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Das Patent 1266 948 betrifft eine Kletterschalung zum Betonieren
von turmartigen Bauwerken mit einem inneren und einem äußeren Schalungsring und
init einem die jeweilige Bauhöhe überragenden Kopfgerüst, das wechselweise mit der
Schalung bei Ab-
stützung auf dieser beim Klettern mit Hilfe von einfachen
auf oder an dem Schalungsgerüst installierten Heb-,mitteln höher versetzbar ist.
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Der Erfindung nach dem Hauptpatent liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Kletterschahing dieser Art dahuigehend zu verbessern, daß der Arbeits- und Bewegungsraum
an der jeweiligen Bauwerksspitze vergrößert wird und somit bessere Arbeitsbedingungen
'geschaffen werden. Erreicht wird dies dadurch, daß der innere und äußere Schalungsring
durch im Beton verbleibende, Teile von Schalungszugankern bildende Abstandhalter
miteinander verbunden sind, daß das Kopfgerüst die Schalungsringe mit seitlichem
Abstand übergreifend als Gerüstglocke mit waagerecht und schräg verstrebten, lotrechten
Gerüststielen ausgebildet ist und mit seinem unteren Teil sich so weit unter die
Unterkante des äußeren Schahinasringes erstreckt, daß die Schalungsringe in allen
Arbeits- und Kletterphasen von der Gerüstglocke umgeben bleiben und daß dieser untere
Teil der Gerüstglocke außen an der Wand des Bauwerkes unter Anschluß an die in den
unteren, bereits erhärteten Wandabschnitten einbetonierten Abstandhalter lösbar
verankert ist.
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Bei dieser Schalung nach dem Hauptpatent wird die Handhabung des äußeren
Schalungsringes vom Kopfgerüst bzw. von an diesem befestigten Bühnen aus von außen
her durchgeführt. Für die Handhabung des inneren Schalungsringes muß eine Hilfsbühne
angeordnet werden, die am inneren Schalungsring selbst befestigt ist. Von dieser
Bühne aus werden die notwendi-en Arbeiten am inneren Schalun-srina durchgeführL
Die erwähnte Hilfsbühne läßt sich jedoch nur bei turmartigen Bauwerken mit einem
maximalen Durchmesser von 3 bis 4 m anordnen, da solche Bühnen bei größeren
Durchmessern völlig unwirtschaftliche Konstruktionen ergeben würden. Hinzu
kommt, daß in vielen Fällen innerhalb des Bauwerks Hubgeräte, wie Kräne,
Material- und Personenaufzüge, vorgesehen werden und in diesen Fällen die erwähnte
Hilfsbührie im Wege sein würde.
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Der vorliegenden Zusatzerfindung, liegt die Aufgabe zugrunde, die
Kletterschalung nach Patent 1266 948 in der Weise weiter zu entwickeln bzw.
zu verbessern, daß insbesondere für turmartige Bauwerke mit verhältnismäßig großen
Durchmessern von beispielsweise 14 bis 20 m noch bessere Arbeitsbedingungen geschaffen
werden, ohne daß dabei der Innenraum durch irgendwelche Einbauten, wie Bühnen od..
dgl., eingeschränkt ist, sondern vielmehr für die Anordnung der erwähnten Hubgeräte
frei bleibt.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß vorliegender Zusatzerfindung
bei einer Kletterschalung nach Patent 1266 948 vorgeschlagen, daß das Kopfgerüst
die Bauwerkswand beiderseits mit Abstand von den Schalungsringen umgibt.
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Das Kopfgerüst der erfindungsgemäßen Kletterschalung umgibt demzufolge
nicht mehr das ganze Bauwerk, sondern nur die jeweilige Bauwerkswand.
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Neben dem Vorteil, daß die Kletterschalung nach der vorlie-enden Zusatzerfindung
eine im Inneren des turmartigen Bauwerkes angeordnete Hilfsbühne nicht mehr benötigt
und somit auch für turmartige Bauwerke mit großen Durchmessern geeignet ist, eignet
sie sich auch mit besonderem Vorteil für die Herstellung von geraden Betonwänden
oder von jeglichen nicht in sich geschlossenen Betonwänden.
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In einfacher Weise können sowohl am äußeren als auch am inneren Gerüstteil
Arbeitsbühnen angeordnet sein, welche den Abstand zwischen den Gerüstteilen und
dem äußeren bzw. inneren Schalungsring überbrücken. Von diesen Bühnen aus kann durch
das Bedienungspersonal in einfacher Weise der jeweilige Schalungsring gehandhabt
werden.
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Auf diese Weise bleibt bei turmartigen Bauwerken der Innenraum des
Turmes für Hubgeräte, Material-und Personenaufzüge od. dgL frei, was insbesondere
bei Bauwerken von großer Höhe vorteilhaft ist.
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Die vorgeschlagene Kletterschalung mit dem die Wand beiderseits umgebenden
Kopfgerüst ermöglicht es, sowohl die Innenseite der Wand als auch deren Außenseite
mit Schutznetzen abzusichern, welche jeweils am Außenteil bzw. Innenteil des Gerüstes
befestigt sind.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung ergibt sich, wenn das
Kopfgerüst aus im Abstand voneinander anaeordneten Rahmen gebildet ist, wobei
je ein Rahmenstiel auf jeder Seite der Bauwerkswand angeordnet ist und sich
der die Stiele verbindende Rahmenriegel quer über die Wand erstreck,t.
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Durch diese Ausführungsform wird ermöglicht, daß das gesamte Kopigeräst
über die beiderseits angeordneten Rahmenstiele am bereits erhärteten Beton abgestützt
werden kann. Weiterhin sind die das Kopfgerüst bildenden Rahmen geeignet, sämtliche
äußeren, auf das Kopf,-erüst wirkenden Kräfte, ohne die Schalung zu berühren, auf
den abgebundenen Beton abzuleiten.
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Erfindungsoremäß wird weiterhin vorgeschlagen, daß die Rahmen des
Kopfgerüstes über den Umfang des Bauwerkes -leichmäßig verteilt sind.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung kennzeichnet sich dadurch,
daß insbesondere bei turmartigen Bauwerken mit veränderlichem Querschnitt:,die Verstrebungen
der Rahmen entsprechend dem sich ändernden Querschnitt des Bauwerkes längsverstellbar
ausgebildet sind.
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Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung sind an der Innenseite
der Rahmenstiele in der zuvor angedeuteten Weise auf- oder abklappbare Arbeitsbühnen
an-eordnet. Die Arbeitsbülmen werden hochgeklappt, um das wechselweise Hochsetzen
der Scha lungsringe bzw. deren Teile zu ermöglichen. Bei dem wechselweisen Hochbewegen
der Schalungsringe bzw. deren Teile müssen nämlich die unten befindlichen an den
oberen vorbeibewegt werden. Hierdurch ist der zur Verfügung stehende Arbeitsraum
in bestmöglicher Weise ausgenutzt.
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Die Erfindung bringt weiterhin in Vorschlag, daß die zur Abstützung
des Kopfgerüstes am bereits hergestellten Bauwerk angeordneten Konsolen sowohl an
der Außenseite, als auch an der Innenseite der Bauwerkswand vorgesehen sind. Dabei
sind zweckmäßig die Rahmenstiele des Kopfgerüstes in beiden Richtungen biegesteif
an die Konsolen angeel schlossen. Erfindungsgemäß wird weiterhin vorgeschlagen,
daß jeder Rahmen des Kopfgerüstes einen Aufsatzrahmen besitzt, dessen Riegel mindestens
mannshoch
über dem Rahmenriegel des das Kopfgerüst bildenden Rahmens
verläuft. Auf diesem Rahmenriegel kann eine Arbeitsbühne vorgesehen sein. Durch
die mindestens mannshohe Anordnung des darüberliegenden Riegels des Aufsatzrahmens
wird sichergestellt, daß keine Behinderung des auf dem darunter befindlichen Laufstea
arbeitenden Personals erfolgt. Der Aufsatzrahmen dient als Hilfs-erüst für die Anbringung
von zusätzlich-en Werkzeugen bzw. Geräten. So kann beispielsweise gemäß der Erfindun-
der Riegel des Aufsatzrahmens zur Aufnahme einer Laufkatze mit Hubgerät dienen.
Außerdem können erfindungsgemäß an den Riegeln der Aufsatzrahmen Führun-en für die
einzubrinaenden Vertikalstäbe der Bauwerksbewehrun- an-eordnet sein. Auch können
die Riegel der Aufsatzrahinen zur Aufnahme eines weiteren Laufsteges dienen.
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In der Zeichnung sind Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise
dargestellt. Es zeigt F i g. 1 die Kletterschalung nach der Erfindung im
im
Längsschnitt, F i g. 2 einen Schnitt nach der Linie II-11 in F i
g. 1
und F i a. 3 länasverstellbare Verstrebungen des Kopfgerüstes
der KletterscbalunIg.
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In der Zeichnung ist mit 1 die bereits betoni.-rte Bauwerkswand
bezeichnet. Der innere der Schalungsringe ist mit 2 und der äußere mit
3 bezeichnet. Mit Hilfe von Abstandhaltern 4 od. dgl. sind die Schalungsring-.
2, 3 miteinander verbindbar. Ein die Bauwerkswand 1 beiderseits mit
Abstand von den Schalungsringen 2, 3 umgebendes Kopfgerüst ist mit
5
bezeich,net.
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Das Kopfgerüst 5 besteht aus im Abstand voneinander angeordneten
Rahmen 6, die miteinander durch Verstrebungen 7 verbunden sind. Je
ein Rahmenstiel eines Rahmens 6 ist dabei auf einer Seite der Bauwerkswand
1 angeordnet, wobei sich der die Stiele verbindende Rahmenriegel
8 quer über die Wand 1
erstreckt.
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Wie aus F i g. 2 ersichtlich ist, sind die Rahmen
6
gleichmäßig über den Umfang der Wand 1,des turmartigen Bauwerks verteilt.
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Um vorkommende Krümmungsänderungen der Bauwerkswand 1, insbesondere
bei turmartigen Bauwerken mit veränderlichem Querschnitt zu berücksichtigen, sind
die Verstrebungen 7 der Rahmen 6
entsprechend der sich ändernden Krümmung
der Bauwerkswand 1 gemäß F i g. 3 in ihrer Länge verstellbar ausgebildet.
Zur groben Einstellbarkeit der Verstrebungen 7 sind diese sich einander übergreifend
angeordnet, wobei die übergreifenden Teile durch Rohrkupplungen 9 zusammengehalten
sind. Zur Feinverstellung dienen in die Verstrebungen eingebaute Spannschlösser
29. In F i g. 3 sind noch die durch die Verstrebungen 7 miteinander
verbundenen Rahmenstiele der Rahmen 6 dargestellt.
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Wie aus F i g. 1 ersichtlich ist, sind an der Innenseite der
Rahmenstiele der Rahmen 6 auf- oder abklappbare Arbeitsbühnen 10 angeordnet.
Die Rahmenstiele der Rahmen 6 des Kopfgerüstes 5 sind in beiden Richtungen
biegesteif an Konsolen 11 angeschlossen. Zur Abstützunc, der Konsolen sind
an fertigen Bauwerkswand 1 Vertikalschienen 12, 13
vorg gesehen. Die
Vertikalschienen 12, 13 erstrecken sich etwa bis zum unteren Ende der SchalungsrinIge,
2, 3 und dienen als Führung für die mit Ein-,-riff smitteln 14 versehenen
Konsolen 11.
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Die Wirkungsweise der dargestellten Kletterschalunl-;st folgende:
Nach Fertigstellung eines Betonierungsabschnittes, beispielsweise im Zustand gemäß
dem linken Teil der F i g. 1, wird der untere Teil der quergeteilten Schalungsringe
2, 3 gelöst und an den dann aufgeklappten Arbeitsbühnen 10 vorbei
nach oben versetzt, und zwar in die im rechten Teil der F i g. 1 ersichtliche
Stellun-. Sodann werden die untersten Vertikalschienen 12, 13 gelöst, und
zwar von Bedienungspersonen, die sich 7 auf den Hängegerüsten 15 befinden.
Diese gelösten Vertikalschienen werden dann in die im rechten Teil der F i
g. 1 ersichtliche Stellung gebracht und dort in ihrer Lage gesichert. Nach
Durchführung der Betonarbeiten wird über die Schalungsringe 2, 3 ein Querjoch
16 mit Umlenkrollen 17 gelegt, über das ein Zugseil 18 angeordnet
wird. Das Zugseil 18 ist an den beiden Konsolen 11
eines Rahmens
6 des Kopfgerüstes 5 befestigt. Das Zugseil 18 läuft durch
einen Greifzug 19 hindurch.
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Durch Bedienung des Greifzuges 19 von der unteren Bühne 20
aus wird das Kopfgerüst 5 um einen Betonierabschnitt in die Höhe gefahren,
und zwar unter Gleiten der Konsolen 11 an den Vertikalschienen 12,
13. Zweckmäßig ist der Greifzug 19, wie dargestellt, über der inneren
unteren Arbeitsbühne 20 angeordnet, damit eine Verständigung der Bedienungsperson
mit dem übrigen innen arbeitenden Personal möglich ist.
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In F i g. 1 und 2 ist der Gittermast 21 eines Turmdrehkrans
angedeutet, mit welchem Material emporbewegt wird. Zusätzlich oder an Stelle eines
Turmdrehkrans können im Innenraum des herzustellenden Bauwerks noch weitere Material-
oder Personenaufzüge vorgesehen werden.
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Auf dem Rahmenriegel 8 der Rahmen 6 ist ein Laufsteg
22 vorgesehen.
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Jeder Rahmen 6 des Kopfgerüstes 5 besitzt einen oberen
Aufsatzrahmen 23, dessen Riegel 24 sich mindestens mannshoch über den Rahmenriegel
8 erstreckt. Der Riegel 24 dient zur Aufnahme einer Laufkatze 25 mit
Hubgerät 26. Außerdem sind an dem Riegel 24 Führungen 27 für die einzubringenden
Vertikalstäbe der Bauwerksarmierung angeordnet. Auf den Riegeln 24 kann noch ein
weiterer Laufsteg vorgesehen sein.
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Die Hubgeräte 26 mit ihren Haken 28 dienen zur Aufhängung
und Emporbewegung der Schalungsringe 2, 3, od. dgl.
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Wie die Zeichnung erkennen läßt, ist durch die vorliegende Zusatzerfindung
eine Kletterschalung geschaffen, bei der dank der sowohl an den äußeren als auch
an den inneren Teilen des Kopfgerüstes 5
ermöglichten Anordnung von Arbeitsbühnen
10 eine außerordentlich große Bewegungsfreiheit zur Handhabung der Schalungsringe
2, 3 und deren zugehöriger Teile sichergestellt g ist.