DE1618781B - Verfahren zur Teilchlonerung von Methylchlorid und bzw oder Methylen chlond - Google Patents
Verfahren zur Teilchlonerung von Methylchlorid und bzw oder Methylen chlondInfo
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Description
Temperaturen, bei weichen die Wärmekapazität des Umsetzungsgemisches 30 cal/g-Mol 0C oder
■ mehr beträgt, erhitzt, worauf man
2. die exotherme Chlorierungsreaktion in einem Reaktor unter im wesentlichen adiabatischen Bedingungen
derart ablaufen läßt, daß die Umsetzungstemperatur mindestens 200C über die Vorerhitzungstemperatur,
aber nicht höher als 4500C steigt, und daß ein Teil des adiabatischen Temperaturanstiegs
in dem Temperaturbereich erfolgt, in dem das Umsetzungsgemisch eine Wärmekapazität
von mindestens 30 cal/g-Mol 0C aufweist, worauf man
3. das einen höheren Chlorgehalt als das Ausgangsgut aufweisende Methylenchlorid und bzw. oder
Chloroform abtrennt.
Das Ausgangsgut besteht vorwiegend aus Methylchlorid, Methylenchlorid oder einem Gemisch dieser
beiden Verbindungen.
Wenn Methylenchlorid hregestellt werden soll, besteht
das Ausgangsgut vorwiegend aus Methylchlorid. Das Methylenchlorid wird als Produkt entfernt, und
das im Kreislauf geführte Methylchlorid enthält nur wenig Methylehchlorid, welches sich nicht leicht aus
dem Rohprodukt abtrennen ließ. Wenn Chloroform oder ein Gemisch aus Chloroform und Methylenchlorid
hergestellt werden soll, kann man von Methylchlorid, von Methylenchlorid oder einem Gemisch
beider Verbindungen ausgehen. Da Methylchlorid der am leichtesten erhältliche Ausgangsstoff ist, ist es
zweckmäßig, so zu arbeiten, daß ein Teil des Methylchlorids von Anfang an in Clhoroform und ein Teil
in Methylenchlorid umgewandelt wird, wobei man das Mehtylenchlorid oder einen Teil desselben zur weiteren
Chlorierung im Kreislauf führt. Da durch die Zuführung eines jeden weiteren Chloratoms eine Reaktionswärme
von 24 kcal je Mol in. Freiheit gesetzt wird, läßt sich die Gesamtwärmeentwicklung je Durchgang
verringern, wenn ein Teil des Methylchlorids nur bis zum Methylenchlorids chloriert wird und bzw. oder
ein Teil des Chloroforms sieh aus dem Methylenchlorid bildet. Das Ausgangsgut kann auch geringe Mengen
an anderen Verbindungen, wie Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Chlorwasserstoff und bzw. oder
inerten Bestandteilen, enthalten. Zweckmäßig wird die Konzentration an Wasser, Sauerstoff, freien Radikalinhibitoren,
möglicherweise katalytisch wirkenden Metallsalzen und anderen Fremdstoffen in dem Reaktionsgemisch
so gering wie möglich gehalten, um die Bildung korrodierender oder anderweitig unerwünschter
Nebenprodukte zu verhindern.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht das Ausgangsgut aus einem Gemisch,
das mindestens 30 Gewichtsprozent Methylchlorid, mindestens 30 Gewichtsprozent Methylenchlorid und
nicht mehr als 10 Gewichtsprozent Chloroform enthält. Ein solches Ausgangsgut eignet sich besonders zur
gleichzeitigen Herstellung von Methylenchlorid und Chloroform ohne übermäßige Wärmeentwicklung und
ohne Auftreten von Schwierigkeiten bei der Produktgewinnung oder bei der Destillation.
Um die richtige Wärmebilanz in dem Reaktionssystem innezuhalten, ist es wesentlich, daß das Molverhältnis
von Chlor zu dem teilweise chlorierten Methan (Methylchlorid und/oder Methylenchlorid) im
Ausgangsgemisch im Bereich von 1:3 bis 1:12, vorzugsweise im Bereich von 1:4 bis 1:7, liegt. Wenn die
Chlorkonzentration höher ist, als es einem Molverhältnis von 1:3 entspricht, kann eine so starke Wärmeentwicklung
eintreten, daß die Endreaktionstemperatur 4500C übersteigt und sich große Mengen Tetrachlorkohlenstoff
bilden oder sogar Zersetzung unter Kohlenstoffbildung oder womöglich Explosion eintritt.
Wenn die Chlorkonzentration in dem Ausgangsgemisch geringer ist, als es einem Molverhältnis von
1:12 entspricht, verläuft die Umsetzung entweder zu langsam, oder man muß eine zu große Wärmemenge
von außen her zuführen. In Anbetracht der Wärmetönung der Umsetzung werden Molverhältnisse im
Bereich von 1:4 bis 1:7 bevorzugt, besonders wenn als Ausgangsgut ein Gemisch aus Methylchlorid und
Methylenchlorid dient.
Es ist ein wichtiges Merkmal der Erfindung, daß das Verfahren derart durchgeführt wird, daß die hohe
Wärmekapazität, die die Gemische unter den angegebenen Bedingungen aufweisen, ausgenutzt wird. Diese
Bedingungen wiederum hängen von zwei wichtigen Eigenschaften ab, nämlich der kritischen Temperatur
und dem kritschen Druck des Reaktionsgemisches.
Bei einer reinen chemischen Verbindung ist die kritischen Temperatur diejenige Temperatur, oberhalb
deren die Verbindung sich auch bei einem noch so hohen Druck nicht aus dem gasförmigen Zustand in
den flüssigen Zustand überführen läßt, und der kritische Druck ist derjenige Druck, der erforderlich ist,
um das Gas bei der kritischen Temperatur zu verflüssigen. Erhitzt man eine reine flüssige Verbindung auf
Temperaturen und Drucke unterhalb der kritischen Werte, so erreicht man einen bestimmten Siedepunkt.
Wenn weitere Wärme zugeführt wird, erleidet die Verbindung einen leicht erkennbaren Übergang vom
flüssigen Zustand in den Gaszustand, ihr Volumen vergrößert sich um das Mehrtausendfache und ihre
Dichte wird sehr niedrig. Hält man die Verbindung aber auf einem Druck über ihrem kritischen Druck,
so spielen sich beim Erhitzen völlig andere Vorgänge ab. Wenn die Verbindung ihre kritische Temperatur
erreicht und dann weitere Wärme zugeführt wird, findet kein normales Sieden unter Bildung der gewöhnlichen
Gasphase statt, sondern die Verbindung geht in eine dichte Gasphase über, die von der flüssigen
Phase nicht mehr scharf zu unterscheiden ist. Wenn oberhalb der kritischen Temperatur dann weitere
Wärme zugeführt wird, vermindert sich die Dichte dieser dichten Gasphase allmählich auf etwa 50%
derjenigen der anfänglichen flüssigen Phase, dann auf 30% und dann vielleicht sogar auf 10 oder 5%; die
Dichte bleibt aber viel höher als die Dichten, die gewöhnliche Gase unter atmosphärischen Bedingungen
aufweisen. Um diesen Übergang von der flüssigen Phase in die dichte Gasphase zustande zu bringen, ist
eine beträchtliche Wärmezufuhr erforderlich. Die Wärmemenge, die benötigt wird, um die Temperatur
der Verbindung in diesem Bereich der kritischen Temperatur um 1°C zu steigern, ist viel größer als
diejenige, die erforderlich ist, um die Temperatur in anderen Teilen der Temperaturskala um den gleichen
Betrag zu steigern. Mit anderen Worten: Die Verbindung weist eine hohe Wärmekapazität auf, wenn sie
über den Bereich erhitzt wird, in dem sich die kritische Temperatur befindet, und der Druck dabei über dem
kritischen Druck liegt.
Die kritischen Temperaturen und Drücke einiger Verbindungen, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
von Interesse sind, sind die folgenden:
| Verbindung | Kritische Temperatur 0C |
Kritischer Druck at |
| Chlorwasserstoff Methylchlorid Chlor |
51 143 144 245 263 283 |
81,6 65,9 76,1 60,9 53,8 ' 45,0 |
| Methylenchlorid Chloroform Tetrachlorkohlenstoff |
Geht man bei der Betrachtung der kritischen Bedingungen nun von den reinen Verbindungen zu den
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Gemischen aus mehreren Bestandteilen über, so sind
die kritischen Temperaturen und Drücke für reine Verbindungen nicht ohne weiteres anwendbar. Statt
dessen bedient man sich zweckmäßig in roher Annäherung der sogenannten pseudokritischen Temperaturen
und pseudokritischen Drücke der Gemische. Die pseudokritische Temperatur ist diejenige Temperatur,
die man erhält, wenn man den Mittelwert aus den kritischen Temperaturen der Bestandteile unter Berücksichtigung
des Molverhältnisses bildet, in dem sie in dem Gemisch vorliegen. Die pseudokritische Temperatur
eines äquimolekularen Gemisches aus Methylchlorid und Methylenchlorid beträgt danach z. B.
(143 + 245°C) · 0,5 = 1?4°C. In der gleichen Weise kann man auch den pseudokritischen Druck für ein
gegebenes Gemisch ermitteln. Vom rein wissenschaftlichen Gesichtspunkt sind die pseudokritischen Werte
keine genauen physikalischen Eigenschaften des betreffenden Gemisches. Die physikalischen Eigenschaften
werden vielmehr durch die kritische Kondensationstemperatur (»Cricondentherm«) und den maximalen
Druckpunkt der Flüssigkeits-Dampf-Einhüllenden (»Cricondenbar«) bestimmt, wie es von B. F. Dodge
in »Chemical Engineering Thermodynamics«, Verlag McGraw-Hill Publishing Co., New York, 1944, S. 545,
beschrieben ist. Bei den letztgenannten Größen ist z. B. das verhältnismäßig kleine Volumen einer echten
Dampfphase berücksichtigt, die noch oberhalb des pseudokritischen Druckes und bei höheren Drücken
bis zur Erreichung des >>Cricondenbar«-Wertes vorhanden sein können. Im Rahmen der Erfindung sind
aber die pseudokritischen Werte für alle praktischen Zwecke genau genug, und auf diese Werte beziehen
sich die nachstehend für die verschiedenen Gemische angegebenen kritischen Temperaturen und kritischen
Drücke.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen VerfahrenSv'rnüß
ein Druck von mindestens 65 at innege-,halten
werden, der etwa dem kritischen Druck eines typischen Reaktionsgemisches entspricht.
Bei Drücken nur wenig über 65 at kann noch eine geringe Menge einer normalen Gasphase vorhanden
sein. Obwohl die Chlorkonzentration in dieser Phase etwas höher sein kann als in den übrigen Teilen des
Systems, ist diese Chlormenge doch nicht so groß, daß eine Gefahr bestände. Vorzugsweise liegt der Druck
im Bereich von etwa 85 bis 130 at, da unter diesen Bedingungen keine gewöhnliche Gasphase existiert.
Gegebenenfalls kann man Drücke bis etwa 150 at oder noch mehr anwenden; besondere Vorteile werden
dadurch jedoch nicht mehr erzielt.
Die kritische Temperatur hängt von den Bestandteilen des Reaktionsgemische« ab. Sind die Reaktionsgemische
reich an Methylchlorid, so liegt die kritische Temperatur nahe bei derjenigen des reinen Methylchlorids
und des Chlors, d. h. im Bereich von etwa 140 bis 1600C. Sind die Ausgangsgemische reich an
Methylenchlorid, so kann die kritische Temperatur je nach der Menge des angewandten Chlors im allgemeinen
Bereich von etwa 200 bis 2400C liegen. Wenn das Ausgangsgut erhebliche Mengen, z. B. etwa je
30 Gewichtsprozent, an Methylchlorid und Methylenchlorid enthält, liegt die kritische Temperatur zwischen
den oben angegebenen Bereichen, also zwischen etwa 160 und 2000C.
Die typischen Ausgangsgemische, die bei dem Verfahren der Erfindung verwendet werden, haben Wärmekapazitäten
von etwa 10 bis 15 cal/g-Mol 0C. Das
bedeutet, daß bei Temperaturen, die von dem Bereich der kritischen Temperatur entfernt sind, 10 bis 15 cal
erforderlich sind, um 1 g-Mol des Gemisches um I0C
zu erwärmen. Im Bereich der kritischen Temperatur dagegen haben die Reaktionsgemische wesentlich
höhere Wärmekapazitäten, z. B. solche von 30 bis 60 oder 70 cal/g-Mol 0C oder noch mehr. Die Wärmekapazität
der verschiedenen Gemische kann nach Verfahren berechnet werden, wie sie von Hougen,
Watson und Ragatz in »Chemical Process Principles«, 2. Auflage, Verlag John Wiley & Sons, New
York, 1960, Teil II, besonders auf S. 593, 611 und 617, beschrieben sind.
Diese hohen Wärmekapazitäten von über 30 cal/ g-Mol 0C weisen die verschiedenen Reaktionsgemische
bei Temperaturen auf, die um etwa 10 bis 500C von der kritischen Temperatur entfernt sind. Bei einigen
Reaktionsgemischen ist die Wärmekapazität zwar sehr hoch, aber nur über einen verhältnismäßig engen
Temperaturbereich hinweg. In anderen Fällen ist die Wärmekapazität nur von mäßiger Höhe, dafür aber
über einen weiteren Temperaturbereich hinweg. Die höchste Wärmekapazität eines gegebenen Reaktionsgemisches liegt gewöhnlich etwas über seiner kritischen
Temperatur.
Das Vorerhitzen ist notwendig, um die Chlorierungsreaktion innerhalb einer wirtschaftlich tragbaren Zeitdauer
auszulösen. Als »Vorerhitzungstemperatur« wird hier die Temperatur bezeichnet, die das Ausgangsgemisch
an derjenigen Stelle des Reaktionsgefässes aufweist, hinter der ihm keine weitere Wärme von
außen her zugeführt wird. Diese Stelle ist gewöhnlich die Stelle, an der das Ausgangsgemisch aus dem Vorerhitzer
austritt. Unter Umständen kann das Ausgangsgemisch etwas länger in der Vorerhitzungszone verbleibei/,
in welchem Falle es sich durch die exotherme Reaktionswärme bereits auf eine Temperatur über der
Temperatur des Hochdruckdampfes oder des sonstigen Wärmeaustauschmittels in dem Mantel des Erhitzers
erwärmt. In diesen Fällen wird unter der Vorerhitzungstemperatur die höchste Temperatur des Wärmeaustauschmittels
in dem Mantel des Erhitzers verständen. Wenn die ganze Wärme den als Ausgangsgut
verwendeten Chlorkohlenwasserstoffen und bzw. oder dem Chlor vor deren Vermischung zugeführt wird, ist
die Vorerhitzungstemperatur die Temperatur des Ausgangsgemisches unmittelbar nach dem Vermischen.
Man arbeitet mit Vorerhitzungstemperaturen von 120 bis 2300C. Bei Vorerhitzungstemperaturen unter
etwa 1200C springt die Reaktion so langsam an, daß sie unwirtschaftlich wird. Bei Vorerhitzungstemperatur
;n über etwa 2300C ist diejenige Temperaturspanne,
in der das Reaktionsgemisch ungewöhnlich hohe
7 8
Wärmekapazitäten aufweist, bereits weitgehend über- bereich von 150 bis 2500C betragen die relativen
schritten, und es besteht nicht mehr die Gelegenheit, Chlorierungsgeschwindigkeiten CH3Cl: CH2Cl2:CHC13
die hohe Wärmekapazität des Reäktionsgemisches etwa 1,0:0,7:0,3. Wird die Temperatur aber auf 400
dazu auszunutzen, daß ein Temperaturanstieg auf eine bis 5000C gesteigert, so nähern sich die relativen
übermäßig hohe Max.imaltemperatur verhindert wird. 5 Chlorierungsgeschwindigkeiten dem Verhältnis 1:1:1.
Aus diesem Grunde darf die Vorerhitzungstemperatur Wenn also möglichst wenig Tetrachlorkohlenstoff ent-
nur in dem Temperaturbereich liegen, in dem das stehen soll, ist es wichtig, daß ein möglichst großer Teil
Reaktionsgemisch eine Wärmekapazität von minde- der Chlorierungsreaktion bei den niedrigeren Tempe-
stens 30 cal/g-Mol°C aufweist. raturen verläuft. Bei einer typischen bevorzugten
Vorzugsweise soll die Vorerhitzungstemperatur im io Ausführungsform der Erfindung findet 50% des ge-Bereich
von etwa 180 bis 2300C liegen, besonders samten Chlorverbrauchs infolge der Wirkung der howenn
das Ausgangsgut nennenswerte Mengen an Me- hen Wärmekapazität bei einem Temperaturanstieg um
thylenchlorid enthält, weil man bei diesen höheren nur etwa 500C statt, und die übrigen 50% des Chlor-Vorerhitzungstemperaturen
noch die hohe Wärme- Verbrauchs verursachen einen Temperaturanstieg von
kapazität des Systems ausnutzen und dabei gleichzeitig 15 vielleicht 1500C, so daß man einen guten Chlorverden
Vorteil höherer Reaktionsgeschwindigkeiten und brauch und eine schnelle Gesamtreaktion erhält. Unter
mithin kürzerer Gesamtreaktionszeiten erzielen kann. diesen Bedingungen verläuft die Umsetzung zum
Nach dem Vorerhitzen wird die Umsetzung unter überwiegenden Teil bei Temperaturen, die die Bildung
praktisch adiabatischen Bedingungen durchgeführt. der gewünschten, teilweise chlorierten Methane auf
Dies bedeutet, daß keine Mittel angewandt werden, 20 Kosten der Bildung von Tetrachlorkohlenstoff be-
um den Reaktionsteilnehmern Wärme zuzuführen oder günstigen.
zu entziehen. Vorzugsweise ist das Reaktionsgefäß Die Umsetzung kann absatzweise oder kontinuier-
isoliert, so daß die Reaktionswärme erhalten bleibt lieh in verschiedenen Arten von Reaktionsgefäßen, z. B.
und die Umsetzung in kurzer Zeit, z. B. etwa 1 Mi- in Rührautoklaven, Röhrenreaktoren und Rohrlei-
nute, vollständig verläuft. Durch die Isolierung wird 25 tungsreaktoren, durchgeführt werden. Feste Füllkörper
auch eine unnötige Zerstreuung der Wärme in den und bzw. oder Katalysatoren sind nicht erforderlich,
umgebenden Arbeitsraum verhindert. können aber gewünschtenfalls angewandt Werden.
Der Temperaturanstieg im Bereich der adiabatischen Vorzugsweise wird die Umsetzung kontinuierlich in
Reaktionsbedingungen muß mindestens 20° C betragen; einem füllkörperfreien Rohrleitungsreaktor durchge-
die höchste Reaktionstemperatur darfjedoch nicht über 30 führt, dessen Länge mindestens das 125fache seines
4500C liegen. Wenn der Temperaturanstieg nicht inneren Umfanges beträgt. In einem solchen Reaktor
mindestens 200C beträgt, ist der erzielte Chlorierungs- findet eine laminare Strömung bei Reynolds>Zahlen
grad zu niedrig. Vorzugsweise soll der Temperatur- über 5000 statt, und infolgedessen erfolgt nur eine sehr
anstieg mindestens 1000C betragen und die höchste geringe Rückvermischung. Das freie Chlor wird weit-
Reaktionstemperatur im Bereich von etwa 300 bis 35 gehend durch Umsetzung mit dem Methylchlorid und
4500C liegen. Wenn die Höchsttemperatur 450°C bzw. oder Methylenchlorid verbraucht. Sobald die
übersteigt, bilden sich große Mengen Tetrachlorkohlen- Chloroformkonzentration verhältnismäßig hoch wird,
stoff, da die höheren Temperaturen die Bildung der ist das freie Chlor bereits weitgehend verbraucht
stärker chlorierten Derivate begünstigen. Ferner wird worden. Daher besteht an keiner Stelle des Reaktions-
bei Temperaturen wesentlich über 4500C die Gefahr 40 gefäßes eine Kombination von Bedingungen, unter
ejner starken Verkokung und bzw. oder von Explo- denen die Bildung des unerwünschten Tetrachlor-
siorieri tedeütend erhöht, kohlenstoffs begünstigt wird, und die in dem gleich-
Die hauptsächlichen Größen, von denen die jeweils zeitigen Auftreten einer verhältnismäßig hohen Chloro-
erreichte Höchsttemperatur abhängt, sind formkonzentration, einer verhältnismäßig hohen Chlor-
45 konzentration und einer verhältnismäßig hohen Τοπία) die Zusammensetzung der als Aüsgangsgüt ver- peratur besteht. ...
wendeten Chlorkohlenwasserstoffe, Das Reakt.onsgefaß kann aus jedem bcheb.gen
. ....·.. Werkstoff bestehen, der dem Reaktionsdruck ,und den
b) das Molverhaltnis.von Chlor zu den Chlorkohlen- chemischen Stoffen widersteht. Bevorzugte1 Werkwasserstpffen
und ... ■ 50 stoffe für den Hochtemperaturteil der Vorrichtung sind
■■',,. ., nickelreiche Legierungen, die noch Chrom oder Mo-
c) die Vorerhitzungstemperatur. lybdän enthalten. Diese können entweder für sich
, . . allein oder als Auskleidungen auf: anderen Metallen
Wenn das Ausgangsgut bereits wesentliche Mengen verwendet werden. Für die Niedertemperaturteile der
Chlorofprm enthält, so wird dieses, besonders bei den 55 Vorrichtung können verschiedene, Flußstähle oder
niedrigeren Temperaturen, nicht leicht chloriert. Wenn rostfreie Stähle verwendet werden,
eine wesentliche Menge Tetrachlorkohlenstoff vor- Im allgemeinen werden die als Ausgangsgut venveiihanden
ist, so wird dieser überhaupt nicht chloriert deten Chlorkohlenwasserstoffe und das Chlor geson-
und trägt daher nicht zur Wärmeentwicklung bei der derl durch zwei Hochdruckpumpen auf den gewiin-Reaktion
bei. Wenn der Chlorgehalt des Reaktions- 60 sehten Druck gebracht und kann kalt oder bei Raumgemisch'es
steigt, steigt auch die exotherme Reaktions- temperatur miteinander gemisch!. Dieses Gemisch
wärme. Je höher die Vorerhitzuiigstcmperatur ist, wird dann durch einen Wärmeaustauscher geleitet,/.. I).
desto weniger Wärmekapazität bleibt zum Absorbieren durch einen Vorerhitzer, durch dessen Mantel hoehgeder
Reaktionswärme verfügbar, und desto höher steigt spannter Wasserdampf strömt. Man kann aber auch die
daher die Endtcniperatur. 65 als Ausgangsstoffe dienenden Chlorkohlenwasserstoffe.
Die relativen Chlorierungsgeschwindigkeitcn der drei das Chlor oder beide vor dem Vermischen .gesondert
teilweise chlorierten Chlormethane variieren stark in erhil/eu, in welchem Falle nach.dem i'rliit/en nur
Abhängigkeit von der Temperatur. Im Temperatur- wenig oder keine weitere Wärme zugeführt /u werden
9 10
braucht. Wenn die Stoffe im Kreislauf geführt werden, G) Das Verfahren ist sehr variationsfähig, indem es
kann dies bei erhöhten Temperaturen und bzw. oder die Herstellung von Methylenchlorid und Chloro-
erhöhten Drücken erfolgen. form in nahezu jedem beliebigen Verhältnis in der
Die Gesamtreaktionszeit von dem Zeitpunkt, zu gleichen Anlage gestattet,
dem die Reaktionsteilnehmer aus dem Vorerhitzer aus- 5 H) Die rjmsetzung verläuft rasch>
oft in weniger als
tTAteu\· lZU i? α P» bZ]l P™nSie aUS einer Min"te>
und läßt sich trotzdem in einer
adiabatischerr Teil des Reaktjorisgefaßes austreten, einfach bauten Anl praktiSch unter Kon-
betragt gewohnlich etwa 0,5 bis 3 Minuten, meist trolle halten
etwa 1 bis 1,5 Minuten. Am Ende dieses Zeitraumes
ist das Chlor gewöhnlich vollständig verbraucht, be- ίο I) Da die Umsetzungsprodukte bereits unter hohem
sonders wenn die höchste ·Reaktionstemperatur im Druck stehen, ist es sehr einfach, mindestens einen
Bereich von etwa 250 bis 4500C liegt.' Teil der nachfolgenden Destillation bei erhöhtem
Das Produkt oder die Produkte können auf bekannte Druck durchzuführen, und dies wiederum er-Weise
gewonnen werden; gewöhnlich effolgt dies durch leichtert die Abtrennung des Chlorwasserstoffs
Destillation. Wenn die Umsetzung kontinuierlich 15 von dem im Kreislauf zu führenden Methyldurchgeführt
wird, werden das gewünschte Produkt chlorid bedeutend,
bzw. die gewünschten Produkte und die unerwünschten
bzw. die gewünschten Produkte und die unerwünschten
Produkte (hauptsächlich Chlorwasserstoff und Tetra- In den folgenden Beispielen wird eine Pumpe für das
chlorkohlenstoff) fortlaufend durch Destillation ent- Chlor und eine andere Pumpe für das Gemisch aus den
fernt, vorzugsweise bis zu einem technisch bequem 20 übrigen Bestandteilen, nämlich Methylchlorid (CH3Cl),
durchführbaren Mindestgehalt, während der Rest im Methylenchlorid (CH2Cl2), Chloroform (CHCl3), Te-
Kreislauf geführt wird. trachlorkohlenstoff (CCl4) und Chlorwasserstoff (HCl),
Das erfindungsgemäße Verfahren bietet zahlreiche verwendet. Die Ausgangsstoffe kommen unter den
Vorteile: in den Beispielen angegebenen Drücken von diesen
25 Pumpen, d. h. bei Drücken oberhalb der kritischen
A) Durch das Arbeiten oberhalb des kritischen Drücke der Gemische, die bei etwa 65 at liegen. Diese
Druckes und die dadurch bedingte Vermeidung Stoffe werden unter dem hohen Druck gemischt und
einer wesentlichen Menge einer normalen Dampf- einem Vorerhitzer zugeführt, der aus einem 9,525 mm
phase vermeidet man die Schwierigkeit einer ort- weiten und 16,76 m langen Nickelrohr besteht. Der
liehen hohen Chlorkonzentration in der Dampf- 30 Vorerhitzer ist von einem Mantel umgeben, in dem sich
phase, d. h. einer Chlorkonzentration, die viel hochgespannter Wasserdampf oder ein anderes Wärmehöher
ist als diejenige in der flüssigen Phase, und austauschmittel befinden kann. Nach dem Durchströdie
leicht zur Bildung explosiver Gemische führen men des Wärmeaustauschers befindet sich das Auskönnte,
gangsgemisch auf der in der nachstehenden Tabelle
B) Durch die Ausnutzung der hohen Wärmekapazi- 35 angegebenen Vorerhitzungstemperatur Das vorertät
des Reaktionsgemisches vermeidet man die mtzte Gemisch gelangt m einen Rohrleitungsreaktor
Notwendigkeit einer großen Menge eines inerten aus ~ f gluhtem .^ctel^hrom-Stohlrol!r .von
Reaktionsmediums (wie Tetrachlorkohlenstoff) J mm Durchmesser und 30,48 m Lange, das nut einer
und die dadurch bedingte Notwendigkeit der I0 CJ" dicken Rohr,solatu>n umhüllt ist. In diesem
Abtrennung und Kreislaufführung eines solchen 4° Reaktionsgefaß werden die in den Beispielen ange-Reaktionsmediums.
gebe^n höchsten Reaktionstemperaturen erreicht.
Am Ende des Rohrleitungsreaktors strömt das Reak-
C) Durch die Vermeidung des inerten Reaktions- tionsgemisch durch ein Druckentspannungsventil,
mediums wird gleichzeitig die verfügbare Konzen- worauf das Methylenchlorid und bzw. oder Chlorotration
der für die Chlorierung bestimmten Aus- 45 form durch Destillation abgetrennt werden. Der
gangsstoffe wesentlich erhöht, und wenn mehr Chlorwasserstoff wird ebenfalls abgetrennt und der
Methylchlorid zur Umsetzung zur Verfügung Verwendung bei anderen Verfahren zugeführt. Auch
steht, wird das Chlor in erster Linie mit dem überschüssige Mengen an Tetrachlorkohlenstoff wer-Methylchlorid
reagieren, was zu einer bedeutend den abgetrennt. Das Methylchlorid und etwaige höheren Reaktionsgeschwindigkeit führt. 50 Mengen an Methylenchlorid, Chloroform und Tetra-
D) Dadurch, daß der größte Teil der Umsetzung bei chlorkohlenstoff, die nicht abgetrennt worden sind,
verhältnismäßig niedrigen Temperaturen durch- werden im Kreislauf geführt.
geführt und das Auftreten von Temperaturen über Die Beispiele sind in Form der nachstehenden
450° C vermieden wird, wird die Ausbeute an den Tabelle zusammengefaßt. Im Beispiel 1 sind die Vorgewünschten
Produkten, nämlich Methylenchlorid 55 erhitzungstemperatur und die Chlorkonzentration
und bzw. oder Chloroform, erhöht und die Aus- verhältnismäßig niedrig, so daß bei diesem Versuch
beute an dem unerwünschten Tetrachlorkohlen- etwas mehr Methylenchlorid als Chloroform entsteht,
stoff vermindert. Im Beispiel 2 sind die Chlorkonzentration und die an-.
. . ■ fängliche Konzentration an "Methylenchlorid etwas
E) Die Ausnutzung des Chlors ist sehr gut; sie be- 6o höher>
und es hMet sich etwas mehr chloroform. Im
tragt praktisch 100/, wenn die maximale Reak- Bej id 3 ist die anfängliche Methylchloridkonzentra-
4°n noSpmperatur ™ Bereich VOn etwa 25° blS tion hoch und die Chlorkonzentration niedrig, so daß
450 C hegt. vorwiegend eine Umwandlung zu Methylenchlorid
F) Es bedarf keines äußerst wirksamen Wärmeaus- erfolgt. Im Beispiel 4 sind sowohl die anfängliche
tauschers, um das Durchgehen der Umsetzungen 65 Methylenchloridkonzentration als auch die Vorerhitzu
verhindern, das bei anderen Verfahren als Zungstemperatur und die höchste Reaktionstemperatur
Folge der hohen Reaktionswärme und bzw. oder hoch, mit dem Ergebnis, daß vorwiegend eine Umwandhoher
örtlicher Chlorkonzentrationen auftritt. lung zu Chloroform erfolgt. Im Beispiel 5 sind die
Temperaturen und die Chlorkonzentration verhältnismäßig hoch, und infolgedessen werden hohe Umwandlungsgrade
erzielt, und die Chlöroformkonzentration im Produkt ist verhältnismäßig hoch. Im Beispiel 6
sind die Chlorkonzentration und die Temperaturen 12
verhältnismäßig hoch, so daß hohe Umwandlungsgrade des Methylchlorids bis zu Chloroform erzielt
werden. In sämtlichen Beispielen beträgt die Menge des gebildeten Tetrachlorkohlenstoffs nur etwa 2 bis
3 % der Menge des gebildeten Chloroforms.
Zusammensetzung des Ausgangsgutes,
Gewichtsprozent
Gewichtsprozent
CH3Cl
CH2Cl2
CHCl3
CCl4
HCl
Cl2
Zusammensetzung des Produktes, Gewichtsprozent
CH3Cl
OH2C-I2
CHCl3
CCl4.... ·.
HCl
Ci2 :
Vorerhitzungstemperatur 0C
Wärmekapazität bei der Vorerhitzungstemperatur
cal/g-Mol 0C
Pseudokritische Temperatur, 0C
Höchste Reaktionstemperatur, 0C
Reaktionsdruck*), ata
Molverhältnis (teilweise chloriertes Methan):(Chlor).. Erzeugungsverhältnis kg CHCI3/kg
CH2Cl2
Erzeugungsverhältnis kg CClJkg
CHCl3
*) Der Druck in der Vorerhitzungsstufe ist praktisch der
| 2 | Beispiel | 3 | 4 | 5 I | |
| 1 | 38,15 | 48,78 | 35,70 | 31,22 | |
| 44,19 | 47,48 | 32,64 | 49,96 | 43,72 | |
| 41,38 | 0,12 | 7,51 | 2,70 | 5,57 | |
| 0,22 | 0,24 | 0,46 | 0,06 | 0,34 | |
| 0,49 | 0 | 2,27 | 0,63 | 0,12 | |
| 0 | 14,01 | 8,34 | 10,95 | 19,03 | |
| 13,72 | 33,92 | 42,39 | 31,69 | 24,87 | |
| 40,76 | 52,89 | 40,86 | 52,12 | 48,36 | |
| 47,29 | 5,52 | 9,67 | 9,72 | 16,30 | |
| 4,23 | 0,40 | 0,50 | 0,24 | 0,57 | |
| 0,61 | 7,19 | 6,52 | 6,23 | 9,90 | |
| 7,04 | 0,08 | 0,05 | 0 | 0 | |
| 0,07 | 150 | 163 | 221 | 205 | |
| 148 | 30 | 33 | 41 | 53 | |
| 30 | 181 | 169 | 184 | 183 | |
| 175 | 198 | 191 | 343 | 372 | |
| 195 | 96 | 98 | 96 | 89 | |
| 96 | 6,7 | 12,0 | 8,6 | 4,4 | |
| 7,1 | 1,0 | 0,3 | 3,3 | 2,3 | |
| 0,7 | 0,03 | 0,02 | 0,03 | 0,02 | |
| 0,03 | |||||
34,13
41,21
19,29
21,90 51,40 15,99
0,65 10,06
0
211
211
43
180
400
180
400
89
gleiche wie der Reaktionsdruck.
Claims (7)
1. Verfahren zur Teilchlorierung von Methyl- Zur Chlorierung eines flüchtigen Ausgangsstoffes, wie
chlorid und bzw. oder Methylenchlorid, da- 5 Methan, soll dieser nach den Angaben der Patentschrift
durch gekennzeichnet, daß man vor der Chlorierung in einem Lösungsmittel, wie Tetra-,
. „ . , , ,, , ™_, ,. ,. ,„,, , chlorkohlenstoff, gelöst werden. In dem einzigen Aus-
• λ!?£7μ T 1Ji OlChirud t f1Sl?,MOJ führungsbeispiel das die Herstellung einer Chlor-
Methylchlond und bzw. oder Methylench ond methanverbindung beschreibt, wird Methan in Tetra-J««n^
Druck von mindesteis 65 at auf 120 10 chlorkohlenstoff gelöst und dann ^ 3 bis 4 Mol
bis 230 C, aber in diesem Bereich nur auf CMor jj} Mol Methan bei 240 bjs 25Qoc md JQ at
solche Temperaturen bei welchen die Warme- h tsächlich m Tetrachlorkohlenstoff umgesetzt. Die
kapazität des Umsetzungsgemisches 30 cal Umsetzung wird in einem Rohr durchgeführt/das in
g-Mol C oder mehr betragt, erhitzt, worauf dn flüssiges Wärmeaustauschmittel eintaucht, welches
man , ^1,- , · 15 dazu dient, die Reaktionstemperatur im wesentlichen
2. die exotherme Chlorierungsreaktion in einem konstant zu halten
Reaktor unter im wesentlichen adiabatischen Chlorierungsreaktionen dieser Art sind so stark
Bedingungen derart ablaufen laßt daß die exoth daß sie leicht zur Zersetzung oder sogar zur
Umsetzungstemperatur mindestens 20 C über Explosion führen. Der Tetrachlorkohlenstoff und das
,"5^ zunSstemPerJ*tur'*ber nicht hoher 2o fK£si Warmeaustauschmittel werden bei dem Ver-
als 450 C steigt, und daß ein Teil des adiaba- fahren def nten USA-Patentschrift zweifellos als
tischen Temperaturanstiegs in dem Tempera- Mittd verwendet um die Umsetzung unter Kontrolle
turbereich erfolgt, m dem das Umsetzungs- zu haken Durch diese hohe Konze*tration an Tetra.
gemisch eme Wärmekapazität von mindestens chlorkohlenstoff wird aber die wirksame Konzentra-
30 cal/g-Mol C aufweht, worauf man üon der zu chlorierenden Verbindung und mithin das
3. das einen höheren Chlorgehalt als das Aus- produktionsvermögeil des Systems herabgesetzt. Fergangsgut
aufweisende Methylenchlond und nef ü def nten USA-Patentschrift nicht die
bzw. oder Chloroform abtrennt. besondere Aufgabe zu Grunde, eine möglichst hohe
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- Ausbeute an Methylenchlorid und bzw. oder Chlorozeichnet,
daß als Ausgangsgut ein Gemisch ver- 30 form und eine möglichst niedrige Ausbeute an Tetrawendet
wird, das mindestens 30 Gewichtsprozent chlorkohlenstoff zu erzielen.
Methylchlorid, mindestens 30 Gewichtsprozent Es wurde festgestellt, daß die Teilchlorierung von
Methylenchlorid und nicht mehr als 10 Gewichts- Methylchlorid und bzw. oder Methylenchlorid in
prozent Chloroform enthält. sicherer und äußerst wirksamer Weise durchgeführt
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch 35 werden kann, wenn man gewisse ausschlaggebende
gekennzeichnet, daß es bei einem Molverhältnis Variable derart unter Kontrolle hält, daß die hohe
Chlor zu Methylchlorid und bzw. oder Methylen- Wärmekapazität ausgenutzt wird, die das Reaktionschlorid im Bereich von 1:4 bis 1:7 durchgeführt gemisch unter bestimmten Kombinationsbedingungen
wird. von Druck und Temperatur aufweist. Zu diesen Be-
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch 40 dingungen gehört, daß das Reaktionsgemisch sich auf
gekennzeichnet, daß die Chlorierungsstufe bei etwa einem seinen kritischen Druck übersteigenden Druck
85 bis 130 at durchgeführt wird. und auf einer Temperatur in einem bestimmten Bereich
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch in bezug auf seine kritische Temperatur befindet, wie
gekennzeichnet, daß das Umsetzungsgemisch auf nachstehend beschrieben. Infolge der hohen Wärmeeine
Temperatur im Bereich von etwa 180 bis 45 kapazität, die das Reaktionsgemisch unter diesen be-2300C
vorerhitzt wird. sonderen Bedingungen aufweist, läßt sich die Umset-
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch zung derart adiabatisch durchführen, daß ein großer
gekennzeichnet, daß die Chlorierung unter Errei- Teil der exothermen Reaktionswärme in dem Reakchung
einer maximalen Reaktionstemperatur im tionsgemisch absorbiert wird. Hierbei geht die Reak-Bereich
von etwa 300 bis 4500C durchgeführt wird. 50 tion zum großen Teil bei verhältnismäßig niedrigeren
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch Temperaturen vor sich, die die Bildung von Methylengekennzeichnet, daß mindestens eines der im Um- chlorid und bzw. oder Chloroform begünstigen, und
Setzungsgemisch enthaltenen, teilweise chlorierten das Reaktionsgemisch erreicht niemals die hohen
Methane im Kreislauf in das Ausgangsgut zurück- Temperaturen, die die Bildung von Tetrachlorkohlengeführt
wird. 55 stoff begünstigen, oder etwa noch höhere Temperaturen, die zur Zersetzung oder Explosion führen.
Gleichzeitig kann man die Temperatur in gesteuerter
Weise auf einen so hohen Endwert ansteigen lassen, daß die Gesamtumsetzung rasch verläuft und das Chlor
60 praktisch vollständig verbraucht wird.
In der USA-Patentschrift 2 105 733 sind verschiedene Das erfindungsgemäße Verfahren zur Teilchlorie-
bekannte Verfahren zum Chlorieren von gesättigten rung von Methylchlorid und bzw. oder Methylen-Kohlenwasserstoffen
und ihren teilweise chlorierten chlorid ist dadurch gekennzeichnet, daß man
Derivaten beschrieben. Die Patentschrift selbst betrifft
Derivaten beschrieben. Die Patentschrift selbst betrifft
in erster Linie Verfahren, bei denen elementares Chlor 65 1. ein Gemisch aus 1 Mol Chlor und 3 bis 12 Mol
mit den Kohlenwasserstoffen oder ihren Derivaten Methylchlorid und bzw. oder Methylenchlorid
unter Innehaltung eines Druckes zwischen etwa 10 bei einem Druck von mindestens 65 at auf 120 bis
und 150 at und einer Temperatur zwischen etwa 100 2300C, aber in diesem Bereich nur auf solche
Family
ID=
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0209768A1 (de) * | 1985-07-08 | 1987-01-28 | The Dow Chemical Company | Flüssigphasechlorierung von Chlormethanen |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0209768A1 (de) * | 1985-07-08 | 1987-01-28 | The Dow Chemical Company | Flüssigphasechlorierung von Chlormethanen |
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