DE1529840A1 - Verfahren zur Herstellung geformter Polymerprodukte - Google Patents
Verfahren zur Herstellung geformter PolymerprodukteInfo
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- DE1529840A1 DE1529840A1 DE1966C0039710 DEC0039710A DE1529840A1 DE 1529840 A1 DE1529840 A1 DE 1529840A1 DE 1966C0039710 DE1966C0039710 DE 1966C0039710 DE C0039710 A DEC0039710 A DE C0039710A DE 1529840 A1 DE1529840 A1 DE 1529840A1
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Description
PATEN .
DR-ING. VON KREISLER DR.-ING. SCHONWALD 1529840
DR.-ING. TH. MEYER DR. FUES
KÖLN 1, DEICHMANNHAUS
Köln, den 20.7.1966 Fu/Ax
Qelanese Corporation, 522 Fifth Avenue, New York 36,
New York (V.St.A.).
Verfahren zur Herstellung geformter Polymerprodukte
Die Erfindung "bezieht sich auf polymere Produkte, insbesondere
fäden und folien aus organischen Polymeren» Fäden und Folien können aus einer erheblichen Anzahl von
organischen Polymeren hergestellt werden. Eine große Zahl solcher Fäden und Folien hat weit verbreitete technische
Anwendung gefunden. Bisher wurde die Dichte dieser Produkte einfach als eine Funktion der Polymeren angesehen,
aus denen sie hergestellt werden, so daß in Fällen, in denen die Dichte ein wesentlicher Faktor ist, Fäden
und Folien aus Polymeren niedriger Dichte solchen aus anderen Polymeren trotz der interessanten Eigenschaften
der nicht gewählten Polymeren vorgezogen wurden« Der Erfindung liegt die Feststellung zu Grunde, daß hochmolekulare
Polymere, die Kristallinität aufweisen, zu Fäden und Folien verarbeitet werden können, die ei ne niedrigere
Dichte haben, als nach der Dichte der Polymeren zu erwarten ist, d.h. niedrigere Dichten als Fäden und Folien, die aus
den gleichen Polymeren nach üblichen Verfahren hergestellt werden.
Gemäß der Erfindung werden durch Strangpressen bzw. Spinnen einer Flüssigkeit, die aus einem organischen Polymeren
besteht oder dieses enthält, in ein die Erstarrung be-
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wirkendes Medium und Hecken des erstarrten Stranges Fäden
oder Folien» die eine niedrigere Dichte haben als die Produkte, die normalerweise bei einem solchen Verfahren
erhalten werden, nach einem Verfahren hergestellt, das dadurch gekennzeichnet ist, daß der Strang unter Bedingungen
gebildet und nachbehandelt wird, die sicherstellen, daß dem erstarrten Strang eine Polymerkristallinität von
wenigstens 50$ und ein gewisser Grad reversibler Dehnung verliehen wird, worauf der erstarrte Strang, während seine
Schrumpfung verhindert wird, so lange gereckt und erhitzt wird, bis seine Neigung zum Zusammenziehen bei Aufhebung
der Spannung verringert oder ausgeschaltet ist.
Die erfindungsgemäßen Produkte verdanken ihre niedrige
Dichte der Anwesenheit winziger Hohlräume, die kleiner sind, als sie mit einem optischen Mikroskop gemessen werden
können. Die Hohlräume sind zum größten Teil von der Außenfläche der Produkte zugänglich und können daher porosimetrisch
durch Quecksilberpenetrafeion nach der Methode ausgemessen
werden, die von R. G. ^uyia in !Textile Research
Journal, Band 33, Seite 21 ff. (1963) beschrieben ist. Bei dieser Bestimmung zeigt sich, daß die Hohlräume klein*"
sind als 5000 S., beispielsweise 150-5000 Ä, und Produkte
ergeben, die weniger als 90$, gewöhnlich 50-85$ der Dichte
gleicher Produkte haben, die nicht gemäß der Erfindung hergestellt sind und daher nicht die winzigen Hohlräume
in ihrer Struktur aufweisen.
Wenn übliche Fäden, z.B« aus Nylon, Polyestern oder Polypropylen,
verstreckt, doh. "kalt gereckt" werden, um die Orientierung der Faser zu verstärken, beträgt das Verhältnis
von Gesamtbruttovolumen des verstreckten zum unverstreckten
Material häufig weniger als 1, d„h. die scheinbare
Dichte der verstreckten Faser ist höher als die der unverstreckten Faser. Als Bruttovolumen ist hierbei das
Produkt aus Länge und mittlerer Querschnittsfläche der Fäden und als scheinbare Dichte das Gewicht pro Einheit
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des Bruttovolumens zu verstehen. Der Durchmesser eines
Fadens, der einen hohen Grad reversibler Dehnung aufweist, z.B. eines Fadens aus Gummi oder.Spandex, wird beim Verstrecken
des Fadens in einem Maße geringer, das der Iängenzunahme entspricht, so daß das Bruttovolumen des verstreckten
Fadens ungefähr gleich oder geringer ist als das der unverstreckten Faser. Wenn im Gegensatz hierzu gemäß der
Erfindung hergestellte Fäden verstreckt werden, ist die Abnahme des Durchmessers entweder Null oder sehr gering,
lind eine etwaige Abnahme des Durchmessers/nxclrc aer längenzunahme
«, so daß das Bruttovolumen der gereckten Fäden wesentlich höher ist als das der unverstreckten
Fäden, während die scheinbare Dichte proportional verringert
ist.
Die Erfindung ist allgemein auf die Herstellung von Fäden und Folien aus hochmolekularen Polymeren anwendbar, die
Kristallinität aufweisen, z.B. aus Polyamiden, linearen
Polyestern, Polyolefinen und Polyacetalen. Die Methoden, die jeweüs angewendet werden, um Fäden oder Folien so
herzustellen, daß dem Polymeren, aus dem sie gebildet werden, eine Kristallinität von wenigstens 5Oj* verliehen \vird,
bestimmt nach der von R.G. Quynn und Mitarbeitern in
Journal of Applied Science, Band 2, Nr.5, Seite 166-173
(1959)ι beschriebenen Methode, kann aus den verschiedenen Verfahren ausgewählt werden, die zur Ausbildung von
Kristallinität verfügbar sind und für ein gegebenes Polymeres am zweckmäßigsten sind. Die Erfindung iS£ von größtem
technischein Wert im Zusammenhang mit der Herstellung von
Fäden zur Verwendung in der Textilindustrie und wird insbesondere in diesem Zusammenhang beschrieben.
Polyamide, z.B. Hylon 6,6 und Nylon 6, v.nä lineare Polyester,
z.B. Polyäthylentereplithalat, v/erden vorzugsweise unter Anwendung eines verhältnismäßig hohen Abzugverhältnisses,
d.h. eines hohen Verhältnisses von Aufwickelgeschwindigkeit zur linearer, 3pinngesc3awindigkeit*von beispielsweise
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wenigstens 200 und vorzugsweise 200-2000 durch Schmelzspinnen
zu Fäden verarbeitet. Bei normalen Schmelzviskositäten
und Spinndrucken kommen hierbei gewöhnlich Abzugsgeschwindigkeiten von wenigstens.500, z.B. von 1000 bis
4000 m/Min, in frage. Die erhaltenen Fäden sind in gewissem
Grade orientiert und haben gewöhnlich einen Kristallinitätsgrad, der für die Zwecke der Erfindung zu gering ist«
Zur Steigerung der Kristallinität können die Fäden der Einwirkung eines Quellmittels und/oder von Wärme unterworfen
werden. Bei Polyamiden wird vorzugsweise ein Quellmittel verwendeti das zweckmäßig eine wässrige Lösung
eines mit Wasser mischbaren lösungsmittel für Polyamide sein kann, z.B. eine 1-5#ige lösung von Phenol, Kresol oder
Ameisensäure. Die Fäden können 2 Minuten bis 2 Stunden beispielsweise bei einer Temperatur von 25-12O0G in die
wässrige lösung getaucht werden. Es ist auch möglich, die Fäden für die gleiche Dauer bei erhöhter Temperatur der
Einwirkung einer Atmosphäre auszusetzen, die lösungsmitteldämpfe
enthält β .. Mach der Behandlung mit der wässrigen
lösung des lösungsmittel!? oder mit löstingsmitteldämpfen
wird das Material vorzugsweise gewaachen und getrocknet. Die Behandlung mit einem Quellmittel wird fortgesetzt, bis
die Kristallinität des Polyamids wenigstens 50?£» vorzugsweise
60-90^ beträgt. Gewöhnlich beträgt die mittlere
Kristallitgröße wenigstens 50, z.B. 75-200 A.
Bei linearen Polyestern wird die Kristallinität vorzugsweise durch Wärmebehandlung des Materials bei einer Temperatur
oberhalb von 1000O, z.B. von 150-2200O im unverstreckten
Zustand erhöht. Dies kann erreicht werden, indem das Material durch ein erhitztes Rohr geführt wird. Gegebenenfalls
können Polyesterfäden vor oder nach der Yrärmebehandlung ebenfalls einer Behandlung mit einem Quellmittel,
z.B. mit einer wässrigen lösung eines Lösungsmittels für das Polyester, unterworfen werden. Die Wärmebehandlung
und, falls angewendet, die Behandlung mit dem Quellmittel •werden fortgesetzt, bis die Kristallinität des Polymeren
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wenigstens 50?S, vorzugsweise 60-70$ "beträgt, wobei die
,mittlere Kristallitgröße wenigstens 50, z.B. 60-150 Ä
"beträgt.
Das Schmelzspinnen ist allgemein auf die Herstellung von Fäden zur Verwendung beim Verfahren anwendbar. Vorzugsweise
wird die Kristallinität des Polymeren im gesponnenen bzw. stranggepressten Produkt durch eine anschließende Wärmebehandlung
erhöht, obwohl gewisse Polymere unter sorgfältig gewählten Bedingungen des Schmelzspinnens Fäden
ergeben, die bereits eine Polymerkristallinität von wenigstens 5O?£ aufweisen. Eine solche Wärmebehandlung kann
zufriedenstellend bei Temperaturen von beispielsweise 750G bis in die Nähe des Erweichungspunktes der Fäden
durchgeführt werden«. Durch die Behandlung werden Polymere
erhalten, die die bevorzugte mittlere Kristallitgröße von wenigstens 45 &, z,B. von 60-500 % und keine groben
Kristallfehler haben. Bei der mittleren Kristallitgröße handelt es sich um die Werte, die nach der Methode ermittelt
werden, die in Kapitel 9 ·νοη »X-Bay Diffraction
Procedure" von Klug und Alexander, herausgegeben 1954 von John Wiley, beschrieben ist«.
Die Erfindung ist anwendbar auf die Herstellung von Fäden aus Olefinpolymeren, z.B. Polypropylen, Poly-3-iaethylbuten-1,
Poly-4-methylpenten-1, Polyäthylen sowie Gopolymeren
von Propylen, 3-Methylbuten-1, 4-Methylpenten-1 oder
Äthylen miteinander oder mit geringen Mengen anderer Olefine, z.B. von Copolymeren von Propylen und Äthylen,
Oopolymeren einer größeren Menge 3-Methylbuten-1 3 mit einer
geringen Menge eines geradkettigen n-Alkens, wie n-Ooten-1,
n-Hexen-1, n-Hexadecen-1, n-Octadecen-1, oder anderen
verhältnismäßig langkettigen Alkenen, sowie aus Oopolymeren von 3-Methylpenten-1 und den vorstehend im Zusammenhang
mit 3-Methylbuten-1 genannten n-Alkenen.
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-6- 15298A0
Polypropylen, z.B. ein Produkt, das zu wenigstens isotaktisch ist, gemessen als Rückstand nach Extraktion
mit siedendem Heptan, kann in der beschriebenen Weise zu Fäden verarbeitet werden, die aus 25# Dehnung eine
elastische Erholung von wenigstens 6($ und aus 50# Dehnung
gewöhnlich eine elastische Erholung von 80-100?ί haben,
während sie eine Polymerkristallinität von mehr als 50$
aufweisen. Polypropylenfäden werden vorzugsweise durch Schmelzspinnen des Polymeren bei ziemlich hohen Abzugsverhältnissen und anschließende Wärmebehandlung der Fäden
hergestellt, ohne daß sie gereckt werden, d.h. während man das Material ungehindert zusammenziehen läßt oder nur
so viel Spannung anwendet, daß eine Schrumpfung verhindert wird. Das angewendete Abzugsverhältnis beträgt vorzugsweise
wenigstens 50 und kann bis zu 4€00 oder 8000 betragene unter diesen Bedingungen gesponnenes Polypropylen hat im
allgemeinen eine Doppelbrechung von etwa 0,008 bis etwa
0,020. Die Wärmebehandlung wird vorzugsweise bei einer Temperatur von 85-1600C für eine Dauer von 0,1 Sek. bis
2 Stunden oder mehr je nach der Masse der Probe durchgeführt.
Die Polypropylenfäden haben gewöhnlich eine mittlere Kristallitgröße von wenigstens 80 SL
Acetalpolymere einschließlich der Homopolymeren können ebenfalls zur Herstellung der Fäden verwendet werden.
Bevorzugt als Polymere werden regellose Oxymethyleneopolymere, die wiederkehrende Oxymethyleneinheiten mit eingestreuten
-OR-ffruppen in der Hauptpolymerkette enthalten, wobei R ein zweiwertiger Rest ist, in dem wenigstens zwei
Kohlenstoffatome direkt aneinander gebunden sind und in der Kette zwischen den beiden Valenzen stehen, Beispiele solcher
Polymerer siiid Copolymere von Trioxan und cyclischen
Xthern mit wenigstens zwei benachbarten Kohlenstoffatomen. Fäden, die in hohem Maße reversible Streckung aufweisen,
können aus diesen Polymeren hergestellt werden durch Spinnen des Polymeren in Form einer Schmelze durch die
Bohrungen einer Spinndüse bei einer Schergeschwindigkeit
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von 250-2000 reziproken Sekunden und Abnahme der gebildeten
Fäden bei einem Abzugsverhältnis von wenigstens 25, vorzugsweise 90-4000 bei einer Abkühltemperatur von 21-220O.
Die Schergeschwindigkeit ergibt sich durch den Ausdruck
4-q
wobei -ig. der volumetrische Durchsatz von geschmolzenem
Polymerisat durch jede Bohrung in ml/Sek. und r der Radius der Bohrung in cm ist. Diese Fäden können für die Zwecke
der Erfindung verwendet und einer Wärmebehandlung unterworfen
werden, um die Kristallinitat des Polymeren zu erhöhen.
Diese Wärmebehandlung wird beiap lelsweise etwa 0,1 Sek. bis 2 Stunden bei einer Temperatur von 85-1600O
durchgeführt. Auf diese Weise können Fäden hergestellt werden, die eine Kristallinität des Polymeren von 6O$£ oder
mehr aufweisen und aus 50$ Dehnung 80-1 OOfi Erholung haben.
Das Recken der Fäden sowie auch der Folie kann im allgemeinen so erfolgen, daß eine Längenzunahme des Materials
um wenigstens 25?ί der ursprünglichen länge bis zu 90#
oder etwas mehr der maximalen fteckung erfolgt, die ohne
Bruch möglich ist. Gewöhnlich wird jedoch nicht über 75$
der Bruchdehnung gereckt. Die Reckung kann beispielsweise
5O-2OO?£ der ursprünglichen länge betragen. Diese Reckung
kann bei erhöhten Temperaturen von beispielsweise über 600O, jedoch unterhalb des Erweichungspunktes des Materials
vorgenommen werden.
Die Wärmebehandlung des verstreckten Materials kann im allgemeinen bei Temperaturen oberhalb von 500O und gewöhnlich
oberhalb der Einfriertemperatur des jeweiligen Polymeren, aus dem das behandelte Material besteht, vorgenommen
werden. Die Zeit des Erhitzens kann unterschiedlich sein. Sie beträgt im allgemeinen 0,5 Sekunden bis 30 Minuten,
jedoch können insbesondere bei niedrigen Heiztemperaturen noch längere Zeiten von beispielsweise bis zu 60 Minuten
in Frage kommen, wenn die gewünschten Eigenschaften nach
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diesem längeren Erhitzen "betonter sind. Bei Polyamiden
beträgt die angewendete Temperatur vorzugsweise 70-16O0O,
"bei linearen Polyestern 120-20O0C. In "beiden Fällen "beträgt
die Erhitzungsdauer vorzugsweise "bis zu etwa 30 Min.
Bei Polypropylen und Acetalpolymeren wird vorzugsweise eine Temperatur von 800O "bis in der Nähe des Erweiohungspunktes
des Materials und eine Erhitzungsdauer bis zu etwa 10 Minuten angewendet. Wie bereits erwähnt, wird das
gereckte !polymere Material erhitzt, während seine Schrumpfung
verhindert wird. Wenn das Material nicht eingespannt ist, zieht es sich mehr oder weniger auf seine ursprüngliche
länge zusammen und hat im entspannten Zustand seine ursprüngliche Dichte, Nach der Wärmebehandlung hat das
Material trotz einer etwaigen Abnahme der Länge trotzdem eine niedrigere Bruttodichte als vor dem Verstrecken und
vor der Wärmebehandlung. Die Wärmebehandlung kann beispielsweise in einem Ofen, der auf die geeignete Temperatur erhitzt
ist, oder am endlos durchgeführten Garn oder Fadenbündel vorgenommen werden. Die Wärme kann durch ein heißes
Medium, z.B. in einem umnantelten Eohr, durch Infrarotstrahlung, durch dielektrische Beheizung oder durch direkten
Kontakt des laufenden Garns oder Fadenbündels mit einer erhitzten
Metallfläche, die vorzugsweise zur Sicherstellung eines guten Kontaktes gekrümmt ist, zur Einwirkung kommen.
Gegebenenfalls kann das Garn oder Fadenmaterial auf eine Spule gewickelt und in dieser Form der Wärmebehandlung
unterworfen werden.
Die Erfindung ermöglichte die Herstellung von Nylonprodukten mit Bruttodichten unter 1,1g/cnr und gewöhnlich im Bereich
von 0,8-1,05 g/cnr, von Polyesterprodukten mit Bruttodichten im Bereich von 1,1-1,3 g/onsr, von Polypropylenprodukten
mit Bruttodichten im Bereich von 0,4-0,8g/cm^ und von Oxymethylenoopolymerprodukten
mit Bruttodichten im Bereich von 0,7-1,0 g/cm^.
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Die gemäß der Erfindung hergestellten Fadenprodukte lassen sich vorteilhaft in der Textilindustrie verwenden, wo
Materialien von niedriger Dichte erforderlich sind, "beispielsweise
für Zwecke, "bei denen gute Wärmeisolierung ohne Gewicht erforderlich ist, z.B. bei Web- und Wirkwaren
für Kleidungsstücke und bei Füllmaterialien beispielsweise für Schlafsäcke und Steppdecken»
Polyhexamethylenadipinsäureamid wird bei 30O0G durch eine
Spinndüse mit 20 löchern von 0,38 mm Durchmesser und 0,38mm Länge zu Fäden gesponnen, die mit einer Geschwindigkeit
von 1500 m/Min, ."bei einem Abzugs verhältnis von 575
abgezogen werden. Diese Fäden, die orientiert sind und eine Kristallinität von 45, eine mittlere KristaBitgröße von
35 2. und eine Dichte von 1,14 haben, werden auf eine Spule gewickelt und 120 Minuten bei 950C in eine 5?iige wässrige
Phenollösung getaucht, worauf die Fäden gewaschen und getrocknet werden.
Die behandelten Fäden, die eine Kristallinität von eine mittlere Kristalliferöße von etwa 75 $. und eine
elastische. Erholung von 33^ aus einer Dehnung von haben, werden um 100$ ihrer ursprünglichen länge bei einer
Temperatur von 100°ö gereckt und im gereckten Zustand
30 Minuten auf eine Temperatur von 1200O erhitzt.
Das Fadenprodukt hat eine scheinbare Dichte von etwa 1g/em , eine offenzellige Struktur mit Zellen, deren Abmessungen
nicht größer sind als 3000 2. und ungefähr die gleiche Kristallinität und mittlere Kristallitgröße wie
das ursprüngliche, mit dem Quellmittel behandelte Material.
Beiap iel 2
Der in Beispiel 1 beschriebene Versuch wird wiederholt mit der Ausnahme, daß als Polymeres ein faserbildendes
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Polycaprolactam verwendet wird, das bei einer Temperatur
von 2550C durch eine Spinndüse mit 17 Löchern von 0,75 mm
Durchmesser und 7,5 mm Länge zu einem stark spinn-orientierten
Produkt gesponnen wird, das mit einer Geschwindigkeit von etwa 1500 m/Min, "bei einem Abzugs verhältnis von
etwa 1500 abgezogen wird. Zur Nachbehandlung zwecks Erhöhung
der Kristallinität der Fäden auf 60^ und der mittleren
Kristallitgröße auf 75 & wird 3#iges wässriges
Phenol verwendet.
Das Fadenprodukt hat nach dem Strecken und nach der Wärmebehandlung
im gereckten Zustand eine Dichte von 1,08g/cm (gegenüber einer ursprünglichen Dichte von 1,H), eine
offenzellige Struktur bei einer Größe der Zellen von nicht mehr als 3000 ft, eine Kristallinität von 60^ und eine
mittlere Kristallitgröße von 75 ft.
Der in Beispiel 1 beschriebene Versuch wird wiederholt mit der Ausnahme, daß als Polymeres ein faserbildendes
Polyäthylenterephthalat verwendet wird, das bei einer Temperatur von 3000C gesponnen und mit einer Geschwindigkeit
von 2000 m/Min, bei einem Abzugsverhältnis von etwa 1000 abgezogen wird, wobei ein stark spinn-orientiertes
Material erhalten wird. Ferner wird die Behandlung mit wässrigem Phenol ausgelassene Stattdessen werden die
frisch gesponnenen Fäden vor dem Strecken 30 Minuten auf 2000O erhitzt. Hierdurch wird die Kristallinität auf 63#
und die mittlere Kristalligröße auf 75 2. erhöhte
Die wärmebehandelten Fäden werden auf 200$ der ursprümglichen
Länge bei 1500O gereckt. Die Fäden werden im gereckten
Zustand 30 Minuten auf 1700O erhitzte
Das Produkt hat eine scheinbare Dichte, die geringer ist als 85?ί der Dichte des frisch gesponnenen Materials, eine
offenzellige Struktur mit Zellen von nicht mehr als 3000 ft
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und die gleiche prozentuale Kristallinität und mittlere
Kristallitgröße wie das Material vor dem Verstrecken und Tempern.
Jaden werden duroh Schmelzspinnen aus isotaktischem
Polypropylen "bei einem Abzugsverhältnis von etwa 15»5
hergestellt· Die unverstreckten Fäden werden 1 Stunde
auf HO0C erhitzt. Die Fäden haben eine Polymerkristalllnität
von etwa 70?C, eine mittlere Kristallitgröße von etwa 100 i, eine Dichte von 0,93 g/om , einen Eiter von 7,8 den
pro Faden, eine Festigkeit von 1,5 g/den, eine Bruchdehnung von etwa 160?^, einen Modul von 31 g/den und eine elastische
Erholung von 95?ί aus 50# Dehnung (sämtliche Werte bei 250O
gemessen). Das Röntgenbeugungsbild zeigt eine gewisse Orientierung der Fäden.
Die elastische Faser wird auf 1805* in einer üblichen
Streckvorrichtung gereckt, bei der ein heißer Schuh, dessen !Demperatur bei 1100O gehalten wird, zwischen den Abzugsgaletten
angeawEdnet ist. Die Faser wird im gereckten Zustand
auf eine Spule gewickelt und dann auf der Spule 10 Minuten in einem Wärmeschrank bei 1050O gehalten·
Die von der Spule genommenen stabilen Fäden haben eine scheinbare Dichte im ungespannten Zustand von 0,58 g/cm
entsprechend etwa 62ji der scheinbaren Dichte der frisch
gesponnenen Fäden. Sie haben eine offenzellige Struktur, wobei praktisch keine Durchgänge zu den Oberflächen der
Fäden größer sind als 3000 5L Die Fäden haben wenigstens
die gleiche prozentuale Kristallinität und mittlere Kristallitgröße wie die frisch gesponnenen Fäden.
Die Fäden haben eine Festigkeit von 2,9g/den, eine Bruchdehnung
von 55^ und einen Modul von 4,7g/den und wollartigen
Griff, der sich vom wachsigen Griff von in üblicher
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Weise durch Schmelzspinnen hergestelltem Polypropylengarn wesentlich unterscheidet.
Die Verminderung der scheinbaren Dichte der Fäden ist etwas reversibel, erkennbar an der Tatsache, daß die
Fäden um 55?ί schrumpfen und eine scheinbare Dichte von
Ο*89 g/cnr haben, wenn sie 10 Minuten in kochendes Wasser
getaucht werden. Die Fäden haben einen liter von 7^/Einzelfaden,
eine Festigkeit von 1,6g/den, eine Bruchdehnung von 175?S und einen Modul von 8g/den·
Der in Beispiel 4 beschriebene Versuch wird wiederholt mit der Ausnahme, daß die Temperatur des heißen Schuhs
1500O und die Temperatur des Wärmeschranks ebenfalls 1500O
beträgt. Die erhaltenen Fäden haben wenigstens die gleiche Kristallinität und mittlere Kristallitgröße wie die frisch
gesponnenen Fäden, eine Dichte von 0,52 g/cm3 (56^ der
Dichte der frisch gesponnenen Fäden), einen Titer von 3,2 pro Faden, eine Festigkeit von 4,0 g/den, eine Bruchdehnung
von 45?£ und einen Modul von I9g/den.
Der in Beispiel 5 beschriebene Versuch wird wiederholt
mit der Ausnahme, daß das Strecken und die Wärmebehandlung der Fäden in einer Stufe kombiniert werden, indem die
Fäden bei 15O0O über einen heißen Schuh auf Ι9θ$ί verstreckt
und im gereckten Zustand auf eine Spule gewickelt werden. Die scheinbare Dichte im ungespannten Zustand des Produkts
beträgt 0,57 g/cm3.
Der in Beispiel 6 beschriebene Versuch wird wiederholt mit der Ausnahme, daß die frisch gesponnenen Fäden bei 1600O
30 Minuten im ungereckten Zustand getempert und über einen heißen Block bei 1500O auf 28Oj6 verstreckt werden. Die
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scheinbare Dichte des Produkts im ungespannten Zustand .beträgt O,57g/cm3.
Die Fäden wurden von einem Oopolymeren von Trioxan mit
2 Gew,-$> (bezogen auf das polymerisierbar Gemisch)
Äthylenoxyd erhalten, zur Entfernung instabiler Endgruppen nachbehandelt und durch Mischen mit 0,5 Gew.-^
2,2"-Methylen-bis(4-methyl-6-t-butylphenol) und 0,1 Gew.-#
Cyanguanidin (bezogen auf das Gewicht des Polymeren) weiter stabilisiert.
Die Fäden hatten eine Polymerkristallinität von 7Ο?ί, eine
mittlere Kristallitgröße von 100 i, eine scheinbare Dichte im ungespannten Zustand von 1,4g/cm, einen Titer pro
Einzelfaden von 4,1, eine Festigkeit von 1,1g/den, eine Bruchdehnung von 160?£, einen Modul von 25g/den und eine
elastische Erholung von 8O?6 aus 50$ Dehnung (sämtliche
Werte bei 250O gemessen)o
Die Fäden werden in einem üblicher. Streckrahmen unter Verwendung einer Temperatur des heißen Schuhs von HiO0O
um 80?£ verstreckt und im gereckten Zustand auf eine Spule
gewickelt. Die gereckte Faser wird dann auf der Spule 10 Minuten in einem Wärmeschrank bei 1050C gehalten.
Die von der Spule genommenen stabilen Fäden haben eine scheinbare Dichte im ungespannten Zustand von 0,8g/cm
(57$ der Dichte der ursprünglichen Fäden) und eine offenzellige
Struktur praktisch ohne Zellen, die größer sind als 1000 Ä, und wenigstens die gleiche Kristallinität und
mittlere Kristallitgröße wie die ursprünglichen Fäden.
Dieses Produkt niedriger Dichte hat eine Festigkeit von 1,7g/den, eine Bruchdehnung von 60?£ und einen Modul von
9,1 g/den.
Wenn die Fäden 10 Minuten in siedendes Wasser getaucht 909825/1278
werden, schrumpfen sie um 26# und haben einen Titer pro
Faden von 4,4 (entsprechend einer Dichte von 1,08), eine Festigkeit von 1,8g/den, eine Bruchdehnung von 75^, einen
Modul von 9,1 g/den und eine elastische Erholung von etwa 80$ aus 50$ Dehnung, gemessen bei 200O.
.909825/1278
Claims (8)
- - 15 PatentansprücheI))Verfahren zur Herstellung geformter Polymerprodukte, insbesondere Fäden oder Folien aus hochmolekularen kristallinen Polymeren mit niedrigerer als der üblichen Dichte durch Auspressen einer polymefpoder Polymere enthaltenden Flüssigkeit in ein die Erstarrung bewirkendes Medium und anschließendes Recken des erstarrten Formkörpers, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildung und Nachbehandlung des Formkörpers unter Bedingungen erfolgt, die eine Polymerkristallinität von wenigstens 50 % und eine reversible Dehnung gewährleisten, und daß der erstarrte Formkörper anschließend so lange gereckt und erhitzt wird, bis sein Rückfederungsbestreben verringert oder ausgeschaltet ist.
- 2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die ausgepreßten Formkörper auf 50 bis 200 % ihrer Länge reckt.
- 3) Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kristallinität der ausgepreßten Formkörper durch Erhitzen und/oder durch Behandlung mit einem Quellmittel auf über 60 % erhöht.
- k) Verfahren nach Anspruch 1 bis J>, dadurch gekennzeichnet daß man die ausgepreßten Formkörper bei erhöhter Temperatur«*·, aber unterhalb des Erweichungspunktes des Polymeren mit der wässrigen Lösung eines Lösungsmittels für das Polymere oder mit den Dämpfen eines Lösungsmittels unter gleichzeitiger Ausschaltung der Schrumpfung behandelt.
- 5) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Formkörper bei erhöhter Temperatur, aber unterhalb des Erweichungspunktes des Polymeren, reckt.909825/ 1278
- 6) Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man Polyamd£.fäden reckt und etwa ^O Minuten auf 70 bis 16O°C erhitzt.
- 7) Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man Polyesterfäden reckt und etwa J>0 Minuten auf 120 bis
2000C erhitzt. - 8) Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man Fäden aus isotaktischem Polypropylen oder aus Acetalpolymeren reckt und etwa 10 Minuten auf Temperaturen zwischen 8o°C und dem Erweichungspunkt der Polymeren erhitzt.909825/1278
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