DE1630872C - Scheibenbremse fur Kraftfahrzeuge - Google Patents
Scheibenbremse fur KraftfahrzeugeInfo
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Description
3 4
Vorrichtung dient jedoch lediglich dazu, den Druck- den Druckmittelkreisen I und II ist das Differenz-"
mittelzufluß zu der beschädigten Leitung einer Zwei- druckventil 16 angeordnet, dessen Kolben 17, der mit
kreisscheibenbremsanlage zu verhindern. Dichtringen 18 und 19 versehen ist, vom Druckin
.vorteilhafter Weiterbildung des grundlegenden· mittel·der beiden Kreise I und II beaufschlagt wird.
Erfindungsgedankens ist die Absperrvorrichtung 5 Durch Federn 20 und 21 wird der Kolben 17 in sei-
oberhalb der Radbremszylinder angeordnet und be- ner Mittelstellung gehalten. Diese Federn 20 und 21
steht in an sich bekannter Weise aus einem Diffe- sind so bemessen, daß sie bei den normalerweise
renzdruckventil. Der Vorteil einer derartigen An- auftretenden Druckunterschieden in den beiden
Ordnung der Absperrvorrichtung besteht darin, daß Bremskreisen den Kolben 17 nur über einen solchen
die zwischen dem Radbremszylinder und der Vor- io Weg bewegen lassen, bei dem noch keine Schließung
richtung befindliche Bremsflüssigkeit bei Undicht- eines der beiden Ventile erfolgt. ·
werden einer Leitung nicht auslaufen kann. . Der Kolben 17 besitzt Ventilflächen 22 und 23,
Das Differenzdruckventil besteht zweckmäßig aus mit denen er die von den Ventilkammern 24 und 25
einem in einem Zylinder angeordneten Ventilkolben zu den Radbremszylindern 3 und 4 führende Leitung ·
mit gegenüberliegenden Ventilflächen, der mittels 15 11 bzw. Bohrung 14 abschließen kann.
Federn in seiner Mittellage gehalten wird. Diese Bei Ausfall eines Kreises, z. B. des Kreises I wird
Federn müssen derart bemessen sein, daß sie bei der Kolben 17 bei Betätigung des Bremspedals eingeringem
Druckunterschied in den Bremskreisen den seitig, und zwar vom Druckmittel des Bremskreises II
Ventilkolben in einer Stellung halten, in der die beaufschlagt. Der Kolben 17 schließt mit seiner Ven-Verbindungen
zwischen den Druckmittelzuleitungen 20 tilfläche 22 die Verbindungsleitung 11 ab, so daß die
zu den-beiden Bremskreisen geöffnet ist. Druckflüssigkeit aus dem dem ausgefallenen Druck-
Das Differenzdruckventil kann entweder im Ge- mittelkreis zugehörigen Zylinder 3 nicht ausströmen
häuse des Bremssattels untergebracht oder als be- kann. Der zugehörige Kolben 7 verbleibt daher in
sonderes Bauteil am Bremssattel oder in der Nähe seiner Stellung entsprechend dem Lüftspiel α auch
desselben an einem Fahrzeugteil befestigt sein. 25 dann, wenn auf ihn eine Kraft von außen her ein-
Zweckmäßig kann der Kolben des Differenzdruck- wirkt.
ventils zur Betätigung einer Warnvorrichtung bei Der dem nichtausgefallenen Druckmittelkreis zu-
Ausfall eines Bremskreises dienen. gehörige Kolben 8 überwindet beim Druckaufbau
Die notwendige Bewegung des Bremssattels kann zunächst das Lüftspiel zwischen Bremsbelag 6 und
dadurch erreicht werden, daß dieser elastisch oder 30 Scheibe 1. Anschließend bewegt er über seine Regelenkig
am Achsschenkel befestigt ist. Alternativ aktionskraft den Bremssattel 2 in der Größe des
dazu ist es aber auch denkbar, daß der Bremssattel gegenüberliegenden Lüftspieles bis der Bremsbelag 5
starr am Achsschenkel befestigt ist und die bei Ausfall der ausgefallenen Seite an der Bremsscheibe 1 zur
eines Bremskreises erforderliche Bewegung inner- Anlage kommt. Das vom Differenzdruckventil 16
halb der zulässigen Verformung liegt. Die gewünschte 35 eingesperrte Flüssigkeitsvolumen im Zylinder 3 des
Bewegungswirkung wird also im letztgenannten Fall ausgefallenen Kreises bewirkt ein Blockieren des
durch die Elastizität von Bremsscheibe, Achsschen- betreffenden Bremskolbens 7. Beide Bremsbeläge 5
kel und Bremssattel erzielt und 6 liegen nun an der Scheibe 1 an und erzeugen
Die Ansprüche 3, 7, 8 und 9, deren Merkmale ein Bremsmoment, das etwa in der Größe der ununter,
anderem im vorstehenden wiedergegeben sind, 40 gestört' arbeitenden Anlage liegt. Als Verlust ist
sollen als echte Unteransprüche nur in Verbindung lediglich der Kraftaufwand anzusehen, der zur Vermit
dem Hauptanspruch gelten. Schiebung des Bremssattels 2 dient Der-Brems-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der sattel 2 ist entweder in bekannter Weise über das
Erfindung dargestellt. Es zeigt Gelenk 9 oder aber elastisch mit dem Achsschenkel
F i g. 1 einen im Schnitt dargestellten Bremssattel, 45 verbunden, so daß die Verschiebung bzw. Bewegung
der gelenkig an einem Achsschenkel befestigt ist, des Bremssattels leicht möglich ist. Aber auch ein
Fig. 2 eine Seitenansicht des Bremssattels mit normal mit dem Achsschenkel verschraubter Brems-.
Bremsscheibe in verkleinertem Maßstab, wobei der sattel, wie in Fig. Tgezeigt, ist in der Lage, durch
Bremssättel fest mit dem Achsschenkel verbunden ist. die Elastizität von Bremsscheibe, Achsschenkel und
Mit 1 ist die Bremsscheibe bezeichnet, die vom 50 Sattel diesen Weg zu beschreiben.
Bremssattel 2 auf einem Teil ihres Umfanges zangen- Der Kolben 17 kann bei Ausfall eines Bremskreises
artig umgriffen wird. Im Bremssattel 2 sind die Rad- in bekannter Weise dazu dienen, eine Warnvorrich-
bremszylinder 3 und 4 untergebracht, in denen sich tung zu betätigen, z. B. kann durch den Kolben 17
die mit den Bremsbelägen 5 und 6 in bekannter Weise mittel- oder unmittelbar ein Stromkreis geschlossen
verbundenen Kolben 7 und 8 befinden. Durch be- 55 werden, durch den eine Anzeigelampe zum Aufleuch-
kannte, nicht näher dargestellte Lüftspielbegrenzer ten gebracht wird.
werden im entlasteten Zustand die Bremsbeläge 5 Wie in F i g. 2 ersichtlich ist, kann das Differenz-
und 6 im Abstand α von der Bremsscheibe 1 gehal- druckventil 16 sowohl im Bremssattel 2 untergebracht
ten. Der Bremssattel 2 ist in bekannter Weise über sein, als auch außerhalb desselben sich befinden. Die
einen Gelenkbolzen 9 am Achsschenkel 30 befestigt. 60 Leitungen von dem Ventil 16 zu den Radzylindem 3
Durch eine Federanordnung wird der Bremssattel bzw. 4 sollten aber so geschützt sein, daß deren Be-
dabei in der Ausgangslage gehal teil. ' Schädigung nicht möglich ist. Zwischen den Rad-■
Der Radbremszylinder 3 ist über das Anschluß- bremszylindern und dem Differenzdruckventil muß
nippel 10, die Verbindungsleitung Il und zwei wei- die Flüssigkeit auch dann verbleiben, wenn eine
tere Nippel 12 und 13 an den Druckmittelkreis I an- 65 Bremsleitung undicht wird und die Druckflüssigkeit
geschlossen. Der Radbremszylinder 4 dagegen steht aus dieser ausläuft. Im allgemeinen wird man daher
über die Bohrung 14 und das Anschlußnippel 15 mit das Differenzdruckventil bei eingebautem Bremsdem
Druckmittelkreis II in Verbindung. Zwischen sattel oberhalb der Radbremszylinder anbringen. Bei
der Unterbringung im Bremssattel selbst ist.schließlich
auch die Lage des Anschlusses der Bremsleitung am Bremssattel ausschlaggebend. In F i g. 2 ist der
Bremssattel 2 mittels Schrauben 31 am Achsschenkel 32 befestigt.
Das Differenzdruckventil 16 wird im allgemeinen schon, auf Grund der unterschiedlichen, vom Druckmittel
beider Kreise_.beaufschlagten Flächen in der
jeweils einen Kreis abdichtenden Stellung verbleiben, wenn die Bremse bei Ausfall eines Kreises in- Wirkung
ist. Damit darüber hinaus im Zylinder des ausgefallenen Kreises der Druck in jedem Fall kleiner
als im nicht ausgefallenen Kreis bleibt und ein öffnen
des Diffcrenzdruckventils sicher vermieden wird, kann dem Bewegen des Bremssattels zusätzlich ein
gewisser Widerstand entgegengesetzt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Scheibenbremse für Kraftfahrzeuge mit von diesem beaufschlagten Radbremszylinder (3
einem die Bremsscheibe auf einem Teil ihres 5 bzw. 4) größer ist als der Druck in dem dem
Umfangs umgreifenden Bremssattel, der .zwei . unwirksamen, Bremskreis "zugeordneten, durch
gegenüberliegende, die Bremsbeläge gegen die die Absperrvorrichtung (16) abgesperrten Rad-Scheibe
drückende Kolben aufweist, deren Zylin- · bremszylinder: '.. ■
der an.getrennte Druckmittelkreise angeschlossen ■ --·- · ' .
sind, dadurch gekennzeichnet, daß in io
den Druckmittelzuleitungen (11, 12, 13 bzw. 14,
sind, dadurch gekennzeichnet, daß in io
den Druckmittelzuleitungen (11, 12, 13 bzw. 14,
15) zu den beiden-Radbremszylindern (3,4) und . r- " . .
diesen Radbremszylindern (3, 4) räumlich unmittelbar zugeordnet je eine Absperrvorrichtung (16)
angeordnet ist, die in an sich bekannter Weise 15
angeordnet ist, die in an sich bekannter Weise 15
auf der einen Seite vom Druckmittel des einen Die Erfindung bezieht sich auf eine Scheibenbremse
Bremskreises (I) und auf der anderen Seite vom für Kraftfahrzeuge mit einem die Bremsscheibe auf
Druckmittel des anderen .Bremskreises (II) be-. einem Teil ihres Umfangs umgreifenden Bremssattel,
aufschlagt ist und die bei Ausfall eines Brems- der zwei gegenüberliegende, die Bremsbeläge gegen
kreises (I bzw. II) die Verbindung der jeweiligen 20 die Scheibe drückende Kolben aufweist, deren Zylin-
Druckmittelzuleitung (11, 12, 13 bzw. 14, 15) zu der an getrennte Druckmittelkreise angeschlossen
dem ausgefallenen Bremskreis sperrt. sind.
2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch Eine derartige Scheibenbremse ist beispielsweise
gekennzeichnet, daß die Absperrvorrichtung (16) durch die französische Patentschrift 1 447 741 beoberhalb
der Radbremszylinder (3, 4) angeordnet 25 kanntgeworden. Dieser bekannte Stand der Technik
ist und in an sich bekannter Weise aus einem ist mit dem Nachteil behaftet, daß bei Ausfall eines
Differenzdruckventil besteht. Druckmittelkreises 4er Kolben bzw. das Bremskissen
3. Scheibenbremse nach Anspruch Γ und 2, des ausgefallenen Kreises keinen Anschlag für die
dadurch gekennzeichnet, daß das Differenzdruck- Bremse bilden können, da sich der Kolben im Zylinventil
aus einem in einem Zylinder angeordneten 30 der bis in seine Endlage zurückbewegen würde. Da-Ventilkolben
(17) mit gegenüberliegenden Ventil-. durch müßte der Kolben des nicht ausgefallenen
flächen (22, 23) besteht, der mittels Federn (20, Kreises einen großen Weg zurücklegen, bis die Brems-21)
in seiner Mittellage gehalten wird. wirkung einsetzt. Hierzu reicht jedoch normalerweise
4. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 3, weder die Beweglichkeif 'des Bremssattels noch das
dadurch gekennzeichnet, daß die Federn (20, 21) 35 Volumen des Hauptbremszylinders aus.
derart bemessen sind, daß sie bei geringem Druck- Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Schei-
unterschied in den Bremskreisen (I, II) denVen- benbremsanlage der eingangs genannten Art so aus-
tilkolben (17) in einer Stellung halten, in der die zubilden, daß bei Ausfall eines Bremskreises, der von
Verbindung zwischen den Druckmittelzuleitungen diesem beaufschlagte Bremskolben einen wirksamen
(11, 12, 13 bzw. 14, 15) zu den beiden Brems- 40 Anschlag für die Bremsscheibe — bei Beaufschla-
kreisen (I, II) geöffnet ist. · gung derselben durch den Kolben des unversehrten
5. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 4, Bremskreises — bildet.
dadurch gekennzeichnet, daß das Differenzdruck- Dieses Problem wird gemäß dem Grundgedanken
ventil im Bremssattel (2) untergebracht ist: der Erfindung dadurch gelöst, daß in den Druck-
6. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 4, 45 mittelzuleitungen zu den beiden Radbremszylindern
dadurch gekennzeichnet, daß das Differenzdruck- und diesen Radbremszylindern räumlich unmittelbar
ventil als besonderes Bauteil am Bremssattel (2) zugeordnet je eine Absperrvorrichtung angeordnet
oder in der Nähe desselben an einem Fahrzeug- ist, die in an sich" bekannter Weise auf der einen
teil befestigt ist. ... Seite vom Druckmittel des einen Bremskreises und
7. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 6, 5° auf der anderen Seite vom Druckmittel des anderen
dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (17) " Bremskreises beaufschlagt ist und die bei Ausfall
des Differenzdruckventils (16) zur Betätigung eines Bremskreises die Verbindung der jeweiligen
einer Warnvorrichtung bei Ausfall eines Brems- Druckmittelzuleitung zu dem ausgefallenen Bremskreises
dient. kreis sperrt.
8. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 7, 55 ■ Durch die Erfindung wird also auf der Seite des
dadurch gekennzeichnet, daß der Bremssattel (2) ausgefallenen Kreises am Bremssattel ein Anschlag
elastisch oder gelenkig am Achsschenkel be- für die Bremsscheibe geschaffen, dessen Abstand von
festigt ist. ' der Bremsscheibe etwa dem üblichen Lüftspiel ent-
9. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 1 bis 7,. spricht. Hierdurch braucht der Kolben des wirkdadurch
gekennzeichnet, daß der Bremssattel (2) 60 samen Bremskreises nur einen relativ kleinen Weg
starr am Achsschenkel befestigt ist und die bei' zurückzulegen, um wirksam zu werden. Das hierbei
Ausfall eines Bremskreises erforderliche Be- erzielte Bremsmoment bleibt praktisch unverändert,
wegung innerhalb der zulässigen Verformung Durch die deutsche Patentschrift 698 958 ist es
liegt. zwar an sich bekannt, in einer Zweikreisbremsanlage
10. Scheibenbremse nach einem oder mehre- 65 eine Absperrvorrichtung vorzusehen, welche auf der
ren der vorstellenden Ansprüche, dadurch ge- einen Seite vom Druckmittel des einen Bremskreises
kennzeichnet, daß bei Ausfall eines Brcniskreises ■ und an der anderen Seite vom Druckmittel des andcder
dem Bewegen des Bremssattels (2) durch den ren Bremskreises beaufschlagt ist. Diese bekannte
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEO0012303 | 1967-02-15 | ||
| DEO0012303 | 1967-02-15 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1630872A1 DE1630872A1 (de) | 1972-03-09 |
| DE1630872C true DE1630872C (de) | 1973-03-08 |
Family
ID=
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