DE1694213B2 - Verfahren zur Herstellung von mikroporösen Flächengebilden auf Polyurethan- - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von mikroporösen Flächengebilden auf Polyurethan-Info
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Description
'■5
Die Herstellung von Polyurethan-(harnstoff)löbungen
in hochpuiaren Lösungsmitteln, wie Dimethylformamid,
sowie die Herstellung von mikroporösen Flächengebilden aus solchen Lösungen durch Koagulati-.n
mit Wasser ist bekannt (USA.-Patentschrift 3 000 757, deutsche Auslegeschrift 1110 607). Diese
sogenannten Koagulationsverfahren zur Herstellung von .Syntheseleder sind im wesentlichen durch die
folgenden Schritte charakterisiert:
1. Herstellung des Polyurethans,
2. Herstellung einer Lösung des Polyurethans,
3. Gegebenenfalls Vorbehandlung der Polymerlösung durch Stehenlassen an feuchter Luft,
4. Eimauchen in ein Koagulationsbad,
5. Trocknen des entstehenden Flächengebildes,
6. Rückgewinnung des Lösungsmittels aus der Koagulationsflüssigkeit.
Trotz dieser Vielzahl von Verfahrer^-rchritten ist
es nach den bekannten Verfahren rieht möglich, in sicherer und reproduzierbarer We:se mikroporöse
Produkte herzustellen (entsprechend einer Reihe von jüngeren Vorschlägen ist es möglich, diese Schwierigkeiten
durch den Zusatz spezieller koagulationregulatoren [ionische Polyurethandiapersionen, Gerbstoffe,
hydrophobierend wirkende Substanzen usw.] zu umgehen). Ein weiterer Nachteil der bekannten
»erfahren besteht darin, daß infolge der Verwendung von hochmolekularen Polyurethanen stark polare.
hochsiedende und meist toxische Lösungsmittel eingesetzt werden müssen, deren Aufarbeitung bzw.
Rückgewinnung mit einigem Aufwand verbunden ist. Das Verfahren der deutschen Auslegeschrift 1 110 607
ist außerdem auf die Verwendung von Polyätherpolyurethanen beschränkt.
Die deutsche Patentschrift 888 766 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Lösungen von Elastomeren,
die gegebenenfalls zur Herstellung von Folien oder Überzügen verwendet werden können, wobei das
Lösungsmittel ebenfalls durch Auswaschen mit einem Nichtlösungsmittel entfernt wird. Als Lösungsmittel
dienen dabei ebenfalls hauptsächlich die schon erwähnten hochpolaren und toxischen Verbindungen,
wie Dimethylformamid, Dimethylacetamid oder Methoxydimethylacetamid.
Eine direkte Herstellung von mikroporösen Folien bzw. Überzügen durch Auftrocknung der in den genannten
3 Patentschriften verwendeten Polyurethanlösungen ist nicht möglich. Auch durch Auftrocknen
der an feuchter Luft vorgelierten Polyurethanlösungen gemäß deutscher Auslegeschrift 1110 607 können
keine mikroporösen Fiächengebilde hergestellt werden, da infolge der bevorzugten Verdampfung von
Wasser zunächst wieder klare Polymerlösungen und in weiterer Folge nach dem Abdampfen des gesamten
Lösungsmittels homogene, lackartige Beschichtungen entstehen würden. Es ist daher bei allen erwähnten
Verfahren unbedingt erforderlich, daß zunächst durch Eintauchen des beschichteten Substrats in ein Koagulationsbad
die Hauptmenge des Lösungsmittels durch das Nichtlösungsmittel verdrängt wird, wobei gleichzeitig
eine mikroporöse Struktur des Gels vorgebildet wird. Erst dann können ohne Zerstörung der Mikroporen
die restlichen flüchtigen Bestandteile abgedampft weiden.
Es ist auch ein Verfahren bekanntgeworden, das darm besteht, in Substanz hergestellte Polyurethane
in ieichiuuchtigen Lösungsmitteln aufzulösen, mit
Nichtlösern zu versetzen und anscu';eßend im wesentlichen
das Lösungsmittel vor dem \1ichtlösungsrriiuel
71; verdampfen (belgische Patentschrift 652 899). Die Polyurethane werden vorher im Schmelzgießverfahren
hergestellt und nach der Zerkleinerung in Lösung gebracht. Hauptnachteil dieses Verfahrens ist es, daß
die Polyurethane nicht direkt in dem verwendeten Lösungsmittel hergestellt werden können.
Die Erfind!"1^ stellt nun ein Verfahren zur Verfügung,
das es ermöglicht, Polyurethandispersionen herzustellen, welche ohne Vorgelierung an feuchter
Luft und Behandlung in einem Koagulationsbad direkt zu mikroporösen Folien verarbeitet werden
können. Es läßt sich auch die Verwendung der erwähnten toxischen Lösungsmittel vermeiden. Der
Grundgedanke der Erfindung liegt darin, daß man ein liöhermolekulares Diisocyanat mit einem disekundären
Diamin (gegebenenfalls zusammen mit niedermolekularen DiisocyaiuUcn) in einem Reaktionsmodium
umsetzt, welches zwar die erwähnten Ausgangskomponenten, nicht aber das sich bildende Polyadditionsprodukt
löst. Die so erhaltenen Polyurethandispersionen können entweder unmittelbar oder nach
Vermischen mit weiteren Nichtlösungsmittel für das fertige Polyurethan zu mikroporösen Folien aufgetrocknet
werden.
Die in der USA.-Patentschrift 3 255 061 Geschriebene Vorgangsweise bei der Herstellung von Lederersatzstoffen
unterscheidet sich in grundlegenen Punkten von diesem erfindungsgemäßen Verfahren. Aus
Spalte 3, Zeile 10 bis 13, dieser Patentschrift geht hervor, daß dort LösungsiniUel(gemische) eingesetzt
werden, welche das fertige Polyurethan auflösen. Die Porosität der erhaltenen Überzüge wird also nichi wie
im erfindungsgemäßen Verfahren durch das allmähliche Unlöslichwerden des Polyurethans im Reaktionsmedium bewirkt, sondern durch Aufblähung der Polyurethanschicht
infolge Verdampfung des leicht flüchtigen Lösungsmittels unter Druckausübung.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung mikroporöser Fiächengebilde au? höhermolekularen
Diisocyanate!!, gegebenenfalls nieder-
molekularen Diisocyanaten und Diaminen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Diisocyanate
und disekundären Diamine in Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen auflöst, die das sich bildende
Polyadditionsprodukt nicht lösen, sondern nur anquellen, und die so erhaltenen Polyurethandispersionen,
deren Extinktion im sichtbaren Bereich mit einem Colorimeter der Bauart Zeiss Elko III—Filter J 66,2 —
gegen das Lösungsmittel 100 % beträgt, entweder unmittelbar oder nach Vermischen mit einem Nichtlösungsmittel
zu mikroporösen Folien unter Entfernung der Lösungsmittel auftrocknet.
Es war zu erwarten, daß der Aufbau von Polyadditionsprodukten aus NCO-Voraddukten und Kettenverlängerungsmitteln
in Lösungsmittel(gemische)n, die das Endprodukt nicht zu lösen vermögen, nach
einiger Zeit zu Phasentrennungen und quallenartigen Ausscheidungen von Zwischenprodukten führt.
Überraschenderweise zeigte es sich, daß dies bei Verwendung von disekundären Diaminen als Kettenverlängerer
nicht eintritt, sondern daß lagerstabile organische Dispersionen der entsprechenden PoIyurethan-(harnstoff)e
erhalten werden. Die Dispersionen sind manchmal nur bei hoher Temperatur stabil.
Solche Dispersionen lassen sich nun leicht zu mikroporösen Flächengebilden verarbeiten, obwohl
dies mit homogenen Lösungen derselben Polyurethane nicht gelingt.
Insbesondere wurde somit ein Verfahren zur Herstellung mikroporöser Flächengebilde nach dem
Direkt- oder Umkehrverfahren durch Kettenverlängerung von höhermolekularen Polyisocyanaten und
gegebenenfalls niedermolekularen Polyisocyanaten mit disekundären Diaminen im NCO: NH-Verhältnis
von 0,8 bis 1,2 in Lösung gefunden, indem man die Roaktionskomponenten in einem Lösungsmittel(gemisch),
das das entstehende Polyadditionsprodukt nicht zu lösen, sondern nur anzuquellen vermag, oder
in einem Lösungsmittelgemisch, in dem mindestens eine Komponente ein Nichtlösungsmittel für das zu
bildende Polvadditionsprodukt ist und eine mindestens um den Faktor 1,5 fößerc \ erdunstungszahl
(nach DlN 53 170) als die übrigen Komponenten aufweist zu, gegebenenfalls nur bei höheren Temperaturen,
stabilen organischen Dispersionen umsetzt, die Dispersionen, gegebenenfalls nach Vermischen mit Nichtlösungsmitteln
auf Unterlagen ausgießt und die Lösungsmittel entfernt.
Höhermolekulare Polyisocyanate (Vorpolymere) im Sinne der Erfindung sind insbesondere Verbindungen
mit einem Molekulargewicht zwischen 1000 und 5000. Sie sind hergestellt durch Umsetzung von höhermolekularen,
mindestens zwei endständige OH-Gruppen enthaltenden Verbindungen mit überschüssigen
Diisocyanaten z. B. gemäß deutsche Patentschrift 929 507, deutsche Patentschrift 897 014 oder deutsche
Patentschrift 831 772. Die Vorpolymeren müssen schonend hergestellt sein, damit ihre Bifunklionalität
gewährleistet ist. Ihr NCO-Gc'ialt soll daher nicht
oder nur unwesentlich unter dem berechneten Wert liegen.
Als höhermolekulare OH-Verbindungen kommen z. B. in Frage unverzweigte Polyester, Polyäther, Polycarbonate,
Polyacetale, Poiythioäther oder Polysiloxane, bevorzugt mit Molekulargewichten von 800 bis
4000 (vg!. Saunders und Frisch, Polyurethans 1,
New York [1962], S. 32 bis 61, und die dort genannte Literatur").
Bevorzugt sind Polyäther, insbesondere 1,2-Propylenglykolpolyäther
mit Molekulargewichten zwischen 1000 und 3000.
Grundsätzlich sind alle Diisocyanate, zur Herstellung der Vorpolymeren und als solche einsetzbar, wie
sie in Annalen 562 (1949), S. 75 bis 136, beschrieben sind. Bevorzugt sind 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat,
Toluylendiisocyanat (Isomerenmischung) oder 1,5-Naphtylendiisocyanat.
ίο Als Kettenverlängerer werden aliphatische oder
aliphatisch-aromatische disekundäre Diamine verwendet, z. B. der Formel
r_N — R' — N — R HH
worin R einen Alkylrest (bevorzugt C1 bis C6) und R'
einen Alkylenrest (bevorzugt C1 bis C8) oder Arylenrest
(bevorzugt Diphenylmethanrest) bedeutet. Beispielsweise seien genannt: N,N '-Dimethyläthylendiamin,
N-N'-Dimethylhexamethylendiamin-1,6,
!^,N'-Dialkylcyclohexylendiamine, N-N'-Dialkylphenylendiamine,
4,4'-Bis-(N-methylamine)-diphenyl-methan oder Substitutionsprodukte.
Die Polyadditionsprodukte sollen in homogener Form ein«: Shore-A-Härte über 60, eine Zugfestigkeit
über 100 kg cm2 und einen Erweichungsbereich (bestimmt z.B. auf der Koflerbank) oberhalb 100°C
aufweisen.
Ob die Polyadditionsprodukte den Anforderungen genügen, läßt sich feststellen, indem man die Umsetzung
nach bekannter Weise in einem hochpolaren Lösungsmittel vornimmt., die erhaltene Lösung zu
homogenen Folien vergießt und an den Folien die physikalischen Meßwerte ermittelt.
An den Folien kann weiterhin das Löseverhalten verschiedener Lösungsmittel geprüft werden.
Im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens sollen die eingesetzten Lösungsmittel(gemische) das PoIyadditionsprodukt
nicht zu lösen, sondern nur anzuquellen vermögen. Von solchen Lösungsmiitel(gemischen)
muß ein homogenes Folienstück von 0,2 bis 0,5 mm Dicke beim Einlegen innerhalb 29 Stunden
bei 20°C mehr als 100 Gewichtsprozent durch Qt;ellung
aufnehmen, ohne sich jedoch klar zu lösen.
Will man I osungsmittel einsetzen, in denen sich das
Folienstück klar löst bzw. in denen dip Polyaddition
zu einer klaren Lösung führt, so muß man deren Lösekraft
durch Verschneiden mit nur quellenden und, oder Nichtlösungsmitteln herabsetzen. Nichtlösungsmittel
sind solche Verbindungen, von denen ein homogenes Folienstück unter den oben angegebenen Bedingungen
weniger als 50 Gewichtsprozent durch Quellung aufnehmen.
Vorteilhafterweise verwendet man im Gemisch nur Nichtlösungsmittel, deren Verdunstungszahl mindestens
um den Faktor 1,5 größer ist als die der Quelloder Lösungsmittel, damit sie bei der Weiterverarbeitung
der Dispersionen zu mikroporösen Flächcngebilden bei der Trocknung im wesentlichen nach
jenen verdampfen Die Verdunstungszahl wird nach DlN 53170 bestimmt.
Als lösende oder quellende Lösungsmittel seien beispielsweise genannt: Eiter, wie Essigsäureälhylester,
-propylester. -butylerter, -methoxyäthylester, Propionsäuremethylester, -Mindester, Kohlensäuredimethylester.
-diäthylester oder Oxalsäuredimethylester, Ketone, wie Aceton, Methylethylketon oder
5 6
Cyclohexanon, Äther, wie Di-n-propyläther, Dibutuyl- Es hat sich gezeigt, daß die Ausbildung von porösen
äther, Anisol, Phenetol, Tetrahydrofuran oder Di- Strukturen aus Dispersionen der beschriebenen Art
oxan, chlorierte aliphatische bzw. aromatische Kohlen- gegenüber der aus homogenen Polyurethanlösungen
Wasserstoffe, wie Dichlormethan, Äthylenchlorid, Tri- begünstigt ist.
Chloräthylen, 1,2- bzw. 1,3-Dichlorpropan, Isobutyl- 5 Ein weiterer Vorteil ist der, daß durch die disperse
chlorid, Chloroform, Chlorcyclohexan, Chlorbenzol Verteilung des Polyadditionsproduktes im Lösungsoder Chlortoluol oder tertiäre Alkohole, wie t-Bu- mittel höhere Konzentrationen erreicht werden können
tanol. als bei vergleichbaren homogenen Lösungen.
Als Nichtlösungsmittel seien genannt: Aliphatische Die im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
Kohlenwasserstoffe, wie Pentane, Hexane, Heptane, io hergestellten Dispersionen, die ohne weiteren Zusatz
Octane, gegebenenfalls alkylierte Cycloalkane, wie nicht zu porösen Folien auftrocknen, liefern hetero-
Cyclohexan oder Methylcyclohexan, Erdölfraktionen, disperse Elastomerfolien, die sich durch einen warmen
wie Ligroin, Waschbenzin, Testbenzin oder Mepasin, Griff auszeichnen. Diese können z. B. für Textil-
Terpentiröle, aromatische Kohlenwasserstoffe, wie beschichtungen verwendet werden.
Benzol, Toluol, Xylol, Äthylbenzol oder Tetralin oder 15 Die Kettenverlängerungsreaktion mit disekundären
perchlorierte Kohlenwasserstoffe, wie Tetrachlor- Diaminen bedarf im allgemeinen nicht der Katalyse,
kohlenstoff, Perchloräthylen oder Hexachloräthan. Jedoch können zur Abreaktion gegebenenfalls vor-
Vorzugsweise werden Lösungsmittel eingesetzt, die handener überschüssiger NCO-Gruppen unter Ver-
anterhalb 200 0C sieden. Verwendet man höhersieden- netzung die herkömmlichen Katalysatoren (vgl.
de Lösungsmittel, so erhält man sie .".us dem porösen 20 J. H. S a u η d e r s und K. G. Frisch, »Poly-
Flächengebüde vorteilhafterweise durch Auspressen, urethanes« I, New York [1962], S. 212) eingesetzt
Ausschleudern oder Extrahieren, Das Verfahren wird werden.
folgendermaßen durchgeführt: Die NCO-gruppen- Die mikroporösen Polyurethan(harnstoff)folien könhaltigen
Voraddukte werden in dem gewählten Lö- nen noch zusätzlich vernetzt werden. Die Vernetzungssungsmittel(gemisch)
in Konzentrationen von 25 bis 25 agenzien können unmittelbar vor dem Vergießen den
25 % gelöst und im allgemeinen bei Zimmertemperatur Dispersionen oder auch dem fertigen Film zugesetzt
oder darunter mit dem gegebenenfalls gelösten di- werden. Vernetzungsagenzien sind z. B. Formaldehyd
sekundären Diaminen versetzt. Verwendet man nieder- oder Formaldehyd abspaltende Verbindungen, Permolekulare
Diisocyanate mit, so kann man diese dem oxyde oder Polyisocyanate.
Voraddukt beimengen oder erst dann zusetzen, wenn 30 Die verfahrensgemäß dargestellten mikroporösen
das Vorpolymer mit dem überschüssigen Αη.Ίη weit- Flächengebilde können, falls sie auf nichtporösen
gehend reagiert hat. Das NCO: NH-Verhältnis kann Unterlagen hergestellt wurden, mittels diskonrinuier-
von 0,8 bis 1,2 variiert werden, vorzugsweise liegt es licher Klebstoffschichten auf Gewebe, Gewirke, Vliese,
zwischen 1,0 und 1,1. Die Reaktionslösungen werden Filze, Spaltleder usw. aufgeklebt werden. Die direkt
nun 1 bis 3 Stunden unterhalb 250C gerührt und an- 35 auf einer porösen Unterlage hergestellten und die
schließend 1 bis 3 Stunden auf 50 bis 150rC bzw. aufgeklebten Flächengebilde können in der für Syn-
unter Rückfluß erhitzt, bis die Polyaddition beendet theseleder üblichen Weise gefinisht und weiterverar-
ist. Der Verlauf der Polyadditionsreaktion kann durch beitet werden.
Messung des NCO-Gehaltes verfolgt we. den. Kurze B e i s d i e 1 1
Zeit nach Beginn der Reaktion tritt eine Trübung auf, 40
die sich fortlaufend verstärkt. Schließlich erhält man 100 g (0,5 Mol) 1,2-PropylenglykoIpolyätlier vom
mittleren Molekulargewicht 20n0 (OH-Zahl 56) wur-
a) bei Verwendung von quellenden Lösungsmitteln den mit 500 g (? Mol) 4,4'-Diphenylmethandiisü-
oder von Gemischen aus quellenden und lösenden cyanat 5 Stunden auf 8O0C erhitzt. Danach betrug der
Lösungsmitteln organische Dispersionen der aus- 45 NCO-Gehalt 8,34% (berechnet: 8,4%).
reagierten Polyurethan(harnstoff)e, die auch in 300 g des Voraddukts löste man in 1260 g Essig-
der Kälte lagerstabil sind. Solche Dispersionen säureäthylester, setzte 64.2 g4,4'-Bis-(N-methylamino)-
können durch Versetzen mit Nichtlösungsmitteln, diphenylmethan in 200 g Essigsäureäthylester zu und
die eine mindestens um den Faktor 1,5 größere erhitzte 3 Stunden unter Rückfluß. Es entstand eine
verdunstungszahl haben, Ausgießen der Ge- 50 niedrigviskose Dispersion des Polyurethan(harnstoff)s.
mische auf Substrate und Verdampfen der Lö- 100 g der Dispersion verrührte man mit 113 ml
sungsmittel zu mikroporösen Flächengebilden Waschbenzin, 1,9 g Umsetzungsprodukt aus 1 Mol
verarbeitet werden. 1.1,1-Trioxynielhylpropan und 3 Mol 2,4-ToIuylen-
b) Bei Mitverwendung von Nichtlösungsmitteln im diisocyanat, 0,03 g Dimethylbenzylamin und 0.16 g
Gemisch organischer Dispersionen, die in der 55 eines gelben, in organischen Lösungsmitteln löslichen
Kälte Voagulieren, beim Erhitzen aber wieder Farbstoffs und goß das Gemisch auf eine 1000 cm2
dispergieren sind. Sie können dann mit weiteren £roBc Glasplatte. Nach Verdunsten der Lösungsmittel
Nichtlösungsmitteln versetzt werden und heiß crhlclt man cinc mikroporöse lohe, die eine Wasserauf
Substrate aufgegossen werden. Beim Ab- dampfdurchlüssigkeit von 9,2 mg/cm- Std. aufwies,
kühlen tritt Gelierun;, ein, und nach Verdampfen 6o B e i s ρ i e 1 2
der Lösungsmittel bleiben poröse Folien zurück.
200 g des Voraddukts aus Beispiel 1 löste man in
c) Bei Mitverwendung von soviel Nichtlösungs- 800 g 1,2-Dichlorpropan und 400 ml Testbcnzin,
mittel im Gemisch, daß die Polyaddition gerade fügte 42,6 g4,4'-Pis-(N-inethyIamino)-diphenylmcthan
noch ohne Phasentrenniing abläuft, organische 65 in 200 g 1,2-Dichlorpropan zu und erhitzte unter
Dispersionen- die heiß ausgegossen, beim Ab- Rühren 3 Stunden auf 100 C. Man erhielt eine lagerkühlcn
gelieren und direkt ohne weiteren Zusatz stabile 15,7 "„ige Dispersion, die zu helerodispersen,
zu porösen Folien auftrocknen. aber nichtporösen Folien auftrocknete.
200 g der Dispersion wurden mit 40 ml Testbenzin verrührt, worauf die Mischung koagulicrte. Nach Erwärmen
auf 400C war das Gemisch wieder redispergierbar; auf Zusatz von weiteren 50 ml Testbenzin
trat abermals Koagulation ein. Nach Erwärmen auf 1000C bildete sich die Dispersion zurück. Nun goß
man heiß auf eine 2000 cm2 große geprägte Stahlplatte
und ließ die Lösungsmittel bei Raumtemperatur verdunsten, Man erhielt ein mikroporöses Flächengebilde,
mit der Wasserdampfdurchlässigkeit von 5,4 mg/cm* Std., das im Balley-Flexometer 200 000 Knickungen
ohne Beschädigung aushielt.
Gemäß Beispiel 2 stellte man aus 200 g Voraddukt 46,2 g 4,4'-Bis-(N-methylamino)-diphenylmethan 1000
1,2-Dichlorpropan und 700 ml Testbenzin eine 13,8 %igc organische Polyurethan(harnstoff)dispersion
her, die beim Abkühlen auf 200C koagulierte.
Durch Erwärmen wurde das Gemisch wieder di-
spergiert bei 1100C mit 180 ml Testbenzin versetzt,
heiß auf eine 1 m2 große Glasplatte ausgegossen und bei 700C (Trockenschranktemperatur) getrocknet.
Man erhielt eine mikroporöse Folie mit der Wasserdampfdurchlässigkeit von 2,3 mg/cm2 Std.
Aus 100 g Voraddukt und 21,8 g4!4'-Bis-(N-methy!-
amino)-däphenylmethan bereitete man in 500 g 1,2-Dichlorpropan
und 500 ml Tesibenzin durch dreistündiges Erlhitzen auf 100"C eine Polyurethan(harnstoff)-dispersioin
und goß sie heiß auf eine 5000 cm4 große
Glasplatte. Nach Verdunsten der Lösungsmittel blieb ein mikroporöses Flächengebilde zurück, das eine
WasserdiimpfdurchläsMgkeit von 10,8 mg/cm2 Std.
hatte.
Eine analog in 490 g Essigester und 640 ml Waschbenzin
dargestellte Dispersion lieferte ein Flächengebildc mit der Wasserdampfdurchlässigkeit 5,2 mg/
ao cm2 Std.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung mikroporöser Flächengebilde aus höhermolekularen Diisocyanaten,
gegebenenfalls niedermolekularen Diisocyanaten und Diaminen, dadurch gekennzeichnet,
daß man solche Diisocyanate und disekundäre Diamine in Lösungsmitteln oder
Lösungsmittelgemischen auflöst, die das sich bildende Polyadditionsprodukt nicht lösen, sondern
nur anquellen, und die so erhaltenen Polyurethandispersionen, deren Extruktion im sichtbaren
Bereich mit einem Colorimeter der Bauart Zeiss Elko III — Filter J 66,2 — gegen das Lösungsmittel
100% beträgt, entweder unmittelbar oder nach Vermischen mit einem Nichtlösungsmittel
zu mikroporösen Folien unter Entfernung der Lösungsmittel auftrocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als disekundäresDiamin4,4'-Bis-(N-meth
>lamino)-dipben) !methan verwendet.
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