaulicht. Die
Laufräder der Drehgestelle stehen nunmehr über den die
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Schienen 7 kreuzenden Schienen 7'; Durch Ausschieben der
Kolben 4 werden die Laufräder der Drehgestelle auf den Schienen 7' zur Anlage gebracht, durch weiteres Ausschieben
die Stützeinrichtungen entlastet und diese sodann eingeschwenkt.
In den Fig. 6 und 7 ist die Einrichtung zum Justieren
des Konverters näher erläutert. Diese Einrichtung besteht aus der im Grundriß H-förmigen Plattform 13, die auf
Gleitplatten 12 gelagert ist. Sie besitzt an ihrer Unterseite einen zentrisch, d.h. in der Mitte des Querbalkens
angeordneten senkrechten Zapfen 17, der in einen Gleitblock 18 eingreift. Der Gleitblock 18 ist in einer im Traggestell
1 vorgesehenen U-förmigen Rinne 19» die sich senkrecht zum
Querbalken der Plattform 13 erstreckt, kulissenartig geführt. Der Gleitblock 18 ist an seinen beiden Enden über
Gelenke 20 mit hydraulischen Stelleinrichtungen 21 und 22
verbunden. Die Stelleinrichtung 21 ist durch ein Gelenk 23 mit dem Tragrahmen 1 und die Stelleinrichtung 22 durch
ein Gelenk 24 mit einer Ecke der Plattform 13 verbunden. Die Stelleinrichtung 21 erlaubt ein Verschieben der Platt
form 13 Mit dem aufgesetzten Konverter senkrecht zur Fahrtrichtung des Wagens. Die Stelleinrichtung 22 ermöglicht
eine Schwenkbewegung der Plattform 13 um den Zapfen 17.
Der erfindungsgemäße Tiegelwechselwagen ist mit besonderem Vorteil zum Ein- und Ausbau von Tiegeln oder
Konvertern in einseitig offene, etwa hufeisenförmig ausge bildete Tragringe geeignet. Der Transport des Tiegels kann
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in abgesenkter oder in gehobener Stellung erfolgen. Die Hubbewegungen für das Heben der Nutzlast und das Anheben
der Fahrgestelle bei Richtungsänderungen auf Kreuzungen erfolgt mit denselben Hubelementen. Die erfindungsgemäße
Konstruktion ist daher einfacher, leichter und wirtschaftlicher als die bekannten Tiegelwechselwagen. Da die Hubkolben
miteinander nicht zwangsverbunden sind, wie dies bei bekannten Konstruktionen mehrfach vorgeschlagen wurde, ist
bei der erfindungsgemäßen Konstruktion die Gefahr eines Klemmens und Verkantens der Hubelemente zuverlässig vermieden.
Die Justierbarkeit des Frischgefäßes in jeder Richtung ist für eine schnelle und störungsfreie Montage von großer
Bedeutung. Die eingangs erwähnten Anforderungen, die in einem leistungsfähigen Stahlwerksbetrieb an einen Tiegelwechselwagen
zu stellen sind, werden mit der erfindungsgemäßen Konstruktion zuverlässig und in vollem Umfang erfüllt.
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Claims (3)
1. Tiegelwechselwagen zum Ein- und Ausbau eines Tiegels
in einen Tiegelstand sowie zum Transport eines Tiegels zwischen zwei oder mehreren Tiegelständen mit einem
durch ausschiebbare Hubeinrichtungen heb- und senkbaren
Traggestell bzw. -rahmen und einem gegenüber dem Traggestell bzw. -rahmen drehbaren laufwerk,
dadurch gekennzeichnet, daß in den vier Ecken des im Grundriß quadratischen Traggestells bzw. -rahmens (1)
je eine nach unten ausschiebbare Hubeinrichtung (2) angeordnet ist, die sich gegen je ein Drehgestell (6)
abstützt, wobei an der Unterseite des Traggestells bzw. -rahmens (1), u.zw. mittig, jeweils zwischen zwei Hubeinrichtungen
(2), vier zusätzliche Einrichtungen (14) zur Abstützung gegen den Boden vorgesehen sind und wobei
in der abgestützten Stellung die Drehgestelle (6) des Laufwerks drehbar sind.
2. Tiegelwechselwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubeinrichtungen (2) aus mit dem Traggestell
bzw. -rahmen (1) verbundenen Zylindern (3) und mit den Drehgeeteilen (6) verbundenen hydraulischen
Kolben (4) bestehen, wobei mittels an den Drehgestellen (6) angreifender Mitnehmerringe (8) die Drehgestelle (6)
zusammen mit den Kolben (4) drehbar sind.
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- ίο -
3. Tiegelwechselwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Abstützeinrichtung (14) aus an der
Unterseite des Traggestells bzw. -rahmens (1) befestigten turmartigen Fortsätzen (15) und daran angelenkten,
ein- und ausschwenkbaren Klötzen (16) besteht.
4» Tiegelwechselwagen nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß am Traggestell bzw. -rahmen (1) eine Justierplattform (13) zur Einstellung der
Lage des Tiegels vorgesehen ist, die senkrecht zur Fahrtrichtung verschiebbar und um eine vertikale
Mittelachse schwenkbar ist.
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