DE1767449C3 - Verfahren zum kontinuierlichen Aufschluß von Titanerzen mit Salzsäure - Google Patents
Verfahren zum kontinuierlichen Aufschluß von Titanerzen mit SalzsäureInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuier-Ichen
drucklosen Aufschluß von Titanerzen, insbeson-4ere vom llmenit, mit konzentrierter Salzsäure bei erfcöhten
Temperaturen im Gleichstrom.
Es ist bereits bekannt, titanhaltige Erze mit einer •ber 32%igen Salzsäure bei höheren Temperaturen als
tO°C, vorzugsweise höheren als 90°C, aufzuschließen.
Um die unter diesen Bedingungen schon eintretende Hydrolyse des gebildeten Titantetrachlorids herabzusetzen
oder vollständig zu verhindern, wird der Aufschluß nach der deutschen Patentschrift 10 83 244 in
Gegenwart von Phosphorpentoxid, Phosphorsäure ©der deren Salzen durchgeführt. Eine Verbesserung erfährt
dieses Verfahren dadurch, daß der Aufschluß, wie in der deutschen Patentschrift 12 16 271 beschrieben,
zunächst nur mit einer Teilmenge der erforderlichen Salzsäure durchgeführt und daß die Restmenge in kaitem
Zustand nach Maßgabe der frei werdenden Reaktionswärme zugesetzt wird. Auf diese Weise soll vermieden
werden, daß die Temperatur der Reaktionsmasse unerwünscht hoch steigt. Weiter ist es nach der
deutschen Auslegeschrift 12 16 272 möglich, den Aufschluß unter den genannten Bedingungen kontinuierlich
durchzuführen, indem die Salzsäure durch ein Bett aus lose geschüttetem Erz geleitet wird.
Schließlich ist aus der österreichischen Anmeldung 1365/66 bekannt, wie dieses kontinuierliche Verfahren
dadurch noch vorteilhafter gestaltet werden kann, daß man außerhalb des Reaktionsgefäßes vorerhitzte Salzsäure
einsetzt, wobei durch Variation der Strömungsgeschwindigkeit und gegebenenfalls durch Zudosierung
von kalter Säure die gewünschte Aufschlußtemperatur eingestellt wird.
Allen genannten Verfahren gemeinsam ist, daß der Aufschluß in druckfesten Reaktoren durchgefühi t werden
muß. Für einen wirtschaftlichen Aufschluß in großem Maßstab erscheinen diese Verfahren schon deshalb
wenig geeignet. Sie sind aber auch aus anderen Gründen nicht befriedigend.
Bei den diskontinuierlichen unter den zitierten Aufschlußmethoden wird die Temperaturführung bei großen
Ansätzen infolge der stark exothermen Reaktion schwierig. Lokale Überhitzungen, die zu unkontrollierbarer
Hydrolyse führen, können nur mit erheblichem Aufwand vermieden werden.
Das bei bekannten kontinuierlichen Verfahren angewendete Gegenstromprinzip hat den grundsätzlichen
Nachteil, daß Gangart und Partikeln von hydrolysiertem Titandioxid nur unter solchen Bedingungen aus
dem Reaktor zu entfernen sind, daß dabei auch erhebliche Anteile des noch aufzuschließenden Erzes mit ausgetragen
werden. Bedingungen, die den Austrag von unaufgeschtossenem Erz verhindern, führen dagegen zu
einer Anreicherung von Gangart und hydrolysiertem Titandioxid im Reaktionsgefäß. Die Entfernung der
TiOi-Teilchen, deren Bildung in den meisten Fällen
nicht vollständig unterbunden werden kann, ist jedoch unbedingt notwendig, weil sie als Keime für eine
weitergehende Hydrolyse wirken können.
Bei der Auslaugung von Erzmaterial von Nichteisenmetallen ist es grundsätzlich bekannt, diese Auslaugung
im Gleich- oder Gegenstrom oder in einer Kombination dieser Betriebsweisen durchzuführen.
Es wurde nun ein Verfahren zum kontinuierlichen Aufschluß von Titanerzen bei erhöhten Temperaturen
mit über 35°/oiger Salzsäure gefunden, wobei der Aufschluß in einem kontinuierlich durchströmten System
aus beliebig vielen hintereinandergeschalteten Zellen erfolgt und die erhaltene Aufschlußlösung aus der letzten
Zelle zusammen mit dem verbliebenen Feststoffanteil kontinuierlich ausgetragen wird. Bei diesem Verfahren
werden die geschilderten Nachteile dadurch vermieden, daß der Aufschluß bei Normaldruck mit hoher
Durchmischungsintensität unter Gleichstromführung der Reaktionsteilnehmer bei von 65 bis 105° C ansteigenden
Temperaturen so durchgeführt wird, daß die aus Erz und Salzsäure hergestellte Mischung auf 25 bis
60°C erwärmt, kontinuierlich nur in die erste Zelle eingeführt wird, dort teilweise zur Reaktion gebracht wird,
wobei sich die Temperatur durch die frei werdende Reaktionswärme erhöht, und daß die erhaltene Suspension
fortlaufend aus der ersten Zelle abgezogen und in die nächste übergeführt wird, wo die Aufschlußreaktion
bei einer sich einstellenden, im Vergleich zur vorhergehenden Zelle höheren'Temperatur weiterabläuft, und
daß mit der wieder abgezogenen Suspension in gleicher Weise weiterverfahren und der Aufschluß in den
folgenden Zellen bei bis höchstens auf 105° C ansteigenden
Temperaturen fortgesetzt und bis zum Ende geführt wird.
Das zum Aufschluß benutzte System besteht vorzugsweise aus einer Rührkesselkaskade mit beliebig
vielen, insbesondere zwei bis vier, hintereinandergeschalteten Reaktoren.
Bei der erfindungsgemäßen Arbeitsweise ist es deshalb möglich, drucklos zu verfahren, weil die für den
Aufschluß benötigte und mit dem Erz vermischte konzentrierte Salzsäure im ersten Reaktor sofort mit einer
größeren Menge Suspension abgemischt wird, in der die Reaktion schon stattgefunden hat, in der also ein
Teil des Erzes schon aufgeschlossen ist. In dieser Aufschlußlösung ist bereits ein wesentlicher Teil der freien
Säure in Form der Chloride an die Erzbestandteile gebunden und damit verbraucht. Der Dampfdruck der
Suspension bleibt damit im ganzen System unter 760mmHg. Es ist deshalb völlig ausreichend, wenn die
Reaktoren nur mit einer Abdeckung versehen sind, die eine Belüftung des Gefäßes gestatten.
Salzsäureverluste treten unter diesen Bedingungen nicht auf. Der Umstand, daß in jedem der Reaktoren
jeweils nur ein Teil des Aufschlusses stattfindet, hat ferner
den Vorteil, daß pro Reaktor auch nur die entsprechende Menge der Reaktionswärme frei wird, die vom
gesamten Suspensionsvolumen in diesem Reaktor aufgenommen wird. Dadurch werden starke und plötzlich
eintretende Temperaturerhöhungen vermieden, was gegenüber den bekannten Verfahren eine wesentlich
vereinfachte und gut steuerbare Temperaturführung ermöglicht.
Ein weiteres Merkmal des Verfahrens ist die sichere Entfernung der Gangart und gegebenenfalls gebildeter
Titandioxidpartikeln. Gleichstrom und hohe Durchmischungsintensität gewährleisten, daß sich keinerlei
Feststoffe in den Reaktoren anreichern, sondern daß diese stets vollständig ausgetragen werden.
Zu den Vorteilen des Verfahrens sind außerdem die geringen Energiekosten zu zählen. Dem System
braucht außer der Rührenergie keine weitere Energie mehr zugeführt zu werden, wenn es einmal in Betrieb
ist. Die aus Erz und Salzsäure hergestellte Mischung kann durch Ausnutzung der thermischen Energie der
den letzten Reaktor verlassenden heißen Aufschlußlösung vorgewärmt werden. Sie wird mit einer Temperatür
von höchstens 6O0C dem ersten Reaktor zugeführt, reagiert dort teilweise und erwärmt infolge der exothermen
Reaktion die kontinuierlich in Form der vorgewärmten Erzsuspension zugeführten Reaktionspartner.
Im nächsten Reaktionsgefäß schreitet die Reaktion fort, weshalb sich auch eine höhere Temperatur einstellt
als im vorhergehenden. So steigt die Aufschlußtemperatur von einem Reaktor zum anderen, ohne daß
Wärme von außen zugeführt wird. Die in den einzelnen
Reaktoren sich einstellenden Aufschlußtemperaturen werden lediglich durch die Temperatur der frischen
Erzsuspension und durch die Durchflußgeschwindigkeit gesteuert.
Zur Vermeidung unerwünschter Hydroiyse und damit von Ausbeuteverlusten muß die Verweilzeit in den
einzelnen Aufschlußreaktoren möglichst niedrig gehalten werden. Mit steigender Temperatur und damit
wachsender Aufschlußgeschwindigkeit wächst bekanntlich auch die Neigung des zunächst gebildeten Titantetrachlorids
zu hydrolysieren. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beträgt die durchschnittliche
Gesamtverweilzeit in den Aufschlußreaktoren bis zum vollständigen Aufschluß höchstens vier, vorzugsweise
eine Stunde. Während dieser Zeit tritt auch bei den herrschenden hohen Temperaturen noch keine nen- to
nenswerte hydrolytische Ausfällung auf.
Lokale Überhitzungen, die zu unkontrollierbarer Hydrolyse führen würden, können durch intensives Rühren
vermieden werden.
Eine möglichst intensive Durchmischung der Suspen- 6S
sion in den einzelnen Reaktoren ist auch deshalb unumgänglich, weil dadurch nicht nur eine Anreicherung der
Fpctcmffteilehen vermieden, sondern außer einer Erhöhung
der Aufschlußgeschwindigkeit auch ein gleichmäuiges Verweilszeitspektrum der Suspension in den einzelnen
Reaktoren erreicht wird. Es muß nämlich auch verhindert werden, daß Teile der Suspension wegen
der erwähnten Hydrolyseneigung länger als unbedingt nötig in den Reaktoren verbleiben.
Die für den Aufschluß verwendete Salzsäure muß mindestens 35%ig, vorzugsweise mehr als 36%ig, sein.
Bei niedrigeren Konzentrationen tritt unter den sonstigen Bedingungen der Erfindung bereits starke Hydrolyse
ein. Die erforderliche Salzsäuremenge richtet sich nach der Erzzusammensetzung. Bezogen auf die Bildung
von TiCU, ist es im allgemeinen möglich, sowohl mit einem Unterschuß als auch mit einem Überschuß
an Salzsäure aufzuschließen, wobei ein Überschuß die Weiterverarbeitung der Lösung erleichtert.
Als Erze, die sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren aufschließen lassen, eignen sich vorzugsweise II-menite.
Das Verfahren und eine mögliche Ausführungsform sollen an Hand der Figur näher beschrieben werden.
Diese Figur stellt eine dreistufige Rührkesselkaskade für den erfindungsgemäßen kontinuierlichen Aufschluß
dar. Aus dem Vorratsbehälter 1 wird das Erz kontinuierlich in den Mischer 3 gefördert. Gleichzeitig wird aus
dem Vorratsgefäß 2 konzentrierte Salzsäure in dem für den Aufschluß erforderlichen Verhältnis ebenfalls in
den Mischer 3 geleitet. Die in diesem Mischer hergestellte Suspension geht durch einen Wärmeaustauscher
4, wo sie auf die für den Eintritt in den ersten Aufschlußreaktor erforderliche Temperatur von höchstens
etwa 60°C gebracht wird. Geheizt wird der Wärmeaustauscher entweder elektrisch oder mit Dampf bzw.
Warmwasser. An Stelle von warmem Wasser kann aber auch die aus dem letzten Aufschlußreaktor 8 abfließende
Aufschlußlösung als Heizmittel dienen. Aus dem Wärmeaustauscher wird die erhaltene Suspension
in den mit einer Rührvorrichtung 5 versehenen Reaktor 6 übergeführt.
Dort gehen etwa 50 bis 60% des suspendierten Erzes in Lösung. Durch die dabei frei werdende Reaktionswärme
erhöht sich die Temperatur der Suspension auf 70 bis 85°C. Diese Suspension fließt über einen Überlauf
in den ebenfalls mit Rührer 5 ausgestatteten Reaktor 7, wo durch die weiterfortschreitende Reaktion eine
Temperatur von 80 bis 100°C und ein Aufschlußgrad
von 60 bis 87% erreicht wird. Im dritten Reaktor 8 wird diese aus dem Reaktor 7 überfließende Suspension fertig
aufgeschlossen. Die erreichte Temperatur soll höchstens 105°C betragen. Dabei sind etwa 97% des ursprünglich
in der Suspension vorhandenen Erzes in Lösung gegangen. Die erhaltene Aufschlußlösung läuft
kontinuierlich aus dem Reaktor 8 ab. Sie kann entweder sofort weiterverarbeitet werden, oder aber zuvor
zur Ausnutzung ihrer Wärmeenergie ganz oder teilweise durch den Wärmeaustauscher 4 geschickt werden.
Mit ihr werden die gesamte unlösliche Gangart und hydrolytisch entstandene Keime von TiCh-Hydrat aus der
Aufschlußanlage ausgetragen, die sich dadurch nicht anreichern können. Diese ungelösten bzw. wieder ausgefällten
Anteile werden aus der Lösung in bekannter Weise durch Hydrozyklone, Filter od. ä. entfernt. Danach
wird die Aüfschlußlösung in bekannter Weise vom Hauptteil des Eisens befreit, wobei sie beispielsweise
reduziert und abgekühlt wird, um sie durch Kristallisation des FeCb ■ 4H2O von der Hauptmenge des Eisens
zu befreien. Anschließend wird die erhaltene Lösung zur Gewinnung von TiCh-Pigmenten der Hydrolyse un-
terworfen.
Zur weiteren Erläuterung des Verfahrens dient das folgende Beispiel:
Der Aufschluß wurde in einer Vorrichtung gemäß der Figur durchgeführt. Als Wärmeaustauscher 4 diente
ein elektrischer Durchlauferhitzer aus Glas mit einem Heizstab aus Quarz. Die Aufschlußgefäße 6, 7 und 8 |0
faßten je 101; sie waren jeweils mit einem Rührer und
Heizmantel versehen und außerdem gut wärmeisoliert.
Über eine Dosierpumpe wurde der Mischer 3 aus dem Vorratsbehälter 2 mit 38%iger Salzsäure und über
eine Dosierschnecke aus dem Vorratsbehälter 1 mit II-menit
der Zusammensetzung 45,0% ΤΊΟ2, 33,8% FeO,
12,3% FezCh und 5,5% MgO beschickt. Die Zugabemenge
betrug pro Stunde 301 Salzsäure und 9,0 kg II-menit.
Aus dem Mischer wurde die dort hergestellte Suspension, die 126 g ΤΊΟ2/Ι in Erzform enthielt, durch
den Wärmeaustauscher geführt und auf eine Temperatur von etwa 40° C gebracht Von hier lief die Suspension
in die Aufschlußgefäße 6, 7 und 8 und füllte sie in der genannten Reihenfolge.
Die Zuflußgeschwindigkeit wurde so gewählt, daß nach etwa einer Stunde alle drei Reaktoren gefüllt waren
und daß am Überlauf des letzten die Ilmenitsuspension bereits wieder abfloß. Bei weiterfortlaufendem
Durchfluß der Suspension wurde jetzt die Mantelheizung in Betrieb genommen, bis im ersten Reaktor 6
eine Temperatur von 75°C erreicht war. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Heizung abgestellt werden, da sie
wegen der jetzt eingetretenen Reaktion und der dabei entstandenen Wärme nicht mehr benötigt wurde. Die
weitere Regelung der Temperatur im ersten Reaktor erfolgte durch die Temperatur der zugeführten frischen
Suspension.
Dazu wurde der Durchlauferhitzer über ein Kontaktthermometer im Reaktor 6 und ein Relais gesteuert,
welches die Stromzufuhr immer dann einschaltete, wenn die Temperatur in diesem Reaktor unter 75°C
sank. Im allgemeinen war es zur Aufrechterhaltung dieser Temperatur ausreichend, wenn die Suspension im
Durchlauferhitzer auf 30 bis 40°C erwärmt wurde.
Nach etwa 3 Stunden hatte sich in den drei Reaktoren ein Gleichgewicht hinsichtlich Temperatur und
Aufschlußgrad eingestellt, das für die weitere Dauer des kontinuierlichen Betriebs bestehen blieb. Im ersten
Reaktor betrug die Temperatur 75° C und die in Lösung gegangene TiO2-Menge 68 g/l, was einem Aufschlußgrad
von 54% entsprach. Im zweiten Reaktor war die Temperatur auf 92° C gestiegen und die in Lösung gegangene
TiO2-Menge auf HO g/l, entsprechend einem Aufschlußgrad von 87%. Im dritten Reaktor schließlich
waren bei 96°C 122 g ΤΊΟ2/Ι gelöst, was einer Aufschlußausbeute
von 97% gleichkam. Diese Lösung wurde fortlaufend abgezogen und in bekannter Weise zur
Gewinnung von TiO2-Pigment weiterverarbeitet.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Aufschluß von Titanerzen bei erhöhten Temperaturen mit über
35%iger Salzsäure, wobei der Aufschluß in einem kontinuierlich durchströmten System aus beliebig
vielen hintereinandergeschalteten Zellen erfolgt und die erhaltene Aufschlußlösung aus der letzten
Zelle zusammen mit dem verbliebenen Feststoffan- ι ο teil kontinuierlich ausgetragen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aufschluß bei Normaldmck
mit hoher Durchmischungsintensität unter Gleichstromführung der Reaktionsteilnehmer
bei von 65 bis 105° C ansteigenden Temperaturen so durchgeführt wird, daß die aus Erz und Salzsäure
hergestellte Mischung auf 25 bis 6O0C erwärmt,
kontinuierlich nur in die erste Zelle eingeführt wird,
dort teilweise zur Reaktion gebracht wird, wobei sich die Temperatur durch die frei werdende Reaktionswärme
erhöht, und daß die erhaltene Suspension fortlaufend aus der ersten Zelle abgezogen und
in die nächste übergeführt wird, wo die Aufschlußreaktion bei einer sich einstellenden, im Vergleich
zur vorhergehenden Zelle höheren Temperatur weiterabläuft, und daß mit der wieder abgezogenen
Suspension in gleicher Weise weiterverfahren und der Aufschluß in den folgenden Zellen bei bis höchstens
auf 105° C ansteigenden Temperaturen fortgesetzt und bis zum Ende geführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Energie der den letzten
Reaktor verlassenden Aufschlußlösung benutzt wird, um die Erz-Salzsäure-Mischung vorzuwärmen.
Priority Applications (10)
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