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DE1545755C - - Google Patents

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DE1545755C
DE1545755C DE1545755C DE 1545755 C DE1545755 C DE 1545755C DE 1545755 C DE1545755 C DE 1545755C
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DE
Germany
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pyridine
compounds
oxidation
tetrachloro
acid
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Description

Die Erfindung betrifft Sulfinyl- oder Sulfonylpyridine der allgemeinen Formel I
Cl Cl
(D
Z Cl
IO
in der Z ein Chlor- oder Wasserstoffatom, R einen Alkylrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen und M die Sulfinyl(—SO—)- oder Sulfonyl(—-SO2-)-.Gruppe bedeutet. · . \
■ Diese Verbindungen sind ausgezeichnete Wirkstoffe gegen Bakterien und Pilze pnd.zeichnen sich gegenüber den bekannten Mitteln durch ihre geringe Giftwirkung gegen Pflanzen und Säugetiere aus..
In den Rahmen der Erfindung fallt ferner ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der vorstehend angegebenen allgemeinen Formel I, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein entsprechend chlorsubstituiertes 4-Pyridylalkylsulfid der allgemeinen Formel II
Cl Cl
(H)
Z Cl
in der R und Z die obengenannte Bedeutung zukommt, in an sich bekannter Weise oxydiert, wobei in den meisten Fällen zunächst das entsprechende Sulfinylpyridin entsteht.
In manchen Fällen wird die Verbindung, wenn sie kontinuierlichen Oxydationsbedingungen unterworfen wird, zum. entsprechenden Sulfonylpyridin weiteroxydiert. Vielfach schreitet die Oxydation zürn Sulfonylpyridin so rasch /ort, daß es nicht zweckmäßig ist, die Sulfinylverbindung zu isolieren. Geeignete Oxydationsmittel sind Salpetersäure, Wasserstoffperoxyd und die besonderen Oxydationsmittel, die bei der Herstellung der Sulfonylverbindungen Ver-Wendung finden. Diese sind·rauchende Salpetersäure, ■ Salpetersäure, Wasserstoffperoxyd, Kaliumpermanga- ' nat und Chromschwefelsäure.
. · Die Oxydation eines Moleküls Thiopyridin 'zum entsprechenden Sulfinylpyridin oder die Oxydation eines Moleküls des Sulfinylpyridins zum entsprechenden Sulfonylpyridin erfordert ein Atom Sauerstoff. Die Oxydation eines der Thiopyridine unmittelbar zum entsprechenden Sulfonylpyridin erfordert andererseits zwei Sauerstoffatome für jedes zu oxydierende Thiopyridinmolekül. Ein Molekül des Oxydationsmittels liefert ein Atom Sauerstoff, das durch die Oxydation des Thiopyridins verbraucht wird. Für die Durchführung der Oxydationsreaktion ist es infolgedessen vorteilhaft, Oxydationsmittel in solchen molaren Mengen zu verwenden, welche Sauerstoff in etwa stöchiometrischen Mengen für jede besondere Reaktion zur Verfügung stellen. Man wird zweckmäßigeinen leichten Überschuß an Oxydationsmitteln verwenden. Die Verwendung von Ausgangsmaterialien in bestimmten Mengen ist kein unbedingtes Erfordernis. Das gewünschte Produkt wird auf alle Fälle mindestens zum Teil erzeugt.
Wasserstoffperoxyd bzw. eine wäßrige Lösung hiervon läßt sich als Oxydationsmittel bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Pyridinderivate verwenden. Die Reaktion wird normalerweise in Gegenwart eines flüssigen Reaktionsmediums durchgeführt, wie z. B. Aceton, Eisessig oder einer Mischung von Eisessig und Essigsäureanhydrid. Bevorzugt ist die Verwendung der Eisessig-Essigsäureanhydrid-Mischung. Die Reaktion läuft bei Temperaturen von 75 bis 120°C ab. Man kann sie auch bei Siedetemperatur und unter Rückfluß ablaufen lassen. Vorzugsweise wendet man die Reaktionskomponenten in stöchiometrischen Mengen an. Das Sulfinyl- oder Sulfonylpyridin kann aus der Reaktionsmischung auf üblichem Weg abgetrennt werden, z. B. durch Verdampfen des Reaktionsmediums, um auf diese Weise das gewünschte Produkt als festen Rückstand zu erhalten. Die Reaktionsmischung kann auch mit kaltem Wasser gewaschen und daran anschließend filtriert werden, um auf diese Weise das kristalline Produkt zu erhalten. Salpetersäure läßt sich ebenfalls als Oxydationsmittel für Thiopyridine verwenden. Die Reaktion kann in Gegenwart eines Halogenalkane als Reaktionsmedium, wie z. B. Tetrachlorkohlenstoff, Methylendichlorid oder Äthyldibromid, durchgeführt werden. Man wird zweckmäßg einen Überschuß an Salpetersäure verwenden. Man wird bei Temperaturen von etwa 15 bis 120°C arbeiten, vorzugsweise zwischen 80 und 120 C. In diesem Fall ist nur geringe Zeit erforderlich, um die Reaktion zu Ende zu bringen.
Unter Anwendung der angegebenen Reaktionsbedingungen läßt sich auch rauchende Salpetersäure zur Herstellung von Sulfonylpyridin aus dem entsprechenden Thiopyridin oder Sulfinylpyridin verwenden. Die Säure wird dabei zweckmäßig in leichtem Überschuß gegenüber der theoretischen Menge zur Anwendung gebracht. Die Isolierung des Endproduktes kann in oben beschriebener Weise erfolgen.
Nach einem anderen Verfahren kann auch Kaliumpermanganat oder Chromschwefelsäure zur Anwendung kommen, wobei Kalium- oder Nalriumbichromat zur" Anwendung gelangen. Auch hier kann die Oxydation in Gegenwart eines flüssigen Mediums, wie Wasser, erfolgen, und zwar bei Temperaturen von etwa 10 bis 70° C. Die Kaliumpermanganatoxydation wird vorzugsweise in einem Medium durchgeführt, dessen pH-Wert kleiner als 7 ist: Der pH-Wert kann durch Zugabe einer Säure eingestellt werden. In Betracht kommende Säuren sind Schwefelsäure, Salpetersäure, Chlorwasserstoffsäure, Phosphorsäure und Essigsäure. : .
·. Beispiel 1 .
2,3,5-Trichlor-4-methylsulfonyl-pyridin
der nachstehenden Formel
Cl Cl
4,64 g Wasserstoffperoxyd (0,136MoI) in 30%iger wäßriger Lösung werden bei Zimmertemperatur portionsweise unter Rühren dem 2,3,5-Trichlor-4-methylthiopyridin (10 g,· 0,44 Mol), dispergiert in 50 ml Eisessig, zugegeben. Das so erhaltene Gemisch wird
bei Zimmertemperatur 2\2 Stunden lang gerülirl und dann über Nacht stehengelassen. Duraufhin wird bis zum Sieden erhitzt und auf dieser Temperatur unter Rückfluß 1 Stunde gehalten. Die Mischung läßt man dann auf Zimmertemperatur abkühlen und gießt sie in Eiswasser. Während des Kühlens und Verdünnern fallt das !,.^,S-Trichlor-^methylsulfonylpyridin als kristalliner Fesistoff aus. Dieser wird durch Filtrieren gesammelt, getrocknet und aus Hexan umkristaliisiert. Das so gewonnene Produkt besitzt einen Schmelzpunkt von 103'C und besitzt einen Kohlenstoff-, Stickstoff- und Chlorgehalt von 28; 5,06 und 41,18% gegenüber dem theoretischen Gehalt von 27,6; 5,4 und -40,8%. '
.Beispiel 2
^J.S.o-Tetrachlor^-äthylsulfinyl-pyridin der nachstehenden Formel
Cl
SO-CH2CH3
Cl
10 g (0,034 Mol) 2,3.5.6-Tetrachlor-4-(äthylthio)-pyridin werden langsam portionsweise einer Menge'von 50 ml konzentrierter Salpetersäure zugegeben. Die Reaktionsmischung wird bis. zum Siedepunkt erhitzt und 20 Minuten lang auf dieser Temperatur gehalten. Schließlich läßt man auf Zimmertemperatur abkühlen, um sodann mit Eiswasser zu verdünnen. Während dieser Verdünnung fallt das 2,3,5,6-Tetrachlor-4-äthylsulfinyi-pyridin als Feststoff aus; Das Produkt wird durch Filtrieren gesammelt und luftgetrocknet. Der kristalline Feststoff weist einen Schmelzpunkt von 113'' C auf. Kohlenstoff-, Chlor- und Stickstoffgehalt ist 28,74; 48,24 und 10,76% im Vergleich zu dem. theoretischen Gehalt von 28,7; 48,3 und 48,24%. .'. \
. B e i s ρ i e 1 3
(2,3,5,6-Tetrachlor-4-methylsulfonyl-pyridin) 4,1g (0,12MoI) Wasserstoffperoxyd in 30%iger auf die Siedetemperatur erwärmt und auf dieser Temperatur unter Rühren 1 Stunde lang gehalten. Daraufhin wird auf Zimmertemperatur abgekühlt und mit 300 ml Eiswasser verdünnt. Während dieser Verdünnung fällt ^,S.o-TetrachloM-äthylsulfonylpyridih als kristalliner Feststoff aus und wird durch Filtrieren abgetrennt. Der Schmelzpunkt liegt bei 128 bis 131 C. Der Kohlenstoff-, Chlor- und Schwcfelgehalt liegt bei 27,22; 25,68 und 10,4.9%. Demgegenüber beträgt der theoretische Gehalt 27,2; 45.8 und
10.4%. .:■·■■■■■ .·;.
B c i s ρ i e 1 5 .
^J.S-TrichloM-äthylsuIfonyl-pyridin ' ' ■ ·
9,8 g (0,05 Mol) von 2,3.5-Trichlor-4-(äthylthio)-
pyridin werden portionsweise unter Rühren einer leicht wäßrigen Mischung von 100 ml Wasser und 15,8 g Kaliumpermanganat (0,1 Mol) zugegeben. Die
sich ergebende Dispersion wird 3 Stunden lang auf 35 C erhitzt. Daraufhin wird auf Zimmertemperatur abgekühlt und mit Eiswasser verdünnt. Während dieser Verdünnung fällt 2,3,5-Trichlor-4-äthylsulfonylpyridin als kristalliner Feststoff aus und wird durch
Filtrieren getrennt. Der Schmelzpunkt liegt bei 87' C. In ähnlicher Weise können folgende Verbindungen hergestellt werden.
Verbindung
2,3,5,6-Teträchlor-4-methylsulfonyl-
pyridin ...
2,3,5,6-Tetrachlor-4-äthylsulfpnyl-
pyridin ...
2,3,5,6-Tetrachlor-4-propylsulfonyl-
pyridin
2,3,5-Trichlor-4-isopropylsuIfonyl-
pyridin '..'
2,3,5-Trichlor-4-methylsulfinyl-
pyridin .-........;
2,3.5,6-Tetrachior-4-propylsulfinyl-
pyridin
2,3,5,6-tetrachior-4-äthylsulfinyl-
pyridin
Schmelzpunkt
138 bis 140
129 bis 131
163 bis 172
84
91
120,5
113
Im Zuge der vorliegenden Erfindung wurde fest
wäßriger Lösung werden bei Zimmertemperatur rasch und portionsweise unter Rühren 25 g (0,095 Mol) des
2,3,5,6-Tetrachlor-4-(methylthio)-pyridins zugesetzt, welche in 150 nil Eisessig dispergiert sind. Das Rühren
wird bei Zimmertemperatur 6 Stunden lang fort- 50 gestellt, daß die Sulfinyl- oder Sulfonylpyridinverbin-
gesetzt. Daraufhin wird die Mischung mit Eiswasser düngen hochwirksame Fungizide für die Bekämpfung
verdünnt. Während der Verdünnung fällt 2,3,5,6-Tetrachlor-4-methylsulfonyl-pyridin als kristalliner Festeiner ,Vielzahl von Bakterien und Pilzen sind. Dabei besteht ein :besonderer Vorteil der Verbindungen darin, daß sie geringe Giftigkeit gegenüber Säuge-
Schmelzpunkt des so gewonnenen Produkts liegt bei 55 tieren und Pflanzen aufweisen und daß sie demzufolge 138 bis 1405C. Kohlenstoff-, Chlor- und Schwefel- Pflanzen zum Zweck der Pilz- oder Bakterienbekämpgehalt ist 24,66; 47,85 und 11,26%. Demgegenüber fung ohne bemerkenswerte Schädigung der Pflanzen beträgt der theoretische Gehalt 24,4; 48 und 10,9%. zugeführt werden können. Schließlich und endlich
können die Sulfinyl- und Sulfonylpyridinverbindungen oder diese Stoffe enthaltendes Material Mörtel, Tinten, Wandplatten, Papier, Klebstoffen, Seifen, synthetischen Detergentien, Schneidölen, polymeren Materialien, Konservierungsflüssigkeiten, Ölfarben, Latexfarben ü: dgl. zugesetzt werden, um diese vor Befall von
2,3,5,6-Tetrachlor-4-(äthylsulfinyl)-pyridins zugesetzt, 65 Mikroorganismen zu schützen. Die erfindungsgemäßen welches in 200 ml Eisessig dispergiert ist. Die Reak- Verbindungen können körnig aufgestreut werden, tionsmischung wird sodann bei Zimmertemperatur oder sie können auch zur Imprägnierung von Nutzholz 4 Tage lang sich selbst überlassen und anschließend verwendet werden.
stoff aus und wird durch Filtrieren abgetrennt. Der
10,9%.
B e i s ρ i e 1 4 - 2,3,5,6-Tetrachlor-4-äthylsulfonyl-pyridin
6 g Wasserstoffperoxyd (0,178 Mol) werden rasch und portionsweise unter Rühren 25 g (0,01 Mol) des
Bei Anwendung zur Bekämpfung von Pflanzenbefall durch Bakterien und Pilze werden gute Ergebnisse erzielt, wenn die Verbindungen auf dem entsprechenden Boden in einer Menge von 0.15 bis 12 kg ha angewandt werden. Soll sie der Erde selbst zur Bekämpfung des Wurzclbefalls von Pflanzen zugeführt werden, so sind die erforderlichen Mengen 0.15 bis 120 kg ha. In Sonderfällen kann die Verteilung bis zu einer Tiefe von mindestens 5 cm unter die Oberfläche nützlich sein.
Zum Schutz von Tinten. Klebstoffen. Seifen. Mörteln. Wandplatten. Schneidölen, polymeren Materialien. Papier werden schon gute Ergebnisse erzielt, wenn Mengen von mindestens 0.05 Gewichtsprozent angewandt werden. Zum Schutz von Samen und Saaten werden gute Ergebnisse erzielt hei Dosierung von mindestens 15 g pro 4500 g. Für die Behandlung von Holz ist es zweckmäßig, diesem mindestens Mengen von 0.16 g in' einzuimprägnieren.
Zur Erhaltung und zum Schutz von öl. Latexfarben und Firnissen wird man mindestens 0.3 Gewichtsprozent der erfindungsgemäßen Verbindungen verwenden.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen können aber auch in Form von Flüssigkeit oder von Staub angewandt werden. In diesem Hall werden uieerfindungsgemäßen Verbindungen zusammen mit einem Träger einschließlich Wasser, organischen Lösungsmitteln. Petroleum. Petrolcumdestillaten. Naphtha u.dgl. sowie polymeren Verdünnungsmitteln. Harzstoffen, oberflächenaktiven Mitteln angewandt.
Die absolut genaue Konzentration einer crfindungsgemäßen Verbindung, in den für die Behandlung vorliegenden Materialien ist nicht kritisch und kann sich sehr wohl verändern. Die Konzentration in flüssigen Zusammensetzungen beträgt von etwa 0.0(M)I bis 50 Gewichtsprozent, in Form von Staub beträgt die Konzentration etwa 0.1 bis 95 Gewichtsprozent. In Materialien, die als Konzentrat angewendet werden sollen, ist der Gehalt an der erfindungsgemäßen Verbindung von 5.bis 98 Gewichtsprozent. ·
Die erfindungsgemäßen Verbindungen lassen sich zusammen mit anderen Behandlungsmitteln zur Anwendung bringen.
Beispiele
50 Gewichtsteile von 2.3.5.6-TetrachIor-4-meth_\lsulfonyl-pyridin werden mit 18 Gewichtsteilen Diatomeenerde. 29 Gewichtsteilen Kaolinton. 2 Gewichtstcilen nichtionischen» oberflächenaktiven Mitteln (Nonylphenol kondensiert mit 9 Mol Äthylenoxyd) und 2 Teilen einer substituierten Benzoidalk\lsulfonsäure gemischt und vermählen, um auf diese Weise ein Konzentrat in Form eines benetzbaren Pulvers herzustellen. Ein Teil dieses Pulvers wird im Wasser dispergiert. um eine wäßrige Sprühflüssigkeit zu erzeugen, die 0.6 g, 1 der letzteren Mischung enthält. Das so hergestellte Material wird Obstbäumen eines Apfelgartens verabreicht, um diese vor Befall der Venturia inaequalis zu bewahren. Diese Behandlung wird in wöchentlichen Abständen während einer Zeit von 9 Wochen w iedcrholt. Die erste Verabreichung erfolgt vor dem Ausschlagen der Baumblüten. Unbehandelte Versuchsbäume beläßt man in dem Garten, um sie zu Vergleichszwecken zu verwenden. 1 Woche nach der let/ten Sprühbehandlung werden die Bäume geprüft, und die F.rgehnisse werden mit den Ergebnissen an Hand der nicht behandelten Bäume verglichen. Das Schlußergebnis ist, daß die mit der Pyridinverbindung behandelten Bäume fast völlig frei von Verletzungen, zurückzuführen auf die Venturia inaequalis. sind. Die nicht behandelten Bäume zeigen schwere Verletzungen.
Beispiel 7
ίο Bei den nachstehenden Versuchen werden yer-, schiedene Sulfinyl- und Sulfonylpyridinycrbindiingen in Form von wäßrigen Sprühflüssigkeiten zur. Bekämpfung der Venturia inaequalis zur Spätfrühlingszeit verwendet. Das Bchandlungsmatcrial wird der
■15 Belaubung der Apfelbäume zugeführt, die einen heftigen Befall der genannten Venturia inaequalis aufweisen. Die Behandlung erfolgt bis zum Abtropfen der Behandlungsflüssigkeit, und. zwar in einer Dosis von 0.56 kg ha. Benachbarte Bäume werden unbehandelt belassen. 4 Wochen nach der Behandlung werden die Blätter der behandelten Bäume geprüft und mit den Blättern der unbehandelten Bäume bezüglich der Verletzungen zur Folge des Befalls verglichen. Die jeweils verwendeten Pyridinverbindungen und die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tafel 1 aufgeführt.
Tafel I
Verbindung
2.3.5.6-Tetrachlor-4-methylsulfonylpyridin
3-s 2.3.5.6-Tetrachlor-4-methylsulfinyl-
pyridin
2J.5-Trichlor-4-methylsulfonyl-
pyridin
.2.3.5-Trichlor-4-propylsulfinylpyridin
Erfolg der Bekämpfung
90 bis 100 90 bis 100 90 bis 100 90 bis Ϊ00
Beispiel 8
Verschiedenartige Sulfinyl- und bzw. oder Sulfonylpyridinverbindungen werden Anstrichmaterialien einverleibt, um diese vor Schimmel befall zu schützen. Die Sulfinyl- oder Sulfonylpyridinverbindungen werden in den Latexfarben dispergiert oder diesen einverleibt, und zwar in einer Menge von mindestens 0,3 Gewichtsprozent.
Das zur Anwendung gebrachte Anstrichmaterial wird durch intensives Mischen einer Pigmentdisper^ sion von Prüfstoff mit einem synthetischen Latex. enthaltend ein Mischpolymerisat des Älhylacrvlats. Methylmethacrylat. Acrylsäure und Methacrylsäure.' hergestellt.
Die Anstrichmaterialien besitzen die nachstehenden Zusammensetzuniien: . ' . . · ■
Tafel 2
Pigmentdispersion
Wasser
Kaliumtιipolyphosphat .
Titandioxvd
Gehalt des Anstrichmittels
140
1.5
240
1.8 288
Fortsetzung
gestellten Bretter untersucht und gemäß nachstehender Skala numerisch bewertet:
Pigmentdispersion Gehalt des
Anstrich
mittels
B/l
Glimmer, gesiebt durch ein Sieb
mit. 325 Maschen pro 2.5 cm
Sieblänge (44 Mikron)
Calciumcarbonat -.
Ton (feingemahlen)
Propy lenglykpl (Molgewicht 1200)
Prüfstoff
Methylcellulose . :
Synthetisches Latex
Anti-Schäummitlel
50
20
20
4
150
506 ■'··
10

24
24
4.8
180
607
12
Bewertung Prozentsatz der verschimmelten
5 ·" 10 Versuchsbretter
9 0
8 ' . <5 ■ ■
'7 10
■o 6 20
5 40
4 50
3 60
15 2 ■ 70
1 80
100 .
. ' .
In ähnlicher Weise werden Firnisse hergestellt und vor Befall geschützt.
Holzplatten werden mit den einzelnen Anstrichfarben bestrichen, ebenso wie mit einer Verglcichsfarbe. Die Tafeln werden getrocknet und sodann 2 Monate lang in einer Trockenkammer mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 951V0 und einer Temperatur ■ von 28 "C ausgesetzt. Daraufhin erfolgt die Prüfung, deren Ergebnisse in der nachstehenden Tafel 3 niedergelegt sind.
Tafel 3
Verbindungen
2,3.5-Trichlor-4-methylsulfonylpyridin
2,3,5.6-TetrachIor-4-methylsulfonyI-pyridin
2.3,5.6-Tetrachlor-4-methylsulfinyl-
pyridin
2,3,5-Trichlor-4-methylsulfinyl-
pyridin
2.3,5.6-Tctrachlor-4-propylsulfinyl-
pyridin
. 2,3,5,6-Tetrachlor-4-äthylsulfonyl-
pyridin .'...
Bekämpfung des Schimmels
oder des Pilzes η
KK) HK) KK) KK) 100
100
40
45
Gleichzeitig wird festgestellt, daß die nicht behandelten Farbmaterialien einen außerordentlich schweren Befall von Schimmel oder dergleichen Bakterien aufweisen, derart, daß etwa 75" „ des Anstriches durch Schimmel bedeckt sind.
Wie die nachstehend beschriebenen Vergleichsversuche zeigen, sind die erfindungsgemäßen Verbindungen als Konservierungsmittel für Latexfarbanstriche bekannten kommerziellen Schutzmitteln f<o überlegen.
Die zu untersuchenden Verbindungen wurden jeweils in eine Acryllatexfarbzusammensetzung in sol- ' eher Menge eingebracht, daß ihre Konzentration 0.6 Gewichtsprozent betrug. Mit diesen Mischungen ''5 wurden Bretter aus Gelbkieferholz angestrichen und bei Lake Jackson in Texas im Freien aufgestellt. Nach 4 und 7 Monaten wurden die im Freien auf-Die Versuche ergaben folgende Ergebnisse:
Bewertung nach 7 Monaten
4 Monaten
Untersuchte Verbindung 1
Keine (Kontrollversuch) 1
Erfindungsgemäße Verbindungen 9
10
9
2.3.5.6-Tetrachlor-4-methyl-
sulfonvl-pyridin
2.3.5-Trichlor-4-methyl-
sulfonyl-pyridin
2.3.5.6-Tetrachlor-4-propyl-
sulfonyl-pyridin
10
10
9
Handelsübliche Schutzmittel als
Vergleich
. 3
1
4
4
Phenylquccksilberacetat') ....
Di-(phenylquccksilbcr)-
dodecenylsuccinat2)
Tripropylzinnoxyd ..........
Chlormethoxyacetoxy-
mercuripropan3) ..........
3
1
6
2
') Handelsprodukt Troysan PMA-100.
2I Handelsprodukt Super ADIT. "
J) Handelsprodukt Troysan CM P Acetat.
In einer weiteren Versuchsreihe wurden die zu untersuchenden Verbindungen in eine Acryllatexfarbzusammensetzung in solcher Menge eingebracht, daß sich eine Konzentration von 1,0 Gewichtsprozent ergab. Die Ergebnisse dieser Versuche waren wie folgt:
Untersuchte Verbindung
Keine (Kontrolle)
Di-(phenyiquecksilber)-
dodecenylsuccinat
(Vergleich)
2.3.5.6-Tetrachlor-
4-methylsulfonyl-
pyridin
2.3.5.6-Tetrachlor-4-methyIsulfinylp\ ridin
Ergebnis
Schimmel
in 3 Monaten Schimmel
in 7 Monaten
kein Schimmel in 27 Monaten
kein Schimmel in 27 Monaten

Claims (1)

  1. 9 10
    Die Versuchsergebnisse zeigen klar die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Verbindungen gegenüber bekannten, speziell für Latexfarben empfohlenen Schutzmitteln.
    ■' ■ · . - Patentansprüche:
    1. Verbindungen der allgemeinen Formel I
    Cl Cl
    Z Cl
    in der Z ein Chlor- oder Wassersttiffatom, R einen AFkylrcst mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen und M die SulfinyK—SO—)- oder Sulfonyl(—SO2-)-Gruppe bedeutet.
    Ci Cl
    Cl
    in der R und Z die obengenannte Bedeutung zukommt, in an sich bekannter Weise oxydiert.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasserstoffperoxyd als Oxydationsmittel verwendet.
    4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxydation bei einer Temperatur zwischen 75 und 120 C durchführt.
    5. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch
    2. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein entsprechend chlorsubstituiertes 4-Pyridylalkylsulfid. der allgemeinen Formel II
    (H)
    gekennzeichnet, daß man die Oxydation in Gegenwart von Aceton, Eisessig oder einer Mischung aus Eisessig und Essigsäureanhydrid durchrührt.
    6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Oxydationsmittel Salpetersäure verwendet.
    7. Verfahren nach Anspruch 2 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxydation bei einer Temperatur zwischen 15 und 120'"C durchführt.

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