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DE1617805B2 - Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß

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DE1617805B2
DE1617805B2 DE1617805A DE1617805A DE1617805B2 DE 1617805 B2 DE1617805 B2 DE 1617805B2 DE 1617805 A DE1617805 A DE 1617805A DE 1617805 A DE1617805 A DE 1617805A DE 1617805 B2 DE1617805 B2 DE 1617805B2
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DE
Germany
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lysozyme
protein
ion exchange
solution
exchange resin
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DE1617805A
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DE1617805A1 (de
DE1617805C3 (de
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Giuseppe Ghielmetti
Carlo Trinchera
Original Assignee
Spa-Societa Prodotti Antibiotici S.P.A., Mailand (Italien)
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Publication date
Application filed by Spa-Societa Prodotti Antibiotici S.P.A., Mailand (Italien) filed Critical Spa-Societa Prodotti Antibiotici S.P.A., Mailand (Italien)
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Publication of DE1617805B2 publication Critical patent/DE1617805B2/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
    • C12N9/24Hydrolases (3) acting on glycosyl compounds (3.2)
    • C12N9/2402Hydrolases (3) acting on glycosyl compounds (3.2) hydrolysing O- and S- glycosyl compounds (3.2.1)
    • C12N9/2462Lysozyme (3.2.1.17)
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC
    • Y10STECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y10S435/00Chemistry: molecular biology and microbiology
    • Y10S435/814Enzyme separation or purification
    • Y10S435/815Enzyme separation or purification by sorption

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Description

Die Erfindung betrifft ein neues und verbessertes Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß.
Lysozym wurde zuerst von Fleming 1922 beschrieben und stellt ein Enzym dar, welches gegenüber bestimmten Bakterien, wie Micrococcus lysodeikticus, und anderen grampositiven und gramnegativen Bakterien hemmende und lytische Eigenschaften besitzt. Lysozym wurde in einer großen Zahl tierischer Flüssigkeiten gefunden, beispielsweise in Tränenflüssigkeit, Pleuraflüssigkeit, Speichel, menschlicher Muttermilch und Blutserum, sowie in vielen verschiedenen Organen, wie Niere und Lunge. Ein sehr hoher Gehalt wurde im Eiweiß gefunden.
Lysozym ist als wirksames immunologisches Mittel bekannt und wurde bereits als »endogenes Antibiotikum« bezeichnet. Auf Grund dieser Eigenschaft wird es in weitem Umfang therapeutisch zur Behandlung von Virus- und bakteriellen Infektionen beim Menschen verwendet. Auch andere wichtige therapeutische Anwendungsarten von Lysozym wurden in neuerer Zeit gefunden. So wurde gezeigt, daß es eine hervorragende analgetische Wirkung besitzt, wenn es Patienten verabreicht wird, die an Krebs erkrankt sind, und außerdem wird es als Potenzierungsmittel in der Antibiotika-Therapie verwendet. Ferner wurde es zur Prophylaxe und Therapie der Leukopenie angewendet, die durch antiblastemische Mittel und ionisierende Strahlen induziert wird.
Infolge der ständig steigenden Verwendung von Lysozym besteht ein Bedarf nach einem Gewinnungsverfahren, welches höhere Ausbeuten liefert als die bisher bekannten Verfahren und welches ein Produkt mit hoher Aktivität und Reinheit liefert, wie dies für parenterale Verabreichung wesentlich ist.
Es ist bekannt, das Lysozym im Eiweiß in einer Menge von etwa 0,5 Gewichtsprozent, zusammen mit zahlreichen anderen hochmolekularen Proteinen vorhanden ist, die bei parenteraler Verabreichung eine Antikörperreaktion auslösen können. -
Bei einem bekannten Verfahren (vgl. z. B. die USA.-Patentschrift 2 579 455) zur Herstellung von Lysozym aus Eiweiß wird letzteres mit einer solchen Menge eines wasserlöslichen anorganischen Salzes gemischt, als ausreicht, das Lysozym beim Stehenlassen bei einer Temperatur unter Raumtemperatur zu kristallisieren. Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht
ίο darin, daß hierbei verschiedene andere proteinartige Stoffe mit dem Lysozym mitgerissen werden, welches daher nur beschränkt brauchbar ist oder weitergereinigt werden muß, was die Gesamtherstellungskosten erhöht. Außerdem ist die Abtrennung des Lysozyms aus dem Eiweiß hierbei unvollständig.
Bei anderen bekannten Verfahren (vergleiche z. B. die USA.-Patentschrift 2 442 452) zur Reinigung von Lysozym wird das Eiweiß mit beträchtlichen Mengen Wasser oder Pufferlösungen verdünnt und das Lysozym daraus durch Adsorption an verschiedene Stoffe entfernt. Wahlweise wird das Eiweiß mit verdünnten, wäßrigen Aufschlämmungen oder Suspensionen verschiedener Adsorberitien gemischt, wobei das Lysozym entfernt wird.
Ein großer Nachteil aller bisher angewendeten Verfahren zur Herstellung von Lysozym aus Eiweiß liegt darin, daß das nach der Entfernung des Lysozyms Verbleibende Eiweiß nur sehr wenig oder überhaupt nicht ausgenutzt oder verwendet werden kann.
Schließlich ist es auch bekannt, daß an Lysozym-Präparaten, die nach den bisher bekannten Herstellungsverfahren (vergleiche z. B. die USA.-Patentschrift 2442452) gewonnen wurden, Untersuchungen ausgeführt worden sind, bei denen verdünnte, wäßrige Lysozymlösungen auf verschiedenen Ionenaustauschern chromatographiert wurden.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß, welches in der Ausführung einfacher ist als die bisher bekannten Verfahren, ein sehr reines Material liefert, welches für die parenterale Verabreichung geeignet ist, und außerdem die Rückgewinnung und Verwendung des Eiweißes nach der Lysozym-Entfernung für eine Vielzahl anderer Zwecke, insbesondere als Nahrungsmittel, gestattet.
Bei der Durchführung von Versuchen, die bei der Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß in großem Maßstab ausgeführt wurden, wurde überraschenderweise gefunden, daß, wenn man Eiweiß als solches,
d. h. ohne Verdünnen mit Wasser oder Pufferlösung, mit einem schwach sauren lonenaustauscherharz bei bestimmten pH-Werten in Berührung bringt, das Lysozym vollständig und selektiv adsorbiert wird.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß das Eiweiß als solches mit einem schwach sauren lonenaustauscherharz bei einem pH-Wert von 6 bis 7 und bei einer Temperatur unter Raumtemperatur in Berührung gebracht, das Harz abgetrennt, Fremdprotein vom Harz mit einer Salzlösung, deren Konzentration nicht über 0,2 M und deren pH-Wert nicht über 7 liegt, eluiert und dann das Lysozym mit mit einer wäßrigen Salzlösung, die eine höhere Konzentration aufweist als die zur Elution der Fremdproteine verwendete Salzlösung, eluiert und aus dem Eluat durch Erhöhung der Salzkonzentration ausgefällt wird.
Bei einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird das Eiweiß mit dem schwach sauren Ionenaustauscherharz bei einem pH-Wert von 6,4 bis 6,5 in Berührung gebracht.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Gewinnung des Lysozyms verwendet man eine Temperatur unter Zimmertemperatur, d. h. unter etwa 25° C. Vorzugsweise arbeitet man bei 0 bis 5° C. Der pH-Wert der verwendeten Salzlösung liegt unter 7, vorzugsweise bei 6,2 bis 6,8.
Die Beendigung der Elution der Fremdproteine kann durch Bestimmung der Ultraviolett-Adsorption festgestellt werden, und die Vollständigkeit der Lysozym-Elution läßt sich mikrobiologisch feststellen, beispielsweise mit Micrococcus lysodeikticus.
Gegebenenfalls können dem Eiweiß flüchtige Verbindungen zugesetzt werden, welche eine Gärung hemmen, beispielsweise Chloroform, welches vollständig abgedampft werden kann, und die Qualität und Brauchbarkeit des Eiweißes nach der Entfernung des Lysozyms daraus nicht beeinträchtigt.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß das Lysozym in hohen Ausbeuten und mit hohem Reinheitsgrad erhalten wird, wie durch immunologische Teste gegen Kaninchenserum, welches gegen Eiweiß empfindlich gemacht wurde, gezeigt werden kann. Außerdem ist das nach der Entfernung des Lysozyms zurückbleibende Eiweiß im Gegensatz zu den früher beschriebenen Verfahren nicht verdünnt, weist keinen erhöhten Salzgehalt auf und enthält noch im wesentlichen alle ursprünglichen Proteine, da, abgesehen von Spuren anderer Stoffe, nur Lysozym adsorbiert wird. Daher kann das zurückgewonnene Eiweiß für viele verschiedene Zwecke verwendet werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die schwach sauren Ionenaustauscherharze leicht regeneriert und wiederverwendet werden können.
Das Verhältnis von Eiweiß zu Ionenaustauscherharz kann offensichtlich in sehr weiten Grenzen variiert werden, es wurde jedoch gefunden, daß ausgezeichnete Ergebnisse bei Verwendung von 1 ml Ionenaustauscherharz pro 4 ml Eiweiß, aus dem 10 bis 20 mg Lysozym gewonnen werden können, erhalten werden.
Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann jedes passende schwach saure Ionenaustauscherharz verwendet werden, es werden jedoch solche bevorzugt, die Carboxylgruppen enthalten. Beispiele für verwendbare Ionenaustauscherharze sind methacrylische Carbonsäureharze.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann als Salz jedes wasserlösliche, anorganische oder organische Salz verwendet werden. Als Beispiele für anorganische Salze können Natriumnitrat, Kaliumnitrat, Ammoniumnitrat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Ammoniumchlorid, Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Natriumbicarbonat, Kaliumbicarbonat, Natriumsulfat, Kaliumsulfat, Ammoniumsulfat u. dgl. und als Beispiele für organische Salze Äthanolamin-hydrochlorid, Mono-, Di- und Triäthylaminhydrochlorid, Pyridin-hydrochlorid, Natriumacetat, Kaliumacetat und ähnliche angeführt werden.
Die Konzentration der zur Elution des Lysozyms vom Ionenaustauscherharz verwendeten Salzlösung darf nicht so hoch sein, daß dadurch eine Ausfällung des Lysozyms hervorgerufen wird. Gute Ergebnisse wurden beispielsweise mit 6- bis 10°/oigen Ammoniumsulfatlösungen, 2- bis 3%igen Natriumchloridlösungen, 7%igen Triäthylamin-hydrochloridlösungen, lO°/oigen Natriumacetatlösungen und 5°/oigen Lösungen von Natriumcarbonat oder Natriumbicarbonat erhalten.
Das zur Ausfällung des Lysozyms aus dem Eluat verwendete Salz kann, muß jedoch nicht, das gleiche sein wie das zur Elution verwendete Salz. Wenn zwei verschiedene Salze verwendet werden,. ist es ίο offensichtlich nur notwendig, daß diese miteinander verträglich sind, d. h. miteinander nicht reagieren und selbst einen Niederschlag bilden.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Lysozym kann durch Mischen mit geeigneten festen oder flüssigen pharmazeutischen Trägern oder Verdünnungsmitteln in Formen angemacht werden, die für die orale oder parenterale Verabreichnung geeignet sind.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
52 kg Hühnereiweiß werden mit 151 eines schwachen kationischen Harzes auf Methacrylgrundlage, das Carboxylgruppen enthält, in Berührung gebracht
as und bei einer Temperatur von 0 bis 50C mit etwa 35 bis 37 1 0,2 M Phosphatpuffer auf einen pH-Wert von 6,5 äquilibriert, bis der Lysozymgehalt des Eiweißes nur noch 80 bis 100 ng/ml beträgt.
Das Harz wird dann mit Wasser und danach mit einem 0,2 M-Natriumphosphatpuffer pH 6,5 gewaschen, bis kein weiteres proteinhaltiges Material mehr eluiert wird, worauf das Lysozym mit einer 8%igen Lösung von Ammoniumsulfat eluiert wird. Dann wird dem Eluat weiteres Ammoniumsulfat zugesetzt, bis die Konzentration auf etwa 40% gestiegen ist, wobei das Lysozym ausfällt.
Um das Enzym in das Chlorid zu überführen und Spuren von Verunreinigungen zu entfernen, wird der Niederschlag in Wasser gelöst, zur Entfernung unlöslicher Stoffe filtriert und der pH-Wert des Filtrats mit Salzsäure auf 3,3 eingestellt. Durch Zugabe einer wäßrigen Natriumchloridlösung wird das Lysozym dann als Chlorid gefällt.
Beispiel 2
r
Das Verfahren wird analog wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt. Das verwendete Ionenaustauscherharz wird auf einen pH-Wert von 6,4 bis 6,5 eingestellt, und vor der Elution des Lysozyms wird das proteinhaltige Material mit 0,16M-Phosphatpuffer pH 6,4 bis 6,5 eluiert. Das Lysozym selbst wird mit einer 10-Gewichtsprozent/Volumen-Lösung Ammoniumsulfat eluiert. Die Lysozym-Verluste übersteigen hierbei 100 bis 120 μg/ml Eiweiß nicht und die Lysozym-Ausbeute beträgt 97 bis 98 %, bezogen auf das Gewicht. Weiteres Ammoniumsulfat wird dann dem Eluat zugesetzt, um die Konzentration auf etwa 40% zu erhöhen, wobei das Lysozym ausfällt.
Um das Lysozym in Form der Base zu erhalten und Spuren von Verunreinigungen zu entfernen, wird der Niederschlag in Wasser gelöst, so daß eine ungefähr 5 gewichtsprozentige Lösung erhalten wird. Der pH-Wert wird dann auf 10,5 eingestellt und die Lösung filtriert. Dem Filtrat wird so viel Ammoniumchlorid zugesetzt, daß sich eine Lösung von ungefähr 20 Gewichtprozent/Volumen ergibt. Das Lysozym kristallisiert quantitativ in Form von Mikrokristallen aus.
5 6
Beispiel3 Beispiel 4
Das Verfahren von Beispiel 2 wird wiederholt, das
Wenn das Verfahren von Beispiel 2 unter Verwen- erhaltene Lysozym wird jedoch in Wasser gelöst, der dung von 1 bis 10 Gewichtsprozent/Volumen-Lösun- 5 pH-Wert der erhaltenen Lösung auf 3,3 (+ 0,3) mit gen von Natriumsulfat, Natriumchlorid, Ammonium- Salzsäure eingestellt und dann eine 5-Gewichtsprochlorid oder Natriumacetat für die Elution des Lyso- zent/Volumen-Lösung Natriumchlorid zugesetzt. Hierzyms von Ionenaustauscherharz wiederholt wird, wer- bei wird ein Niederschlag von reinem Lysozym erden gleich gute Ergebnisse erhalten. halten.
Bei einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird das Eiweiß mit dem schwach sauren Ionenaustauscherharz bei einem pH-Wert von 6,4 bis 6,5 in Berührung gebracht.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Gewinnung des Lysozyms verwendet man eine Temperatur unter Zimmertemperatur, d. h. unter etwa 25° C. Vorzugsweise arbeitet man bei 0 bis 5° C. Der pH-Wert der verwendeten Salzlösung liegt unter 7, vorzugsweise bei 6,2 bis 6,8.
Die Beendigung der Elution der Fremdproteine kann durch Bestimmung der Ultraviolett-Adsorption festgestellt werden, und die Vollständigkeit der Lysozym-Elution läßt sich mikrobiologisch feststellen, beispielsweise mit Micrococcus lysodeikticus.
Gegebenenfalls können dem Eiweiß flüchtige Verbindungen zugesetzt werden, welche eine Gärung hemmen, beispielsweise Chloroform, welches vollständig abgedampft werden kann, und die Qualität und Brauchbarkeit des Eiweißes nach der Entfernung des Lysozyms daraus nicht beeinträchtigt.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß das Lysozym in hohen Ausbeuten und mit hohem Reinheitsgrad erhalten wird, wie durch immunologische Teste gegen Kaninchenserum, welches gegen Eiweiß empfindlich gemacht wurde, gezeigt werden kann. Außerdem ist das nach der Entfernung des Lysozyms zurückbleibende Eiweiß im Gegensatz zu den früher beschriebenen Verfahren nicht verdünnt, weist keinen erhöhten Salzgehalt auf und enthält noch im wesentlichen alle ursprünglichen Proteine, da, abgesehen von Spuren anderer Stoffe, nur Lysozym adsorbiert wird. Daher kann das zurückgewonnene Eiweiß für viele verschiedene Zwecke verwendet werden. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß die schwach sauren Ionenaustauscherharze leicht regeneriert und wiederverwendet werden können.
Das Verhältnis von Eiweiß zu Ionenaustauscherharz kann offensichtlich in sehr weiten Grenzen variiert werden, es wurde jedoch gefunden, daß ausgezeichnete Ergebnisse bei Verwendung von 1 ml Ionenaustauscherharz pro 4 ml Eiweiß, aus dem 10 bis 20 mg Lysozym gewonnen werden können, erhalten werden.
Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann jedes passende schwach saure Ionenaustauscherharz verwendet werden, es werden jedoch solche bevorzugt, die Carboxylgruppen enthalten. Beispiele für verwendbare Ionenaustauscherharze sind methacrylische Carbonsäureharze.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren kann als Salz jedes wasserlösliche, anorganische oder organische Salz verwendet werden. Als Beispiele für anorganische Salze können Natriumnitrat, Kaliumnitrat, Ammoniumnitrat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Ammoniumchlorid, Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Natriumbicarbonat, Kaliumbicarbonat, Natriumsulfat, Kaliumsulfat, Ammoniumsulfat u. dgl. und als Beispiele für organische Salze Äthanolamin-hydrochlorid, Mono-, Di- und Triäthylaminhydrochlorid, Pyridin-hydrochlorid, Natriumacetat, Kaliumacetat und ähnliche angeführt werden.
Die Konzentration der zur Elution des Lysozyms vom Ionenaustauscherharz verwendeten Salzlösung darf nicht so hoch sein, daß dadurch eine Ausfällung des Lysozyms hervorgerufen wird. Gute Ergebnisse wurden beispielsweise mit 6- bis lO°/oigen Ammoniumsulfatlösungen, 2- bis 3°/oigen Natriumchloridlösungen, 7%igen Triäthylamin-hydrochloridlösungen, lO°/oigen Natriumacetatlösungen und 5°/oigen Lösungen von Natriumcarbonat oder Natriumbicarbonat erhalten.
Das zur Ausfällung des Lysozyms aus dem Eluat verwendete Salz kann, muß jedoch nicht, das gleiche sein wie das zur Elution verwendete Salz. Wenn zwei verschiedene Salze verwendet werden,. ist es ίο offensichtlich nur notwendig, daß diese miteinander verträglich sind, d. h. miteinander nicht reagieren und selbst einen Niederschlag bilden.
Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Lysozym kann durch Mischen mit geeigneten festen oder flüssigen pharmazeutischen Trägern oder Verdünnungsmitteln in Formen angemacht werden, die für die orale oder parenterale Verabreichnung geeignet sind.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
52 kg Hühnereiweiß werden mit 15 1 eines schwachen kationischen Harzes auf Methacrylgrundlage, das Carboxylgruppen enthält, in Berührung gebracht und bei einer Temperatur von 0 bis 5° C mit etwa 35 bis 37 1 0,2 M Phosphatpuffer auf einen pH-Wert von 6,5 äquilibriert, bis der Lysozymgehalt des Eiweißes nur noch 80 bis 100 μg/ml beträgt.
Das Harz wird dann mit Wasser und danach mit einem 0,2 M-Natriumphosphatpuffer pH 6,5 gewaschen, bis kein weiteres proteinhaltiges Material mehr eluiert wird, worauf das Lysozym mit einer 8%igen Lösung von Ammoniumsulfat eluiert wird. Dann wird dem Eluat weiteres Ammoniumsulfat zugesetzt, bis die Konzentration auf etwa 4O°/o gestiegen ist, wobei das Lysozym ausfällt.
Um das Enzym in das Chlorid zu überführen und Spuren von Verunreinigungen zu entfernen, wird der Niederschlag in Wasser gelöst, zur Entfernung unlöslicher Stoffe filtriert und der pH-Wert des Filtrats mit Salzsäure auf 3,3 eingestellt. Durch Zugabe einer wäßrigen Natriumchloridlösung wird das Lysozym dann als Chlorid gefällt.
Beispiel 2
r
Das Verfahren wird analog wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt. Das verwendete Ionenaustauscherharz wird auf einen pH-Wert von 6,4 bis 6,5 eingestellt, und vor der Elution des Lysozyms wird das proteinhaltige Material mit 0,16 M-Phosphatpuffer pH 6,4 bis 6,5 eluiert. Das Lysozym selbst wird mit einer 10-Gewichtsprozent/Volumen-Lösung Ammoniumsulfat eluiert. Die Lysozym-Verluste übersteigen hierbei 100 bis 120 μg/ml Eiweiß nicht und die Lysozym-Ausbeute beträgt 97 bis 98°/o, bezogen auf das Gewicht. Weiteres Ammoniumsulfat wird dann dem Eluat zugesetzt, um die Konzentration auf etwa 40% zu erhöhen, wobei das Lysozym ausfällt.
Um das Lysozym in Form der Base zu erhalten und Spuren von Verunreinigungen zu entfernen, wird der Niederschlag in Wasser gelöst, so daß eine ungefähr 5 gewichtsprozentige Lösung erhalten wird. Der pH-Wert wird dann auf 10,5 eingestellt und die Lösung filtriert. Dem Filtrat wird so viel Ammoniumchlorid zugesetzt, daß sich eine Lösung von ungefähr 20 Gewichtprozent/Volumen ergibt. Das Lysozym kristallisiert quantitativ in Form von Mikrokristallen aus.
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Beispiel 3 Beispiel 4
Das Verfahren von Beispiel 2 wird wiederholt, das
Wenn das Verfahren von Beispiel 2 unter Verwen- erhaltene Lysozym wird jedoch in Wasser gelöst, der dung von 1 bis 10 Gewichtsprozent/Volumen-Lösun- 5 pH-Wert der erhaltenen Lösung auf 3,3 (± 0,3) mit gen von Natriumsulfat, Natriumchlorid, Ammonium- Salzsäure eingestellt und dann eine 5-Gewichtsprochlorid oder Natriumacetat für die Elution des Lyso- zent/Volumen-LösungNatriumchlorid zugesetzt. Hierzyms von lonenaustauscherharz wiederholt wird, wer- bei wird ein Niederschlag von reinem Lysozym erden gleich gute Ergebnisse erhalten. halten.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß, dadurch gekennzeichnet, daß das Eiweiß als solches mit einem schwach sauren lonenaustauscherharz bei einem pH-Wert von 6 bis 7 und bei einer Temperatur unter Raumtemperatur in Berührung gebracht, das Harz abgetrennt, Fremdprotein vom Harz mit einer Salzlösung, deren Konzentration nicht über 0,2 M und deren pH-Wert nicht über 7 liegt, eluiert und dann das Lysozym mit einer wäßrigen Salzlösung, die eine; i höhere Konzentration aufweist als die zur Elution der Fremdproteine verwendete Salzlösung, eluiert und aus dem Eluat durch Erhöhung der Salzkonzentration ausgefällt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Eiweiß mit dem lonenaustauscherharz bei einem pH-Wert von 6,4 bis 6,5 in Berührung gebracht wird.
DE1617805A 1966-02-28 1967-02-23 Verfahren zur Gewinnung von Lysozym aus Eiweiß Expired DE1617805C3 (de)

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DE1617805A1 DE1617805A1 (de) 1971-04-08
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CH (1) CH488746A (de)
DE (1) DE1617805C3 (de)
DK (1) DK113841B (de)
ES (1) ES337291A1 (de)
FR (1) FR1514474A (de)
GB (1) GB1110466A (de)
GR (1) GR35850B (de)
NL (1) NL6702515A (de)

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ES337291A1 (es) 1968-02-16
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US3515643A (en) 1970-06-02
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CH488746A (de) 1970-04-15
GB1110466A (en) 1968-04-18
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GR35850B (el) 1968-11-11
BE694538A (de) 1967-07-31
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