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DE1420485C - Verfahren zur Herstellung von Poly phenylenoxyden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Poly phenylenoxyden

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Publication number
DE1420485C
DE1420485C DE1420485C DE 1420485 C DE1420485 C DE 1420485C DE 1420485 C DE1420485 C DE 1420485C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
copper
reaction
pyridine
amine
phenols
Prior art date
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Allen Stuart Schenectady N Y Hay (V St A)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
General Electric Co
Original Assignee
General Electric Co
Publication date

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Description

Verfahren zur Oxydation von Phenolen in Gegenwart von Aminen und Kupfer(II)-salzen sind bekannt. Brackmann et al berichten in Rec. Trav. Chem. 74, 937/955, S. 1021 bis 1039, 1071 bis 1080, UOl bis 1119 (1955), über eine Experimentalarbeit, bei der Sauerstoff mit monocyclischen und bicyclischen Phenolen in Gegenwart eines Kupfer(II)-salzes und primärer, sekundärer und tertiärer Amine umgesetzt wird. In Gegenwart primärer und sekundärer Amine werden sowohl die monocyclischen als auch die bicyclischen Phenole oxydiert unter Bildung chemischer Verbindungen, bei denen die Amine einen Bestandteil des gebildeten Moleküls darstellen. In Gegenwart eines tertiären Amines lassen sich nur die bicyclischen Phenole, z. B. Naphthole, oxydieren. In diesem Fall bilden die Produkte einfache Verbindungen, wie Naphthochinone, die aus 1 oder 2 Molekülen Naphthol gebildet wurden, Naphthone, die aus 2 Molekülen Naphthol gebildet wurden, sowie im Fall von //-Naphthol (Naphthol-2), ein aus 3 Molekülen des Naphthols gebildetes Naphthochinon. Dagegen tritt keinerlei Reaktion ein, wenn versucht wird, monocycüsche Phenolein Gegenwart eines Kupfer(II)-salzes und tertiärer Amine zu oxydieren. Brackmann stellt auf S. 939 fest: »In bezug auf die Phenole der Benzolreihe sind tertiäre Amine vollständig inaktiv«.
Es wurde nun gefunden, daß es doch gelingt, einbasische monocycüsche Phenole oxydativ zu verknüpfen, wobei mit nahezu quantitativer Ausbeute
ίο höhermolekulare Polyphenylenäther mit besonders günstigen Eigenschaften erhalten werden. Hierbei wird das Amin kein Bestandteil des Reaktionsproduktes, wie das bei den Oxydationsverfahren von Brackmann et al der Fall ist.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polyphenylenoxyden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man einen aus einem tertiären Amin und einem darin löslichen Kupfer(I)-salz hergestellten Kupferaminkomplex in Gegenwart von Sauerstoff bei Temperaturen von nicht über 1000C mit Phenolen der allgemeinen Formeln
OH
R0x
R'
II
umsetzt, in denen X ein Wasserstoff-, Chlor-, Bromoder Jodatom, R' ein Halogenatom oder R und R ein Wasserstoffatom, einen Kohlenwasserstoff-, Kohlenwasserstoffoxy-, Halogenkohlenwasserstoff- oder einen Halogenkohlenwasserstoffoxyrest bedeuten, wobei die aliphatischen halogenierten Substituenten mindestens 2 Kohlenstoffatome zwischen dem Halogenatom und dem Phenolkern besitzen, alle aliphatischen Substituenten an dem an den Phenolkern gebundenen Kohlenstoffatom mindestens ein Wasserstoffatom tragen und R und R' bei der allgemeinen Formel II nicht beide ein Halogenatom oder ein Aryl-, Kohlenwasserstoffoxy- oder Halogenkohlenwasserstoffoxyrest sein dürfen.
Hierbei sollen die Halogenkohlenwasserstoffoxyreste mindestens 2 Kohlenstoffatome zwischen einem Halogenatom und dem Phenolkern besitzen. Halogenmethylgruppen sind hydrolytisch so reaktionsfähig, daß sie bei der Oxydationsreaktion unerwünschte Nebenprodukte bilden. Ganz allgemein sind solche Substituenten R bzw. R' ausgenommen, die ein aliphatisches tertiäres «-Kohlenstoffatom tragen. Die Gründe hierfür sind unten dargelegt.
In der Oxydationsreaktion in Gegenwart des Kupferkatalysatorsystems beteiligt sich das Wasserstoffatom der phenolischen Gruppe eines Phenolmoleküls, ein Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Jodsubstituent in der Ortho-(2)- oder Para-(4)-Stellung eines anderen Phcnolmoleküls und Sauerstoff unter der Bildung von Wasser gemäß folgendem Reaktionsschema, das zur Darstellung die Paraposition ver- wendet:
3 2
J 2
,OH ["OH-] 5 h
5 <>
5 (>
-+ H2O
(A)
Nachstehend werden die Zahlen zur Bezeichnung der Stellung der Substituenten und der Verbindungsstellen benutzt; η ist eine ganze Zahl von mindestens 10 und beträgt im film- und faserbildenden Bereich 100 bis 1500 und mehr.
Die Art des verwendeten Kupfer(I)-salzcs spielt keine Rolle, wenn es nur auch im Kupfer(II)-Zustand existieren und einen Komplex mit dem tertiären Amin bilden kann, der im Rcaklionsmedium löslich ist. Die Notwendigkeit, im Kupfer(II)-zustand existieren zu können, beruht auf der Annahme, daß die Oxydation des Phenols durch ein Zwischenprodukt aus einem aktivierten Kupfer(ll)-aminkomplcX bewirkt wird, der mit dem Phenol unter Regenerierung des Kupfer(l)-aminkoniplexcs reagiert. Soweit festgestellt werden kann, ist es unmöglich, diesen aktivierten Komplex ausgehend von einem Kupfer(II)-salz zu bilden. Typische Beispiele der für dieses Verfahren geeigneten Kupfcr(I)-salze sind: Kupfer(I)-chlorid, Kupfcr(I)-bromid, Kupfer(I)-sulfal, Kupfer(I)-azid, Kupfcr(I)-tetraminsulfat, Kupfer(I):acctat, Kupfcr(I)-propionat, Kupfer(l)-palmital, Kupfcr(l)-benzoat usw.
Kupfer(I)-chlorid, Kupfer(I)-broinid und Kupfer(l)-a/id liefern die Polyphenylenäther mit dem höchsten Molekulargewicht. Obwohl man kein Kupfer(ll)-sulfit kennt, läßt sich Kupfer(l)-sull'il verwenden, da es offenbar zu Kupfcr(l)-sulfat oxydiert wird. Kiipfcr(l)-salzc, wie Kupfcr(l)-jodid, Kupfei(l)-sulful, Kupler(l)-cyanid und Kupfcr(l')-rliodanid sind /in Verwendung
in diesem Verfahren nicht geeignet, da sie entweder in tertiären Aminen unlöslich sind oder aber keine stabilen Kupfer(II)-salze bilden können. Zum Beispiel zersetzen sich Kupfer(II)-cyanid und Kupfer(II)-rhodanid autogen zu den entsprechenden Kupfer(I)-salzen. Die Existenz von Kupfer(I)-nitrat und Kupfer(I)-fluorid ist nicht bekannt, aber die Aminkomplexe lassen sich in situ herstellen. Ein Ersatz der Kupfer(I)-salze durch Kupfer(II)-chlorid, Kupfer(II)-sulfat, Kupfer(Il)-chlorat und Kupfer(II)-nitrat liefert keine Oxy- ίο dation der monozyklischen Phenole in Gegenwart eines tertiären Amins. Diese Ergebnisse bestätigen die Arbeit von B r a c k m a η η et al.
Beispiele für tertiäre Amine, die sich zur Ausführung der Erfindung verwenden lassen, sind aliphatische tertiäre Amine, wie Trimethylamin, Triäthylamin, Tripropylamin, Tributylamin, Diäthylmethylamin, Dimethylpropylamin, Allyldiäthylamin, Dimethyl-n-butylamin, Diäthylisopropylamin, Benzyldimethylamin, Dioktylbenzylamin, Dioktylchlorbenzylamin, Dirnethylzyklohexylamin, Dimethylphenäthylamin, Benzylmethyläthylamin, Di-(chlor-phenäthyl)-brombenzylamin, l-Dimethylamino-2-phenylpropan und 1-Dimethylamino-4-pentan.
Verwendet man aliphatische tertiäre Amine, so sollen mindestens zwei der aliphatischen Gruppen geradkettige Kohlenwasserstoffgruppen sein.
Beispiele Tür cyclische Amine sind die Pyridine, wie Pyridin selbst, Chinuclidin, die N-Alkylpyrrole, die N-AIkylpyrrolidine, die N-Alkylpiperidine, die Chinoline, Isochinoline, N-Alkyltetrahydrochinoline, N-Alkyltetrahydroisochinoline und N-Alkylmorpholine einschließlich der ringsubstituierten Produkte dieser zyklischen Amine, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome an den ringbildenden C-Atomen durch die folgenden Gruppen substituiert sein können: Alkyl- (ζ. Β. Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Butyl-, Amyl-, Hexyl-, Heptyl-, Oktyl- sowie deren Isomere und Homologe), Alkoxyl-(z. B. Methoxyl-,Äthoxyl-, Propoxyl-, Butoxyl- und die Isomeren und Homologen), Aryl- (ζ. B. Phenyl-, ToIyI-, Dimethy!phenyl-, Chlor- < phenyl-, Bromtolyl-, Naphthyl-, Chlorbromnaphthyl- und ihre Isomeren und Homologen), Oxyaryl- (ζ. Β. Oxyphenyl-, Oxytolyl-, Oxyxylyl-, Oxychlorphenyl-, Oxynaphthylgruppen und ihre Isomeren und Homologen). Die Ringsubstituenten können gleiche oder verschiedene Kohlenwasserstoffgruppen sein. Piperidine, Pyrrole, Pyrrolidine, Tetrahydrochinoline oder Tetrahydroisochinoline werden in Form tertiärer Amine verwendet, bei denen ein Kohlenwasserstoffrest, wie sie vorstehend definiert sind, mit dem Aminstickstoff verbunden ist.
Die Wirkung einer N-Arylgruppe in tertiären Aminen, z. B. N,N-Dimethylanilin oder Methyldiphenylamin besteht darin, die Basizität des Amins zu verringern, so daß seine Fähigkeit zur Bildung des Kupferkomplexes weitgehend vermindert wird. Außerdem verringert sich auch die Stabilität des Amins unter oxydierenden Bedingungen weitgehend. Wegen dieser beiden Effekte verwendet man besser keine tertiären Amine, die einen N-Arylsubstituenten tragen. Die bevorzugte Einbeziehung der Ortho- oder ParaStellungen in die Oxydationsreaktion ist so ausgeprägt, daß, falls eine der drei Stellungen mit einem Halogen substituiert ist (außer Fluor, welches nicht (\s reagiert) und die beiden anderen mil einem Kohlenwasserstoffrest substituiert sind, das Halogen entfernt wird In diesem Fall reagiert das llalogenatoni mit 1 Molekül des Kupferkatalysators und inaktiviert ihn. Daher ist es erforderlich, 1 Mol Katalysator pro Atom entferntes Halogen zu verwenden. Diese Halogenentfernung erstreckt sich nicht auf Phenole, die in jeder der beiden Orthostellungen ein Halogen tragen, da in diesem Fall die Elektronegativität der beiden Halogene die phenolische Hydroxylgruppe so inaktiviert, daß das Phenol nach diesem Verfahren nicht oxydiert werden kann. Wenn ein Kohlenwasserstoff und ein Halogen die Orthostellungen einnehmen und entweder Wasserstoff oder ein Halogen, außer Fluor, die Parastellung, so scheint nur die Parastellung an der Oxydationsreaktion teilzunehmen. Nehmen Wasserstoff und ein Kohlenwasserstoffrest die Orthostellungen ein und ein Halogen, außer Fluor, die Parastellung, dann können beide, der Wasserstoff und das Halogen, an der Oxydationsreaktion in derselben Weise teilnehmen, wie wenn beide Stellungen mit Wasserstoff substituiert wären. Da eine Reaktion unter Einbeziehung der Wasserstoffatome in den Ortho- oder ParaStellungen den Katalysator nicht zerstört, so muß nur eine kleine katalytische Menge angewandt werden, in der Größenordnung von 0,1 bis IO Molprozent, bezogen auf die zu oxydierenden Mole Phenol. Daher werden erfindungsgemäß Phenole bevorzugt, die an der in die Oxydationsreaktion einbezogenen Ringstellung Wasserstoff tragen.
Halogenmethylgruppen sind hydrolytisch so reaktionsfähig, daß sie bei der Oxydationsreaktion unerwünschte Nebenprodukte bilden. Daher werden Phenole, die derartige Substituenten enthalten, als Hauptreaktionsteilnehmer aus der Reaktionsmischung am besten ausgeschlossen, obwohl sie in kleinen Mengen als Modifizierungsmittel zugegen sein können. Andere Ringsubstituenten, wie Nitro-, Cyano-, Karboxyl- und Formylgruppen, die mit Aminen oder Kupfersalzen reagieren können, sollten ebenso als Substituenten der als Hauptreaktionsteilnehmer verwendeten Phenole ausgeschlossen werden, obwohl Phenole, die diese Gruppen enthalten, in geringen Mengen als Modifizierungsmittel des erhaltenen Polymeren verwendet werden können.
Weiter wurde festgestellt, daß Gruppen mit großem Raumbedarf, d. h. angenähert kugelförmige Gruppen, z. B. die tert.-Butylgruppe und höhere Homologe, Arylgruppen, Oxyalkylgruppen, die Oxydationsreaktion zwar nicht stoppen, jedoch nur Diphenylchinone bilden.
Dies führt zu folgender Beobachtung betreffs aliphatischer Orthosubstituenten an den phenolischen Ausgangsstoffen: Substituenten, die ein aliphatisches tertiäres a-C-Atom tragen, liefern die entsprechenden Diphenylchinone und verhindern die Bildung von Polyphenylenäthcrn, wenn mindestens ein derartiger Orthosubstituent anwesend ist. Typische Beispiele für solche Substituenten sind:
-C(CH.,),
C
I
(CH.,),
I
C, Il
S
C(C, Hs):
C4H,
-C(CHj)2
-C(C6H5),
usw.
Substitucnlcn, die ein aliphatisches sekundäres ίΐ-C-Atom haben, verhindern die Bildung von PoIyphenylenäthern zwar nicht, aber ein derartiger Orthosubstitucnt verursacht zumindest eine geringfügige Bildung des entsprechenden Diphenylchinons. Zwei derartige Orthosubstituenten haben zur Folge, daß der Hauptteil des Produktes aus dem entsprechenden Diphenylchinon besteht und mir ein kleinerer Anteil der Polyphenylenäther ist.. Orthosubstituenten, die ein aliphatisches primäres a-C-Atom haben, verhindern die Bildung der Polyphenylenäther nicht.
Weiter wurde festgestellt, daß zur Erzielung von Polyphenylenäthern mit sehr hohem Molekulargewicht nur die Parastellung und der phenolische Wasserstoff an der Oxydationsrcaktion teilnehmen dürfen. Dagegen lassen sich Polyphenylenäther mit niedrigem und mittlerem Molekulargewicht durch Oxydation von Phenolen mit nur einer reaktionsfähigen Orthostellung erhalten. Wird die Oxydation mit Phenolen durchgeführt, die mit beiden Ortho- und der Parastellung sowie mit der phenolischen Gruppe reagieren können, so stellen die erhaltenen Polyphenylenäther eine Mischung aus Polyphenyleniithern mit dreidimensionaler Struktur dar. Derartige Stoffe sind außerordentlich reaktionsfähig und neigen dazu, sich aus Flüssigkeiten in Gele umzuwandeln, ohne lösliche, feste Stoffe zu bilden, die isoliert werden können. Derartige Stoffe sind als Vergußharze, Imprägniermittel oder als hitzehärtbare Klebstoffe brauchbar.
überraschenderweise kann man nach dem erfindungsgemäßen Verfahren Polyphenylenäther mit sehr hohem Molekulargewicht herstellen, die außerordentlich hohe Erweichungspunkte im Bereich von 250 bis 300° C oder mehr aufweisen, wie sich aus den zu ihrer Verformung erforderlichen Preßtemperaturen ergibt. In Abhängigkeit von den Herstellungsbedingungen bleiben sie bei fortgesetztem Erwärmen im Vakuum auf 250°C entweder thermoplastisch, oder sie erhärten zu einem unschmelzbaren Zustand, in dem sie nicht mehr in den üblichen organischen Lösungsmitteln, wie Toluol, Xylol, Chloroform, Nitrobenzol usw., in denen sie vor der Wärmebehandlung löslich waren, löslich sind. Stoffe von niederem Molekulargewicht lassen sich erhalten, indem man entweder die reagierende Sauerstoffmenge steuert oder indem der Reaktionsmischung eine Flüssigkeit zugesetzt wird, die für das Ausgangsmaterial ein Lösungsmittel bildet, aber für die Reaktionsprodukte, nachdem diese ein vorbestimmtes Molekulargewicht erreicht haben, kein Lösungsmittel ist. Die Geschwindigkeit der Oxydation ist von der Menge des .anwesenden Kupfer(I)-kataIysators abhängig. Um eine ausreichende Reaktionsgeschwindigkeit zu erzielen, bevorzugt man die Verwendung von mindestens 1 Molprozent Kupfer(I)~katalysator, bezogen auf die Menge des verwendeten Phenols. Pro Kupferatom sollen 2 Atome Aminstickstoff vorhanden sein. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren kann man Polyphenylenäther mit Molekulargewichten von mindestens 10000 erhalten.
Diese hochmolekularen Stoffe stellen neue chemische Massen dar. Bisher wurden Polyphenylenäther z. B. durch die Ullman-Reaktion zwischen einem Parabromphenol und einem Kaliumphenolat in Gegenwart von Kupfcrpulver hergestellt. Eine solche Reaktion ist jedoch offenbar nicht in der Lage, PoIyphenylenäther mit mehr als etwa acht sich wiederholenden Einheiten herzustellen, so daß die Molekulargewichte auf etwa 1000 begrenzt sind. Solche Stoffe sind noch kristallin und haben scharfe Schmelzpunkte. Bromicrt man z. B. Diphenyloxyd und setzt es mit Kaliumphenolat um, bromiert die erhaltene Verbindung erneut und setzt sie wieder mit Kaliumphenolat um, so scheint das äußerstenfalls zu erhaltende Produkt C6H5O(QH4OItQHs zu sein, das einen Schmelzpunkt von 199 bis 2000C hat.
Die bevorzugte Phenolklasse zur Herstellung von Harzen mit hohem Molekulargewicht entspricht der Formel
OH
in der R und R" der Definition von Formel 2 entsprechen und die drei Stellungen, die ohne Substituenten gezeigt sind, ein mit dem Ringkohlenstoff verbundenes Wasserstoffatom tragen.
Typische Beispiele für einwertige Kohlenwasserstoffreste, die in allen vorstehenden Formeln R und R" darstellen können, sind: Alkyl, einschließlich Cycloalkyl, ζ. B. Methyl, Äthyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, sek. Butyl, tert. Butyl, ' Isobutyl, Cyclobutyl, Amyl, Cyclopentyl, Hexyl, Cyclohexyl, Methylcyclohexyl, Äthylcyclohexyl,- Octyl, Decyl, Oktadecyl; Alkenyl, einschließlich Cycloalkenyl, ζ. B. Vinyl, Allyl, Butenyl, Cyclobutenyl, Isopentenyl. Cyclopentenyl, Linolyl; Alkinyl, z. B. Propargyl; Aryl, einschließlich Alkylaryl, z. B. Phenyl, ToIyI, Äthylphenyl, XyIyI, Naphthyl, Methylnaphthyl; Arylalkyl, z. B. Benzyl, Phenyläthyl, Phenylpropyl, Tolyläthyl. Die einwertigen Halogenkohlenwasserstoffreste können dieselben sein, wie die oben angegebenen Kohlenwasserstoffreste, außer Methyl, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch Halogen ersetzt sind. Beispiele hierfür sind:
Chloräthyl, Bromäthyl, Fluoräthyl, Dichloräthyl, Brompropyl, Difluorjodäthyl, Brombutyl, Fluoramyl, Chlorvinyl, Bromallyl, Fluorpropargyl, Mono-, Di-, Tri-, Tetra- und Pentachlorphenyl, Mono-, Di-, Tri- und Tetrabromtolyl, Chloräthylphenyl, Äthylchlorphenyl, Fluorxylyl, Chlornaphthyl, Brombenzyl, Jodphenyläthyl, Phenylchloräthyl und Bromtolyläthyl.
Typische Beispiele für einwertige Kohlenwasserstoffoxyreste sind: Methyloxy, Äthoxy, Propyloxy, Isopropyloxy, Butyloxy, sek.Butyloxy, tert.Butyloxy, Amyloxy, Hexyloxy, Oktyloxy, Decyloxy, Vinyloxy, Allyloxy und Butenyloxy. Die einwertigen Halogenkohlenwasserstoffoxyreste können dieselben sein wie die obigen Oxykohlenwasserstoffe mit Ausnahme des Methyloxyrestes, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffe durch Halogen, z. B. Fluor, Chlor, Brom oder Jod, ersetzt sind.
Wie bereits erwähnt wurde, liefern Phenole mit zwei reaktionsfähigen Stellungen dreidimensionale
Polymere, die außerordentlich reaktionsfähig sind und dazu neigen, Polymere komplexer Struktur zu bilden, überraschenderweise wurde gefunden, daß Phenole, die zwei oder drei unsubstituierte Ortho- oder ParaStellungen besitzen, d.h. zwei oder drei 5 reaktionsfähige Stellungen, unter. Bildung fester schmelzbarer Polyphenylenäther oxydiert werden können, die denjenigen gleichen, die aus Phenolen, die nur eine reaktionsfähige Ortho- oder Parastellung besitzen, hergestellt wurden. Dies wird durch die Verwendung eines tertiären Amins im Katalysatorsystem erreicht, das eine oder zwei große voluminöse Substituenten oder räumlich unbewegliche Gruppen trägt, die eine oder beide Orthostellungen wirksam blockieren.
Scheinbar lagert sich der Aminküpferkomplex an die phenol ische Hydroxylgruppe an, wenn er als Oxydationskatalysator wirkt. Wenn daher das Amin große voluminöse organische Gruppen trägt, die die Orthostellungen abschirmen oder sterisch hindern, so bewirkt dies, daß die Reaktion mit der Parastellung, falls diese reaktionsfähig ist, abläuft. Wenn die Parastellung nicht reaktionsfähig ist, so läuft die Reaktion noch über eine der Orthostellungen weiter, aber die Produkte besitzen ein viel niedrigeres Molekulargewicht, als es bei Phenolen, die nur eine reaktionsfähige Orthostellung haben, der Fall war. Es wurde gefunden, daß die cyclischen Amine besonders gut zur Verwendung in diesem Katalysatorsystem geeignet sind, wenn eine oder beide Orthostellungen des Phenols blockiert werden sollen. Bei den cyclischen Aminen, wie den Pyridinen und Chinolinen, sind die Ringe räumlich so angeordnet, daß ein jeder Substituent entweder in 2- oder 6-Stellung eine unsubstituierte Orthostellung des Phenols blockiert, wäh- 35; rend Substituenten in beiden, der 2- und 6-Stellung, beide unsubstituierte Orthostellungen eines Phenols blockieren. Hat daher ein Phenol nur eine unsubstituierte Orthostellung, so benötigt das cyclische Amin nur einen Substituenten in 2-Stellung, z. B. a-Picolin-(2-Methylpyridin). Sind beide Orthostellungen des Phenols unsubstituiert, so würde das cyclische Amin Substituenten sowohl in der 2- als auch in der 6-Stellung benötigen^ z. B. 2,6-Lutidin.
Im allgemeinen neigen Amine, einschließlich tertiäre Amine, dazu, sich in Anwesenheit von Sauerstoff zu verfärben, auch wenn man sie nur in Gegenwart einer begrenzten Luftmenge stehen läßt. Diese Tendenz zur Verfärbung unter gleichzeitiger Bildung von komplexen Produkten scheint bei Pyridin und seinen ringsubstituierten Derivaten nicht so sehr ausgeprägt zu sein wie z. B. bei den nahe verwandten Chinolinen. Es wurde festgestellt, daß bei Verwendung tertiärer Amine, die zur Verfärbung neigen, in Abwesenheit einer nitroaromatischen Verbindung, die Produkte der Erfindung nicht so rein und die physikalischen Eigenschaften nicht so günstig sind, als wenn ein tertiäres Amin verwendet wird, weiches in Gegenwart von Sauerstoff beständig ist. Daher wird unter solchen Bedingungen die Verwendung von Pyridin als tertiäres Amin in der Katalysatormischung bevorzugt.
Es wird angenommen, daß 1 Mol Kupfer(I)-salz mit 2 Mol Amin einen Komplex bildet. Dieser Komplex kann mit Sauerstoff unter Bildung eines oxydierten Zwischenprodukts reagieren, das auf verschiedene Weise mit dem Phenol einen Komplex bilden kann. Letzterer Komplex aktiviert den Arylkern so, daß unter Rückbildung des Katalysators in deh ursprünglichen Zustand die Polymerketten gebildet werden. Diese Annahme beruht auf der Tatsache, daß beim Einleiten von Sauerstoff in das Katalysatorsystem bis zur Sättigung bei anschließender Phenolzugabe ohne weiteren Zusatz von Sauerstoff 1 Mol Phenol pro 2 Mol vorhandenen Katalysator oxydiert wird. Die folgenden Gleichungen zeigen diese Reaktionen, wobei ein 0 den Arylkern des phenolischen Reaktionsteilnehmers darstellt, (A) das tertiäre Amin ist und CuCl für ein typisches Kupfer(I jsalz steht.
2 (A) + CuCl -^£U H2O: Cu: Cl —i3-» HO: Cu : Cl + H2O
(A)
CfO: Cu: Cl
χα)
Hierin kann b zwei oder mehr sein. Die obigen Gleichungen zeigen auch die Mitwirkung des Wassers.
Obwohl Mischungen tertiärer Amine Und Mischungen von Kupfer(I)-salzen verwendet werden können, erwächst doch daraus kein Vorteil. Vorzugs- weise wird das Kupfer(I)-salz vor Zugabe des phenolischen Reaktionsteilnehmers in dem tertiären Amin gelöst. In manchen Fällen kann die Auflösung des Kupfersalzes durch Erwärmen der Mischung, durch Einleiten von Luft oder Sauerstoff oder durch eine Kombination von beiden beschleunigt werden. Zur vollständigen Ausnutzung des Kupfers sollte genügend Amin zugegeben Werden, um alles zugegebene Kupfersaiz durch Komplexbildung zu lösen. Größere (A)
^L (0O)1,+ H2O: CuCl
Überschüsse an Amin beeinflussen die Reaktion nicht vorteilhaft, sie können jedoch in manchen Fällen erwünscht sein, um alle phenolischen Reaktionsteilnehmer völlig zu lösen und als Lösungsmittel flir die Reaktionsprodukte zu dienen. Andere Lösungsmittel, wie Alkohole, Ketone, Kohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe, Nitrokohlenwasserstoffe, Äther, Ester, Amide, gemischte Äther-Ester oder Sulfoxyde können im Reaktionssystem vorhanden sein, soweit sie die Oxydationsreaktion nicht stören oder daran teilnehmen. Dann wird Sauerstoff oder ein sauerstofT-haltiges Gas in die Reaktionsmischung eingeleitet und verursacht dort das Auftreten einer exothermen Reaktion Unter Bildung von Wasser als Nebenprodukt;
109Ä22/339
Zur Herstellung der Polyphenylenoxyde nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verhindert man z. B. bei chargenweisem Betrieb am besten das Entweichen dieses Reaktionswassers aus dem Reaktionsgefäß, oder man steuert das Entweichen des Wassers auf dem Fächmann bekannte Weise so, daß immer 1 Mol Wasser pro Mol Kupferkatalysator vorhanden ist. Bei Durchführung der Erfindung kann der Sauerstoff mit einem inerten öas, wie Stickstoff, Helium, oder Argon, verdünnt werden, oder man verwendet Luft. Zur Vermeidung örtlicher Uberhitzungen infolge der exothermen Reaktion und der damit verbundenen störenden Nebenwirkungen läßt man zweckmäßig die Oxydationsreaktion bei der niedrigstmögüchen Temperatur beginnen, was durch das Freiwerden von Wärme bei der Reaktion angezeigt wird. Gewöhnlich wird die Oxydationsreaktion durch Abführung der Wärme so geregelt, daß die maximale Temperatur 100°C nicht übersteigt und vorzugsweise nicht über 8O0C hinausgeht.
Gewöhnlich wird das Einleiten von Sauerstoff in die Reaktionsmischung fortgesetzt, bis keine Wärme mehr frei wird oder die beabsichtigte Sauerstoffmenge absorbiert ist. Man kann aber auch während der Oxydationsreaktion kontinuierlich oder intermittierend das gleiche oder ein anderes Phenol wie das Ausgangsmaterial zusetzen, um einen gemischten Polyphenylenäther herzustellen, der eine andere. Struktur aufweist, als wenn man die gemischten Phenole als Ausgangsmaterial verwendet hätte. Um die Reaktion zu beenden, zerstört man das Katalysatorsystem durch Zugabe einer Säure, vorzugsweise einer Mineralsäure, wie Salzsäure oder Schwefelsäure, die mit dem tertiären Amin und mit dem Kupfer(l)-salz reagiert. Oder man trennt das Reaktionsprodukt vom Katalysator, entweder durch Abfiltrieren, falls es ausgefallen ist, oder durch Eingießen der Reaktionsmischung in ein Material, das für das Katalysatorsystem ein Lösungsmittel ist, für das Reaktionsprodukt aber kein Lösungsmittel darstellt. Zur Abwechslung kann man auch das Kupfer als unlösliche Verbindung ausfällen und vor der Isolierung des Reaktionsproduktes von der Lösung abfiltrieren, oder man setzt ein Geliermittel zu, welches das Kupfer inaktiviert. Nachdem man das Reaktionsprodukt ausgefällt hat, kann man es zur Reinigung beliebig oft umfallen. Zuletzt wird es filtriert und von allen noch verbliebenen Verunreinigungen freigewaschen. Nach dem Trocknen kann das Harz durch Preßformen, Strangpressen oder Schmelzspinnen verarbeitet werden, oder man kann es in Lösungsmitteln auflösen, um Lösungen herzustellen, die bei der Herstellung von überzügen, Fasern oder Klebstoffen Verwendung finden.
Man kann der Reaktionsmischung Modifizierungsmittel für die Reaktion zusetzen, um Produkte mit verbesserten Eigenschaften gegenüber solchen zu erhalten, die ohne Modifizierungsmittel hergestellt wurden.
Besonders geeignete Modifizierungsmittel sind: Anionenaustauscherharze, besonders solche, die tertiäre Amingruppen als aktiven Bestandteil enthalten, Nitroaromaten, wie Mono-, Di- und Trinitrobenzole, Mono-, Di- und Trinitrophenole; Peroxyddeaktivatoren, wie Schwermetalle und ihre Oxyde; Adsorbenzien, wie Aktivkohle, Kreselgel oder Tonerde.
Obwohl die Anionenaustauscherharze in der Reaktionsmischung unlöslich sind, sind sie scheinbar irgendwie mit dem Kupferaminkomplex wirksam, wahrscheinlich als Promotoren oder Kokatalysatoren. Die Verwendung eines Anionenaustauscherharzes als Modifiziermittel ist besonders nützlich, wenn das zu oxydierende Phenol entweder in einer oder beiden Orthostellungen zur phenolischen Hydroxylgruppe unsubstituiert ist. Wie oben ausgeführt, würde man diese Reaktion gewöhnlich unter Verwendung spezieller tertiärer Amine ausführen. Man fand aber, daß Anionenaustauscherharze, die an einen unlöslichen Träger gebundene Dialkylaminogruppen enthalten, in mancher Hinsicht einen vorteilhaften Einfluß auf den Verlauf der Reaktion ausüben, ähnlich den mit den speziellen Aminen erzielten. Wenn z. B. Orthokresol in Pyridinlösung mit einem Kupfer(I)-chloridkatalysator in Gegenwart eines Anionenaustauscherharzes oxydiert wird, welches Dimethylaminogruppen auf einem Styroldivinylbenzokräger enthält, so wird ein lösliches Polymeres gebildet. Führt man dieselbe Reaktion in Abwesenheit des Anionenaustauscherharzes oder der speziellen Aminkatalysatoren aus, so werden komplexe Produkte gebildet, die nicht so brauchbar sind. Soweit bekannt, müssen diese Harze keine andere Forderung erfüllen, als daß sie Anionen absorbieren können, was ein Kennzeichen aller Anionenaustauscherharze ist. Typische Beispiele für derartige Anionenaustauscherharze, die verwendet werden können, sind aminmodifizierte oder quaternisierte Polymere, z. B. vernetzte Styroldivinylbenzolpolymere, Styrolglykoldimethylacrylatpolymere, Anilinformaldehydharze, Arylpolyaminformaldehydharze, Phenolformaldehydharze, Harnstofformaldehydharze und Melaminformaldehydharze, die mit Aminen modifiziert worden sind. Diejenigen Verbindungen, die Reaktionsprodukte von Formaldehyd sind, lassen sich mit Aminen modifizieren, solange sie im Methylolzustand sind. Alle Verbindungen lassen sich chlormethylieren und dann mit Aminen umsetzen. Derartige Stoffe sind schnell verfügbar und handelsüblich. Da primäre und sekundäre Amingruppen mit Sauerstoff reagieren, soll die Amingruppe tertiär oder quaternisiert sein, so daß die Wirksamkeit des Harzes während der Oxydationsreaktion nicht beeinträchtigt wird.
Die Wirkung des Zusatzes von Nitroaromaten, wie Pikrinsäure und Nitrobenzolen, zur Reaktionsmischung scheint in der Zerstörung von Nebenprodukten oder der Verhinderung ihrer Bildung zu liegen. Diese würden mit dem Hauptprodukt reagieren unter Bildung von unreinem Material mit weniger erwünschten Eigenschaften. Die Verwendung von Nitroaromaten ist besonders vorteilhaft bei der Herstellung von Harzen mit viel hellerer Farbe, als dieses unter denselben Reaktionsbedingungen ohne sie möglich ist. Ihre Verwendung, ist besonders wünschenswert, wenn man tertiäre Amine als Katalysator verwendet, die gegen Oxydation unbeständig sind, d. h. sich in Gegenwart von Sauerstoff leicht verfärben, z. B. aliphatische tertiäre Amine. Da die Nitrophenole mit dem Kupferaminkatalysator Komplexe bilden können, sollte genügend Katalysator verwendet werden, damit ein Überschuß über den mit dem vorhandenen Nitrophenol reagierenden gewährleistet ist.
Um die Anhäufung von Peroxyden zu verhindern, die einen Angriff auf das Phenol an einer unerwünschten Stellung des aromatischen Ringes verursachen können, kann man Peroxyddcaktivatoren verwenden, ι. B. Selen, Silizium, Blei, Quecksilber, Kupfer, Silber, Gold, Nickel, Palladium, Platin, Kobalt, Rhodium,
Iridium, Eisen, Ruthenium, Osmium, Mangan, Chrom, Molybdän, Wolfram, Vanadium, Niob, Cer, Thorium, sowie ihre Oxyde oder Salze. Andere Peroxyddeaktivatoren werden auf den S. 467 bis 501 von »Hydrogen Peroxyde« von S c h u m b, Satterfield&Wentworth, Rheinhold Pub. Corp., New York, N. Y., 1955, beschrieben.
Die Reaktion läßt sich auch in Gegenwart von Adscrbenzien ausführen, die dazu neigen, Nebenprodukte zu entfernen, die in geringer Menge vorhanden sind und die Reaktion nachteilig beeinflussen können. Beispiele für diese Adsorbenzien sind: Aktivkohle, Kieselgel (einschließlich Xerogele, Aerogele, Dampfkieselsäure usw.), Tonerde und Magnesiumsilikat.
Außerdem wurde gefunden, daß man die Qualität der Polyphenylenäther verbessern kann, wenn eine organische, schwefelhaltige Verbindung zugesetzt wird, die auf eine Lösung des Produktes am Ende der Oxydationsreaktion ebenfalls reduzierende Eigenschaften ausübt. Typische derartige Verbindungen sind Thioharnstoff und seine Derivate. Diese Stoffe entfernen nicht nur alles Kupfer aus dem Produkt, sondern sie zerstören auch alle farbbildenden Nebenprodukte, die im Endprodukt unerwünscht sein können. Diese Farbbildner scheinen Diphenylchinone zu sein. Diese gefärbten Stoffe sind chemische Nebenprodukte und keine Teile des polymeren Moleküls, da man sie aus dem Polymeren entfernen kann. Wenn jedoch ein gefärbtes Endprodukt gewünscht wird, so muß man der Reaktionsmischung absichtlich Hydrochinone oder Chinone zusetzen, um im Endprodukt eine gesteuerte, gewünschte Färbung zu erzielen, die als Teil des Polymermoiekiils nicht entfernt werden kann. Typische hierzu verwendbare Hydrochinone sind: Hydrochinone, Katechol, substituierte Hydrochinone, wie Toluhydrochinone (Methylhydrochinon), halogensubstituierte Hydrochinone, wie Tetrachlorhydrochinon, die Naphthohydrochinone, die Dihydroxyanthracene oder die Dihydroxyphenanthrene.
In den nachstehenden Beispielen kommt das folgende, prinzipielle Verfahren zur Anwendung:
Im allgemeinen werden die Oxydationen bei Zimmertemperatur ausgeführt, indem Sauerstoff in eine heftig gerührte Lösung, die das Phenol und ein Kupfer(I)-salz enthält, so schnell eingeleitet wird, daß nicht alles absorbiert werden kann. Letztere sind in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst, welches gewöhnlich das Amin oder das Amin mit einem zu-Die folgenden Beispiele erläutern die Oxydation von 2,6-disubstituierten Phenolen.
In eine
phenol
Beispiel
Reaktionsmischung,
CH3
die 5 g 2,6-Methyl-
OH
CH3
1 g Cu2Cl2 und 100 ml Pyridin enthielt, wurde 10 Minuten lang Sauerstoff eingeleitet. Während der Reaktionsdauer stieg die Temperatur auf ein Maximum von 7O0C. Dabei wurde kein Wasser entfernt. Das Produkt wurde durch Eingießen der Reaktionsmischung in etwa 500 ml verdünnte Salzsäure ausgefällt und durch Filtrieren abgetrennt.
Das Produkt, Poly-(2,6-dimethyl-l,4-phenyl)-äther, kennzeichnet sich durch wiederkehrende Struktureinheiten der Formel
Es wurde in praktisch quantitativer Ausbeute erhalten.
Das Molekulargewicht des Produktes lag nach dem Lichtstreuverfahren im Bereich von 300000 bis 70000Ü, und es schmolz bei 3000C nicht. Das durch Ausfällen erhaltene Pulver ließ sich formpressen, kalandern oder bei Drücken von 140 kg/cm2 bei 2400C zu einem einheitlichen Stück strangpressen. Aus 10%igen Lösungen des Polymeren in jedem der folgenden Lösungsmittel, 1. Benzol, 2. Toluol, 3. Xylol, 4. Tetrahydrofuran, 5. Pyridin, ließen sich durch Aufstreichen auf eine Glasfläche und Abziehen nach dem Verdampfen des Lösungsmittels zähe Filme herstellen. Diese Filme wurden durch Strecken und Kaltziehen orientiert. Durch Strangpressen einer gesättigten Lö
sung des Polymeren in Xylol .in Luft wurden Fasern sätzlichen geeigneten Lösungsmittel ist. Der Sauerstoff 50 hergestellt. Diese ließen sich ebenfalls durch Strecken
wird so lange in die Reaktionsmischung eingeleitet, bis keine Wärme mehr entwickelt wird. Die Temperatur steigt zuerst an und beginnt dann zu fallen, bis die Reaktion vollständig ist. Ist das Reaktionsprodukt in der Reaktionsmischung entweder löslich oder teilweise löslich, so wird letztere zu etwa dem 5fachen Volumen eines Nichtlösungsmittels für das Polymere zugegeben. Soweit in dem Nichtlösungsmittel verdünnte Salzsäure anwesend ist, verwendet man genügend Säure, um alles in der Reaktionsmischung vorhandene Amin zu neutralisieren. Wenn wäßrige Salzsäure das Nichtlösungsmittel darstellt, so ist sie etwa anormal, obwohl stärker verdünnte oder konzentrierte Lösungen auch verwendet werden kön- und Kaltziehen orientieren.
B e i s ρ i e I 2
Wird an Stelle von Sauerstoff Luft verwendet, so verläuft die Reaktion langsamer, und die erhaltene Maximaltemperatur ist niedriger, da die Wärme durch den inerten Stickstoff abgeführt wird. Wenn z. B. Luft in eine gut gerührte Mischung von 5 g 2,6-Dimethylphenol, 1 g Kupfer(I)-chlorid und 125 ml Pyridin eingeleitet wird, so steigt die Temperatur innerhalb 14 Minuten von 30 auf 43" C und fällt danach während der nächsten 9 Minuten auf 36°C. Nach Ablauf dieser Zeit wurde die Reaktionsmischung in Methanol eingegossen und dann gründlich mit Me-
nen. Das ausgefällte Reaktionsprodukt wird dann ab- 65 thanol gewaschen, welches eine ausreichende Menge filtriert. Soweit das Reaktionsprodukt in der Ursprung- I2molare Salzsäure enthält, um das Methanol sauer liehen Reaktionsmischung unlöslich ist, wird es durch zu halten. Die Ausbeute betrug 4,9 g gegen 4,92 g Filtrieren entfernt. nachderTheorie,Poly-(2,6-Dimethylphenyl-l,4)-äther,
der dieselbe sich wiederholende Einheit hat wie oben. Er hatte eine wahre Viskosität von 0,625.
Beispiel 3
Die wahre Viskosität und die physikalischen Eigenschaften lassen sich variieren, wenn man die in der Reaktionsmischung absorbierte Sauerstoffmenge regelt. Um die tatsächlich absorbierte Sauerstoffmenge zu messen, war es notwendig, ein geschlossenes System zu benutzen, das ein geeignetes Vorratsgefäß für den Sauerstoff und eine geeignete Nivelliervorrichtung, um das ganze System auf Atmosphärendruck zu halten, besitzt. Zwei Gasbüretten, die durch eine Reihe von Sperrhähnen mit einer Nivellierkugel verbunden waren, eine Sauerstoffquelle, ein Manometer und das Reaktionsgefäß lieferten ein geeignetes geschlossenes System, in dem die eine Gasbürette mit Sauerstoff wieder aufgeladen werden konnte, während der Sauerstoff aus der anderen Bürette dem Ansatz zugeführt wurde. Unter Verwendung dieses Systems wurden zwei Partien zu je 50 g 2,6-Dimethylphenol in Gegenwart von 1 g Kupfer(I)-chlorid und 500 ml Pyridin oxydiert. Das Phenol wurde nicht zugegeben, bevor die anderen Stoffe mit Sauerstoff gesättigt waren. Die Reaktionstemperatur wurde auf 3O0C gehalten, indem das Reaktionsgefäß in ein temperaturkonstantes Bad teilweise eingetaucht wurde. Nach 60 Minuten waren 102% der theoretischen Sauerstoffmenge absorbiert, die zur Oxydation allen Phenols zu Polyaryläther erforderlich ist. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Reaktionsmischung in Wasser gegossen, um das Produkt auszufällen. Es wurde so lange mit verdünnter wäßriger Salzsäure ausgewaschen, bis kein Geruch nach Pyridin mehr festgestellt werden konnte, anschließend wurde mit Wasser gewaschen. Das Polymere wurde sechsmal in Aceton digeriert, gefolgt von Auflösen in Chloroform und Ausfällen in Methanol. Beide Partien wurden durch Auflösen in Chloroform vereint, gemischt und in Methanol ausgefällt. Dieses Produkt wird in Tabelle I als Produkt A angerührt. Produkt B wurde in der gleichen Weise wie Produkt A hergestellt, aber die Reaktion wurde im Falle der 1. Partie, die nur 40 g Phenol enthielt, 70 Minuten lang fortgesetzt und im Fall der
ίο 2. Partie, die 50 g Phenol enthielt, 90 Minuten lang. In beiden Fällen wurden 107% der theoretischen Sauerstoffmenge, die zur Oxydation der Phenole erforderlich ist, absorbiert. Produkt C stellt ein Polymeres dar, das nach einem Zweischrittverfahren hergestellt wurde. Das Verfahren war das gleiche wie bei Produkt A, nur wurden 2,5 g Kupfer(I)-chlorid verwendet. Nach 3,5 Minuten waren etwa 50% der theoretischen Sauerstoffmenge absorbiert worden. Durch Zugabe von so viel Salzsäure, daß die Lösung sauer wurdfi, wurde die Reaktion abgebrochen. Das Polymere wurde aus der wäßrigen Lösung mit Benzol extrahiert und mit 5%iger wäßriger Natronlauge gewaschen, um alles nicht umgesetzte Phenol zu entfernen. Die Benzollösung wurde mit Wasser gewaschen und mit einem Trockenmittel getrocknet. Das Benzol wurde abgezogen und ein sprödes Polymeres von niedrigem Molekulargewicht isoliert. 29 g dieses Polymeren von niederem Molekulargewicht wurden in 620 ml Pyridin, das 3,1 g Kupfer(I)-chlorid enthielt, aufgelöst und 1 Stunde nach demselben Verfahren wie im ersten Schritt oxydiert. Produkt C wurde aus der Reaktionsmasse nach demselben Verfahren wie Produkt A isoliert.
Die physikalischen und elektrischen Eigenschaften dieser drei Polymeren werden in Tabelle I verglichen.
Tabelle I
Physikalische Eigenschaften von PoIy-(2,6-dimethyIphenylen-l,4)-äther
A B C
Wahre Viskosität 0,50
20 000
230 bis 250
1,07
1 099
0,97
45 000
250 bis 270
1,07
1 225
1,45
70 000
270 bis 290
1,06
1 064
Ungefähres Molgewicht
(nach osmotischem Druck)
Optimale Preßtemperatur, 0C
Dichte (gepreßter Film)
469 875 1 113
Äußerste Zugfestigkeit (kg/cm2) bei
25°C
203 770 1 064
15O0C 357 686
175°C 72 81 64
200°C 71 133 170
Dehnung, %, bei
25°C -
53 167 230
1500C 140 200
175°C 2,6
0,0006
! ■ H)18
2,60
0,0007
6 ■ 1017
2,60
0,0008
1 ■Ί0»1
200°C
Elektrische Eigenschaften ,
Dielektrizitätskonstante 25° C
(60 Hz)
tang f> (60 Hz) ,
Spezifischer Glcichstromwiderstand
(Ohm · cm)
Fortsetzung
Spezifischer Wechselstromwiderstand
(Ohm ■ cm)
Dielektrizitätskonstante 175° C
(60 Hz)
tang δ (60 Hz)
Spezifischer Gleichstromwiderstand
(Ohm ■ cm)
Spezifischer Wechselstromwiderstand
(Ohm · cm)
1 · 1013
2,60 0,0034
9 · 1013 5 · 1012
Werden diese drei Polymeren einem gesättigten Dampf bei 150° C (4,7 Atm Druck) 3 Wochen lang ausgesetzt, so ist die wahre Viskosität die gleiche wie vor dem Test, woraus sich ergibt, daß die Polymeren der Hydrolyse nicht unterliegen. Diese Beständigkeit wird auch festgestellt, wenn die Polymeren 3 Wochen auf 175° C in einer Stickstoffatmosphäre erhitzt werden. Ein Erhitzen auf diese Temperatur in Sauerstoff verursacht eine Vernetzung des Polymeren und eine gewisse Oxydation der Alkylseitenketten.
B e i s ρ i e 1 4
Andere tertiäre Amine können sowohl als Teil des Katalysators wie als Lösungsmittel für die Reaktion verwendet werden. Das Verfahren vom Beispiel 1 wurde wiederholt, nur wurden Chinoline, N-Methylmorpholin, a-Picolin, 2,6-Lutidin, Tri-n-propylamin, Triäthylamin und Ν,Ν-Dimethylbenzylamin an Stelle von Pyridin verwendet. In jedem Fall änderte sich das Molekulargewicht und die Farbe des Endproduktes mit dem verwendeten Amin. Die am hellsten gefärbten Produkte wurden mit den monoarylcyclischen Aminen, ζ. B. Pyridin, α-Picolin und 2,6-Lutidin erhalten. Aliphatische Amine sind schlechte Lösungsmittel für die Reaktion, und daher sind die bei ihrer Verwendung erhaltenen Produkte niedriger als bei anderen Aminen.
45
55
Beispiel 5
Das Reaktionsprodukt läßt sich aus der Reaktionsmischung vom Beispiel 1 außer der dort verwendeten verdünnten Salzsäure auch mit anderen Mitteln ausfallen. Das Verfahren vom Beispiel 1 wurde wiederholt, nur wurden jeweils Methanol, Äthanol, Isopropanol und Aceton als Fällungsmittel an Stelle der verdünnten Salzsäure verwendet. In jedem Fall wurde das Produkt genau so schnell ausgefällt und genau so leicht abfiltriert wie das Produkt vom Beispiel 1. Das spezielle Ausfällmittel hatte keinen merkbaren Einfluß auf die physikalischen oder chemischen Eigenschaften des Produktes. Obwohl es nicht nötig ist, ist es normalerweise wünschenswert, genügend 12normale wäßrige Salzsäure zum Ausfällen zuzusetzen, um das Amin zu neutralisieren und das Kupfer(I)-salz zu inaktivieren. Dieser Schritt unterstützt die Bildung eines reineren Produktes.
Beispiel 6
Pyridin kann mit anderen Lösungsmitteln zur Herstellung eines Polymeren kombiniert werden. Die in Tabelle 11 gezeigten Ergebnisse zeigen, daß das Molekulargewicht des gebildeten Polymeren von dem 2 · 1013
2,55
0,002
2 · 1013
4 · 1012
1 · 1013
2,60 .
0,002
9 · 1014
5 · 1012
speziell verwendeten Lösungsmittelsystem abhängt. Propanol stellt für die Ausgangsstoffe ein Lösungsmittel dar, aber nicht für die Reaktionsprodukte. Das Molekulargewicht ist dem Erweichungspunkt und der wahren Viskosität des Polymeren direkt proportional.
In Reaktionsmischungen, die 10 Teile 2,6-Dimethylphenol, 1 Teil Cu2Cl2 und die angegebenen Mengen Pyridin und n-Propanol enthielten, wurde etwa 10 Minuten Sauerstoff eingeleitet. Während der Reaktionsdauer stieg die Temperatur der Lösungen von 30° C zu Höchstwerten im Bereich von 60 bis 70° C. Während der Reaktion, bei der etwas Niederschlag gebildet wurde, wurde kein Wasser entfernt. Die Reaktionsprodukte wurden durch Eingießen in salzsäurehaltigen Äthanol vollständig ausgefällt und durch Filtrieren abgetrennt. Die Produkte besaßen dieselbe wiederkehrende Struktureinheit wie im Beispiel 1, aber das Molekulargewicht fiel mit steigenden Propanolmengen, wie die Ergebnisse von Tabelle II zeigen.
Die wahre Viskosität wird durch Auflösen des PoIyaryläthers in einem geeigneten Lösungsmittel und Messen der relativen Viskositäten über einen bestimmten Konzentrationsbereich bestimmt. Wenn ein geeignetes Lösungsmittel verwendet wurde, so ergibt ein Auftragen der Viskosität-Konzentrationswerte eine Gerade. Durch Extrapolation dieser Linie auf die Konzentration erhält man den Wert der wahren Viskosität.
Tabelle II
Gewichtsteile
benutztes Lösungsmittel
n-Propanol Erweichungs
punkt
Wahre
Viskosität
Pyridin 93,8 des Produkts
6,2 87,8 219°C 0,21
12,2 54,5 235°C 0,23
45,5 schmilzt 0,64
bei 3000C
nicht
Beispiel 7
Nicht nur das Verhältnis von Lösungsmittel zu Pyridin beeinflußt das Molekulargewicht, sondern auch die spezielle Lösungsmittelkatalysatorkonzentration und die Reaktionsdauer. Tabelle III zeigt die Ergebnisse, die mit verschiedenen Lösungsmitteln wie auch mit verschiedenen Aminen erhalten wurden. In allen Fällen war das oxydierte Phenol 2,6-Dimethylphenol.
109 622 339
CuCl 1 17 Py rid in 1 420 485 Toluol Temperatur "C
Anf.-Max.
70 18 I Wahre
Viskosität
(g) '(300)
2 1 Amin Pyridin Tabelle III o-Dichlorbenzol 50 73 Reaktionszeit 0,90
Phcno (ml) (50) Lösungsmittel (50) (Minuten)
(g) 1 1 Pyridin (ml) /f-Methoxyäthanol 30 75 etwa 10 0,87
50 (50) (50)
1 1 Pyridin t-Amylalkohol 30 72 5 0,67
10 (50) (50)
1 Pyridin /ί-Acetoxyäthanol 30 74 4 0,97
10 (50) (50)
I Pyridin Benzonitril 30 80 5 0,43
10 (50) (50)
1 Pyridin Dimethylformamid 30 44 12 0,48
10 (20) (120)
1 Triäthylamin ß-Phenoxyäthanol 30 50 4 0,49
10 (100) (100)
1 Dimethylstearylamin Dichlorbenzol 36 39 4,5 0,35
10 (0,1) (100)
0,1 Dimethylstearylamin Dichlorbenzol 24 37 27 0,12
5 (1,0) ' · (100) + 10 ml
0,1 Dimethylsulfoxyd 26 41 0,78
5 Dimeth} istearylamin o-Dichlorbenzol 40
(D (100) 240
5 0,1 t-Amylalkohol 26 0,44
(10)
Dimethylstearylamin Tetrachloräthylen 38 104
5 (D (100)
0,1 t-Amylalkohol 25 0,36
Dimethylstearylamin Xylol 50
(1) (100) 142
5 0,1 t-Amylalkohol 25 0,47
(10)
Pyridin t-Amylalkohol 62 158
5 (50) (80)
1 Pyridin t-Amylalkohol 26 61 0,75
(30) (50)
1 Dimethylsulfoxyd 26 7 0,52
10 (50)
Dimethylbenzylamin Nitrobenzol 50 7
10 (30) (100)
Tributylamin Nitrobenzol 31 48 0,59
(30) (100)
Pyridin t-Amylalkohol 32 66 32 0,36
5 (50) (80)
Pyridin CH2CI2 27 51 31 0,69
5 (75) (50)
31 8 0,88
10
27
5
Beispiel 8
Dieses Beispiel zeigt, daß sich Polymere von verschiedenem Molekulargewicht auf Grund der Löslichkeit des speziellen Polymeren im System trennen lassen.
Das Verfahren vom Beispiel 6 wurde mit dem größten Verhältnis von Propanol zu Pyridin wiederholt, nur wurde der Anteil des Polymeren, der während der Reaktion ausfiel, abfiltriert (Niederschlag I). Darauf
wurde die Mutterlösung wie im Beispiel 6 in verdünnte Salzsäure eingegossen und der Niederschlag abgetrennt (Niederschlag N). Die vom Niederschlag II abgetrennte Muttcrlösung ließ man über Nacht stehen und filtrierte den ausgefallenen Niederschlag ab. Niederschlag I besaß einen Erweichungspunkt von 2000C, Niederschlag II von l45"CundNiederschlagIII von 120" C.
Beispiel 9
Wurde das im Beispiel 1 beschriebene Verfahren unter Verwendung anderer 2,6- oder 2,4-substitu-
Die Ergebnisse sind in Tabelle IV zusammengefaßt.
ierter Phenole, anderer Kupfer(I)-salze oder anderer tertiärer Amine wiederholt, so wurden dem Ausgangsphenol entsprechende Polyphenylenäther erhalten.
Tabelle IV
Oxydiertes Ausgangsmaterial
(g)
Kupfer(l)-salz
<g)
Pyridin
(ml)
Temperatur "C
Anf.-Max.
75 40 Reaktionsdauer
(Minuten)
Wahre Viskositii
2,6-Dimethylphenol Cu2SO3 100 90 30 0,25
(10) (1) 85 64
2,6-Dimethylphenol CuOH 125 30 100 0,19
(10) (1,6)
O
Il
59 64
2,6-Dimethylphenol Il
CuOCCH3
100 30 8 0,35
(10) (1,2) 41
2,6-Dimethylphenol CuClO4 100 30 12
(1,6) 56
2,6-Dimethylphenol CuBR 125 30 81 0,91
(10) (2) 56
2,6-Dimethylphenol CuN3*) 150 30 7 1,13
(5) (D 56
2-Methyl-6-äthylphenol CuCl 100 30 8 0,29
(5) (1) 42 .
2,6-Diäthylphenol CuCl 100 30 8
(5) (D erhitzt auf 90° C
2-Methyl-6-isopropylphenol CuCl 100 27 20 0,24
(5) (D erhitzt auf 800C
2-Chlor-6-phenylphenol CuCl 40 153
(10) (D 29
2-Chlor-6-methylphenol CuCl 125 31
(5) (D 25
2-Methyl-6-methoxyphenol CuCl 130 12 0,27
(3) (1) um
2-Allyl-6-methylphenol CuCl 125 gebend 12
(5) (D
2,4-Dimethylphenol CuCl 100 9
(10) (D
*) Die Menge wurde auf Grund des Ausgangsmaterials berechnet. Die Verbindung kann nicht isoliert werden, da sie im trockenen Zustand explosiv ist.
Die ersten sechs Phenole bilden Poly-(2,6-dimethyl- 50 thylphenyl-l,6)-äther. Letztere Verbindung hätte folphenyl-l,4)-äther mit folgender sich wiederholender gende sich wiederholende Einheit:
Einheit:
O-
CH3
CH3
während die anderen Phenole je nach dem bilden: Poly-2-(methyl-6-äthylphenyI-l,4)-äthcr, Poly-2,6-diäthylphenyl-l,4)-äther, Poly-(2-methyl-6-isopropylpheny I -1,4) - äther. Poly - (2 - chlor - 6 - phenylphenyll,4)-äther, Poly-(2-chlor-6-methylphenyl-l,4)-äthcr, Poly-(2-methyl-6-methoxyphenyl-l,4)-äthcr, PoIy-(2-allyl-6-methylphenyl-l,4)-äther und Poly-(2,4-dime-
während die anderen Stoffe alle sich wiederholende Einheiten haben, ähnlich wie Poly-(2,6-dimethylphenyl-l,4)-äther, deren Substituenten jedoch dem Namen entsprechen.
In manchen Fällen kann es wünschenswert sein, einen Polyphenylenäther mit bestimmter Farbe herzustellen. Dies kann durch Zusatz von Chinonen oder Hydrochinonen zur Reaktionsmischung vor der Oxy-
dation erfolgen, wodurch ein Produkt entsteht, das eine eingebaute Farbe hat, die durch Lösungsmittel nicht entfernt werden kann. Diese Farbreaktion kann so modifiziert werden, daß man verschiedene Schattierungen erhält oder sie völlig verhindert. Genauso wie Phenole mit großen voluminösen Gruppen in der Orthostellung des Ringes keinen Polyphenylenäther
bilden können, so können auch Chinone und Hydrochinonc, die große voluminöse Substituenten am Ring tragen, keine gefärbten Produkte bilden. Chinone und Hydrochinone, bei denen alle Ringstellungen substituiert sind, können ebenfalls keine gefärbten Verbindungen bilden, wenn derSubstituent nicht Halogen ist.
Beispiel 10
Die folgenden Beispiele erläutern die Möglichkeiten lierung des Reaktionsproduktes. In manchen Fällen
der Darstellung von Polyphenylenäthern aus Phe- mußte die Reaktion zu ihrer Einleitung erhitzt werden,
nolen, die mehr als eine reaktionsfähige Stellung In Fällen, in denen ein festes Modifizierungsmittel
haben. Das allgemeine Verfahren war wie im Bei- zugegen war, wurde dieses vor der Ausfällung des
spiel 1 in bezug auf die Herstellung der Reaktions- 15 Polyphenylenäthers aus der Lösung abfiltriert. Die
mischung das Einleiten von Sauerstoff und die Iso- Ergebnisse sind in Tabelle V zusammengefaßt.
CuCl Amin Tabelle V Modifizicrmittcl Tcmpci atur C Dauer Wahre
Viskosität
Phenol (μ) (P) Lösungsmittel Slarl Max.
(Ρ) I 2-Benzylpyridin (ml) 0,1 g 30 45 91 0,1
Guiacol (5,2) Trichlorethylen Pikrinsäure
(10) , I 2-Methyl- (40) 0,1 g 70 310 0,2
Phenol 6-undecylpyridin s-Tetrachloräthan Pikrinsäure
(75) (5) (150)
1 2-(5-Nonyl)- 26 50 180 0,39
0-Kresol pyridin Nitrobenzol
(5) (6,2) (100)
t-Amylaikohol
1 2-Benzylpyridin (10) 150 155 0,11
o-Phcnylphcnol (5,1) Nitrobenzöl
(K)) 1 s-Collidin (125) 91 111 0,06
m-Phenyl- (25 ml) Tetrachloräthan
phcnol (250)
(50) 1 2-Amylpyridin 4,2 MgSO4 29 47 86 0,26
o-K resol (3) Tetrachloräthan (anh)
(75) 1 2-Amylpyridin (15) 4,29 MgSO4 29 46 107 0,42
o-Kresol (3> Tetrachloräthan + ig
(75) (125) 5% Platin
auf Kohlen
stoff
I 2-(5-Nonyl)-pyridin 5% Pt auf 28 32 1240 0,42
o-Kresol (6,2) Tetrachloräthan Kohlenstoff
(5) (125) (D
I 2-Amylpyridin 5% Pt auf 30 50 83 0,48
o-Kresol (3) Tetrachloräthan Kohlenstoff
(7,5) (125) (D
2 2-Äthylpyridin 30 98 9 0,14
o-Kresol 100 ml
(15) 3 2-(5-Nonyl)- 50 94 0,3
o-Kresol pyridin Phenylcellosolv
(15) (18.5) (70)
Benzonitril
I 2-Amylpyridin (30) 5% Pt auf 50 145 0,24
o-Chlorphcnol (3) Tetrachloräthan Kohlenstoff
(15) (125) (D
Phenylcellosolv
I 2-Amylpyridin (65) 5 ml (2% Iso- 95 135 0,25
o-Chlorphcnol (3) Tetrachloräthan propyl-
(15) (125) vanadat in
Isopropa-
Phcnylcellosolv nol)
(65)
CuCl
(g)
23 Amin
(g)
1 420 485 r Modifiziermittel' 24 / 98 atur 'C
Max.
Dauer Wahre
Viskosität
1 2-Amylpyridin 4,2 g MgSO4 40 114 0,44
(3) Fortsetzung + ig Tem|iei
Start
Phenol
(g)
Lösungsmittel
(ml)
5% Palla 29
o-Kresol s-Tetrachloräthan dium auf 90
(75) (125) Kohlenstoff
1 2-Amylpyridin 60 0,12
(3)
o-Chlorphenol Tetrachloräthan
(15) 3 2-(5-Nonyl)- (125) 137 0,21
pyridin Phenylcellosolv
(18,5) (65)
o-Chlorphenol Phenylcellosolv
(15) (70)
Benzonitril
(30)
Das Reaktionsprodukt aus Guiacol (o-Methoxyphenol) war Poly-(2-methoxyphenyl-l,4)-äther, aus Phenol = Polyphenyl-1,4-äther, aus o-Kresol = PoIy-(2-methylphenyl-l,4)-äther, aus o-Phenylphenol = Poly-(2-phenyIphenyl-l,4)-äther, aus m-Phenylphenol = Poly-(3-phenylphenyl-l,4)-äther und aus ο - Chlorphenol - poly - (2 - chlorphenyl -1,4) - äther. Alle diese Stoffe bestehen aus wiederkehrenden Einheiten derselben allgemeinen Struktur:
worin die Zahlen die Stellung der Substituenten angeben.
Wie bereits erwähnt, ist die wahre Viskosität ein Maß für das Molekulargewicht. Sie liefert jedoch eher relative wie spezifische Meßwerte. In1 Tabelle VI werden einige der gemessenen Verhältnisse angegeben:
Tabelle VI Polyaryläther Wahre Viskosität
Molekulargewicht nach osmotischem
Druck (Chloroform -.25'C)
Lichtstreuung
Poly-(2,6-dimethyl-l,4-phenyl)-äther
Poly-(2-methyI-l,4-phenyl)-äther ...
PoIy-(1,4-phenyl)-äther ....
Poly-(2-phenyl-l,4-phenyl)-äther
Poly-(2-chlor-l,4-phenyl)-äther .. 0,185
2,04
0,19
0,45
0,20
0,115
0,095
0,085
0,070
0,15
0,24
16 500
165 000
44 000
63 000
80 000
58 000
41 000
28 000
18 500
47 700
82 000
114000
678 000
382 000
2 150 000
6 100 000
710000
66 000 1 220 000 5 400 000
Auf Grund ihrer ausgezeichneten physikalischen mechanischen, chemischen, elektrischen und thermischen Eigenschaften gibt es für die Polymeren dieser Erfindung viele und unterschiedliche Verwendungsarten. So können sie z. B. in Preßpulverzusammensetzungen verwendet werden, und zwar entweder alleine oder mit verschiedenen Füllstoffen gemischt, wie Sägemehl, Diatomeenerde, Ruß oder Kieselsäure, zur Herstellung von Preßteilen, wie Stirnräder-, Schrägverzahnungs-, Schnecken- oder Kegelradgetriebe, Sperrvorrichtungen, Lager, Nokken, Stoßteile, Dichtungsringe, Ventilsitze für Hochdrucköl- und Gassysteme oder andere fließfähige Chemikalien, die gegen Chemikalien beständig sein müssen. Man kann sie zur Herstellung von gepreßten, kalanderten oder stranggepreßten Gegenständen, Filmen, überzügen, Fäden, Fasern und Bändern verwenden. Sie besitzen einen „großen An wendungsbereich als Platten, Stäbe oder Bänder und sind auch für elektrischeZwecke brauchbar, wie als Kabelklemmen, Klemmblöcke, Unterlagen für elektrische Stromkreise oder als Bestandteile dynamoelektrischer Maschinen, die bei hohen Temperaturen arbeiten.
Durch geeignete Mittel, wie Lösen oder Suspendieren in einem geeigneten Lösungsmittel und nachfolgendem Aufbringen auf eine Oberfläche, von der das Polymere nach der Verdampfung des Lösungsmittels entfernt wird, durch Kalandern oder Strangpressen, lassen sich Filme aus diesen Stoffen herstellen. Diese Filme (orientiert oder nicht) lassen sich verwenden als Futter für Metall und Kunststoffe, Behälter, Abdeckungen, Verschlüsse, elektrische Isolierbänder,
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Tonbänder, Rohr- und Drahtumwicklungen. Wo eine Oberfläche gewünscht wird, die die ausgezeichneten Eigenschaften der Polymeren besitzt, lassen diese sich auf jede geeignete Unterlage als Uberzugsmaterial in Form einer Lösung oder Suspension anwenden. Man kann sie als Einkapselmaterial, zur elektrischen Isolierung, z. B. als Drahtlack benutzen. Man kann sie als Schmelze, Lösung oder Suspension in ein Fällbad oder Verdampfungsmedium strangpressen. Die so hergestellten Fasern (orientiert oder nicht) lassen sich zu Geweben verarbeiten, die vielseitig verwendbar sind, z. B. als Filtertücher, bei denen hohe chemische und Wa'rmebeständigkeit gewünscht wird. Ihre hervorragenden elektrischen Eigenschaften machen Schichtstoffe aus diesem Material Tür elektrische Bauteile brauchbar, wie Schlitzkeile im Anker eines Elektromotors, Unterlagen für gedruckte Stromkreise, Schalttafeln für elektrische Geräte, Radio- und Fernsehapparate, kleine gestanzte elektrische Teile, Transformatorendplatten, Abstandsteile für Transformatorendplatten oder Abstandsteile für Transformatorspulen. Die Polymeren können auch mit verschiedenen Füllstoffen oder Modifiziermitteln gemischt werden, wie Farbstoffen, Pigmenten, Stabilisatoren und Weichmachern.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von'Polyphenylenoxyden, dadurch ge kennzeichnet, daß man einen aus einem tertiären Amin und einem darin löslichen Kupfer(I)-salz hergestellten Kupferaminkomplex in Gegenwart von Sauerstoff, bei
Temperaturen von nicht über 100"C mit Phenolen der allgemeinen Formeln
oder
umsetzt, in denen X ein Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Jodatom, R' ein Halogenatom oder R und R ein Wasscrstoffatom, einen Kohlenwasserstoff-, Kohlenwasscrstoffoxy-, Halogenkohlenwasserstoff- oder einen Halogenkohlcnwasscrstoffoxyrest bedeuten, wobei die aliphatischen halogenierten Substituenten mindestens 2 Kohlenstoffatome zwischen dem Halogenatom und dem Phenolkern besitzen, alle aliphatischen Substituenten an dem an den Phenolkern gebundenen Kohlenstoffatom mindestens ein Wasscrstoffatom tragen und R und R' bei der allgemeinen Formel II nicht beide ein Halogenatom oder ein Aryl-, Kohlenwasserstoffoxy- oder Halogcnkohlenwasserstoffoxyrest sein dürfen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Phenole verwendet, in denen R einen Methyl- oder Phenylrest bedeutet.

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