DE1578155C - Zerfallgeschoß, insbesondere Manoverpatronen Zerfallgeschoß - Google Patents
Zerfallgeschoß, insbesondere Manoverpatronen ZerfallgeschoßInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Zerfallgeschoß, insbesondere Manöverpatronen-Zerfallgeschoß, mit
einer eine Schwerstoffüllung aus wenigstens einem Metallpulverpreßling aufnehmenden Geschoßhülle
aus Kunststoff, wie Polyäthylen oder Polystyrol, sowie einem zwischen dieser Schwerstoffüllung und dem
Geschoßboden angeordneten, in Richtung der Geschoßlängsachse begrenzt nachgiebigen Puffer.
Es sind bereits Zerfallgeschosse bekannt, deren Geschoßhülle entweder eine Geschoßfüllung aus Metallpulver
oder eine solche aus Metallpulverpreßlingen umschließt. Diese Geschoßhüllen, die vorzugsweise
aus Kunststoff, wie beispielsweise Polyäthylen oder Polystyrol bestehen, müssen sowohl einen sicheren
Zusammenhalt des Geschosses gewährleisten, während dieses beim Abschuß den Lauf der Abschußwaffe
passiert, als auch nach dem Verlassen des Laufes eine sichere Zerlegung und ungehinderte Zerstäubung
der Geschoßfüllung ermöglichen.
Bei Verwendung von Metallpulverpreßlingen als Geschoßfüllung hat sich gezeigt, daß beim Abschuß
eines Geschosses durch den nach der Zündung ansteigenden Treibgasdruck die im Vergleich zur Geschoßfüllung
leichten Kunststoffteile der Geschoßhülle stark beschleunigt werden, während dagegen
die Geschoßfüllung auf Grund der ihr innewohnenden Massenträgheit zurückbleibt. Dies hat zur Folge,
daß Rißbildungen im Anschlußbereich des Geschoßbodens an die Geschoßhülle auftreten können, wobei
mitunter diese Rißbildungen bis zum Abscheren des Geschoßbodens vom Mantel der Geschoßhülle führen
können. Hierdurch ist die Möglichkeit einer unerwünschten Zerlegung des Geschosses im Lauf der
Abschußwaffe gegeben, so daß ein hoher Verschleiß und gegebenenfalls Beschädigungen des Laufes der
Abschußwaffe die Folge sind.
Bei Verwendung von Metallpulver als Geschoßfüllung können ebenfalls die im vorerwähnten Absatz
geschilderten unliebsamen Erscheinungen auftreten, indem ebenfalls Rißbildungen am Mantel der Geschoßhülle
entstehen können. Dies ist darauf zurückzuführen, daß das Metallpulver im Gegensatz zu den
Metallpulverpreßlingen durch den Treibgasdruck beim Abschuß stark zusammengedrückt wird, so daß
diese axiale Zusammenstauchung der Geschoßfüllung auch auf die Geschoßhülle übertragen wird und
demzufolge an dieser Rißbildungen auftreten können. Diese Rißbildungen an der Geschoßhülle können
auch hier—wie dies bereits im vorhergehenden Absatz
beschrieben ist — eine unerwünschte Zerlegung des Geschosses im Lauf der Abschußwaffe und somit
eine Beschädigung derselben zur Folge haben.
Obwohl üblicherweise die Zerlegung des Geschosses erst nach dem Verlassen des Laufes der Abschußwaffe
erfolgen soll, kann es immer wieder vorkommen, daß die Geschoßhülle nach dem Zurücklegen
etwa der Hälfte ihres Weges durch das Waffenrohr teilweise oder fast ganz zerstört werden kann. Dabei
kann das aus der Geschoßhülle austretende Metallpulver, wenn es sich zwischen Geschoßhülle und
Rohrwandung befindet, eine starke Waffenabnutzung zur Folge haben, die sich besonders in einem Abschleifen
der führenden Felderkanten im Lauf der Abschußwaffe äußert. Um diesem Abschleifen entgegenzutreten,
'hat man der Metallpulver-Geschoßfüllung noch Gleitmittel, wie beispielsweise Graphit,
beigegeben, welche die Rohrabnutzung weitmöglichst verhindern sollen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Zerfallgeschoß der eingangs genannten Art
zu schaffen, bei dem die Entstehung von Rißbildungen an der Geschoßhülle sowie Beschädigungen des
Laufes vermieden sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Puffer aus einer in einem Hohlraum
zwischen Geschoßboden und in Schußrichtung hinteren Ende des Metallpulverpreßlings lose eingebrachten
Metallpulverfüllung, die beim Abschuß eine begrenzte Zusammendrückung erfährt, besteht, wobei
durch diese Metallpulverfüllung der sie umgebende Wandabschnitt der Geschoßhülle beim Abschuß
des Geschosses unter der Einwirkung der Treibgase in an sich bekannter Weise eine begrenzte
Aufweitung erfährt.
Durch diese Metallpulverfüllung, die sich in Schußrichtung gesehen hinter dem Metallpulverpreßling
befindet, werden die vorerwähnten Rißbildungen an der Geschoßhülle sowie ein Abscheren
des Geschoßbodens vom zylindrischen Teil der Geschoßhülle mit Sicherheit vermieden. Dies ist darauf
zurückzuführen, daß die Metallpulverfüllung als elastische Dichtung wirksam ist, die ein gewisses
Arbeitsaufnahmevermögen besitzt. Beim Abschuß eines solchen Geschosses wirkt der Treibgasdruck
auf die Metallpulverfüllung, so daß diese zusammengedrückt wird und eine begrenzte Bewegung gegenüber
dem Geschoßboden ausführt. Dies hat zur Folge, daß die Metallpulverfüllung eine radiale Dehnung
erhält und somit der die Metallpulverfüllung umgebende Wandabschnitt der Geschoßhülle eine
begrenzte Aufweitung erfährt, so daß eine starke Anpressung des Geschosses an die Wand des Waffenlaufes
erfolgt. Auf diese Weise wird beim Geschoßdurchgang durch den Waffenlauf eine gute Abdich-
tung erzielt, außerdem tritt eine beträchtliche Verringerung der maximalen Massenträgheitskräfte ein.
Ferner wirkt die als elastische Dichtung wirksame Metallpulverfüllung als Puffer gegenüber dem Metallpulverpreßling.
Durch den Puffer wird verhindert, daß beim Abschuß des Geschosses der Metallpulverpreßling
infolge seiner Massenträgheit am Geschoßboden austreten und somit die Geschoßhülle zerreißen
kann.
Außerdem ist eine starke axiale Zusammendrükkung der Metallpulverfüllung, die zu Rißbildungen an
der Geschoßhülle führen könnte, bei der erfindungsgemäßen Geschoßausführung niemals möglich, da
die Metallpulverfüllung — im Gegensatz zu der vorerwähnten bekannten Geschoßausführung, bei der die
gesamte Geschoßfüllung aus Metallpulver besteht — nur etwa 20% der Geschoßfüllung beträgt, während
der Rest aus wenigstens einem Metallpulverpreßling besteht.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Geschoßhülle im Bereich zwischen dem Geschoßboden
und dem hinteren Ende des Metallpulverpreßlings eine gegenüber den übrigen Wandabschnitten
der Geschoßhülle reduzierte Wandstärke auf. Durch die verminderte Wandstärke der Kunststoff-Geschoßhülle
im Bereich der Metallpulverfüllung wird sichergestellt, daß sich dieser Wandabschnitt beim Abschuß
des Geschosses durch den Druck der auf den Geschoßboden wirkenden Treibgase zusammen mit
der Metallpulverfüllung weitet und sich an die Wandung des Waffenlaufes anlegt, so daß auf diese Weise
die Abdichtung des Geschoßheckteiles beim Durchgang des Geschosses durch den Waffenlauf wesentlich
verbessert wird.
Im folgenden soll an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles das Zerfallgeschoß
gemäß der Erfindung näher beschrieben werden. Die Erfindung ist auf diese Ausführungsform
nicht beschränkt.
Das Zerfallgeschoß 1 besteht im wesentlichen aus einer vorzugsweise aus Kunststoff bestehenden Geschoßhülle
2, einer von der Geschoßhülle umschlossenen Geschoßfüllung aus Metallpulverpreßlingen 7,8
und einer Metallpulverfüllung 9 am hinteren Ende des Geschosses. Die Geschoßhülle besitzt einen im
wesentlichen in eine Spitze auslaufenden Vorderteil 3 und einen damit aus einem Stück gebildeten oder in
geeigneter Weise daran angeschlossenen, im wesentlichen zylindrischen Hinterteil 4. An dem Hinterteil
der Geschoßhülle 2 ist der Geschoßboden 6 fest angeschlossen, zum Beispiel mittels einer hier nicht
weiter interessierenden und daher in der Zeichnung
!■ nicht dargestellten Kleb- oder Schraub-Schweißverbindung.
Der Geschoßboden kann auch mit dem zylindrischen Hinterteil 4 der Geschoßhülle aus einem
Stück bestehen, wenn eine Zusammenfügungsstelle im Bereich des Hinterteiles bzw. zwischen Hinter-
und Vorderteil der Geschoßhülle vorgesehen ist. Bei
ίο dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der zylindrische
Hinterteil 4 der Geschoßhülle 2 mit einem Führungsband 5 versehen, das einen etwas größeren
Außendurchmesser als der Hinterteil 4 aufweist und in der hinteren Hälfte der Geschoßhülle angeordnet
ist.
In dem von der Geschoßhülle 2 gebildeten Hohlraum befindet sich die Geschoßfüllung in Gestalt der
Metallpulverpreßlinge 7, 8. Die Metallpulverpreßlinge sind so angeordnet, daß sich das hintere Ende
des Preßlings 8 im Abstand vom Geschoßboden befindet. Zwischen dem Geschoßboden 6 und in Schußrichtung
hinterem Ende des Metallpulverpreßlings 8 befindet sich ein Hohlraum, der mit Metallpulver 9
ausgefüllt ist. Das Führungsband 5 ist in der hinteren Hälfte des Geschoßhinterteiles 4 angeordnet, und
zwar derart, daß der hintere Rand des Führungsbandes im wesentlichen mit dem hinteren Ende des
die Geschoßfüllung _ bildenden Metallpulverpreßlings 8 abschließt. Die als Puffer wirksame Metallpulverfüllung
ist somit hinter dem Führungsband 5 und der dadurch bedingten Wandverstärkung des
Geschoßhüllenhinterteiles 4 angeordnet.
Beim Abschuß des Geschosses wirken die Treibgase auf die vom Geschoßboden 6 gebildete Fläche.
Die Metallpulverfüllung erfährt dabei eine begrenzte Zusammendrückung, wodurch einerseits die Vortriebskraft
auf die Geschoßfüllung, also die Metallpulverpreßlinge 7, 8, übertragen wird und andererseits
die Wandabschnitte des Geschoßhüllenhinterteiles 4 im Bereich der Metallpulverfüllung 9 eine
begrenzte Aufweitung erfahren. Hierdurch wird eine gute Anlage der Geschoßhülle an die Wandungen des
Laufes der Abschußwaffe sowie ein sicheres Eingreifen des Führungsbandes in die Züge des Laufes
gewährleistet.
Die übrigen Teile der Geschoßhülle sind in bekannter Weise ausgeführt, wobei auch die Zerlegung
des Geschosses nach dem Verlassen des Laufes der Abschußwaffe in bekannter Weise erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Zerfallgeschoß, insbesondere Manöverpatronen-Zerfallgeschoß, mit einer eine Schwerstoffüllung
aus wenigstens einem Metallpulverpreßling aufnehmenden Geschoßhülle aus Kunststoff,
wie Polyäthylen oder Polystyrol, sowie einem zwischen dieser Schwerstoffüllung und dem
Geschoßboden angeordneten, in Richtung der Geschoßlängsachse begrenzt nachgiebigen Puffer,
dadurch gekennzeichnet, daß der Puffer
aus einer in einem Hohlraum zwischen Geschoßboden (6) und in Schußrichtung hinteren
Ende des Metallpulverpreßlings (8) lose eingebrachten Metallpulverfüllung (9), die beim Abschluß
eine begrenzte Zusammendrückung erfährt, besteht, wobei durch diese Metallpulverfüllung
(9) der sie umgebende Wandabschnitt der Geschoßhülle (2) beim Abschuß des Geschosses
unter der Einwirkung der Treibgase in an sich bekannter Weise eine begrenzte Aufweitung erfährt.
2. Zerfallgeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschoßhülle (2) im Bereich
zwischen dem Geschoßboden (6) und dem hinteren Ende des Metallpulverpreßlings (8) eine
gegenüber den übrigen Wandabschnitten der Geschoßhülle (2) reduzierte Wandstärke aufweist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEJ0030855 | 1966-05-17 | ||
| DEJ0030855 | 1966-05-17 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1578155A1 DE1578155A1 (de) | 1971-04-01 |
| DE1578155C true DE1578155C (de) | 1973-04-19 |
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