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DE1419093B - Verfahren zur Herstellung von einbügelbaren Einlagestoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von einbügelbaren Einlagestoffen

Info

Publication number
DE1419093B
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fibers
water
ironable
interlinings
nonwovens
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Carl-Ludwig Dr.; Schaben Robert Dr.; 6940 Weinheim Nottebohm
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Carl Freudenberg KG
Original Assignee
Carl Freudenberg KG

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einbügelbarer Einlagestoffe für Bekleidung.
Bis vor etwa einem Jahrzehnt wurden Einlagestoffe, wie z. B. Roßhaargewebe oder Vliesstoffe, in die zu versteifenden Bekleidungsstücke eingenäht. Da dieses Einnähen ein ziemlich langwieriger Vorgang ist, wurden die sogenannten einbügelbaren Einlagen entwickelt. Es handelt sich um Einlagen, die auf ihrer Oberfläche eine Schicht aufweisen, die bei höheren Temperaturen klebrig wird. Zum Gebrauch legt man die einbügelbaren Stoffe auf den zu versteifenden Stoff auf, und zwar so, daß die Klebeschicht den zu versteifenden Stoff berührt. Dann fährt man mit dem heißen Bügeleisen über dieses Zwei- bzw. Dreischichtengebilde. Dabei erweicht die Klebeschicht, wodurch ein Verbund zwischen Oberstoff und Einlagestoff geschaffen wird.
Im einfachsten Falle genügt es, einen dünnen Film, z. B. eine Polyäthylenfolie, auf den Versteifungsstoff aufzukaschieren. Beim anschließenden Verbügeln mit dem Oberstoff entsteht zwar ein fester Verbund, jedoch kann das so versteifte Gewebe nicht mehr atmen, da zwischen Oberstoff und Versteifungsstoff nun eine geschlossene impermeable Schicht liegt.
Man hat auch bereits den Versteifungsstoff mit Celluloseacetat imprägniert. Auch in diesem Fall ist ein direktes Verbügeln möglich, da das Celluloseacetat im Versteifungsstoff beim Verbügeln erweicht. Allerdings kann auch hier das Endprodukt nicht mehr atmen. Außerdem bewirkt eine Zwischenfolie oder eine mit Celluloseacetat imprägnierte Versteifungsschicht eine Verhärtung.
Es ist auch bereits bekannt, an Stelle einer Folie körniges Pulver, z. B. Polyäthylen, auf die Oberfläche des Versteifungsstoffes aufzusintern. Sofern die Menge begrenzt bleibt, kann sich hier beim Verbügeln keine geschlossene Schicht bilden, so daß die Atmungsfähigkeit erhalten bleibt. Allerdings ist es schwierig, das Korn absolut gleichförmig aufzustreuen und anzusintern. In der Praxis läßt sich nicht vermeiden, daß an einigen Stellen eine Agglomeration eintritt und infolgedessen andere Stellen zu wenig Pulver aufweisen. Dies wiederum hat zur Folge, daß der Klebstoff an Stellen mit Überkonzentration »durchschlägt«. Es erscheint dann auf der Oberfläche des zu versteifenden Oberstoffes ein speckiger Fleck. Diese Stelle ist außerdem verhärtet, da sie viel Klebstoff enthält. An den Stellen mit Klebstoffmangel hingegen wird keine oder nur eine sehr schwache Verbindung erfolgen. Von diesen Stellen aus beginnt dann eine Delaminierung. Oberstoff und Versteifungsstoff trennen sich nach einiger Zeit wieder.
Um einen gleichmäßigeren Auftrag eines thermoplastischen Materials zu erreichen, wurde daher auch schon der Thermoplast im geschmolzenen Zustand in Form eines regelmäßigen Musters kleiner, eng benachbarter Punkte aufgedruckt. Da die Größe der Punkte und ihr gegenseitiger Abstand immer gleich eingehalten werden kann, ergibt sich so eine wesentlich gleichförmige Verbindung des Bindemittels. Allerdings ist auch das Drucken mit geschmolzenen Thermoplasten oder auch das Drucken mit Thermoplastpasten (letztere werden erhalten durch Auflösen von Klebstoff in einem organischen Lösungsmittel) problematisch. Zwar ist beim Drucken die Verteilung des Bindemittels gleichförmiger; die Gefahr des Durchschlagens bei dünnen Vliesstoffen kann aber so nicht beseitigt werden.
Die Erfindung bezweckt nun die Überwindung der bei einem Verfahren zur Herstellung von einbügelbaren Einlagestoffen für Bekleidung durch Aufdrucken eines thermoplastischen Kunststoffes mit Hilfe einer Tausend-Punkte-Walze auf Textilmaterialien auftretenden Nachteile.
Das neue Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man an Stelle einer Schmälze oder Paste nunmehr eine Wasser enthaltende Dispersion von Polyamid auf einen aus organischen Synthesefasern oder deren Mischungen mit Naturfasern erhaltenen und durch Eigenverklebung der Fasern verfestigten sowie gegebenenfalls wasserfest gemachten Vliesstoff aufdruckt. Es gelingt auf diese Weise, auch die Konturen des Druckpunktes schärfer zu begrenzen als beim Drucken mit Schmälzen oder Pasten mit organischen Lösungsmitteln. Im letzteren Fall kann es sein, daß infolge der Viskosität der Paste nach dem Aufdruck des Pünktchens dieses sich nicht sofort von der Walze löst, sondern wieder zu einem Faden ausgezogen wird, wodurch der ganze Druck verwaschen wird. Bei der Verwendung der Wasser enthaltenden Dispersion von Polyamid resultieren nicht nur die obengenannten Vorteile. Diese Wasser enthaltenden Dispersionen sind vielmehr auch die Voraussetzung dafür, daß überhaupt erst ein sauberer Druck in Form von vielen kleinen, scharf begrenzten Pünktchen mit gleichem Abstand voneinander ermöglicht wird.
Das Drucken mit wäßrigen Dispersionen von Polyamid hat durch den bekannten Stand der Technik nicht nahegelegen. Das Drucken von Lösungen ist unmöglich, da sie, wenn sie punktförmig aufgebracht werden, einsinken. Dasselbe war bei Anwendung wäßriger Dispersionen zu erwarten. Darüber hinaus mußte man annehmen, daß der Druckpunkt verläuft. Überraschenderweise wurde nun festgestellt, daß dies nicht der Fall ist.
Ferner sind Vliesstoffe, welche mit wäßrigen Dispersionen bedruckt wurden, absolut gegenüber Lösungsmittel beständig. Bei der chemischen Reinigung hat das Trichloräthylen immer die Tendenz, Weichmacher und andere Bestandteile der organischen Druckpaste wieder herauszulösen, wodurch eine Versprödung des verbleibenden Bindemittels erfolgt. Dies wiederum hat zur Folge, daß sich der einbügelbare Versteifungsstoff von seinem Substrat löst.
Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß beim Aufdrucken der wasserhaltigen Polyamiddispersion auf den Vliesstoffträger das Polyamid wesentlich gleichförmiger verteilt werden kann als bei dem bislang bekannten Aufstreuen von trockenem Pulver. Beim Aufstreuen von trockenem Pulver kommt es immer wieder vor, daß sich örtliche Überkonzentrationen bilden. Druckt man jedoch, so wird jeder Punkt auf einen konstanten kleinen Durchmesser gekennzeichnet sein. Der gegenseitige Abstand der Punkte untereinander bewegt sich ebenfalls in äußerst kleinen Dimensionen, die aber jedesmal exakt eingehalten werden.
Als Vliesstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren kommen die in der deutschen Auslegeschrift 1146 028 beschriebenen Vliesstoffe in Betracht, insbesondere solche aus Gemischen von wasserlöslichen bzw. mit Wasser oder wäßrigen Flüssigkeiten · anlösbaren Fasern mit andersartigen Fasern, die durch Eigenverklebung gebunden sind, wobei sowohl die zunächst erhältlichen nicht wasser-, wasch- und kochbeständigen Zwischenprodukte wie auch die durch Einlagerung von Kunstharzen, wie Aldehyd- und/ oder Ketonkunstharzen, wasserfest, waschbeständig, kochbeständig und reinigungsbeständig gemachten Vliesstoffe verwendet werden können.
Mit Vorteil können auch Vliesstoffe, welche noch anderweitige Veredelungsverfahren erfahren haben, für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden.
Man kann z. B. derart verfahren, daß zur Imprägnierung der mit Hilfe von wasserlöslichen Kunstharzfasern gebundenen Zwischenprodukte Kunstharze, wie z. B. Aldehyd- und/oder Ketonkunstharze in Form ihrer Vorkondensate und zusätzlich noch andersartige Kunstharze, vorzugsweise Polymerisate oder Mischpolymerisate verwendet werden, welche reaktionsfähige Gruppen enthalten, die befähigt sind, mit Bestandteilen der Fasergebilde, wie z. B. Bindefasern, andersartige Fasern, Kondensationkunstharze, Vernetzungen einzugehen oder zu bewirken.
Als zusätzliche vernetzend wirkende Kunstharze kommen beispielsweise Acrylnitril, Methacryl- oder Acrylsäure oder Acrylamid in Betracht.
Chlorbeständige Vliesstoffe, die durch chlorhaltige Bleichmittel nicht in störender Weise beeinflußt werden, können beim erfindungsgemäßen Verfahren ebenfalls verwendet werden und z. B. derart hergestellt sein, daß zur Imprägnierung der durch wasserlösliche Kunstharzfasern gebundenen Vliesstoffe Vorprodukte von Kondensationskunstharzen, z. B. Aldehyd- und/oder Ketonkunstharzen, verwendet worden sind, die gegen aktives Chlor in Gegenwart von Wasser stabilisierend wirkende aktive Gruppen enthalten, und außer diesen Kunstharzen noch zusätzlich andersartige Kunstharze, vorzugsweise Polymerisate oder Mischpolymerisate, mitverwendet worden sind, welche reaktionsfähige Gruppen enthalten, die befähigt sind, mit Bestandteilen des Fasergebildes
ίο (Bindefasern, andersartige Fasern, Kondensationskunstharze) Vernetzungen einzugehen oder zu bewirken. Hierdurch kann man chlorwaschbeständige Produkte erzielen, die auch noch eine zusätzliche Erhöhung der Kochwaschbeständigkeit aufweisen.
Die Imprägnierung der Zwischenprodukte mit aktive Gruppen enthaltenden Kunstharzen kann z. B. derart durchgeführt sein, daß die mit wasserlöslichen Polyvinylalkoholfasern verfestigten Faservliese z. B. in einem Foulard mit einer wäßrigen Flotte imprägniert sind, welche 1 % Dimethylolmelaminharnstoffharz, 0,3 % Zinkchlorid und 2% eines Mischpolymerisates verschiedener Acrylatharze enthält, und anschließend getrocknet und gegebenenfalls bei etwa 15O0C kondensiert worden sind.
Beispiel
Ein Mischfaservlies, bestehend aus
95%Viscose-ZellwoIle,
5 % wasserlösliche Polyvinylalkoholfasern mit
einem Quadratmetergewicht von 100 g,
wird in einem Foulard mit Wasser so getränkt, daß eine Wasseraufnahme von 200% erfolgt. Das so durchfeuchtete Vlies wird in einem Filzkalander bei 1350C unter leichtem Anpreßdruck getrocknet und verfestigt. Auf das verfestigte Vliesprodukt wird mittels einer Tausend-Punkt-Walze folgende Dispersion aufgedruckt:
30% Wasser,
40% Methylalkohol,
15% Trichloräthylen,
15% Polyamid,
so daß nach dem Trocknen eine Auflage von 30 g Polyamid auf dem Vliesprodukt zurückbleibt. Das so hergestellte Material ist geeignet zum Versteifen von schweren Geweben (z. B. Mantelkragen).

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung einbügelbarer Einlagestoffe für Bekleidung durch Aufdrucken eines thermoplastischen Kunststoffes mit Hilfe einer Tausend-Punkte-Walze auf Textilmaterialien, dadurch gekennzeichnet, daß man auf einen aus organischen Synthesefasern oder deren Mischung mit Naturfasern erhaltenen und durch Eigenverklebung der Fasern verfestigten sowie gegebenenfalls wasserfest gemachten Vliesstoff eine Wasser enthaltende Dispersion von Polyamid aufdruckt.

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