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DE1572110B - Photographisches Silbersalzdiffusions verfahren - Google Patents

Photographisches Silbersalzdiffusions verfahren

Info

Publication number
DE1572110B
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
silver salt
diffusion process
receiving material
salt diffusion
image receiving
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Walter 2000 Hamburg G03f 7 10 Limberger
Original Assignee
Lumopnnt Zindler KG, 2000 Ham burg

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Description

Die Erfindung betrifft ein photographisches Silbersalzdiffusionsverfahren, bei dem ein belichtetes Aufzeichnungsmaterial mit einem Entwickler behandelt und mit einem befeuchteten Bildempfangsmaterial zusammengepreßt wird.
Aus der deutschen Patentschrift 764 572 ist das Silbersalzdiffusionsverfahren bekannt und angegeben, daß als Empfangsmaterial die verschiedensten Stoffe gebraucht werden, z. B. auch unbeschichtete Papiere, Textilien, Holz, Zelluloid und andere Kunststoffe.
Aus dieser Patentschrift geht ferner hervor, daß die Übertragung durch die Gegenwart diffusionsbegünstigender Stoffe unterstützt werden kann. Dabei kann das diffundierende bzw. diffundierte Halogensilber ohne Belichtung bildmäßig entwickelt werden, wobei diese Entwicklung durch zugesetzte Keime oder Reaktionsstoffe unterstützt wird. Hierbei wird das entwickelte Bild beispielsweise auf ein Barytpapier oder auf eine Textilunterlage aufgebracht, die aber in demselben Bad wie das Halogensilbermaterial angefeuchtet worden ist. In der praktischen Ausführung des Silbersalzdiffusionsverfahrens, wie es zur brauchbaren gewerblichen Verwertbarkeit unter Verwendung blattförmiger Kopiermaterialien entwickelt worden ist, hat man jeweils eine besondere Positiv- oder Bildempfangsschicht vorgesehen, in der die Reduktionskeime angeordnet werden. Diese Schicht ist üblicherweise auf einem besonderen Schichtträger angeordnet, so daß Schicht und Schichtträger das Bildempfangsmaterial bilden.
Aus der deutschen Patentschrift 1171 740 ist ebenfalls bekannt, als Bildempfangsmaterial ein unbeschichtetes Material, z. B. gewöhnliches Papier, zu verwenden. Zwischen dem als Bildempfangsmaterial dienendem Papier und dem beim Übertragungsvorgang angepreßten Aufzeichnungsmaterial befindet sich eine kolloidale Zwischenschicht, die als Deckschicht auf das Aufzeichnungsmaterial aufgebracht wurde.
Aus der deutschen Patentschrift 1171 740 geht hervor, daß in der kolloidalen Deckschicht keine Reduktionskeime enthalten zu sein brauchen, wenn diese mit der Entwicklungsflüssigkeit der kolloidalen Deckschicht zugeführt werden. Als Reduktionskeime sind gemäß der genannten Patentschrift bekannt Sulfide, Selenide, Polysulfide, Polyselenide, Thioharnstoff, Mercaptane, Stannohalogenide, Schwermetalle oder ihre Salze sowie geschleiertes Halogensilber, Sulfide von Schwermetallen wie von Antimon, Wismut, Cadmium, Kobalt, Blei, Nickel und Silber. Dabei sind Schwermetalle, beispielsweise Silber, Gold, Platin, Palladium und Quecksilber, vorzugsweise in kolloidaler Form und die Edelmetalle als am wirksamsten bezeichnet.
is Bei diesem Verfahren nach der Patentschrift 1171 740 wird somit — da gemäß der Patentschrift 764 572 eine schwer lösliche Silberverbindung oder kolloidales Silber, das in der Empfangsschicht erzeugt wird, als nicht diffundierbar bezeichnet ist — die das entwickelte Bild enthaltende kolloidale Deckschicht auf das Bildempfangsblatt aus Papier mit übertragen. In anderen nach physikalischen Methoden arbeitenden Kopierverfahren ist es bereits gelungen, ein brauchbares Bild auf ein normales Papierblatt ohne Verwendung einer Positivschicht zu übertragen, beispielsweise durch das elektrophotographische Verfahren.
Die in den deutschen Patentschriften 764 572 und 1171 740 angegebenen Silbersalzdiffusionsverfahren arbeiten mit Reduktionskeimen, wie sie sich bei den üblichen Silbersalzdiffusionsverfahren in der Praxis bisher durchgesetzt hatten.
Wenn die Reduktionskeime nun gemäß der Patentschrift 1 171 740 in der, Behandlungsflüssigkeit, die nicht nur zur Durchführung der Entwicklung, sondern auch zur Komplexsalzbildung des nicht belichteten und nicht entwickelten Halogensilbers dient, vorgesehen werden, so bestehen bezüglich der Haltbarkeit derartiger Lösungen die gleichen Einschränkungen, wie sie bekanntlich bei den im Silbersalzdiffusionsverfahren
40. verwendeten Entwicklern bestehen. Bei diesen Behandlungsflüssigkeiten bewirkt das Nebeneinander an Luftoxydationsprodukten, verbrauchten und nicht verbrauchten Entwicklersubstanzen, Halogensilberlösungsmitteln und in die Lösung diffundierten HaIogensilberkomplexverbindungen, die auch als Reduktionskeime wirksam sein können, eine Verminderung der Halbarkeit dieser Lösungen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Silbersalzdiffusionsverfahren zu schaffen, bei welchem die Herstellung eines positiven Bildes auf wirtschaftliche Weise auf einem unbeschichteten Blattmaterial, beispielsweise auf einem gewöhnlichen Papierblatt, erfolgt, bei dem die verwendeten Flüssigkeiten eine vorzügliche Haltbar-
. , keit aufweisen.
Der Gegenstand der Erfindung geht von einem photographischen Silbersalzdiffusionsverfahren aus, bei dem ein belichtetes Aufzeichnungsmaterial mit einem Entwickler behandelt und mit einem befeuchteten Bildempfangsmaterial zusammengepreßt wird; er ist dadurch gekennzeichnet, daß das Bildempfangsmaterial vor dem Zusammenpressen mit dem Aufzeichnungsmaterial mit einer wäßrigen, Reduktionskeime enthaltenden oder Reduktionskeime bildenden Lösung, die ein Silbersalzlösungsmittel und gegebenenfalls ein Netzmittel enthält, befeuchtet wird.
Bezüglich der Merkmale der Erfindung ist es dabei wesentlich, daß der Ausdruck Befeuchtung nicht etwa eine Beschichtung bezeichnet, sondern eine Benetzung
mit einer wäßrigen Lösung von Reaktionsstoffen, die keine Schicht bildende Eigenschaft haben. Bei der Erfindung genügt es beispielsweise, eine Seite des unbeschichteten Bildempfangsblattes zu benetzen. Bei Beschichtungen ist es üblich, daß diese getrocknet werden. Für das erfindungsgemäße Verfahren, das mit einem Bildempfangsmaterial arbeitet, das beispielsweise aus Papier besteht, bezieht der Ausdruck Befeuchtung als wesentlich ein, daß dieses Bildempfangsmaterial mit den aufgebrachten Substanzen in feuchtem Zustand verarbeitet wird.
Durch die Erfindung wird erreicht, daß eine besondere kolloidale Bildempfangsschicht nicht erforderlich ist und daß ein handelsübliches, normales Diffusionsaufzeichnungsmaterial verwendbar ist, wobei die Behandlungsflüssigkeiten wegen ihrer Zusammensetzung eine vorzügliche Haltbarkeit aufweisen und die Fähigkeit haben, eine sehr große Anzahl von Kopien zu liefern.
Überraschend zeigt sich dabei, daß bei getrennter Befeuchtung des Bildempfangsmaterials und des Aufzeichnungsmaterials mit verschiedenen Flüssigkeiten einwandfreie Kopien herstellbar sind, so daß entgegen der bisher praktizierten Auffassung keine Kolloid-Empfangsschichten mehr nötig werden. Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht aber darin, daß bei Verwendung von handelsüblichen Negativ-Materialien für das Silbersalzdiffusionsverfahren im Vergleich zu den auf dem Markt befindlichen Materialien bessere Qualitäten erreicht werden, obwohl nicht mit beschichtetem Bildempfangsmaterial gearbeitet wird.
Dabei wird nicht nur erreicht, daß man mit dem Silbersalzdiffusionsverfahren beliebiges Papier oder bereits bedruckte Schreibmaschinenbögen als Bildempfangsmaterial verwenden kann, sondern es werden auch die Schwierigkeiten vermieden, die sich bei Lagerung von mehrfach beschichteten Empfangsmaterialien nachteilig bemerkbar machen. Bei einer solchen mehrfachen Beschichtung ergibt sich nämlich die Möglichkeit, daß gegebenenfalls bei längerer Lagerung und/ oder wechselnden Einflüssen durch Luftfeuchtigkeit und -temperatur eine Beeinträchtigung der Schichten erfolgen kann, wenn nicht besondere Bindemittel vorgesehen werden. Darüber hinaus sind die beiden Behandlungsflüssigkeiten, d. h. sowohl die Entwicklerflüssigkeit als auch die andere Flüssigkeit, sehr viel länger haltbar, so daß mehr Kopien als früher hergestellt werden können.
Vorzugsweise wird als die Reduktionskeime enthaltende oder bildende andere Lösung eine Lösung mit einer Konzentration von 0,02 Gewichtsprozent einer Hexachloroplatin(IV)-säure und/oder einer Tetrachlorogold(III)-säure verwendet. Ferner wird als Silbersalzlösungsmittel vorzugsweise Natriumthiosulfat eingesetzt.
Hierbei macht sich als weiterer Vorteil bemerkbar, daß für das Empfangsmaterial eine Lösung mit einer Konzentration von nur etwa 0,02 % für den gegebenen
ίο Zweck ausreicht, so daß die Wirtschaftlichkeit erheblich vergrößert wird und weit mehr Kopien hergestellt werden können, als wenn die Keime in der Entwicklungsfiüssigkeit selbst enthalten sind.
Die Befeuchtung des Empfangsmaterials braucht nur auf der einen Seite des Blattes, auf der das Bild erzeugt wird, zu erfolgen; sie kann auf beliebige Weise, z. B. durch Besprühen oder Auftragen mit einer Befeuchtungswalze durchgeführt werden. Genausogut kann man aber auch das Empfangsmaterial durch die die wäßrigen Reduktionskeime enthaltende oder Reduktionskeime bildende andere Lösung durchführen.
Beispiele
Als Aufzeichnungsmaterial wird ein Silbersalzdiffusions-Negativ, und zwar ein übliches Negativpapier, mit einer Kolloid-Zwischenschicht und als Bildempfangsmaterial ein Blatt Schreibmaschinenpapier mit einem Gewicht von 80 g/m2 verwendet. Das Aufzeichnungsmaterial wird nach der Belichtung mit einer handelsüblichen Aktivatorlösung für das Silbersalzdiffusionsverfahren benetzt, während das Bildempfangsmaterial in einem anderen Bad mit einer wäßrigen, sauren Lösung, die die Reduktionskeime enthält oder bildet und noch ein Silbersalz-Lösungsmittel enthält, befeuchtet wird. Zusammensetzungen dieses anderen Bades sind im folgenden weiter unten angegeben. Die Befeuchtung erfolgt durch Tauchen oder durch Oberflächenbenetzung. Die beiden noch feuchten Blätter werden zusammengepreßt, wobei die Schichtseite des Aufzeichnungsmaterials auf die eine Seite des Bildempfangsmaterials gelegt wird. Nach einer für das Silbersalzdiffusionsverfahren üblichen Kontaktzeit von 5 bis 15 Sekunden werden die Blätter voneinander abgezogen.
Die die Reduktionskeime enthaltende oder diese bildende andere Lösung wird hergestellt, indem auf 1000 ml destilliertes Wasser mit einem Zusatz von 15 ml einer 0,5°/0igen Netzmittellösung folgende Zusätze zugegeben werden:
Zusätze in ml
I ΠΙ
IV
l°/oige Na2S2O3-Lösung
l%ige H2(PtCl6) · 6 H2O-Lösung
l°/oige AgNO3-Lösung
l%ige H(AuCl4) · 4 H2O-Lösung.
40 20 10
20
5
10
5
10
10
Zur Durchführung des Verfahrens geht die Erfindung von einer Vorrichtung unter Verwendung zweier Flüssigkeitsbäder aus, durch welche jeweils Aufzeichnungsmaterial und Bildempfangsmaterial hindurchgeführt werden, bevor sie einem gemeinsamen Quetschwalzenpaar zugeführt werden.
Die Erfindung schafft somit ein Zwei-Bad-Verfahren unter Verwendung eines Bildempfangsmaterials, das unbeschichtet bleibt und lediglich gesondert benetzt und in feuchtem Zustand zugeführt wird, während als Aufzeichnungsmaterial ein übliches Negativmaterial verwendbar ist.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Photographisches Silbersalzdiffusionsverfanfahren, bei dem ein belichtetes Aufzeichnungsmaterial mit einem Entwickler behandelt und mit einem befeuchteten Bildempfangsmaterial zusammengepreßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Bildempfangsmaterial vor dem Zusammenpressen mit dem Aufzeichnungsmaterial mit einer wäßrigen, Reduktionskeime enthaltenden oder Reduktionskeime bildenden Lösung, die ein Silbersalz-Lösungsmittel und gegebenenfalls ein Netzmittel enthält, befeuchtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung mit einer Konzentration von 0,02 Gewichtsprozent einer Hexachloroplatin(IV) - säure und/oder einer Tetrachlorogold(III)-säure verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Silbersalz-Lösungsmittel Natriumthiosulfat verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein unbeschichtetes Empfangsmaterial verwendet wird.

Family

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