DE1695186C3 - 2-Nitro-l-imidazolylessigsaurebenzylamid - Google Patents
2-Nitro-l-imidazolylessigsaurebenzylamidInfo
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- DE1695186C3 DE1695186C3 DE19671695186 DE1695186A DE1695186C3 DE 1695186 C3 DE1695186 C3 DE 1695186C3 DE 19671695186 DE19671695186 DE 19671695186 DE 1695186 A DE1695186 A DE 1695186A DE 1695186 C3 DE1695186 C3 DE 1695186C3
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Description
IO
Die Erfindung betrifft 2-Nitro-l-imidazolylessigsäure-benzylamid der Formel I
(D
NO2
CH2-CO-NH-
20
und dessen Säureadditionssalze.
Die Verbindung der Formel I kann dadurch hergestellt werden, daß man 2-Nitroimidazol mit einem
N-Benzylacetamid der Formel II
(H)
in dem X eine reaktionsfähige Gruppe, z. B. Halogen, Tosyl oder Mesyl, insbesondere Halogen, bevorzugt
Chlor, darstellt, umsetzt, oder daß man 2-Nitroimidazol zunächst mit einer Verbindung der Formel
X-CH2-CO-OR3
(III)
in der R3 Niederalkyl oder Phenylniederalkyl bedeutet, und dann mit Benzylamin umsetzt. Die Umsetzung des
2-Nitroimidazols mit einer Verbindung der Formel Il oder III wird vorzugsweise unter Verwendung eines
Alkalimetallsalzes des 2-Nitroimidazols durchgeführt. Dieses wird zweckmäßigerweise durch Auflösen des
2-Nitroimidazols in einem niederen Alkoxid eines Alkalimetalls, z. B. Natriummethoxid oder Kaliumäthoxyd,
hergestellt. Es kann auch ein Salz des 2-Nitroimidazols mit einer stickstoffhaltigen Base, z. B. ein
Ammoniumsalz des 2-Nitroimidazols verwendet werden. Die anschließende Umsetzung wird zweckmäßigerweise
in Anwesenheit eines inerten organischen Lösungsmittels durchgeführt. Als Lösungsmittel können
beispielsweise verwendet werden: Ν,Ν-Dimethylformamid,
N.N-Dimethylacetamid, Dimethylsulfoxid, niedere Alkanole, z. B. Methanol, Äthanol etc., Kohlenwasserstoffe,
z. B. Toluol, etc., oder, insbesondere im Falle der Umsetzung mit einer Verbindung der Formel II, ein
wäßriges Medium. Die Umsetzung wird vorzugsweise bei erhöhter Temperatur, insbesondere im Bereich von
etwa 70° bis etwa 160°C durchgeführt.
Die Umsetzung eines zunächst erhaltenen Esters mit Benzylamin wird zweckmäßigerweise ebenfalls in
Anwesenheit eines inerten organischen Lösungsmittels, vorzugsweise eines Alkohols, z. B. Methanol, Äthanol
etc., bei einer Temperatur zwischen etwa 0° und 50°C,
vorzugsweise bei Raumtemperatur, durchgeführt.
Die Verbindung der Formel I kann durch Umsetzung mit physiologisch verträglichen Säuren wie z. B.
Halogenwasserstoffsäuren, Schwefelsäure, Phosphorsäure usw. organischen Säuren, z. B. Essigsäure,
Zitronensäure oder Weinsäure, in Säureadditionssalze übergeführt werden. . ,
Die Verbindung der Formel I und ihre physiologisch
verträglichen Säureadditionssolze sind wirksam gegen Bakterien, pathogene Hefen und Protozoen und können
deshalb z. B. zur Behandlung von durch Trichomonas.
ζ B T vaginalis, T. foetus etc.; Histomonas, z. B. H. meleagridis etc.. Trypanosomen, z. B. T. cruzi T.
rhodesiense. T. congolense etc., hervorgerufene Infektionen Verwendung finden. Besonders bevorzugt ist ihr
Einsetzen gen T. cruzi, den Erreger der Chagas· Krankte erfindungsgemäße Verbindung (A) ist in der
wirkune eeeen diesen Krankheitserreger z. B. dem aus
der DT-AS Π01431 bekannten l-(2-Oxyäthyl)-2-methvl-5-nitroimidazol (B), dem Wirkstoff eines anerkannt
guten Handelsproduktes imit ähnlichem Wirkungsspektrum überlegen. Für die beiden Verbindungen wurden
folgende ED50-Werte an der mit Trypanosoma cruzi tödlich infizierten Maus ermittelt:
A
B
B
ca. 30
ca. 900
ca. 900
Unter ED50 ist hierbei diejenige Dosis zu verstehen,
die bei fünfmaliger Applikation, d. h. am 4.-8. Tag nach der intraperitonealeri Infektion mit 80-100 000 trypomastigoten
Formen von T. cruzi (Stamm Y), 50% der Tiere bis zum Versuchsabschluß am 20. Tag nach der
Infektion am Leben erhält. Unbehandelte Tiere erliegen der Infektion zwischen dem 10. und 15. Tag zu 100%.
Die mittlere Überlebenszeit beträgt 12 Tage.
Vergleich der akuten Toxizitäten an der Maus nach einmaliger Applikation bei lOtägiger Beobachtungszeit:
Verbindung LDm [mg/kg] p.o.
A
B
> 8000
4109 ± 660
4109 ± 660
Die Verbindung der Formel I und ihre physiologisch verträglichen Säureadditionssalze können daher in
Form pharmazeutischer Präparate Verwendung finden, welche sie oder ihre Salze in Mischung mit einem für die
enterale, z. B. orale, perkutane oder parenterale Applikation geeigneten organischen oder anorganischen
inerten Trägermaterial, wie z. B. Wasser, Gelatine, Milchzucker, Stärke, Magnesiumstcarat, Talk,
pflanzliche öle, Gummi arabicum, Polyalkylenglykole oder Vaseline enthalten. Die pharmazeutischen Präparate
können in fester Form, z. B. als Tabletten, Dragees, Suppositorien, Kapseln; in halbfester Form, z. B. als
Salben; oder in flüssiger Form, z. B. als Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen vorliegen. Gegebenenfalls
sind sie sterilisiert und bzw. oder enthalten Hilfsstoffe wie Konservierungs-, Stabilisierungs-, Netzoder
Emulgiermittel, Salze zur Veränderung des osmotischen Drucks oder Puffer.
Als grobe Dosierungsrichtlinie können bei oraler Anwendung ca. 20 - 200 mg/kg gelten.
Das folgende Beispiel erläutert die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindung:
Eine Lösung von 10,0 g 2-Nitro-l-imidazolyl-essigsäure-methylester
und 20 ml Benzylamin in 100 ml
absolutem Methanol wird bei Raumtemperatur 12 Stunden stehen gelassen. Es bilden sich Kristalle. Das
Gemisch wird mehrere Stunden gekohlt. Die Kristalle werden abfiltriert. Schmelzpunkt 187,5-189,50C. Das
Filtrat wird unter vermindertem Druck konzentriert und der erhaltene Feststoff wird aus 150 ml Äthylacetat
umkristallisiert. Man erhält dabei ein zusätzliches Produkt mit einem Schmelzpunkt von 187,5-1890C.
Das Produkt wird aus 325 ml kochendem Äthanol umkristallisiert, wobei man 2-Nitro-l-imidazolylessigsäure-benzylamid in Form von Kristallen erhält, die bei
188,5-190°Cschmelzen.A|n'a c:"313nm(6 = 7600).
Das Ausgangsmaterial kann folgendermaßen hergestellt werden:
Eine Aufschlämmung von 100 g pulverisiertem,
sublimiertem 2-Nitroimidazol in 500 ml N,N-Dimethylformamid wird mit 200 ml 4,44 η Natriummethoxid in
Methanol versetzt. Die erhaltene blaßrote Lösung wird mit 2-Nitroimidazöl bis zum Auftreten einer gelben
Färbung versetzt Die Lösung wird zur Entfernung von Methanol in einem offenen Kolben auf 1530C erhitzt,
anschließend auf 9O0C abgekühlt und mit 135 ml Methylchloracetat versetzt. Die Temperatur steigt
zunächst spontan auf 1220C an. Es bildet sich ein Niederschlag. Das Gemisch wird 15 Minuten auf
105-1150C erhitzt und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck (0,2 mm, Badtemperatur 5O0C) abgedampft. Das zurückbleibende Ol wird mit 500 ml
Aceton aufgenommen. Die Acetonlösung wird nach Filtration unter vermindertem Druck eingedampft Der
bräunliche Rückstand wird in 200 ml Äthanol aufgeschlämmt, filtriert, mit 50 ml Äthanol gewaschen und
getrocknet Nach dem Umkristallisieren aus 350 ml kochendem Methanol unter Zugabe von 12 g Aktivkohle erhält man schwach gelbe blättchenförmige Kristalle
von 2-Nitro-l-imidazolylessigsäure-methylester, die bei
94-95°Cschmelzen.λ^1J" 311 nm(e - 7700).
Claims (1)
- Patentansprüche:1, 2-Nitro-l-imidazolylessigsäure-benzylamid und dessen Säureadditionssalze. „ 2, Arzneimittel, bestehend aus einer Verbindung nach Anspruch 1 und den üblichen Träger- und Hilfsstoffen.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US54306666 | 1966-04-18 | ||
| DEH0062438 | 1967-04-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1695186C3 true DE1695186C3 (de) | 1977-07-14 |
Family
ID=
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