[go: up one dir, main page]

DE1493919C - Verfahren zur Herstellung von Sulfo derivaten des Hydrochinons - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sulfo derivaten des Hydrochinons

Info

Publication number
DE1493919C
DE1493919C DE1493919C DE 1493919 C DE1493919 C DE 1493919C DE 1493919 C DE1493919 C DE 1493919C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hydroquinone
preparation
general formula
radicals
seconds
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Antonio Dr Barcelona Esteve Subirana (Spanien), Langer, Marcel, Dr, Genf (Schweiz)
Original Assignee
Laboratoires Om S A , Genf (Schweiz)
Publication date

Links

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Sulfoderivaten des Hydrochinons der allgemeinen Formel
R'
(D
OH
in der R und R' gleiche oder verschiedene Alkyl-, Aryl- oder Hydroxyalkylreste oder R Wasserstoff und R' einen dieser Reste bedeutet, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man 1 Mol Hydrochinon mit 1 Mol eines Derivats der Sulfamidsäure der allgemeinen Formel
R'
20
>N —SO3H
(Π)
in der R und R' die vorstehende Bedeutung haben, bei Temperaturen über 100° C, gegebenenfalls in Gegenwart eines wasserfreien Lösungsmittels, umsetzt. Aus Houben — Weyl, Methoden der organischen Chemie, 4. Auflage, Band 9, 1955, S. 515 und 516, ist die Umsetzung von Amidosulfonsäure mit aromatischen Mono- oder Polyhydroxyverbindungen unter Kernsubstitution mit der Sulfogruppe und Wandern des Amidorestes unter Ausbilden einer Ammoniumverbindung bekannt. Nicht bekannt ist jedoch eine entsprechende Umsetzung aromatischer Hydroxyverbindungen mit substituierten Amidosulfonsäuren. Der glatte Verlauf der erfindungsgemäßen Umsetzung war auch bei Kenntnis der genannten Literaturstelle nicht vorauszusehen, weil die Substitution des Wasserstoffatoms des aromatischen Kerns mit einer Wanderung des NH2-Restes einhergeht. Für den Fall, daß die Wasserstoffatome der Aminogruppe durch Alkyl-, Aryl- oder Alkanolreste mit einer größeren Anzahl von Kohlenstoffatomen substituiert sind, war eine derartige Wanderung nicht vorauszusehen. Wenn aber keine Wanderung eintritt, kann auch keine Substitution erfolgen, die im Ganzen gesehen eine Addition darstellt.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonT ders zur Herstellung von Verbindungen der allgemeinen Formel I, bei denen X Wasserstoff oder X und X' gleiche oder verschiedene Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen darstellen.
Die Derivate der Sulfamidsäure der vorstehenden Formel II, welche als Ausgangsstoffe verwendet werden, können durch Behandlung der entsprechenden Amine NHRR' in wasserfreier Lösung mit Chlorsulfonsäure erhalten werden. Man reinigt das dabei erhaltene Reaktionsgemisch durch Abdestillieren des Lösungsmittels im Vakuum, wobei die gebildete Chlorwasserstoffsäure entfernt wird.
Das so erhaltene Derivat der Sulfamidsäure reagiert mit Hydrochinon, wenn man das Gemisch in wasserfreiem Medium, z. B. in Benzol, vorzugsweise ohne Lösungsmittel, auf Temperaturen über 100"C erhitzt.
Es ist bekannt, daß Sulfoderivate des Hydrochinons der eingangs angegebenen allgemeinen Formel I oral, rektal oder parenteral verabreicht werden können und die Eigenschaft haben, die Koagulationszeit des Blutes und die Blutungszeit stärker zu verkürzen als die vorher verwendeten biologischen Mittel.
Unter den wirksamsten und am wenigsten toxischen Verbindungen der obigen Formel I befindet sich beispielsweise das Reaktionsprodukt aus Hydrochinon und Diäthylsulfamidsäure, das Diäthylammoniumsalz der Hydrochinonsulfonsäure.
Die Toxizität dieses Produktes, bestimmt durch intravenöse Injektion an Mäusen, beträgt DL50 = 725 mg/kg.
Die Bestimmung der antihaemorrhagischen Wirksamkeit nach R ο s k a m am Kaninchenohr ergab folgende Werte:
Normale Blutungszeit (100 Bestimmungen)
= 300 Sekunden
Mittlere Blutungszeit nach intravenösem Verabreichen von 5 mg der Verbindung pro Kilogramm Kaninchen, Bestimmung 1 Stunde nach der Injektion (100 Bestimmungen)
= 175 Sekunden
Mittlere Blutungszeit unter gleichen Bedingungen, Bestimmung jedoch 6 Stunden nach der Injektion
= 234 Sekunden
Die mittlere Koagulationszeit, bestimmt mit dem graduierten Hämolysierrohr, ist 1 Stunde nach der intravenösen Injektion von 5 mg je Kilogramm Versuchstier auf etwa die Hälfte erniedrigt.
Die bei Menschen erzielten klinischen Resultate waren in bezug auf die lokale und allgemeine Verträglichkeit ebenfalls sehr günstig, und zwar sowohl bei intravenöser wie auch intramuskulärer Injektion.
Die klinische Wirkung wurde durch Bestimmen der Blutungszeit und der Koagulationszeit untersucht. Die Messungen wurden 1 Stunde nach der Injektion von 2 ecm einer 10%igen Lösung des reinen Produktes vorgenommen. Unter diesen Bedingungen verminderte sich die mittlere Blutungszeit bei 20 Kranken von 2 Minuten, 48 Sekunden auf 2 Minuten,
3 Sekunden, was einer mittleren Abnahme von 26,7% entspricht. Die mittlere Koagulationszeit nahm von
4 Minuten, 51 Sekunden auf 3 Minuten, 39 Sekunden ab, was einer Abnahme von 30% entspricht.
Nachfolgend wird ein Beispiel für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer bestimmten Verbindung der obigen Formel I gegeben:
Beispiel
Zur Herstellung des als Ausgangsprodukt dienenden S.ulfamidsäurederivats löst man 300 ml reines trockenes Diäthylamin in 300 ml über Natrium getrocknetem Benzol und versetzt die Lösung mit 210 ml Chlorsulfonsäure, wobei man die Temperatur ständig unterhalb 10° C hält. Nach Beendigung der Reaktion erwärmt man das Reaktionsgefäß auf dem Wasserbad und destilliert im Vakuum das Benzol und den größten Teil der Chlorwasserstoffsäure ab.
Nach dem Abkühlen wird das erhaltene Ausgangsprodukt unmittelbar zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet. Man fügt zu diesem Zweck 330 g Hydrochinon in kleinen Portionen bei, wobei man allmählich die Temperatur
steigert, bis sie am Schluß des Zufügens 130° C erreicht. Man beläßt das Reaktionsgemisch 3 Stunden bei dieser Temperatur.
Nach dem Abkühlen löst man das Reaktionsgemisch in möglichst wenig Wasser und schüttelt mehrmals mit Äther aus. Die wäßrige Lösung wird bis zum Beginn der Kristallisation eingeengt und dann abkühlen gelassen. Man saugt die erhaltenen Kristalle ab und wäscht sie mit 50%igem Alkohol. Ausbeute an Diäthylammoniumsalz der Hydrochinonsulfonsäure: 330 g Kristalle vom Schmelzpunkt 129 bis 1300C.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Sulfoderivaten des Hydrochinons der allgemeinen Formel
    und R' einen dieser Reste bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man 1 Mol Hydrochinon mit 1 Mol eines Derivats der Sulfamidsäure der allgemeinen Formel
    R'
    (I)
    )N — SO1H
    OH
    in der R und R' gleiche oder verschiedene Alkyl-, Aryl- oder Hydroxyalkylreste oder R Wasserstoff in der R und R' die vorstehende Bedeutung haben, bei Temperaturen über 1000C, gegebenenfalls in Gegenwart eines wasserfreien Lösungsmittels, umsetzt.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2559866C2 (de) 2,4,6-Trijodbenzoesäure-Derivate und ihre Verwendung als Kontrastmittel für Röntgenaufnahmen
DE1445186C3 (de) 3,3'-Di-2-imidazolin-2-yl-carbanilid
DE905738C (de) Verfahren zur Herstellung basischer Thymoldimethylaminoaethylaether
DE1014551B (de) Verfahren zur Herstellung von substituierten 4-Oxycumarinen
DE1493919C (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfo derivaten des Hydrochinons
DE2322486C2 (de) as-Triazino [5,6-c] chinolin und seine Salze, Verfahren zur Herstellung derselben sowie diese Verbindungen enthaltende Arzneimittel
DE1154119B (de) Verfahren zur Herstellung von 2-(2', 4', 6'-Trimethylbenzyl)-1, 3-diazacyclopenten-(2) und seinen Salzen
DE1212984B (de) Verfahren zur Herstellung von basisch substituierten Cumaronen
DE946804C (de) Verfahren zur Herstellung von schwefelhaltigen Abkoemmlingen der Barbitursaeure
DE1493919B (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfo derivaten des Hydrochinons
DE2008332C3 (de) 2-Methyl-S-methoxy-3-indolylacetohydroxamsäuren, Verfahren zu ihrer Herstellung und diese Verbindungen enthaltende Arzneimittel
DE2328277A1 (de) Verfahren zur herstellung von 2-oxo4-hydroxypyrrolin-3-ium n.n-disubstituierten salzen
DE1620473A1 (de) Verfahren zur Herstellung von 1-Nitro-9-(dialkylamino-alkylamino)-acridinen
DE1493919A1 (de) Verfahren zur Herstellung von therapeutisch wirksamen Sulfoderivaten des Hydrochinons
DE1670143C3 (de)
DE842071C (de) Verfahren zur Herstellung von Phenoxyacetamidinen
AT228199B (de) Verfahren zur Herstellung eines neuen Imidazolinderivates und seiner Salze
DE935667C (de) Verfahren zur Herstellung von Phenanthridiniumsalzen
DE633981C (de) Verfahren zur Herstellung wohldefinierter kristalliner Nitrate des Phenylquecksilberhydroxyds
DE928530C (de) Verfahren zur Herstellung von p-Aminosalicylaten von Antihistaminbasen
DE1670378C (de) Verfahren zur Herstellung des Salzes aus4-n-Butyl-3,5-dioxo-l,2-diphenylpyrazolidin und dem beta-Diäthylamino-äthylamid der p-Chlorphenoxyessigsäure
DE1620195C (de) Optisch aktive und racemische Berbin derivate und em Verfahren zu ihrer Her stellung Ausscheidung aus 1620172
DE444970C (de) Verfahren zur Herstellung von Salzen der Aminobenzoesaeurealkylester mit aromatischen Sulfosaeuren
DE949467C (de) Verfahren zur Herstellung von Verbindungen mit einem Pyrrolring
AT317196B (de) Verfahren zur Herstellung neuer 1-Benzoyloxy-2-niedrig-alkylaminobenzocycloalkanderivate